NRW-Kongress 2026: Zwei erfolgreiche Tage zur Stärkung des Nachwuchsleistungssport in NRW
Der 40. Kongress Nachwuchsleistungssport ist an der Deutschen Sporthochschule Köln erfolgreich zu Ende gegangen. Mit über 550 Teilnehmenden bot die Jubiläumsausgabe unter dem Motto „Qualitätsentwicklung im Nachwuchsleistungssport – Wissenschaft, Qualifizierung und Wirksamkeit in der Praxis“ eine erstklassige Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Die zweitägige Veranstaltung bot eine Vielfalt an Perspektiven: Wissenschaft, Praxis, Verbände, Schulen und Politik kamen zusammen und setzten wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Nachwuchsleistungssports in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus.
Ein Höhepunkt gleich zu Beginn war die hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion „Olympische und Paralympische Spiele im eigenen Land“. Mit Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt Andrea Milz, Anja Surmann (Vorsitzende des Behinderten- und Rehabilitationssportverbands Nordrhein-Westfalen und Vizepräsidentin des Deutschen Behindertensportverbandes und Nationalen Paralympischen Komitees), Stefan Klett (Präsident des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen) und Otto Fricke (Vorstandsvorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbund) kamen zentrale Akteurinnen und Akteure der Politik und des organisierten Sports zusammen. Die Diskussion überzeugte durch ihre fachliche Tiefe und klare Perspektiven: Deutlich wurde das enorme Potenzial Olympischer und Paralympischer Spiele im eigenen Land – sowohl für die Nachwuchsförderung als auch für die gesellschaftliche Bedeutung des Sports insgesamt.
Besondere Dynamik erhielt die Gesprächsrunde durch den unmittelbar zuvor erzielten Bürgerentscheid zur Bewerbung der Region KölnRheinRuhr. Mit 66 Prozent Zustimmung setzte die Bevölkerung ein starkes Signal für mögliche Olympische und Paralympische Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044. Dieses klare Votum wurde im Rahmen des Kongresses als Ausdruck breiter gesellschaftlicher Unterstützung und als wichtiger Impuls für die Weiterentwicklung des Sportstandorts Deutschland gewertet.
Im weiteren Fokus standen die interdisziplinäre Betrachtung von Verletzungen im Mannschaftssport sowie psychologische und physiologische Einflussfaktoren, etwa neue Erkenntnisse zum Mikrobiom und zur mentalen Verarbeitung von Verletzungen. Auch gesellschaftlich relevante Themen wurden intensiv behandelt, darunter die Förderung von Autonomie und Persönlichkeitsentwicklung im Leistungssport sowie nachhaltige Strategien zur Nachwuchsgewinnung im Para Sport. Dabei wurde die Bedeutung gezielter Talentsichtung und struktureller Zugänge für mehr Chancengleichheit deutlich.
Ein Highlight des Kongresses war das neue Format „Meet the Expert“. In diesem interaktiven Rahmen konnten Teilnehmende in den direkten Austausch mit ausgewiesenen Expertinnen und Experten treten. Ob Führung im Nachwuchsleistungssport, Trainingssteuerung in Team- und Individualsportarten oder Fragen der Verletzungsprävention und des Return to Sport – die Gespräche zeichneten sich durch hohe Praxisnähe, Offenheit und unmittelbaren Mehrwert aus. Gerade die Möglichkeit, individuelle Fragestellungen zu diskutieren und von konkreten Erfahrungen zu profitieren, wurde von den Teilnehmenden als äußerst gewinnbringend hervorgehoben.
Ergänzt wurde das Programm durch zahlreiche Workshops, die aktuelle Entwicklungen praxisnah vermittelten. Themen wie Talentsichtung in Schule und Verein, duale Karrierewege, Digitalisierung im Training, sportartspezifische Diagnostik oder auch Ernährung und Nachhaltigkeit zeigten die Vielschichtigkeit moderner Nachwuchsförderung. Innovative Ansätze – etwa der Einsatz von KI in Diagnostik und Trainingsplanung – verdeutlichten zudem, wie stark sich der Leistungssport im Wandel befindet.
Um diesen Wandel gerecht werden zu können braucht es starke Partnerschaften im Spitzensport: Dafür unterzeichneten die Deutsche Sporthochschule Köln und die Trainerakademie Köln einen neuen Kooperationsvertrag im Rahmen des NRW-Kongresses. Zwei wichtige Institutionen für Aus- und Fortbildung im Nachwuchsleistungssport rücken damit in Zukunft noch enger zusammen. Beide Partner bringen dabei ihre jeweiligen Stärken ein: Während die einzige Sportuniversität Deutschlands für exzellente Forschung und akademische Lehre steht, verfügt die Trainerakademie über langjährige Erfahrung in der praxisnahen Ausbildung von Trainer*innen im Leistungssport. Durch die noch engere Verzahnung entstehen neue Synergien, von denen vor allem Athlet*innen, Trainer*innen und der Nachwuchs profitieren sollen.
Der Kongress Nachwuchsleistungssport unterstrich erneut die Bedeutung des kontinuierlichen Austauschs zwischen Forschung und Praxis für eine zukunftsfähige Nachwuchsförderung. Veranstalter waren die Staatskanzlei NRW, das Deutsche Forschungszentrum für Leistungssport, die Trainerakademie Köln und der Landesportbund NRW.
