Abhängigkeitserzeugende Pharmaka

Vorsicht bei bestimmten Pharmaka wie z.B. Stimulanzien, die zu psychischer und/oder physischer Abhängigkeit führen können. Foto: iStock.com/miszaqq

Übersicht

PharmakaPsychische AbhängigkeitPhysische AbhängigkeitToleranz
morphinartige Analgetika+++++++++
Alkohol+++++++
zentraldämpfende Pharmaka, spez. Barbiturate++++++
Cocain++++(+)
psychomotorische Stimulanzien, spez. Amphetamine++(+)+++
Cannabis+0*(+)
Hallozinogene, LSD, Mescalin+0+++

 

* mildes Entzugssyndrom

Quelle: aus Forth, Henschler, Rummel, Starke: Lehrbuch der allgemeinen und speziellen Pharmakologie, 7.Auflage. Wissenschaftsverlag Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich, 1996, S.313.

Begriffserklärungen


Psychische Abhängigkeit

  • Unwiderstehliches Verlangen, ein Pharmakon zu nehmen
  • abhängig von der Stärke der positiven Empfindung (Belohnung)
  • Verstärkung von Verhaltensweisen (reinforcement), um die Droge erneut zugänglich zu machen
  • der Gebrauch der Droge wird in der Regel unkontrollierbarer
  • Entwicklung bei wiederholter Einnahme auch von Psychopharmaka, die weder eine Abhängigkeit  noch eine Toleranz zeigen, z.B. Cocain, Coffein und Tabak

Körperliche oder physische Abhängigkeit

  • Auftreten von Entzugssymptomen
  • Intensität abhängig von Substanz, Dosis, Darreichungsart, -frequenz und Dauer der Anwendung
  • vorwiegend vegetative Reaktionen, die oft den eigentlichen Wirkungen entgegengesetzt sind
  • eng verknüpft mit einer Toleranz, aber nicht immer einhergehend
  • Entzugserscheinungen bei Alkohol, Morphin und Morphin-Analgetika, zentraldämpfenden Pharmaka (Barbiturate, Tranquillantien)
  • auch bei einer plötzlichen Beendigung einer Arzneimittel-Therapie möglich (z.B. bei Beta-Blockern)

Toleranz

  • Regulatorische Leistung des Organismus, um die Wirkung eines Pharmakons zu kompensieren
  • Effekte lassen bei wiederholter Gabe nach
  • Aufrechterhaltung der Effekte nur durch Erhöhung der Dosis der Droge möglich
  • Toleranz entwickelt sich nicht gegen alle Wirkungen eines Pharmakons gleich

Literatur

Forth, Henschler, Rummel, Starke: Lehrbuch der allgemeinen und speziellen Pharmakologie, 7.Auflage. Wissenschaftsverlag Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich, 1996, S.313