Digitale Innovationen im Schulsport: ComeSport zieht erfolgreiche Projektbilanz
Nach drei Jahren intensiver Zusammenarbeit ist das bundesweite Kompetenznetzwerk ComeSport mit einer zweitägigen Abschlussveranstaltung in Bergisch Gladbach offiziell zu Ende gegangen. Vertreter*innen der beteiligten Hochschulen, Praxispartner*innen sowie Akteur*innen der zweiten und dritten Phase der Lehrer*innenbildung kamen am 5. und 6. Februar 2026 in Köln zusammen, um Ergebnisse zu präsentieren, Transferperspektiven zu diskutieren und zukünftige Kooperationsstrukturen zu gestalten.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie digitale Innovationen dauerhaft und qualitätsgesichert im Schulsport verankert werden können. „Wir haben in ComeSport nicht nur Produkte entwickelt, sondern vor allem tragfähige Netzwerkstrukturen aufgebaut“, betont Projektleiterin Dr. Julia Mierau. „Unser Ziel war es, digitale Lehr-Lern-Prozesse im Unterrichtsfach Sport systematisch weiterzuentwickeln und nachhaltig in allen Phasen der Sportlehrer*innenbildung zu etablieren.“
Gemeinsam mit Prof. Dr. Jens Kleinert verantwortete sie die fachliche Verbundleitung des Projekts an der Sporthochschule. In enger Kooperation mit elf Universitäten aus vier Bundesländern wurden in fünf sogenannten Community Networks (ComeNets) praxisnahe und wissenschaftlich fundierte Fortbildungskonzepte entwickelt, erprobt und evaluiert.
Qualität, Transfer und Vernetzung im Fokus
Im Projektverlauf entstanden unter anderem strukturierte Fortbildungsbausteine, digitale Materialien sowie qualitätsgesicherte Konzeptstandards für den Einsatz digitaler Medien im Sportunterricht. Dabei ging es nicht nur um technische Tools, sondern ebenso um mediendidaktische Fragestellungen, gesellschaftskritische Perspektiven wie Diversität und Körperbilder sowie um Gelingensbedingungen für nachhaltigen Transfer.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Akzeptanz und Implementierung der entwickelten Angebote. „Digitale Innovationen entfalten nur dann Wirkung, wenn sie von Lehrkräften als hilfreich erlebt und im Unterricht tatsächlich genutzt werden“, so Dr. Julia Mierau. Entsprechend wurden systematisch Rückmeldungen aus der Praxis erhoben und in die Weiterentwicklung integriert.
Perspektiven und Ausblick
Im Rahmen der Abschlussveranstaltung präsentierten die ComeNets ihre Ergebnisse. In Workshops und Diskussionsrunden reflektierten die Teilnehmenden zentrale Erkenntnisse aus der Projektlaufzeit und diskutierten Perspektiven für eine weitere Verstetigung der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Studienseminaren und Fortbildungseinrichtungen.
ComeSport knüpfte strukturell an Erfahrungen aus vorherigen Initiativen zur Digitalisierung in der Lehrer*innenbildung an und setzte zugleich neue Impulse für den Schulsport. Das Projekt wurde bis Anfang 2026 mit rund drei Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert.
Mit dem offiziellen Projektabschluss endet zwar die Förderphase, nicht jedoch die inhaltliche Arbeit. Die beteiligten Partner*innen verständigten sich darauf, die im Projekt entwickelten Fortbildungsmodule und Materialien nachhaltig zugänglich zu machen. Sämtliche Bausteine werden auf offenen Plattformen veröffentlicht und stehen Lehrkräften sowie Akteur*innen der Aus- und Fortbildung dauerhaft kostenfrei zur Verfügung.
„Die Digitalisierung im Schulsport ist kein kurzfristiger Trend, sondern ein langfristiger Entwicklungsprozess, der angesichts der zentralen Aufgaben des Schulsports zugleich kritisch reflektiert werden muss“, resümiert Prof. Dr. Kleinert. „Die Arbeit von ComeSport muss nun weitergeführt werden – insbesondere unter Beteiligung von Schülerinnen und Schülern.“
Förderhinweis: "Finanziert durch die Europäische Union – NextGenerationEU und gefördert durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) (Förderkennzeichen: 01JA23K02G). Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind ausschließlich die der Autor:innen und spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Europäischen Union, der Europäischen Kommission oder des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend wider. Weder die Europäische Union, die Europäische Kommission noch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend können dafür verantwortlich gemacht werden."
