Institut für Soziologie und Genderforschung - Abteilung Gender- & Diversity Studies

Der Arbeitsbereich Gender- und Diversity Studies geht ursprünglich auf die Professur für Frauenforschung zurück, die der DSHS 1996 im Rahmen des Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW zugewiesenen wurde und durch die Leiterin des Instituts, Univ.-Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews, von Beginn an mit vielfältigen Themen ausgebaut wurde. Ausgehend von der Erkenntnis, dass Geschlecht (i.S. von gender) eine basale und die Sozialität prägende Kategorie ist, steht im Mittelpunkt der Forschungen die Frage, welche sozialen Strukturen und sozialen Prozesse geschlechtsbezogene soziale Ungleichheiten im Kontext von Sport und Bewegung hervorbringen und Mädchen/ Frauen oder Jungen/ Männer in ihren Entwicklungs- und Teilhabechancen benachteiligen. Empirisch werden diese Fragen bspw. in Untersuchungen zur medialen Repräsentation von Sportler*innen in der Sportberichterstattung und den sozialen Mechanismen der Konstruktion von Geschlechterdifferenzen bearbeitet, oder auch in wissenschaftssoziologischen Untersuchungen zum Gender Bias in der Sportmedizin. In den vergangenen Jahren haben sich unsere Forschungen zur sozialen Ungleichheit über die Perspektive Geschlecht hinaus um andere soziale Ordnungskategorien erweitert (bspw. soziale Schichtung, Lebensphase Alter/ Jugend). Dieser Entwicklung der Forschung in Richtung Diversität und Intersektionalität wird auch in der Lehre Rechnung getragen und fließt vor allem in die Ausbildung der Schlüsselqualifikation (SQ Diversity Kompetenz) ein.

Kontakte

Sekretariat

Monika Peck

Sprechzeiten:

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Aktuelles

2019: PM Pressestelle: DJK-Ethik-Preis des Sports 2019 an Dr. Bettina...

2019: PM Pressestelle: DJK-Ethik-Preis des Sports 2019 an Dr. Bettina Rulofs verliehen

11.06.2019 - DJK Sportverband/PuK

(...) Die stellvertretende Leiterin des Instituts für Soziologie und Genderforschung erhielt die Auszeichnung im Rahmen eines bewegenden Festaktes am 11. Juni 2019 in der Kirche St. Johannes XXIII, im Zentrum der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) Köln. Damit würdigten das Kuratorium und der DJK-Sportverband ihr herausragendes Engagement, über sexualisierte Gewalt im Sport aufzuklären, für Gleichberechtigung im Sport einzutreten und Sportlerinnen und Sportler vor Übergriffen zu schützen.

„Sich aktiv für mehr Kinderschutz einzusetzen, gehört zur Grundorientierung des DJK-Sportverbands und vor allem auch der DJK Sportjugend. Dies sollte auch in der Gesellschaft zur Selbstverständlichkeit werden. Konkrete Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche im Sport sind essentiell wichtig und sind in unserem Verband fest verankert. Wir im DJK-Sportverband wollen weiter deutliche Signale in die Politik senden, dass der Schutz von Kindern und Jugendlichen im Sport weiter vorangetrieben wird“, betonte DJK-Präsidentin Elsbeth Beha in ihrer Rede.

„Es ist eine große Ehre für mich, dass der DJK-Sportverband mich mit diesem Preis für meine Arbeit auszeichnet. Es zeigt mir, dass der organisierte Sport die Relevanz von Themen wie Gleichberechtigung, Kinderschutz und insbesondere die Prävention von sexualisierter Gewalt anerkennt und das freut mich", sagte Dr. Bettina Rulofs bei der Preisverleihung. Die Auszeichnung gebe ihr persönlich Mut und bestätige, dass die Themen, mit denen sie sich in der Forschung beschäftige, Gehör und Akzeptanz in der Gesellschaft finden, so Rulofs. Das sei nicht immer so gewesen."

Als ich vor rund 20 Jahren anfing, mich mit gleichstellungspolitischen Fragestellungen im Sport zu befassen, gab es viele kritische Rückfragen und wenige ermunternde Rückmeldungen", erinnert sich die Wissenschaftlerin. Häufig habe sie sich die Sinnfrage gestellt und auch den Eindruck gehabt, dass ihre Forschungsthemen nur am Rande des Sports und der Sportwissenschaft wahrgenommen würden.

Beim Thema sexualisierte Gewalt im Sport seien von Vereins- und Verbandsseite oftmals "keine unterstützenden Reaktionen" gekommen. Umso mehr freut sie sich nun zu sehen, was erreicht wurde und "wie sich das gesellschaftliche Bewusstsein gewandelt hat, sexualisierter Gewalt im Sport entschieden entgegen zu treten".

(...) Link zur kompletten Mitteilung

2019: Fußball-WM der Frauen - Unterschiedlicher Stellenwert von...

2019: Fußball-WM der Frauen - Unterschiedlicher Stellenwert von Männern und Frauen im Sport

Interview zur Fußball-WM der Frauen: Gitta Axmann, Genderexpertin an der Deutschen Sporthochschule Köln, verweist auf den unterschiedlichen Stellenwert von Männern und Frauen im Sport.

Hier gehts zum Interview: Link

Quelle: BR Podcast/@bayern2

2019: Homophobie und Transphobie im Sport

2019: Homophobie und Transphobie im Sport

PM1926 | 16.05.2019

Über 5.500 Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und/oder intersexuelle Personen (LGBTI*) aus allen 28 EU-Ländern haben an der Online-Befragung des Instituts für Soziologie und Genderforschung der Deutschen Sporthochschule Köln im Rahmen des Erasmus+ Projekts Outsport teilgenommen. Das Alter der Teilnehmer*innen liegt zwischen 16 und 78 Jahren und im Schnitt bei 27 Jahren.

Der vollständige Bericht – der auf der Website www.out-sport.eu abgerufen werden kann – enthält ausgewählte Ergebnisse auf EU-Ebene und geht auf Unterschiede in Bezug auf die sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität sowie zwischen den fünf Projektländern Italien, Deutschland, Schottland, Ungarn und Österreich ein. Der Report bietet einen Überblick über die vielfältigen Erfahrungen von LGBTI*-Personen in verschiedenen Sportdisziplinen und -umgebungen.

„Wir sind stolz auf diese Arbeit und wir sind sicher, dass die Ergebnisse von grundlegender Bedeutung für die Politik zur Bekämpfung von Anti-LGBTI*-Einstellungen im Sport auf europäischer sowie auf nationaler Ebene sind", sagt Rosario Coco, Koordinator von Outsport.

Einige der wichtigsten Ergebnisse der Studie sind:

Fast 90% betrachten Homophobie und insbesondere Transphobie im Sport als aktuelles Problem. 20% verzichten aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und/oder Geschlechtsidentität auf die Teilnahme an einem Sport von Interesse. Dies ist am häufigsten bei Trans Personen der Fall (54%) und bezieht sich hauptsächlich auf Fußball, Tanzen, Schwimmen und Boxen. Ungefähr ein Drittel der Befragten, die im Sport aktiv sind, haben ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität gegenüber niemandem in ihrem Sportumfeld offengelegt. Dieser Prozentsatz ist in Italien (41%) und Ungarn (45%) höher. 16% der Befragten, die derzeit sportlich aktiv sind, haben in den letzten 12 Monaten mindestens eine negative persönliche Erfahrung gemacht, die mit ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität zusammenhängt. Bei Trans Personen ist dieser Anteil höher – insbesondere bei Transfrauen (46%). Von denjenigen mit negativen Erfahrungen sind verbale Beleidigungen (82%) und strukturelle Diskriminierungen (z.B. ungleiche Chancen) (75%) die häufigsten Formen homo-/ transphober Vorfälle. Verbale Drohungen (44%), E-Mobbing (40%), körperliche Grenzüberschreitungen (z.B. Schubsen) (36%) und körperliche Gewalt (20%) sind ebenfalls häufige Erfahrungen. Mehr als ein Drittel der Befragten kennt keine Organisation oder Person, an die sie sich wenden können, wenn sie im sportlichen Kontext diskriminiert werden.

Die drei Maßnahmen, die aus Sicht der Befragten am hilfreichsten bei der Bekämpfung von homo-/transphober Diskriminierung im Sport sind, sind (a) das ‚Coming Out‘ von bekannte Sportstars, (b) Anspruchsvolle Anti-Homophobie/Transphobie Kampagnen und (c) Diversity-Schulungen.

Basierend auf den Ergebnissen dieser Studie werden derzeit Sportverbände und Dachorganisationen zu ihren Strategien zur Bekämpfung von homo-/ transphober Diskriminierung im Sport befragt.

Interview mit Univ.-Prof.`in Dr. phil. Ilse Hartmann-Tews

Die Ergebnisse dieser Teilstudie werden am 8. November 2019 auf der abschließenden Outsport-Konferenz in Budapest veröffentlicht.

Institut für Soziologie und Genderforschung; Univ.-Prof.`in Dr. phil. Ilse Hartmann-Tews Tel.: +49 221 4982-3770 i.hartmannnnospam-­dshs-koeln.de

2019: Forschungspreis für Dissertation Dr. Theresa Hoppe...

2019: Forschungspreis für Dissertation Dr. Theresa Hoppe "Bewegungsmangel in Pflegeheimen"

21.01.2019 - PuK DSHS

Dr. Theresa Hoppe vom Institut für Soziologie und Genderforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln hat den dritten Platz im Wettbewerb um die wichtigste Auszeichnung der deutschen Sportwissenschaft gewonnen. Mit ihrer Dissertation „Sozialstrukturelle Rahmenbedingungen der physischen (In)Aktivität von Pflegeheimbewohner/innen“, schaffte die Forscherin den Sprung in den exklusiven Kreis von fünf Nachwuchsforscher*innen, die vorige Woche mit dem DOSB-Wissenschaftspreis ausgezeichnet wurden.

Hoppes Haupterkenntnis ist, dass Pflegekräfte die körperlichen Fähigkeiten der oftmals noch mobilen Heimbewohner*innen unterschätzen, während die Senioren sich häufig unterfordert fühlen. Die herausragende Leistung des Projektes liege darin, dass die bewegungshemmenden Faktoren in Pflegeheimen „aus der Innenperspektive der Organisation und unter Beachtung des Zusammenwirkens verschiedener Akteure“ untersucht und beschrieben wurden, heißt es in der Begründung für die Entscheidung.

Die Wissenschaftlerin bereichert mit ihrer Arbeit sowohl die sportwissenschaftliche Forschung als auch die Pflegewissenschaft, da die Dissertation Antworten auf die Frage gibt, mit welchen Maßnahmen eine körperliche Mobilisierung der pflegebedürftigen Menschen gelingen kann. Die „Sportwissenschaft ist eine Grundlage für viele Erkenntnisse, die auch in andere gesellschaftliche Bereich reichen“, erklärte Martina Münch, Brandenburgs Ministerin Wissenschaft, Forschung und Kultur, in ihrer Festrede. Hoppes Arbeit kann als beispielhaft für diese Form des Wissenstransfers gelten. 

2018: Landespreis für Sport und Wissenschaft für Dr. Bettina Rulofs

2018: Landespreis für Sport und Wissenschaft für Dr. Bettina Rulofs

11.12. PuK DSHS

In der Kategorie Sozial-, Erziehungs- und Geisteswissenschaften würdigte die Jury Dr. Bettina Rulofs vom Institut für Soziologie und Genderforschung für ihre Arbeit in den Bereichen „Gender und Diversity im Sport“ sowie „Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport“.

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