Licht und Schatten in Lodz

Bei den European Universities Championships verkaufte sich das Kölner Badminton Team teuer. Knapp verpasste Medaillen und Verletzungspech warfen jedoch ihre Schatten.

In der vergangenen Woche reiste das Badminton Team der WG Köln zu den European Universities Badminton Championships ins polnische Lodz. Insgesamt sechs Kölner Studierende traten dort sowohl im Mannschafts- als auch im Individual-Turnier an. Im Team Event wurden die Erwartungen der frisch gebackenen DHM-Sieger noch vor Turnierbeginn durch eine äußerst unglückliche Auslosung gedämpft. Zusammen mit den Turnierfavoriten aus Nottingham und den Titelverteidigern aus Straßburg landete das Kölner Team in der Gruppe D.

Doch im Auftaktspiel gegen Straßburg gelang den Rheinländern um ein Haar die große Überraschung. Nach Niederlagen im Mixed und Herreneinzel verkürzte Vanessa Seele mit einem klaren Sieg im Dameneinzel auf 1:2. In einem äußerst spannenden Herrendoppel hatten Thilo Mund und Thomas Fuchs im entscheidenden dritten Satz bei Stand von 20:19 Matchball. Doch die routinierten Franzosen wehrten diesen ab und bejubelten letztlich mit 24:22 die 3:1-Führung für ihr Team. Der abschließende Sieg von Katja Holenz und Sara Janssens im Damendoppel konnte die hauchdünne 2:3 Team-Niederlage auch nicht mehr verhindern.

Das Spiel gegen die späteren Turniersieger aus Nottingham gestaltete sich zum Leidwesen der Kölner vergleichsweise deutlich. Trotz kämpferischer Leistungen gab es beim klaren 0:5 nicht viel zu holen.

Als Gruppendritter ging es in den Platzierungsspielen noch um die Plätze neun bis zwölf. Zunächst musste die WG Köln gegen die deutsche Konkurrenz aus Duisburg-Essen nach 2:0-Führung noch ein bitteres 2:3 hinnehmen. Im abschließenden Spiel um den elften Platz setzten sich die Kölner jedoch mit 3:2 gegen die University of Lisbon aus Portugal durch und freuten sich über den versöhnlichen Abschlusssieg.

Starke Leistungen im Individual Turnier

Besser lief es für die Badminton Spezialisten von SpoHo und Uni im Individual-Turnier. Alle sechs Teilnehmer gingen im Einzel und Mixed an den Start. Zudem trat im Herren- und Damendoppel je eine Kölner Paarung an.

Besonders gut lief es dabei für das Mixed, Jan Thiele und Vanessa Seele, sowie für das Herrendoppel, Thilo Mund und Thomas Fuchs. Beide Paarungen zogen souverän ins Viertelfinale ein und durften sich berechtigte Hoffnungen auf die Medaillenplätze machen. Doch sowohl Thiele / Seele als auch Mund / Fuchs unterlagen in der Runde der letzten Acht ihren Gegnern aus der Schweiz. „Wir waren im dritten Satz schon mit 9:4 vorne und müssen das eigentlich nur noch nach Hause fahren. Dann noch zu verlieren, ist einfach sehr ärgerlich“, erklärte Jan Thiele nach dem Mixed-Viertelfinale.

Schock-Diagnose für Sara Janssens

Überschattet wurde der Viertelfinaltag allerdings von einer schlimmen Verletzung im Damendoppel. Beim Stand von 2:2 im zweiten Satz ihres ersten Spiels verdrehte sich Sara Janssens unglücklich das Knie. Nach längerer Behandlungspause stand fest: das Turnier ist für Janssens beendet. Auch ihre Viertelfinalbegegnung im Einzel musste die Kölnerin somit kampflos aufgeben. Nach medizinischer Erstversorgung in der Halle und einem MRT in Köln lautet die schockierende Diagnose: Kreuzbandriss.

„Trotz dieses unglücklichen Abschlusses hatten wir alle eine tolle Woche in Lodz. Jetzt drücken wir die Daumen, dass Sara schnell wieder auf die Beine kommt, und dann greifen wir nächstes Jahr in Belgrad richtig an“, richtete Team-Kapitän Thomas Fuchs den Blick nach vorn. Für die EUSA Games 2020 in Belgrad ist das Kölner Badminton Team durch den Sieg bei den diesjährigen Hochschulmeisterschaften schon jetzt sicher qualifiziert.