Stellungnahme des AStAs: Vielfalt und Toleranz

Schwul oder lesbisch sein? Oder einfach nicht heterosexuell?! Wie normal ist das denn!

Eine Stellungnahme des Allgemeinen Studierendenausschusses der Deutschen Sporthochschule Köln – Diversity-Projekt 

Im Sport begegnen sich Menschen auf eine außergewöhnliche Weise, verglichen mit anderen, meist eher theoretischen Themenfeldern. Das werden alle wissen, die einmal zur Schule gegangen sind. Darum ist der soziale Wert von Sport in unserer Gesellschaft unverkennbar. Hautkontakt im Ballsport, Ausdruck beim Tanzen, Selbstidentifikation mit dem Tempel unserer physischen Schöpfungen – all das gehört zum Alltags an der Sporthochschule. Die AStA-Mitarbeiter*innen sind selbst Studierende, die sich täglich dafür einsetzen, den einmaligen Flair aus Lebendigkeit und Zusammenhalt in dieser Gemeinschaft zu pflegen.

Egal, in welcher (Regenbogen-)Farbe jemand einen Campus betritt, ein Café, einen Supermarkt, ein Fußballstadion oder die Trainingsstätte der Lieblingssportart, sind Toleranz und Offenheit Grundbausteine für ein buntes Zusammenleben. Getreu der Kölschen Redewendung “Jede Jeck es anders!”, wünschen wir uns, dass die Studierenden an unserer Hochschule sich willkommen und wohl fühlen, gegenseitig von ihrer Vielfältigkeit profitieren und alle von den vielen verschiedenen Perspektiven eines jeden Einzelnen lernen können.

Im Sommer 2018 nahm das Diversity-Projekt des AStAs seine Arbeit auf. Angefangen mit einem CSD- Auftritt, einer Erschließung der internen Strukturen für eine starke Vernetzung, etlichen Gesprächen mit Kommiliton*innen und einer dreitägigen Fototbox-Aktion, zu welcher sich auch die Universität zu Köln begeistern ließ, für Toleranz und Vielfalt eigene Statements zu posten, startet der Einsatz für Diversität nun in die zweite Runde.

Ein Student, der sich kürzlich in einem Artikel kenntlich zeigte, Dirk Smith, wurde auf die AStA Aktivitäten an der Sporthochschule aufmerksam und äußerte seinen Wunsch, unserem Einsatz für Vielfalt beitragen zu wollen – darüber freuen wir uns sehr. An der Resonanz aller Studierenden erkennen wir, in welchen Bereichen sie sich eine Veränderung auf dem Campus wünschen. Dirk erfuhr aus einem Bericht auf „ZEIT ONLINE“, dass es einmal einem Studierenden der Sporthochschule schwerfiel, offen mit seiner sexuellen Neigung umzugehen. Dirk selbst geht damit anders um, empfindet jedoch Empathie zu dieser Situation. Er sagt, er habe sich niemals wohl damit gefühlt, zu verstecken, wer er sei. Im Gespräch zwischen ihm und der Inhaberin des AStA-Projekts "Diversity" wurden prompt Pläne geschmiedet, neue und bestehende Vorhaben umzusetzen.

Die speziellen Herausforderungen im Sport liegen teilweise in seinen bisherigen traditionellen Rollenverteilungen. Diese zu hinterfragen und Stück für Stück zu durchbrechen, dazu möchten wir unseren Beitrag leisten. Es ist längst bekannt, dass auch Frauen sich verteidigen und Männer anmutig tanzen können. Das ist völlig individuell.

Wir wissen außerdem um einen weiteren, besonderen Mehrwert des Sports: Seinen großartigen, menschenverbinden Charakter! Ausgehend von einer noch wachsenden Community werden öffentlichkeitswirksame Projekte mit Sport- und Queer-Organisationen in Köln visiert. Wir möchten vor allem den Spaß am vielseitigen Miteinander leben und ein Zeichen für Toleranz im Sport setzen, damit alle Menschen sich frei und individuell entfalten können. In unserer Stadt, im Sport und überall.

Verena Kaiser