Warum funktionieren Sport-Dokus im Mediatheken-Umfeld?
Dr. Simon Rehbach hat mit Maik Rosner vom Verband Deutscher Sportjournalisten über die Besonderheiten von Sportdokumentationen bei Streaming-Diensten gesprochen. Diese blicken längst nicht mehr nur hinter die Kulissen des Profi-Fußballs.
Sportdokumentationen erleben derzeit einen regelrechten Boom – nicht nur bei Netflix und Amazon Prime, sondern auch in den Mediatheken von ARD und ZDF. Dort sind sie zeitsouverän und leicht zugänglich abrufbar. Das Streaming-Angebot in den Mediatheken öffentlich-rechtlicher Sender ist mittlerweile groß, die Formatierung unterschiedlich. Die Sport-Themen sind vielfältig.
Das Spektrum reicht von Geschichten traditionsreicher Fußballvereine wie 1860 München, dem 1. FC Kaiserslautern, dem VfB Stuttgart (Rise and Fall) oder dem FC Bayern München in den Neunzigern (FC Hollywood) über Rückblicke auf historische Krisen wie die Terroranschläge von Paris 2015 bis hin zu Porträts namhafter Sportlerinnen und Sportler (Being Franziska van Almsick) oder ungewöhnlichen Nischen wie der Freestyle-Szene (Stories aus dem Actionsport).
Es gehe um neue Perspektiven, mehr Tiefe im Detail und darum, eine vermeintliche Nähe zu den Protagonisten herzustellen, betont Dr. Simon Rehbach. Zugleich können die TV-Sender mit Sport-Dokus ihre Mediatheken attraktiver machen, vor allem für ein jüngeres Publikum. Rückblicke auf frühere Sportereignisse vermögen zusätzlich Nostalgie zu erzeugen und Zuschauerinnen und Zuschauer verschiedener Generationen anzusprechen, so Rehbach. Nutzerbindung geht offenbar vor Reichweiten-Erfolg.
Öffentlich-rechtliche Sender steigern gezielt die Zahl von Sport-Dokus im Portfolio, um die Zugriffe auf ihre Streamingportale zu erhöhen und Live-Sport-Events digital zu begleiten.
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