Dissertationen und Habilitationen

Laufende Dissertationsprojekte

Tobias Arenz: Recht und Sport der Moderne. Zu den Möglichkeiten...

Tobias Arenz: Recht und Sport der Moderne. Zu den Möglichkeiten gesellschaftlichen Wandels

Dieses Dissertationsprojekt setzt sich zum Ziel, die inhaltlichen Grundannahmen der Gesellschaftstheorie Mediale Moderne (Schürmann) durch einen Vergleich mit der Systemtheorie und der Kritischen Theorie zu schärfen sowie der praktischen Relevanz ihrer abstrakten Übersetzungsmatrix im Kontext interdisziplinärer Diskurse über die Veränderbarkeit der Moderne nachzugehen. Veränderbarkeit ist keine Eigenschaft eines (irgendwie zu fassenden) »Objekts Gesellschaft«, sondern Ausdruck einer Analyseperspektive, die mit der (vormodernen) Annahme vorgegebener Ordnungen gebrochen hat. Die Moderne ist dann ein Ort der „hegemonialen Kämpfe“ (Marchart), welche um die Bestimmung ihres Grundcharakters geführt werden und in ihren feldspezifischen Formen zu untersuchen sind. Im Zentrum der Arbeit steht dabei die Analyse soziologischer und philosophischer Auseinandersetzungen um die Möglichkeit eines anderen Rechts, welches als normative Ordnung ein besonders geeigneter Gegenstand für die Beobachtung der Verschiebung einer gesamtgesellschaftlichen Grundnorm ist. Daneben soll mit der Herausbildung der Neuen Bewegungskulturen ein soziales Phänomen gesellschaftstheoretisch reflektiert werden, das den Wandel der Moderne im einem sozialen Raum anzeigt, der sich geradezu normbefreit aus seinen performativen Praktiken zu konstituieren scheint. Die Frage ist dann, ob die Veränderungen im »Sport« analog zum „Kampf ums Recht“ (Menke 2013) als ein Schauplatz zu verstehen sind, für den agonale Macht- und Herrschaftsverhältnisse konstitutiv sind und somit die Rede vom „Sport als Selbstzweck“ als eine zynische Tautologie entlarvt werden muss.

Marcel Scharf: Dopingkontrollen mit System: Zum Verhältnis von...

Marcel Scharf: Dopingkontrollen mit System: Zum Verhältnis von Funktion und Nebeneffekten des Anti-Doping Administration and Managementsystems (ADAMS) auf die Privatsphäre von Athleten

Das vorliegende Promotionsprojekt von Marcel Scharf (Deutsche Sporthochschule Köln, Erstbetreuer: Univ.-Prof. Dr. Swen Körner) ist Teil einer größer angelegten Untersuchung zum ADAMS, welches in Kooperation mit Nils Zurawski (Uni Hamburg) durchgeführt und von der Athletenkommission (Deutscher Olympischer Sport Bund) sowie dem Institut für Biochemie (Deutsche Sporthochschule Köln) begleitet wird.

Ziel des Promotionsprojekts:

Als Teil des nationalen und internationalen Dopingkontrollsystems verfolgt das Anti-Doping Administration and Managementsystem (ADAMS) das Ziel, die Integrität des Sports aufrechtzuerhalten und die Sportler vor dem Ge- und Missbrauch verbotener Substanzen oder Methoden zu schützen. Wissenschaftlich ungeklärt sind bislang die Folgen dieser Maßnahme auf der Ebene persönlicher Freiheits- und Privatheits-ansprüche. Welchen Einfluss ADAMS auf die Athleten nimmt, wissen lediglich sie selbst. Daher ist es Ziel dieser Arbeit, die Erwartungen von Spitzenathleten im deutschen Sportsystem und deren Einstellung gegenüber dem ADAMS sowohl qualitativ als auch quantitativ, mittels offenem Interview und Fragebogen, zu erheben und darzulegen. Hierbei werden Themenfelder wie Datenschutz, Schutz der Privat-sphäre und das Recht auf Freiheit ausführlich und aus subjektiver Sichtweise der Athleten untersucht. Parallel soll die Genese des ADAMS aus politischer, rechtlich-er, ethischer, medialer und öffentlicher Perspektive und dessen Legitimation dargestellt werden. Dazu zählt unter anderem, in welchem Kontext ein solches Syst-em und die verantwortlichen Organisationen, wie die NADA und WADA, entstanden sind und sich ein Kontrollsystem wie das ADAMS entwickeln konnte.

Mit der sachlichen Auseinandersetzung in dieser Arbeit können schließlich sowohl dem ADAMS als auch der Dopingprävention wichtige Informationen geliefert werden. Diese sollen dazu dienen, neue Denkweisen zu eröffnen, die aus Sicht der Athleten bestehenden Probleme zu berücksichtigen und um neue Modelle in der Doping-bekämpfung und -prävention zu entwickeln.

 

Gregor Grajczak: Talent im Bildungsgang – NRW-Sportschulen aus Sicht...

Gregor Grajczak: Talent im Bildungsgang – NRW-Sportschulen aus Sicht von Schülern und Eltern

Viele junge Athleten  opfern dem Sport einen großen Teil ihrer Zeit, mit dem Ziel sportliche Erfolge zu erzielen. Zugleich werden von ihnen gute Leistungen in der Schule erwartet. Daraus ergibt sich für die Athleten eine Doppelbelastung, die nicht leicht zu bewältigen ist. Nicht selten wird die Schule zu Gunsten des Sports vernachlässigt oder die sportlichen Leistungen leiden unter den schulischen Anfordernissen. Eine Aufgabe der NRW-Sportschulen ist es, Schule und Sport aufeinander abzustimmen und somit die Belastung für die Athleten zu mildern.

Im Rahmen des Dissertationsprojektes „Talent im Bildungsgang – NRW-Sportschulen aus Sicht von Schülern und Eltern“ wird der Frage nachgegangen, ob die NRW-Sportschulen dieser Aufgabe aus Sicht von Schülern und Eltern gerecht werden. Zu diesem Zweck wurden je fünf Sportschüler des Tannenbusch-Gymnasiums Bonn sowie der Friedrich-Albert-Lange-Schule in Solingen ausgewählt. Mithilfe von Leitfadeninterviews werden sowohl die Sportschüler als auch ihre Eltern befragt. Die Interviews sollen zeigen, welche Maßnahmen seitens der Schulen unternommen werden, um Sport und Schule zu vereinbaren, und wie diese Maßnahmen von den Schülern und Eltern bewertet werden. Es wird zudem gefragt, welche schulischen und sportlichen Ziele die Schüler haben, und ob die Schulen ihnen dabei helfen, diese Ziele zu erreichen. Ein weiterer Schwerpunkt der Interviews liegt auf dem Talentverständnis der Befragten. Die Interviewpartner treffen zudem Aussagen darüber, ob die Schule Werte vermittelt und Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler hat.

Das Projekt soll zeigen, was an den Schulen gut funktioniert und an welchen Stellen Verbesserungsbedarf besteht. Die Ergebnisse können wertvolle Erkenntnisse für die Schulen in Bonn und Solingen aber auch für andere Sportschulen liefern.

 

 

Benjamin Bonn: Pädagogische Dimensionen von Self-Tracking aus...

Benjamin Bonn: Pädagogische Dimensionen von Self-Tracking aus netzwerktheoretischer Perspektive

Getreu dem Motto “self knowledge through numbers“ (quantifiedself.com) soll beim Selftracking die Erhebung zumeist zahlenbasierter Daten Wissen über den eigenen Körper, das eigene Verhalten, die eigene Stimmung etc. produzieren. Mit diesem Wissen wiederum wird die Möglichkeit angestrebt, das Selbst zu entdecken, zu verstehen und positiv zu gestalten. Dabei wird Self-Tracking in unterschiedlichen Settings (z. B. Freizeit, Sport, Schule) genutzt. Höher, schneller, weiter ist hier womöglich besser geschlafen, mehr bewegt, gesünder gegessen, im Horizont des stets möglichen Besseren. Vorliegendes Forschungsvorhaben macht dieses Thema vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Bedingungen nun zum Ankerpunkt (sport-)pädagogischer Fragestellungen und untersucht im Wesentlichen, ob und wie pädagogische Prozesse im Rahmen von Selftracking stattfinden. Aspekte wie die Aneignung von Wissen über den eigenen Körper, Verhaltensaufforderungen durch Self-Tracking-Geräte oder die anschließende Verhaltensänderung auf Grundlage dieses Wissens bzw. dieser Aufforderung deuten pädagogisch strukturierte Prozesse an und zeigen an, dass diese auch außerhalb pädagogischer Organisationen wie Schule stattfinden (können). Auf theoretischer Ebene rahmt eine auf pädagogische Prozesse/Kommunikation ausgerichtete sozialwissenschaftliche Netzwerktheorie das hermeneutische Vorhaben. Diese theoretische Analyse wird darüber hinaus ergänzt um mittels qualitativer Sozialforschung (u. a. leitfadengestützte Interviews) erhobener empirischer Ergebnisse. Im Ergebnis stellt das Forschungsvorhaben einen spezifischen wissenschaftlichen Ertrag zum Thema Self-Tracking in Aussicht und greift darüber weitere Themencluster, wie Bildung und digitale Medien, Quantifikation, Pädagogisierung etc. auf.

 

 

 

   

Abgeschlossene Dissertationen

Jahr/                Promovend/in

Titel          

 

Gutachter 

2018

Bachmann, P.

Entwicklung, Implementierung und Evaluation eines motivationstheoretisch fundierten Interventionsprogramms zur Optimierung der Wettkampfstabilität im Tischtennishochleistungssport  

Prof. Dr. Dr. h.c.  Meinberg

Prof. Dr. Frei 

2017

Jaitner, D. 

Sportvereine als "Schulen der Demokratie"? - Eine pragmatistische Perspektive 

Prof. Dr. Körner

Prof. Dr. Dr. h.c.  Meinberg 

2016

Wolff, D.

 Soziale Ordnung im Sportunterricht. Eine Praxeogrpahie 

Prof. Dr. Körner

Prof. Dr. Frei 

2015

Johnen, S.

Entwicklung von Leitung und Erfolg im Sport der medialen Moderne – Ein Vergleich mit den Prinzipien der Ökonomie

Prof. Dr. Schürmann

Prof. Dr. Körner

2014

Steinhoff, M.

Formen pädagogischer Kommunikation im Sportunterricht. Fallanalysen an  einer Schule mit leistungsportlichem Profil

Prof. Dr. Körner

Prof. Dr. Frei

2013

Temme, D.

Menschliche Bewegung als Tätigkeit – Zur Irritation fragloser Gewissheit

Prof. Dr. Schürmann

Prof. Dr. Loosch

2012

Scheel, K.

Modelle und Praxiskonzepte der Physiotheraphie - Eine Verortung innerhalb von Anthropologie und Ehtik

Prof. Dr. Dr. h.c. Meinberg

Prof. Dr. Kolb

2011

Bittner, U.

Die liebende Person. Eine kritische Erörterung von Harry G. Frankfurts Philosophie der Liebe im Ausgang an seine Theorie personaler Autonomie

Prof. Dr. Körner

Prof. Dr. Dr. h.c. Gerhardt

2011

Steinmann, A.

Dopingprävention bei Jugendlichen. Konzeption, Durchführung und Evaluation einer Primärprävention für die Sekundarstufe I Kölner Realschulen und Gymnasien

Prof. Dr. Dr. h.c. Meinberg

Prof. Dr. Klein

2009

Wilke, M.

Das Ende der Fairness - Ethische Werte aus dem Sport im Spiegel der Gesellschaft

Prof. Dr. Dr. h.c. Meinberg

Prof. Dr. Court

2008

Bo Liu

Zeitgenössische deutsche und chinesische Sportpädagogik im Vergleich: Ausgewählte Beispiele.

Prof. Dr. Dr. h.c.  Meinberg

Prof. Dr. Dr. Tokarski

2008

Nebelung, T.

Sport als Ästhetisches Erlebnis.

Prof. Dr. Dr. h.c.  Meinberg

Prof. Dr. Kolb

2007

Müller, A.

Sterben, Tod und Unsterblichkeit im Sport. Eine existenzphilosophische Deutung.

Prof. Dr. Dr. h.c. Meinberg

Prof. Dr. Court

2006

Schenk, St.

Mitmenschlichkeit und Sport: Ethische Überlegung zum Programm der DEUTSCHEN LEBENS-RETTUNGS-GESELLSCHAFT.

Prof. Dr. Dr. h.c.  Meinberg

Prof. Dr. Lenk

2005

Haug, T.

Doping - Das Dopingdilemma im Leistungssport. Rechtliche Gesichtspunkte unter besonderer Berücksichtigung sportlicher Argumente

Prof. Dr. Dr. h.c. Meinberg

Prof. Dr. Reschke

2005

Severin, S

Doping, Drogen und Medikamente: Deviantes Verhalten bei Kindern und Jugendlichen (im Leistungssport).

Prof. Dr. Dr. h.c.  Meinberg

Prof. Dr. Bette

2005

Funk, A.

Bildung und Lernen im Umbruch. Die Darstellung und Evaluation notwendiger Anpassungsprozesse lernender Organisationen an eine globale Infrastruktur: Schule und Verein

Prof. Dr. Dr. h.c. Meinberg

Prof. Dr. Bilstein

Abgeschlossene Habilitationen (seit 2005)

Jahr     

Titel

Habilitant/in

2011

Sportphilosophie in der Schule- Zur didaktischen Transformation sportphilosophischer Themen für den Unterricht der Fächer Philosophie, praktische Philosophie und Sport.

Dr. Michael Segets

2007

Kommunikative  Sportpädagogik: Daten- Merkmale-Perspektiven

Dr. Peter Frei

2006

Playgrounds und Spielplätze – Die Playground-Bewegung in den Vereinigten Staaten von Amerika und die deutsche Spielerziehung und Spielplatzpolitik

Dr. Stephan Wassong

2005

Pädagogische Professionalität und stellvertretende Problembearbeitung- ausgelegt durch Beispiele aus Schulsport und Sportstudium

Dr. Ilka Lusebrink