16.07.2026 | Forschung
Mit der offiziellen Gründung des Zentrums für Safe Sport (ZfSS) ist in Berlin ein wichtiger Meilenstein für den Schutz vor interpersonaler Gewalt im organisierten Sport erreicht worden. Die Deutsche Sporthochschule Köln hat diesen Prozess mit ihrer wissenschaftlichen Expertise über viele Jahre begleitet und den bundesweiten Aufbau des Zentrums aktiv mitgestaltet.
Grundlage dafür sind die langjährigen Forschungsarbeiten der Sporthochschule zu interpersonaler Gewalt im Sport. Wissenschaftler*innen des Instituts für Soziologie und Genderforschung sowie weiterer Einrichtungen der Universität haben in zahlreichen Studien untersucht, wie häufig psychische, körperliche und sexualisierte Gewalt im Leistungs- und Breitensport vorkommt und welche strukturellen Voraussetzungen notwendig sind, um Betroffene wirksamer zu schützen. Die Ergebnisse zeigen, dass unabhängige Strukturen für Prävention, Intervention und Aufarbeitung unverzichtbar sind.
Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse sind in den bundesweiten Prozess zur Entwicklung des Zentrums eingeflossen. Professorin Dr. Ilse Hartmann-Tews, ehemalige Leiterin des Instituts für Soziologie und Genderforschung, vertrat die Deutsche Sporthochschule Köln seit Anfang 2023 im bundesweiten Stakeholderprozess zum Aufbau des Zentrums und wirkte anschließend im Beirat zu dessen Konstituierung mit. Bei der Gründungsfeier in Berlin brachte sie auf dem Podium sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse als auch ihre Erfahrungen aus der Arbeit für Safe Sport e.V. – Unabhängige Ansprechstelle ein.
Die Unabhängige Ansprechstelle Safe Sport e.V., deren Aufbau ebenfalls maßgeblich durch Expertise der Sporthochschule begleitet wurde, unterstützt seit 2023 bundesweit Betroffene interpersonaler Gewalt im Sport sowie deren Angehörige und Unterstützer*innen. Das neu gegründete Zentrum für Safe Sport ergänzt dieses Angebot künftig durch unabhängige Untersuchungs-, Mediations- und Disziplinarverfahren sowie die Entwicklung von Standards für Prävention, Intervention und Aufarbeitung.
Im Rahmen der Podiumsdiskussion unterstrich Hartmann-Tews die Bedeutung unabhängiger Strukturen: „Diese Erfahrungen und Erkenntnisse begründen den Bedarf einer unabhängigen Institution, die Verdachtsfälle außerhalb organisationsinterner Interessenlagen prüft und bearbeitet. Diese Externalisierung ist essentiell notwendig – zum Schutz der Betroffenen und zur Unterstützung der Sportorganisationen.“
Mit der Gründung des Zentrums wird ein wichtiger Schritt für den Schutz vor interpersonaler Gewalt im Sport umgesetzt. Die Deutsche Sporthochschule Köln hat diesen Prozess von Beginn an mit ihrer Forschung und fachlichen Expertise begleitet und wird sich auch künftig in die Weiterentwicklung von Prävention, Intervention und Aufarbeitung im Sport einbringen.