Adrenocorticotropes Hormon (ACTH)

ACTH bezeichnet man auch als Stresshormon, weil es bei Stress vermehrt ausgeschüttet wird. Foto: iStock.com/Nomadsoul1

Definiton

ACTH (Corticotropin, INN Name) ist ein Peptidhormon, das aus 39 Aminosäuren aufgebaut ist. Von diesen 39 Aminosäuren sind nur die ersten 24 Aminosäuren (ausgehend vom N-Terminus) für die biologische Aktivität notwendig. Therapeutisch wird deshalb ein chemisch synthetisiertes Polypeptid (Tetracosactid) verwendet, das diese Aminosäuren aufweist. Als Medikament ist der Wirkstoff Tetracosactid unter dem Handelsnamen Synacthen® auf dem Markt.

ACTH wird in der Hypophyse (Gehirnanhangdrüse) produziert und stimuliert nach der Ausschüttung ins Blut in den Nebennieren die Synthese des Corticosteroids Cortisol. Die ACTH-Ausschüttung unterliegt einer Kontrolle (negative Rückkopplung) von Cortisol und wird durch Catecholamine stimuliert. Da ACTH bei Stress vermehrt ausgeschüttet wird, bezeichnet man es auch als Stresshormon. Die Ausschüttung von ACTH in der Hypophyse sowie die folgende Freisetzung von Cortisol folgt einem Tag-Nacht-Rhythmus.

Bedeutung als Dopingmittel

Die Welt Anti-Doping Agentur (WADA) verbietet unter der Gruppe S2 „Peptidhormone, Wachstumsfaktoren und verwandte Verbindungen“ unter Punkt 3 Corticotropine. Hierzu gehört neben der Anwendung von ACTH auch die des synthetischen Produktes (Synacthen®). Dieses ist vergleichbar zur verbotenen oralen oder intravenösen Anwendung von Corticosteroiden (s.auch Corticosteroide).