Management durch die Brille des Spitzensports

Foto rechts: Michael Siegel (Bild: privat)

Michael Siegel (45) ist Bundestrainer Wissenschaft/Bildung beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV). Seit dem Wintersemester 2021/22 studiert er an der Deutschen Sporthochschule Köln berufsbegleitend den Weiterbildungsmasterstudiengang M.A. Führungskompetenz und Management im Spitzensport (FMS). Aktuell ist er im zweiten Semester und berichtet im Interview, was ihn an dem Studiengang begeistert.

Was war Ihr Grund dafür, sich für den Studiengang anzumelden?

Die Info, dass der Studiengang im letzten Jahr gestartet ist, hat mich über die Trainerakademie in Köln erreicht. Ich fand schon die Ankündigung total spannend, weil mich das Thema Management im Spitzensport sehr angesprochen hat. Als Bundestrainer Wissenschaft habe ich einen starken Bezug zu Wissenschaft und Forschung. Zwar bin ich selbst vor allem in der Trainerausbildung aktiv, aber einige meiner Kollegen betreuen als Bundestrainer Wissenschaft spannende Projekte, die Fragestellungen aus der Sportpraxis zusammen mit Forschungspartnern untersuchen, um den Spitzensport weiterzuentwickeln.

Was ist Ihre Aufgabe beim DLV?

Seit 2016 bin ich beim DLV und nun als Bundestrainer Wissenschaft/Bildung in der DLV-Akademie zuständig für die Aus- und Fortbildung des Verbandspersonals, sprich der Bundestrainer*innen, aber auch der Vereinstrainer*innen. Ursprünglich habe ich Maschinenbau an der TU Darmstadt studiert, bin dann über einen Studentenjob im Sportverein in den organisierten Sport reingerutscht. Dann habe ich den Diplomtrainer an der Trainerakademie in Köln und anschließend einen Bachelor in Sportwissenschaft an der Uni Leipzig gemacht.

Welchen sportlichen Hintergrund bringen Sie mit?

Ich bin durch und durch Leichtathlet, schon immer gewesen, das kam über meinen Vater, mit dem ich schon als Kind zu dessen Wettkämpfen mitgereist bin. Aktiv bin ich aber selbst heute nicht mehr, mittlerweile lasse ich eher laufen. (lacht)

Warum denken Sie, dass der Studiengang Ihnen beruflich weiterhelfen kann? Wie können Sie persönlich von dem Studium profitieren?

Was ich total faszinierend und bereichernd finde ist, dass so viele unterschiedliche Personen aus verschiedenen Sportarten und mit anderen Perspektiven zusammenkommen. Ich habe Kommiliton*innen aus dem Hockey, Rudern, Radsport, Fußball, Judo, Sportschießen und Dressurreiten und auch jemanden aus der Sportkompanie der Bundeswehr. Diese Mischung ist toll und bringt verschiedene Sichtweisen auf Themen zusammen. Den Austausch finde ich sehr wertvoll. Für mich persönlich waren zum Beispiel Lerninhalte aus der Psychologie wie Selbstregulation, Stressmanagement, Mitarbeiter*innenführung interessant, weil sie zur eigenen Weiterentwicklung beitragen. Man denkt über sein eigenes Handeln nach, reflektiert seinen Umgang mit Kolleg*innen und Mitmenschen und passt gegebenenfalls auch Verhaltensweisen an. Die Themen sind immer praxisnah und aktuell und werden nicht im Vorlesemodus unterrichtet, sondern im Dialog und in angeregten Diskussionen.

Der Master FMS soll ganz auf die Bedürfnisse von Personen ausgelegt sein, die das Studium neben einem Vollzeit-Job absolvieren möchten. Wie klappt das organisatorisch und vom Aufwand her bei Ihnen?

Neben einem Vollzeitjob zu studieren, ist schon eine ziemliche organisatorische Herausforderung. Man muss sich einen Plan zurechtlegen, Prioritäten setzen und Kompromisse eingehen. Die Studiengangsverantwortlichen machen hier wirklich einen super Job und versuchen, alle Möglichkeiten flexibel auszuschöpfen. Da ist es auch mal möglich, eine Klausur zu verlegen. Ich habe zudem das Glück, dass ich einen verständnisvollen Arbeitgeber habe, der mein Studium unterstützt, indem er mich hin und wieder freistellt und mir flexibel Studienzeiten einräumt.

Was hat Ihnen bislang inhaltlich am besten gefallen?

Mh, das ist wirklich schwierig, ich fand bislang alles sehr interessant, angefangen von Sportpolitik über Psychologie bis hin zu Statistik.

Wie geht es jetzt für Sie weiter?

Die nächste Präsenzphase ist für Mitte Juli geplant, dann haben wir bald ein Jahr rum. Es folgen noch ein wissenschaftliches Projekt und Unterrichtseinheiten zu Psychologie- und Managementthemen bevor dann im vierten Semester die Masterarbeit geschrieben wird.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg weiterhin beim Studium.

Übrigens: Am 16. Mai 2022 bietet der Studiengang von 15 bis 16 Uhr eine Online-Informationsveranstaltung an. Weitere Details finden Sie hier.