Institut für Soziologie und Genderforschung - Abteilung Diversitätsforschung

Der Arbeitsbereich Gender- und Diversity Studies geht ursprünglich auf die Professur für Frauenforschung zurück, die der DSHS 1996 im Rahmen des Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW zugewiesenen wurde und durch Univ.-Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews mit vielfältigen Themen ausgebaut wurde.

Ausgehend von der Erkenntnis, dass Geschlecht (i.S. von gender) eine basale und die Sozialität prägende Kategorie ist, steht im Mittelpunkt der Forschungen die Frage, welche sozialen Strukturen und sozialen Prozesse geschlechtsbezogene soziale Ungleichheiten im Kontext von Sport und Bewegung hervorbringen und Mädchen/ Frauen oder Jungen/ Männer in ihren Entwicklungs- und Teilhabechancen benachteiligen. Empirisch werden diese Fragen in vielen Projekten bearbeitet (siehe Startseite des Instituts). In den vergangenen Jahren unsere Forschungen zur sozialen Ungleichheit um weitere soziale Ordnungskategorien erweitert hat (bspw. soziale Schichtung, Lebensphase Alter/ Jugend). Dieser Entwicklung der Forschung in Richtung Diversität und Intersektionalität wird auch in der Lehre Rechnung getragen und fließt vor allem in die Ausbildung der Schlüsselqualifikation (SQ2 Diversity Kompetenz) ein.

Abteilung Sportsoziologie

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Institut für Soziologie und Genderforschung

Institut für Soziologie und Genderforschung

Am Sportpark Müngersdorf 6
50933 Köln
Institutsgebäude VI, 4. + 5. OG
Telefon +49 221 4982 7240 / -7241

Aktuelles

2022: Abschlussbericht im Projekt TraiNah veröffentlicht

2022: Abschlussbericht im Projekt TraiNah veröffentlicht

Das Forschungsprojekt »TraiNah« wurde vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft für die Dauer von zwei Jahren gefördert und ist ein interdisziplinäres Verbundprojekt in Zusammenarbeit mit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm. Projektleiterinnen an der Deutschen Sporthochschule Köln sind die Professorinnen Bettina Rulofs und Ilse Hartmann-Tews im Institut für Soziologie und Genderforschung. Das Projekt wurde von verschiedenen Sportverbänden in Deutschland unterstützt.

»TraiNah« fokussiert die Beziehungen zwischen Trainer*innen und Athlet*innen und betrachtet Trainer*innen als zentrale Akteur*innen in der Prävention sexualisierter Gewalt im Nachwuchsleistungssport. Im Rahmen des Projektes wurden qualitative und quantitative Befragungen von Trainer*innen und Athlet*innen vorgenommen, jeweils mit dem Ziel zu untersuchen, welche besonderen Risiken für sexualisierte Gewalt im Nachwuchsleistungssport existieren, wie die Balance zwischen Nähe und Distanz gelingen kann, wie Trainer*innen Handlungssicherheit entwickeln können und junge Athlet*innen vor sexualisierter Gewalt schützen können. Basierend auf den Ergebnissen des Projektes wurde ein Workshop konzipiert, der den Sportverbänden nun zum Einsatz in der Fort- und Weiterbildung von Trainer*innen zur Verfügung gestellt wird.

Im Abschlussbericht werden zentrale Befunde des Projektes zusammengefasst. Weitere Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Fachjournalen sind in Vorbereitung.

Sie finden den vollständigen Bericht hier.

Das Projekt imForschungsnewsletter.

2022: Abschlussbericht im Projekt CASES veröffentlicht

2022: Abschlussbericht im Projekt CASES veröffentlicht

Die Berichte im Projekt Child Abuse in Sport: European Statistics (CASES) wurden nun veröffentlicht.

CASES ist ein Forschungskonsortium, das von Januar 2019 bis Dezember 2021 durch das Programm Erasmus+ der Europäischen Union gefördert wurde. Die Leitung lag bei Prof. Mike Hartill (Edge Hill University, Lead) und Prof. Bettina Rulofs (Deutsche Sporthochschule Köln / Bergische Universität Wuppertal, Co-Lead). Insgesamt waren sieben Universitäten aus sechs europäischen Ländern sowie nationale und internationale Sportverbände an dem Projekt beteiligt.

In dem Forschungsprojekt wurden die Prävalenz, Formen, Merkmale und Konstellationen von interpersonaler Gewalt im Kinder- und Jugendsport an einer Stichprobe von über 10.000 Personen in sechs europäischen Ländern untersucht.

Die Ergebnisse wurden in einem englischsprachigen Gesamtreport sowie einem deutschsprachigen Bericht mit Fokus auf den Ergebnissen in Deutschland zusammengefasst und für ein breites Publikum verständlich aufbereitet. Hierzu wurden auch anschauliche Factsheets sowie ein Poster erstellt.

Weitere Auswertungen und Publikationen in wissenschaftlichen Fachjournalen werden folgen.

 

2022: PM »Safe Clubs« geht an den Start

2022: PM »Safe Clubs« geht an den Start

Einen weiteren wichtigen Beitrag zur Prävention von sexualisierter und interpersonaler Gewalt planen in den kommenden drei Jahren die Deutsche Sporthochschule Köln und das Universitätsklinikum Ulm. Finanziert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat das Verbundvorhaben als konsequentes Nachfolgeprojekt der »Safe Sport«-Studie die drei wichtigen Handlungsfelder Analyse, Prävention und Intervention im Umgang mit sexualisierter bzw. interpersonaler Gewalt im Fokus.

Zu den zentralen Bausteinen des Projekts gehört zum einen die Unterstützung und Weiterbildung von Athlet*innen, Trainer*innen und Vereins- bzw. Verbandsmitarbeiter*innen. Außerdem sollen gemeinsam mit ausgewählten Vereinen Risikoanalysen zum Thema sexualisierte Gewalt durchgeführt und darauf basierend Schutzprozesse entwickelt werden. Um Athlet*innen, Trainer*innen und Vereinsmitarbeiter*innen für das Thema zu stärken, ist im Projektverlauf die Entwicklung, Durchführung und Evaluierung von Workshops zum Thema Empowerment von Athlet*innen geplant. Für Ansprechpersonen zum Kinderschutz in den Landessportbünden und -jugenden sowie in den Vereinen sollen konkrete Hilfestellungen entwickelt werden, damit Vereine bei Verdachtsfällen oder bei konkreten Vorfällen kompetent agieren können.

Ein zentrales Projektziel ist die Unterstützung von Sportvereinen bei der Entwicklung nachhaltiger Strategien für den Schutz von Kindern und Jugendlichen gegen sexualisierte und interpersonale Gewalt im Sport. Hierfür sollen konkrete Transferprodukte im Sinne unterschiedlicher Tools – z.B. Online-Tutorials, Leitfäden etc. – zum Einsatz vor Ort in den Sportvereinen entwickelt werden. Bei Projektende werden diese über die beteiligten Praxispartner*innen allen Sportvereinen in Deutschland zur Verfügung gestellt. Das Projekt trägt damit unmittelbar zur Prävention von sexualisierter bzw. interpersonaler Gewalt im organisierten Sport in Deutschland bei. Zudem können die drei Projektleitungen Dr. Jeannine Ohlert und Univ.-Prof.‘in Bettina Rulofs (beide Deutsche Sporthochschule Köln) sowie PD Dr. Marc Allroggen (Universitätsklinikum Ulm) durch die BMBF-Förderung ihre bewährte Zusammenarbeit aus dem Projekt »Safe Sport« fortsetzen.

Weitere Informationen finden Sie hier

2021: 'Performance sells' - Was Medien ändern müssten

2021: 'Performance sells' - Was Medien ändern müssten

Marginalisierung von Sportlerinnen in der Sportberichterstattung

Der Anteil der Texte und Bilder über Sportlerinnen beträgt in der alltäglichen Sportberichterstattung mitunter nur 10%, was als klare Marginalisierung von Sportlerinnen interpretiert werden kann. Auch werden sie anders dargestellt als Sportler - mit Folgen für die Wahrnehmung und Attraktivität des Sports von Frauen in der Gesellschaft. 

Was sich hier ändern muss und welche Barrieren einem Wandel in der Medienwelt entgegenstehen erläutert Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews in einem Interview mit dem norddeutschen Rundfunk (NDR, 24.07.2021).

https://www.nd-aktuell.de/die-woche/rubrik/sport

2021: PM Queere Belange im Sport

2021: PM Queere Belange im Sport

Queere Belange im Sport werden bis heute häufig als Randthema behandelt. Queer ist ein Sammelbegriff, der alle Formen sexueller Orientierung vereint. Zur virtuellen Tagungswoche der queeren Sportvereine, an der auch die Deutsche Sporthochschule Köln mitwirkte, gibt es nun eine umfangreiche Tagungsdokumentation.

Eine ganze Woche lang bot die Bundesnetzwerktagung (BuNT) der queeren Sportvereine im November ein umfassendes virtuelles Programm aus Podiumsdiskussionen, Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden zu queeren Belangen im Sport. Zusammengestellt worden war das Angebot von bundesweiten Teams, unter denen auch das Institut für Soziologie und Genderforschung der Sporthochschule vertreten war.

Eine Aufarbeitung und Zusammenstellung der Veranstaltungen erfolgte im Nachgang der Tagung durch das Organisationsteam. Nun erschien der 35-seitige Bericht. „Alle Teilnehmenden waren sich am Ende der BuNT-Woche einig: Homo-, Bi-, Trans*- und Inter*feindlichkeit dürfen keinen Platz auf den Sportplätzen, in den Hallen und Schwimmbädern haben. Die über 90.000 Sportvereine sowie die vielen Dach- und Fachverbände sollen in Zukunft versuchen, den Sport in Deutschland so diskriminierungsarm und chancengleich wie möglich zu gestalten“, heißt es im Vorwort der Dokumentation.

Die Eröffnung der Tagung war Spoho-Professorin Ilse Hartmann-Tews vorbehalten, Leiterin des Instituts für Soziologie und Genderforschung. Sie lieferte mit ihrem Vortrag zur OUTSPORT-Studie Einblicke in die erste wissenschaftliche Erhebung, die sich auf europäischer Ebene mit dem Schwerpunkt Homo- und Transnegativität beschäftigt und 2018 erstmals objektive sowie zuverlässige Daten zu Diskriminierungserfahrung der Zielgruppe LSBTIQ im Sport quantitativ erhoben hat.

Einen weiteren Beitrag zur Tagung und zum jetzt erschienen Tagungsband lieferte Dr. Birgit Braumüller, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie und Genderforschung. Gemeinsam mit einer Kollegin leitete sie den Workshop „Sag was! – wie reagieren auf LSBTIQ*-Feindlichkeiten im Sport“. Die Teilnehmer*innen lernten verschiedene Methoden und Fallbeispiele kennen, verbale Diskriminierung zu erkennen und darauf zu reagieren.

Die kompletten Ergebnisse der BundesNetzwerkTagung 2020 und die Zusammenfassung aller Veranstaltungen können Sie auf dieser Homepage einsehen und herunterladen.

2021: Spitzensportlerinnen klagen über Sexismus, Diskriminierung und...

2021: Spitzensportlerinnen klagen über Sexismus, Diskriminierung und Nachteile gegenüber Männern

Eine aktuelle Umfrage des Südwestrundfunks unter mehr als 700 Spitzensportlerinnen in Deutschland zeigt, dass Frauen und Männer im Spitzensport ungleich behandelt werden und dies überwiegend zum Nachteil der Spitzensportlerinnen.

Prof. Ilse Hartmann-Tews und andere Expert:innen ordnen die Erfahrungen der Spitzensportlerinnen in die Ergebnisse eigener Untersuchungen und den internationalen Forschungsstand ein und bestätigen in vielfacher Hinsicht eine Ungleichbehandlung.

Zum Beitrag geht es hier.

Eine WDR-Reportage zu veralteten Rollenbildern und wenig Anerkennung für Frauen im Spitzensport kann hier angesehen werden.

2020: Save the date: Die BundesNetzwerkTagung der queeren...

2020: Save the date: Die BundesNetzwerkTagung der queeren Sportvereine (BuNT) geht online!

Vom 22. – 28. November 2020 gibt es im Rahmen der dritten BuNT ein vielfältiges digitales Angebot rund um queere Belange im Sport. Denn sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im Sport geht uns alle an!

Der Sport-November 2020 steht ganz im Zeichen von Diversität und Vielfalt: Eine Woche lang bieten die Veranstaltenden der BuNT ein umfassendes virtuelles Programm aus Podiumsdiskussionen, Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden zu queeren Belangen im Sport. Zusammengestellt von bundesweiten Teams werden die einzelnen Veranstaltungen aus unterschiedlichen Regionen der Republik zu verschiedenen Zeitpunkten online durchgeführt. Die BuNT-Veranstaltungswoche richtet sich an alle Interessierte aus dem (organisierten) Sport, der Politik, Verwaltung oder Wissenschaft sowie weiteren gesellschaftlichen Institutionen. Alle sind eingeladen, sich zu informieren, einzubringen und mitzugestalten!

Homo-, Bi-, Trans*- und Inter*feindlichkeit gehören bis heute zum Alltag! Individuelle und strukturelle Diskriminierung machen die aktuelle Situation von LSBTI*1 häufig noch schwierig – auch im Sport. Coming-Outs, wie das von Thomas Hitzlsperger im Jahr 2017 sowie erfolgreiche Projekte zur Förderung von Vielfalt konnten schon einiges bewirken, aber es bleibt noch viel zu tun. Queere Belange finden in den über 90.000 Sportvereinen, den Fach- und Dachverbänden des Sports oder auch im nicht-organisierten Sport noch immer nicht die notwendige Berücksichtigung.


Die Ziele der Tagungswoche sind neben Information und Aufklärung zu den Themen sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im Sport auch der Abbau von Vorurteilen und Stereotypen sowie die Aufarbeitung der Forderungen der BuNT 2018 und 2019:
- Austausch und Vernetzung
- Aufklärung und Sensibilisierung
- Strukturen und Ansprechpersonen für queere Belange im organisierten Sport
- Aus- und Fortbildungsinhalte für Menschen im Sport
- Satzungsgemäße Regelungen zu Antidiskriminierung in Vereinen und Verbänden
- Intensivierung der Forschung zum Thema
- Konzeption inklusiver und barrierearmer Regelungen für trans*, inter* und nicht-binäre Sporttreibende.

Das Organisationsteam der BuNT 2020 setzt sich zusammen aus:
Deutscher Olympischer Sportbund | Eurogames 2020, Diversity Abteilung | Landessportbund Nordrhein-Westfalen | Landessportbund Sachsen-Anhalt | Seitenwechsel - Sportverein für FrauenLesbenTrans*Inter* und Mädchen e. V. | Stadtsportbund Düsseldorf | Startschuss Hamburg e. V. | Vorspiel SSL Berlin e. V.
Die BuNT-Woche wird u. a. unterstützt durch: Deutsche Sporthochschule Köln, Institut für Soziologie und Genderforschung | FUMA Fachstelle Gender & Diversität NRW | Georg-August-Universität Göttingen | Landessportbund Berlin

Das Programm sowie Informationen zur Teilnahme finden Siehier

 

2020: PM Vorstellung des Lehrpreisfilms "Managing Diversity"

2020: PM Vorstellung des Lehrpreisfilms "Managing Diversity"

Jährlich vergibt die Deutsche Sporthochschule Köln Lehrpreise an besonders herausragende Lehr- und Lernkonzepte. Gemeinsam mit verschiedenen Lehrpreisträger*innen der Jahre 2015 bis 2018 hat die Abteilung Studium und Lehre nun Lehrpreisfilme über die von der Lehrpreisjury ausgezeichneten Lehrkonzepte erstellt. In den Kurzvideos zeigen die Preisträger*innen Möglichkeiten und Herausforderungen ihrer Lehrkonzepte auf und geben den Zuschauer*innen Einblicke in ihre Unterrichtsstruktur.

Das Seminar SQ2 „Managing Diversity“ ist integriert im Modul „Sozialkompetenz“ des Studienbereichs Schlüsselqualifikationen und ist verpflichtend für alle Bachelor-Studierenden im Laufe ihres Studiums. Seit 2017 heißt das SQ2-Seminar „Diversity-Kompetenz“, um dem hohen Praxisanteil des Seminars Rechnung zu tragen. Mit im Schnitt zehn Seminaren pro Semester hat das Lehrteam mit den Dozierenden Anno Kluß, Diana Emberger, Meike Schröer, Gitta Axmann, Dr. Bettina Rulofs (Institut für Soziologie und Genderforschung) und Dr. Babett Lobinger (Psychologisches Institut) 2015 den Lehrpreis in der Kategorie Seminare erhalten.

„Wir als Lehrteam wollen den Studierenden dabei eine grundständige Reflexionskompetenz im Umgang mit Unterschieden in der Gesellschaft vermitteln. Es geht darum, sich der Unterschiede bewusst zu werden, zu lernen damit umzugehen und so Diskriminierungen zu vermeiden“, so Bettina Rulofs über die grundlegende Zielsetzung des Seminars. Mit Inhalten aus verschiedenen Fachbereichen vermitteln die Dozierenden Wissen zur Diversität in Gesellschaft und Sport und stellen den Studierenden Studien aus der Soziologie, Psychologie, den Kulturwissenschaften, aber auch aus den Erziehungswissenschaften zur Verfügung. Das Herzstück ihrer Seminare ist das "forschende Lernen", also Studienprojekte, in denen das Gelernte im Feld umgesetzt und angewandt wird. „Während der Seminare und auch noch danach merkt man den meisten Studierenden an, dass sich durch die Auseinandersetzung mit dem Thema und den Kontakt zu verschiedenen Gruppen etwas in ihrer Sichtweise verändert hat, das auch bleibt.“

„Der Mehrwert ist, dass sie einen Zugang zu sozialen Gruppen und Menschen bekommen, mit denen sie sich vorher nicht getroffen hätten, und ein Gefühl dafür bekommen, dass Leute wirklich unterschiedlich sind“, meint Anno Kluß. So ist aus diesem Seminar 2015 beispielsweise der Verein „Grenzenlos in Bewegung – SpoHo aktiv e.V.“ entstanden. Eine Gruppe von Studierenden hatte sich mit dem Thema „Sport mit Geflüchteten“ beschäftigt und daraufhin den Verein gegründet. Bis heute organisiert der Verein Sportprojekte für Geflüchtete im Großraum Köln und zeigt durch den Einsatz engagierter Studierender, wie Integration mithilfe von Sport funktionieren kann.

„Das ist lebensnah, das ist echt. Da hören die Studierenden die Geschichten, die die Menschen aus ihren verschiedenen und zum Teil fremden Lebenswelten erzählen“, unterstreicht Meike Schröer. Babett Lobinger stellt heraus, dass „die Studierenden im Seminar lernen, sich selbst zu hinterfragen und dabei eigene Werte reflektieren.“ Methodisch lebt das Seminar von den „vielen Interaktionsübungen und deren Auswertungsrunden. Hier werden die Studierenden in einem geschützten Rahmen in die Lage versetzt, anders zu sein“, merkt Gitta Axmann an.

Diana Emberger bringt es auf den Punkt: „Wenn es uns gelingt, den Studierenden das zu vermitteln, blicken sie hoffentlich auf den Sportkontext und sehen, was Ungleichheit, Gleichheit, Chancengleichheit und Fairness für den Sport bedeuten.“

Das komplette Video „Managing Diversity“ gibt es hier

2019: PM Pressestelle: Homo- und Transphobie als Problem im Sport

2019: PM Pressestelle: Homo- und Transphobie als Problem im Sport

PM1958 | 27.11.2019 - Maas

Sport in seinen vielen Facetten ist kein diskriminierungsfreier Raum. In einem Sportsystem, das geprägt ist von einer binären Geschlechterordnung und Geschlechterstereotypen, fühlen sich LGBTI*-Personen verunsichert und teilweise diskriminiert, sodass sie an der aktiven Teilnahme am Sport oftmals gehindert werden. Das EU-Projekt OUTSPORT präsentiert die Ergebnisse der Gesamtstudie mit mehr als 5.500 Befragten sowie die Handlungsempfehlungen für den organisierten Sport.

Übergeordnetes Ziel des europaweiten Verbundprojekts war es, Strategien und weiterbildende Maßnahmen zu entwickeln, um Diskriminierung und Gewalt im Sport aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität entgegenzuwirken. Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender Personen und Intersexuellen soll die Teilnahme am Sport auf allen Ebenen erleichtert werden. Dazu wurden in der ersten Studie mittels Online-Befragung mehr als 5.500 LGBTI* aus allen 28 EU-Staaten zu ihren Erfahrungen im Sport befragt. In der zweiten Studie wurden Vertreter*innen von 15 Sportverbänden, Sportbünden und Dachorganisationen aus den fünf Projektländern zu ihren Strategien zur Bekämpfung von homo-/transphober Diskriminierung im Sport interviewt.

Die überwiegende Mehrheit der Befragten empfindet Homo- und Transphobie als Problem im Sport; insbesondere in den Mannschaftssportarten ist ein homo- und transphober Sprachgebrauch weit verbreitet. Als Konsequenz daraus versteckt ein Drittel der sportlich Aktiven ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität im Rahmen ihrer Sportaktivitäten. Anlaufstellen, die man bei Problemen und negativen Erfahrungen kontaktieren könnte, kennen mehr als ein Drittel der Befragten nicht. „Die Diskriminierung von LGBTI* ist ein gesamtgesellschaftliches Problem“, so die Studienleiterin an der Deutschen Sporthochschule, Professorin Ilse Hartmann-Tews. „Daher sollte sich jede Person für die Etablierung einer wertschätzenden Kultur mitverantwortlich fühlen.“ Für den organisierten Sport empfiehlt die Studie eine offene und proaktive Haltung der Akteur*innen in Verbänden und Sportbünden zu Fragen sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. (Detaillierte Ergebnisse finden Sie online).

Am 31. Dezember endet das Verbundprojekt von fünf europäischen Projektpartnern nach dreijähriger Laufzeit. Ergebnisse werden nun auf unterschiedlichen Ebenen präsentiert und diskutiert, so u.a. bei der Abschlusskonferenz von OUTSPORT in Budapest, einer internationalen Tagung zur Situation von LGBTI* im Sport in Barcelona, dem Sportausschuss des NRW Landtags in Düsseldorf sowie der Bundesnetzwerktagung queerer Sportvereine (BuNT) in Hamburg.

Das Verbundprojekt Outsport finanziert durch die Europäische Kommission über das Förderprogramm Erasmus+, wurde in Zusammenarbeit von fünf europäischen Partnern durchgeführt:

  • Italian Association for Culture and Sport (AICS)
  • LEAP Sports Scotland
  • Wiener Institut für Internationalen Dialog und Zusammenarbeit (VIDC)
  • FRIGO Hungary
  • Deutsche Sporthochschule Köln

Verweise:

Kontakt: Ilse Hartmann-Tews i.hartmann@dshs-koeln.de

2019: PM Pressestelle: DJK-Ethik-Preis des Sports 2019 an Dr. Bettina...

2019: PM Pressestelle: DJK-Ethik-Preis des Sports 2019 an Dr. Bettina Rulofs verliehen

11.06.2019 - DJK Sportverband/PuK

(...) Die stellvertretende Leiterin des Instituts für Soziologie und Genderforschung erhielt die Auszeichnung im Rahmen eines bewegenden Festaktes am 11. Juni 2019 in der Kirche St. Johannes XXIII, im Zentrum der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) Köln. Damit würdigten das Kuratorium und der DJK-Sportverband ihr herausragendes Engagement, über sexualisierte Gewalt im Sport aufzuklären, für Gleichberechtigung im Sport einzutreten und Sportlerinnen und Sportler vor Übergriffen zu schützen.

„Sich aktiv für mehr Kinderschutz einzusetzen, gehört zur Grundorientierung des DJK-Sportverbands und vor allem auch der DJK Sportjugend. Dies sollte auch in der Gesellschaft zur Selbstverständlichkeit werden. Konkrete Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche im Sport sind essentiell wichtig und sind in unserem Verband fest verankert. Wir im DJK-Sportverband wollen weiter deutliche Signale in die Politik senden, dass der Schutz von Kindern und Jugendlichen im Sport weiter vorangetrieben wird“, betonte DJK-Präsidentin Elsbeth Beha in ihrer Rede.

„Es ist eine große Ehre für mich, dass der DJK-Sportverband mich mit diesem Preis für meine Arbeit auszeichnet. Es zeigt mir, dass der organisierte Sport die Relevanz von Themen wie Gleichberechtigung, Kinderschutz und insbesondere die Prävention von sexualisierter Gewalt anerkennt und das freut mich", sagte Dr. Bettina Rulofs bei der Preisverleihung. Die Auszeichnung gebe ihr persönlich Mut und bestätige, dass die Themen, mit denen sie sich in der Forschung beschäftige, Gehör und Akzeptanz in der Gesellschaft finden, so Rulofs. Das sei nicht immer so gewesen."

Als ich vor rund 20 Jahren anfing, mich mit gleichstellungspolitischen Fragestellungen im Sport zu befassen, gab es viele kritische Rückfragen und wenige ermunternde Rückmeldungen", erinnert sich die Wissenschaftlerin. Häufig habe sie sich die Sinnfrage gestellt und auch den Eindruck gehabt, dass ihre Forschungsthemen nur am Rande des Sports und der Sportwissenschaft wahrgenommen würden.

Beim Thema sexualisierte Gewalt im Sport seien von Vereins- und Verbandsseite oftmals "keine unterstützenden Reaktionen" gekommen. Umso mehr freut sie sich nun zu sehen, was erreicht wurde und "wie sich das gesellschaftliche Bewusstsein gewandelt hat, sexualisierter Gewalt im Sport entschieden entgegen zu treten".

(...) Link zur kompletten Mitteilung

2019: Fußball-WM der Frauen - Unterschiedlicher Stellenwert von...

2019: Fußball-WM der Frauen - Unterschiedlicher Stellenwert von Männern und Frauen im Sport

Interview zur Fußball-WM der Frauen: Gitta Axmann, Genderexpertin an der Deutschen Sporthochschule Köln, verweist auf den unterschiedlichen Stellenwert von Männern und Frauen im Sport.

Hier gehts zum Interview: Link

Quelle: BR Podcast/@bayern2

2019: Forschungspreis für Dissertation Dr. Theresa Hoppe...

2019: Forschungspreis für Dissertation Dr. Theresa Hoppe "Bewegungsmangel in Pflegeheimen"

21.01.2019 - PuK DSHS

Dr. Theresa Hoppe vom Institut für Soziologie und Genderforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln hat den dritten Platz im Wettbewerb um die wichtigste Auszeichnung der deutschen Sportwissenschaft gewonnen. Mit ihrer Dissertation „Sozialstrukturelle Rahmenbedingungen der physischen (In)Aktivität von Pflegeheimbewohner/innen“, schaffte die Forscherin den Sprung in den exklusiven Kreis von fünf Nachwuchsforscher*innen, die vorige Woche mit dem DOSB-Wissenschaftspreis ausgezeichnet wurden.

Hoppes Haupterkenntnis ist, dass Pflegekräfte die körperlichen Fähigkeiten der oftmals noch mobilen Heimbewohner*innen unterschätzen, während die Senioren sich häufig unterfordert fühlen. Die herausragende Leistung des Projektes liege darin, dass die bewegungshemmenden Faktoren in Pflegeheimen „aus der Innenperspektive der Organisation und unter Beachtung des Zusammenwirkens verschiedener Akteure“ untersucht und beschrieben wurden, heißt es in der Begründung für die Entscheidung.

Die Wissenschaftlerin bereichert mit ihrer Arbeit sowohl die sportwissenschaftliche Forschung als auch die Pflegewissenschaft, da die Dissertation Antworten auf die Frage gibt, mit welchen Maßnahmen eine körperliche Mobilisierung der pflegebedürftigen Menschen gelingen kann. Die „Sportwissenschaft ist eine Grundlage für viele Erkenntnisse, die auch in andere gesellschaftliche Bereich reichen“, erklärte Martina Münch, Brandenburgs Ministerin Wissenschaft, Forschung und Kultur, in ihrer Festrede. Hoppes Arbeit kann als beispielhaft für diese Form des Wissenstransfers gelten. 

2018: Landespreis für Sport und Wissenschaft für Dr. Bettina Rulofs

2018: Landespreis für Sport und Wissenschaft für Dr. Bettina Rulofs

11.12. PuK DSHS

In der Kategorie Sozial-, Erziehungs- und Geisteswissenschaften würdigte die Jury Dr. Bettina Rulofs vom Institut für Soziologie und Genderforschung für ihre Arbeit in den Bereichen „Gender und Diversity im Sport“ sowie „Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport“.

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