Forschungsbereiche

Abteilung I – Bewegungstechnik und Bewegungslernen – Leichtathletik, Schwimmen, Turnen

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung engagieren sich in den übergeordneten Handlungsfeldern Leistungssport, Freizeitsport und Schulsport. In diesen Handlungsfeldern werden die elementaren motorischen Bewegungsformen untersucht, welche im Rahmen von Bewegungstechniken in den primären Anwendungsfeldern (Turnen, Leichtathletik, Schwimmen und verwandten Individualsportarten) realisiert werden.

Im Mittelpunkt stehen dabei die motorischen Hauptbeanspruchungsformen Koordination, Kraft, Ausdauer und Flexibilität, welche nicht isoliert sondern innerhalb der sportartspezifischen Bewegungstechnik betrachtet werden. Technikanalyse nimmt dabei eine bedeutende Stellung in der Betrachtung ein. Dabei geht die Technikanalyse über eine ausschließliche Beschreibung motorischer Lösungen von Bewegungsaufgaben hinaus und befasst sich vor allem mit der Identifikation der die motorische Leistung determinierenden bewegungstechnischen Faktoren.

Eng verzahnt mit einer so verstandenen Technikanalyse sind insbesondere Fragen der Koordination und Kopplung von muskulären Antrieben, deren zeitlichen Abläufen aber auch energetischen Umsetzung und neuronalen Generierung von Bewegungsprogrammen, ihrer Optimierung und Modifizierung, deren Stabilität sowie Abhängigkeit von Alter und Gesundheitsstatus. Eine besondere Anforderung stellt selbstverständlich die lehrpraktische und didaktische Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse dar. 

Abteilung II - Bewegungs-Neurowissenschaft

Arbeitsschwerpunkt der Abteilung ist die Erforschung des Einflusses unterschiedlicher körperlicher Belastungen (insbesondere die motorischen Hauptbeanspruchungsformen Koordination, Kraft und Ausdauer in ihren vielfältigen Differenzierungen) auf das Gehirn. Ein zentrales Forschungsprojekt stellt die Analyse neuronaler und endokriner Systeme des Gehirns bei motorischer Aktivität, sowie die Erfassung der Gehirndurchblutung und des Gehirnstoffwechsels bei kognitiven und physischen Beanspruchungen trainierter und untrainierter Personen verschiedener Altersstufen dar.

Die Befunde werden u.a. hinsichtlich ihrer Relevanz für den Gesundheitsstatus, zentrale Ermüdung, Übertraining und Stimmungslage diskutiert. Die Bedeutung der Neurotransmitter Serotonin und Dopamin für die körperliche und kognitive Leistungsfähigkeit sowie Adaptationen dieser Neurotransmittersysteme an Training unterschiedlicher Intensität steht im Mittelpunkt des Forschungsinteresses.

Der Einfluss spezifischer Umgebungsbedingungen, z.B. Schwerelosigkeit, auf die motorische Leistungs- und Lernfähigkeit wird ebenfalls unter Berücksichtigung der Wechselwirkung physiologischer, endokrinologischer und psychologischer Befunde untersucht. Gemeinsam mit dem „Institut für Biomechanik und Orthopädie“ sowie dem „Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin“ wird derzeit das „Forschungszentrum für Neuroplastizität und Neuromechanik“ aufgebaut. Darin wird ein weiterer wichtiger Schritt zur Profilierung der Hochschule auf dem innovativen Forschungsgebiet der Bewegungs-Neurowissenschaft gesehen. Im Bereich des Sports von Menschen mit Behinderung und Leistungsminderung tritt neben der präventiv-therapeutischen Orientierung zunehmend der Wettkampf- und Leistungsgedanke in den Vordergrund. In diesem Bezugsfeld beschäftigt sich das Institut mit der Evaluierung der Leistungsfähigkeit insbesondere in den Rollstuhlsportarten mit dem Ziel einer Optimierung der Trainingsteuerung. 

Abteilung III - Bewegungs- und Gesundheitsförderung

Im Jahr 2008 wurde der Forschungsbereich der Bewegungs- und Gesundheitsförderung im Institut ausgebaut. Die heutigen Lebensbedingungen führen bei Kindern und Jugendlichen, aber auch Erwachsenen zu Übergewicht und einer Reduktion der körperlichen Leistungsfähigkeit. Damit verbunden sind Folge- und Begleiterkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus, arterielle Hypertonie etc.

Diese Entwicklungen stellen Wissenschaft und Anwendung vor neue Herausforderungen. Im Zentrum der Abteilung steht die wissenschaftliche Aufbereitung möglicher Zusammenhänge und der effektiver und nachhaltiger Gegenmaßnahmen (www.chilt.de). Dazu werden neben der Konzeption motorischer Testverfahren für Kinder und Jugendliche (www.fitnessolympiade.de) lebensweltorientierte Programme konzipiert und geprüft. In Kooperation mit dem Kölner Zentrum für Prävention im Kindes- und Jugendalter wird der Nutzen von Bewegung in der Schwangerschaft im Sinne der pränatalen Prägung untersucht, um aus diesen Erkenntnissen Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten. 

Abteilung IV - Bewegungserziehung und Interventionsmanagement

Abteilung IV beschäftigt sich mit spezifischen Aspekten von Bewegungserziehung, Stressregulierung und Fragen der Resilienzförderung sowie dem Interventionsmanagement in unterschiedlichen Lebenswelten.

Einen Schwerpunkt der Abteilung bildet die Betrachtung insbesondere von settingübergreifenden Interventionen entlang der Präventionsketten von Kitas über Schulen bis in Familien und ganzer Sozialräume. Im Fokus stehen die Zusammenhänge von Bewegung, Lebensqualität und sozialer Integration beim gesunden Aufwachsen bzw. Altern in der Kommune.
Auf dieser Basis werden kommunale Netzwerke von der Abteilung mit initiiert und wissenschaftlich begleitet. Darüber hinaus unterstützt die Abteilung Bewegungserziehung und Interventionsmanagement beim Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis zu den Akteuren der kommunalen Gesundheitsförderung und Prävention vor Ort.