Was bezeichnet - im sporthistorischen Kontext - die "englische Krankheit"?

Schlägt man in einem medizinischen Wörterbuch den Begriff „englische Krankheit“ nach, findet man einen Eintrag zur Knochenerkrankung Rachitis. Im sporthistorischen Kontext ist mit dem Begriff hingegen das Fußballspiel gemeint: Im 19. Jahrhundert lehnte die Deutsche Turnerschaft, die eine vielseitige körperliche Ausbildung in vaterländischem Geiste sowie abseits des Rekordstrebens propagierte, den aus England kommenden Fußballsport vehement ab und bezeichnete ihn verächtlich als „englische Krankheit“ oder auch „Fußlümmelei“. In den Augen der Turner trainierte ein Fußballspieler ausschließlich seine unteren Extremitäten. Zudem waren ihnen die Verwendung englischer Sport-Fachbegriffe und das geradezu anarchisch anmutende "Durcheinander" auf dem Spielfeld äußerst suspekt.

Dr. Ansgar Molzberger
(Institut für Sportgeschichte)

 
 
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