Captagon®

Definition

Captagon® ist bzw. war ein Medikament, das den Wirkstoff Fenetyllin(Abb.1) enthält. Captagon® wurde in Deutschland von dem Chemiewerk Homburg AG, Frankfurt (Main) hergestellt und ab 1961 als Medikament vermarktet. Strukturell gesehen besteht Fenetyllin aus Theophyllin (Coffeinanaloges) und Methylamphetamin, weshalb es auch trivial als "verkapptes" Amphetaminderivat bezeichnet wird.

Bedeutung als Dopingmittel

Fenetyllin gehört zur Gruppe der im Sport verbotenen Stimulanzien. Verboten war es bereits bei den Olympischen Spielen 1972 in München, wo es allerdings nicht namentlich aufgeführt wurde.

Als Amphetaminanaloges erfüllte es allerdings die Kriterien des Zusatzes einer verwandten Verbindung. Fenetyllin wurde namentlich 1978 in der Dopingliste des Deutschen Sportbundes aufgeführt. In der von Manfred Donike 1978 publizierten Broschüre "Dopingkontrollen" wird unter Punkt 8. Verzeichnis der Medikamente, die Dopingmittel enthalten, Captagon® (Fenetyllin) aufgelistet.

Wirkungen

Fenetyllin ist in seiner Wirkung (Wirkungen Amphetamin) und in seinen Nebenwirkungen (Nebenwirkungen des Amphetamins ) vergleichbar zum Amphetamin. Der Dopingeffekt wird im Wesentlichen dadurch bedingt, dass bei sportlichen Belastungen Ermüdungsprozesse verzögert werden und sportliche Spitzenleistungen über einen längeren Zeitraum erbracht werden können.

Nachweis

Stimulanzien wie Fenetyllin können mittels Wettkampfkontrollen in Urinproben empfindlich nachgewiesen werden. In den Jahren von 2003 bis 2011 wurden in den Dopingkontrolllaboratorien weltweit bei ca. 1.200.000 Wettkampfkontrollen nur 18 Verstöße mit Fenetyllin gemeldet.

Literatur

Lit. Dopingkontrollen, M.Donike und Ch.M.Kaiser, Bundesinstitut für Sportwissenschaft, Köln, 1978, Verlag: Osang Verlag, Bad Honnef