„Die Verhandlung des Ichs“ - Bewegungstheater im Goethe-Institut Hanoi

Anfang Mai hat das Goethe-Institut Vietnam eine Weiterbildung für die hauseigenen Deutschlehrerinnen und -lehrer zum Thema „Die Verhandlung des Ichs“ angeboten. Marco Grawunder und Christian Büning vom Institut für Tanz und Bewegungskultur (ITB) waren als Dozenten eingeladen.

Ziel des Seminars war es, den deutschen, von Individualismus geprägten Gegenentwurf zur vietnamesischen Kollektivgesellschaft aufzuzeigen und daraus resultierende Konsequenzen für das eigene Verhalten und das gemeinsame Miteinander kennenzulernen und auszuprobieren. Das Bewegungstheater erwies sich dabei als ideale Transfer- und Reflexionsmöglichkeit für sich und das eigene Handeln in neuen Kontexten. So wurde alleine, zu zweit und in der Gruppe das erforderliche Sich-Positionieren jeder und jedes Einzelnen im Rahmen kreativer Prozesse erprobt und in Bewegung umgesetzt. 

Die 60 Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer nahmen die Herausforderung an und überzeugten mit intensivem Einsatz und einem großen Schritt heraus aus der eigenen Komfortzone. Matthias Jakus, stellvertretender Leiter des Goethe-Instituts Hanoi, resümierte das Wochenende mit den Worten: „Ich bin froh und stolz, die nächsten Jahre mit diesen großartigen Menschen zusammen arbeiten zu dürfen. Wir haben dieses Wochenende viel mit-, aber auch übereinander gelernt.“

Nach diesem erfolgreichen Pilotprojekt wird die künstlerisch-pädagogische Methode hinter dem Bewegungstheater weitergehend in das interkulturelle Training des Goethe-Instituts integriert werden. Geplant sind die Implementierung eines praktischen Ausbildungsteils in Hanoi/Vietnam sowie eine gesonderte Multiplikatorenausbildung an der Deutschen Sporthochschule Köln.