Abgeschlossene Promotionen

Putzmann, Ninja

Das sportpolitische System Spaniens - Eine theoretisch-empirische Analsyse von Akteuren, Outputs und Entwicklungslinien

Forschungszeitraum: 2012-2017
Tag der Disputation: 19.9.2017
Zweitkorrektor: Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews

Veröffentlichung in Vorbereitung

Ziel des Projekts ist, das Sportsystem Spaniens aus politikwissenschaftlicher Perspektive zu erfassen. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Welche sportpolitischen Strukturen, Prozesse und Inhalte charakterisieren das spanische Sportsystem? Um diese Forschungsfrage zu beantworten, werden untergeordnete Ziele formuliert:

Auf theoretisch-konzeptioneller Ebene wird die politikwissenschaftliche Systemtheorie für die Analyse des Sportsystems Spaniens adaptiert. Die bereits in der Sportwissenschaft etablierten, englischen Begriffe sportpolity, sportpolitics und sportpolicy werden in die Systemtheorie inhaltlich und analytisch eingebettet. Anhand dessen soll die komplexe sportpolitische Realität erfasst, geordnet und erklärt werden. Zudem sind Europäisierungs- und Regionalismusprozesse zu beachten.

Auf empirisch-analytischer Ebene werden neue Daten über das Sportsystem Spaniens generiert und bereits vorhandene Informationen geordnet und gebündelt, sodass sportpolitische Strukturen, Prozesse und Inhalte in Spanien in Beziehung zueinander gebracht und nachvollziehbar werden. Dabei wird auf Besonderheiten einzelner spanischer Regionen hingewiesen. Die empirischen Phänomene sollen im engen Bezug zum theoretischen Kontext und den entwickelten Typologien eingeordnet werden. Auf typologischer Ebene werden Kategorien bzw. Typologien für vergleichende Sportsystemanalysen entwickelt. Theoretische Anknüpfungspunkte sind politikwissenschaftliche Ansätze, Konzepte und Theorien; empirische Grundlage ist die Analyse des sportpolitischen Systems Spaniens, das sich hinsichtlich des Zusammenspiels staatlich-öffentlicher sowie sportverbandlich-privater Akteure sehr gut eignet. Ein perspektivisches Ziel ist es, europäische Sportsysteme anhand der am Fall Spaniens entwickelten Kategorien vergleichend zu erfassen, sodass ein gewisser Grad an Generalisierbarkeit angestrebt wird.   

Risse, Gunnar

Funktionale Institutionen-Bildung in der Anti-Dopingpolitik der Bundesrepublik Deutschland: Akteureinflüsse, Akteurkonstellationen, Akteurinteraktionen 

Forschungszeitraum: 2012-2017
Tag der Disputation: 6.9.2017
Zweitkorrektor: Prof. Dr. Henk-Erik Meier (Uni Münster)

Veröffentlichung in Vorbereitung

Die Promotion beschäftigt sich aus politikwissenschaftlicher Sicht mit der Entwicklung der Dopingbekämpfung in Deutschland seit 1990. Während als Ausgangspunkt auch Überlegungen und Erkenntnisse zum Thema Doping aus der Ökonomie, Soziologie und Geschichtswissenschaft dienen, steht im Vordergrund der Analyse der Versuch, mit Hilfe des Rahmenkonzepts des Akteurszentrierten Institutionalismus das Verhältnis der unterschiedlichen Akteure und deren Zielsetzungen im Feld der Anti-Doping-Politik zu analysieren. Als Basis für die Einschätzung des Einflusses einzelner Akteure dient dabei ein strukturalistischer, dreidimensionaler Machtbegriff, welcher zwischen regulatorischer, diskursiver und Entscheidungsmacht unterscheidet. Ergänzend werden grundsätzliche Annahmen aus der politikwissenschaftlichen Netzwerkforschung sowie Tsebelis Überlegungen zu Vetospielern und einige Kernideen des Principal-Agent-Ansatzes herangezogen.Zum Zwecke der Annäherung an den Untersuchungsgegenstand werden vor allem Methoden der qualitativen Sozialforschung genutzt, namentlich Inhaltsanalysen und halbstrukturierte Leitfadeninterviews mit Entscheidungsträger aus der Politik und dem organisierten Sport.
 Ziel der Arbeit ist es, eine systematische Beschreibung der bisherigen Entwicklung zu geben, die aktuelle Situation zu verstehen und verschiedene Szenarien für die künftige Entwicklung aufzustellen und gegeneinander abzuwägen.   

Ziesche, Daniel

Organised Sport in Transition: Social and Cultural Functions of Football Clubs in England and Germany  

Forschungszeitraum: 2012 bis 2017
Tag der Disputation: 14.7.2017
Zweitkorrektor: Prof. Dr. Klaus Stolz (TU Chemnitz)

Veröffentlichung in Vorbereitung

Die zahlreichen Wandlungsprozesse, welche moderne Gesellschaften prägen (Globalisierung, Individualisierung, Urbanisierung, um hier nur einige zu nennen), konfrontieren Fußballvereine (und Sportvereine insgesamt) mit großen Herausforderungen hinsichtlich ihrer zukünftigen Entwicklung. Gleichermaßen werden die Funktionen, welche Fußballvereine traditionell erfüllten, zunehmend hinterfragt. Vor dem Hintergrund eines anhaltenden regionalen Strukturwandels beschäftigt sich die Dissertation in einem vergleichenden Ansatz mit der Frage, inwiefern sich Rollen und Funktionen der Fußballvereine hierdurch verändert haben und wie widerstandsfähig oder anpassungsbereit Vereine sich demgegenüber zeigen. 

 

daniel.zieschenospam-­phil.tu-chemnitz.de 

Fischer, Christoph

„Interessenvertretung im Sport zwischen Kooperation und Konflikt – Das Verhältnis von Staat und Sport in Deutschland und Frankreich”

Forschungszeitraum:  2009 bis 2017
Tag der Disputation: 11.5.2017
Zweitkorrektor: Hon.-Prof. Dr. Georg Anders

Veröffentlichung 

Die Arbeit orientiert sich an der grundlegenden Fragestellung, wo es Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem deutschen und dem französischen Sportsystem in der Zusammenarbeit und im wechselseitigen Verständnis der staatlichen und nicht-staatlichen Institutionen der Sportverwaltung gibt und wie diese aussehen. Die empirische Vorgehensweise basiert auf einer Analyse von (1) rechtlichen Grundlagen des jeweiligen Systems. Hierzu gehören Gesetze, Verordnungen, Vereins- und Verbandssatzungen, Zielvereinbarungen und andere bilaterale Vereinbarungen; (2) der Strukturen und des Aufbaus der jeweiligen Sportsysteme sowie (3) Befragungen von Experten und Repräsentanten der staatlichen und nicht-staatlichen Institutionen aus Deutschland und Frankreich. Die Arbeit soll die bestehenden Struktur- und Politik-Vergleiche, die bisher in der Sportwissenschaft vorgenommen worden sind, erweitern und verfeinern. Vor dem Hintergrund der politikwissenschaftlichen Ansätze von Pluralismus und Neo-Korporatismus sollen die Ergebnisse der empirischen Untersuchung diskutiert werden. Hierbei sollen die Besonderheiten des Gesellschaftsbereiches Sport im besonderen Berücksichtigung finden. 

 

 

Lippmann, Karsten

„… und für die Ehre unserer Nation(en)“: Olympische Deutschlandpolitik’ zwischen 1960 und 1968

Forschungszeitraum: 2012 bis  2016
Tag der Disputation: 19.1.2017
Zweitkorrektor: Prof. Dr. Manfred Lämmer (DSHS)

Die im Januar 2017 vorgelegte Arbeit beschäftigt sich mit der deutsch-deutschen Sportpolitik der Jahre 1960 bis 1968. Diese wird als Teil der Deutschlandpolitik beider Seiten betrachtet, dabei liegt der Fokus der Betrachtung auf der olympischen Ebene. Zur Beschreibung des Geschehens wird Kleßmanns Ansatz der asymmetrisch verflochtenen Parallelgeschichte um Elemente des dynamisch-transaktionalen Ansatzes erweitert, den Früh zur Beschreibung von Medienwirkungen entwickelte. Die so entstehende dynamisch verflochtene Kommunikationsgeschichte ermöglicht es, die acht vielleicht ereignisreichsten Jahre der deutsch-deutschen Sportgeschichte als ein Geflecht sich gegenseitig teilweise überschneidender Aktionen und Reaktionen zu betrachten. Deren erstes Ziel war es, Einfluss auf das IOC zu gewinnen. Beide deutsche Staaten waren damit erfolgreich: die Bundesrepublik bekam die Olympischen Sommerspiele 1972 in ;ünchen, die DDR – ausgerechnet dort – erstmalig bei Sommerspielen ihre eigene Flagge und Hymne. Die vorgelegte Arbeit beschreibt den ereignisreichen Weg zu dieser Lösung, mit der beide Seiten zwar zufrieden, jedoch nicht vollkommen glücklich waren.

 

 

Biermann, Marie

Opportunities and Limitations of Youth Sport Programs in Cape Town: Analysis of Determinants in the Context of Development and their impact on Research

Forschungszeitraum: 2011 bis 2016
Tag der Disputation: 19.12.2016
Zweitkorrektor: Prof. Dr. Bart Vanreusel (KU Leuven) 

Veröffentlichung

In den letzten Jahrzehnten hat Sport als Mittel der Entwicklungszusammenarbeit auf internationaler, nationaler und lokaler Ebene erheblichen Zuspruch gefunden. Sport hat den Ruf, die Lebensumstände von marginalisierten Gruppen zu verbessern, indem er nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Bildung, die individuelle und soziale Entwicklung und den Frieden fördert. Über diese positiven Zuschreibungen hinaus gibt es auch Stimmen, die kritische Fragen zur Wirksamkeit des Sports stellen, die fragen wie die Effekte des Sports bewiesen werden können. Um Licht in das breite und oft unergründliche Feld von Sport und Entwicklung zu bringen, untersuchte Marie Biermann, welchen Stellenwert Sport im Hinblick auf die Förderung von individueller und sozialer Entwicklung einnimmt und welche Faktoren in Sportprogrammen entscheidend für Erfolg und Misserfolg sind. Die Datenerhebung fand über einen Gesamtzeitraum von einem Jahr in vier Sportprojekten im Township Khayelitsha in Südafrika statt. Der Schwerpunkt lag dabei auf den Teilnehmern, Trainern und ihnen nahestehenden Personen sowie auf dem gesellschaftspolitischen Kontext, der das Leben in Khayelitsha prägt.
Zusätzlich generierte Marie Biermann Wissen über die Herausforderungen, denen Forscher (aus dem Globalen Norden) bei Untersuchungen von Sportprojekten in komplexen und instabilen Umgebungen gegenüberstehen.

Schädler, Timo

Integration im Sportverein: Entwicklung eines sozialwissenschaftlich begründeten Qualitätsmanagementmodells  

Forschungszeitraum: 2012 bis  2016
Tag der Disputation: 12.04. 2016
Zweitkorrektor: Prof. Dr. Christoph Breuer  (DSHS)

timo.schaedlernospam-­specialolympics.de  

Die gesellschaftspolitische Relevanz des Themas Integration geht hervor aus der Zuwanderung in Staaten und Gesellschaften in den vergangenen Jahrzehnten, gegenwärtig und in absehbarer Zukunft.
Wenn von Seiten der Politik nach symbolträchtigen Beispielen für gelungene Integration gesucht wird, rückt häufig der Sport in den Fokus. Der Sport spielt eine besondere Rolle im Politikfeld der Integration. Sport gilt als universelles Verständigungsmedium, da Austausch und gemeinsamer Sport auch dann möglich sind, wenn Menschen nicht dieselbe Sprache sprechen – „Sport spricht alle Sprachen“.
Aus dieser Argumentation ergeben sich aktuelle Fragestellungen: Wie geht der organisierte Sport mit interessierten Flüchtlingen um? Wie ist es um die Qualität der Sportangebote bestellt? Was trägt der Sport zur Integration wirklich bei?
Diese Entwicklungen drängen die Sportorganisationen in Probleme der Legitimation von Leistungen, die mit dem überkommenen Wissensbestand und traditionell bewährten Legitimationsformeln
kaum noch erfolgreich zu bestreiten sein werden. Dieser Umstand erfordert die Entwicklung neuer Instrumente und Qualitätskriterien, mit denen die Leistungen des Sports/Sportvereins chancen- und effizienz-orientierter betrachtet und präziser erfasst werden können. In der Arbeit „Integration im Sportverein: Entwicklung eines sozialwissenschaftlich begründeten Qualitätsmanagementmodells“ wird ein sozialwissenschaftlich begründetes TQM-Modell für Integrationsprozesse im Sportverein entwickelt und für Anwendungen im funktionalen Kontext auf drei Ebenen erklärt. Während auf der Makroebene die Systemtheorie, auf der Mesoebene der Neo-Institutionalismus den wissenschaftlich-theoretischen Rahmen liefern, erklärt auf der Mikroebene die Strukturationstheorie nach Giddens das Handeln der Akteure. Die Arbeit intendiert somit, zu einem themen- und problembezogenem interdisziplinären Diskurs zwischen Politikwissenschaft, Soziologie, Pädagogik und Betriebswirtschaft im Rahmen der Sportwissenschaft beizutragen. Zielstellung ist die Entwicklung eines systematischen, theoretisch fundierten TQM-Modells, mit dem Integrationsprozesse im Sportverein und darüber hinaus in gesellschaftlichen Bereichen visualisiert und realisiert werden können. Die Heterogenität der Vereinslandschaft und die unterschiedliche Ausrichtung und Gestaltung der Integrationsmaßnahmen veranlassen zur Entwicklung eines Modells, das auf einer angemessenen Abstraktionsebene diesen Anforderungen gerecht werden kann. Die Erarbeitung des TQM-Modells für Integration erfolgt in enger Verzahnung von theoretischer Fundierung und direktem Anwendungsbezug. 

Bellinghausen, Mathias

Struktur- und Funktionsanalyse von Corporate Social Responsibility-induzierten Public-Private-Partnership-Modellen im Bildungsbereich anhand der Schulsportförderung 'Fit am Ball'

Forschungszeitraum: 2008 bis  2015
Tag der Disputation: 7.7.2015
Zweitkorrektor: Prof. Dr. Daniel Memmert (DSHS)

Weinberg, Ben

Die sportpolitische Rolle der Asian Football Confederation 

Forschungszeitraum: 2010 bis 2013
Tag der Disputation: 7.02.2014
Zweitkorrektor: Prof. Dr. Fan Hong (University of Glasgow) 

ben.weinbergnospam-­giz.de  

weitere Publikationen :

  • Weinberg, Ben:  Asia and the Future of Football: The Role of the Asian Football Confederation, Oxford 2015.
  • Weinberg, Ben: "The Future is Asia"? The Role of the Asian Football Confederation in the Governance and Development of Football in Asia, in: The International Journal of the History of Sport 2012, S. 535-552.