Forschung

Arbeitsgruppen

Arbeitsgruppe Coaching und psychologische Betreuung

Die Arbeitsgruppe „Coaching und psychologische Betreuung“ befasst sich mit dem Prozess der sportpsychologischen Betreuung und Beratung von Athleten und Athletinnen, Trainern und Trainerinnen und Mannschaften hinsichtlich unterschiedlicher Themenfelder (wie z.B. Motivation, Stress, Emotion, soziale Prozesse).

Die Ziele der Arbeitsgruppe sind, (1) aktuelle leistungssportliche und gesellschaftspolitisch relevante Themenfelder des sportpsychologischen Betreuungsprozesses herauszuarbeiten, sich mit dem Prozess des Coachings bzw. der Betreuung differenzierter auseinanderzusetzen und daraus ableitend Empfehlungen für unterschiedliche Zielgruppen (z.B. Sportpsychologen und Sportpsychologinnen, Trainer und Trainerinnen, Athleten und Athletinnen, Mannschaften) zu entwickeln. Zusätzlich hat die Arbeitsgruppe das Ziel, (2) die Position der Sportpsychologie in Deutschland zu stärken, regionale sportpsychologische Initiativen auf Bundesebene zu unterstützen und so eine optimale Versorgung der unterschiedlichen Zielgruppen mit sportpsychologischer Betreuung perspektivisch bis 2028 zu erreichen.

Um das erste Ziel zu erreichen, beschäftigt sich die Arbeitsgruppe schwerpunktmäßig mit den Fragen (a) Wo kann Sportpsychologie im Prozess der Beeinflussung und Entwicklung von Leistung, Persönlichkeit und psychischer Gesundheit von Athleten, Athletinnen, Trainern und Trainerinnen helfen? und (b) Wie können die verschiedenen Themen in der sportpsychologischen Betreuung erfolgreich bearbeitet und beeinflusst werden? Bei der Beantwortung der ersten Frage ist es das Ziel der Arbeitsgruppe zu identifizieren, in welchen konkreten Situationen die verschiedenen Zielgruppen sportpsychologischer Arbeit Unterstützung benötigen, und die hier verwendeten Begrifflichkeiten im Betreuungssetting weiter zu schärfen (z. B. Was ist eine sportliche Krise? Was ist ein Misserfolg?). Darüber hinaus ist bei der Beantwortung der ersten Frage auch wichtig, wie sich sportpsychologische Arbeit im Leistungssport sowohl zwischen den verschiedenen Sportarten als auch geschlechts- und altersspezifisch unterscheidet bzw. verändert. Die Beantwortung der zweiten Frage hat zum Ziel, theoriebasierte, sportpsychologische Methoden und Strategien zu entwickeln, zu beschreiben und zu empfehlen, die bei spezifischen sportpsychologischen Betreuungsanliegen effektiv und effizient eingesetzt werden können. Zusätzlich sollen Leitlinien hinsichtlich Frequenz, Intensität und Dauer des Einsatzes sportpsychologischer Techniken und Methoden entwickelt werden, die Sportpsychologen und Sportpsychologinnen sowie Trainern und Trainerinnen eine eindeutige Orientierung geben, wie diese Methoden am besten eingesetzt werden sollten.

Das zweite Ziel der Unterstützung der Sportpsychologie sowie eine optimale Versorgung von Athleten, Athletinnen, Trainern, Trainerinnen und Mannschaften bis 2028 soll über eine verstärkte Lobbyarbeit für das Feld der Sportpsychologie erreicht werden. Neben der Veröffentlichung verschiedener Publikationen gehört hier auch die Vorstellung sportpsychologischer Initiativen und grundsätzlich sportpsychologischer Arbeit auf Tagungen für Trainer und Trainerinnen, Verbandstreffen etc. in Form von Vorträgen, Arbeitskreisen und Workshops dazu.

Arbeitsgruppe Motivation und Verhaltensänderung

Obwohl die Gesundheitsvorteile von regelmäßiger körperlicher Aktivität allgemein bekannt sind, reichen diese Aussichten oftmals nicht aus, um Sport, Bewegung oder körperliche Aktivität langfristig aufrecht zu erhalten. Ganz unterschiedliche, oft widersprüchliche und komplexe Gründe motivieren Menschen zum Sporttreiben, lassen sie abrupt aufhören oder treiben sie nach einem Rückfall an doch wieder zu beginnen. Einen Einblick in diese Gründe und deren Veränderbarkeit über die Zeit und die damit einhergehende motivationale Dynamik ist nützlich, um z. B. sportbezogene Interventionsprogramme ausrichten zu können.

Unsere Forschungsarbeiten beschäftigen sich mit Motivation und körperlicher Aktivität in folgenden Kontexten: Gesundheits-, Freizeit- und Leistungssport, Beruf und Schule.

Hierbei geht es sowohl um die Motivation zum Sporttreiben bei unterschiedlichen Personengruppen an sich, als auch um komplexere Zusammenhänge zwischen bestimmten Regulationsformen der Motivation und deren Auswirkungen auf körperliche Aktivität. Hierbei sind neben querschnittlichen Betrachtungen insbesondere auch Veränderungen in längsschnittlichen Forschungsdesigns von Interesse. Des Weiteren stehen methodische Fragen hinsichtlich der Operationalisierung und Konzeptualisierung von Motivation im Fokus der Arbeitsgruppe. Diese Arbeitsgruppe trifft sich mindestens einmal im Monat und nach Bedarf, um sich über aktuelle Themen, Publikationen, Aufgaben oder Anträge zu sprechen. So können kompetente Erfahrungen zum Thema Motivation in den verschiedenen Projekten der Arbeitsgruppenmitglieder ausgetauscht und sich gegenseitig bei den jeweiligen Aufgaben unterstützt werden.

Die modelltheroetische Grundlage der Arbeiten berücksichtigt personale und interpersonale Ressourcen aus einer salutogenetischen Perspektive, wobei die Selbstbestimmungstheorie der Motivation nach Deci und Ryan (2000) eine zentrale Rolle besitzt. Kognitive Bewertungsprozesse wie Selbstwirksamkeitserwartung und Kontrollüberzeugung werden im Zusammenhang mit körperlicher Aktivität in den oben genannten Kontexten untersucht. Auch die Einteilung von motivationalen und volitionalen Prozessen in Interventionen wird untersucht.

Insgesamt ergeben sich aus unserer Forschung Anwendungsbezüge im Gesundheits- und Rehabilitationssport, im Schul- sowie im Leistungssport. Im Schulsportkontext werden beispielsweise für Studierende im Bereich der Ausbildung Seminare und Unterrichtsbausteine hinsichtlich aktueller Erkenntnisse (weiter-) entwickelt, für den Schulsportalltag werden Materialien entwickelt, die Sportlehrkräften unterstützen können einen motivationsfördernden Unterricht zu gestalten. 

Arbeitsgruppe Soziale Prozesse

Relevanz. Gruppen und das Handeln in Gruppen sind bedeutsame Bestandteile unterschiedlicher Lebenskontexte, sei es im Sport, auf der Arbeit oder im Bereich der (Aus-) Bildung. Ihre Bedeutsamkeit ergibt sich einerseits aus der Häufigkeit ihres Vorkommens, andererseits aus der Vielfalt ihrer Anlässe, die je nach Kontext sehr unterschiedlich sein können. Gruppen und Gruppenhandeln dienen beispielsweise der Leistungserbringung durch eine gemeinsame Bewältigung von Aufgaben, der Vermittlung und dem Erwerb von Wissen oder schlichtweg zur Befriedigung basaler psychologischer Bedürfnisse wie dem Bedürfnis nach Verbundenheit zu anderen Menschen. Aus diesen Gründen beschäftigt sich die AG Soziale Prozesse mit sozialpsychologischen Prozessen und Strukturen, die in Gruppen auftreten.

Ziele. Die AG Soziale Prozesse verfolgt Ziele sowohl in wissenschaftlich als auch gesellschaftlich relevanten Bereichen. In wissenschaftlicher Hinsicht sollen übergeordnet vor allem Theorien und Methoden (weiter-) entwickelt werden sowie grundlegende Mechanismen von sozialen Prozessen erforscht werden. In gesellschaftlicher Hinsicht liegt übergeordnet eine besondere Akzentuierung in der Nutzbarkeit von Forschungsergebnissen. Indem beispielsweise Interventionsprogramme basierend auf experimentellen Erkenntnissen entwickelt werden, sollen die Forschungsergebnisse für einzelne Gruppen oder Lebensbereiche, aber auch für die Gesellschaft im Allgemeinen nutzbar werden.

Inhalte. Die konkreten Inhalte der Arbeit der AG Soziale Prozesse ergeben sich aus Phänomenen sowie forschungs- oder praxisbezogenen Problemstellungen, die jeweils miteinander verbunden sein können. Zentrale betrachtete Phänomene, deren zugrunde liegenden Prozesse und Mechanismen untersucht werden, sind beispielsweise Motivationsgewinne oder -verluste bei Gruppenaufgaben und Group Flow. Zentrale forschungsbezogene Problemstellungen beziehen sich zum Beispiel auf methodische Herausforderungen wie die (Weiter-) Entwicklung experimenteller Paradigmen zur Erforschung von Gruppenphänomenen. Zentrale praxisbezogene Problemstellungen ergeben sich vor allen Dingen aus Bedarfen der sportpsychologischen, gesundheitspsychologischen sowie arbeits- und organisationspsychologischen Praxis. Hierunter fällt die (Weiter-) Entwicklung diagnostischer Methoden für den Einsatz in der Praxis (z.B. Teamdiagnostik) oder die Entwicklung und Überprüfung von Interventionen im Feld.

Arbeits- und Denkweise. Die Arbeit der AG Soziale Prozesse basiert stets auf theoretischen Ansätzen. Interpersonal ausgerichtete Theorien sind hierbei die Basis für die Bildung von (neuen) Modellen, die Ableitung neuer Forschungsfragen sowie die (Weiter-) Entwicklung von Diagnostik und Intervention. Zu diesen Theorien gehören beispielsweise die Ansätze der Self-Determination Theory, die Balance-Theorie oder das Collective Effort Modell. Die empirischen Untersuchungen der AG Soziale Prozesse sind vorrangig experimentell ausgerichtet. Es werden sowohl labor- als auch feldexperimentelle Ansätze verfolgt. Die Arbeitsergebnisse der AG Soziale Prozesse sollen der Wissenschaft und der breiten Öffentlichkeit schließlich kontinuierlich in Publikationen sichtbar gemacht werden.

Arbeitsgruppe Stress und psychische Gesundheit

Im alltäglichen Leben sind wir einer Vielzahl an Belastungen ausgesetzt. Chronisch hohe Belastungen gepaart mit unzureichenden Bewältigungsstrategien und einem Mangel an Erholung können zu Beeinträchtigungen der körperlichen und psychischen Gesundheit sowie einem Leistungseinbruch in verschiedenen Lebensbereichen (z.B. Arbeit, Studium oder Sport) führen. Somit ist es von großer Relevanz, sich mit Belastungen, Erholungs- und Bewältigungsstrategien und deren Bedeutung hinsichtlich der psychischen Gesundheit in verschiedenen Lebenskontexten auseinander zu setzen.

Als Grundlage der Überlegungen und Forschungsvorhaben der Arbeitsgruppe dienen unter anderen das transaktionale Stressmodell von Lazarus und der salutogenetische Ansatz von Antonovsky. So wird zum einen angenommen, dass Stress durch einen Bewertungsprozess der persönlichen Bedeutsamkeit situativer Bedingungen und der vorhandenen Bewältigungsmöglichkeiten entsteht. Zum anderen wird davon ausgegangen, dass im Sinne von Antonovsky protektive Widerstandsressourcen dabei helfen, Stress zu bewältigen. Dementsprechend werden in der Arbeitsgruppe neben körperlichen, psychischen und psychosozialen Belastungen und Risiken auch Schutzfaktoren (z.B. Erholung, Stressbewältigungsverhalten) betrachtet, die eine wesentliche Bedeutung für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Einzelnen haben.

Die Forschungsarbeiten dieser Arbeitsgruppe sind sowohl quer- und längsschnittlich, als auch in Form von Interventions- und Experimentalstudien angelegt. Sie beschäftigen sich hauptsächlich mit der Untersuchung von Stress, Erholungs- und Bewältigungsstrategien und psychischer Gesundheit in den Kontexten Schule, Studium, Gesundheits- und Leistungssport.Im Fokus der Forschungsarbeiten stehen zurzeit die folgenden Zielgruppen:  Sportlehrerinnen und -lehrer, Leistungssportlerinnen und -sportler und Sportstudierende.

Die Forschungsergebnisse dieser Arbeitsgruppe dienen als Grundlage für die Vermittlung von Wissen und dem Aufbau von Kompetenzen in den verschiedenen Zielgruppen. So werden u.a. (1) Interventionstools (z.B. Aufbau eines Stresslabors, Entwicklung von Lehr-/Lernbausteinen) für Sportlehrerinnen und -lehrer zum Erlernen des besseren Umgangs mit Stress entwickelt, (2) Workshops zum Thema Stress und Erholung für jugendliche Leistungssportlerinnen und -sportler ausgeführt und (3) Handlungsempfehlungen, Beratungen und Workshops zu dem Thema körperliche und psychische Belastungen im Studium für Sportstudierende entwickelt und aufgebaut. Angestrebt wird dabei, die Machbarkeit der Umsetzung und die Wirksamkeit entwickelter Interventionsbausteine zu evaluieren.

Diese Arbeitsgruppe trifft sich mindestens einmal im Monat um sich über themenrelevante aktuelle Forschungsprojekte und -anträge, Publikationen, Veranstaltungen und best-practice-Modelle auszutauschen und sich bei den jeweiligen Arbeitsaufgaben gegenseitig zu unterstützen. Dabei wird von individuellen Kompetenzen der Mitglieder der Arbeitsgruppe profitiert, um den Forschungsprozess im Bereich Stress und psychische Gesundheit langfristig zu stärken.

Forschungsprojekte

Einsamkeit und Sport

Projektleiter: 
Prof. Dr. Jens Kleinert

Projektmitarbeiter (Kontakt): 
Dr. Fabian Pels (f.pels@dshs-koeln.de) 

Förderung: 
im Rahmen des DSHS-Forschungsschwerpunktes ZiP

Laufzeit: 
04/2012 - 03/2015

Projektbeschreibung:
Theoretischer Ansatz.
Einsamkeit resultiert aus einem subjektiv wahrgenommenen Mangel in den persönlichen Sozialbeziehungen, d.h. aus einem Mangel an Befriedigung des menschlichen Bedürfnisses nach Beziehung. Das bedeutet, dass die Qualität menschlicher Beziehungen das Einsamkeitserleben von Menschen beeinflusst.


Ziel-/Fragestellung.
In diesem Projekt soll untersucht werden, inwiefern Partizipation in Sportgruppen zu einer Verringerung des Einsamkeitserlebens beiträgt und welche Rolle hierbei insbesondere das soziale Wohlbefinden in und die Identifikation mit einer Sportgruppe spielen.

Methode (Verfahren, Sample).
1.   Literaturarbeit: Systematisches Review
2.   Empirische Arbeit: a) querschnittliche Studie, b) längsschnittliche Studie


Entwicklung und Evaluation eines sportpsychologischen Rahmenkonzepts

... für die männliche und weibliche Jugend des Deutschen Handballbundes unter besonderer Berücksichtigung einer entwicklungspsychologischen Perspektive

Projektleitung (Kontakt): 
Dr. Jeannine Ohlert (j.ohlertnospam-­dshs-koeln.de

Förderung: 
Bisp

Laufzeit: 
2013 – 2015

Projektbeschreibung:
Theoretischer Ansatz.
Jugendliche Leistungssportler sind in ihrem Leben und besonders in ihrem Sport mit Entwicklungsaufgaben konfrontiert, die ihre Altersgenossen nicht teilen bzw. zu anderen Zeitpunkten bewältigen müssen. Eine sportpsychologische Betreuung im Nachwuchsbereich sollte daher diese Entwicklungsaufgaben und wichtige mentale Kompetenzen berücksichtigen und fördern.

Ziel-/Fragestellung.
Entwicklung einer systematischen sportpsychologischen Diagnostik und Intervention im Jugendbereich des DHB.

Methode (Verfahren, Sample).
In mehreren Teilprojekten werden zunächst relevante Entwicklungsaufgaben erhoben, anschließend eine Diagnostik entwickelt und aufbauend auf den Ergebnissen sportpsychologische Gruppeninterventionen durchgeführt und evaluiert.

(Zwischen-)Ergebnisse.
Erste Ergebnisse zeigen, dass junge Sportler in der Tat andere Entwicklungsaufgaben bewältigen müssen als ihre Altersgenossen. Eine Diagnostikbatterie wurde erstellt. Wichtige mentale Kompetenzen werden in ersten Workshops vermittelt.

Transfer(erwartung).
Am Ende des Projekts sollen sportpsychologische Inhalte im Rahmentrainingsplan des DHB verankert werden. Auf diese Weise soll eine langfristige Schulung dieser Inhalte sichergestellt werden. Das Projekt kann somit als Vorbild für weitere Sportarten dienen.

 

 

Entwicklung, Überarbeitung und Validierung von Instrumenten

- zur Erhebung der Gruppenkohäsion -

Projektmitarbeiter/innen (Kontakt): 
Prof. Dr. Jens Kleinert, Dr. Jeannine Ohlert (j.ohlertnospam-­dshs-koeln.de), Dipl.-Sportwiss. Chloé Kleinknecht

Laufzeit: 
seit 2008

Projektbeschreibung:
Theoretischer Ansatz
Gruppenkohäsion ist eines der wichtigsten sozialpsychologischen Phänomene im Sport. Für den deutschen Sprachraum existieren jedoch bisher nur unzureichend anwendbare und/oder validierte Instrumentarien, die Studien in Deutschland bzw. interkulturelle Studien möglich machen. Als Hintergrund dient dabei das theoretische Modell der Gruppenkohäsion von Carron und Kollegen.

Ziel-/Fragestellung
Entwicklung, Überarbeitung und Validierung von Fragebögen bzw. Beobachtungssystemen zur Erfassung der Gruppenkohäsion in verschiedenen Kontexten (Leistungssport, Freizeit- und Gesundheitssport, Jugendsport, Schulsport).

Methode (Verfahren, Sample)
In mehreren Teilprojekten werden zunächst die vorhandenen Fragebögen übersetzt und anschließend in mehreren Stufen überarbeitet, an die Theorie angepasst und validiert.

(Zwischen-)Ergebnisse
Es wurden bereits Fragebögen zum Leistungssport (KIT-L), Freizeit- und Gesundheitssport (KIT-FG) sowie Jugendsport (KIT-J) übersetzt und evaluiert. Für den KIT-FG und den KIT-L erfolgten theoretische Anpassungen, eine Schulsportversion (KIT-S) ist in Arbeit.

Transfer(erwartung)
Durch die Erstellung von Fragebögen für verschiedene Kontexte wird die Forschung zum Bereich Gruppenkohäsion in Deutschland gefördert.

Publikationen zu den Fragebögen: 
Ohlert, J., Kleinknecht, C. & Kleinert, J. (in Vorbereitung). Social cohesion reworded – measuring social cohesion in sport during practice sessions. Social psychological and personality science.

Kleinknecht, C., Kleinert, J. & Ohlert, J. (in review). Erfassung von „Kohäsion im Team von Freizeit- und Gesundheitssportgruppen“ (KIT-FG). Zeitschrift für Gesundheitspsychologie.

Ohlert, J. (2012). „Kohäsionsfragebogen für Individual- und Teamsport - Leistungssport (KIT-L)“: A German-language instrument for measuring group cohesion in individual and team sports. International Journal of Sport & Exercise Psychology, 10, 39-51.

Ohlert, J., Kleinknecht, C. & Kleinert, J. (2011) Ein Fragebogen zur Gruppenkohäsion im Jugendleistungssport: Validierung des KIT-J. In J. Ohlert & J. Kleinert (Hrsg.).Sport vereinT – Psychologie und Bewegung in Gesellschaft (S. 101). Hamburg: Feldhaus.

Ohlert, J., Kleinknecht, C. & Kleinert, J. (2010). Erfassung von Gruppenkohäsion im Gesundheitssport: eine kritische Betrachtung des PAGEQ. In G. Amesberger, T. Finkenzeller & S. Würth (Hrsg.): Psychophysiologie im Sport - zwischen Experiment und Handlungsoptimierung (S. 143). Hamburg: Feldhaus.

Ohlert, J., Kleinknecht, C. & Kleinert, J. (2009). Erfassung von Gruppenkohäsion im Freizeit- und Gesundheitssport: Der KIT-FG. In I. Pfeffer & D. Alfermann (Hrsg.).Menschen in Bewegung. Sportpsychologie zwischen Tradition und Zukunft (S. 115). Hamburg: Czwalina.

Weitere Publikationen mit dem Thema Gruppenkohäsion:

Eys, M. A., Ohlert, J., Evans, B., Wolf, S., Martin, L., VanBussel, M., & Steins, C. (in review). Cohesion and performance for female and male sport teams. Group Dynamics.

Kleinert, J., Ohlert, J., Carron, B., Eys, M., Feltz, D., Harwood, C., Linz, L., Seiler, R. & Sulprizio, M. (2012). Group dynamics in sport: An overview and recommendations on diagnostic and intervention. The Sport Psychologist, 26, 412-434.

Ohlert, J. (2012). Relationship between cohesion and subjective and objective performance in German tennis teams. Journal of Sport & Exercise Psychology, 34 (Supplement June 2012), S266.

Leineweber, H., Ohlert, J., Kleinknecht, C. & Kleinert, J. (2011). Motivation im Berufsschulsport: Zum Einfluss von Gruppenkohäsion und motivationalem Klima. In J. Ohlert & J. Kleinert (Hrsg.). Sport vereinT – Psychologie und Bewegung in Gesellschaft (S. 86). Hamburg: Feldhaus.

Leineweber, H., Ohlert, J., Kleinknecht, C. & Kleinert, J. (2011). (Mangelnde) Motivation zum Sportunterricht in der Berufsschule: Die Rolle von Gruppenprozessen. In H. Lange, G. Duttler, T. Leffler, A. Siebe & M. Zimlich (Hrsg.). Bewegungsbezogene Bildungskonzeptionen: Zur Trias Konzeption, Implementation und Evaluation (S. 169-176). Hohengehren: Schneider.

Ohlert, J. & Kleinert, J. (2010). Alkoholkonsum bei Sportlern: Beeinflusst das Gruppengefüge die Rolle normsetzender Instanzen? In B. Strauß, B. Halberschmidt. & J. Schorer (Hrsg.). Höchstleistung in den Sportspielen – Vom Talent zur Expertise(S. 56). Münster: Westfälische Wilhelms-Universität.

Leineweber, H . & Ohlert, J. (2010). Vereinbarkeit von Schule und Leistungssport: Gruppenkohäsion, motivationales Klima und Stressempfinden in Sportinernaten. In B. Strauß, B. Halberschmidt. & J. Schorer (Hrsg.). Höchstleistung in den Sportspielen – Vom Talent zur Expertise (S. 54). Münster: Westfälische Wilhelms-Universität.

Kleinknecht, C., Kleinert, J., Ohlert, J. & Bjarnason-Wehrens, B. (2010). Herzlich vereint – Auswirkungen von Kohäsionswahrnehmung auf die Adhärenz in Herzsportgruppen. In G. Amesberger, T. Finkenzeller & S. Würth (Hrsg.):Psychophysiologie im Sport - zwischen Experiment und Handlungsoptimierung (S. 108). Hamburg: Feldhaus.

Kleinknecht, C., Ohlert, J. & Kleinert, J. (2010). Die ewigen Banksitzer – Kohäsionswahrnehmung von Schülern als Motivationshilfe im Schulsport? In G. Amesberger, T. Finkenzeller & S. Würth (Hrsg.): Psychophysiologie im Sport - zwischen Experiment und Handlungsoptimierung (S. 109). Hamburg: Feldhaus.

Ohlert, J., Heier, M. & Kleinert, J. (2009). Does gender influence the communication cohesion relationship in team sports? In A. Baria, E. Nabli, M. Madani, A. Essiyedal, M. Aragon & A. El Ouartassi (Hrsg.). The 12th World Congress of Sport Psychology (S. 102). Marrakesh: Moroccan Society of Sport Psychology.

Evaluationsstudie Vitametik

Projektleiter: 
Prof. Dr. Jens Kleinert

Projektmitarbeiter (Kontakt): 
M.A. Carolin Bastemeyer (c.bastemeyernospam-­dshs-koeln.de), SHK Anna Hollinger (a.hollinger@dshs-koeln.de)

Förderung: 
Berufsverband für Vitametik e.V.

Laufzeit: 
12/2016 – 12/2017

Projektbeschreibung:
Der Berufsverband für Vitametik e.V. hat ein Präventionsangebot entwickelt, das auf die Förderung von Gesundheit und den Schutz vor Krankheit ausgerichtet ist (Reinhard, Hoffmann & Zweidorf, 2015). Das Konzept besteht aus einer Verknüpfung von drei Hauptbestandteilen, Praxis, Theorie und Selbstmanagement. Zielgruppe der geplanten Intervention sind Personen mit verspannungsbedingten Rückenbeschwerden. Im Rahmen dieses Projekts soll die Wirksamkeit der einzelnen Bestandteile, sowie die Wirksamkeit des gesamten Präventionsangebotes untersucht werden. Die theoretischen Kursteile bzw. das Selbstmanagement, entsprechen den gängigen präventiven und gesundheitsförderlichen Vorgehensweisen. Die Praxisanteile des Konzepts wurden bislang noch nicht in einer wissenschaftlichen Untersuchung auf ihre Wirksamkeit geprüft.


Ziel-/Fragestellung.
Ziel der Evaluationsstudie ist herauszustellen, welche Effekte das dreiteilige Kurskonzept auf die gesundheitlichen Parameter im Rahmen einer kontrollierten Studie hat.


Methode (Verfahren, Sample).
Mit Hilfe eines speziell entwickelten Fragebogens, soll die Wirksamkeit der unterschiedlichen Teilangebote des Präventionskonzepts untersucht werden. Es handelt sich um eine kontrollierte Interventionsstudie. 

Exploration des Zusammenspiels von Arztpraxis, Patient und Sportverein

- im kommunalen/regionalen Setting -

Projektleitung: 
Prof. Dr. Jens Kleinert & Prof. Dr. Christoph Breuer, in Kooperation mit Prof‘in Dr. Eike Quilling

Projektmitarbeiter/innen: 
Johanna Belz, Katharina Glöckler, Dr. Pamela Wicker, Christian Zepp

Projektkommunikation: 
Johanna Belz (j.belz@dshs-koeln.de) 

Auftraggeber/Förderung:
Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB), in Kooperation mit dem Landessportbund Nordrhein-Westfalen (LSB NRW)

Laufzeit:
15. Juli 2014 – 15. Februar 2015

Projektbeschreibung: 
Die Bedeutung des Arztes/der Arztpraxis für die Motivation der Menschen zum Aufbau eines gesundheitsorientierten Lebensstils ist wissenschaftlich belegt (u.a. Joy, 2013; Petrella, 1999; Tiermann, 2011; Tulloch, 2006). Bundesweit halten die Sportvereine ein wohnortnahes Präventionsangebot mit dem Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT vor, das versucht, Menschen bei ihren Schritten zu mehr Bewegung wirkungsvoll und nachhaltig zu unterstützen.

Vor diesem Hintergrund wurden im Zusammenwirken von Ärztekammern, Kassenärztlichen Vereinigungen, Sportärztebünden und dem gemeinwohlorientierten Sport auf den verschiedenen Handlungsebenen (Bund, Land, Region, Kommune) verschiedene Instrumente entwickelt: Flyer, Plakate, "Rezept für Bewegung",  Angebotsverzeichnis, Internet-Plattformen/-Datenbänke etc. Diese Instrumente sollen

Ärzte und ihre Mitarbeiter unterstützen, ihre Patienten zu mehr Bewegung zu motivieren und den Weg zu den Angeboten der Sportvereine zu ebnen.

Bislang gelingt eine Vermittlung von Patienten über Ärzte/Arztpraxen in die SPORT PRO GESUNDHEIT-Angebote jedoch lediglich bedingt. Das "Rezept für Bewegung" und andere Kommunikationsmedien sowie die Angebote SPORT PRO GESUNDHEIT werden zwar in der Ärzteschaft grundsätzlich positiv aufgenommen, doch im ärztlichen Alltag kommen diese Medien nur wenig zum Einsatz (u.a. Gubisch et al., 2014; Graf, 2010; Ruhmann, 2014).

Eine Exploration des Zusammenspiels von Arzt/Arztpraxis, Patient und Sportverein im kommunalen/regionalen Setting soll mögliche Barrieren identifizieren und Lösungswege aufzeigen. Ziel der Studie ist es herauszufinden, warum bisher leider immer noch zu wenige Personen über einen Arzt in SPORT PRO GESUNDHEIT- Angebote vermittelt werden und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um dies positiv zu beeinflussen.  

Gesundheitsbefragungen der Studierenden / Gesundheitsberichterstellung

Projektleiter:
Prof. Dr. Jens Kleinert

Projektmitarbeiterin:
Carolin Bastemeyer (c.bastemeyernospam-­dshs-koeln.de)

Laufzeit:
Dezember 2016 – März 2019

Förderung:
Techniker Krankenkasse (Gesundheitsbefragung und Berichterstellung)

Projektbeschreibung
Während der Laufzeit werden repräsentative Gesundheitsbefragungen bei Studierenden durchgeführt. Die hierauf basierenden Gesundheitsberichte dienen dazu, die gesundheitliche Situation der Studierenden an der Deutschen Sporthochschule Köln darzustellen und zu kommunizieren. Die Arbeiten werden initiiert bzw. betreut durch die Arbeitsgruppe Studentisches Gesundheitsmanagement (SGM-AG) an der DSHS Köln, welche sich aus verschiedenen Akteuren der Hochschule zusammensetzt (Prorektorat Studium und Lehre, Vertreter/in der Studierenden, Vertreter/in der Kernverwaltung, Vertreter/in der wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen).

Zielsetzung
Ziel ist es, Problemlagen, Belastungen und spezifische gesundheitliche Schwierigkeiten der Studierenden an der Deutschen Sporthochschule zu identifizieren. Probleme, Belastungen und Schwierigkeiten werden u.a. in den Themenbereichen Stresserleben sowie Gesundheits- und Bewegungsverhalten der Studierenden angenommen. Auf Grundlage der Ergebnisse sollen Lösungsideen zur Prävention und Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit der Studierenden entwickelt werden.

Methode/Vorgehen
Während des Projektzeitrahmens wurden bisher zwei Befragungen im Bachelorstudium (Kohorte 1: Wintersemester 2016/2017, 1. + 2. Semester; Kohorte 2: Wintersemester 2017/2018, 5. + 6. Semester) geplant, durchgeführt und ausgewertet. Im Wintersemester 2018/2019 wird die Gesundheitsbefragung bei den Masterstudierenden aller Fächergruppen weitergeführt.

Ergebnisse
Die Ergebnisse werden in Form von Faktenblättern veröffentlicht. Themen der Faktenblätter sind u.a. „Psychische Gesundheit“, „Stresserleben, Stressoren und Bewältigung von Stress“, „Gesundheits- und Bewegungsverhalten“ und „Medikamenten-, Tabak- und Alkoholkonsum“.

Die Faktenblätter sind ab Frühjahr 2019 hier verfügbar. 

Group Flow

Projektleiter:
Dr. Fabian Pels 

Projektbeteiligte:
Prof. Dr. Jens Kleinert, Florian Mennigen (Doktorand), Dr. Rune Giske (externer Projektpartner) 

Förderung:
Eigenfinanzierung 

Laufzeit:
unbegrenzt

Projektbeschreibung:
Ausgangslage. Das Phänomen des individual flow (sensu Csikszentmihalyi (1975)) wurde in den vergangenen Jahrzenten umfassend erforscht. Verschiedene anekdotische Phänomenbeschreibungen (z.B. Sato, 1988) und generelle Befunde sozialpsychologischer Forschung (vgl. Walker, 2010) deuten zudem darauf hin, dass es bei Gruppenaufgaben zu einer speziellen Form des Flow-Erlebens – genannt group flow – kommen kann. Group flow ist allerdings im Gegensatz zu individual bislang kaum systematisch wissenschaftlich betrachtet worden; auch sind die bestehenden Definitionen und theoretischen Ansätze zu group flow sehr heterogen, was infolgedessen auch für die bisherigen empirischen Untersuchungen von group flow gilt.

Ziel. Das übergeordnete Ziel des Projektes ist eine umfassende Untersuchung des Phänomens group flow. Hierfür soll aufbauend auf eine Begriffsklärung ein theoretisches Modell von group flow entwickelt werden, an das sich die Entwicklung von Messinstrumenten und verschiedene empirische Untersuchungen anschließen.

Arbeitsprogramm.

(1) Scoping Review
(2) Phänomeneingrenzung und –beschreibung
(3) Entwicklung eines theoretischen Modells
(4) Entwicklung von Messinstrumenten
(5) Empirische Untersuchungen zu (a) Ursachen, (b) Konsequenzen und (c) Korrelaten
(6) Theoriebasierte Entwicklung und Evaluation von Interventionen

 

Publikationen:

Pels, F., Kleinert, J., & Mennigen, F. (in revision). Group flow: A scoping review of definitions, theoretical approaches, measures and findings.

Pels, F., & Kleinert, J. (2017). Team flow in different contexts: A systematic review with particular focus on well-being. In S. Gangyan, J. Cruz, & J. C. Jaenes (Eds.), Sport Psychology: Linking theory to practice (p. 139). Sevilla: ISSP.

momentum – BASISdiagnostik

Projektleitung: 
Univ.-Prof. Dr. Jens Kleinert

Projektmitarbeiter/innen (Kontakt): 
Dr. Jeannine Ohlert (j.ohlertnospam-­dshs-koeln.de)

Förderung: 
Deutsche Forschungszentrum für Leistungssport Köln (momentum)

Laufzeit: 
nicht zeitlich begrenzt

Projektbeschreibung:
Theoretischer Ansatz.
In der Sportpsychologie ist eine zunehmende Spezifizierung und Ausdifferenzierung diagnostischer Verfahren zu beobachten. Zu den verschiedensten sportpsychologischen Konstrukten (z.B. Sportmotivation, Wettkampfangst, Erholung) wurden Instrumente – überwiegend Fragebögen – entwickelt, die im Falle auftretender Probleme bei Athleten eine differenzierte Diagnose und nachfolgende gezielte Interventionen möglich machen. Eine möglichst weitreichende sportpsychologische Basisdiagnostik im Sinne eines Screeningansatzes wird in der Literatur nicht beschrieben.

Ziel-/Fragestellung.
Ziel des Projekts ist neben der (Weiter-)Entwicklung eines sportpsychologischen Assessments der routinemäßige, problemunabhängigen und weitreichende basisdiagnostische Einsatz an jugendlichen Leistungssportlern in NRW. Im Rahmen des Assessments werden grundlegende sportartübergreifende Funktionen überprüft sowie eventuelle Defizite aufgedeckt.

Methode (Verfahren, Sample).
Die Entwicklung sowie permanente Überprüfung und Überarbeitung des Assessments stellt eine Kompromisslösung zwischen hoher Praktikabilität und Knappheit einerseits und angemessener Güte sowie ausreichender Breite andererseits dar. Darüber hinaus sind sowohl Methodenpluralität (Apparative Tests, Verhaltensbeobachtung, Interview, Fragebogen) als auch Zielgruppenorientierung (Haupteinsatzbereich Kaderathleten) gewährleistet. Bislang haben etwa 600 Athleten die Diagnostik absolviert.

(Zwischen-)Ergebnisse.
Ergebnisse verschiedener Analysen von Nachwuchsathleten zeigen, dass wahrgenommene Gesundheitsprobleme oder geringes Selbstvertrauen bei jungen Kaderathleten nicht selten sind. Trainer und Betreuer sollten daher verstärkt diese und ähnliche Variablen erfassen und in ihrer Trainings und Betreuungs-arbeit berücksichtigen.

Transfer(erwartung).
Die individuellen Ergebnisse der BASISdiagnostik werden den Athleten rückgemeldet. „Negative“ Werte werden als „Entwicklungspotential“ gekennzeichnet, die für die Optimierung der eigenen Leistung eine besondere Funktion besitzen. In der individuellen Trainings- und Wettkampfarbeit haben die Athleten so die Möglichkeit, mithilfe der Ergebnisse der BASISdiagnostik die eigene Leistungsfähigkeit auch auf sportpsychologischer Ebene zu optimieren.

Publikationen:
Zepp, C., Ohlert, J. & Kleinert, J. (2013). Selbstvertrauen, Stressbewältigungsverhalten und der Einsatz mentaler Techniken bei Nachwuchskaderathleten. In Stoll, O. & Lau, A. (Hrsg.). Angewandte Sportpsychologie. 45. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsycholo-gie (asp) vom 9.-11. Mai 2013 in Halle (S. 201). Hamburg: Feldhaus.

Zepp, C., Braun, H., Braunstein, B., Engelmeyer, E. & Kleinert, J. (2011).Nachwuchskader-athleten modifizieren ihre Alltags- und Trainingsgestaltung nach Erhalt der momentum Ergebnismappe. Unveröffentlichter Forschungsbericht. Deutsche Sporthochschule Köln.

Kleinert, J., Boss, M. & Breuer, S. (2010). Wie gesund fühlen sich junge Athleten? Gesund-heitsbezogene Selbsteinschätzung im Leistungssport. momentum eJournal, 1, 43-50.

Kleinert, J., Heinen, T. & Lobinger, B. (2007). Entwicklung und Erprobung einer sportart-übergreifenden psychologischen Basisdiagnostik. In J. Beckmann & F. Ehrlenspiel (Hrsg.), Diagnostik und Intervention: Bridging the gap. München: Eigenverlag.

Kleinert, J., Kleinknecht, C. & anders, E. (2004). Zusammenhänge von Trainings- und Alltags-belastungen mit der habituellen und aktuellen Befindlichkeit von U15-, U18 und U21-Landesauswahlspielerinnen im Fußball. Unveröffentlichter Forschungsbericht, Psychologisches Institut, DSHS Köln.

Lobinger, B. & Heinen, T. & Kleinert, J. (2007). Einsatz und Reliabilität einer deutschsprachigen Version des PSIS.QUELLE?

momentum - TEAMdiagnostik

Projektleitung: 
Univ.-Prof. Dr. Jens Kleinert

Projektmitarbeiter/innen (Kontakt): 
Dr. Jeannine Ohlert (j.ohlertnospam-­dshs-koeln.de), Dipl.-Sportwiss. Christian Zepp (c.zeppnospam-­dshs-koeln.de)

Förderung: 
Deutsche Forschungszentrum für Leistungssport Köln

Laufzeit: 
jederzeit auf Anfrage

Projektbeschreibung:
Theoretischer Ansatz.
Team- und Beziehungskompetenzen haben einen deutlichen Einfluss auf die Leistung und damit den Erfolg von Mannschaften (vgl. z.B. Carron, Hausenblas & Eys, 2005). Während seit einigen Jahren in der Betreuung von einzelnen Sportlern vermehrt Wert auf eine spezifische sportpsychologische Diagnostik gelegt wird, um die individuelle Leistung zu erhöhen, fehlt eine theoriegeleitete, ausdifferenzierte Diagnostik für komplette Mannschaften bisher gänzlich.

Ziel-/Fragestellung.
Ziel des entwickelten Assessments ist es, grundlegende soziale Prozesse innerhalb einer Mannschaft zu überprüfen, Störungen und Verbesserungspotentiale auf sozialpsychologischer Ebene aufzudecken. Bei der Entwicklung wurde Wert darauf gelegt, dass die eingesetzten verfahren sowohl theoretisch fundiert und validiert sind, sich aber gleichzeitig durch eine hohe Praktikabilität und Ökonomie auszeichnen, um den Aufwand für das jeweilige Team überschaubar zu halten.

Methode (Verfahren, Sample).
Zum Einsatz kommen Interviews, Verhaltensbeobachtungen und Befragungen (Fragebogen, Interview) von Mannschaftsmitgliedern sowie des Trainer- und Betreuerstabs. Der Einsatzbereich der Diagnostik ist nicht beschränkt.

(Zwischen-)Ergebnisse.
Nach den ersten erfolgreichen Durchführungen der TEAMdiagnostik werden aktuell die Methoden und Inhalte weiterentwickelt und optimiert.

Transfer(erwartung).
In einer individuellen Rückmeldung werden den Trainern der Mannschaften die Ergebnisse der TEAMdiagnostik präsentiert und erklärt. In diesem Rahmen werden auch Optimierungsvorschläge zur Verbesserung der Trainings- und Wettkampfarbeit gegeben, um die Leistungsfähigkeit der Mannschaft auch durch Team- und Beziehungskompetenzen zu steigern.

Publikationen:
Ohlert, J. & Zepp, C. (im Druck). Gruppenleistung. In J. Schüler, M. Wegner & H. Plessner (Hrsg.), Lehrbuch Sportpsychologie - Grundlagen und Anwendung. Heidelberg: Springer.

Ohlert, J. & Zepp, C. (2018). 13 Führungsspieler_innen sind mindestens 10 zu viel: Die momentum TEAMdiagnostik als Grundlage für teamentwickelnde Maßnahmen im Mannschaftssport. In U. Borges, L. Bröker, S. Hoffmann, T. Hosang, S. Laborde, R. Liepelt et al. (Hrsg.), Abstractband der 50. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (S. 142). Köln: Deutsche Sporthochschule Köln.

Ohlert, J. & Zepp, C. (2016). Theory based team diagnostics and interventions. In M. Raab, P. Wylleman, R. Seiler, A.-M. Elbe & A. Hatzigeorgiadis (Hrsg.), Sport and exercise psychology research (S. 347-370). London: Elsevier.

Zepp, C., Ohlert, J. & Kleinert, J. (2014). TEAMdiagnostik - Entwicklung und Einsatz einer sportpsychologischen Testbatterie im Mannschaftssport. In R. Frank, I. Nixdorf, F. Ehrlenspiel, A. Geipel, A. Mornell & J. Beckmann (Hrsg.), Performing under pressure (S. 146). Hamburg: Feldhaus.

Zepp, C., Ohlert, J. & Kleinert, J. (2014). "Wir brauchen gar keinen Kapitän…!" Entwicklung eines sportartübergreifenden Assessments zur sportpsychologischen Diagnostik von Sportmannschaften. Leistungssport, 44 (2), 11-16.

Persönlichkeitsentwicklung von Nachwuchsleistungssportler*innen

Projektleitung:
Dr. Jeannine Ohlert

Förderung:
BISp, eigene Arbeiten

Laufzeit:
seit 2015 in verschiedenen Projekten

Projektbeschreibung:
Theoretischer Ansatz. Nachwuchsleistungssportler*innen wachsen häufig in Sportinternaten auf oder haben auch sonst nicht den üblichen Alltag ihrer Altersgenoss*innen, da sie sich in der Regel entweder in der Schule oder beim Training befinden. Es stellt sich die Frage, inwiefern diese starke Strukturierung und Standardisierung des Alltags die Persönlichkeitsentwicklung beeinflusst.

Ziel-/Fragestellung. Einflussfaktoren für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung von Nachwuchsleistungssportler*innen identifizieren.

Methode (Verfahren, Sample). Verschiedene Fragebogenuntersuchungen und Interviewstudien.

(Zwischen-)Ergebnisse. Nachwuchsleistungssportler*innen nehmen eine andere Priorität von Entwicklungsaufgaben wahr als ihre Altersgenoss*innen. Dies wirkt sich zunächst jedoch nicht auf das Wohlbefinden aus. Transfer(erwartung). Aus den Ergebnissen lassen sich Schlüsse für die Betreuung von Nachwuchsleistungssportler*innen im Verbundsystem Nachwuchsleistungssport ziehen.

Publikationen:
Ohlert, J. & Ott, I. (2017). Developmental tasks and well-being in adolescent elite athletes in comparison with recreational/non-athletes. European Journal of Sport Science, 17(10), 1343 1349. doi: 10.1080/17461391.2017.1365935

Ohlert, J., Sulprizio, M., Rau, T. & Allroggen, M. (2016). Nutzung sportpsychologischer, psychotherapeutischer und psychiatrischer Angebote durch deutsche Kadersportlerinnen und –sportler. Zeitschrift für Sportpsychologie, 23(4), 121-130.

Ohlert, J., Kleinert, J., & Linz, L. (2016). Workshops zur Persönlichkeitsentwicklung in der männlichen und weiblichen Jugend des Deutschen Handballbundes (DHB). In Bundesinstitut für Sportwissenschaft (Hrsg.), BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2015/16 (S. 163-166). Hellenthal: Sportverlag Strauß.

Ohlert, J. & Linz, L. (2015). Lernen, dem Druck standzuhalten. Handballtraining (9/10), 20-23.

Ohlert, J. & Kleinert, J. (2014). Entwicklungsaufgaben jugendlicher Elite-Handballerinnen und -Handballer. Zeitschrift für Sportpsychologie, 21 (4), 161-172. doi: 10.1026/1612-5010/a000129.

Pre-Loafing

- Social Loafing in der Vorbereitung auf eine Gruppenaufgabe 

Projektleitung (Kontakt): 
Dr. Jeannine Ohlert (j.ohlertnospam-­dshs-koeln.de)

Laufzeit: 
seit 2008

Projektbeschreibung:
Theoretischer Ansatz.
Menschen dann Social Loafing, wenn ihre eigene Leistung in Gruppenarbeiten nicht eindeutig identifizierbar ist. Bisher nicht beantwortet ist die Frage, inwiefern sich Social Loafing bereits in der Vorbereitung auf eine solche Gruppenaufgabe nachweisen lässt.

Ziel-/Fragestellung.
Social Loafing in der Vorbereitung auf eine Gruppenaufgabe (Pre-Loafing) sowie die Verbindung zwischen Pre-Loafing und Social Loafing nachweisen.

(Zwischen-)Ergebnisse.
Pre-Loafing konnte bei Männern und Frauen in jeweils einem ersten Experiment gefunden werden. Bisher liegen noch keine Ergebnisse zur Verbindung zwischen Pre-Loafing und Social Loafing vor.

Transfer(erwartung).
Wenn Menschen bereits in der Vorbereitung auf eine Gruppenaufgabe faulenzen, wird ihre Leistung, welche bereits in der Aufgabe selbst durch Social Loafing eingeschränkt ist, nochmal durch die unzureichende Vorbereitung reduziert. Dies hat Implikationen für alle Arten von Teamleistungen.

Publikationen: 
Ohlert, J. & Kleinert, J. (2013). Social loafing during preparation for performance situations – The preloafing effect. Social Psychology, 44, 231-237. doi:10.1027/1864-9335/a000107

Ohlert, J. & Kleinert, J. (2011). Soziales Faulenzen während der Vorbereitung auf eine Leistungssituation – Eine experimentelle Studie zum Pre-Loafing Phänomen. In J. Ohlert & J. Kleinert (Hrsg.). Sport vereinT – Psychologie und Bewegung in Gesellschaft (S. 100). Hamburg: Feldhaus.

Ohlert, J. & Kleinert, J. (2010). Pre(paration) loafing: Social Loafing in der Vorbereitung auf eine Gruppenaufgabe. In F. Petermann, U. Koglin (Hrsg.). 47.Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (S. 379). Lengerich: Pabst.

Ohlert, J. (2009). Teamleistung – Social Loafing in der Vorbereitung auf eine Gruppenaufgabe. Hamburg: Dr. Kovac.

Ohlert, J. (2009). Pre(paration) loafing: Social loafing during preparation for a group task. In Benders, J. & Curseu, P. (Hrsg.). Abstracts fort he 13th International Workshop on Teamworking. The dark sides of teams (S. 6). Tilburg: Tilburg University.

Ohlert, J., Hüttner, N. & Ochsmann, R. (2007). Bad performance in sports because of insufficient preparation? - Experimental study about social loafing. In Y. Theodorakis, M. Goudas & A. Papaioannou (Hrsg.). Sport and Exercise Psychology - Bridges between disciplines and cultures (S.164-169). Chalkidiki: University of Thessaly.

Ohlert, J., Hüttner, N. & Ochsmann, R. (2007). Schlechte Leistung durch mangelnde Vorbereitung? – Experimentelle Studien zum Social Loafing. In Fachgruppe Sozialpsychologie (Hrsg.). Tagungsband zur 11. Tagung der Fachgruppe Sozialpsychologie (S.146). Freiburg: Universität Freiburg.

Ohlert, J., Hüttner, N. & Ochsmann, R. (2007). Schlechte Leistung im Sport durch mangelnde Vorbereitung? – Experimentelle Studie zum Social Loafing. In F. Ehrlenspiel, J. Beckmann, S. Maier, C. Heiss & D. Waldenmayer (Hrsg.). Diagnostik und Intervention: Bridging the gap (S.108). Hamburg: Czwalina.

Ohlert, J., Hüttner, N. & Ochsmann, R. (2006). Leistungsabfall durch mangelnde Vorbereitung? – Experimentelle Studie zum Social Loafing. In H. Hecht, S. Berti, G. Meinhardt & M. Gamer (Hrsg.). Experimentelle Psychologie. Lengerich: Pabst.

RanRücken

– Psychosoziale Kompetenzen in der Prävention und Therapie von Rückenschmerzen in der Allgemeinbevölkerung und im Leistungssport 

Projektleitung: 
Prof. Dr. Jens Kleinert

Projektmitarbeiterin (Kontakt):
Johanna Belz (j.belz@dshs-koeln.de)

Förderung:
durch das Bundesinstitut für Sportwissenschaft, Projekt im Forschungsnetzwerk Research Network for Medicine in Spine Exercise (MiSpEx)

Laufzeit:
2015 - 2018

Projektbeschreibung:

Projektteil Therapie
Einleitung: Chronisch unspezifischer Rückenschmerz (CURS) ist ein prävalentes und komplexes Phänomen mit weitreichenden Folgen für die Betroffenen. Die Behandlung des Leidens beinhaltet daher idealerweise biopsychosoziale Inhalte im Rahmen von multimodalen Rehabilitationsprogrammen. Gerade jedoch auf psychosozialer Ebene mangelt es an effektiven und ökonomischen Therapieelementen, weshalb die Überprüfung von neuartigen psychosozialen Therapiebausteinen in der Rehabilitation von CURS indiziert ist. Das Ziel dieser Studie war es daher, die Effektivität psychosozialer Therapiebausteine aus den Bereichen Motivation und Selbstwirksamkeit über mehrere Messzeitpunkte hinweg zu untersuchen.

Methode: In einem längsschnittlichen Design wurde eine Interventionsstudie mit CURS-PatientInnen im Rahmen eines multimodalen Rehabilitationsprogramms durchgeführt. In Kooperation mit einem Physiotherapiedienstleister fungierte ein Therapiezentrum als Interventionsschwerpunkt und den ansässigen PhysiotherapeutInnen wurden die Therapiebausteine zur Motivation und Selbstwirksamkeit in einer Schulung vermittelt. Diese Therapiebausteine wurden dann von den PhysiotherapeutInnen im Rahmen eines Rehabilitationsprogramms implementiert. Darüber hinaus wurde eine Kontrollgruppe erfasst, welche das reguläre Rehabilitationsprogramm durchlief.

Ergebnisse und Diskussion: Die Ergebnisse dieser Studie deuten auf eine Effektivität des multimodalen Rehabilitationsprogramms für CURS hin. Sowohl die Zielvariablen Motivation und Selbstwirksamkeit als auch die Rückenschmerzparameter wiesen eine statistisch signifikante Verbesserung über die Messzeitpunkte auf. Eine mögliche Erklärung für diese Ergebnisse bezieht sich auf den hohen individuellen Therapieanteil der speziell in der ersten Therapiephase im 1:1 Setting präsent war. Die innerhalb des Projekts entwickelten und erprobten Therapiebausteine könnten aufgrund ihrer ökonomischen Einsetzbarkeit und hohen Verständlichkeit als sinnvolle Ergänzung in multimodalen Programmen angesehen werden, wenn sie in weiteren Kontexten untersucht werden.

Projektteil Prävention
Hintergrund: Aufgrund der hohen Prävalenzrate von RS im Leistungssport ist es von großer Bedeutung, RS in diesem Kontext frühzeitig vorzubeugen. Während präventive Rückenübungen im sportspezifischen Training bereits seit geraumer Zeit zum Standard gehören, ist wenig bekannt über die Häufigkeit des selbstorganisierten Rückentrainings (SORT) und über den Einfluss motivationaler Aspekte bei der Durchführung des SORT. Ziel dieser Studie war es herauszufinden, welche motivationalen Faktoren daran beteiligt sind, wenn LeistungssportlerInnen SORT durchführen.

Methode: Im Rahmen einer Querschnittstudie wurden 339 LeistungssportlerInnen verschiedener Sportarten befragt. Als LeistungssportlerInnen galten solche SportlerInnen, die auf dem Leistungsniveau der 1.-3. Bundesliga in ihrem Sport trainierten oder Teil des deutschen Kadersystems (National- oder Landeskader) trainierten. Die Erhebung der Daten erfolgte über eine Fragebogenbatterie, welche psychometrische Fragebögen zu demographischen Daten, SORT, Rückenschmerz, Motivation und Selbstwirksamkeit enthielt.

Ergebnisse und Diskussion: Von den LeistungssportlerInnen gaben 50.7% an, SORT durchzuführen. Die Ergebnisse wiesen zudem darauf hin, dass Verhaltensregulation und Selbstwirksamkeit jeweils eigene Erklärungsanteile für SORT aufweisen und somit unterschiedliche Prozesse der Verhaltensteuerung betreffen: während Verhaltensregulation eher mit grundlegenden Verhaltensentscheidungen verbunden ist (SORT-Durchführung ja/nein) scheint Selbstwirksamkeit bedeutsamer für die Umsetzbarkeit und Einbettung in tägliche oder wöchentliche Routinen.

Transfer: Auf Basis der Forschungsergebnisse der Querschnittstudie war es das Ziel einer darauf folgenden Interventionsstudie, LeistungssportlerInnen dabei zu unterstützen, Handlungs- und Bewältigungspläne bezüglich der Ausführung von SORT zu bilden. Als Unterstützung erhielten die SportlerInnen eine volitionale Praxishilfe, die ihnen mithilfe einer Applikation (App) für mobile Endgeräte zugänglich gemacht wurde. Im Rahmen dieser App wurden die SportlerInnen über einen Zeitraum von 12 Wochen systematisch dazu aufgefordert, Handlungs- und Bewältigungspläne bezüglich des SORT zu entwickeln. Ergebnisse dieser Interventionsstudie stehen derzeit noch aus.

Publikationen:
Belz, J., Heidari, J., Levenig, C., Hasenbring, M., Kellmann, M., & Kleinert, J. (2018). Stress and risk for depression in athletes suffering from back pain: Do age and gender matter? European Journal of Sport Science, 18(7), 1029–1037. doi:10.1080/17461391.2018.1468482

Belz, J., Heidari, J., Levenig, C., Hasenbring, M., Kellmann, M., & Kleinert, J. (2018). Stress and risk for depression in competitive athletes suffering from back pain: Do age and gender matter? In U. Borges, L. Bröker, S. Hoffmann, T. Hosang, S. Laborde, R. Liepelt, . . . M. Raab (Eds.), Abstractband der 50. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (p. 121). Köln: Deutsche Sporthochschule Köln.

Belz, J., Heidari, J., Levening, C., Hasenbring, M., Kellmann, M., & Kleinert, J. (2017). Stress and depression in high-performance athletes with back pain. In C. Zuber, J. Schmid, M. Schmidt, M. Wegner, & A. Conzelmann (Eds.), Gelingende Entwicklung im Lebenslauf. Abstractband der 49. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (pp. 17–18). Bern: Bern Open Publishing.

Kleinert, J., Belz, J., Heidari, J., Levenig, C., Hasenbring, M., & Kellmann, M. (2017). Rückenübungen zu Hause? Verhaltensregulation und Selbstwirksamkeit bei jungen AthletInnen mit und ohne Rückenschmerzen. In C. Zuber, J. Schmid, M. Schmidt, M. Wegner, & A. Conzelmann (Eds.), Gelingende Entwicklung im Lebenslauf. Abstractband der 49. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (pp. 60–61). Bern: Bern Open Publishing.

Kleinert, J., Belz, J., Heidari, J., Levenig, C., Hasenbring, M., & Kellmann, M. (2017). Self-organized exercise to prevent back pain: The role of behavior regulation and self-efficacy in an athlete sample. In S. Gangyan, J. Cruz, & J. C. Jaenes (Eds.), Sport Psychology: Linking theory to practice (p. 537). Sevilla: ISSP.

Kleinert, J., Ott, I., Mierswa, T., Levening, C. G., Wenge, K., Hasenbring, M., & Kellmann, M. (2017). Exercise motivation and non-specific back pain: A comparison of patients and non-patients. Rehabilitation Psychology, 62(3), 363–373. doi:10.1037/rep0000149

Ott, I., Hasenbring, M., Kellmann, M., Levenig, C., Mierswa, T., Kerstin, W., & Kleinert, J. (2015). Motivation for exercise therapy in patients with non-specific back pain. In O. Schmid & R. Seiler (Eds.), Proceedings 14th European Congress of Sport Psychology. Theories and applications for performance, health and humanity (p. 323). Bern: University of Bern.

Ott, I., Hasenbring, M., Kellmann, M., Levening, C., Mierswa, T., & Kleinert, J. (2015). Psycho- in der Physiotherapie? Machbarkeit psychosozialer Therapiebausteine zur Therapiemotivation und Körperwahrnehmung in der Bewegungstherapie. In R. Buschmann-Steinhage (Ed.): Vol. 107. DRV-Schriften, Psychische Störungen - Herausforderungen für Prävention und Rehabilitation. 24. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium (pp. 240–241). Berlin: Dt. Rentenversicherung Bund. 

Reduktion von Aggression durch körperliche Aktivität

Projektleiter: 
Prof. Dr. Jens Kleinert

Projektmitarbeiter (Kontakt): 
MSc. Laura Thomas, Dr. Fabian Pels (f.pels@dshs-koeln.de) 

Förderung: 
im Rahmen des DSHS-Forschungsschwerpunktes ZiP

Laufzeit: 
04/2012 - 03/2015

Projektbeschreibung:
Theoretischer Ansatz.
Bisherige Forschungsergebnisse zeigen, dass der bloße Einsatz von Sport bzw. körperlicher Aktivität Aggression offenbar nicht verringern kann. Notwendig scheint der Einbezug von Moderatoren.


Ziel-/Fragestellung.
In dem vorliegenden Projekt soll untersucht werden, inwiefern verschiedene Aspekte einer Bewegungsaktivität (Gruppen- vs. Einzelsetting; ausgeführte Bewegungsform) als Moderatoren fungieren.

Methode (Verfahren, Sample).
1.   Laborexperimentelle Studie
2.   Feldexperimentelle Studie


Schulsport2020: Gesamtprojekt

Gesamtleitung
Prof. Dr. Jens Kleinert

Steuerungsgruppe
Prof. Dr. Jens Kleinert, Prof. Dr. Thomas Abel, Dr. Britta Fischer, Helga Leineweber, Dr. Fabian Pels, Dr. Eike Quilling, Dr. Bettina Rulofs

Projektmitarbeiter/-innen
Fabienne Bartsch, Mona Mombeck, Merle Müller, Teresa Odipo, Alina Schäfer, Till Stankewitz, Laura Thomas, Dr. Monika Thomas, Dr. Birte von Haaren-Mack, Julia Wolf

Laufzeit

03/2016 – 06/2019

Förderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Mehr Infos: https://www.dshs-koeln.de/schulsport2020/ 

Aktuelle Publikationen: https://www.dshs-koeln.de/schulsport2020/ 

Qualitätsoffensive Lehrerbildung
„Lehrerinnen und Lehrer sind entscheidend  für eine gute Bildung in unserem Land. Sie begleiten Kinder und Jugendliche auf ihrem Bildungsweg und prägen oft ihre Persönlichkeit mit. Es ist daher wichtig, angehende Lehrkräfte bereits an Hochschulen optimal auf die vielvältigen Anforderungen ihres Berufs vorzubereiten“ (BMBF).

Gesamtprojekt: Schulsport2020

Forschungsziel: Im Rahmen der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ ist an der Deutschen Sporthochschule Köln das Projekt Schulsport2020 angesiedelt, das gezielt die Sportlehrer/-innenbildung in den Blick nimmt und sich zum Ziel setzt, diese systematisch und nachhaltig weiter zu entwickeln. Daher fokussiert das Projekt die besonderen, aktuellen Anforderungen an den Sportlehrberuf. Dazu werden einerseits notwendige Handlungskompetenzen systematisch identifiziert und andererseits die praxisorientierte Fortentwicklung der Aus- und Weiterbildung von Lehrer/-innen im Schulfach Sport erprobt, evaluiert und für den Transfer vorbereitet. Die Konzepte und Maßnahmen zielen dabei auf folgende gesellschaftlichen Herausforderungen ab:

  1. Sportlehrer/-innen brauchen vermehrt Kompetenzen zur schülerseitigen Aktivierung eines gesunden und aktiven Lebensstils in einer durch zunehmende Bewegungsferne gekennzeichneten Welt.
  2. Angesichts der zunehmenden Ansprüche an Sportlehrer/-innen benötigen diese Selbstregulierungskompetenzen, um mit den Ansprüchen und damit einhergehenden Stresssituationen im Schulalltag umgehen zu können.
  3. Sportlehrer/-innen benötigen Kompetenzen zum Umgang mit Heterogenität und zur Förderung von Inklusion in einer zunehmend auf Vielfalt und Chancengerechtigkeit ausgerichteten Gesellschaft.

Arbeitsprogramm und Teilziele: Das übergeordnete Ziel des Vorhabens lässt sich vier teils überlappenden Projektphasen mit entsprechenden Teilzielen zuordnen:

Phase (1) hat das Teilziel einer grundlegenden Analyse und Bestandsaufnahme und beantwortet zwei zentrale analytische Fragen:

  • (a)  Welches Wissen, welche Einstellungen und welche Handlungskompetenzen besitzen zentrale Akteure des Schulfachs Sport (Studierende, Dozierende, berufstätige Sportlehrer/-innen sowie Schüler/-innen) in Bezug auf die Vorhabensthemen?
  • (b)  Welche Bildungskonzepte, Zielkataloge sowie Lehr-/Lernmodule bestehen in Einrichtungen der universitären/außeruniversitären Ausbildung sowie der Fort- und Weiterbildung für die drei Vorhabensthemen?

Phase (2) hat das Teilziel der Entwicklung von Bildungskonzepten und Werkzeugen, durch die professionsspezifische Handlungskompetenzen von Sportlehrkräften gefördert werden sollen. Die Spanne angezielter Werkzeuge reicht von lehrbuchartigen Handreichungen, (medialen) Unterrichtsmaterialien, e-learning-Tools bis hin zu online-gestützten Selbstlern- und Selbstreflexionsverfahren. Die entwicklungsleitende Fragestellung dieser Phase ist:

  • (c)  Welche Inhalte und Methoden sind für die Entwicklung von neuen Bildungskonzepten und Lehr-/Lernwerkzeugen in den drei Vorhabensthemen relevant?

In der Beantwortung dieser Frage wird insbesondere geprüft, wie die in Phase (1) analysierte Schulwirklichkeit und Studiumswirklichkeit bei den Neu- und Weiterentwicklungen berücksichtigt werden kann. Auch die Beachtung unterschiedlicher Bildungsphasen bei der Entwicklung der Bildungskonzepte und Lehr-/Lernwerkzeuge besitzt hier hohe Relevanz.

Phase (3) besitzt das Teilziel der Erprobung und Evaluation der zuvor entwickelten Werkzeuge. Aus prozess- und ergebnisevaluativer Sicht ist folgende Frage zentral:

  • (d)  Wie durchführbar (praktikabel) sind die entwickelten Werkzeuge und wie effektiv sind sie im Sinne der angestrebten Professionalisierung in den drei Vorhabensthemen?

Die Umsetzung dieser Phase bedingt und beinhaltet die Integration der Maßnahmen sowohl in das universitäre Ausbildungssystem für Sportlehrkräfte als auch in das Qualitätssystem der DSHS Köln.

Phase (4) besitzt das Teilziel der Nachhaltigkeit und des länderübergreifenden Transfers der neuen Bildungskonzepte und -werkzeuge. Die zentrale Frage dieser Phase ist:

  • (e)  Wie können sinnvolle Kooperations- und Kommunikationsnetzwerke und eine hierauf aufbauende Implementierungs- und Transferstrategie die länderübergreifende Nachhaltigkeit der Maßnahmen gewährleisten? Bei der Beantwortung dieser Frage gilt es nicht nur die relevanten Stakeholder zu identifizieren, sondern insbesondere organisatorische und curriculare Gegebenheiten anderer Universitäten zu berücksichtigen. Der Beirat des vorliegenden Vorhabens (bestehend aus relevanten Verbänden, Organisationen und verschiedenen Universitäten) ist hierfür ein entscheidendes methodisches Mittel.
Schulsport2020: Teilprojekt Motivation und Bewegungsförderung

Teilprojektleitung:
Prof. Dr. Jens Kleinert

Projektmitarbeiterin:
Julia Wolf

Laufzeit:
03/2016 – 06/2019

Projektbeschreibung:

Hintergrund
Der Sportunterricht sollte nach Möglichkeit ein Ort der Bewegungsförderung für Kinder und Jugendliche sein, an welchem sie Freude und Spaß an Bewegung finden. Vor diesem Hintergrund gilt es zunächst einen Überblick über die Motivation von Schüler/-innen im Sportunterricht zu bekommen und deren Emotionen hinsichtlich des Sportunterrichts zu analysieren. Zudem ist es ebenfalls wichtig, die Rolle der Sportlehrkraft als „Motivator/-in im Sportunterricht“ in den Blick zu nehmen.

Die übergreifenden Zielstellungen des vorliegenden Teilprojekts sind demnach:

  1. Die Funktion der Sportlehrkraft als „Motivator/-in“, sowie die Motivation und Gefühlslagen von Schüler/-innen im Sportunterricht zu erfassen
  2. ein bedarfsgerechtes Konzept und hilfreiche Lehr-/Lernwerkzeuge zur Vermittlung der hierfür notwendigen Kompetenzen in der Sportlehrer/-innen(aus-)bildung zu entwickeln und
  3. diese im bestehenden (Aus-)Bildungssystem anzuwenden und langfristig zu implementieren.

Methode

  1. Querschnittstudie Schüler/-innen (Motivation; Gefühlslagen)
  2. Querschnittstudie Sportlehrkräfte (Autonomieunterstützung im Zusammenhang mit Motivation der Schüler/innen)
  3. Erprobung und Evaluation des Einsatzes digitaler Lehr-/Lernwerkzeuge in der Lehre

(Zwischen-)Ergebnisse

Erste Forschungsergebnisse der Querschnittstudie (Schüler) zeigen, dass die meisten Schüler/innen Schulsport als etwas (sehr) Angenehmes erleben. Allerdings fühlt sich auch jede/r vierte bis fünfte Schüler/in überwiegend oder immer eher schlecht. Diese Verteilung verdeutlicht, dass Schulsport sich weniger nur an der Mehrheit der positiv eingestellten Schüler/innen orientieren sollte, sondern gerade die Schüler/innen mit negativen Gefühlslagen stärker in den Mittelpunkt von Veränderungen geraten sollten, denn vermutlich liegt hier das stärkere Verbesserungspotenzial des Schulsports (Kleinert & Wolf, 2017).

Durch die Analyse offener Antwortmöglichkeiten, woran Schülerinnen und Schüler im Sportunterricht Freude empfinden bzw. was ihnen weniger gut gefällt, konnten interessante Ergebnisse erzielt werden. Als Gründe für positives oder negatives Gefühlserleben wurden am häufigsten spezifische Aktivitätsformen (z. B. Fußball, Tanzen) oder spezifische Trainingsformen (z. B. Laufen) genannt. Auch soziale Bedingungen (z. B. Gruppengefühl) waren von Bedeutung. Eine besondere Stellung hatte für das positive Erleben das Thema Spielen und für das negative Erleben das Thema Laufen/Ausdauer (Kleinert & Wolf, 2018).

Ergebnisse der Querschnittstudie (Wolf & Kleinert, 2017) zeigen, dass die selbsteingeschätzte Autonomieunterstützung der Sportlehrkräfte insgesamt in einem positiven Bereich lag. Auf Seiten der Schüler/innen konnte insgesamt festgestellt werden, dass die Aktiven (ob im Verein oder in der Freizeit) insgesamt mehr autonom motiviert sind im Vergleich zu den Inaktiveren (kein Sport). Im  Geschlechtsvergleich konnte zudem festgestellt werden, dass Mädchen sich weniger autonom motiviert einschätzen als Jungen. Zudem wurde festgestellt, dass Mädchen eher von „motivier

Innerhalb der Gruppe der Mädchen lassen sich diejenigen mehr autonom motivieren, die von Lehrkräften unterrichtet werden, die sich selber autonomieunterstützend einschätzen. Bei den Jungen zeigte sich ein gegensätzliches Ergebnis: Diejenigen Jungen, die von Lehrkräften mit hoher selbsteingeschätzter Autonomieunterstützung unterrichtet werden, sehen sich selber eher sozial kontrolliert motiviert (Wolf & Kleinert, 2017; Wolf & Kleinert, 2018).

Transfer/Produktentwicklung

Basierend auf den Forschungsergebnissen sollen Konzepte und Lehr-/Lernwerkzeuge für alle Phasen der Sportlehrkräftebildung entwickelt werden. In einem ersten Schritt fließen die aktuellen Forschungsergebnisse in die Erstellung einer übergreifenden Handreichung zum Thema „Motivation im Schulsport“ ein. Die Handreichung beinhaltet neben Hintergrundinformationen auch anwendungsorientierte Tipps und Übungen, auf die (angehende) Sportlehrkräfte zurückgreifen können.

Im Bereich der Lehr-/Lernwerkzeuge geht es in erster Linie darum, die wichtigsten Aspekte der Motivationspsychologie im Kontext Schulsport in die Lehre an der Hochschule zu integrieren. Die Vermittlung von Wissen ist häufig etwas trocken und wenig ansprechend. Im Gegensatz dazu sollen durch die Reihe „Null Bock auf Schulsport“ auf humorvolle Art und mit einem Augenzwinkern die wichtigsten Aspekte und Methoden der Motivationspsychologie mit Bezug zum Kontext Schulsport in kurzen Erklärvideos verständlich und einfach vermittelt werden. Der erste Einsatz wird im WiSe 2018 erprobt und evaluiert.

Weitere Informationen: https://www.dshs-koeln.de/schulsport2020/teilprojekte/motivation-und-bewegungsfoerderung/

Publikationen (Auszug)

Kleinert, J., & Wolf, J. (2017). Zwischen gelangweilt und begeistert  Gefühlslagen im Schulsport. In J. Kleinert & J. Wolf (Hrsg.), Schulsport2020: Erste Ergebnisse des Projekts und Ausblicke auf eine Weiterentwicklung der Sportlehrer/innenbildung (S. 19–22). Köln: Deutsche Sporthochschule Köln. Kapitel.

Kleinert, J. & Wolf, J. (2018). "Spiele spielen statt immer nur Laufen". Subjektive Gründe für positives und negatives Gefühlserleben im Sportunterricht. In J. Kleinert & J. Wolf (Hrsg.), Schulsport 2020. Aktuelle Forschung und Perspektiven in der Sportlehrerbildung (Brennpunkte der Sportwissenschaft, 40, S. 127-152). Sankt Augustin: Academia. Abstract.

Wolf, J. & Kleinert, J. (2017). "Kommt mein Unterricht an?" Wie schätzen Sportlehrkräfte ihre Motivierungsunterstützung ein und welche Motivationslage haben Schüler/innen im Sportunterricht? In J. Kleinert & J. Wolf (Hrsg.), Schulsport2020: Erste Ergebnisse des Projekts und Ausblicke auf eine Weiterentwicklung der Sportlehrer/innenbildung (S. 23-26). Köln: Deutsche Sporthochschule Köln. Kapitel.

Wolf, J., & Kleinert, J. (2017). Kommt mein Unterricht an? Zusammenhang von selbsteingeschätzter Autonomieunterstützung der Sportlehrkraft und Motivationslage der Schüler/innen im Sportunterricht. Vortrag auf der Fachtagung zur Vernetzung sportfachlicher und -didaktischer Projekte in der Qualitätsoffensive Lehrerbildung  vom 07.-09. Dezember 2017 in Rauischholzhausen, Marburg.

Wolf, J. & Kleinert, J. (2018). Motivation von Schülerinnen und Schülern im Sportunterricht. Unterschiede in Abhängigkeit von Alter, Geschlecht, Schulform und sportbezogener Freizeitaktivität. In J. Kleinert & J. Wolf (Hrsg.), Schulsport 2020. Aktuelle Forschung und Perspektiven in der Sportlehrerbildung (Brennpunkte der Sportwissenschaft, 40, S. 153-170). Sankt Augustin: Academia. Abstract.

Schulsport2020: Umgang mit SportlehrerInnenstress

Teilprojektleitung:
Dr. Fabian Pels

Projektmitarbeiterinnen:
Dr. Birte von Haaren-Mack, Alina Schäfer, Laura I. Thomas

Laufzeit:
03/2016 – 06/2019

Förderung:
Bundesministerium für Bildung und Forschung

Projektbeschreibung: 

Ziel-/Fragestellung
Bisherige Studien zeigen, dass Sportlehrkräfte häufig unter Stress leiden. Daher bestehen die übergeordneten Aufgaben des Teilprojektes „Umgang mit Sportlehrer/-innenstress“ zum einen darin, vertiefend zu untersuchen, (a) wann (angehende) Sportlehrkräfte besonders von Stress betroffen sind, (b) welche Stressbewältigungsstrategien sie besitzen und (c) welche für den Beruf hilfreich erscheinen. Zum anderen sollen auf Basis der Untersuchungsergebnisse (d) Lehr-/Lernwerkzeuge für den Einsatz in allen Phasen der Sportlehrkräftebildung entwickelt und evaluiert werden.

Methode

  1. Systematic review
  2. Validierung von Messinstrumenten
  3. Querschnittstudien
  4. Experimental- und Interventionsstudien

(Zwischen-)Ergebnisse
Die Ergebnisse des systematic Reviews (von Haaren-Mack, Schäfer, Pels, & Kleinert, submitted) zeigen, dass vor allem inadäquate räumliche und materielle Ausstattung, curriculare Vorgaben und der Status von Sportlehrkräften relevante Ursachen von Stress darstellen. Auswirkungen von chronischem Stress zeigen sich in moderaten Burnout-Werten sowie alarmierenden Befunden bezüglich der Stimmgesundheit.

Die Ergebnisse der Querschnittstudie (Schäfer, Pels, von Haaren-Mack, & Kleinert, submitted) zeigen, dass (angehende) Sportlehrkräfte insgesamt ein moderates Stresserleben berichten. Bezogen auf die Nutzung von Copingstrategien verwenden (angehende) Sportlehrkräfte vermehrt Strategien, die den Fokus auf das Positive lenken sowie aktive Strategien. Copingstrategien, die den Fokus auf das Positive lenken, sind negativ mit dem Stresserleben verbunden, wohingegen evasive Copingstrategien positiv mit dem Stresserleben assoziiert sind. Die Copingstrategien wurden dabei mit Hilfe des Brief COPE Fragebogens erfasst, der im Vorfeld validiert worden war (Pels, Schäfer, & von Haaren-Mack, submitted).

Transfer
Die Forschungsergebnisse implizieren Konsequenzen für die Forschung und für die Praxis. Bezogen auf Forschung gilt es in Ergänzung zur Querschnittstudie experimentell zu untersuchen, ob ein kausaler Zusammenhang zwischen den Copingstrategien und dem Stresserleben besteht. Daher wird derzeit ein experimentelles Paradigma zur Untersuchung der Effekte von Copingstrategien auf das Stresserleben erarbeitet.

Basierend auf den Ergebnissen der erfolgten Untersuchungen sollen Produkte für den Einsatz in allen Phasen der Sportlehrkräftebildung entwickelt und evaluiert werden. Die Entwicklung der Produkte erfordert zunächst die Ableitung einer Ausbildungskonzeption, die zu erwerbende Kompetenzen definiert. Darauf aufbauend werden Lehr-/Lernwerkzeuge (Bausteine für die Unterrichtssequenzen, Arbeitsmaterial) für den Erwerb ebendieser Kompetenzen erstellt. Nach Abschluss ihrer Entwicklung werden die Lehr-/Lernwerkzeuge gebündelt in einer Handreichung zusammengefasst.

Mehr Infos: https://www.dshs-koeln.de/schulsport2020/teilprojekte/umgang-mit-sportlehrerinnenstress/

Publikationen (Auszug)

Pels, F., Schäfer, A., & von Haaren-Mack, B. (2018). The factor structure of the Brief COPE: An investigation testing different models among university students. In U. Borges, L. Bröker, S. Hoffmann, T. Hosang, S. Laborde, R. Liepelt,. . . M. Raab (Hrsg.), Abstractband der 50. Jahrestagung der asp (S. 83). Köln: Deutsche Sporthochschule Köln.

Pels, F., Schäfer, A., & von Haaren-Mack, B. (2017). Produkte aus der reflektierten Praxis: Eine Ausbildungskonzeption und Lehr-/Lernwerkzeuge zum Umgang mit Stress bei (angehenden) Sportlehrkräften. In G. Wolfswinkler & N. Velibeyoglu (Hrsg.), IMPULSE 2017: Perspektiven & Herausforderungen für die Lehrerbildung in NRW (S. 11).

Schäfer, A., Pels, F., & Kleinert, J. (2018). Theory-based development of an experimental paradigm to examine the influcence of coping on stress. In EHPS (Ed.), 32nd Conference of the EHPS Health psychology across the lifespan: Uniting resesarch, practice and policy. Conference abstracts (S. 240).

Schäfer, A., Pels, F., & von Haaren-Mack, B. (2018). Stress und psychisches Befinden bei (angehenden) Sportlehrkräften in NRW. In J. Kleinert & J. Wolf (Hrsg.), Brennpunkte der Sportwissenschaft: Band 40. Schulsport 2020: Aktuelle Forschung und Perspektiven in der Sportlehrerbildung (S. 111–126). Sankt Augustin: Academia.

Schäfer, A., Pels, F., von Haaren-Mack, B., & Kleinert, J. (2017). Stress und Stressbewältigung bei (angehenden) Sportlehrkräften: Empirische Untersuchungen und Ableitungen von Lehr-/Lernwerkzeugen im Projekt „Schulsport2020“. Vortrag auf der Fachtagung zur Vernetzung sportfachlicher und -didaktischer Projekte in der Qualitätsoffensive Lehrerbildung vom 07.-09. Dezember 2017 in Rauischholzhausen, Marburg. 

Schäfer, A., Pels, F., Haaren-Mack, B. v., & Kleinert, J. (2017). Stresserleben und Stressbewältigungsstrategien bei Sportlehramtsstudierenden und ausgebildeten Lehrkräften. In A. Schorr (Ed.), Health Psychology 2017: Kurzfassungen (S. 247–249). Lengerich: Pabst Science Publishers.

von Haaren-Mack, B., Schäfer, A. & Pels, F. (2018). Ursachen und Auswirkungen von Stress bei Sportlehrkräften - eine Literaturübersicht. In J. Kleinert & J. Wolf (Hrsg.), Schulsport 2020. Aktuelle Forschung und Perspektiven in der Sportlehrerbildung (Brennpunkte der Sportwissenschaft,40, S. 91-110). Sankt Augustin: Academia.

von Haaren-Mack, B., Pels, F., Schäfer, A., & Kleinert, J. (2017). Stressoren bei Sportlehrkräften - erste Ergebnisse einer systematischen Überblicksarbeit. In C. Zuber, J. Schmid, M. Schmidt, M. Wegner, & A. Conzelmann (Hrsg.), Gelingende Entwicklung im Lebenslauf. Abstractband der 49. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp) vom 25. bis 27. Mai 2017 in Bern (S. 120–121). Bern: Bern Open Publishing.

Sexualisierte Gewalt im Sport

Projektleitung:
Dr. Bettina Rulofs (Institut für Soziologie und Genderforschung; alle Projekte) und Dr. Jeannine Ohlert (BISp, eigene Arbeiten)

Projektmitarbeiter/innen:
nicht in der Abteilung

Studentische Mitarbeiter/innen:
nicht in der Abteilung

Förderung:
BMBF, BISp, Erasmus +, eigene Arbeiten

Laufzeit:
seit 2015 in verschiedenen Projekten

Projektbeschreibung:
Theoretischer Ansatz. Sexualisierte Gewalt im Sport ist trotz einer Häufung veröffentlichter Fälle in den letzten Jahren ein Phänomen, das häufig von verantwortlichen Personen in Sportverbänden und –vereinen ignoriert wird. Forschung zu fördernden und hemmenden Bedingungen soll dabei helfen, das Thema präsenter zu machen und gleichzeitig Präventionsansätze zu liefern.

Ziel-/Fragestellung. Grundlegende Zahlen zu sexualisierter Gewalt im Sport liefern und zudem fördernde und hemmende Bedingungen identifizieren. Methode (Verfahren, Sample). Verschiedene Fragebogenuntersuchungen und Interviewstudien.

(Zwischen-)Ergebnisse. Insgesamt 37% der deutschen Kaderathlet*innen haben in ihrem Leben sexualisierte Gewalt im Sport erfahren. Weitere Detailergebnisse liegen vor und können u.a. den unten angeführten Publikationen entnommen werden.

Transfer(erwartung). Die Ergebnisse der Projekte werden direkt in Handlungsempfehlungen für Sportorganisationen auf den verschiedenen Ebenen umgesetzt.

Publikationen:
Allroggen, M., Ohlert, J. & Rulofs, B. (2018). Bewusstsein schaffen in Sportvereinen. epd Dokumentation (32-33/2018), 72–81.

Allroggen, M., Ohlert, J., Gramm, C. & Rau, T. (2016). Erfahrungen sexualisierter Gewalt von Kaderathlet/-innen. In: B. Rulofs (Hrsg.). „Safe Sport“ – Schutz von Kindern und Jugendlichen im organisierten Sport in Deutschland: Erste Ergebnisse des Forschungsprojektes zur Analyse von Häufigkeiten, Formen, Präventions- und Interventionsmaßnahmen bei sexualisierter Gewalt (S. 9-12). Abruf unter https://www.dsj.de/fileadmin/user_upload/Handlungsfelder/ Praevention_Intervention/sexualisierte_Gewalt/SafeSport-Ergebnisbericht_23.11.2016-Final.pdf

Ohlert, J. & Rulofs, B. (2018). Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im Sport. vorgänge. Zeitschrift für Bürgerrechte und Gesellschaftspolitik, 57 (223), 93-104.

Ohlert, J. & Schröer, M. (im Druck). Sexualisierte Gewalt im Sport. In: K. Staufenbiel, M. Liesenfeld & B. Lobinger, Angewandte Sportpsychologie im Leistungssport. Göttingen: Hogrefe.

Ohlert, J., Rau, T., Rulofs, B. & Allroggen, M. (under review). Comparison of elite athletes’ sexual violence experiences in and outside sport. Journal of Interpersonal Violence.

Ohlert, J., Rau, T., Rulofs, B., & Allroggen, M. (2017). Prävalenz und Charakteristika sexualisierter Gewalt im Spitzensport in Deutschland. Leistungssport, 47(3), 44-47.

Ohlert, J., Seidler, C., Rau, T., Rulofs, B. & Allroggen, M. (2018). Sexual violence in organized sport in Germany. German Journal of Exercise and Sport Research, 48 (1), 59-68. doi: 10.1007/s12662-017-0485-9

Ohlert, J., Sulprizio, M., Rau, T. & Allroggen, M. (2016). Nutzung sportpsychologischer, psychotherapeutischer und psychiatrischer Angebote durch deutsche Kadersportlerinnen und –sportler. Zeitschrift für Sportpsychologie, 23(4), 121-130.

Rulofs, B., Hartmann-Tews, I., Bartsch, F., Breuer, C., Feiler, S., Ohlert, J., Rau, T., Schröer, M., Seidler, C., Wagner, I. & Allroggen, M. (2019). Sexualisierte Gewalt im Sport – Prävalenz und Strukturen der Prävention im organisierten Sport in Deutschland. In M. Watzlawick, H.-J. Voß, A. Retkowski, A. Henningsen & A. Dekker (Hrsg.), Sexuelle Gewalt in pädagogischen Kontexten. Aktuelle Forschungen und Reflexionen (71-88). Wiesbaden: Springer VS.

Rulofs, B., Hartmann-Tews, I., Bartsch, F., Lamby, E., Lautenbach, P., Ohlert, J., Rau, T., Schröer, M., Seidler, C., Wagner, I. & Allroggen, M. (2018). Handlungsempfehlungen für Landessportbünde zur Prävention von und Intervention bei sexualisierter Gewalt im Sport entwickelt durch den Forschungsverbund »Safe Sport«. Frankfurt: Deutsche Sportjugend im DOSB.

Rulofs, B., Hartmann-Tews, I., Bartsch, F., Lamby, E., Lautenbach, P., Ohlert, J., Rau, T., Schröer, M., Seidler, C., Wagner, I. & Allroggen, M. (2018). Handlungsempfehlungen für Spitzenverbände zur Prävention von und Intervention bei sexualisierter Gewalt im Sport entwickelt durch den Forschungsverbund »Safe Sport«. Frankfurt: Deutsche Sportjugend im DOSB.

Rulofs, B., Hartmann-Tews, I., Bartsch, F., Lamby, E., Lautenbach, P., Ohlert, J., Rau, T., Schröer, M., Seidler, C., Wagner, I. & Allroggen, M. (2018). Handlungsempfehlungen für Verbände mit besonderen Aufgaben zur Prävention von und Intervention bei sexualisierter Gewalt im Sport entwickelt durch den Forschungsverbund »Safe Sport«. Frankfurt: Deutsche Sportjugend im DOSB.

Rulofs, B., Hartmann-Tews, I., Bartsch, F., Lamby, E., Lautenbach, P., Ohlert, J., Rau, T., Schröer, M., Seidler, C., Wagner, I. & Allroggen, M. (2018). Handlungsempfehlungen für das Verbundsystem Nachwuchsleistungssport zur Prävention von und Intervention bei sexualisierter Gewalt im Sport entwickelt durch den Forschungsverbund »Safe Sport«. Frankfurt: Deutsche Sportjugend im DOSB.

Rulofs, B., Hartmann-Tews, I., Bartsch, F., Lamby, E., Lautenbach, P., Ohlert, J., Rau, T., Schröer, M., Seidler, C., Wagner, I. & Allroggen, M. (2018). Handlungsempfehlungen für Sportvereine zur Prävention von und Intervention bei sexualisierter Gewalt im Sport entwickelt durch den Forschungsverbund »Safe Sport«. Frankfurt: Deutsche Sportjugend im DOSB.

Rulofs, B., Hartmann-Tews, I., Bartsch, F., Ohlert, J., Rau, T., Schröer, M., Seidler, C., Wagner, I. & Allroggen, M. (2017). Sexualisierte Gewalt im organisierten Sport – das Forschungsprojekt »Safe Sport«. Leistungssport, 47(2), 22-23.

Rulofs, B., Ohlert, J. & Allroggen, M. (2018). Gewalterfahrungen im Sport – Normal- oder Problemfall? Zeitschrift Schüler – Wissen für Lehrer, (1), 100-102.

Rulofs, B., Ohlert, J., Wagner, I. & Hartmann-Tews, I. (2017). Sexualisierte Gewalt im Sport und das Engagement der Sportverbände zur Prävention. IMPULSE -- Das Wissenschaftsmagazin der Deutschen Sporthochschule Köln, (1), 18-23.

Seidler, C., Ohlert, J., Rau, T., Fegert, J.M. & Allroggen, M. (2017). Veränderung der Selbstwirksamkeitserwartung durch Präventionsarbeit im Team – ein Pilotprojekt. Leistungssport, 47(2), 24-26.

Sportpsychologische Betreuung der U15 und U17...

Sportpsychologische Betreuung der U15 und U17 Mädchenfußball-Auswahlmannschaften in NRW 

Projektleitung: 
Univ-Prof. Dr. Jens Kleinert

Projektmitarbeiter (Kontakt): 
Dr. Jeannine Ohlert (j.ohlertnospam-­dshs-koeln.de)

Förderung: 
Sportstiftung NRW

Laufzeit: 
2008-2016

Projektbeschreibung:
Betreuungsansatz
Sportpsychologische Betreuung wird in der Regel erst für erwachsene Sportlerinnen und Sportler im Elitebereich durch die Olympiastützpunkte gewährleistet. Viele jugendliche Leistungssportler fallen jedoch bereits aus dem Elitesportbereich heraus, weil sie auf mentaler Ebene überfordert sind. Sportpsychologische Betreuung sollte aus diesem Grund bereits präventiv im Jugendalter durchgeführt werden, um Ressourcen zu stärken (salutogenetischer Ansatz), anstatt erwachsene Sportler mit mentalen Problemen zu behandeln (pathogenetischer Ansatz).

Zielstellung
Ziel der Betreuungsmaßnahme ist es, die jungen Spielerinnen für sportpsychologische Arbeit zu sensibilisieren und zudem auf die Belastungen des Leistungssports vorzubereiten.

Methode (Verfahren, Sample)
Auf verschiedenen Lehrgängen der U15 und U17 Auswahlen werden Gruppenworkshops zu verschiedenen sportpsychologischen Themen sowie Einzelgespräche im Hinblick auf aktuelle Belastungen durchgeführt. Des Weiteren erfolgt eine sportpsychologische Beratung der beteiligten Trainerinnen.

(Zwischen-)Ergebnisse
Die Betreuung wird sowohl von Spielerinnen als auch Trainerinnen sehr gut angenommen. Eine Fortführung des Projekts über 2012 hinaus wird von allen Beteiligten gewünscht.

Transfer(erwartung)
Den Spielerinnen werden Kompetenzen vermittelt, die sie sowohl im Rahmen ihrer Sportkarriere als auch in Bezug auf die eigene berufsbezogene Entwicklung langfristig und selbständig einsetzen können.

Publikationen:
Ohlert, J. (2013). Konzeption und Evaluation einer sportpsychologischen Lehrgangsbetreuung im Mädchenfußball. Leistungssport, 43(4), 37-42.

Ohlert, J. & Kleinert, J. (2013). Evaluation of a sport psychological group intervention in girls' football. In FREE (Football Research in an enlarged Europe) (Hrsg.),Women's football. Played. Watched. Talked about. (S. 17-18). Kopenhagen: University of Copenhagen.

Teambuilding in Gesundheitssportgruppen

- Effekte auf Kohäsion und deren Wirkmechanismen - 

Projektleiter: 
Prof. Dr. Jens Kleinert, Prof’in Dr. Birna Bjarnason-Wehrens

Projektmitarbeiter (Kontakt): 
Chloé Kleinknecht (Doktorandin, kleinknechtnospam-­dshs-koeln.de), Janek Zachow (Doktorand)

 Projektbeschreibung:
Theoretischer Ansatz
Für die positiven Effekte der ambulanten Herzgruppen sind die regelmäßige und langfristige Teilnahme die bedeutsamsten Faktoren. Bedauerlicherweise finden sich geringe Teilnahmewerte und hohe Dropout-Zahlen (Oldridge, 1991). Im Kontext des Freizeitsports haben sich in der Vergangenheit vor allem soziale Faktoren (Gruppenkohäsion) für das Adhärenzverhalten als bedeutsam erwiesen. Wenige Untersuchungen zeigen Zusammenhänge von Kohäsion und Adhärenz im Rehabilitationssport (Fraser & Spink, 2002). Im Herzsport ist bislang unklar, welche Rolle die wahrgenommene Kohäsion in der Herzsportgruppe bezüglich der Adhärenzrate spielt.

Ziel-/Fragestellung
Ziel der vorliegenden Studie ist daher die Untersuchung des Einflusses von Gruppenkohäsion auf die Adhärenz in Herzgruppen über einen Zeitraum von mehreren Wochen. Weiterhin soll im Rahmen dieser Studie der Fragebogen zur Wahrgenommenen Gruppenkohäsion – Freizeit und Gesundheitssport validiert werden.

Methode (Verfahren, Sample)
Mit Hilfe des Fragebogens zur Kohäsion im Gesundheit- und Freizeitsport (KGF), einer deutschen Übersetzung des PAGEQ (Physical Activity Group Environment Questionnaire; Estabrooks &Carron, 2000) wurde in drei Rehabilitationseinrichtungen in Köln, Ennepetal und Düsseldorf bei 260 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ambulanter Herzgruppen (M = 69.1; SD = 9.4 Jahre) der wahrgenommene Gruppenzusammenhalt erhoben. Anschließend folgte eine Überprüfung der Anwesenheit durch die Kursleiter über 7 Wochen. Es kamen weitere Fragebögen zum Einsatz, welche als Außenkriterien Aussagen zur Vailidität des (KGF) treffen werden.

(Zwischen-)Ergebnisse
Durchschnittlich waren die Teilnehmer/innen innerhalb von 7 Wochen 5 mal anwesend. Die ersten Analysen zeigen, dass keiner der vier Kohäsionsfaktoren einen signifikanten Beitrag zur Vorhersage der Anwesenheit über 7 Wochen leistet. Die vorliegenden Befunde weisen jedoch darauf hin, dass Kohäsion Adhärenz im Herzsport nicht unmittelbar, sondern nur unter bestimmten Bedingungen (z. B. Bedeutsamkeit des Geselligkeitsmotivs) beeinflusst.

Transfer(erwartung).
Angelehnt an die Ergebnisse der Studie sollen geeignete Teambuildingmaßnahmen entwickelt werden, die soziale Prozesse hier insbesondere Gruppenkohäsion in Freizeit- und Gesundheitssportgruppen derart zu fördern, dass die Motivation zum Sporttreiben langfristig aufrechterhalten bleibt.

Publikationen:
Kleinert, J., Kleinknecht, C., Bjarnason-Wehrens, B., Karoff, M., & Zachow, J. (2010). Individuelle und soziale Zielorientierungen in Herzgruppen: Welche Zusammenhänge bestehen zu Geschlecht und physischem Selbstkonzept? In I. Hartmann-Tews, B. Dahmen, & D. Emberger (Eds.), Brennpunkte der Sportwissenschaft. Gesundheit in Bewegung: Impulse aus Geschlechterperspektive(pp. 127-133). Sankt Augustin: Academia Verlag.

Kleinert, J., Kleinknecht, C., Bjarnason-Wehrens, B., Karoff, M., & Zachow, J. (2010). Sind Zielsetzungen im Herzsport abhängig von Geschlecht und Selbstkonzept? In I. Hartmann-Tews, B. Dahmen, & D. Emberger (Eds.), gender and health in motion Gesundheit, Bewegung und Geschlecht aus interdisziplinärer Perspektive.Symposium. 1. -2. Juli 2010 (p. 40). Köln.

Kleinknecht, C., Kleinert, J., Ohlert, J., & Bjarnason-Wehrens, B. (2010). Herzlich vereint - Auswirkungen von Kohäsionswahrnehmung auf die Adhärenz in Herzsportgruppen. In G. Amesberger, T. Finkenzeller, & S. Würth (Eds.), Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft: Vol. 201. Psychophysiologie im Sport - zwischen Experiment und Handlungsoptimierung. 42. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp) vom 13.-15. Mai 2010 in Salzburg. Abstractband (p. 108). Hamburg: Feldhaus Verlag, Edition Czwalina.

Kleinknecht, C., Kleinert, J., Ohlert, J., & Bjarnason-Wehrens, B. (2010). Kohäsionswahrnehmung in Herzgruppen und die Auswirkung auf das Adhärenzverhalten. In I. Pahmeier & G. Blumhoff (Eds.), Qualität im Handlungsfeld Sport und Gesundheit. Jahrestagung der dvs-Komission Gesundheit (p. 20).

Ohlert, J., Kleinknecht, C., & Kleinert, J. (2009). Erfassung von Gruppenkohäsion im Freizeit- und Gesundheitssport: Der KIT-FG. In I. Pfeffer & D. Alfermann (Eds.),Menschen in Bewegung - Sportpsychologie zwischen Tradition und Zukunft. Abstractband zur 41. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp) vom 21.-23. Mai 2009 in Leipzig (p. 115). Hamburg: Cwalina.

Ohlert, J., Kleinknecht, C., & Kleinert, J. (2010). Erfassung von Gruppenkohäsion im Gesundheitssport: Eine kritische Betrachtung des PAGEQ. In G. Amesberger, T. Finkenzeller, & S. Würth (Eds.), Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft: Vol. 201. Psychophysiologie im Sport - zwischen Experiment und Handlungsoptimierung. 42. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp) vom 13.-15. Mai 2010 in Salzburg. Abstractband (p. 143). Hamburg: Feldhaus Verlag, Edition Czwalina.

Zachow, J., Kleinknecht, C., Kleinert, J., Karoff, M., & Bjarnason-Wehrens, B. (2011). Patientencharakteristik der Teilnehmer an ambulanten Herzsportgruppen unter besonderer Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Unterschiede. Herzmedizin, 28(2), 87-88.

Zarba, C. (2010). Zum Zusammenhang der Kohäsionswahrnehmung in Herzsportgruppen und ausgewählten motivationalen Parametern (Bachelorarbeit). DSHS Köln, Köln.

The bright side of dark introjection

Projektleiter:
Dr. Anna Wasserkampf

Projektbeteiligte:
Prof. Dr. Jens Kleinert

Förderung:
Eigenfinanziert

Projektbeschreibung
Als eine Form der Motivation bezieht sich die introjizierte Regulation auf Verhaltensweise, die internen Anstößen und innerem Druck folgen oder für die Selbstachtung relevant sind (Deci & Ryan, 1985, 2000). Phänomenologisch wird die introjizierte Regulationsform durch die Themen Schuld, Scham oder Egoorientierung beschrieben und gehört konzeptuell zu den kontrollierten Motivationstypen. Empirisch und kontextübergreifend zeigt die introjizierte Regulation jedoch meist positive Korrelationen zu autonomen Motivationstypen (insbesondere der identifizierten Regulation) statt zu kontrollierter Motivation (z.B. externale Regulationsform; Pelletier et al., 1995, 1998; Wilson et al., 2004). Auch sind die Zusammenhänge von introjizierter Regulation und Verhalten oftmals positiver als die theoretischen Annahmen der Selbstbestimmungstheorie (SDT) vermuten lassen (Deci, & Ryan, 2000). Was stimmt hier nicht? Konzeptualisieren oder operationalisieren wird introjizierte Regulation falsch? Ist kontrollierte Motivation vielleicht doch gar nicht so „schlimm“ wie oftmals angenommen?

Ziel
Das übergeordnete Ziel des Projekts ist eine umfassende Untersuchung des Konstruktes introjizierte Regulation über verschiedene Kontexte hinweg (Sport/Bewegung; Gesundheit; Arbeit/Organisation; Schule/Universität). Hierfür sollen (1) theoretische Definitionen und (2) Operationalisierungen (d.h. Fragebogenskalen) der introjizierten Regulation verglichen werden.  Sich im Vergleich ergebene Widersprüche sollen diskutiert und hierauf aufbauend theoretische Annahmen der SDT gegebenenfalls erweitert werden. Ebenfalls sollten Messinstrumente zur Erfassung der introjizierten Regulation überarbeitet oder neu entwickelt werden. Letztlich würde dies eine präzisere Einsicht in die Funktion und Rolle der introjizierten Regulation während der Verhaltensausübung ermögliche.

Arbeitsprogramm

  1. Scoping review zu kontextübergreifenden Definitionen und Messinstrumenten der introjizierten Regulation
  2. Konstrukteingrenzung- und beschreibung
  3. Erweiterung theoretischer Annahmen der Selbstbestimmungstheorie
  4. Adaption von bestehenden/Entwicklung von Messinstrumenten
  5. Empirische Untersuchungen zur Ursache, Konsequenz, Klärung und „Lösung“ des theorie-inkonsistenten Phänomens

Literatur

Wasserkampf, A., & Kleinert, J. (2018). The bright side of dark introjection – a trans-contextual systematic review on the conceptualization and operationalization of introjected regulation. In 32nd Conference of the European Health Psychology Society Health Psychology across the lifespan: Uniting research, practice and policy, EHPS, (S. 308), 21.-25. August 2018 in Galway: University of Ireland.

Wasserkampf. A., & Kleinert, J. (2018). Introjektion zwischen gut und böse: Konzeptualisierung und Operationalisierung der introjizierten Regulation auf Basis ausgewählter Literatur. In U. Borges, L. Bröker, S. Hoffmann, T. Hosang, S. Laborde, R. Liepelt, et al., (Eds.). Abstractband der 50. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie, asp, (S.108-109), 10.-12. Mai 2018 in Köln. Deutsche Sporthochschule Köln

Truck active - Gesundheitsförderung bei Berufskraftfahrern

Projektleitung: 
Prof. Dr. Jens Kleinert

Projektmitarbeiterin (Kontakt):
Angeli Gawlik (a.gawliknospam-­dshs-koeln.de), Martin Boss, Chloé Chermette,

Laufzeit:
2017

Projektbeschreibung:
Theoretischer Hintergrund
Berufsspezifische Belastungen bei Berufskraftfahrern sind vielfältig und gesundheitlich bedeutsam. Es lassen sich sowohl typische physische als auch typische psychische Belastungen unterscheiden. Neben Zeitdruck durch Arbeit- oder Auftraggeber, schwer einzuschätzenden Straßen- und Witterungsverhältnissen sowie hohen Umgebungsbelastungen durch Lärm, Hitze, Lichtverhältnissen und Abgasen, spielen körperliche Belastungen und Bewegungsmangel, ungünstige Arbeitszeiten durch Schicht- und Wochenenddienst, sowie die soziale Isolation und psychosoziale Belastungen eine wichtige Rolle (Michaelis, 2008).

Diese hohen Arbeitsbelastungen scheinen relevante Auswirkungen auf die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Fahrer zu haben (Bundesamt für Güterverkehr BAG, 2011). Dies äußert sich nicht selten in Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems sowie psychischen Erkrankungen (vgl. Techniker Krankenkasse, 2014). So zeigt die aktuelle Literatur, dass fast die Hälfte der Fahrer an einer chronischen oder kardiovaskulären Krankheit leiden (Gilson, Pavey, Vandelanotte, Duncan, Gomersall, Trost et al. 2016). In dieser Branche liegt sogar eine Übergewichtsquote von 85% vor (Apostolopoulos, Sönmez, Shattell, Haldeman, Strack, & Jones, 2011). Ebenso leiden Fahrer auch sehr häufig an Erschöpfungssymptomen (Wiegand, Hanowski, & McDonald, 2009). Erschöpfungs- und Erholungsprobleme gehen außerdem mit einer verdoppelten Wahrscheinlichkeit für erkrankungsbedingte Arbeitsunfähigkeit einher (De Croon, Sluiter & Frings-Dresen, 2003). Im Vergleich mit anderen Berufsbranchen führt diese Situation dazu, dass man bei Berufskraftfahrern eine überdurchschnittlich hohe Anzahl von Arbeitsunfähigkeitstagen und vorzeitige Renteneintritten beobachtet (Bundesamt für Güterverkehr BAG, 2011). 

Ziel-/Fragestellung
Die Interventionsstudie zielt darauf ab, verschiedene Coaching-Konzepte für Berufskraftfahrer durchzuführen und hinsichtlich motivationaler (z.B. Internalisierung) und volitionaler Aspekte (z.B. Selbstwirksamkeit) und den Effekt auf die eigene motivationale Lage und das Aktivitätsverhalten zu evaluieren.

Methode (Verfahren, Sample)
Die Trucker bekommen ein von der Daimler AG entwickeltes Fitnessgerät, das sie in der Fahrerkabine ihres Trucks benutzen können. Je nach Studiengruppe bekommen sie einen Coach an die Hand, der unterschiedliche motivationale und volitionale Themen in sogenannten Speed-Coachings (Kurztelefonate, 10-12 Minuten) mit ihnen bespricht. Anhand der gesammelten Skalierungsantworten während des Gesprächs und weiterer fragebogenbasierter Daten via App werden verschiedene Messzeitpunkte ausgewertet und so die  Effekte verschiedener Coaching-Konzepte auf die persönliche motivationale Lage der Trucker und das Bewegungsverhalten untersucht. 

 

 

Dissertationsprojekte

Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen auf Verhaltensregulation

- im Arbeitskontext -

Projektleitung: 
Prof. Dr. Jens Kleinert

Project Management (Kontakt):
Carolin Krabbe, MSc. Health & Social Psychology (c.krabbe@dshs-koeln.de) 

Projektbeschreibung:
Theoretischer Ansatz
Motivation im Arbeitskontext ist seit vielen Jahren ein Thema von großem Interesse. Eine der führenden Motivationstheorien ist die Self Determination Theory von Deci & Ryan. Diese unterscheidet zwischen kontrollierten und selbstbestimmten Motivationsformen (Verhaltensregulationen). Die Verhaltensregulation der Arbeitnehmer bestimmt unter anderem deren Leistung, Engagement, Verpflichtung gegenüber dem Arbeitgeber, sowie allgemeines Wohlbefinden (Deci et al., 2001; Deci, Connell, & Ryan, 1989; Gagné & Deci, 2005). Wenig erforscht sind jedoch grundlegende Faktoren, die die Verhaltensregulation bestimmen. Daher wird mit der aktuellen Studie der Einfluss von stabilen Persönlichkeitsmerkmalen auf die Verhaltensregulation im Arbeitskontext untersucht.

Ziel/Fragestellungen
Bestimmen stabile Persönlichkeitsmerkmale von Arbeitnehmern die Verhaltensregulation im Arbeitskontext?

Methode (Verfahren/Sample)
Querschnittstudie (Fragebogenstudie/regionale Arbeitnehmer)

 

 

Motivationales und volitionales Gesundheitscoaching

- eine Methode zur gesundheitlichen Verhaltensänderung mit dem Ziel der Steigerung des Bewegungsverhaltens (im betrieblichen Kontext) 

Betreuer:
Prof. Dr. Jens Kleinert

Doktorandin:
Angeli Gawlik

Beschreibung des Dissertationsvorhabens:

Laut des statistischen Bundesamtes arbeiteten Vollzeiterwerbstätige in den letzten Jahren rund 41 Stunden pro Woche, davon arbeiten 11,4% mehr als 48 Stunden und verbringen damit fast 10 Stunden eines Tages am Arbeitsplatz. (Langes) Arbeiten kann sowohl die Gesundheit (in Form von Selbstbestärkung, sozialen Kontakten) fördern als auch durch Gefährdungsfaktoren (in Form von immensen Arbeitszeiten oder psychosozialen Belastungen) bedrohen. Auch laut der Ottawa-Charta haben die sich verändernden Arbeitsbedingungen neben Lebens- und Freizeitbedingungen einen bedeutenden Einfluss auf die Gesundheit (WHO, 1986). Eine Möglichkeit um die Work-Life-Balance beizubehalten bzw. wieder herzustellen, heißt betriebliche Gesundheitsförderung und definiert sich über eine gesunde und gesundheitsfördernde Gestaltung der Arbeit (Faller, 2017). Eine solche Gestaltung betrifft die Integration gesundheitsfördernder Maßnahmen in den beruflichen Alltag. Eine derartige Maßnahme, um gesundheitsförderndes Verhalten zu bestärken, ist das Motivations- und Volitions-Coaching. Im motivationsbezogenen Coaching werden durch verschiedene Strategien (z.B. Zielsetzung, Besprechung positiver und negativer Konsequenzerfahrungen) motivationale Prozesse bestärkt, die eine Intention zur Verhaltensänderung bilden. Im volitionsbezogenen Coaching werden durch weitere Strategien (z.B. Barrierenmanagement, Implementierungsintentionen) volitionale Prozesse gefördert, die die Implementierung und Umsetzung der Intention bestärken. Ziel dieses Promotionsvorhabens ist es, die Effektivität von motivationalen und volitionalen Techniken im Rahmen von Gesundheitscoachings (Dejonghe et al., 2017) zu untersuchen, die zu einer gesundheitlichen Verhaltensänderung (im beruflichen Kontext) führen.  In der ersten durchgeführten Evaluationsstudie mit der Zielgruppe der Berufskraftfahrer soll mit motivationalen und volitionalen Gesundheitscoaching der Fragestellung nachgegangen werden, ob eine erste motivationsbezogene Coaching-Phase (zwei telefonbasierten Speed-Coachings, 10-15 Min.) ausreicht, um das Bewegungsverhalten zu steigern, oder ob eine zusätzliche volitionsbezogene Phase (zwei weiterer Speed-Coachings) notwendig ist. Erste Analysen zeigen, dass das Gesundheitscoaching im Vergleich zu einer Kontrollgruppe keine positiven Effekte auf das Bewegungsverhalten hat. Dieser ausbleibende Effekt kann auf die kurze Dauer der Coachinggespräche oder auf das Kompetenzniveau der Coaches (MA-Studierende) zurückzuführen sein. 

Darauf aufbauend beinhaltet die zweite Teilstudie im Rahmen der Promotion ebenso das motivations- und volitionsbezogene Gesundheitscoaching, aufgrund der ausgebliebenen Effekte werden in dieser Studie jedoch face-to-face Coachinggespräche stattfinden. Wie in der ersten Studie wird unter Anwendung verschiedener motivationaler und volitionaler Techniken versucht, eine gesundheitliche Verhaltensänderung in Form eines gesteigerten Bewegungsverhaltens zu erzielen.

Die dritte und letzte Teilstudie inkludiert ebenso das motivationsbezogene und volitionsbezogene Gesundheitscoaching, der Unterschied zu den ersten beiden Studien ist hingegen die Durchführung dieses Coachings in Kleingruppen. Alle Kleingruppen dieser Studie nehmen an einem Präventionsprogramm mit einer mehrmonatigen Trainingsphase mit Einheiten zur gesunden Ernährung, Bewegung und Entspannung teil. Ergänzend zu diesen drei Themen wird für die Interventionsgruppe das zusätzliche Thema Motivation, bestehend aus motivations- und volitionsbezogenen Coachinggesprächen unter Verwendung verschiedener oben beschriebener Techniken angeboten.

Stress and mental health in competitive athletes

Betreuer
Prof. Dr. Jens Kleinert 

Doktorandin: 
Johanna Belz (j.belz@dshs-koeln.de)

Beschreibung des Dissertationsvorhabens:

There is strong evidence that physical activity and exercise have a positive effect on mental health (Ströhle, Höfler, Pfister, Müller, Hoyer, & Wittchen, 2007). One might therefore assume, that competitive athletes are less susceptible to mental disorders such as depression. A recent meta-analysis and a systematic review, however, showed that athletes are at the same risk of suffering from mental disorders as the general population (Gorczynski, Coyle, & Gibson, 2017) and are just as likely to express elevated depressive symptoms as non-athletes (Rice, Purcell, De Silva, Mawren, McGorry, & Parker, 2016). The first objective of this dissertation was to assess the extent of depression in competitive athletes and investigate its association with demographic variables (e.g., age, gender and competitive level), physiological variables (e.g., back pain) as well as psychological variables (e.g., stress and coping). Based on these findings, a theory-based intervention aiming to reduce stress, enhance coping strategies and decrease the risk of depression was implemented in a sample of adolescent competitive athletes and evaluated with regard to its effectiveness.

In the first study, the aim was to assess the extent of depression in a sample of 1799 competitive athletes and to evaluate the association of depression with demographic variables such as age, gender and performance level. Results showed that 13% of the competitive athletes were screened positive for depression. With regard to demographic variables, adolescents, females and athletes of junior national teams showed a higher risk for depression than other subgroups.

The second study investigated stress and depression in a subpopulation of competitive athletes, i.e. athletes suffering from back pain, as back pain has been repeatedly associated with stress and depression in the general population. The aim of this cross-sectional study was to assess the relationship between both stress and depression with back pain parameters in a sample of 154 competitive athletes with back pain. The study results revealed that, as in the general population, the variables stress and depression were related to back pain. In particular, stress was associated with back pain intensity and depression with back pain-related disability.

The aim of the third study, an intervention study, was to implement a 90-minute workshop on the topics of stress and coping strategies and to assess its short- and long-term effects on the perceived stress, coping strategies and risk for depression of 136 adolescent competitive athletes. The results of this study are still awaited.

Publikationen:

Belz, J., Kleinert, J., Ohlert, J., Rau, T., & Allroggen, M. (2018). Risk for depression and psychological well-being in German national and state team athletes – Associations with age, gender, and performance level. Journal of Clinical Sport Psychology, 12(2), 160–178. doi:10.1123/jcsp.2016-0024  

Belz, J., Heidari, J., Levenig, C., Hasenbring, M., Kellmann, M., & Kleinert, J. (2018). Stress and risk for depression in athletes suffering from back pain: Do age and gender matter? European Journal of Sport Science, 18(7), 1029–1037. doi:10.1080/17461391.2018.1468482 

Belz, J., Heidari, J., Levening, C., Hasenbring, M., Kellmann, M., & Kleinert, J. (2017). Stress and depression in high-performance athletes with back pain. In C. Zuber, J. Schmid, M. Schmidt, M. Wegner, & A. Conzelmann (Eds.), Gelingende Entwicklung im Lebenslauf. Abstractband der 49. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (pp. 17–18). Bern: Bern Open Publishing.

Belz, J., Heidari, J., Levenig, C., Hasenbring, M., Kellmann, M., & Kleinert, J. (2018). Stress and risk for depression in competitive athletes suffering from back pain: Do age and gender matter? In U. Borges, L. Bröker, S. Hoffmann, T. Hosang, S. Laborde, R. Liepelt, . . . M. Raab (Eds.), Abstractband der 50. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (p. 121). Köln: Deutsche Sporthochschule Köln. 

Stress und Stressbewältigung bei (angehenden) Lehrkräften

-  Analysen zur Untersuchung der Wirkung von Copingstrategien auf das Stresserleben im Fach Sport

Betreuer:
Prof. Dr. Jens Kleinert, Dr. Fabian Pels

Doktorandin und Kontakt:
Alina Schäfer (a.schaefernospam-­dshs-koeln.de)

Beschreibung des Dissertationsvorhabens:

Sportlehrkräfte sind im Vergleich zu Lehrkräften anderer Unterrichtsfächer mit besonderen Belastungen (z.B. mangelnde soziale Anerkennung des Kollegiums oder mangelhafte räumliche Bedingungen) konfrontiert. Diese Belastungen scheinen insbesondere bei unerfahrenen Sportlehrkräften zu hohen Beanspruchungen zu führen, die dann sogar  einen vorzeitigen Berufsausstieg bewirken (Mäkelä, Hirvensalo, Laakso, & Whipp, 2014). Solche Berufsausstiege hängen möglicherweise mit unzureichenden Routinen im Umgang mit Stress zusammen (Herrmann & Hertramph, 2000). Daher ist es notwendig, Sportlehrkräfte auf den Umgang mit Stress bereits im Studium vorzubereiten. Im Rahmen des Dissertationsprojektes wurde zum einen untersucht, wie das Stresserleben und das Copingverhalten bei Sportlehrkräften in allen drei Bildungsphasen ausgeprägt sind. Es zeigte sich, dass bei (angehenden) Sportlehrkräften das Stresserleben eher moderat ausgeprägt ist und dass sie insbesondere aktive Copingstrategien (z.B. das Erstellen eines Handlungsplans) nutzen, sowie solche Copingstrategien, die den Fokus auf das Positive lenken (z.B. das positive Umdeuten einer Situation). Zum anderen soll die Wirkung unterschiedlicher Copingstrategien auf das Stresserleben bei (angehenden) Sportlehrkräften analysiert werden. Daher wird vor dem Hintergrund bisheriger querschnittlicher Ergebnisse nun experimentell untersucht, ob bestimmte Copingstrategien (z.B. positive Umdeutung, emotionale Unterstützung) das Stresserleben reduzieren können. Basierend auf den bisherigen und zukünftigen Ergebnissen werden Lehr-/Lernbausteine zum Umgang mit Stress entwickelt, die in die universitäre Ausbildung angehender Sportlehrkräfte implementiert werden sollen. Weiterhin sollen diese Studienergebnisse als Grundlage für die Entwicklung eines Stresslabors zum Aufbau stressregulativer Kompetenzen genutzt werden.

Mäkelä, K., Hirvensalo, M., Laakso, L., & Whipp, P. R. (2014). Physical education teachers in motion: an account of attrition and area transfer. Physical Education and Sport Pedagogy, 19(4), 418–435. doi:10.1080/17408989.2013.780590

Herrmann, U., & Hertramph, H. (2000). Zufallsroutinen oder reflektierte Praxis? Herkömmliche Wege in den Berufseinstieg von Lehrern und notwendige Alternativen. Beiträge zur Lehrerinnen- und Lehrerbildung, 18(2), 172–191.

 

 

 

Teambuilding in Gesundheitssportgruppen

- Effekte auf Kohäsion und deren Wirkmechanismen - 

Projektleitung: 
Prof. Dr. Jens Kleinert, Prof’in Dr. Birna Bjarnason-Wehrens

Project Management: 
Chloé Kleinknecht (Doktorandin), Janek Zachow (Doktorand)

Projektbeschreibung:
Theoretischer Ansatz
Für die positiven Effekte der ambulanten Herzgruppen sind die regelmäßige und langfristige Teilnahme die bedeutsamsten Faktoren. Be-dauerlicherweise finden sich geringe Teilnahmewerte und hohe Dropout-Zahlen (Oldridge, 1991). Im Kontext des Freizeitsports haben sich in der Vergangenheit vor allem soziale Faktoren (Gruppenkohäsion) für das Adhärenzverhalten als bedeutsam erwiesen. Wenige Untersuchungen zeigen Zusammenhänge von Kohäsion und Adhärenz im Rehabilitationssport (Fraser & Spink, 2002). Im Herzsport ist bislang unklar, welche Rolle die wahrgenommene Kohäsion in der Herzsportgruppe bezüglich der Adhärenzrate spielt.

Ziel-/Fragestellung
Ziel der vorliegenden Studie ist daher die Untersuchung des Einflusses von Gruppenkohäsion auf die Adhärenz in Herzgruppen über einen Zeitraum von mehreren Wochen.

Methode (Verfahren, Sample)
Mit Hilfe des Fragebogens zur Kohäsion im Team von Freizeit- und Gesundheitssportgruppen (KIT-FG) wurde in drei Rehabilitationseinrichtungen bei 260 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ambulanter Herzgruppen (M = 69.1; SD = 9.4 Jahre) der wahrgenommene Gruppenzusammenhalt erhoben. Anschließend folgte eine Überprüfung der Anwesenheit durch die Kursleiter über 7 Wochen.

(Zwischen-)Ergebnisse
Durchschnittlich waren die Teilnehmer/innen innerhalb von 7 Wochen 5 mal anwesend. Die ersten Analysen zeigen, dass keiner der vier Kohäsionsfaktoren einen signifikanten Beitrag zur Vorhersage der Anwesenheit über 7 Wochen leistet. Die vorliegenden Befunde weisen jedoch darauf hin, dass Kohäsion Adhärenz im Herzsport nicht unmittelbar, sondern nur unter bestimmten Bedingungen (z. B. Bedeutsamkeit des Geselligkeitsmotivs) beeinflusst.

Transfer(erwartung)
Angelehnt an die Ergebnisse der Studie sollen geeignete Teambuildingmaßnahmen entwickelt werden, die soziale Prozesse hier insbesondere Gruppenkohäsion in Freizeit- und Gesundheitssportgruppen derart zu fördern, dass die Motivation zum Sporttreiben langfristig aufrechterhalten bleibt.

Publikationen:
Kleinert, J., Kleinknecht, C., Bjarnason-Wehrens, B., Karoff, M., & Zachow, J. (2010). Individuelle und soziale Zielorientierungen in Herzgruppen: Welche Zusammenhänge bestehen zu Geschlecht und physischem Selbstkonzept? In I. Hartmann-Tews, B. Dahmen, & D. Emberger (Eds.), Brennpunkte der Sportwissenschaft. Gesundheit in Bewegung: Impulse aus Geschlechterperspektive (pp. 127-133). Sankt Augustin: Academia Verlag.

Kleinert, J., Kleinknecht, C., Bjarnason-Wehrens, B., Karoff, M., & Zachow, J. (2010). Sind Zielsetzungen im Herzsport abhängig von Geschlecht und Selbstkonzept? In I. Hartmann-Tews, B. Dahmen, & D. Emberger (Eds.), gender and health in motion Gesundheit, Bewegung und Geschlecht aus interdisziplinärer Perspektive. Symposium. 1. -2. Juli 2010 (p. 40). Köln.

Kleinknecht, C., Kleinert, J., & Ohlert, J. (2014). Erfassung von „Kohäsion im Team von Freizeit- und Gesundheitssportgruppen“ (KIT-FG). Zeitschrift für Gesundheitspsychologie, 22(2), 68–78.

Kleinknecht, C., Kleinert, J., Ohlert, J., & Bjarnason-Wehrens, B. (2010). Herzlich vereint - Auswirkungen von Kohäsionswahrnehmung auf die Adhärenz in Herzsportgruppen. In G. Amesberger, T. Finkenzeller, & S. Würth (Eds.), Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft: Vol. 201. Psychophysiologie im Sport - zwischen Experiment und Handlungsoptimierung. 42. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp) vom 13.-15. Mai 2010 in Salzburg. Abstractband (p. 108). Hamburg: Feldhaus Verlag, Edition Czwalina.

Kleinknecht, C., Kleinert, J., Ohlert, J., & Bjarnason-Wehrens, B. (2010). Kohäsionswahrnehmung in Herzgruppen und die Auswirkung auf das Adhärenzverhalten. In I. Pahmeier & G. Blumhoff (Eds.), Qualität im Handlungsfeld Sport und Gesundheit. Jahrestagung der dvs-Komission Gesundheit (p. 20).

Ohlert, J., Kleinknecht, C., & Kleinert, J. (2009). Erfassung von Gruppenkohäsion im Freizeit- und Gesundheitssport: Der KIT-FG. In I. Pfeffer & D. Alfermann (Eds.), Menschen in Bewegung - Sportpsychologie zwischen Tradition und Zukunft. Abstractband zur 41. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp) vom 21.-23. Mai 2009 in Leipzig (p. 115). Hamburg: Cwalina.

Ohlert, J., Kleinknecht, C., & Kleinert, J. (2010). Erfassung von Gruppenkohäsion im Gesundheitssport: Eine kritische Betrachtung des PAGEQ. In G. Amesberger, T. Finkenzeller, & S. Würth (Eds.), Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft: Vol. 201. Psychophysiologie im Sport - zwischen Experiment und Handlungsoptimierung. 42. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp) vom 13.-15. Mai 2010 in Salzburg. Abstractband (p. 143). Hamburg: Feldhaus Verlag, Edition Czwalina.

Zachow, J., Kleinknecht, C., Kleinert, J., Karoff, M., & Bjarnason-Wehrens, B. (2011). Patientencharakteristik der Teilnehmer an ambulanten Herzsportgruppen unter besonderer Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Unterschiede. Herzmedizin, 28(2), 87-88.

Zarba, C. (2010). Zum Zusammenhang der Kohäsionswahrnehmung in Herzsportgruppen und ausgewählten motivationalen Parametern (Bachelorarbeit). DSHS Köln, Köln.

The multidimensionale and dynamic nature of motivation to participate...

The multidimensionale and dynamic nature of motivation to participate in physical education - a self-determination approach 

 

Betreuer/in:
Prof. Dr. Jens Kleinert, Dr. Anna Wasserkampf

Doktorandin und Kontakt:
Julia Wolf (j.wolfnospam-­dshs-koeln.de)

Beschreibung des Dissertationsvorhabens:

Bewegung und sportliche Aktivität sind entscheidend für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen; nicht nur für die physische und psychische Gesundheit, es können ebenfalls positive Zusammenhänge hinsichtlich der schulischen und kognitiven Leistungsfähigkeit verzeichnet werden (Martínez-Gómez, 2011). Trotz der beschriebenen Wirkung körperlicher Aktivität ist das Bewegungsverhalten von Kindern und Jugendlichen immer rückläufiger (Graf et al., 2006). Die Abnahme im Aktivitätsverhalten von Kindern und Jugendlichen geht zudem mit einer Reduktion der intrinsischen Motivation (also Freude und Spaß an Bewegung) und allgemein der Motivation im verpflichtenden Schulsport einher. Diese Verluste in der Motivation und die damit verbundene fehlende positive Erfahrungen im Sportunterricht sind nicht zu vernachlässigen, da sie in vielen Fällen auch das Bewegungsverhalten der Kinder und Jugendlichen in der Freizeit mitbeeinflussen (Cox, Smith & Williams, 2008). Um diesem negativen Trend entgegenwirken zu können, scheint es sinnvoll die Verläufe der Motivation zum verpflichtenden Sportunterricht näher zu untersuchen. Letztlich kann dadurch punktueller interveniert und der Sportunterricht so gestaltet werden, dass sich die Schüler/innen gut fühlen, erneut Freude an Bewegung finden und motivierter in den Sportunterricht hineingehen.

Um in Erfahrung bringen zu können, wie die Motivation von Schülerinnen und Schülern im Sportunterricht ausgeprägt ist, soll in einem ersten Schritt ein kontext-spezifischer Fragebogen eingesetzt werden, welcher einzelne Verhaltensregulationsformen erfasst – da nach Deci und Ryan (1985; 2000) Motivation kein dichotomes Konstrukt ist und sich in unterschiedlich stark ausgeprägten Verhaltensregulationsformen widerspiegelt. Diese Formen gehen aus der „Organismischen Integrationstheorie“ (Organismic Integration Theory (OIT)) nach Deci und Ryan (1985; 2000) hervor.

Laut internationaler Literatur wird im Setting des Sportunterrichts zur Erfassung der Verhaltensregulationsformen der Perceived Locus of Control Questionnaire (PLOCQ) als valides Messinstrument bei Schülerinnen und Schülern eingesetzt (Goudas, Biddle & Fox, 1994; Standage, Duda & Ntoumanis, 2005; Teixeira et al., 2018). Um die Motivation mithilfe dieses Fragebogens auch im deutschen Sportunterricht erfassen zu können, soll in einer ersten Validierungsstudie der PLOCQ- Fragebogen ins Deutsche übersetzt und anschließend validiert werden (Paper 1). Da die ursprüngliche Form des PLOCQs (Goudas, Biddle & Fox, 1994) keine Dimension zur Erfassung der integrierten Regulation enthält, wird die (neue) deutsche Version des PLOCQs um diese Dimension erweitert (entnommen aus dem BRSQ-12 (Kleinert & Pels, 2013)).

Mit Hilfe der deutschen Version des PLOCQ-Fragebogens sollen in einer weiteren Studie zeitliche Verläufe der Motivation im Sportunterricht in Form von Motivationsprofilen über einen Zeitraum von 6 Wochen untersucht werden. Die Motivationsprofile erlauben einen sehr detaillierten Einblick in die multidimensionale und dynamische Motivationslage der Schülerinnen und Schüler. Durch die zeitliche Komponente können zudem motivationale Veränderungen innerhalb dieser Profile spezifisch analysiert werden (Paper 2).

Anschließend an die Erkenntnisse aus Studie 2 sollen spezifische Interventionsbausteine passend zu den Motivationsprofilen abgeleitet und in der Praxis angewandt und evaluiert werden (Paper 3). Ziel ist es langfristig Implikationen für einen „motivationsunterstützenden“ Sportunterricht an Sportlehrkräfte weitergeben zu können.

Literatur

Cox, A., Smith, A. L. & Williams, L. (2008). Change in physical education motivation and physical activity behavior during middle school. Journal of Adolescent Health, 43 (5), 506-513.

 

Deci, E. L., & Ryan, R. M. (1985). Intrinsic motivation and self-determination in human behavior. New York: Plenum Press.

 

Deci, E. L. & Ryan, R. M. (2000). The “what” and “why” of goal pursuits. Human needs and the self-determination of behavior. Psychological Inquiry, 11 (4), 227-268.


Goudas, M., Biddle, S., & Fox, K. (1994). Perceived locus of causality, goal orientations, and perceived competence in school physical education classes. British Journal of Educational Psychology, 64, 453–463.

 

Graf, C., Dordel, S., Koch, B., & Predel, H.-G. (2006). Bewegungsmangel und Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. Deutsche Zeitschrift Für Sportmedizin, 57(9), 220–225.

Martínez-Gómez, D. (2011). Active commuting to school and cognitive performance in adolescents. Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine, 165(4), 300–305.

Standage, M., Duda, J. L., & Ntoumanis, N. (2005). A test of self-determination theory in school physical education. The British Psychological Society, 75(75), 411–433.

Teixeira, D. S., Monteiro, D., Carraça, E., & Palmeira, A. L. (2018). Translation and validation of the perceived locus of causality questionnaire (PLOCQ) in a sample of portuguese physical education students. Motriz: Revista De Educação Física, 24(2).

Kleinert, J., & Pels, F. (2013). Internalisierung von Verhaltensregulation im Sport: Eine deutsche Version des Behavioral Regulation in Sport Questionnaire (BRSQ). In O. Stoll, A. Lau, & S. Moczall (Eds.), Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft: Vol. 228. Angewandte Sportpsychologie. 45. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp) vom 09.-11. Mail 2013 in Halle (Saale) (p. 162). Hamburg: Feldhaus Verlag, Edition Czwalina.

 

 

Wirkzusammenhänge von Stress, Stresssymptomen und Studienunsicherheit

-  bei Sportstudierenden -

Betreuer:
Prof. Dr. Jens Kleinert, Dr. Birte von Haaren-Mack

Doktorandin:
Carolin Bastemeyer (c.Bastemeyer@dshs-koeln.de)

Beschreibung des Dissertationsvorhabens:

Aus Ergebnissen vergangener Studien wird deutlich, dass Studierende während ihres Studiums ein hohes Maß an Stress erleben. Ausmaße an Stress unterscheiden sich zwischen Studierenden verschiedener Studienbereiche. Entsprechend haben Herbst et al. (2016) herausgestellt, dass Sportstudierende im Vergleich zu Studierenden anderer Fächergruppen ein geringes Maß an Stress erleben. Ein Grund hierfür könnte in der Spezifik des Sportstudiums liegen, welches nicht nur durch theoretische Anforderungen und Prüfungen sondern insbesondere im Bachelorstudium der Lehramtsstudiengänge durch einen hohen sportpraktischen Anteil gekennzeichnet ist. Möglicherweise dienen Studierenden die sportpraktischen Anteile des Studiums einerseits als Ressource bzw. Ausgleich im Studienalltag: Im Rahmen des Bachelorstudiengangs mit dem Berufsziel Lehramt an der Deutschen Sporthochschule Köln nehmen die Praxiskurse 81 % des gesamten Studiums ein. Dieser sportpraktische Anteil verlangt den Sportlehramtsstudierenden eine hohe körperliche Leistungsfähigkeit ab, welche andererseits auch als Belastung wahrgenommen werden kann. Zusätzlich sind Lehramtsstudierende der DSHS gegebenenfalls dadurch beansprucht, dass das zweite Unterrichtsfach an einer anderen Universität (z.B. Uni Köln, Uni Siegen) absolviert werden muss. Das Promotionsvorhaben setzt sich daher die übergeordneten Ziele herauszustellen (a) wie hoch das Stresserleben von Sportlehramtsstudierenden ausgeprägt ist und (b) welche Belastungsfaktoren (Art/ Ausmaß) zu einem hohen Stresserleben beitragen.

Das Promotionsprogramm besteht aus drei Teilstudien. In einer ersten Teilstudie soll mithilfe einer problemzentrierten Interviewstudie der Fragestellung nachgegangen werden, welche spezifischen physischen und psychischen Belastungen Sportlehramtsstudierende während ihres Studienverlaufs erleben und ob diese sich von den bisher bekannten studien- und alltagsspezifischen Stressoren von Studierenden anderer Fächergruppen (z.B. Herbst et al. 2016; Thees et al. 2012) unterscheiden. Weiterhin sollen die Interviews Aufschluss darüber geben, welche persönlichen oder sozio-ökonomischen Begleitfaktoren (wie z.B. Selbstwert, Studienunsicherheit, Ressourcen, Bewältigungsstrategien) einen Einfluss auf das Stresserleben der Lehramtsstudierenden haben und welche Bewältigungsstrategien üblicherweise genutzt werden. Darauf aufbauend wird in der zweiten Teilstudie in Form einer quantitativen Querschnittserhebung die Höhe des Gesamtstresserlebens der Lehramtsstudierenden im Bachelor in Beziehung zu den wahrgenommenen Belastungsfaktoren gebracht. Weiterhin soll dargestellt werden, inwiefern die Cofaktoren (z.B. Alter, Geschlecht, sportliche Aktivität) den Zusammenhang zwischen Belastung und Stresserleben moderieren. In Bezug auf die zuvor gewonnenen Erkenntnisse soll in einer dritten Teilstudie eine Intervention zur Verbesserung des Stresserlebens bei „Risikogruppen“ (bspw. Studierende mit erhöhtem Stresserleben, Studienunsicherheit) durchgeführt werden. Eine zusätzliche Überlegung ist, in Form einer ambulanten Assessment-Studie das Stresserleben der Studierenden in ihrer gewöhnlichen alltäglichen Umgebung zu analysieren. Diese Methode eröffnet die Möglichkeit Studierende in ihrem täglichen Leben über einen bestimmten Zeitraum zu begleiten und herauszustellen, inwiefern Wirkzusammenhänge zwischen Stress, Stresssymptomen und Studienunsicherheit bei Sportlehramtsstudieren im Alltagskontext bestehen.