Wie Drohnen neue Bilder von Olympia produzieren

Foto: Sreyus Guruvu, Unsplash

Großereignisse des Sports dienen weiterhin als Testfeld für neue Broadcast-Technologien. Wer die Abfahrtsläufe, das Rennrodeln oder das Eisschnelllaufen bei den Olympischen Winterspielen 2026 im Fernsehen verfolgt hat, dem sind sie sofort aufgefallen: spektakuläre Kameraperspektiven, die die Sportarten dynamischer wirken lassen als je zuvor.

Kameradrohnen kommen zwar bereits seit 2014 in der Live-Berichterstattung von Olympischen Spielen zum Einsatz. Doch bei den Wettkämpfen in Italien sind sie so präsent wie noch nie, berichtet BBC Sport. Vor allem sogenannte First-Person-View-Drohnen (FPV) mit hochauflösenden Kameras liefern eindrucksvolle Bilder in Echtzeit.

Die wendigen Fluggeräte begleiten die Athletinnen und Athleten in der Vorwärtsbewegung kurzzeitig aus der Luft – bei rasanten Skiabfahrten ebenso wie bei Sprüngen auf der Schanze oder im Eiskanal. Überholen dürfen sie die Aktiven jedoch nicht. So entstehen Perspektiven, die es bei Winterspielen bislang nicht gab: Einstellungen dicht hinter den Sportlern oder nur wenige Meter über der Piste. Nach Angaben der Sportschau werden die Mini-Drohnen von speziell geschulten Piloten vor Ort gesteuert. Diese tragen Kopfhörer und Videobrillen, in denen sie das Live-Bild der Drohne sehen. Trotz hoher Geschwindigkeiten und eisiger Temperaturen liefern sie stabile Bilder. Die Shots steigern das Verständnis von Abläufen, Distanzen und Positionierungen im Raum.

In den sozialen Netzwerken werden die innovativen Luftaufnahmen vielfach gefeiert, es gibt aber auch Kritik. Einige Beobachter bemängeln die Geräusche der Drohnen und sehen die Gefahr, dass sich die Athletinnen und Athleten durch das Surren gestört fühlen könnten. Der Einsatz von Drohnensystemen im richtigen Moment verändert die Raumwahrnehmung der Sportübertragung und verleiht ihr einen filmischen Look.

Der Zeit zufolge werden First-Person-View-Drohnen die TV-Produktion auch bei künftigen Großereignissen verschiedener Sportarten ergänzen. Sie erzeugen Dynamik und ein optisches „Mittendrin“-Erlebnis. Das passt zur Nachfrage nach Highlight-Clips in der digitalisierten Sportkommunikation. Neben dem Angebot im linearen Fernsehen gewinnen die Olympischen Spiele auch im Streaming und bei Social Media an Bedeutung.