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Nervöse Herzbeschwerden

Nicht organisch bedingte Beschwerden am Herzen werden als nervöse Herzbeschwerden bezeichnet.

Zu den nervösen Herzbeschwerden zählen die Herzneurose, das hyperkinetische Herzsyndrom und die paroxysmalen supraventrikulären Tachykardien.
Vor der Diagnosestellung funktioneller Beschwerden muss zunächst eine organische Ursache ausgeschlossen werden. Neben organischen Erkrankungen des Herzens muss hierbei auch an extrakardiale Erkrankungen wie Wirbelsäulenerkrankungen oder Erkrankungen der Gallenblase oder des Magens gedacht werden.

Im Gegensatz zu den organischen Herzerkrankungen manifestieren sich funktionelle Beschwerden vor allem im jüngeren Lebensalter (unter 40 Jahre). Dabei sind Männer häufiger betroffen als Frauen. Betroffene weisen häufig angstneurotische oder depressive Persönlichkeitsstrukturen auf.

Wichtigste therapeutische Erstmaßnahme ist, die Patienten und Patientinnen darüber zu informieren, dass keine organische Erkrankung vorliegt. Trotzdem liegen behandlungsbedürftige Beschwerden vor, die nicht verharmlost werden dürfen, da sie den Patienten massiv belasten.
Sehr häufig ist eine psychologische oder psychiatrische Behandlung erforderlich, da die alleinige Aufklärung über die Ungefährlichkeit der Beschwerden nicht ausreicht.

Erleben der körperlichen Belastbarkeit durch dosierte und kontrollierte Trainingsprogramme


Gezielt ausgewählte und dosierte sportliche Aktivitäten können die therapeutischen Maßnahmen durch das Erleben einer beschwerdefreien Belastung maßgeblich unterstützen.


Herzneurose

Hierbei klagen die Patienten über Herzschmerzen, eine organische Ursache ist nicht zu finden.

Die Patienten befürchten an einem Herzstillstand zu versterben, sind in ihrer gesamten Persönlichkeitsstruktur ängstlich und suchen ständig ärztliche Hilfe. Psychoanalytisch können häufig Trennungskonflikte aufgedeckt werden. Durch angstbedingte Steigerung der Sympathikusaktivierung kann sich der Patient bzw. die Patientin dabei in einen herzphobischen Anfall steigern. Dabei kommt es zu

  • innerer Unruhe,
  • erhöhter Herz- und Atemfrequenz
  • erhöhtem Blutdruck, bis hin zu
  • Todesangst.

Die Angst vor der Angst führt dabei zu einer ständigen Selbstbeobachtung, das ganze Leben wird auf das Herz fixiert. Der Beruf wird teilweise aufgegeben und körperliche Aktivitäten werden gemieden.

Gerade in diesem Fall können gezielt dosierte sportliche Belastungen dem Betroffenen oder der Betroffenen verdeutlichen, dass sein bzw. ihr Herz gesund und belastbar ist, um dadurch seine bzw. ihre Ängste zu mindern (siehe Sport- und Bewegungstherapie bei Neurose).

Hyperkinetisches Herzsyndrom

Das hyperkinetische Herzsyndrom stellt eine Untergruppe der Herzneurose dar.


Charakteristisch sind unbestimmte Herzbeschwerden, Abnahme der Leistungsfähigkeit und andere unspezifische Beschwerden.


Anders als bei der Herzneurose bestehen aber nur selten Angstgefühle, Todesangst besteht typischerweise nicht. Es handelt sich meist um zurückhaltende bis gehemmte Persönlichkeiten.

Paroxysmale supraventrikuläre Tachykardien

Es handelt sich dabei um psychovegetativ bedingte tachykarde Rhythmusstörungen, die plötzlich auftreten und unterschiedlich lange andauern.

Eine Reihe von organischen Herzerkrankungen kann ebenfalls zu paroxysmalen supraventrikulären Tachykardien führen, so dass hier der Ausschluss einer organischen Ursache sehr wichtig ist.
Eine Selbstbehandlung des Anfalls ist in der Regel durch so genannte Vagus-Manöver möglich (Valsalva-Manöver, Druck auf Halsschlagader, kaltes Wasser trinken).

 

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