Themenpaket Fußball-WM 2018

Schafft es Deutschland tatsächlich, den WM-Titel von 2014 in Russland zu verteidigen? Welche Nationen werden die schärfsten Konkurrenten sein? Welches Team ist ein Geheimfavorit? Mit der Wahrscheinlichkeit von Fußballergebnissen beschäftigt sich auch Univ.-Prof. Dr. Daniel Memmert, Professor am Institut für Trainingswissenschaft und Sportinformatik.

Er und der Mathematiker Fabian Wunderlich, der die Website Tipponaldo.de betreibt, haben ein Vorhersagemodell entwickelt, das die Wahrscheinlichkeit berechnet, wer die einzelnen Spiele und am Ende die WM gewinnt. Diese Prognosen werden tagesaktuell bei FAZ.NET veröffentlicht – eine ideale Vorbereitung auf jedes Tippspiel.


Die Methode

Das Vorhersagemodell gleicht dem Modell für die vorangegangene WM 2014 und EM 2016. Die Prognose ergibt sich als eine Kombination aus Wettquoten und der offiziellen Weltrangliste des Fußball-Weltverbandes FIFA. Die Weltrangliste reflektiert die vergangenen Leistungen der Mannschaften und fließt zu 20 Prozent ein. Die Quoten der Wettanbieter indes betrachten die Erwartungen an zukünftige Ergebnisse und können neben vergangenen Ergebnissen auch Informationen über die aktuelle Form oder auch Verletzungen berücksichtigen. Daher erfahren sie eine höhere Gewichtung und machen 80 Prozent der Prognose aus. Dabei können sich aus Weltrangliste und Wettquoten durchaus unterschiedliche Bewertungen ergeben. So ist Deutschland in der Weltrangliste derzeit knapp vor Brasilien platziert, während der Wettmarkt Brasilien in diesem spannenden Duell leicht vorne sieht.

Aus den Wettquoten lassen sich relativ einfach Gewinnwahrscheinlichkeiten für den WM-Titel ableiten, wobei das Team mit der kleinsten Wettquote die höchste Gewinnwahrscheinlichkeit besitzt. Die Gewinn-Wahrscheinlichkeiten für den Weltmeistertitel aus der Weltrangliste abzuleiten ist deutlich komplexer, hierfür wurde die WM 100.000 Mal simuliert. Russland bekam dabei einen Bonus durch den Heimvorteil. Bei der Simulation werden zunächst die Leistungsstärken der Mannschaften aus den Punktzahlen in der Weltrangliste ermittelt. Daraus ergibt sich ein durchschnittliches Ergebnis für jedes Spiel, aus dem sich ableiten lässt, welche konkreten Resultate mit welcher Wahrscheinlichkeit auftreten werden. Bei häufiger Simulation treten wahrscheinliche Spielergebnisse logischerweise häufiger auf als unwahrscheinliche Ergebnisse und es ergibt sich für jede Mannschaft eine realistische Wahrscheinlichkeiten den WM-Titel zu gewinnen.