Lena Brack gewinnt den Nachwuchspreis der DSHS!

25.06.2026 | Institut für Sportdidaktik und Schulsport


Unsere Mitarbeiterin Lena Brack hat den Nachwuchspreis für die beste Masterarbeit im Bereich Geisteswissenschaften der Deutschen Sporthochschule gewonnen. In Ihrer Abschlussarbeit widmet sie sich den aktuellen Entwicklungen im Bouldern auf der Ebene lokaler Praktiken. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass neuere Bewegungskulturen zunehmend Teil des organisierten Sports werden – wie etwa das Bouldern, das in Tokio 2020 erstmals als olympische (Teil-)Disziplin vertreten war. Es stellt sich die Frage, was es mit den Trendsportarten macht, wenn sie Teil des etablierten Sports werden, den sie zuvor abgelehnt haben. 

Auf Basis einer ethnografischen Feldforschung in drei Kölner Boulderhallen analysiert die Arbeit, dass sich Versportlichung im Bouldern durch ausgeprägte intersubjektive Leistungsvergleiche vollzieht, die wesentlich über performatives Stilkönnen ausgehandelt werden. Anerkennungsprozesse und Leistungszuschreibungen sind in der Boulderhalle relational. Sie richten sich nicht nach einem festgelegten Erfolgskriterium, sondern sind stark am Prinzip des Performativen ausgerichtet. Leistung im Bouldern ist somit nicht allein das erfolgreiche Bewältigen eines Boulders, sondern das stilvolle Bewältigen über eigens gefundene, kreative Lösungswege. Können artikuliert sich dabei häufig in mühelos erscheinenden Bewegungspraktiken und ist Teil eines umfassenderen Stilphänomens. 

Flexible Besuchszeiten, individuelle Leistungszuschreibungen sowie der Primat des Stils können als subversiver Ausdruck gegen generelle Rationalisierungstendenzen der Moderne gelesen werden. Und doch bleiben die Bouldernden einer neoliberal vermittelten Form der Leistungsorientierung verhaftet, die sich in Praktiken selbstinszenierten Stilkönnes subtil artikuliert. 

Bouldern wird in dieser Arbeit als typischer Sport der (Post-)Moderne verstanden. Aufbauend darauf widmet sich die Autorin in weiteren Arbeiten der Frage, wie sich das Verhältnis von Bewegungskulturen und Gegenwartsgesellschaft systematisch fassen lässt und wie gesellschaftstheoretisch fundierte ethnografische Forschung im Sport gelingen kann.

Das Institut für Sportdidaktik und Schulsport gratuliert ganz herzlich zu diesem Erfolg!