Zwischen Forschung und Praxis: Einblicke in die Sportphysiotherapie mit Dr. Diana Jedlicka
Die Sportphysiotherapie entwickelt sich stetig weiter – und mit ihr die Anforderungen an angehende Therapeut*innen. Gefragt sind heute nicht nur fundierte Behandlungskompetenzen, sondern auch ein Verständnis für Trainingssteuerung, sportartspezifische Belastungen und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse. Der Masterstudiengang Sportphysiotherapie an der Deutschen Sporthochschule Köln setzt genau hier an und verbindet damit Theorie und Praxis. Im Interview spricht Dozentin Dr. Diana Jedlicka über ihre Erfahrungen in Lehre und Praxis, die Bedeutung forschungsbasierter Arbeit und darüber, welche Fähigkeiten im modernen Berufsfeld der Sportphysiotherapie entscheidend sind.
UW: Wie sind Sie ursprünglich zur Physiotherapie gekommen, und was hat Sie dazu bewegt, Ihre akademische Laufbahn an der DSHS weiterzuführen?
Diana Jedlicka: Für die akademische Laufbahn an der Deutschen Sporthochschule Köln war für mich vor allem entscheidend, dass ich meine Fachkenntnisse erweitern und mein Wissen weiter vertiefen wollte. Es ging mir darum, meine beruflichen Fähigkeiten auszubauen und auch meine Karrierechancen zu verbessern. Besonders gereizt hat mich die Möglichkeit, im Gesundheitssektor wissenschaftlich zu arbeiten und mit Athletinnen und Athleten tätig zu sein. Außerdem konnte ich meine privaten Interessen im Bereich Sport und Gesundheit sehr gut mit dem Studium verbinden und mein eigenes Profil weiter schärfen. Und nicht zuletzt ist Köln natürlich ein sehr interessanter Hochschulstandort.
Was motiviert Sie persönlich an der Lehre - insbesondere in einem so praxisnahen Modul wie den sportphysiotherapeutischen Behandlungsmethoden?
Mich motiviert vor allem die Verknüpfung von Theorie und Praxis. In diesem Bereich ist der direkte Transfer in die praktische Arbeit sehr gut möglich. Ich empfinde die Sportphysiotherapie als einen sehr interessanten Arbeitsbereich und arbeite mit motivierten Studierenden zusammen. Außerdem ist es mir wichtig, aktuelle Trends und Behandlungsmethoden im Bereich der Sportphysiotherapie weiterzugeben. Dabei spielt forschungsbasiertes Handeln eine große Rolle – ebenso wie die Ableitung wissenschaftlicher Fragestellungen und die Begleitung von Abschlussarbeiten.
Sie waren als Physiotherapeutin im Frauenhandball der 1. Bundesliga tätig. Inwiefern beeinflussen diese Erfahrungen Ihre heutige Praxis und Ihre Lehrtätigkeit?
Durch meine eigenen persönlichen und beruflichen Erfahrungen im Leistungssport habe ich ein größeres Verständnis für wissenschaftliche Fragestellungen in diesem Bereich sowie für Belange der Studierende, die oftmals aus dem (Leistungs-) Sport kommen. Grundsätzlich besteht inhaltlich großes eigenes Interesse an den Themen, die im Sportphysiotherapiemaster vermittelt werden, welches sich in hoher eigener Motivation in Forschung und Lehre widerspiegelt.
Wie unterscheidet sich aus Ihrer Sicht die Arbeit in der Sportphysiotherapie von der Tätigkeit in der klassischen physiotherapeutischen Versorgung? Welche spezifischen Kompetenzen halten Sie für angehende Sportphysiotherapeut*innen für unverzichtbar?
In der Sportphysiotherapie, insbesondere im Leistungssport, sind spezifische Kenntnisse sehr wichtig. Dazu gehören die Anforderungsprofile einzelner Sportarten, Regenerationsprozesse, Trainingsplanung und Trainingssteuerung. Auch Biomechanik, Sportpsychologie sowie die Auswertung wissenschaftlicher Daten spielen eine zentrale Rolle. Ebenso wichtig ist das Verständnis für Athletinnen und Athleten, für die der Sport die Existenz sichert und die sich besonders in Wettkampfphasen in einer Phase hoher mentaler und physischer Belastung befinden. Ein weiterer Unterschied liegt in der Arbeitsstruktur: In der Athletenbetreuung kann die Tätigkeit, je nach Leistungsniveau, teilweise einer 24/7-Betreuung nahekommen und unterscheidet sich damit deutlich vom klassischen Acht-Stunden-Arbeitstag.
Sie verfügen über ein sehr umfassendes Repertoire an Zusatzqualifikationen – von Manueller Therapie über Lymphdrainage bis hin zu Kinesio-Taping und Rückenschullehre. Wie fließt dieses breite Methodenspektrum in Ihre Lehrinhalte ein?
Durch meine Zusatzqualifikationen kann ich die Lehre flexibler, spannender und praxisnaher gestalten. Gleichzeitig habe ich dadurch ein besseres Verständnis für die aktuellen Anforderungen der Arbeitswelt im Therapie- und Gesundheitsbereich. Von diesen eigenen Erfahrungen und Kenntnissen profitieren letztlich auch die Studierenden bei der Vermittlung der Studieninhalte.
Wie gestalten Sie Ihre Lehrveranstaltungen, um sowohl Studierende mit noch wenig Berufserfahrung als auch fortgeschrittene Studierende optimal einzubinden?
Ich arbeite mit einer Mischung aus unterschiedlichen Lehrformaten, zum Beispiel Selbststudium, Gruppenarbeiten und Frontalunterricht. Wichtig ist mir die aktive Einbindung der Studierenden sowie regelmäßige Feedbackrunden. Ich versuche, die Vorerfahrungen der Studierenden bewusst zu nutzen und in die Lehrveranstaltungen einfließen zu lassen. Gerade bei unbekannteren Themen baue ich inhaltlich darauf auf. Mir ist es außerdem wichtig, eine positive Lernatmosphäre zu schaffen, in der man sich gegenseitig stärkt. Diversität und Heterogenität verstehe ich dabei als etwas Positives, das den Lernprozess bereichert.
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