Green Exercises in Virtual Reality

Die Begeisterung für den Science Slam World Cup, den die Deutsche Sporthochschule Köln im November 2018 ausgerichtet hat, war riesig. Ein halbes Jahr nach dem Event in Köln zeigen sich nun auch langfristige Erfolge. Die ersten gemeinsamen Forschungsaktivitäten zwischen den heimischen Wissenschaftler*innen der Sporthochschule und den Besucher*innen aus aller Welt sind angelaufen. Ein internationales Projekt hat jetzt sogar eine Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Programms „Aufbau internationaler Kooperationen“ erhalten.

Daniel Rojas-Valverde, der beim Science Slam World Cup für Costa Rica an den Start gegangen war, ist mittlerweile als Promotionsstudent an der Sporthochschule eingeschrieben. Zusammen mit Dr. Sylvain Laborde vom Psychologischen Institut führt er nun ein Forschungsprojekt zu den positiven Einflüssen sportlicher Aktivität in der Natur durch. Der Titel des Projekts: Initiierung eines deutsch-costa-ricanischen Forschungskonsortiums zu kortikalen und autonomen Wirkungen von Green Exercises unter Verwendung von Virtual Reality. Mit Hilfe der Projektförderung sollen in einem ersten Schritt eine Forschungskooperation aufgebaut und Expertise zwischen der Sporthochschule und der Universidad Nacional Costa Rica ausgetauscht werden. Im Laufe eines Jahres sollen zudem konkrete Forschungsfragen konzipiert und Workshops zu kortikalen und autonomen Messungen an beiden Institutionen entwickelt werden.

Kern des Projekts sind so genannte Green Exercises in virtueller Umgebung (Virtual Reality). Unter Green Exercise ist die körperliche Bewegung in einer natürlichen Umgebung gemeint, z.B. das Wandern in der Natur. In dem Projekt von Laborde und Rojas-Valverde werden die Einflüsse dieser Aktivitäten allerdings nicht in realen natürlichen Umgebungen gemessen, sondern in virtuellen 360-Grad-Realitäten, d.h. mittels VR-Technologie werden die Proband*innen künstlich in verschiedene Umgebungen versetzt. Die Messungen beziehen sich auf Parameter des Herz-Kreislaufsystems und des Hormonspiegels. Um die Studie und die Workshops durchzuführen, sollen die Messinstrumente der jeweiligen Institutionen ausgetauscht werden. Zudem ist ein „Staff Exchange“ geplant, bei dem sich die beiden Wissenschaftler gegenseitig besuchen.