Forschungsbereiche

Die Forschung des Instituts bewegt sich um folgende zentrale Themen und Schwerpunkte: Bildung und Bildungstheorie der Bewegung, Hermeneutik von Bewegung und Tanz, Reflexion und Weiterentwicklung der Tätigkeitstheorie in ihrer Übertragung auf menschliche Bewegung sowie die Reflexion und der Entwurf von Konzepten des Trainings in Bewegung und Tanz. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts arbeiten beispielsweise an Fragen der kulturellen Differenzierungsdynamik von Bewegung und Bewegungsästhetik im Tanz, an Konzeptionen des Bewegungskönnens, -lernens und der Kontrolle von (Tanz-)Bewegungen, sie befassen sich in einem hermeneutischen Zugriff auf Bewegung mit Weisen der Bewegungsinstruktion und motorischen Strategien in der Bewegungsimprovisation. Sie arbeiten an Fragen und Konzepten des funktionellen Trainings und der künstlerischen Arbeit in Tanz, Bewegungstheater und Performance. 

Themen & Schwerpunkte

Bewegung und Bildung – Bewegungsbildung?

Was macht beispielsweise Sportler oder Tänzer zu Könnern ihres Tuns? Wie lässt sich sportliches oder tänzerisches Können fassen und differenzieren? Wie lässt es sich entwickeln? In diesem Fragenfeld bewegt sich beispielsweise die Expertiseforschung, welche sportliches Können aus (sport-)-psychologischer Perspektive als Expertise hinsichtlich psychischer Kontroll- und Regulationsmechanismen konzipiert und untersucht. Im Rahmen der Motorikforschung wird das Thema der Entwicklung sportlichen Könnens beispielsweise im Rahmen der Diskussion um die frühzeitige Spezialisierung auf der einen Seite oder die sogenannte polysportive Ausbildung auf der anderen geführt; differenzierende Betrachtungen dieser disziplinären Perspektive verhandeln dies mit den Konzepten des Deliberate Play und des Deliberate Practice. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts für Tanz und Bewegungskultur ergänzen diese Perspektiven. Anliegen ist es, Verständnisse und Konzepte zu einem Bewegungskönnen zu reflektieren und die Frage nach diesem in ein bildungstheoretisches Licht – jenseits eines Verständnisses, welches Bewegung als ein Mittel der Bildung fokussiert und diese nicht selbst als Ort von Bildungsprozessen in den Mittelpunkt stellt: Wie ist Bildung in Bewegung fassbar? Wie lässt sich eine Bewegungsbildung, die sich gerade nicht auf eine bestimmte Bewegungs- Sport oder Tanzpraxis begrenzt, denken und so von einer Bewegungsausbildung unterscheiden? Wie dokumentiert sich eine solche Bewegungsgebildetheit? Wie ist sie theoretisch greifbar? Wie können Bewegungsbildungsprozesse gelingend hervorgebracht werden? Welche Modi der Aneignung sind für die Entwicklung einer Gebildetheit in Bewegung ganz konkret bedeutsam?   

Zentrale Fragen dieses Schwerpunkts sind unter anderem:

  • Welchen Vorverständnissen folgen Konzepte bewegungsbezogener Bildung?
  • Wie kann eine Bildungstheorie der Bewegung bzw. des Tanzes, welche die Bewegung selbst zum Ort von Bildungsprozessen macht, gedacht werden?
  • Welche Bedingungen gelingender Bewegungsbildungsprozesse lassen sich ausmachen?
  • Welche Ableitungen ergeben sich für eine Didaktik der Bewegungsbildung? 

Texte:

Schürmann, V. & Temme, D. (2015). Grundannahmen von Bewegungs-Konzeptionen. In: J. Bietz, R. Laging & M. Pott-Klindworth (Hg.): Didaktische Grundlagen des Lehrens und Lernens von Bewegungen - bewegungswissenschaftliche und sportpädagogische Bezüge. (S. 83-99). Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.

Temme, D. (2014). Den Tanz als Tanz vermitteln. In: infodienst, Zeitschrift für Kulturelle Bildung, 18-20.  

Künstlerische und kreative Prozesse in Bewegung, Sport und Tanz

Zentrale Fragen dieses Schwerpunkts sind unter anderem:

  • Welchen Vorverständnissen folgen theoretische Konzepte zur Bewegungskreativität und zu Improvisationsprozessen in Bewegung und Tanz?
  • Welche Gelingensbedingungen lassen sich für Prozesse der Bewegungsimprovisation ausmachen? 
Hermeneutik der Bewegung und des Tanzes – Bewegung als Sprache

Zentrale Fragen dieses Schwerpunkts sind unter anderem:

  • Inwiefern kann menschliche Bewegung als sinnhaft gedacht werden?
  • Zeigen sich sich kulturelle Differenzierungsdynamiken menschlicher Bewegung symptomatisch an der Bewegung?
  • Mit welchen Forschungsmethoden können Bewegung, Tanz und Sport als Kulturphänomen untersucht werden? 

Texte:

Temme, D. & Temme, T. (2007). Zur kulturellen Codierung von Tanz-Bewegung. In: C. Fleischle-Braun & R. Stabel (Hg.): Tanzforschung und Tanzausbildung. Dokumentation des Symposiums der Gesellschaft für Tanzforschung (GTF). Berlin: Henschel Verlag

Temme, D. (2006). Sport in der mongolischen Heldendichtung. Köln: Deutsche Sporthochschule Köln.

Temme, D. (2007). Der Ringkampf der Helden im Mongolischen Heldenepos. In: B. Kratzmüller, M. Marschik, R. Müllner & E. Trinkl (Hg.): Sport and the Construction of Identities. Proceedings of the XIth International CESH-Congress, Vienna, September 17th–20th 2006. Wien: Turia + Kant, 243-258. 

Heterogenität in kreativen Prozessen

Inhalte folgen in Kürze

Konzepte und Methoden des Trainings und einer Bildung in Bewegung

Zentrale Fragen dieses Schwerpunkts sind beispielsweise:

  • Lassen sich Konzepte des Trainings mit Konzepten der Bildung – als Bildung der Bewegung – verbinden? Falls ja, wie?
  • Wie lassen sich Verlinkungen von pädagogischer Bewegungswissenschaft, Sportpädagogik, Sportphilosophie und Motorikwissenschaft herstellen? 
Urbane Tanz- und Bewegungskulturen

Zentrale Fragen dieses Schwerpunkts sind unter anderem:

  • Welche Vorverständnisse definieren theoretische Konzepte zu urbanen Tanz- und Bewegungskulturen?
  • Mit welchen Forschungsmethoden können urbane Tanz- und Bewegungskulturen untersucht werden?
  • Wie zeigt sich in urbanen Tanz- und Bewegungskulturen eine Kulturalität von Bewegung?
  • Wie findet eine Professionalisierung in urbanen Tanzkontexten statt - oder wie kann sie stattfinden?

Texte:

Frost, F. (2011). Eine Jugendkultur zwischen Lifestyle und Professionalisierung. Analyse der deutschen Breakdance-Szene. Diplomarbeit. Köln: Deutsche Sporthochschule Köln.

Temme, D. & Temme, T. (2007). Zur kulturellen Codierung von Tanz-Bewegung. In: C. Fleischle-Braun & R. Stabel (Hg.): Tanzforschung und Tanzausbildung. Dokumentation des Symposiums der Gesellschaft für Tanzforschung (GTF). Berlin: Henschel Verlag.

Rodriguez Romero, D. (2009). LAD´ies DANCE - Urbane Tanzstile für junge Frauen. Wissenschaftliche Evaluation eines Tanzangebotes für Anfängerinnen. Diplomarbeit. Köln: Deutsche Sporthochschule Köln.

Tätigkeitstheorie

Zentrale Fragen dieses Schwerpunkts sind unter anderem:

  • Wie lässt sich die Tätigkeitstheorie der kulturhistorischen Schule der Psychologie in ihrer Übertragung auf menschliche Bewegung präzisieren und weiterentwickeln?
  • Wie Unterscheidet sich die Tätigkeitstheorie als Praxistheorie von weiteren Theorien der Praxis? 

Texte:

Temme, D. (2012). Menschliche Bewegung als Tätigkeit. In: G. Rückriem & H. Giest (Hg.): Tätigkeitstheorie (e-Journal). Berlin: lehmanns media, Heft 9, 73-85. Zugriff unter http://www.ich-sciences.de/fileadmin/pdf/Ausgabe_9/vol_9_2012-6-temme.pdf