Die diametrale Doppelsechs an der SpoHo

Frank Wormuth, Leiter der DFB-Fußballlehrerausbildung und Trainer der U20-Fußballnationalmannschaft der Männer, hat auf Einladung des Instituts für Vermittlungskompetenz in den Sportarten die SpoHo besucht, einen Vortrag gehalten und eine Praxiseinheit im Rahmen des Lehr- und Forschungsgebiets (LFG) Fußball geleitet.  

Targetplayer, geplanter Fehlpass und diametrale Doppelsechs. Begriffe, die man eher selten samstagnachmittags in der Fußballkneipe hört und die von der bis ins kleinste Detail durchdachten Strategie des Profifußballs zeugen. Gute Trainer kennen diese Begriffe und sie kennen die Strategien, die hinter ihnen stecken. Einer von ihnen ist Frank Wormuth. Als ehemaliger Spieler, U20-Trainer und Leiter der Fußballlehrerausbildung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) kennt er beide Seiten der Medaille. Er weiß, welche Anweisungen man als Spieler braucht, und weiß, welche Anweisungen man als Trainer geben muss. Einen Einblick in einen kleinen Teil seiner Arbeit gab er in seinem Vortrag „Spieleröffnung – Die 14 Muster eines Innenverteidigers im 4-2-3-1“.

Anhand des Spielaufbaus als einer von vier grundlegenden Bereichen des Fußballspiels verdeutlichte er, welche Kompetenzen ein Trainer mitbringen muss, um sein Wissen so zu vermitteln, dass es für den Spielverlauf förderlich ist. Ein Bereich, der viele der anwesenden Studierenden interessierte, denn nach der Frage, wer eine Fußballtrainerausbildung machen wolle, schnellten viele Finger nach oben. Auch für Wormuth ist es eine Art Herzensangelegenheit, denn für ihn gilt die Devise: „Fußball ist einfach. Er braucht nur Strukturen“ und um diese zu schaffen, ist ein guter Trainer der Schlüssel zum Erfolg.

Er stellte anhand von Videosequenzen der U20-Nationalmannschaft vor, welche verschiedenen Optionen es gibt, das Aufbauspiel variabel zu gestalten und inwiefern sich durch diese Muster Räume für kreatives Spiel öffnen. Dabei betonte er immer wieder, dass im Profifußball schon Kleinigkeiten den Ausschlag über Sieg und Niederlage ausmachten und es daher gelte, selbst kleinste Spielzüge zu verinnerlichen. Dabei legte er erneut Wert auf das Zusammenspiel und die klare Verständigung zwischen Trainer und Spieler. Dass dieses Zusammenspiel nur dann funktionieren kann, wenn Trainer durch Eigenerfahrung einschätzen können, was sie von ihren Spielern verlangen, ist eines der Prinzipien seiner Lehre. „Es nutzt nichts, wenn man nur theoretisch weiß, wie es funktioniert. Der Trainer muss es auch fühlen“, so Wormuth.

Spielzüge aktiv fühlen konnten die Studierenden dann im zweiten Teil der Fußballeinheit. Beim Praxisteil im NetCologne-Stadion wurden die zuvor besprochenen Spielzüge nach der „ESA-Methode“ (Einführen, Schulen, Anwenden) umgesetzt. Nach einem kurzen Aufwärmen ohne Gegner simulierten die Studierenden die verschiedenen Muster mit einer verteidigenden und einer angreifenden Mannschaft. Da nur einige Kursteilnehmer aktiv spielen konnten, wandte Wormuth sich während der Spielform immer wieder an die anderen KursteilnehmerInnen und erklärte ihnen sowohl positive als auch negative Aspekte des gesehenen Spielerverhaltens. So wurde der Praxisteil ganz nach dem von Wormuth vorgetragenem Motto „Die Wahrheit liegt auf dem Platz“ auch für die nicht Aktiven zur Bereicherung.