Institut für Soziologie und Genderforschung - Abteilung Gender- & Diversity Studies

Der Arbeitsbereich Gender- und Diversity Studies geht ursprünglich auf die Professur für Frauenforschung zurück, die der DSHS 1996 im Rahmen des Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW zugewiesenen wurde und durch die Leiterin des Instituts, Univ.-Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews, von Beginn an mit vielfältigen Themen ausgebaut wurde. Ausgehend von der Erkenntnis, dass Geschlecht (i.S. von gender) eine basale und die Sozialität prägende Kategorie ist, steht im Mittelpunkt der Forschungen die Frage, welche sozialen Strukturen und sozialen Prozesse geschlechtsbezogene soziale Ungleichheiten im Kontext von Sport und Bewegung hervorbringen und Mädchen/ Frauen oder Jungen/ Männer in ihren Entwicklungs- und Teilhabechancen benachteiligen. Empirisch werden diese Fragen bspw. in Untersuchungen zur medialen Repräsentation von Sportler / -innen in der Sportberichterstattung und den sozialen Mechanismen der Konstruktion von Geschlechterdifferenzen bearbeitet, oder auch in wissenschaftssoziologischen Untersuchungen zum Gender Bias in der Sportmedizin. In den vergangenen Jahren haben sich unsere Forschungen zur sozialen Ungleichheit über die Perspektive Geschlecht hinaus um andere soziale Ordnungskategorien erweitert (bspw. soziale Schichtung, Lebensphase Alter/ Jugend). Dieser Entwicklung der Forschung in Richtung Diversität und Intersektionalität wird auch in der Lehre Rechnung getragen und fließt vor allem in die Ausbildung der Schlüsselqualifikation (SQ Managing Diversity) ein.

Aktuelles

2016: Forschungsergebnisse: »Safe Sport« Sexualisierte Gewalt im Sport

2016: Forschungsergebnisse: »Safe Sport« Sexualisierte Gewalt im Sport

15.11.2016 - PuK (PM1672)

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln und des Universitätsklinikums Ulm untersuchen aktuell im For­schungsprojekt »Safe Sport« die Häufigkeiten und Formen von sexuali­sierter Gewalt im Wettkampf- und Leistungssport sowie den Umsetzungs­stand von Maßnahmen zur Prävention und Intervention in Sportverbänden und -vereinen. Bei einem Fachforum der Deutschen Sportjugend werden heute in Leipzig die ersten Ergebnisse des Projektes vor Verantwortlichen in Sportverbänden präsentiert.

Sexualisierte Gewalt kommt auch im Wettkampf- und Leistungssport vor, und zwar nicht häufiger oder seltener als in der Allgemeinbevölkerung – dies ist ein zentraler Befund des aus mehreren Teilstudien bestehenden Projektes. Rund 1.800 KaderathletInnen in Deutschland hatten sich an einer Online-Befragung beteiligt und dabei Fragen zu Erfahrungen von sexualisierter Gewalt im Sport beantwortet. Dabei liegt den Studien im Projekt »Safe Sport« ein weites Begriffsverständnis zugrunde. Es werden neben sexualisierten Gewalthandlungen mit Körperkontakt auch solche ohne Köperkontakt oder grenzverletzendes Verhalten einbezogen.

...hier gehts direkt zur Pressemitteilung als pdf

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Kontakt:

Dr. Bettina Rulofs, Institut für Soziologie und Genderforschung Deutsche Sporthochschule Köln

Dr. Marc Allroggen, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie Universitätsklinikum Ulm

2016: Aufruf zur Teilnahme! VOICES FOR TRUTH & DIGNITY – AUFARBEITUNG...

2016: Aufruf zur Teilnahme! VOICES FOR TRUTH & DIGNITY – AUFARBEITUNG VON SEXUALISIERTER GEWALT IM SPORT DURCH DIE STIMMEN DER BETROFFENEN

Das Projekt VOICE verfolgt das Ziel, sexualisierte Gewalt aufzuarbeiten und den Betroffenen im Sport eine Stimme zu geben. Sexualisierte Gewalt wurde lange Zeit tabuisiert – auch im Sport. Nun sollen die Berichte von Betroffenen gehört und aufgearbeitet werden.

Wie entsteht im Sport sexualisierte Gewalt? Welche Bedingungen und Strukturen erschweren es, sexuali-sierte Gewalt aufzudecken und welche Folgen hat sexualisierte Gewalt für die Betroffenen, Sportverbände und -vereine? Diese und weitere Fragen sollen durch das von der EU geförderte Projekt VOICE beantwortet werden, um Empfehlungen und konkrete Informationsmaterialien zu entwickeln, die europaweit zur Aufar-beitung von sexualisierter Gewalt im Sport genutzt werden können. Dafür bitten wir um die Unterstützung der Betroffenen von sexualisierter Gewalt im Sport!

Hier gehts zum Aufruf zur Teilnahme mit weiteren Informationen.

Aktueller Flyer

Homepage: http://voicesfortruthanddignity.eu/de/

2016: Pressemitteilung: Jahrestagung der dvs-Sektion Sportsoziologie...

2016: Pressemitteilung: Jahrestagung der dvs-Sektion Sportsoziologie und dvs-Kommission Geschlechterforschung in Köln

An der Deutschen Sporthochschule Köln fand vom 20. bis 22. September 2016 die Jahrestagung der dvs-Sektion Sportsoziologie und der dvs-Kommission Geschlechterforschung statt. Ausgerichtet wurde diese vom Institut für Soziologie und Genderforschung unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Hartmann-Tews. Vorab wurde ein gemeinsamer Nachwuchsworkshop (19.-20. September) der Sektionen/Kommissionen Sportsoziologie, Geschlechterforschung, Sportphilosophie und Sportgeschichte durchgeführt.

Die Tagung griff das Thema "Soziale Ungleichheit" auf und arbeitete Gemeinsamkeiten sowie Differenzen unterschiedlicher Theoriekonzepte aus der Ungleichheits- und Diversitätsforschung auf. Aus einer transdisziplinären Perspektive lag der Fokus auf dem Transfer der Erkenntnisse in den Breiten- und (Hoch)Leistungssport sowie der Ableitung von praktischen Implikationen. Insgesamt nahmen ungefähr 100 Teilnehmer/innen von Universitäten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie verschiedenen Praxispartnern, wie z. B. dem DOSB oder dem LSB Niedersachsen, teil. Nachdem Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews, Leiterin des Instituts für Soziologie und Genderforschung sowie Prof. Dr. Dr. Stefan Schneider, Prorektor für Außenbeziehungen & Wissensmanagement der Deutschen Sporthochschule Köln, die Teilnehmer/innen begrüßt hatten, fand ein abwechslungsreiches Programm mit 34 Vorträgen inklusive Poster-Session in 13 Arbeitskreisen, den zwei Mitgliederversammlungen der dvs-Kommission Geschlechterforschung und der dvs-Sektion Sportsoziologie sowie zwei Hauptvorträgen und einer abschließenden Podiumsdiskussion statt. Prof. Dr. Nina Degele erläuterte in ihrem Hauptvortrag zum Thema „Intersektionalität zwischen Persistenz und Bewegung: Sexismus, Rassismus und Homophobie im Fußball“ am Beispiel der massenmedialen und gruppenspezifischen Thematisierungen von Fußball Komplementaritäten, Verschränkungen und Verschiebungen zwischen Ungleichheitsdimensionen wie auch den Ebenen, auf denen sie manifestiert werden. Im zweiten Hauptvortrag „Boateng und die Kinderschokolade. Diversity zwischen Diskriminierung und Management“ von Prof. Dr. Elisabeth Tuider ging es um unterschiedliche Perspektiven von Diversity in den entsprechenden Entstehungs- und Handlungskontexten. Dies hatte zum Ziel, auch das eigene Forschungs- und Organisationshandeln zu reflektieren. Abschließend fand eine Podiumsdiskussion mit den beiden Hauptreferentinnen sowie Prof. Dr. Michael Mutz und Prof. Dr. Heiko Meier unter der Moderationsleitung von Dr. Bettina Rulofs statt. Mit Blick auf die (jeweiligen) Potenziale und Herausforderungen für den Sport wurden die Konzepte „Soziale Ungleichheit und Diversität“ und die Debatten zu Intersektionalität/Interdependenz resümierend diskutiert.

Text: Theresa Hoppe; Foto: Teresa Odipo

2016: Fachtagung, Respekt vor Grenzen – geschützt im Sport!

2016: Fachtagung, Respekt vor Grenzen – geschützt im Sport!

Unter dem Motto „Respekt vor Grenzen – geschützt im Sport!“ fand am Samstag, 09. April 2016, die Kölner Fachtagung zur Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt statt. Rund 70 Teilnehmer/-innen aus Sportvereinen und -verbänden, Jugendämtern und Beratungsstellen nahmen an der Veranstaltung teil, die vom Institut für Soziologie & Genderforschung der Deutschen Sporthochschule Köln gemeinsam mit dem Arbeitskreis „Wir zeigen die Rote Karte gegen sexualisierte Gewalt im Sport“ ausgerichtet wurde.

Im ersten Teil der Fachtagung, der durch Univ.-Prof. Dr. Mario Thevis, Prorektor der Sporthochschule, und Dr. Agnes Klein, Dezernentin für Bildung, Jugend und Sport der Stadt Köln, eingeläutet wurde, standen Fachvorträge im Fokus. Zusammen mit Dr. Birgit Palzkill, der Autorin der ersten Pilotstudie zu sexualisierter Gewalt im Sport, referierte Dr. Bettina Rulofs, akademische Oberrätin im Institut für Soziologie & Genderforschung, über den aktuellen Forschungsstand zur Thematik und machte im Zuge dessen auf die Forschungslücken im Bereich der Sportwissenschaft aufmerksam. Diese Lücken versuchen die beiden aktuellen Forschungsprojekte „VOICE“ und »Safe Sport«, die im Institut für Soziologie & Genderforschung angesiedelt sind, zu schließen.

Dass „Paragraphenreiten“ keineswegs trocken ist, zeigte Dr. Stephan Osnabrügge, Rechtsanwalt und Vorsitzender der Kommission „Gesellschaftliche Verantwortung“ im Deutschen Fußball Bund. Lebhaft und praxisorientiert beleuchtete er das Thema sexualisierte Gewalt aus rechtlicher Sicht. Dabei zeigte er auch auf, dass die aktuelle Gesetzeslage zum Umgang mit Kinderschutz und sexualisierter Gewalt für den Sport noch Verbesserungsbedarf aufweist und ermutigte das Auditorium mit der Aufforderung, den Kinderschutz trotz aller rechtlichen Grauzonen prioritär zu behandeln.

Ihre Eindrücke und neuen Erkenntnisse konnten die Teilnehmenden in den sich daran anschließenden Workshops diskutieren. Hierbei stieß v.a. die Diskussion von Fallbeispielen auf großes Interesse. Last but not least sorgte das Präventionstheaterstück „Anne, Tore – sind wir stark!“, das einen kinder- und jugendgerechten Zugang zum Thema bietet, für einen interaktiven Abschluss der gelungenen Veranstaltung.

Fabienne Bartsch

2015: 2. Platz für das Lehrteam des Seminars "SQ2 Managing Diversity"
Die Lehrpreisträger 2015 der Deutschen Sporthochschule Köln
Die Lehrpreisträger 2015 der Deutschen Sporthochschule Köln

2015 - PuK

Verleihung der Lehrpreise der Deutschen Sporthochschule Köln 

"Mit den Lehrpreisen würdigt die Deutsche Sporthochschule Köln herausragende Lehr- und Lernkonzepte in verschiedenen Kategorien", erklärte der Prorektor für Studium und Lehre, Univ.-Prof. Dr. Jens Kleinert. .

Das Lehrteam, bestehend aus Gitta Axmann, Diana Emberger, Anno Kluß, Dr. Babett Lobinger, Dr. Bettina Rulofs, Meike Schröer belegten in der Kategorie "Seminare" den 2. Platz mit ihrem Konzept für das Seminar "SQ2 - Managing Diversity".

Das Konzept aus dem Institut für Soziologie und Genderforschung  finden Sie hier:  "SQ2 Managing Diversity Konzept"

Hier geht's zur Pressemitteilung der DSHS 

2015: SpoHo-Studierende für Kreativität belohnt

2015: SpoHo-Studierende für Kreativität belohnt

Die Preisträger Moritz Mücke (v.l.) und Annika Schmidt mit ihren Dozentinnen Diana Emberger und Birgit Braumüller.
Die Preisträger Moritz Mücke (v.l.) und Annika Schmidt mit ihren Dozentinnen Diana Emberger und Birgit Braumüller.

2015 - Puk Preisträger/-innen beim Kreativ-Wettbewerb Pressestelle DSHS Katharina Schad

Die Idee von neun Studierenden der Deutschen Sporthochschule Köln ist beim Kreativ-Wettbewerb des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) von einer Fachjury auf den zweiten Platz gewählt und dafür mit 1500 Euro belohnt worden.

Moritz Mücke, Jan Peters, Viola Torliene, Philipp Reichhardt, Annika Schmidt, Frederick Klein, Daniel Fredel, Simon Cremer und  Johannes Röhrscheid überzeugten die Jury-Vertreter mit ihrem Projekt „Beat the pro – challenge yourself“. Dabei handelt es sich um eine Veranstaltung mit Event-Charakter, bei der – in Anlehnung an Contest-Fernsehformate wie „Schlag den Raab“ – ein Amateur gegen einen Profi antreten soll. Um vor allem die Zielgruppe der 18 bis 30-Jährigen für das Deutsche Sportabzeichen zu begeistern, sollen Werbespots sowohl in Social-Media-Kanälen als auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen verbreitet werden. „Das Sportabzeichen soll motivierender und cooler werden. Das zeichnet auch alle Preisträger aus, weil sich ihre Konzepte auf die Stärken der neuen Informationskanäle wie Facebook, Twitter und andere konzentrieren, dabei die bewährten Kommunikationstechniken aber nicht außer Acht lassen“, begründete Andreas Klages, der stellvertretende Direktor des Ressorts Sportentwicklung im DOSB, die Entscheidung. Den ersten Platz erreichte die Business School Iserlohn.

„Es freut mich besonders, dass diese Projektarbeit im Rahmen eines BAS-2-Seminars entstanden ist. Dort haben die Studierenden mit hoher Selbstständigkeit und Eigenverantwortung verschiedene Marketingkonzepte erarbeitet und konnten diese freiwillig einreichen“, war Birgit Braumüller, die Leiterin des BAS-2-Moduls an der Deutschen Sporthochschule Köln, vom Engagement ihrer Studenten begeistert. Auch Dozentin Diana Emberger reagierte mit Stolz auf die prämierte Leistung ihrer Seminar-Teilnehmer/-innen: „Herzliche Gratulation an die Studierenden. Darüber hinaus bedanke ich mich bei unserem Marketingleiter Sebastian Plingen sowie Gitta Axmann für ihre tatkräftige Unterstützung!“

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte den Ideenwettbewerb für Studierende deutscher Hochschulen in Zusammenarbeit mit der Zeppelin-Universität Friedrichshafen und der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) ausgeschrieben, um das Deutsche Sportabzeichen zukünftig wieder attraktiver zu machen. In den vergangenen Jahren war es zu einem Rückgang der Teilnehmerzahlen gekommen.