08.07.2026 | Institut für Sportrecht
Welche Bedeutung nehmen Fair Play und sauberer Sport in heutigen Zeiten noch ein? Über dieses Thema wurde im Rahmen des 12. Biebricher Schlossgesprächs am 11. Juni 2026 diskutiert. Mit dabei auf dem Podium: Dr. Caroline Bechtel vom Institut für Sportrecht. Zum Schluss wurde es besonders spannend: Die „Fair Play Preise des Deutschen Sports“ wurden vergeben.
Das Ambiente war festlich, die Diskussionen hatten Tiefgang: Anlässlich des 12. Biebricher Schlossgesprächs wurde unter dem Motto „Fair Play oder Fiktion? Der Kampf um den sauberen Sport“ diskutiert. Vor 130 Gästen sprachen fünf Panel-Teilnehmer:innen unter der Leitung des ZDF-Moderators Sven Voss zur Kernfrage, welche Rolle Fairness und Anti-Doping im Sport in Zukunft noch einnehmen. Organisiert wurde die Gesprächsrunde von der Deutschen Olympischen Akademie in Kooperation mit dem Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege.
Das Panel war hochkarätig besetzt: Den Fragen stellten sich Dr. Maria Ratz, Professorin für Sports Finance an der accadis Hochschule Bad Homburg, zudem Dr. Lars Mortsiefer, Vorstandsvorsitzender der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) und die ehemalige Judo Weltmeisterin Anna-Maria Wagner. Mit dabei waren zudem Marina Schweizer, Redakteurin beim Deutschlandfunk, und als Vertreterin der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) Dr. Caroline Bechtel, stellvertretende Leiterin des Instituts für Sportrecht.
Ein Aufhänger der hochaktuellen Gespräche waren die viel diskutierten Enhanced Games, die Ende Mai in Las Vegas stattfanden. Dabei traten Spitzenathlet:innen, die unter medizinischer Aufsicht gedopt wurden, in den Disziplinen Leichtathletik, Schwimmen und Gewichtheben an. Diese Form des Wettkampfs veranlasste die provokante Frage, ob es sich nicht um eine sogar ehrlichere Form des Spitzensports handle.
Auch Dr. Caroline Bechtel vom Institut für Sportrecht sollte Stellung beziehen zum „Mythos vom sauberen Sport“. Ist der Glaube an sauberen Sport mittlerweile wichtiger als sauberer Sport selbst? Bechtel verneinte die These deutlich: „Die Regeltreue und Vorbildfunktion der Athletinnen und Athleten in Deutschland ist sehr hoch“, sagte die Juristin. Die Sportler:innen stünden für die Werte des Sports ein, um die Integrität des Sports zu schützen. „Wir haben einen Grundkonsens, dass wir einen sauberen Sport wollen, und den sollten wir bewahren.“ Mit diesem Statement setzte sie den Schlusspunkt der Panel-Diskussion.
Den Worten folgten in Wiesbaden Taten: Die Preisverleihung der Fair Play Preise des Deutschen Sports stand bevor. Die 26-jährige Triathletin Tabea Frohn vom SC 53 Landshut wurde ausgezeichnet, weil sie einer bewusstlos gewordenen Mitsportlerin bei einem Mitteldistanz-Rennen durch Ersthelfer-Maßnahmen das Leben gerettet hatte. Ein Sonderpreis wurde dem Handball-Nationalspieler Julian Köster zugesprochen – für seine ehrenamtliche Arbeit für die Initiative „Special Olympics Deutschland“, die Menschen mit geistiger Behinderung im Sport unterstützt.
Vertreten war das Institut für Sportrecht auch durch dessen Leiter Univ. Prof. Dr. Martin Nolte. Sein Fazit der Veranstaltung: „Sauberer und sicherer Sport sind die Basis für dessen Anerkennung in Staat und Gesellschaft – Regeln und Rechtsnormen sollen ihn gewährleisten. Dies ist Gegenstand unserer Forschung und Lehre im Sportrecht an der Deutschen Sporthochschule. Das machte Caro Bechtel auf der Veranstaltung mit Nachdruck sichtbar.“