Eulenstunde

Die Eulenstunde dient dazu eine zielgerichtete Bewegungsdiagnostik (Eingangsdiagnostik oder Lernprozessdiagnostik) im Schwimmunterricht vorzunehmen. Dazu wird das Beobachtungsverfahren zur Bewegungsdiagnostik im Schwimmen(lernen) Eulenblick genutzt.

In der Regel bleibt es den Schüler*innen nicht verborgen, dass sie in dieser Stunde besonders beobachtet werden, da auch eine Dokumentation vorgenommen wird. Entsprechend sollten die Schüler*innen über den Ablauf sowie den Sinn und Zweck der Eulenstunde informiert werden. Bei jüngeren Schüler*innen kann für den Einstieg folgende „Geschichte“ genutzt werden:

 

Eulen können fliegen und sehr gut sehen, sogar im Dunkeln. Aber sie können nicht schwimmen. Und sie können es auch nicht lernen, denn ihre Federn sind nicht wasserdicht und ihre Eulenkrallen sind nicht geeignet, um Antrieb zu erzeugen.

Menschen können im Dunkeln nicht besonders gut sehen, wir können nicht fliegen und normalerweise können wir nicht einfach so losschwimmen. Aber im Gegensatz zur Eule können wir Schwimmen lernen. Dazu müssen wir verstehen, wie wir uns im Wasser verhalten müssen, um z.B. an der Wasseroberfläche zu bleiben oder tief abzutauchen oder schnell ans gegenüberliegende Ufer zu schwimmen.

Und weil die Eule nicht schwimmen lernen, dafür aber ganz besonders gut sehen kann, wird sie heute einmal genau hinschauen, was ihr denn schon so könnt und was ihr noch lernen solltet, damit ihr zu guten Schwimmer*innen werdet…

Für den Kurztest, der beim Eulenblick zur Erstanalyse genutzt wird, müssen die Schüler*innen vollständig untertauchen (Taucher*in) und sich als Seestern ins Wasser legen können. Je nach Lerngruppe können diese beiden Aufgaben nach einem kurzen Einstieg einfach einzeln abgeprüft werden. Es ist allerdings genauso zulässig, die Überprüfung in ein Spiel einzubinden, einen kleinen Stationsbetrieb aufzubauen, der beide Aufgabenstellungen beinhaltet oder die Lernenden Stück für Stück zu den beiden Kernaufgaben zu leiten.

Eine solche Eulenstunde könnte beispielsweise wie folgt ablaufen:

Alle Lernenden…

  • steigen ins Wasser hinein und „benetzen“ ihren Körper mit Wasser.
  • laufen durch’s Wasser und berühren zügig alle vier Beckenränder (bzw. Grenzen der zugewiesenen Wasserfläche) bevor sie sich dann wieder am Ausgangspunkt auf den Rand (bzw. die Treppe) setzen.
  • laufen kreuz und quer durch’s Wasser und „schlagen mit den Flügeln“, um Spritzer zu erzeugen.
  • formen mit ihren Armen eine „Waschschüssel“ vor dem Körper und tauchen das Gesicht hinein bzw. je nach Können nur Kinn, Mund, Nase. Dabei kann schon ins Wasser „geblubbert“ werden, falls möglich.
  • tauchen an der Hand eines*r anderen Lernenden (oder Lehrkraft) vollständig unter Wasser (Testaufgabe Taucher*in).
  • tauchen ohne Handfassung vollständig unter.
  • lösen mit Handfassung am Beckenrand die Füße vom Boden und hangeln am Beckenrand entlang.
  • legen mit Handfassung am Beckenrand das Gesicht ins Wasser, lösen die Füße vom Boden und strecken diese nach hinten weg (ggf. Handfassung lösen).
  • legen mit Handfassung eines*r anderen Lernenden (oder der Lehrkraft) das Gesicht ins Wasser, lösen die Füße vom Boden lösen und bleiben als Seestern etwa fünf Sekunden ruhig liegen.
  • bringen sich selbstständig aus dem Stehen in die Seesternposition in Bauchlage und bleiben dort etwa fünf Sekunden ruhig liegen bleiben (Testaufgabe Seestern).