DJK-Ethik-Preis des Sports 2019 an Dr. Bettina Rulofs verliehen

v.l.n.r.: Elsbeth Beha (Präsidentin DJK-Sportverband), Klaus Tranberend (DJK-Diözesanbeirat), Dr. Bettina Rulofs (Preisträgerin), Mona Küppers (Laudatorin), Elisabeth Keilmann (DJK-Sportverband) (Foto: DJK)

Kardinal Karl Lehmann, Fußballschiedsrichter Markus Merk, WDR-Intendant Fritz Pleitgen, Basketballstar Dirk Nowitzki oder Ex-Fußballer Thomas Hitzlsperger - die Liste an Prominenten, die mit dem DJK-Ethik-Preis des Sports ausgezeichnet wurden, ist beeindruckend. Hier reiht sich nun auch Dr. Bettina Rulofs, Prorektorin der Deutschen Sporthochschule Köln, ein.

Die stellvertretende Leiterin des Instituts für Soziologie und Genderforschung erhielt die Auszeichnung im Rahmen eines bewegenden Festaktes am 11. Juni 2019 in der Kirche St. Johannes XXIII, im Zentrum der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) Köln. Damit würdigten das Kuratorium und der DJK-Sportverband ihr herausragendes Engagement, über sexualisierte Gewalt im Sport aufzuklären, für Gleichberechtigung im Sport einzutreten und Sportlerinnen und Sportler vor Übergriffen zu schützen. Sich aktiv für mehr Kinderschutz einzusetzen, gehört zur Grundorientierung des DJK-Sportverbands und vor allem auch der DJK Sportjugend. Dies sollte auch in der Gesellschaft zur Selbstverständlichkeit werden. Konkrete Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche im Sport sind essentiell wichtig und sind in unserem Verband fest verankert. Wir im DJK-Sportverband wollen weiter deutliche Signale in die Politik senden, dass der Schutz von Kindern und Jugendlichen im Sport weiter vorangetrieben wird“, betonte DJK-Präsidentin Elsbeth Beha in ihrer Rede.

„Es ist eine große Ehre für mich, dass der DJK-Sportverband mich mit diesem Preis für meine Arbeit auszeichnet. Es zeigt mir, dass der organisierte Sport die Relevanz von Themen wie Gleichberechtigung, Kinderschutz und insbesondere die Prävention von sexualisierter Gewalt anerkennt und das freut mich", sagte Dr. Bettina Rulofs bei der Preisverleihung. Die Auszeichnung gebe ihr persönlich Mut und bestätige, dass die Themen, mit denen sie sich in der Forschung beschäftige, Gehör und Akzeptanz in der Gesellschaft finden, so Rulofs. Das sei nicht immer so gewesen. "Als ich vor rund 20 Jahren anfing, mich mit gleichstellungspolitischen Fragestellungen im Sport zu befassen, gab es viele kritische Rückfragen und wenige ermunternde Rückmeldungen", erinnert sich die Wissenschaftlerin.

Häufig habe sie sich die Sinnfrage gestellt und auch den Eindruck gehabt, dass ihre Forschungsthemen nur am Rande des Sports und der Sportwissenschaft wahrgenommen würden. Beim Thema sexualisierte Gewalt im Sport seien von Vereins- und Verbandsseite oftmals "keine unterstützenden Reaktionen" gekommen. Umso mehr freut sie sich nun zu sehen, was erreicht wurde und "wie sich das gesellschaftliche Bewusstsein gewandelt hat, sexualisierter Gewalt im Sport entschieden entgegen zu treten". Das jüngst eingeführte Stufenmodell der Deutschen Sportjugend und des Deutschen Olympischen Sportbundes, welches verbindliche Mindeststandards zur Prävention sexualisierter Gewalt in Jugendverbänden des Sports definiert und an die finanzielle Förderung knüpft, sei ein besonderer Ausdruck dessen, wie ernst diese Themen genommen werden.

"Hinsichtlich der Prävention von sexualisierter Gewalt im Sport haben wir schon einiges in den Strukturen verankern können. Das reicht aber noch nicht. Vor allem müssen wir noch systematischer hinschauen und aufarbeiten und Betroffene bei der Bewältigung von Gewalterfahrungen unterstützen", fordert Rulofs.

Unter den 54 geladenen Gästen der Preisverleihung war auch Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, Vizepräsidentin Bildung und Olympische Erziehung des Deutschen Olympischen Sportbundes. Mona Küppers, Vorsitzende des Deutschen Frauenrats und Vizepräsidentin des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen (LSB NRW), würdigte als Laudatorin die Preisträgerin. Die gelungene musikalische Begleitung des Festaktes übernahm das Künstlerkollektiv CrossArts Cologne unter Leitung von Derya Kaptan.

Der katholische DJK-Sportverband verleiht den DJK-Ethik-Preis des Sports seit 1992 an Personen, die sich durch besonderes Vorbild, durch besondere Förderung sportlich fairen Verhaltens oder durch Aussagen und Arbeiten in der christlich orientierten Sportethik auszeichnen. Der DJK-Ethik-Preis des Sports ist Carl Mosterts (1874-1926) gewidmet. Er war der Gründer des katholischen Sportverbandes DJK und von 1920 bis 1926 dessen Präses.

Die bisherigen Preisträger sind: Kardinal Prof. Dr. Dr. Karl Lehmann, Bischof Dr. Martin Kruse, Dompropst Paul Jakobi, Olympiapfarrer Heinz Summerer, Dr. h.c. Egidius Braun, Dr. Dr. h.c. Hanna-Renate Laurien, Dr. Markus Merk, Prof. Dr. h.c. Fritz Pleitgen, Prof. Dr. Norbert Müller, Prof. Ines Geipel, Dirk Nowitzki, Thomas Hitzlsperger und Verena Bentele.

Die Deutsche Sporthochschule Köln gratuliert Dr. Bettina Rulofs herzlich zu dieser Auszeichnung!