08.07.2026 | Institut für Sportrecht
Ein sicheres, gewaltfreies und respektvolles Umfeld im Sport schaffen – das ist das Ziel der Initiative „Safe Sport“. Um dieses Vorhaben auf internationaler Ebene weiter voranzutreiben, trafen sich vom 25. bis 27. Mai in Kapstadt Vertreter:innen aus Praxis, Wissenschaft und Politik zur sechsten Safe Sport Global Conference. Spannende Vorträge, Diskussionen und Vernetzungen standen auf dem Programm.
Imposante Berge, die Weite des Ozeans, dazwischen die Stadt – und mittendrin die University of Cape Town. Am Fuße des ikonischen Tafelbergs liegt der Ort, an dem sich im Anschluss an das Pfingstwochenende 400 Vertreter:innen aus Sportorganisationen und -verbänden, Wissenschaft und Politik trafen. Sie hatten ein gemeinsames Anliegen: die Sicherheit von Personen im Sportumfeld. Auch das Institut für Sportrecht der Deutschen Sporthochschule war zu Gast – Univ. Prof. Dr. Martin Nolte und Dr. Caroline Bechtel nutzten die Gelegenheit zum fachlichen Austausch.
Drei Tage dauerte die Safe Sport Global Conference 2026. Neben Impulsvorträgen und Diskussionen im Plenum wurden auch Workshops rund um das Thema Safe Sport angeboten. Wie lassen sich Sportstätten so entwerfen und konzipieren, dass sie Sicherheit für Sportler:innen, Trainerstab und Publikum bieten? Wie lassen sich Anzeichen sexualisierter Gewalt im Sport frühzeitig erkennen? Wie kann Gewalt im Sport effektiv verhindert werden? Wie können koloniale und rassistische Strukturen im Sport erkannt und aufgelöst werden? Über solche Fragen wurde in verschiedenen Panels und interaktiven Workshops informiert und diskutiert. „Der fachliche Austausch war geprägt von einer hohen Expertise, einer intrinsischen Motivation und einem wahrhaften Interesse der Teilnehmenden an der Weiterentwicklung des Bereichs Safe Sport. Aus der Bandbreite der eingebrachten Perspektiven und Erfahrungen spricht die Qualität und Vielfalt, die diese Konferenz zu bieten hatte. Die Konferenz war in jeder Hinsicht eine Bereicherung.“, so das Fazit von Dr. Caroline Bechtel.
Die Veranstalter hatten die Konferenz in drei Themenblöcke gegliedert. Der erste Tag, der sogenannte „Research Day“, sollte Raum für Austausch bieten, der Bereich Safe Sport wurde durch mehrere Workshops und Panels von verschiedenen Perspektiven beleuchtet. In diesem Rahmen wurde Wissen weitergegeben und Forschung mit der Praxis verbunden. So ging es etwa um Jugendschiedsrichter im Fußball und ihre Rechte oder auch die weltweite Förderung von Frauenfußball.
Am zweiten Tag, dem „Africa Day“, stand die Umsetzung von Maßnahmen im Bereich Safe Sport zur Gewährleistung eines sicheren und gewaltfreien Sports auf dem afrikanischen Kontinent im Mittelpunkt. Dafür wurden über den Tag hin verschiedene Panels angesetzt, etwa zur Regulierung von Safe Sport und dessen Rechtsproblemen, zur Bekämpfung von Menschenhandel im und durch den Sport oder zum Umgang mit mentalen Problemen im Sport.
Der dritte Tag stand unter dem Motto „Global Collaborations and Future Commitments“: Durch Austausch und Diskurs sollten Strategien für die Implementierung von Maßnahmen zugunsten eines sicheren und gewaltfreien Sports im internationalen Kontext entwickelt werden. In mehreren Diskussionsrunden besprachen die Teilnehmenden etwa, wie athlet:innenzentrierte Trainingsumgebungen geschaffen werden können – in sogenannten Sessions wurde beispielsweise auch über die Traumabewältigung und Heilung nach einem sexualisierten Übergriff gesprochen.
Auch das Institut hat sich dem Thema voll verschrieben: Die Entwicklung des Safe Sport Codes, einem nationalen, einheitlichen Regelwerk zur Bekämpfung von Gewalt im Sport, ist ein wichtiger Meilenstein für den sicheren Sport in Deutschland. Aber auch global setzt er ein Zeichen: „Der von uns entwickelte Code erweitert die Handlungsmöglichkeiten von Sportverbänden und verbietet interpersonelle Gewalt bereits unterhalb der Schwelle zu strafbarem Verhalten“, sagt Univ. Prof. Dr. Martin Nolte. „Die Konferenz zu Kapstadt hat bestätigt, mit dem Safe Sport Code auch international auf dem richtigen Weg zu sein.“