Myostatin ist ein Wachstumsfaktor und bei der Regulation des Muskelwachstums von Bedeutung. Hierbei übernimmt es eine Art der negativen Regulation. Wird die Myostatinbildung gehemmt bzw. fällt sie ganz aus, so kommt es zu einem vermehrten Muskelwachstum (Abb.1 u. 2). Die Bildung des Myostatins wird über das sogenannte Myostatingen reguliert. Eine Beeinflussung dieses Gens hat somit Folgen für das Muskelwachstum.
Abb.1 Ausfall des Myostatin-Gens bei einem "Belgian Blue"-Rind führt zu massivem Muskelwachstum (aus Schulz et al. 1998 )
Abb.2 "Knock-out" Supermaus. (Mächtig hypertrophierte Beinmuskulatur nach Ausfall des Myostatingens im Bild rechts). (aus Schulz et al. 1998 )
Substanzen, die die Aktivität des Myostatingens (Genexpression) hemmen, bewirken somit indirekt ein übernatürliches Muskelwachstum, was sicherlich auch zu Dopingzwecken missbraucht werden kann.
Diese Art der Manipulation, also Anwendung von Substanzen zur Hemmung des Myostatingens, wird seit Januar 2008 von der Welt Anti-Doping Agentur (WADA) unter S4 Gruppe der Hormonantagonisten und Modulatoren verboten. Seit 2013 wird die Gruppe S4 als „Hormon- und Metabolische Modulatoren“ bezeichnet.
Auszug aus dem englischen Text der WADA Verbotsliste 2026:
The following hormone and metabolic modulators are prohibited:
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3. Agents modifying …., but not limited, to: Myostatin inhibitors such as: Agents reducing or ablating myostatin expression; Myostatin-binding proteins (e.g. Follistatin, myostatin propeptide); Myostatin-neutralizing antibodies (e.g. domagrozumab, landogrozumab, stamulumab)
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Schulz et al. 1998: Gendoping im Sport: Fakt oder Fiktion (Artikel als PDF)