Institut für Soziologie und Genderforschung - Abteilung Sportsoziologie

In dem Arbeitsbereich Sportsoziologie rücken auf verschiedenen Ebenen Fragen des Zusammenhanges von Sport und Gesellschaft ins Zentrum des Interesses. Sie werden mit der analytischen Perspektive der wechselseitigen Konstitution von sozialen Strukturen und sozialem Handelns theoretisch entwickelt und empirisch bearbeitet. Ein Interesse richtet sich hierbei auf die Entwicklung von Sportwissenschaft als Beruf. Hierzu hat das Institut seit den 1980er Jahren regelmäßig Befragungen von Absolvent*innen durchgeführt und - in Kooperation mit dem Institut für Sportökonomie und -management auch Arbeitsmarktanalysen unternommen. In den vergangenen Jahren haben sich mit Blick auf soziale Ungleichheiten zwei weitere Forschungsschwerpunkte entwickelt. In dem ersten Schwerpunkt wird die Frage verfolgt, welche Relevanz Alter(n), Geschlecht sowie soziale Schichtung im Kontext von Sport und Bewegung haben. Dabei wird nicht nur das Handeln und die Deutungsmuster der Individuen in den Blick genommen, sondern auch das von Organisationen und anderen Akteuren (u.a. Sportvereine, Fitness-Studios, Medien, Krankenkassen). Der zweite Forschungsschwerpunkt fokussiert die Prävalenz, Ursachen und strukturellen Rahmenbedingungen von sexualisierter Gewalt im Sport. Auch hier werden verschiedene Akteure einbezogen (u.a. Vereine, Verbände, Sportler*innen, Präventionsbeauftragte) und deren Deutungsmuster, Erfahrungen sowie (präventives) Handeln in den Blick genommen.

Aktuelles

2019: Forschungspreis für Dissertation Dr. Theresa Hoppe...

2019: Forschungspreis für Dissertation Dr. Theresa Hoppe "Bewegungsmangel in Pflegeheimen"

21.01.2019 - PuK DSHS

Dr. Theresa Hoppe vom Institut für Soziologie und Genderforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln hat den dritten Platz im Wettbewerb um die wichtigste Auszeichnung der deutschen Sportwissenschaft gewonnen. Mit ihrer Dissertation „Sozialstrukturelle Rahmenbedingungen der physischen (In)Aktivität von Pflegeheimbewohner/innen“, schaffte die Forscherin den Sprung in den exklusiven Kreis von fünf Nachwuchsforscher*innen, die vorige Woche mit dem DOSB-Wissenschaftspreis ausgezeichnet wurden.

Hoppes Haupterkenntnis ist, dass Pflegekräfte die körperlichen Fähigkeiten der oftmals noch mobilen Heimbewohner*innen unterschätzen, während die Senioren sich häufig unterfordert fühlen. Die herausragende Leistung des Projektes liege darin, dass die bewegungshemmenden Faktoren in Pflegeheimen „aus der Innenperspektive der Organisation und unter Beachtung des Zusammenwirkens verschiedener Akteure“ untersucht und beschrieben wurden, heißt es in der Begründung für die Entscheidung.

Die Wissenschaftlerin bereichert mit ihrer Arbeit sowohl die sportwissenschaftliche Forschung als auch die Pflegewissenschaft, da die Dissertation Antworten auf die Frage gibt, mit welchen Maßnahmen eine körperliche Mobilisierung der pflegebedürftigen Menschen gelingen kann. Die „Sportwissenschaft ist eine Grundlage für viele Erkenntnisse, die auch in andere gesellschaftliche Bereich reichen“, erklärte Martina Münch, Brandenburgs Ministerin Wissenschaft, Forschung und Kultur, in ihrer Festrede. Hoppes Arbeit kann als beispielhaft für diese Form des Wissenstransfers gelten. 

2018: Landespreis für Sport und Wissenschaft für Dr. Bettina Rulofs

2018: Landespreis für Sport und Wissenschaft für Dr. Bettina Rulofs

11.12. PuK DSHS

In der Kategorie Sozial-, Erziehungs- und Geisteswissenschaften würdigte die Jury Dr. Bettina Rulofs vom Institut für Soziologie und Genderforschung für ihre Arbeit in den Bereichen „Gender und Diversity im Sport“ sowie „Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport“.

Zur Pressemitteilung

2018: Outsport - Homophobie im Sport? Ja!

PM1860 | 08.11.2018 DSHS/ Pressestelle

Outsport ist das erste europäische Projekt zur Bekämpfung von Diskriminierung im Sport aufgrund der sexuellen Orientierung und/oder Geschlechtsidentität. Im Rahmen der Outsport-Konferenz in Glasgow hat das Forschungsteam des Instituts für Soziologie und Genderforschung der Deutschen Sporthochschule Köln – unter der Leitung von Professorin Ilse Hartmann-Tews – erste Ergebnisse der EU-weiten online Befragung zu den Erfahrungen von LGBTI+ im Sport präsentiert.

Neun von zehn Befragten sind der Ansicht, dass es im Sport ein Problem mit Homophobie und Transphobie gibt. 12% derjenigen, die in den letzten zwölf Monaten sportlich aktiv waren, berichten in Bezug auf ihre Hauptsportart von negativen Erfahrungen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Geschlechtsidentität. Dieser Anteil ist unter den Transfrauen (männlich zu weiblich) mit 31% am höchsten. Die häufigsten negativen Erfahrungen beziehen sich auf homophobe und transphobe Verunglimpfungen (82%) sowie Diskriminierungen (75%), wie zum Beipsiel ungleiche Chancen.

Alarmierend ist auch die Häufigkeit, mit der physische Formen von Gewalt (20%) und physische Grenzüberschreitungen (36%) auftreten. Mehr als 100 Vertreterinnen und Vertreter von Sportorganisationen, der Presse und LGBTI+-Community informierten sich über die Studie, an der mehr als 5.500 LGBTI+-Personen aus allen 28 EU-Staaten teilgenommen haben. Das Alter der BefragungsteilnehmerInnen liegt zwischen 16 und 78 Jahren und beträgt im Durchschnitt 27 Jahre – mit einer sehr hohen Beteiligung von unter 25-Jährigen. Der umfangreiche Datensatz, der auch Auskunft über die Sporterfahrungen von aktuell nicht mehr sportaktiven LGBTI+-Personen gibt, wird derzeit weiter ausgewertet.

Ein ausführlicher Ergebnisbericht wird Anfang des nächsten Jahres unter www.out-sport.eu veröffentlicht. Outsport wird über das Förderprogramm Erasmus+ durch die Europäische Kommission finanziert. Das Verbundprojekt wird in Zusammenarbeit von fünf europäischen Partnern durchgeführt: Italian Association for Culture and Sport (AICS), LEAP Sports Scotland, Wiener Institut für Internationalen Dialog und Zusammenarbeit (VIDC), FRIGO Hungary, Deutsche Sporthochschule Köln (DSHS Köln).

Kontakt: Institut für Soziologie und Genderforschung: Univ.-Prof.`in Dr. phil. Ilse Hartmann-Tews Tel.: +49 221 4982-3770 i.hartmann@dshs-koeln.de