Manfred Donike - Leben

Prof. Dr. rer. nat. Manfred Donike

Manfred Donike wurde am 23. August 1933 in Köttingen bei Köln geboren.

Er studierte an der Universität zu Köln Chemie und promovierte 1965 mit der Arbeit "Beitrag zur Analytik acylierter Anthocyane".

Seine sportlichen Ambitionen galten dem Radsport, wo er durch Erfolge im Bahnsport und hier besonders bei Sechs-Tage-Rennen weit über den Kölner Raum bekannt wurde.

Bereits 1966 publizierte er die erste Arbeit zum Dopingnachweis mit Hilfe "chromatographischer Methoden".

Ab 1968 beschäftigte er sich als Assistent am Biochemischen Institut der Universität zu Köln intensiv mit dem Nachweis von Dopingsubstanzen mittels der Gas-Chromatographie.

1969 gelang ihm als erster die Synthese von MSTFA (N-Methyl-N-trimethylsilyl-trifluoracetamid).

MSTFA gilt heute als das am häufigsten verwendete Derivatisierungsmittel für die Gas-Chromatographie.

Seit 1970 führte er die Dopingkontrollen für die bundesdeutschen Sportverbände aus.

Bei den Olympischen Spielen in München 1972 leitete Manfred Donike die Dopingkontrollen, wobei er erstmals eine systematische Analytik mit den modernen Methoden der Gas-Chromatographie und Massenspektrometrie einsetzte.

1975 erhielt er die Venia legendi für analytische Biochemie an der Universität zu Köln und 1977 den Ruf als Professor und Leiter des Instituts für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln.

1975 wurde er in die Medizinische Kommission des Internationalen Leichtathletikverbandes (IAAF) berufen und 1980 in die Subkommission „Biochemie und Doping" der Medizinischen Kommission des IOC.

1977 Manfred Donike wird zum Professor für das neu gegründete Institut für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln berufen.

1983 entwickelte er eine Derivatisierungsmethode, die eine Bestimmung von anabolen Steroiden aus nur 2 ml Urin ermöglicht. Diese Methode wird heute weltweit in allen WADA akkreditierten Labors angewendet.

1993 wurde ihm von der Gesellschaft für toxikologische und forensische Chemie in Anerkennung seiner Dienste um die forensischen Wissenschaften die Jean-Servais-Stas-Medaille verliehen.

Das IOC beschließt im März 1995 ihm den Olympischen Orden zu verleihen.

Diese Auszeichnung wurde während der Trauerfeier am 30. August 1995 Frau Donike überreicht.

Am 21. August 1995 verstarb Manfred Donike auf dem Weg nach Harare in Zimbabwe, wo er ein Labor für die Dopingkontrollen der All African Games 1995 vorbereitete.
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Sporthistorische Untersuchung (Dissertation) von Dr. Jörg Krieger:
Manfred Donike: Prägende Figur im internationalen Kampf gegen Doping
Zusammenfassende Darstellung in Impulse. Das Wissenschaftsmagazin der Deutschen Sporthochschule Köln, 2016, 01, 20-27 

Publikationen von Manfred Donike