Unser Jahresbericht

Lernen Sie die Spoho kompakt aus unterschiedlichen Perspektiven kennen.

Wie entwickelt sich die Deutsche Sporthochschule Köln? Welche Themen, Projekte und Menschen prägen das vergangene Jahr? Der Jahresbericht „KOMPAKT“ gibt Einblicke in zentrale Entwicklungen rund um Studium und Lehre, Forschung und Transfer sowie das vielfältige Leben auf dem Campus. Er zeigt, wie sich unsere Universität als einzige Sportuniversität Deutschlands weiterentwickelt und welche Impulse sie in Wissenschaft und Gesellschaft setzt.

Entdecken Sie ausgewählte Highlights, Kennzahlen und Geschichten aus einem Jahr Spoho – kompakt aufbereitet und anschaulich dargestellt.

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„Zusammenarbeit ist unser wichtigster Entwicklungsschritt“

Rektor Univ.-Prof. Dr. Ansgar Thiel über das Jahr 2025 als Phase des Zusammenwachsens, den Hochschulentwicklungsplan, neue Formen der Zusammenarbeit und die strategische Weiterentwicklung der Deutschen Sporthochschule Köln.

Herr Thiel, wenn Sie dem Jahr 2025 rückblickend einen Titel geben müssten – welcher wäre das?

Ich würde 2025 als ein Jahr des Zusammenwachsens bezeichnen. Das gilt zum einen für das Rektorat, das sich als Team noch einmal deutlich weiterentwickelt hat. Vor allem aber beschreibt es die Zusammenarbeit innerhalb unserer Universität. Wir haben viele Gespräche geführt, Kooperationen angestoßen und begonnen, Bereiche stärker miteinander zu vernetzen, um Stärken zu bündeln. Um als Hochschule Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit zu liefern, müssen wir auf größere Einheiten setzen und übergeordnete Strategie- und Kommunikationsplattformen schaffen. 2025 war für mich das Jahr, in dem wir dafür die Grundlagen gelegt haben.

Welche Meilensteine prägen diesen Weg?

Ein besonderer Meilenstein sind für mich die Reflexions- und Strategiegespräche, die wir mit unseren wissenschaftlichen Instituten geführt haben. Sie waren für das Rektorat ausgesprochen wertvoll und zukunftsweisend. Wir haben nicht nur einen sehr guten Einblick in die Arbeit der Bereiche erhalten, sondern auch gesehen, wo es Ausbau- und Veränderungspotenzial gibt. Besonders gefreut hat mich, mit welcher Offenheit und Konstruktivität die Gespräche geführt wurden. Das hat gezeigt, dass viele Beschäftigte bereit sind, die Zukunft der Sporthochschule aktiv mitzugestalten.

Darüber hinaus konnten wir 2025 erfolgreich die Ausgründung unserer Weiterbildungsakademie vorbereiten, die dann zum 1. Juni 2026 erfolgte. Die Abteilung „Universitäre Weiterbildung“ ist nun die „Akademie der Deutschen Sporthochschule Köln – universitäre Weiterbildung gGmbH“ und wird als 100-prozentige Tochtergesellschaft unserer Universität geführt. Hinter der Ausgründung steckt die Überzeugung, dass wir noch stärker wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis tragen, unsere Weiterbildungsangebote nachhaltig stärken, ausbauen und zukunftsfähig aufstellen wollen.

Auch zahlreiche Berufungsverfahren, neue Transferprojekte und Gespräche über innovative Vorhaben – etwa die Gründung einer Hochschulambulanz gemeinsam mit der Uniklinik Köln – zeigen, dass wir an vielen Stellen gleichzeitig Entwicklungen angestoßen haben. Nicht jedes Projekt ist bereits abgeschlossen; entscheidend ist aber, dass wir in vielen Bereichen in Bewegung gekommen sind.

2025 hat das Rektorat den Hochschulentwicklungsplan 2025-2031 veröffentlicht. Welche Bedeutung hat er für die Sporthochschule?

Der Hochschulentwicklungsplan beschreibt unsere langfristige strategische Ausrichtung. Er ist bewusst allgemein gehalten und formuliert Leitlinien und Ziele, an denen wir unsere Entscheidungen ausrichten. Dabei geht es ganz grundsätzlich darum, welchen Beitrag die Deutsche Sporthochschule Köln zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen leisten möchte.

Ein wichtiges Thema ist dabei der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Forschung soll noch stärker ihren Weg in die Praxis finden – sei es über Ausgründungen, Kooperationen sowie Aus- und Weiterbildung. Wir wollen aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen konsequent in die Lehre integrieren und unsere Studiengänge kontinuierlich verbessern. Dazu gehört auch, neue Studienangebote dort zu schaffen, wo gesellschaftlicher Bedarf entsteht. Daher planen wir zum Beispiel den Weiterbildungsmaster Sport- und Bewegungsmedizin, der sich mit den Problemen von Bewegungsmangel und Gesundheitsmanagement in Schulen auseinandersetzt, sowie den Erasmus Mundus Master in Community Sport and Movement for Social Transformation.

Ein weiteres Ziel ist es, die Sichtbarkeit der Sporthochschule zu erhöhen. Unsere Forschung genießt hohes Ansehen, ist aber häufig eher an Einzelplayern orientiert. Wir möchten, dass die Sporthochschule als Institution und die gesellschaftliche Relevanz unsere Arbeit – vor allem international – noch stärker wahrgenommen werden.

Wir möchten die Zusammenarbeit zwischen den Einheiten weiter stärken, indem wir Kommunikations- und Strategieplattformen schaffen, die Kompetenzen bündeln, Ressourcen gemeinsam nutzbar machen und interdisziplinäre Forschung erleichtern. Aus einem Nebeneinander soll ein stärkeres Miteinander entstehen.

Univ.-Prof. Dr. Ansgar Thiel


Rektor der Deutschen Sporthochschule Köln

Ein Instrument auf diesem Weg waren die schon angesprochenen Reflexions- und Strategiegespräche mit den wissenschaftlichen Instituten. Was war das Ziel dieses Prozesses?

Uns war wichtig, zunächst genau zuzuhören. Deshalb haben wir alle Institute und Abteilungen gebeten, ihre Aufgaben, Ziele, Entwicklungen und Herausforderungen zu beschreiben. Darauf aufbauend haben wir intensive Gespräche geführt und gemeinsam überlegt, welche Perspektiven sich für die Zukunft ergeben.

Für uns als Hochschulleitung war das ausgesprochen aufschlussreich. Wir haben ein sehr gutes Bild davon bekommen, welche Stärken bereits vorhanden sind, wo Entwicklungspotenziale liegen und welche Veränderungen sinnvoll sein könnten. Gleichzeitig konnten wir die Ergebnisse bündeln und als Grundlage für unsere weiteren strategischen Überlegungen nutzen.

Eine zentrale Erkenntnis lautet: Die großen gesellschaftlichen Herausforderungen lassen sich heute kaum noch innerhalb einzelner Disziplinen lösen. Deshalb möchten wir die Zusammenarbeit zwischen den Einheiten weiter stärken, indem wir Kommunikations- und Strategieplattformen schaffen, die Kompetenzen bündeln, Ressourcen gemeinsam nutzbar machen und interdisziplinäre Forschung erleichtern. Aus einem Nebeneinander soll ein stärkeres Miteinander entstehen.

Wie gehen Sie nun konkret mit den Erkenntnissen um?

Die Überlegungen zur strukturellen Weiterentwicklung unserer Universität sind noch nicht abgeschlossen, aber konzeptionell haben wir schon verschiedene Ideen entwickelt, deren Ziel es zum Beispiel ist, die gemeinsame Nutzung von Ressourcen zu verbessern und größere Forschungsvorhaben zu fördern. Beispielsweise denken wir über übergeordnete Kommunikations- und Strategieplattformen nach, in denen Institute, die thematisch zusammenpassen, stärker miteinander arbeiten und nach außen gemeinsam sichtbar werden. Personal- und Finanzverantwortung sollen dabei bei den einzelnen Einheiten bleiben. In solchen ‚Departmentstrukturen‘ könnten die Institute zum Beispiel gemeinsame strategische Perspektiven entwickeln, die gemeinsame Nutzung von Forschungsinfrastruktur koordinieren und institutsübergreifende Nachwuchsförderungskonzepte entwickeln. Ich bin davon überzeugt, dass Universitäten heute langfristig nur dann erfolgreich sein können, wenn die einzelnen Einheiten gut miteinander kommunizieren und kooperieren. Der nächste Schritt sieht nun vor, unsere Ideen mit den Professorinnen und Professoren unserer Universität zu besprechen.

Ich erlebe, dass sich die Menschen unserer Universität sehr verbunden fühlen und sich für sie einbringen. Diese Atmosphäre ist für mich wirklich bemerkenswert.

Univ.-Prof. Dr. Ansgar Thiel


Rektor der Deutschen Sporthochschule Köln

Die finanziellen Rahmenbedingungen bleiben schwierig. Wo sehen Sie derzeit die größten Herausforderungen und wo gibt es Handlungsspielräume?

Die Situation ist für Hochschulen generell schwierig, weil die Finanzierung vielerorts nicht mehr auskömmlich ist. Das gilt auch für uns. Die Sporthochschule steht dabei aufgrund ihrer besonderen Struktur unter einem zusätzlichen Druck: Wir haben vergleichsweise wenige Professuren, gleichzeitig aber sehr hohe Betriebskosten, unter anderem wegen unserer energieintensiven Sportanlagen.

Deshalb ist es wichtig, dass wir unsere Situation gegenüber dem Ministerium immer wieder deutlich machen. Das ist in den vergangenen Jahren gut gelungen. Die Sparzwänge sind weiterhin da, aber wir befinden uns derzeit nicht in einer Situation, in der wir befürchten müssen, in einigen Jahren nicht mehr handlungsfähig zu sein. Vielmehr geht es darum, unsere Strukturen so weiterzuentwickeln, dass wir mit den vorhandenen Ressourcen möglichst viel erreichen und zugleich zusätzliche Handlungsspielräume erschließen. Projekte wie die Weiterbildungsakademie oder eine Hochschulambulanz oder die Bewerbung auf Förderprogramme könnten dazu beitragen, unsere Handlungsfähigkeit zu erhöhen und unabhängiger von den klassischen Finanzierungsquellen zu werden.

Der Campus der Sporthochschule ist von zahlreichen Baustellen geprägt. Wie blicken Sie darauf?

Baustellen sind für mich nach wie vor nichts Negatives. Sie zeigen, dass etwas passiert und dass etwas verbessert wird. Natürlich verstehe ich, dass die Situation für die Menschen auf dem Campus teilweise belastend ist. Das tut mir sehr leid.

Gleichzeitig zeigt die Vielzahl der Baustellen, wie groß der Sanierungs- und Erneuerungsbedarf an unserer Universität ist. Dank der Investitionszusage des Landes NRW in Höhe von 86,36 Millionen Euro haben wir jetzt die Chance, diesen Bedarf tatsächlich anzugehen. Mit den Mitteln aus dem NRW-Plan für gute Infrastruktur können wir beispielsweise unsere Nordhallen, das Schwimmbad und unsere Zentralbibliothek energetisch modernisieren.

Dabei müssen wir die Gelegenheit nutzen, nicht nur den Bestand zu erhalten, sondern unsere Infrastruktur so weiterzuentwickeln, dass sie den Anforderungen einer modernen Sportwissenschaft entspricht. Sportanlagen können beispielsweise stärker als Reallabore genutzt werden, in denen Forschung und Lehre miteinander verbunden werden. Diese Maßnahmen schaffen nicht nur bessere Bedingungen für Forschung und Lehre, sondern können langfristig auch helfen, Energie und Kosten zu sparen.

Was stimmt Sie zuversichtlich, dass dieser Weg gelingen kann?

Ich habe 2025 sehr deutlich erlebt, dass die Menschen an der Sporthochschule ausgesprochen positiv, freundlich, kooperativ und konstruktiv miteinander umgehen. Das gilt für Studierende genauso wie für das wissenschaftliche und technische Personal. Ich erlebe, dass sich die Menschen unserer Universität sehr verbunden fühlen und sich für sie einbringen. Diese Atmosphäre ist für mich wirklich bemerkenswert. Gleichzeitig ist das für mich eine sehr wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung. Denn strukturelle Veränderungen funktionieren letztlich nur, wenn die Menschen bereit sind, sie gemeinsam zu gestalten. Und genau diese Bereitschaft erlebe ich an der Sporthochschule.

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