In den letzten Jahren haben mehrere Fälle von Problemen im Zusammenhang mit dem sozialen Schutz von Spitzensportlern Schlagzeilen in den Zeitungen gemacht und in der Öffentlichkeit ein kritisches Bewusstsein geschaffen. Leider beziehen sich diese Schlagzeilen in vielen Fällen auf tragische Unfälle von Spitzensportlern, aber auch Themen wie Rentenzahlungen, Gesundheitsversorgung oder Mutterschutz sind in den Bereich der olympischen Spitzensport-Governance gelangt. Jüngste Daten des EMPLOYS-Projekts zeigen jedoch, dass der Sozialschutz für viele Athleten im olympischen Sport auf dem ganzen Kontinent eingeschränkt ist. Die meisten auf Athleten ausgerichteten Sozialschutzsysteme beruhen auf einer Ad-hoc-Zusammenarbeit und -Koordinierung zwischen Sportverbänden und öffentlichen Behörden. Die tatsächlichen Rollen und Verantwortlichkeiten der öffentlichen und privaten Akteure bei der praktischen Umsetzung des Sozialschutzes der Athleten sind noch nicht genau definiert.
Jüngste politische Initiativen auf transnationaler und europäischer Ebene haben die Notwendigkeit anerkannt, die Sozialschutzstandards für Athleten zu erhöhen, z. B. der Europarat im Jahr 2021 und die IAO im Jahr 2020. Darüber hinaus positionieren sich die Athleten zunehmend als Hauptakteure der olympischen Bewegung und fordern eine stärkere Beteiligung an Entscheidungsprozessen, die ihr Leben sowohl als Sportler als auch als Menschen betreffen. Dies zeigt, wie wichtig es ist, alle Akteure des Spitzensports, die für die Regelung und Umsetzung des Sozialschutzes der Athleten verantwortlich sind, einzubeziehen.
Vor diesem Hintergrund zielt das SO PROS-Projekt darauf ab, Integrität und Werte im Sport zu fördern, indem der soziale Schutz der Athleten im olympischen Sport bewertet, evaluiert und umgesetzt wird. Es kann als eine Vertiefung des Erasmus+ EMPLOYS-Projekts im Bereich des sozialen Schutzes von Athleten verstanden werden, der eine der sechs Kerndimensionen der Arbeitsbeziehungen von Athleten im olympischen Sport ist. Es wird auf der soliden Grundlage und den Erkenntnissen des EMPLOYS-Projekts aufbauen und die nächsten Schritte zur Schaffung eines Rahmens für die Umsetzung konkreter Maßnahmen für Athleten im spezifischen Politikbereich des Sozialschutzes unternehmen. Dem Projektkonsortium gehören vier akademische Partner an, die sich mit der Erforschung und Untersuchung von Sport-Governance, Sportpolitik und Sportrecht befassen, sowie fünf politische Partner mit umfangreichem Fachwissen über die Beschäftigung von Athleten und soziale Beziehungen.
Die Bestimmungen zum Sozialschutz von Sportler:innen und die Verbindlichkeit der SOPROS-Partner fasst die gemeinsamen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen aus dem SOPROS-Projekt zusammen.
Die Deklaration überträgt die Ergebnisse des SOPROS-Evaluationsberichts in sieben grundlegende Aussagen über den Sozialschutz von Sportler:innen. Das Manifest wurde als Ergebnis eines kollektiven Verhandlungsprozesses zwischen den Projektpartnern, das den Kriterien des sozialen Dialogs entsprach, gemeinsam verabschiedet und am 9. Dezember 2025 auf der SOPROS-Abschlusskonferenz in Brüssel unterzeichnet. Die Deklaration soll politische Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen und durch verschiedene Interessengruppen anregen.
Darüber hinaus bekräftigen die SOPROS-Partner ihre individuellen und gemeinsamen Verpflichtungen zur Unterstützung der Umsetzung des Sozialschutzes von Sportler:innen.
Die Bestimmungen zum Sozialschutz von Sportler:innen stehen öffentlichen Behörden, Sportverbänden, Sportlerorganisationen, Arbeitgebern, der Zivilgesellschaft, akademischen Einrichtungen, kommerziellen Akteur:innen und einzelnen Sportler:innen zur Unterzeichnung offen. Die Projektpartner laden Sie und alle an der Regulierung und Umsetzung des Sozialschutzes von Sportler:innen beteiligten Akteur:innen ein, die Erklärung zu unterzeichnen und institutionelle sowie persönliche Verpflichtungen zu formulieren und festzuschreiben. Klicken Sie auf den Button um teilzunehmen.
Unser sogenannter Athlete Social Protection Check (ASPC) ermöglicht es Spitzensportler:innen, ihre persönliche Sozialschutzsituation selbst einzuschätzen, mehr über ihre gesetzlichen und Athlet:innen-spezifischen Ansprüche zu erfahren und ihre Absicherung mit der von Athlet:innen aus anderen Ländern und Sportarten zu vergleichen. Außerdem bietet ihnen unser Global Athlete Survey-Toolkit die Möglichkeit, ihre persönliche Meinung über ihre aktuelle Sozialschutzsituation und die Verantwortung und Fürsorgepflicht der beteiligten Stakeholder zu äußern. Athlet:innen können den Athlete Social Protection Check und das zusätzliche Survey-Toolkit über die Website athletes-social-protection.eu öffnen.
European Athletes and Players Association (EAPA) commits to (9 December 2025)
European Association of Sport Employers (EASE) commits to (9 December 2025)
European Olympic Academies (EOA) commits to
Academic partners of the SOPROS Project commit to (9 December 2025)
CONIFA Asia and Oceania / Confederation of Independent Football Associations (CONIFA) commits to (16 December 2025):
Global Athlete commits to (16 December 2025):
Social Innovation Sportshub commits to (18 December 2025):
United Athletes commits to (18 December 2025):
Sports Association of Primorje-Gorski Kotar County commits to (03 February 2026)
Autor:innen
Prof. Dr. Jürgen Mittag, Deutsche Sporthochschule Köln
Dr. Maximilian Seltmann, Deutsche Sporthochschule Köln
Lorenz Fiege, Deutsche Sporthochschule Köln
Leopold Hofmann, Deutsche Sporthochschule Köln
Prof. Dr. Vanja Smokvina, University of Rijeka
Dr. Pawel Zembura, Institute for Sport Governance
Dr. Luiz Haas, Sport Evolution Alliance
Dr. Andrea Cattaneo, Edge Hill University
Herausgeber
Institute of European Sport Development and Leisure Studies
Deutsche Sporthochschule Köln
Autor:innen
Paulina Tomczyk (European Athletes and Players Association)
Christophe Grognard (European Association of Sport Employers)
Prof. Dr. Manfred Lämmer, Bastian Grüger (European Olympic Academies)
Prof. Dr. Jürgen Mittag, Lorenz Fiege, Dr. Maximilian Seltmann (Deutsche Sporthochschule Köln)
Dr. Andrea Cattaneo (Edge Hill University)
Dr. Vanja Smokvina (University of Rijeka)
Dr. Luiz Haas (Sport Evolution Alliance)
Dr. Pawel Zembura (Institute for Sport Governance)
Herausgeber
Institut für Europäische Sportentwicklung und Freizeitforschung
Deutsche Sporthochschule Köln
Jürgen Mittag
Projektleitung
Maximilian Seltmann
Projektkoordination
Lorenz Fiege
Projektmitarbeit
Verbundene Partnerorganisationen