Tanz- und Multikomponententraining bei Morbus Parkinson

Das Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft sucht Proband*innen zur Untersuchung der Effekte von Multikomponententraining bestehend aus Koordinations- und Ausdauertraining und Tanztraining auf die kognitive Leistungsfähigkeit bei Menschen über 65 Jahren mit beginnendem Morbus Parkinson.

Rahmenbedingungen der Studie:

Vor Beginn und nach Abschluss der Studie finden 3 Untersuchungstermine statt, die jeweils ungefähr eine Stunde dauern:

  • Erhebung der kognitiven Leistungsfähigkeit (z.B. Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeit) samt elektrophysiologischer Messungen
  • Blutabnahme für die Messung neurophysiologischer Marker
  • Erhebung der körperlichen Fitness (u.a. Gleichgewichtsfähigkeit) und der Lebensqualität

Interventionszeitraum: 8 Wochen

  • Das Multikomponententraining wird 5 Mal wöchentlich angeboten, wovon Sie mindestens 2 Mal pro Woche teilnehmen sollten
  • Das Tanztraining wird 3 Mal wöchentlich angeboten – auch an diesem Training sollten Sie mindestens 2 mal pro Woche teilnehmen
  • Training in Kleingruppen
  • Trainingseinheiten werden durch ausgebildete oder angehende Sportwissenschaftler*innen mit sporttherapeutischer Erfahrung angeleitet

Einschlusskriterien:

  • 65 Jahre oder älter
  • Ärztliche Unbedenklichkeitserklärung (Vordruck wird ausgehändigt) zur Teilnahme an einem Sportprogramm über 8 Wochen
  • Stabile Medikation in den letzten 3 Monaten
  • Eigene Anfahrt zur Deutschen Sporthochschule Köln
  • Beginnender Morbus Parkinson (vom Arzt bestätigter Wert bis Stadium 2 auf der Hoehn und Yahr Skala)
    • Skalenwert 0 bedeutet: keine Anzeichen der Erkrankung
    • Skalenwert 1 bedeutet: einseitige Erkrankung
    • Skalenwert 2 bedeutet: beidseitige Erkrankung

Ausschlusskriterien:

  • Diagnose einer Demenz
  • Komorbiditäten wie Depression, Schlaganfall, Herzinsuffizienz, Typ 2 Diabetes
  • Drogen- oder Medikamentenmissbrauch in der Vergangenheit
  • Regelmäßige, körperliche Aktivität von mehr als 30 Minuten 3 Mal pro Woche in den letzten 2 Jahren

Unser Angebot richtet sich speziell an Personen mit wenig bis keiner sportlichen Vorerfahrungen in den letzten 2 Jahren.
Sollten Sie selber Interesse haben, Verwandte oder Freunde haben, die für das Programm in Frage kommen, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie sich bei uns melden bzw. die Informationen weitergeben.

Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung und stehen Ihnen für etwaige Rückfragen gerne zur Verfügung.

Studienleitung:
Tim Stuckenschneider
Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft
Telefon: +49 221/4982-8589

E-Mail:

 

 

Sport und Kognition:

Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und einer steigenden Lebenserwartung, wächst der proportionale Anteil älterer Menschen weltweit, was zu einem Anstieg altersbedingter Erkrankungen führt und gesellschaftliche sowie politische Herausforderungen birgt. Denn der größte – und nicht zu verändernde – Risikofaktor zur Entstehung der Demenz ist das Alter bzw. das Älter werden. Allerdings wurden in den vergangenen Jahren weitere Risikofaktoren identifiziert, die für ca. 30% der Demenzerkrankungen verantwortlich und im Gegensatz zum Alterungsprozess verändert werden können. Ein großer Risikofaktor ist hierbei die körperliche Inaktivität.

Dementsprechend nimmt die Bedeutung von Sport und Bewegung zu, da hierdurch multifaktorielle positive Veränderungen auf physischer, psychischer und der sozialen Ebene herbeigeführt werden können. Allerdings ist die genaue Wirkweise von Bewegung und Sport auf die kognitive Leistungsfähigkeit nur zum Teil erforscht und variiert, beispielsweise durch Erkrankungen, interindividuell stark. Bis zu 57% aller an Parkinson erkrankten Personen entwickeln eine kognitive Störung innerhalb von 5 Jahren nach der Erstdiagnose, was das Risiko für diese Personen verdeutlicht. Derzeit mangelt es an einer symptomorientierten und personenspezifischen Verschreibung von Sport als adjuvante Therapiemöglichkeit, wobei insbesondere im Initialstadium verschiedener Erkrankungen der gezielte Einsatz einer geeigneten Sport- und Bewegungstherapie erfolgen sollte.

Vor diesem Hintergrund möchten wir den Einfluss einer achtwöchigen Trainingsintervention auf die kognitive Leistungsfähigkeit im Rahmen einer Pilotstudie untersuchen und hierbei zwei verschiedene Sportformen, nämlich ein Multikomponententraining und das Tanztraining miteinander vergleichen. Um diesen Vergleich anstellen zu können, wird der Zufall darüber entscheiden, an welcher Sportgruppe Sie teilnehmen können. Wir sind aber optimistisch, dass Sie von beiden Trainingsformen profitieren. Für das Training suchen wir Menschen ab 65 Jahren aufwärts, die bereits an Morbus Parkinson erkrankt sind. Die Sportkurse werden über acht Wochen in den Hallen der Deutschen Sporthochschule stattfinden, um eine möglichst hohe Flexibilität für die Teilnehmenden zu gewährleisten.