Institut für Soziologie und Genderforschung - Abteilung Gender- & Diversity Studies

Der Arbeitsbereich Gender- und Diversity Studies geht ursprünglich auf die Professur für Frauenforschung zurück, die der DSHS 1996 im Rahmen des Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW zugewiesenen wurde und durch die Leiterin des Instituts, Univ.-Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews, von Beginn an mit vielfältigen Themen ausgebaut wurde. Ausgehend von der Erkenntnis, dass Geschlecht (i.S. von gender) eine basale und die Sozialität prägende Kategorie ist, steht im Mittelpunkt der Forschungen die Frage, welche sozialen Strukturen und sozialen Prozesse geschlechtsbezogene soziale Ungleichheiten im Kontext von Sport und Bewegung hervorbringen und Mädchen/ Frauen oder Jungen/ Männer in ihren Entwicklungs- und Teilhabechancen benachteiligen. Empirisch werden diese Fragen bspw. in Untersuchungen zur medialen Repräsentation von Sportler / -innen in der Sportberichterstattung und den sozialen Mechanismen der Konstruktion von Geschlechterdifferenzen bearbeitet, oder auch in wissenschaftssoziologischen Untersuchungen zum Gender Bias in der Sportmedizin. In den vergangenen Jahren haben sich unsere Forschungen zur sozialen Ungleichheit über die Perspektive Geschlecht hinaus um andere soziale Ordnungskategorien erweitert (bspw. soziale Schichtung, Lebensphase Alter/ Jugend). Dieser Entwicklung der Forschung in Richtung Diversität und Intersektionalität wird auch in der Lehre Rechnung getragen und fließt vor allem in die Ausbildung der Schlüsselqualifikation (SQ Managing Diversity) ein.

Aktuelles

Fachtagung: Respekt vor Grenzen – geschützt im Sport!

Unter dem Motto „Respekt vor Grenzen – geschützt im Sport!“ fand am Samstag, 09. April 2016, die Kölner Fachtagung zur Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt statt. Rund 70 Teilnehmer/-innen aus Sportvereinen und -verbänden, Jugendämtern und Beratungsstellen nahmen an der Veranstaltung teil, die vom Institut für Soziologie & Genderforschung der Deutschen Sporthochschule Köln gemeinsam mit dem Arbeitskreis „Wir zeigen die Rote Karte gegen sexualisierte Gewalt im Sport“ ausgerichtet wurde.

Im ersten Teil der Fachtagung, der durch Univ.-Prof. Dr. Mario Thevis, Prorektor der Sporthochschule, und Dr. Agnes Klein, Dezernentin für Bildung, Jugend und Sport der Stadt Köln, eingeläutet wurde, standen Fachvorträge im Fokus. Zusammen mit Dr. Birgit Palzkill, der Autorin der ersten Pilotstudie zu sexualisierter Gewalt im Sport, referierte Dr. Bettina Rulofs, akademische Oberrätin im Institut für Soziologie & Genderforschung, über den aktuellen Forschungsstand zur Thematik und machte im Zuge dessen auf die Forschungslücken im Bereich der Sportwissenschaft aufmerksam. Diese Lücken versuchen die beiden aktuellen Forschungsprojekte „VOICE“ und »Safe Sport«, die im Institut für Soziologie & Genderforschung angesiedelt sind, zu schließen.

Dass „Paragraphenreiten“ keineswegs trocken ist, zeigte Dr. Stephan Osnabrügge, Rechtsanwalt und Vorsitzender der Kommission „Gesellschaftliche Verantwortung“ im Deutschen Fußball Bund. Lebhaft und praxisorientiert beleuchtete er das Thema sexualisierte Gewalt aus rechtlicher Sicht. Dabei zeigte er auch auf, dass die aktuelle Gesetzeslage zum Umgang mit Kinderschutz und sexualisierter Gewalt für den Sport noch Verbesserungsbedarf aufweist und ermutigte das Auditorium mit der Aufforderung, den Kinderschutz trotz aller rechtlichen Grauzonen prioritär zu behandeln.

Ihre Eindrücke und neuen Erkenntnisse konnten die Teilnehmenden in den sich daran anschließenden Workshops diskutieren. Hierbei stieß v.a. die Diskussion von Fallbeispielen auf großes Interesse. Last but not least sorgte das Präventionstheaterstück „Anne, Tore – sind wir stark!“, das einen kinder- und jugendgerechten Zugang zum Thema bietet, für einen interaktiven Abschluss der gelungenen Veranstaltung.

Fabienne Bartsch

2016: Kick-off für das EU-Projekt VOICE

Das Institut für Soziologie & Genderforschung startet ein neues EU-Projekt zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt im Sport. Das Projekt mit dem Titel ‚Voices for truth and dignity – Combatting sexual violence in European Sports through the voices of those affected’ (kurz: VOICE) wird von der EU im Rahmen des Programms Erasmus+ gefördert und setzt sich zum Ziel, den Betroffenen von sexualisierter Gewalt im Sport eine Stimme zu geben.

Am 5. und 6. Februar 2016 startete das Projekt mit acht europäischen Ländern ein offizielles Kick-Off-Meeting. Gloria Viseras zog folgendes Fazit nach der Auftaktveranstaltung: „I think that the life-stories of those who have suffered sexual violence in sport are very important to help understand the environments, in which sexual abuse takes place. Only by listening carefully, we can understand those environments. Only after that, we can work on prevention and on setting up safe environments for children and young people in sport.” (Pressemitteilung DSHS + englische Projektbeschreibung)

Falls Sie selbst sexuelle Belästigungen oder Übergriffe im Sport erlebt haben, und bereit sind, über Ihre Erfahrungen im Rahmen einer Interviewstudie zu berichten, nehmen Sie bitte ebenfalls Kontakt zu uns auf. Wir versichern Ihnen Vertraulichkeit, Anonymität und eine freiwillige Teilnahme.

Kontakt: Dr. Bettina Rulofs rulofsnospam-dshs-koeln.de; Gitta Axmann g.axmannnospam-dshs-koeln.de Tel: +49 221 4982 -7230

20. bis 22. September 2016: Jahrestagung der dvs-Sektion...

An der Deutschen Sporthochschule Köln findet von 20. bis 22. September 2016 die Jahrestagung der dvs-Sektion Sportsoziologie und der dvs-Kommission Geschlechterforschung statt. Vorab wird ein gemeinsamer Nachwuchsworkshop (19. - 20. September) der Sektionen/Kommissionen Sportsoziologie, Geschlechterforschung, Sportphilosophie und Sportgeschichte durchgeführt.

Die Jahrestagung soll dazu dienen, Gemeinsamkeiten und Differenzen von Theoriekonzepten aus der Ungleichheits- und Diversitätsforschung aufzuarbeiten und im Kontext von gesellschaftlichen Macht- und Herrschaftskonstellationen zu diskutieren. Aus einer transdisziplinären Perspektive liegt der Fokus auf dem Transfer der Erkenntnisse sowohl in den Breiten- und (Hoch)Leistungssport als auch den Schulsport sowie der Ableitung von praktischen Implikationen. Call for Papers ‚Soziale Ungleichheit`

2015: 2. Platz für das Lehrteam des Seminars "SQ2 Managing Diversity"
Die Lehrpreisträger 2015 der Deutschen Sporthochschule Köln
Die Lehrpreisträger 2015 der Deutschen Sporthochschule Köln

2015 - PuK

Verleihung der Lehrpreise der Deutschen Sporthochschule Köln 

"Mit den Lehrpreisen würdigt die Deutsche Sporthochschule Köln herausragende Lehr- und Lernkonzepte in verschiedenen Kategorien", erklärte der Prorektor für Studium und Lehre, Univ.-Prof. Dr. Jens Kleinert. .

Das Lehrteam, bestehend aus Gitta Axmann, Diana Emberger, Anno Kluß, Dr. Babett Lobinger, Dr. Bettina Rulofs, Meike Schröer belegten in der Kategorie "Seminare" den 2. Platz mit ihrem Konzept für das Seminar "SQ2 - Managing Diversity".

Das Konzept aus dem Institut für Soziologie und Genderforschung  finden Sie hier:  "SQ2 Managing Diversity Konzept"

Hier geht's zur Pressemitteilung der DSHS 

2015: Sport respects your rights

2015 - PuK Dr. Bettina Rulofs "Sport respects your rights"!

Abschlusskonferenz

Die "Final Conference" zu dem von der EU geförderten Projekt „Sport respects your rights“ hat im Haus der Europäischen Union in Wien stattgefunden.

Dort wurden die entwickelten Kampagnen als Ergebnisse des Projekts einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert und das Projekt wurde in seiner Gesamtheit und besonders mit Blick auf den Ansatz der Peer-to-peer-Education ausgewertet.

Bei der Konferenz wurden politische Handlungsempfehlungen mit renommierten VertreterInnen der Sportpolitik aus den einzelnen Ländern und der Europäischen Kommission diskutiert, um jungen Menschen nachhaltig sichere Entfaltungsräume im Sport zu bieten.

Weitere Informationen und Unterlagen zur Konferenz unter

Beitrag zur Konferenz beim Deutschlandfunk  

Sport respects your rights

KURIER - Hochschulzeitung der Deutschen Sporthochschule Köln - 05-2014, Seite 6 

2015: SpoHo-Studierende für Kreativität belohnt
Die Preisträger Moritz Mücke (v.l.) und Annika Schmidt mit ihren Dozentinnen Diana Emberger und Birgit Braumüller.
Die Preisträger Moritz Mücke (v.l.) und Annika Schmidt mit ihren Dozentinnen Diana Emberger und Birgit Braumüller.

2015 - Puk Preisträger/-innen beim Kreativ-Wettbewerb Pressestelle DSHS Katharina Schad

Die Idee von neun Studierenden der Deutschen Sporthochschule Köln ist beim Kreativ-Wettbewerb des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) von einer Fachjury auf den zweiten Platz gewählt und dafür mit 1500 Euro belohnt worden.

Moritz Mücke, Jan Peters, Viola Torliene, Philipp Reichhardt, Annika Schmidt, Frederick Klein, Daniel Fredel, Simon Cremer und  Johannes Röhrscheid überzeugten die Jury-Vertreter mit ihrem Projekt „Beat the pro – challenge yourself“. Dabei handelt es sich um eine Veranstaltung mit Event-Charakter, bei der – in Anlehnung an Contest-Fernsehformate wie „Schlag den Raab“ – ein Amateur gegen einen Profi antreten soll. Um vor allem die Zielgruppe der 18 bis 30-Jährigen für das Deutsche Sportabzeichen zu begeistern, sollen Werbespots sowohl in Social-Media-Kanälen als auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen verbreitet werden. „Das Sportabzeichen soll motivierender und cooler werden. Das zeichnet auch alle Preisträger aus, weil sich ihre Konzepte auf die Stärken der neuen Informationskanäle wie Facebook, Twitter und andere konzentrieren, dabei die bewährten Kommunikationstechniken aber nicht außer Acht lassen“, begründete Andreas Klages, der stellvertretende Direktor des Ressorts Sportentwicklung im DOSB, die Entscheidung. Den ersten Platz erreichte die Business School Iserlohn.

„Es freut mich besonders, dass diese Projektarbeit im Rahmen eines BAS-2-Seminars entstanden ist. Dort haben die Studierenden mit hoher Selbstständigkeit und Eigenverantwortung verschiedene Marketingkonzepte erarbeitet und konnten diese freiwillig einreichen“, war Birgit Braumüller, die Leiterin des BAS-2-Moduls an der Deutschen Sporthochschule Köln, vom Engagement ihrer Studenten begeistert. Auch Dozentin Diana Emberger reagierte mit Stolz auf die prämierte Leistung ihrer Seminar-Teilnehmer/-innen: „Herzliche Gratulation an die Studierenden. Darüber hinaus bedanke ich mich bei unserem Marketingleiter Sebastian Plingen sowie Gitta Axmann für ihre tatkräftige Unterstützung!“

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte den Ideenwettbewerb für Studierende deutscher Hochschulen in Zusammenarbeit mit der Zeppelin-Universität Friedrichshafen und der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) ausgeschrieben, um das Deutsche Sportabzeichen zukünftig wieder attraktiver zu machen. In den vergangenen Jahren war es zu einem Rückgang der Teilnehmerzahlen gekommen. 

 

 

2014: "Sexualisierte Gewalt im Sport"
Das groß angelegte Forschungsprojekt "Schutz von Kindern und Jugendlichen im deutschen organisierten Sport" beginnt am 1. Oktober 2014.
Das groß angelegte Forschungsprojekt "Schutz von Kindern und Jugendlichen im deutschen organisierten Sport" beginnt am 1. Oktober 2014.

2014 - Bettina Rulofs

Ab dem 1. Oktober startet das Institut für Soziologie und Genderforschung der Deutschen Sporthochschule ein umfangreiches Forschungsprojekt zum Kinderschutz im Sport. Das Projekt unter dem Titel „Schutz von Kindern und Jugendlichen im organisierten Sport in Deutschland" wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und ist ein Verbundprojekt der Deutschen Sporthochschule, der Deutschen Sportjugend und dem Universitätsklinikum Ulm. Die Verbundkoordination liegt bei der Kölner Sportuniversität. 

In Deutschland existiert bislang nur eine Pilotstudie zur Erforschung von sexualisierter Gewalt im Sport. Klein & Palzkill (1998) generierten auf der Basis von qualitativen Interviews erste Einsichten in die Problematik, wobei sie den Fokus auf Gewalt gegen Mädchen und Frauen im Sport richteten. Im internationalen Raum ist die Forschungslage differenzierter (vgl. u.a. Fasting & Brackenridge 2009). Allerdings lassen sich die Befunde der internationalen Studien nicht ohne weiteres auf den freiwillig organisierten Sport in Deutschland übertragen. Bislang fehlen hier noch gesicherte Forschungserkenntnisse in Bezug auf Ausmaß und Art des Problembereichs, die Ursachen und Entstehungsbedingungen von sexualisierter Gewalt und den Umsetzungszustand von Präventionsmaßnahmen in Sportorganisationen.

Das Verbundvorhaben basiert auf einer multidisziplinären Perspektive. Zur Analyse der Entstehungsbedingungen von sexualisierter Gewalt im Sport werden als Bezugstheorien akteur- und organisationssoziologische Arbeiten zu Handlungsorientierungen und Dynamiken im Wettkampfsport sowie zur Konstruktion von Geschlechterverhältnissen im Sport genutzt. Des Weiteren werden allgemeine Arbeiten über die Entstehungsbedingungen von sexualisierter Gewalt in Institutionen berücksichtigt sowie soziologische Arbeiten über Steuerungs- und Veränderungsprozesse in Sportorganisationen. Mit Blick auf den internationalen Forschungsstand orientiert sich das Projekt an dem sportbezogenen Modell der Activitation States (nach Brackenridge et al, 2005), das in Großbritannien bereits zur Analyse von Sportorganisationen erprobt wurde.

Die Ergebnisse des Projektes sollen insbesondere in die Weiterentwicklung von Präventionsmaßnahmen der Deutschen Sportjugend einfließen. Dazu gehört u.a. der Transfer der Ergebnisse in die regelmäßig stattfindenden Fachforen der Mitgliedsorganisationen des deutschen Sports, die Überarbeitung des Handlungsleitfadens für Sportvereine sowie die Weiterentwicklung des dsj-Qualifizierungsmoduls für Funktionsträger/-innen im Sport.

 

03.02.2015

Wie zahlreiche Fälle zeigen, ist das geschlossene System Leistungssport offenbar besonders anfällig für sexualisierte Gewalt.

Der Sport möchte das Thema nun wissenschaftlich aufarbeiten und wird dabei finanziell vom Bundesbildungsministerium unterstützt. Im Projekt "Safe Sport" kooperieren die Deutsche Sporthochschule, die Deutsche Sportjugend und die Uniklinik Ulm.