Das Projekt „LGBTQI+ Policy and Leadership in Sport and Society (+PLUSS)“ hat die Inklusion und Teilhabe von Sportler*innen mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen, Geschlechtsidentitäten und -ausdrücken sowie Geschlechtsmerkmalen im europäischen Breitensport gefördert, indem es Diskriminierung bekämpfte und gegen Intoleranz gegenüber sportlich aktiven Menschen mit unterschiedlichen Geschlechtsidentitäten und -ausdrücken vorging sowie eine inklusive Sportkultur schuf, an der alle teilhaben können.
Das Projekt hat:
Michele Mommi, Koordinator für europäische Projekte bei EGLSF, michele.mommi@eglsf.info
Liste der teilnehmenden Organisationen
EUROPEAN GAY AND LESBIAN SPORT FEDERATION VERENIGING – NL (Koordinator)
DEUTSCHE SPORTHOCHSCHULE KÖLN – DE
SPORTIEQ (ehemals INTERNATIONAAL CENTRUM ETHIEK IN DESPORT VZW) – BE
QUEER SPORT - UDRUGA ZA SPORT I ZDRAVLJE - HR
Out for the Win (ehemals Wel Jong Niet Hetero) – BE
Atlasz Sportegyesület – HU
SPORTNO DRUSTVO OUT IN SLOVENIJA – SI
Team München e.V. – DE
Pan Idræt København – DK
Projektergebnisse
Das +PLUSS-Projekt erzielte bedeutende Ergebnisse und Wirkungen auf organisatorischer, kommunaler und europäischer Ebene und trug zu einer stärkeren Inklusion von LGBTQI+-Personen im Breitensport bei.
Auf der Ebene der LGBTQI+-Sportorganisationen stärkte das Projekt die Führungskompetenzen, die organisatorische Nachhaltigkeit und die strategische Planung. Durch Workshops, Peer-Learning-Aktivitäten und die Umsetzung von Antidiskriminierungsstrategien verbesserten die teilnehmenden Vereine ihre Fähigkeit, neue Mitglieder zu gewinnen, mit Interessengruppen in Kontakt zu treten und sich für inklusive Sportumgebungen einzusetzen. Dieser Kapazitätsaufbau führte zu einem messbaren Anstieg der Beteiligung: Die Partnerorganisationen vermeldeten nach der Umsetzung ihrer Strategien einen durchschnittlichen Anstieg der Sportbeteiligung um mehr als 37 %.
Das Projekt trug zudem dazu bei, das Gefühl der Isolation zu verringern, das bei LGBTQI+-Sportinitiativen häufig auftritt. Umfrageergebnisse aus Workshops und Führungskräftemaßnahmen zeigen, dass mehr als 80 % der Teilnehmenden angaben, sich stärker mit einer europäischen Gemeinschaft von LGBTQI+-Sportführern verbunden zu fühlen, was die Netzwerke zur gegenseitigen Unterstützung stärkte und die zukünftige Zusammenarbeit erleichterte.
Ein weiteres wichtiges Ergebnis war die Schaffung einer solideren Faktengrundlage zur Inklusion von LGBTQI+ im Sport. Der im Rahmen des Projekts erstellte Forschungsbericht sammelte Daten von 83 Sportvereinen in 25 Ländern und lieferte wertvolle Erkenntnisse über die Hindernisse, mit denen LGBTQI+-Sportler*innen konfrontiert sind, sowie über die Praktiken, die erfolgreich ein inklusives Sportumfeld fördern. Diese Erkenntnisse unterstützen künftige Initiativen, Forschungsvorhaben und die Politikentwicklung im Bereich der Inklusion im Sport.
Das Projekt trug zudem zur Stärkung des Dialogs zwischen LGBTQI+-Sportorganisationen und etablierten Sportinstitutionen bei. Die Partnerorganisationen verzeichneten 75 Interaktionen mit etablierten Sportverbänden, darunter Treffen, Kooperationen und Lobbyinitiativen, womit das ursprüngliche Ziel deutlich übertroffen wurde. Diese Interaktionen trugen dazu bei, das Bewusstsein für Fragen der LGBTQI+-Inklusion im gesamten Sportsektor zu schärfen.
Was die Wirkung der Lobbyarbeit betrifft, so wurden im Rahmen des Projekts praktische und politikorientierte Ressourcen erstellt, die den Sportsektor auch über die Projektlaufzeit hinaus weiterhin beeinflussen können. Die Community-Leitlinien und politischen Empfehlungen bieten konkrete Instrumente für Sportorganisationen, Entscheidungsträger und Akteure der Zivilgesellschaft, die inklusive Sportpraktiken fördern möchten.
Verbreitungsmaßnahmen sorgten für eine breite Sichtbarkeit und Akzeptanz der Projektergebnisse. Projektpublikationen und -ressourcen erreichten über soziale Medien und Netzwerke Zehntausende von Interessengruppen, während Hunderte von Führungskräften aus dem Sportbereich und politischen Akteuren die Materialien direkt erhielten. Alle Ergebnisse sind öffentlich zugänglich und können von Organisationen in ganz Europa genutzt werden.
Die Ergebnisse des Projekts zeigen ein großes Potenzial für Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit. Die im Rahmen des Projekts erarbeiteten Forschungsergebnisse, Leitlinien für Gemeinschaften und politischen Empfehlungen bieten praktische Instrumente, die von Sportorganisationen, Behörden und Akteuren der Zivilgesellschaft in ganz Europa angepasst und genutzt werden können. Durch die Stärkung der Kapazitäten von LGBTQI+-Sportführern und -Organisationen hat das Projekt zum Aufbau eines widerstandsfähigeren und vernetzteren europäischen Netzwerks beigetragen, das in der Lage ist, inklusive Sportumgebungen auch über die Laufzeit des Projekts hinaus weiter zu fördern. Darüber hinaus haben die im Rahmen des Projekts geknüpften Partnerschaften und Kooperationen neue Möglichkeiten für eine fortgesetzte Zusammenarbeit, den Wissensaustausch und die Interessenvertretung auf europäischer Ebene geschaffen und damit die langfristige Wirkung der Initiative verstärkt.
Das Projekt führte zudem einen innovativen Ansatz ein, indem es den Kapazitätsaufbau im Breitensport mit forschungsbasierter politischer Interessenvertretung verband und so lokale Sportinitiativen mit europäischen politischen Diskussionen über Inklusion und Gleichstellung im Sport verknüpfte.
Insgesamt hat das Projekt die Kapazitäten von LGBTQI+-Sportorganisationen gestärkt, die Teilnahmemöglichkeiten für LGBTQI+-Personen im Sport erweitert und dazu beigetragen, inklusive Praktiken innerhalb des europäischen Sportökosystems voranzubringen. Die Ergebnisse des Projekts bilden eine solide Grundlage für die künftige Zusammenarbeit, Interessenvertretung und Politikgestaltung mit dem Ziel, den Sport in Europa inklusiver und für alle zugänglicher zu gestalten.
„Finanziert von der Europäischen Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die der Autoren und spiegeln nicht unbedingt die der Europäischen Union wider. Weder die Europäische Union noch die Bewilligungsbehörde können dafür verantwortlich gemacht werden.“
Das Erasmus+ finanzierte Projekt PLUSS – LGBTQI+ Policy and Leadership in Sport and Society (koordiniert von der European Gay & Lesbian Sport Federation), biegt auf die Zielgerade. Übergeordnetes Ziel des Projekts ist die Förderung der Inklusion und Teilhabe von Sportler*innen mit unterschiedlichen sexuellen und geschlechtlichen Identitäten, Geschlechtsausdrücken sowie geschlechtlichen Merkmalen im europäischen Breitensport durch die Bekämpfung von Diskriminierung und Intoleranz und die Etablierung einer inklusiven Sportkultur. Die Abt. Diversitätsforschung verantwortete den Forschungsteil und untersuchte die queere Sportbewegung in Europa. Im Rahmen dieses Projekts wurden nun spannende Materialien veröffentlicht, die Funktionär*innen, Vereinen und Institutionen gehaltvolle Fakten, Inspiration und Instrumente zur Förderung von Inklusion und Gleichberechtigung von queeren Personen im Sport liefern.
Forschungsreport – Die Geschichte des LGBTQI+-Sports in Europa (ENG)
In Zusammenarbeit mit den PLUSS-Partnern untersuchen Birgit Braumüller, Ilse Hartmann-Tews und Tim Schlunski förderliche Rahmenbedingungen, strukturelle Hindernisse und markante Entwicklungskonstellationen von LGBTIQ+ Sportorganisationen in Europa mittels qualitativer Interviews und einer europaweiten Befragung von 83 LGBTQI+ Organisationen. Der Report beleuchtet Chancen, Herausforderungen und Meilensteine in der Entwicklung der queeren Sportorganisationen.
Illustrierte Geschichte des LGBTQI+-Sports in Europa (ENG)
Diese kreative Publikation ergänzt die Forschungsergebnisse mit ansprechenden Illustrationen, die die Entwicklung der LGBTQI+-Sportgemeinschaften auf verständliche und inspirierende Weise darstellen.
Community-Richtlinien – Aufbau inklusiver und nachhaltiger LGBTQI+-Sportvereine (ENG)
Diese von PLUSS-Partnern entwickelten Richtlinien bieten Sportfunktionär*innen praktische Instrumente zur Schaffung eines inklusiven Umfelds und zur Stärkung ihrer Organisationen. Der Leitfaden basiert auf dem „GAME“-Rahmenkonzept (Good Governance, Advocacy, Membership, Events) und kombiniert strategische Erkenntnisse mit Beispielen aus der Praxis und konkreten Empfehlungen.
Purple Policy Paper – Empfehlungen für politische Entscheidungsträger und Sportbehörden (ENG)
Dieses ebenfalls von Projektpartnern entwickelte Policy Paper enthält umsetzbare Empfehlungen zur Beseitigung von Hindernissen für die Teilnahme von LGBTQI+ am Sport. Es fordert eine Verlagerung von kompensatorischen zu komplementären Rollen für LGBTQI+-Sportvereine und ermutigt etablierte Verbände und Institutionen, Zusammenarbeit, Barrierefreiheit und Inklusion zu fördern.