Themen für Abschlussarbeiten

Pädagogik

Zu den nachstehenden Themenfeldern finden sie konkrete Themenvorschläge für Bachelor-, Master- oder Staatsexamensarbeiten:

Trainer und Sportphysiotherapeuten im Spitzensport

Trainer und Sportphysiotherapeuten im Spitzensport

Hintergründe: Trainer und Sportphysiotherapeuten arbeiten gemeinsam am sportlichen Erfolg ihrer Athleten. Die Grenzen ihrer Handlungsbereiche sind dabei fließend. Wo genau verlaufen diese Grenzen? Gibt es eine Hierarchie in der Interaktion? Wenn ja, worauf begründet sich diese?

Durchführung: Die Auseinandersetzung mit diesem Thema lässt viele Möglichkeiten der Bearbeitung/Herangehensweise zu. Grundlegend ist zunächst allerdings notwendig, eine theoretische Verortung der beiden Akteure im Spitzensport vorzunehmen. Darüber hinaus können (aber müssen nicht) Daten generiert werden, indem zum Beispiel Interviews geführt und theoriegeleitet ausgewertet werden. Die gewählte Methode der Bearbeitung steht in Abhängigkeit zum eigenen Interesse und der daraus entwickelten leitenden Fragestellung.

Ansprechpartnerin: Dr. Annika Steinmann, Institut für Pädagogik und Philosophie, Abteilung Pädagogik, HG, Raum 506, A.Steinmann@dshs-koeln.de

Verbreitung von Supplements unter Spoho-Studierenden

Verbreitung von Supplements unter Spoho-Studierenden

Die BA-/Masterthesis hat das Ziel, empirisch (quantitativ und/oder qualitativ) die derzeitige Verbreitung von Supplements/Nahrungsergänzungsmitteln unter Spoho-Studierenden zu untersuchen. Wie weit ist der Gebrauch legaler/illegaler Substanzen an der Sporthochschule verbreitet? Welche Substanzen werden genutzt? Was sind Motive und Auslöser für den Konsum?

Ansprechpartnerin: Dr. Annika Steinmann, Institut für Pädagogik und Philosophie, Abteilung Pädagogik, HG, Raum 506, A.Steinmann@dshs-koeln.de

Sportsucht als soziales Phänomen

Sportsucht als soziales Phänomen

Richtig dosiert kann Sport körperliche und geistige Gesundheit fördern. Exzessiv betrieben kann Sport Schäden hervorrufen und krank machen. Die so genannte Sportsucht (exercise addiction) wird vornehmlich psychologisch oder somatisch beleuchtet. Im Rahmen einer BA-/Masterarbeit können ergänzend konkrete Fallbeispiele und Milieubedingungen Betroffener untersucht und in einen übergeordneten sozialen Zusammenhang eingeordnet werden. Zielgruppe der Untersuchung können Sportler*innen sämtlicher Leistungsniveaus genauso wie Zuschauer*innen von Sportereignissen sein, die ein Sport-Suchtverhalten/-potential aufweisen.

Ansprechpartnerin: Dr. Annika Steinmann, Institut für Pädagogik und Philosophie, Abteilung Pädagogik, HG, Raum 506, A.Steinmann@dshs-koeln.de

 

 

„Snus in aller Munde?“

„Snus in aller Munde?“

Die BA-/Masterthesis geht dem Trend nach, den Ge-/ oder Missbrauch von Snus innerhalb und/oder außerhalb des (Spitzen-)Sports zu beleuchten. Snus = Doping? Snus = (legale/illegale) Droge? Wie hoch ist die Prävalenz in Deutschland, Europa und weltweit? Was bewirkt Snus nachweislich bzw. was soll es bewirken? Was sind Motive für den Konsum? Gibt es gemeinsame Merkmale der Konsumenten/innen (z. B. Alter & Geschlecht)?

 

Ansprechpartnerin: Dr. Annika Steinmann, Institut für Pädagogik und Philosophie, Abteilung Pädagogik, HG, Raum 506, A.Steinmann@­dshs-koeln.de

 

Doping / Anti-Doping

Doping / Anti-Doping

Argumente für und gegen Doping aus unterschiedlichen Akteurs-Perspektiven (Athlet; Trainer etc.); Verbreitung; Relevanz; Ansätze für gelingende Prävention im Leistungssport und/oder Freizeit- / Breitensport.
Ebenfalls möglich: Vergleich von Doping und Einnahme leistungssteigernder Substanzen abseits des Leistungssports (z. B. Polizei; Körperkult/Fitnessbranche; Gehirndoping).

Ansprechpartnerin: Dr. Annika Steinmann, Institut für Pädagogik und Philosophie, Abteilung Pädagogik, HG, Raum 506, A.Steinmann@dshs-koeln.de 

Talente und Talententwicklung im Sport

Talente und Talententwicklung im Sport

Zur Gestaltung der gesellschaftlichen Zukunft beginnt schon früh die Suche nach geeignetem Nachwuchs. Wie sich einzelnen Systeme zur Talentgewinnung und -förderung darstellen und welche Konsequenzen dies auf die ausgewählten Akteure und für die Systeme selbst hat, kann in Abschlussarbeiten herausgearbeitet werden.

·      Funktionalität von Auswahlverfahren z. B. an NRW-Sportschulen

·      Kennzeichen erfolgreicher Talententwicklung

·      Verständnisse von Talent und Erfolg aus Sicht der Athleten, ihrer Bezugspersonen und aus Sicht der Institution 

Ansprechpartner: Dr. Tino Symanzik

Computer- und Videospiele – eSports

Computer- und Videospiele – eSports

Auch im digitalen Bereich wird an Konsole oder Computer gespielt, gezockt, trainiert, an Wettbewerben teilgenommen. Anknüpfungspunkte für Abschlussarbeiten finden sich bspw. in vergleichender Perspektive von eSports und Sport, durch Integration von eSports in pädagogische Settings, wie Schule oder mit Blick auf Pädagogisches bei oder Potenziale und Risiken von eSports.

 

Ansprechpartner: Dr. Tino Symanzik

Abweichendes Verhalten

Abweichendes Verhalten

Sport produziert Erfolge und Misserfolge. Dies kann unterschiedliche Ausprägungen von abweichenden Verhalten zur Folge haben. Doping, Korruption, Spielmanipulation oder Gewalt. Abschlussarbeiten können dazu beitragen, Situationsbeschreibungen vorzunehmen, Probleme herauszuarbeiten und Lösungsansätze zu entwickeln und ggf. Konsequenzen für pädagogisches Handeln darzustellen. 

Ansprechpartner: Dr. Tino Symanzik

Wohnformen im Leistungssport (Internate, Gastfamilien etc.)

Wohnformen im Leistungssport (Internate, Gastfamilien etc.)

Wohnformen im Leistungssport;

Sportinternate als Bindeglied zwischen Schule und Sport, Pädagogische Einrichtung oder Dienstleister des Leistungssports?  

Ansprechpartner: Dr. Tino Symanzik

Das soziale Netzwerk des Sports

Das soziale Netzwerk des Sports

Sport in der Spitze oder in der Breite ist als Netzwerks unterschiedlicher Akteure und Erwartungen beobachtbar. Die Bedingungen im Netzwerk stellen eine Grundlage für das Handeln von Sportlerinnen und Sportlern dar. Beobachtungen des Sport-Netzwerks oder einzelner Teilnetzwerke können zur Sichtbarkeit, Problembeschreibung und -lösung beitragen. Abschlussarbeiten können dabei auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen.

·      Makroebene: Systemkopplungen, z. B. Sport und Wirtschaft, Sport und Medien, Sport und Schule, Sport und Wissenschaft

·      Mesoebene: Institutionskopplung, z. B. Schulen und Vereine, Sportinternate und Schulen, Vereine und Hochschulen

·      Mikroebene: Rollenkopplung, z. B. Lehrertrainer, Sportkoordinatoren, Wissenschaftsmanager 

 

Ansprechpartner: Dr. Tino Symanzik

Trainer*innen-Dropout

Trainer*innen-Dropout

Ausscheiden und Wanderungsbewegungen von Trainern im deutschen Spitzen- und Hochleistungssport

Beispiele von zentralen und peripheren Themenfeldern

  • Dropout im Trainerwesen – Ein wenig beachtetes Problem
  • Trainer-Dropout als Problem – Konsequenzen für den Personal- und Vereins-/Verbandsentwicklung 
  • Trainer-Dropout als Problem – Verlust von Erfahrungen und Wissen für Vereine und Verbände
  • Trainer-Dropout als Problem – Sicherung des leistungssportlichen Alltagsgeschäfts. Die Folgen des Trainer-Dropouts für die Athleten
  • Wissen und Wissenssicherung für Vereine/Verbände durch Trainerdropout
  • Maßnahmen zur Personalentwicklung – Attraktive Karriereoptionen für Trainer
  • Auswirkungen des Ausscheidens für den Trainer als Person 
  • Auswirkungen des Ausscheidens des Trainern für den Verein

Zur Ausschreibung einer projektgebundenen Abschlussarbeit

Zusammenhang von Schreiben und Denken

Zusammenhang von Schreiben und Denken

Das Schreiben mit der Hand fällt Schülern und sogar Studierenden zunehmend schwer. Unleserliche, uneinheitliche Schriftbilder in Klausuren deuten auf ungeübte Autoren hin. Der Weg geht offenbar weg von der Handschrift hin zur Digitalisierung. Konkreter: von der Schreibschrift über die vereinfachte Ausgangsschrift hin zur Druckschrift und nun zur Digitalisierung. Angesichts dieser Entwicklung laufen der Deutsche Philologenverband u.ä. Sturm, denn aus ihrer Sicht ginge damit zum einen ein Kulturgut verloren und zum anderen beeinträchtige die Digitalisierung das Denken.

Ist das Polemik oder hängen die Art der Verschriftlichung und Denken tatsächlich zusammen?

Ansprechpartnerin: Dr. Annika Steinmann, Institut für Pädagogik und Philosophie, Abteilung Pädagogik, HG, Raum 506a, A.Steinmann@dshs-koeln.de

 

 

 

 

Verbundsystem „Schule-Leistungssport"

Verbundsystem „Schule-Leistungssport"

Nachwuchsleistungssportler in Deutschland stehen in einer wichtigen Phase ihrer schulischen und sportlichen Entwicklung im Angelpunkt einer doppelten Konkurrenz um die knappe Ressource Erfolg. Mit der gleichzeitigen Inklusion in das System Leistungssport einerseits und das Schulsystem andererseits, agieren sie in zwei gesellschaftlichen Handlungsfeldern, die Erfolg jeweils routinemäßig auf Leistung zurechnen, aber dabei jeweils anderes im Blick haben.

·       Chancen und Risiken der Vereinigung von Programmen des Verbundsystems (z. B. Eliteschule des Sports & NRW-Sportschule ·   Sportschulen im Spannungsfeld institutioneller Anforderungen (Lehrpläne, APO-GOSt, Nachwuchskonzept 2020, Rahmenvorgaben)

·      Drop-Out – Was passiert mit den Aussortierten? Wie erfahren Nachwuchsleistungssportler den Drop-Out?

·      Landkarte Sportförderung – Organisationsstruktur und Förderqualität (z. B.: Welche Sportarten werden wo und wie leistungssportlich gefördert, Projekte oder Programme, wie erfolgen Weiterleitungen von Sportlern, wie fügen sich die Schulen in die bestehenden lokalen und regionalen Sportstrukturen ein, wie erfolgten das Bewerbungs- und Ernennungsverfahren - von Aufforderung zur Bewerbung bis zur Ernennung, Kriterien, Gründe, etc.)

Ansprechpartner: Tino Symanzik

PDF für weitere Informationen

Spitzensport soziologisch-pädagogisch betrachtet

Spitzensport soziologisch-pädagogisch betrachtet

Was kennzeichnet Spitzensport?
Worin besteht der subjektive Sinn des Spitzensports für die Sportler selbst und andere beteiligte Akteure
(z. B. Sportwissenschaftler; Zuschauer; Trainer; Funktionäre)?
Welche pädagogischen Konsequenzen können sich daraus für wen ergeben (z. B. pädagogische   Verantwortung der Leistung) und (wie) werden diese wahrgenommen?

Erwünscht ist, das Thema empirisch-qualitativ (z. B. Teilnehmende Beobachtung/Interview) zu bearbeiten. 

Ansprechpartnerin: Annika Steinmann

Philosophie

Zu den nachstehenden Themenfeldern finden sie konkrete Themenvorschläge für Bachelor-, Master- oder Staatsexamensarbeiten:

 Fairness / Doping

 Mündigkeit

 Instrumentalisierung vs. Bildung – Das Konzept der Bewegten Schule

 Instrumentalisierung vs. Bildung – Prohls Konzept des Mündigen Ästheten

 Olympismus und Religion

 Perfektibilität

 Köper und interkulturelle Konflikte

 Rousseau

Ansprechpartner: Univ.-Prof. Dr. Volker Schürmann

 

 Kritik der Kompetenz

 Krise der Architektur und Raumgestaltung

 Kritik des Sports

 Die Macht neuerer Technologien im Leistungssport

 Roboterjournalismus – Vom Verschwinden des Menschen

Ansprechpartner: Dr. Tobias Arenz

Die Gamification des Unterrichts: Was steckt dahinter?

Die Gamification des Unterrichts: Was steckt dahinter?

Die Gamification des Unterrichts ist der Versuch, Unterricht wie (Video-)Games zu designen. Dafür werden Elemente aus dem Bereich der Spieleindustrie, wie z.B. die Orientierung an aufsteigenden Levels, das Sammeln von Punkten oder die Identifikation mit Figuren (Superhelden, Monster etc.), in den Bereich des Pädagogischen übertragen. Dabei ist das Konzept des Spielens der modernen Pädagogik seit Rousseau nicht fremd; es stellt sich allerdings die Frage, welcher Logik die Games der Gegenwart folgen und inwiefern sich ihre kulturindustrielle Herkunft im Feld des Pädagogischen bemerkbar macht. In welchem Zusammenhang steht das Prinzip des Spielens zum Prinzip des Wettbewerbs, wie es u.a. in ökonomischen Semantiken anschlussfähig ist? Inwiefern verträgt sich Gamification mit Ansprüchen der Bildungsgerechtigkeit und der Chancengleichheit? Wie verhält sich Gamification zu Fragen der Selbstkontrolle und Selbstdisziplinierung?

 

Einführungsliteratur

Bröcklung, U. (2014). Wettkampf und Wettbewerb. Semantiken des Erfolgs zwischen Sport und Ökonomie. Leviathan, 42, 71-81.

Buck, M. F. (2017). Gamification von Unterricht als Destruktion von Schule und Lehrberuf. Vierteljahresschrift für wissenschaftliche Pädagogik, 93 (2), 268-282.

Freyermuth, G. S., Gotto, L, & Wallenfels, F. (Hrsg.) (2013). Serious Games, Exergames, Exerlearning. Zur Transmedialisierung und Gamification des Wissenstransfers. Bielefeld: transcipt.

Huizinga, J. (1938). Homo ludens. Versuch einer Bestimmung des Spielelementes der Kultur. Basel: Pantheon.

Foucault, M. (1979). [Neoliberale Gouvernementalität II: Die Theorie des Humankapitals]. Vorlesung (Sitzung vom 14. März 1979). In M. Foucault, Kritik des Regierens. Schriften zur Politik (ausgew. u. mit einem Nachw. v. U. Bröckling) (S. 177-203). Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2010.

Lehmann-Rommel, R. (2004). Partizipation, Selbstreflexion und Rückmeldung: gouvernementale Regierungspraktiken im Feld der Schulentwicklung. In N. Ricken & M. Rieger-Ladich (Hrsg.), Michel Foucault: pädagogische Lektüren (S. 261-282). Wiesbaden: VS.

Luhmann, N. (1993): »›Was ist der Fall?‹ und ›Was steckt dahinter?‹. Die zwei Soziologien und die Gesellschaftstheorie«. Zeitschrift für Soziologie,22 (4), 245-260.

Pongratz, L. A. (2004). Freiwillige Selbstkontrolle. Schule zwischen Disziplinar- und Kontrollgesellschaft. In N. Ricken & M. Rieger-Ladich (Hrsg.), Michel Foucault: pädagogische Lektüren (S. 243-259). Wiesbaden: VS.

Reich, K. (1998). Thesen zur konstruktivistischen Didaktik. Pädagogik, 50 (7-8), 43-46.

 

Ansprechpartner: Dr. Tobias Arenz, Institut für Pädagogik und Philosophie, Abteilung Philosophie, HG, Raum 506, T.Arenz@dshs-koeln.de

Digitalität und Selbst

Digitalität und Selbst

Prinzipiell sollte es um den Zusammenhang zwischen dem gehen, was man unter „Digitalität“ fassen kann und dem, was man „Selbst“ nennt. Die Fragen nach dem „Selbst“ ist im Kern die Frage nach der eigenen Identität: Welches Bild habe ich von mir? Wie verändert sich dieses Bild in meiner Entwicklung? Von welchen psychischen und sozialen Bedingungen ist die Konstruktion meines Selbst abhängig? Wie nehmen diese psychischen und sozialen Bedingungen Einfluss auf mein Selbstbild? Was sind die zentralen Strukturen in meiner Umwelt, die es möglich machen, dieses, aber vielleicht nicht jenes Bild meiner Selbst auszubilden? Welche Rolle spielen andere soziale Akteure, wenn man annimmt, dass man sich selbst immer nur in Differenz zu anderen erfahren kann? 

Die Digitalität könnte dann wie folgt ins Spiel gebracht werden: Zunächst vielleicht ganz plastisch: Welche digitalen Techniken ermöglichen es, sich selbst darzustellen (Instagram, TikTok, FitnessApps und Co.)? Wie machen das die entsprechenden Techniken und Plattformen? Wie wird das an verschiedenen Orten beschrieben (wiss. Texte, Blogs, Foren)? 

Diese beiden Seiten können dann aus verschiedenen Richtungen theoretisiert werden: Sehr nahe liegend wären sogenannte „Subjektivierungstheorien“, aber auch eher psychologische Theorien wie die Self-Determination Theory. Man könnte auch nach der Kritik solcher digitalen Selbstbilder fragen, oder den Zusammenhang zu bildungstheoretischen Diskussionen herstellen.

 

Einstiegsliteratur

Allert, H., Asmussen, M. & Richter, Ch. (Hrsg.) (2017). Digitalität und Selbst. Interdisziplinäre Perspektiven auf Subjektivierungs- und Bildungsprozesse. Bielefeld: transcript.

Ryan, R. M. & Deci, E. L. (2000). Self-Determination Theory and the Facilitation of Intrinsic Motivation, Social Developtment, and Well-Being. American Psychologist, 55 (1), 68-78.

 

Ansprechpartner: Dr. Tobias Arenz, Institut für Pädagogik und Philosophie, Abteilung Philosophie, HG, Raum 506, T.Arenz@dshs-koeln.de

Zur (Un-)Möglichkeit der Herstellung von Bildungsgerechtigkeit

Zur (Un-)Möglichkeit der Herstellung von Bildungsgerechtigkeit

Die Frage nach der Unmöglichkeit bzw. Möglichkeit von Bildungsgerechtigkeit ist eine Frage, die Wissenschaft und Gesellschaft seit nunmehr über 200 Jahren (mit wechselnder Aufmerksamkeit) beschäftigt. Seit den 2000ern war es vor allem die PISA-Studie, die den nationalen Bildungssystemen ihre Bildungsungerechtigkeiten sehr eindrücklich vor Augen geführt hat, insofern (immer noch) starke Zusammenhänge zwischen sozialer Herkunft oder Geschlecht und Bildungsbeteiligung und Bildungserfolg festgestellt wurden. In der Folge kann man beobachten, wie die Bildungspolitik mit Kompetenzkonzepten, Inklusions-, Digitalisierungsstrategien usw. versucht hat gegenzusteuern. Welche Vorstellungen von Gerechtigkeit und Bildung kommen in diesen Entwicklungen zum Ausdruck? Wo liegen Chancen, wo Grenzen der aktuellen Neubestimmung des Themas der Bildungsgerechtigkeit?

„[Das Thema] umfasst philosophische und ethische Fragen zum Begriff der Gerechtigkeit und der Spezifik des Begriffs von Bildungsgerechtigkeit, theoretische und empirische Fragen zu Erscheinungsformen und Ursachen von Bildungsungleichheit, wie sie in der Bildungssoziologie und der empirischen Bildungsforschung gestellt werden, (bildungs-)politische Fragen nach Instrumenten und Maßnahmen, von denen man sich ein ‚Mehr‘ an Bildungsgerechtigkeit verspricht, aber auch Fragen nach dem ‚Ort‘ der Kategorie ‚Bildungsgerechtigkeit‘ im Begründungszusammenhang Allgemeiner Erziehungswissenschaft. All diese Fragen lassen sich zudem sowohl in ihrer historischen Tiefendimension als auch international-vergleichend betrachten.“ (Bellmann 2019, S. 10)

Die Frage nach der Unmöglichkeit bzw. Möglichkeit der Herstellung von Bildungsgerechtigkeit verweist auf eine strukturelle Ambivalenz, die auf unterschiedlichen Ebenen in den Blick genommen werden kann: auf der Ebene des Erziehungssystems als einem Teilsystem der modernen Gesellschaft (Welche Probleme sind spezifisch auf das Erziehungssystem zurückzuführen? Wo hängt das Erziehungssystem wie von anderen Teilsystemen wie z.B. der Wirtschaft ab?), auf der Ebene von Organisationen wie Schulen (inklusive ihrer Architekturen, Wissensbestände, Rollenmuster etc.) oder auf der Ebene konkreter Interaktionsbeziehungen wie dem Unterricht oder sportlichem Training. Gemeinsamer Anknüpfungspunkt dieser Ebene ist der Grundsatz, wonach jedem nach seiner Leistung und nicht nach seiner Herkunft, Religionszugehörigkeit, Geschlecht etc. ein Platz im sozialen Gefüge einzuräumen ist (Leistungsprinzip). Die Möglichkeit der Einlösung des Leistungsprinzips ist rechtlich gewährleistet (gleiche Rechte für alle) und dennoch scheint sich so etwas wie Chancengleichheit nicht einzustellen: Was ist hier tatsächlich der Fall und was steckt dahinter?

 

Einstiegsliteratur

Bellmann, J. (2019). Bildungsgerechtigkeit als Versprechen. Zur Einleitung in den Band. In J. Bellmannn & H. Merkens (Hrsg.), Bildungsgerechtigkeit als Versprechen. Zur Rechtfertigung und Infragestellung eines mehrdeutigen Konzeptes (S. 9-22). Münster: Waxmann.

Bellmannn, J. & Merkens, H. (Hrsg.) (2019). Bildungsgerechtigkeit als Versprechen. Zur Rechtfertigung und Infragestellung eines mehrdeutigen Konzeptes. Münster: Waxmann.

Luhmann, N. & Schorr, K. E. (1981). »Wie ist Erziehung möglich? Eine wissenschaftssoziologische Analyse der Erziehungswissenschaft«. Zeitschrift für Sozialisationsforschung und Erziehungssoziologie, 1, 37-54.

Luhmann, N. & Schorr, K. E. (1988). Reflexionsprobleme im Erziehungssystem. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.

Pongratz, L. A. & Bünger, C. (2008) Bildung. In H. Faulstich-Wieland & P. Faulstich (Hrsg.), Erziehungswissenschaft. Ein Grundkurs (S. 110-129). Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.

 

Ansprechpartner: Dr. Tobias Arenz, Institut für Pädagogik und Philosophie, Abteilung Philosophie, HG, Raum 506, T.Arenz@dshs-koeln.de

Rethinking Adorno: Brauchen wir eine „Erziehung des Madigmachens“?

Rethinking Adorno: Brauchen wir eine „Erziehung des Madigmachens“?

Die Formel der „Erziehung des Madigmachens“ ist von Theodor W. Adorno im Kontext der Frage entworfen worden, wie sich das Prinzip der Mündigkeit in pädagogischen Settings konkretisiert. Ausgehend von der Prämisse, dass die Gesellschaft heteronom eingerichtet ist und die Menschen immerzu betrogen werden, hatte Adorno vorgeschlagen, den jungen Menschen die Welt „madig“ zu machen. So könnte man bspw. gemeinsam Schnulzen ansehen, um den zu Erziehenden die Falschheit und die Ideologie der cinematischen Darstellungen aufzuzeigen. Dabei hatte Adorno selbst auf die Gefahr aufmerksam gemacht, dass solch ein Madigmachen immer auch auf solche Personen treffen wird, deren Anliegen die Verteidigung von Schnulzen o.Ä. ist. In der Konsequenz könnte das Madigmachen dann immer auch in sein Gegenteil, die Bejahung solcher Themen, umschlagen.

Für die Kritische Erziehungswissenschaft, die sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts etabliert hat, hat Adorno nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Es stellt sich daher die Fragen, inwiefern es sich lohnen könnte, bestimmte Formeln von Adorno wiederzuentdecken und sie auf gegenwärtige Problemstellungen, z.B. die mit aller Macht verfolgte Digitalisierung, anzuwenden.

 

Einführungsliteratur

Adorno, Th. W. (1969). Erziehung zur Mündigkeit. In Ders., Erziehung zur Mündigkeit. Vorträge und Gespräche mit Hellmut Becker 1959 1969 (hg. v. G. Kadelbach; S. 133-147). Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2017.

Benner, D. & Brüggen, F. (2004). Mündigkeit. In D. Benner & J. Oelkers (Hrsg.), Historisches Wörterbuch der Pädagogik (S. 687-699). Weinheim, Basel: Beltz.

Gelhard, A. (2018). Erziehung zur Leistungsbereitschaft. Über einige normative Voraussetzungen psychologischer Kompetenzkonzepte. In S. Reh & N. Ricken (Hrsg.), Leistung als Paradigma. Zur Entstehung und Transformation eines pädagogischen Konzeptes (S. 251-273). Wiesbaden: Springer VS.

 

Ansprechpartner: Dr. Tobias Arenz, Institut für Pädagogik und Philosophie, Abteilung Philosophie, HG, Raum 506, T.Arenz@dshs-koeln.de

Die Gesellschaft des Abenteuer- und Risikosports

Die Gesellschaft des Abenteuer- und Risikosports

Die Entstehung des Abenteuer- und Risikosports ist eine – verglichen mit den Anfängen des modernen Sports – noch recht junge Entwicklung, die in der Sportwissenschaft vor allem von der Sportsoziologie zum Thema gemacht worden ist. Die Grundfrage der (Sport-)Soziologie lautet dabei immer, wie ist eine soziale Ordnung wie der Abenteuer- und Risikosport möglich. Wie lässt es sich erklären, dass solche sozialen Zusammenhänge entstehen, die sich entlang von Abenteuer und Risiko zusammenhalten? Wie funktionieren solche Ordnungen? Welche Vorstellungen von Individuen (Heldensubjekte, Singularitäten, Egoismus etc.), von Gemeinschaften (lokal/global, exklusiv etc.), von der umfassenden Gesellschaft (Politik, Wirtschaft, Sport, Religion, Kunst etc.) und der Natur (Zusammenhänge zum Klimawandel etc.) werden in solchen Ordnungen erzeugt?

Neben sportsoziologischer Literatur ließe sich z.B. auch auf psychologische Konzepte wie das Flow-Konzept zurückgreifen, um die psychischen Prozesse des Abenteuer- und Risikosports zu erklären. Es könnte aber auch darum gehen, nach dem Potential und den Grenzen des Abenteuer- und Risikosports für die Integration in pädagogische Settings zu fragen.

 

Einführungsliteratur

Bette, K.-H. (2004). X-Treme. Zur Soziologie des Abenteuer- und Risikosports. Bielefeld: transcript.

Csikszentmihalyi, M. (1985). Das Flow-Erlebnis. Jenseits von Angst und Langeweile: im Tun aufgehen. Stuttgart: Klett.

Nerlich, M. (1990). Abenteuer. In H. J. Sandkühler (Hrsg.), Europäische Enzyklopädie zu Philosophie und Wissenschaften (S. 25-31). Hamburg: Felix Meiner.

Schürmann, V., Mittag, J., Stibbe, G., Nieland, J. U. & Haut, J. (Hrsg.) (2016). Bewegungskulturen im Wandel. Der Sport der Medialen Moderne – Gesellschaftstheoretische Verortungen, Bielefeld: transcript.

Stichweh, R. (1995). Sport und Moderne. In J. Hinsching & F. Borkenhagen (Hrsg.), Modernisierung und Sport. Jahrestagung der dvs-Sektion Sportsoziologie vom 14.-16-9.1994 in Greifswald (S. 13-28). Sankt Augustin: Academia.

 

Ansprechpartner: Dr. Tobias Arenz, Institut für Pädagogik und Philosophie, Abteilung Philosophie, HG, Raum 506, T.Arenz@dshs-koeln.de