Institut für Soziologie und Genderforschung - Abteilung Gender- & Diversity Studies

Der Arbeitsbereich Gender- und Diversity Studies geht ursprünglich auf die Professur für Frauenforschung zurück, die der DSHS 1996 im Rahmen des Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW zugewiesenen wurde und durch die Leiterin des Instituts, Univ.-Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews, von Beginn an mit vielfältigen Themen ausgebaut wurde. Ausgehend von der Erkenntnis, dass Geschlecht (i.S. von gender) eine basale und die Sozialität prägende Kategorie ist, steht im Mittelpunkt der Forschungen die Frage, welche sozialen Strukturen und sozialen Prozesse geschlechtsbezogene soziale Ungleichheiten im Kontext von Sport und Bewegung hervorbringen und Mädchen/ Frauen oder Jungen/ Männer in ihren Entwicklungs- und Teilhabechancen benachteiligen. Empirisch werden diese Fragen bspw. in Untersuchungen zur medialen Repräsentation von Sportler*innen in der Sportberichterstattung und den sozialen Mechanismen der Konstruktion von Geschlechterdifferenzen bearbeitet, oder auch in wissenschaftssoziologischen Untersuchungen zum Gender Bias in der Sportmedizin. In den vergangenen Jahren haben sich unsere Forschungen zur sozialen Ungleichheit über die Perspektive Geschlecht hinaus um andere soziale Ordnungskategorien erweitert (bspw. soziale Schichtung, Lebensphase Alter/ Jugend). Dieser Entwicklung der Forschung in Richtung Diversität und Intersektionalität wird auch in der Lehre Rechnung getragen und fließt vor allem in die Ausbildung der Schlüsselqualifikation (SQ Diversity Kompetenz) ein.

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Monika Peck

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Aktuelles

2019: PM Pressestelle: Homo- und Transphobie als Problem im Sport

2019: PM Pressestelle: Homo- und Transphobie als Problem im Sport

PM1958 | 27.11.2019 - Maas

Sport in seinen vielen Facetten ist kein diskriminierungsfreier Raum. In einem Sportsystem, das geprägt ist von einer binären Geschlechterordnung und Geschlechterstereotypen, fühlen sich LGBTI*-Personen verunsichert und teilweise diskriminiert, sodass sie an der aktiven Teilnahme am Sport oftmals gehindert werden. Das EU-Projekt OUTSPORT präsentiert die Ergebnisse der Gesamtstudie mit mehr als 5.500 Befragten sowie die Handlungsempfehlungen für den organisierten Sport.

Übergeordnetes Ziel des europaweiten Verbundprojekts war es, Strategien und weiterbildende Maßnahmen zu entwickeln, um Diskriminierung und Gewalt im Sport aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität entgegenzuwirken. Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender Personen und Intersexuellen soll die Teilnahme am Sport auf allen Ebenen erleichtert werden. Dazu wurden in der ersten Studie mittels Online-Befragung mehr als 5.500 LGBTI* aus allen 28 EU-Staaten zu ihren Erfahrungen im Sport befragt. In der zweiten Studie wurden Vertreter*innen von 15 Sportverbänden, Sportbünden und Dachorganisationen aus den fünf Projektländern zu ihren Strategien zur Bekämpfung von homo-/transphober Diskriminierung im Sport interviewt.

Die überwiegende Mehrheit der Befragten empfindet Homo- und Transphobie als Problem im Sport; insbesondere in den Mannschaftssportarten ist ein homo- und transphober Sprachgebrauch weit verbreitet. Als Konsequenz daraus versteckt ein Drittel der sportlich Aktiven ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität im Rahmen ihrer Sportaktivitäten. Anlaufstellen, die man bei Problemen und negativen Erfahrungen kontaktieren könnte, kennen mehr als ein Drittel der Befragten nicht. „Die Diskriminierung von LGBTI* ist ein gesamtgesellschaftliches Problem“, so die Studienleiterin an der Deutschen Sporthochschule, Professorin Ilse Hartmann-Tews. „Daher sollte sich jede Person für die Etablierung einer wertschätzenden Kultur mitverantwortlich fühlen.“ Für den organisierten Sport empfiehlt die Studie eine offene und proaktive Haltung der Akteur*innen in Verbänden und Sportbünden zu Fragen sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. (Detaillierte Ergebnisse finden Sie online).

Am 31. Dezember endet das Verbundprojekt von fünf europäischen Projektpartnern nach dreijähriger Laufzeit. Ergebnisse werden nun auf unterschiedlichen Ebenen präsentiert und diskutiert, so u.a. bei der Abschlusskonferenz von OUTSPORT in Budapest, einer internationalen Tagung zur Situation von LGBTI* im Sport in Barcelona, dem Sportausschuss des NRW Landtags in Düsseldorf sowie der Bundesnetzwerktagung queerer Sportvereine (BuNT) in Hamburg.

Das Verbundprojekt Outsport finanziert durch die Europäische Kommission über das Förderprogramm Erasmus+, wurde in Zusammenarbeit von fünf europäischen Partnern durchgeführt:

  • Italian Association for Culture and Sport (AICS)
  • LEAP Sports Scotland
  • Wiener Institut für Internationalen Dialog und Zusammenarbeit (VIDC)
  • FRIGO Hungary
  • Deutsche Sporthochschule Köln

Verweise:

Kontakt: Ilse Hartmann-Tews i.hartmann@dshs-koeln.de

2019: PM Pressestelle: DJK-Ethik-Preis des Sports 2019 an Dr. Bettina...

2019: PM Pressestelle: DJK-Ethik-Preis des Sports 2019 an Dr. Bettina Rulofs verliehen

11.06.2019 - DJK Sportverband/PuK

(...) Die stellvertretende Leiterin des Instituts für Soziologie und Genderforschung erhielt die Auszeichnung im Rahmen eines bewegenden Festaktes am 11. Juni 2019 in der Kirche St. Johannes XXIII, im Zentrum der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) Köln. Damit würdigten das Kuratorium und der DJK-Sportverband ihr herausragendes Engagement, über sexualisierte Gewalt im Sport aufzuklären, für Gleichberechtigung im Sport einzutreten und Sportlerinnen und Sportler vor Übergriffen zu schützen.

„Sich aktiv für mehr Kinderschutz einzusetzen, gehört zur Grundorientierung des DJK-Sportverbands und vor allem auch der DJK Sportjugend. Dies sollte auch in der Gesellschaft zur Selbstverständlichkeit werden. Konkrete Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche im Sport sind essentiell wichtig und sind in unserem Verband fest verankert. Wir im DJK-Sportverband wollen weiter deutliche Signale in die Politik senden, dass der Schutz von Kindern und Jugendlichen im Sport weiter vorangetrieben wird“, betonte DJK-Präsidentin Elsbeth Beha in ihrer Rede.

„Es ist eine große Ehre für mich, dass der DJK-Sportverband mich mit diesem Preis für meine Arbeit auszeichnet. Es zeigt mir, dass der organisierte Sport die Relevanz von Themen wie Gleichberechtigung, Kinderschutz und insbesondere die Prävention von sexualisierter Gewalt anerkennt und das freut mich", sagte Dr. Bettina Rulofs bei der Preisverleihung. Die Auszeichnung gebe ihr persönlich Mut und bestätige, dass die Themen, mit denen sie sich in der Forschung beschäftige, Gehör und Akzeptanz in der Gesellschaft finden, so Rulofs. Das sei nicht immer so gewesen."

Als ich vor rund 20 Jahren anfing, mich mit gleichstellungspolitischen Fragestellungen im Sport zu befassen, gab es viele kritische Rückfragen und wenige ermunternde Rückmeldungen", erinnert sich die Wissenschaftlerin. Häufig habe sie sich die Sinnfrage gestellt und auch den Eindruck gehabt, dass ihre Forschungsthemen nur am Rande des Sports und der Sportwissenschaft wahrgenommen würden.

Beim Thema sexualisierte Gewalt im Sport seien von Vereins- und Verbandsseite oftmals "keine unterstützenden Reaktionen" gekommen. Umso mehr freut sie sich nun zu sehen, was erreicht wurde und "wie sich das gesellschaftliche Bewusstsein gewandelt hat, sexualisierter Gewalt im Sport entschieden entgegen zu treten".

(...) Link zur kompletten Mitteilung

2019: Fußball-WM der Frauen - Unterschiedlicher Stellenwert von...

2019: Fußball-WM der Frauen - Unterschiedlicher Stellenwert von Männern und Frauen im Sport

Interview zur Fußball-WM der Frauen: Gitta Axmann, Genderexpertin an der Deutschen Sporthochschule Köln, verweist auf den unterschiedlichen Stellenwert von Männern und Frauen im Sport.

Hier gehts zum Interview: Link

Quelle: BR Podcast/@bayern2

2019: Forschungspreis für Dissertation Dr. Theresa Hoppe...

2019: Forschungspreis für Dissertation Dr. Theresa Hoppe "Bewegungsmangel in Pflegeheimen"

21.01.2019 - PuK DSHS

Dr. Theresa Hoppe vom Institut für Soziologie und Genderforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln hat den dritten Platz im Wettbewerb um die wichtigste Auszeichnung der deutschen Sportwissenschaft gewonnen. Mit ihrer Dissertation „Sozialstrukturelle Rahmenbedingungen der physischen (In)Aktivität von Pflegeheimbewohner/innen“, schaffte die Forscherin den Sprung in den exklusiven Kreis von fünf Nachwuchsforscher*innen, die vorige Woche mit dem DOSB-Wissenschaftspreis ausgezeichnet wurden.

Hoppes Haupterkenntnis ist, dass Pflegekräfte die körperlichen Fähigkeiten der oftmals noch mobilen Heimbewohner*innen unterschätzen, während die Senioren sich häufig unterfordert fühlen. Die herausragende Leistung des Projektes liege darin, dass die bewegungshemmenden Faktoren in Pflegeheimen „aus der Innenperspektive der Organisation und unter Beachtung des Zusammenwirkens verschiedener Akteure“ untersucht und beschrieben wurden, heißt es in der Begründung für die Entscheidung.

Die Wissenschaftlerin bereichert mit ihrer Arbeit sowohl die sportwissenschaftliche Forschung als auch die Pflegewissenschaft, da die Dissertation Antworten auf die Frage gibt, mit welchen Maßnahmen eine körperliche Mobilisierung der pflegebedürftigen Menschen gelingen kann. Die „Sportwissenschaft ist eine Grundlage für viele Erkenntnisse, die auch in andere gesellschaftliche Bereich reichen“, erklärte Martina Münch, Brandenburgs Ministerin Wissenschaft, Forschung und Kultur, in ihrer Festrede. Hoppes Arbeit kann als beispielhaft für diese Form des Wissenstransfers gelten. 

2018: Landespreis für Sport und Wissenschaft für Dr. Bettina Rulofs

2018: Landespreis für Sport und Wissenschaft für Dr. Bettina Rulofs

11.12. PuK DSHS

In der Kategorie Sozial-, Erziehungs- und Geisteswissenschaften würdigte die Jury Dr. Bettina Rulofs vom Institut für Soziologie und Genderforschung für ihre Arbeit in den Bereichen „Gender und Diversity im Sport“ sowie „Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport“.

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