"Life-Coaching im deutschen Profi- und Nachwuchsfußball" - Zur systemisch-organisationalen Einordnung und wirksamen Ausgestaltung eines neuen Themen- und Arbeitsfeldes zwischen Verantwortungs- und Leistungsorientierung, Säkularität und Spiritualität
Forschungszeitraum: 2011 - 2025
Disputation: 20.05.2025
Zweitgutachter: Univ.-Prof. Dr. Ansgar Thiel (DSHS)
Publikation: fis.dshs-koeln.de/de/publications/life-coaching-im-deutschen-profi-und-nachwuchsfu%C3%9Fball-zur-einordn/
Inhalt
Die vorliegende interdisziplinär angelegte Dissertationsstudie beschäftigt sich mit der forschungsleitenden Fragestellung, wie ein Life-Coaching-Format für den deutschen Profi- und Nachwuchsfußball im Rahmen der beiden Spannungsfelder Verantwortungs und Leistungsorientierung sowie Säkularität und Spiritualität systemischorganisational eingeordnet und ausgestaltet sein muss, damit einerseits auf der individuellen Ebene der Spieler*innen und Trainer*innen das Zusammenspiel von Performance, Persönlichkeitsentwicklung und Lebensgestaltung karriere- und Lebensphasenübergreifend und gleichsam sinn- und identitätsstiftend gelingt (Mikroebene) – andererseits allerdings auch die Vereine und Verbände selbst als Entfaltungs- und Resonanzräume entwickelt werden (Mesoebene) und dadurch einen positiven Beitrag zur Transformation der Gesellschaft (Makroebene) leisten können. Das Ziel dieses handlungsorientierten Forschungsvorhabens bestand darin, ein aus den erzielten Untersuchungsergebnissen abgeleitetes „Life-Coaching“-Modell für den deutschen Profi- und Nachwuchsfußball zu entwickeln und dabei auch die individuellen, organisationalen sowie gesellschaftlichen Chancen und Grenzen bzw. Herausforderungen der Implementierung einer solchen Betreuungsform als eigenständiges Format zu reflektieren. Einen Schwerpunkt der Studie bilden zum einen Analysen zum englischen Profi- und Nachwuchsfußball, da in der Premier League bei der Mehrzahl der Vereine Fragen zu Sinndeutungen und Wertvorstellungen sowie zur Lebensgestaltung seit vielen Jahren durch sogenannte „Sports Chaplains“ (Sportseelsorger*innen) behandelt werden. Und zum anderen dienen die Entwicklungen im Business-Coaching im Wirtschaftskontext als zweiter Referenzpunkt. Darüber hinaus wurden weitere relevante Quellen und Studien zum Forschungsgebiet, die vornehmlich aus dem angloamerikanischen Raum stammen, erfasst und analysiert. Die qualitative Datenerhebung erfolgte in Form von einvernehmlich nicht-anonymisierten, halbstandardisierten Leitfadeninterviews (N = 36) mit Verantwortlichen, Trainern und aktuellen und ehemaligen Spielern sowie Spieler-, Vereins- und Verbandsberatern und Expert*innen aus den untersuchten Nachbarformaten bzw. -disziplinen des Life-Coachings – konkret aus den Bereichen Sportpsychologie, Sportpsychiatrie und -psychotherapie und Sportseelsorge. Resultierend aus den Ergebnissen der Dissertationsstudie kann u.a. festgehalten werden, dass in Erweiterung gegenüber dem vorherrschenden biopsychosozialen Modell erst ein bio-psycho-sozio-spirituelles Verständnis dem Anspruch einer ganzheitlichen Begleitung und Förderung genügt – und die Ergänzung der Athlet*innen-Identität durch sportferne Identitäten auf der individuellen Mikroebene bereits während der sportlichen Karriere kein Hemmnis ist, sondern die Leistungsfähigkeit und Persönlichkeitsentwicklung stärkt sowie eine existenzielle Stütze in der Transitionsphase nach dem Karriereende darstellt. Gleiches gilt für die Auseinandersetzung mit Sinnfragen. Im Betreuungs- und Fördersystem des deutschen Profi- und Nachwuchsfußballs existieren für dieses Thema derzeit – zumindest flächendeckend – lt. dem Befund der Untersuchung keine Angebote, obwohl aktuelle und ehemalige Fußball-Profis bereits vielfach auf diesen „Missing Link“ hingewiesen haben und es sich bei der Sehnsucht nach Sinn um eine „anthropologische Konstante“ handelt. Weiterhin zeigt die Studie, dass Vereine und Verbände auf der organisationalen Mesoebene unter Zugrundelegung einer verantwortungsbestimmten Leistungsorientierung Performance und Well-Being fördern sowie selbst als Entfaltungs- und Resonanzräume entwickelt werden können. Und wird Life-Coaching in seiner Triage-(, Kitt-) und Vermittlungs-Funktion für Formate wie Sportpsychiatrie, Sportpsychologie und Sportseelsorge genutzt, ist ein analyseebenenübergreifender Impact bis hin zur gesellschaftlichen Makroebene vorstellbar, der einen transformativen Charakter aufweist. Insgesamt wird durch die Dissertationsstudie deutlich, wie wichtig es für eine ganzheitliche Betreuung und Förderung im deutschen Profi- und Nachwuchsfußball ist, die einzelnen sozialwissenschaftlichen Analyseebenen sowohl voneinander zu unterscheiden als auch aufeinander zu beziehen.
„Rising Actors on the Sport-Political Stage? An Institutional Analysis of Athlete-Centred Sport Governance”
Forschungszeitraum: 2020 bis 2025
Disputation: 08.05.2025
Zweitgutachter: Dr Borja García García (Loughborough University)
Inhalt:
Leistungssportler/innen rücken zunehmend in den Fokus von Diskussionen und akademischen Arbeiten zur globalen Sportgovernance. Basierend auf dem Konzept der 'Athletenzentriertheit', welches in einigen Feldern der Sportwissenschaften eine zentrale Rolle spielt, nähert sich diese Dissertation der Sportgovernance von dem Standpunkt, dass Athlet/innen Menschen mit individuellen und kollektiven Rechten sind. Die Studie verfolgt einen explizit politikwissenschaftlichen Ansatz, in welchem Institutionen die zentrale Analyseeinheit darstellen. Die Arbeit konzeptualisiert 'athletenzentrierte Institutionen' als intertemporale soziale Arrangements - einschließlich formaler Regeln, Gesetze und Vorschriften, informeller Normen und Konventionen sowie Organisationen -, die die zivilen, politischen und sozialen Rechte von Leistungssportler/innen im Sinne bestimmter Werte beeinflussen.
Die empirische Forschung verfolgt zwei zentrale Ziele: Aufbauend auf analytischen Konzepten der neo-institutionalistischen Literatur untersucht die Dissertation 1) ob unterschiedliche kollektive Formen der Interessenvertretung von Athlet/innen als Akteure in der Sportgovernance angesehen werden können, und 2) welche empirischen Effekte athletenzentrierte Institutionen haben. Die Dissertation basiert auf sechs eigenständigen Forschungsartikeln, die verschiedene empirische Erscheinungsformen athletenzentrierter Institutionen analysieren. Während jeder Artikel einen eigenen theoretischen Rahmen, empirische Evidenzen sowie Implikationen für Praxis und Forschung aufweist, werden die Forschungsziele durch eine übergeordnete, theoriegeleitete Analyse der Ergebnisse erreicht. Die Analyse zeigt, dass die unterschiedlichen Modelle der Interessenvertretung von Athlet/innen - Athletenkommissionen und unabhängige Athletenorganisationen - spezifischen Herausforderungen gegenüberstehen, die ein Ansehen als Akteur im politikwissenschaftlichen Sinne bedingen. Dabei kann nur unabhängigen Athletenorganisationen der Status eines politischen Akteurs zugeschrieben werden. Zur Erreichung des zweiten Forschungsziels wird ein theoretisches Modell zur Untersuchung der Beziehung von Institutionen und Macht adaptiert. Dieses ermöglicht es, die Effekte athletenzentrierter Institutionen zu analysieren.
Die Ergebnisse zeigen eine komplexe Wechselwirkung zwischen akteursbasierter Macht und bestehenden Institutionen zur Erklärung des aktuellen Status quo. Athletenzentrierte Institutionen auf globaler Ebene gehen aus der 'strukturellen Macht' von Sportorganisationen hervor. Im Kontrast dazu werden die relevanten nationalen Institutionen erheblich durch übergeordnete Strukturen des nationalen politischen Systems beeinflusst. Darüber hinaus kanalisieren bestehende Institutionen die Macht und Einflussmöglichkeit der Athlet/innen. Letzteres Ergebnis ermöglicht die Formulierung eines institutionellen Konzeptes der 'Athleten-Macht'. Obwohl Institutionen tendenziell den Status quo begünstigen und weiterhin Machtungleichgewichte in der Sportgovernance bestehen, weisen die kumulierten Ergebnisse der Arbeit darauf hin, dass athletenzentrierte Institutionen reformiert werden können. Aus den empirischen Analysen lassen sich drei unterschiedliche aber eng miteinander verbundene Pfade des institutionellen Wandels ableiten. Diese synthetisieren die theoretischen und empirischen Erkenntnisse der Studie und bieten Ansatzpunkte für eine Beteiligung an sportpolitischen Diskursen, Debatten, Prozessen und Reformen.
„Auswirkungen des Regimewechsels und der Transformationsprozesse im Irak auf den Sport“
Forschungszeitraum: 2012 - 2025
Zweitgutachter: Prof. Dr. Eckart Woertz, Universität Hamburg
Disputation: 20.05.2025
Inhalt
Die wissenschaftliche Forschung hat in den vergangenen Jahren verstärkt den Blick auf einzelne Sportsysteme der Welt gerichtet und dabei auch begonnen, die Staaten des Nahen Ostens ("Middle East") näher zu beleuchten. Dabei sind vor allem Länder wie Katar oder Saudi-Arabien berücksichtigt worden, die durch die Ausrichtung von Sportgroßereignissen im internationalen Blickfeld stehen. Andere Staaten sind hingegen weitegehend unbeachtet geblieben. Dazu zählt auch der Irak, der in den letzten Jahrzehnten einen erheblichen Wandel in po-litischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Perspektive erfahren hat. Waren die 1990er Jahre durch die Diktatur Saddam Husseins und die internationale Isolation sowie wirtschaftliche Sanktionen geprägt, insbesondere nach der In-vasion Kuwaits 1990 und dem Golfkrieg 1991, kam es in den 2000er Jahren, nach 9/11 und der darauffolgenden US-Invasion 2003 mit dem Sturz Saddam Husseins und der Besetzung des Landes durch ausländische Truppen zu lang-wierigen Konflikten, die zu anhaltender Instabilität, Terrorismus und ethni-schen Spannungen im Irak führten. Der Abzug der US-Truppen um 2010 und die anschließende Machtübernahme von Teilen des Staatsgebietes des Iraks durch den sogenannten IS (Islamischer Staat) hatte eine humanitäre Krise und einen langen Kampf der irakischen Streitkräfte sowie verschiedener internationaler Koalitionen gegen den IS zur Folge. Erst im Jahre 2017 vermochten – unterstützt von einer internationalen Allianz – irakische Streitkräfte den Islamischen Staat zurückzudrängen. Seither sieht sich der Irak weiterhin mit politischer Instabilität, wirtschaftlichen Herausforderungen, Korruption und dem Wiederaufbau nach Jahren des Konflikts konfrontiert. Sie werden auch das System des Sports gründlich verändern, indem sie die Rahmenbedingungen, aber auch die Funktionszuweisungen des Sports einem Wandel unterziehen. Das Dissertationsvorhaben will diese Veränderungen des Systems Sport unter besonderer Berücksichtigung der gesellschaftlichen und politischen Transformationsprozesse im Irak betrachten.
Der Entwicklungsprozess von Trendsportarten im Spannungsfeld sportgesellschaftlicher, sportökonomischer und sportmedialer Einflüsse: Die Bedeutung von Akteuren, Events und neuen Medien in Wasser- und Beachsportarten
Forschungszeitraum: 2017-2023
Disputation: 20.12.2023
Zweitgutachter: Prof. Dr. Martin K.W. Schweer (Universität Vechta)
Inhalt
Seit Beginn der 1990er Jahre haben sich zahlreiche neue Trendsportarten, bspw. im Wasser-, Beach- und Outdoorbereich ausdifferenziert, die in unterschiedlichen Ebenen des Sportsystems verankert sind. Auf sportgesellschaftlicher Ebene ist die Entstehung und Popularisierung von Trendsportarten in den Bedeutungszuwachs des informellen Sports (Stichwort: Szenen) und in die Pluralisierung der Sportmotive eingebettet. Die sportökonomische Relevanz von Trendsportarten spiegelt sich gegenwärtig in dem wachsenden Sportangebot kommerzieller Sportanbieter, in neuartigen Segmenten der Sportartikelindustrie und in verstärkten Event-Marketing-Aktivitäten von Unternehmen im Trendsport wider. Auf sportmedialer Ebene werden Trendsportarten heute sowohl in fachspezifischen Magazinen (Fanzines und Special-Interest-Magazine) als auch in den neuen Medien aufgegriffen.
Die vorliegende Arbeit adressiert das Ziel, einen Überblick sportgesellschaftlicher, -ökonomischer und -medialer Einflüsse auf den Entwicklungsprozess von Trendsportarten im Wasser- und Beachsportfeld zu liefern. In diesem Kontext wurden neben der Bedeutung sportgesellschaftlicher, -ökonomischer und -medialer Akteure sowie ihrer Verflechtungen untereinander auch die Rolle von Events und neuen Medien als Inszenierungsplattformen im Entwicklungsprozess von Trendsportarten untersucht. Anknüpfungspunkte lieferten die in der Trendsportforschung vorliegenden Modelle zur Beschreibung des idealtypischen Entwicklungsverlaufes von Trendsportarten. In Abgrenzung zum gegenwärtigen Forschungsstand, der sich dem Trendsport schwerpunktmäßig aus fachbeschränkten Zugängen nähert, wurde in der vorliegenden Arbeit durch die Integration und dem Zusammenspiel dreier Ebenen (sportgesellschaftlich, -ökonomisch und -medial) ein interdisziplinärer Zugang verfolgt. Darüber hinaus hat sich diese Dissertation durch eine akteurs- und inszenierungsplattformbezogene Fokussierung sowie die Gegenüberstellung zweier Sportartengruppen im Trendsport (Wasser- und Beachsportarten) charakterisiert. Zur Untersuchung der Forschungsfragen wurden insgesamt 52 leitfadengestützte Experteninterviews in jeweils drei ausgewählten Wasser- (Wakeboarden, Kitesurfen, Stand-up-Paddling) und Beachsportarten (Beachhandball, Beachsoccer, Beachtennis) durchgeführt. Als Auswertungsmethode wurde die inhaltlich-strukturierende qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz eingesetzt.
Auf Basis der Ergebnisse der empirischen Untersuchung konnten zwei Entwicklungsrichtungen von Trendsportarten im Wasser- und Beachsportbereich abgeleitet werden. In den Wassersportarten zeigte sich eine sportökonomisch-sportgesellschaftliche Entwicklungsrichtung, getrieben von der Bedeutung der beiden sportökonomischen Akteure Sportartikelindustrie und kommerzielle Sportanbieter sowie dem sportgesellschaftlichen Akteur Szene. In Abgrenzung dazu folgten die Beachsportarten, den empirischen Ergebnissen gemäß, einer sportgesellschaftlich geprägten Entwicklungsrichtung, die sich in der Rolle und den Einflüssen des sportgesellschaftlichen Akteurs Szene äußerte.
Die Erkenntnisse der vorliegenden Arbeit suggerieren folgende Ansätze für die künftige Trendsportforschung: (a) größerer Differenzierungsgrad (mit Bezug auf die hergeleiteten Unterschiede im Entwicklungsprozess der Wasser- und Beachsportarten sowie partizipierender Akteure), (b) verstärkte Interdisziplinarität (indiziert durch das multiple Zusammenspiel identifizierter sportgesellschaftlicher, -ökonomischer und -medialer Einflüsse sowie historischer Meilensteine), (c) vertiefender Untersuchungsfokus auf Akteure und Inszenierungsplattformen (verdeutlicht durch ihren Stellenwert im Entwicklungsprozess sowie durch ihre Verknüpfungen mit den identifizierten Meilensteinen im historischen Entwicklungsprozess) sowie (d) intensivierte sportökonomische und sportmediale Ausrichtung (abgeleitet aus dem Stellenwert und den ausgeprägten Einflüssen sportökonomischer und -medialer Akteure).
Forschungszeitraum: 2020 bis 2023
Disputation: 22.06.2023
Zweitgutachterin: Prof. Marion Keim (University of the Western Cape)
Publikation:https://fis.dshs-koeln.de/de/publications/together-on-the-field-united-off-of-it-defining-mapping-and-under
Inhalt
Soziale Ungleichheiten, sich verändernde demografische Profile, alternde Bevölkerungen und die strukturelle Transformation der Volkswirtschaften haben zahlreiche europäische Gemeinden vor erhebliche Herausforderungen gestellt. Angesichts dieser konvergierenden Trends und der Notwendigkeit ganzheitlicher Entwicklungsansätze haben Politiker, Regierungen und Gemeindeprogramme ihre Aufmerksamkeit zunehmend auf die Unterstützung und Entwicklung des sozialen Zusammenhalts gelenkt. Insbesondere der Sport wird zunehmend eine Rolle bei der Erreichung von Zielen des sozialen Zusammenhalts gefordert. Aufgrund seiner Popularität, seiner relativ geringen Kosten und seines interaktiven Charakters wird Sport als potenzielles Instrument zur Förderung des sozialen Zusammenhalts und als Beitrag zu einer umfassenderen sozialen Entwicklung angesehen. Tatsächlich wird der soziale Zusammenhalt im Bereich Sportentwicklung (SFD) als zentraler thematischer Schwerpunkt sowohl in der Forschung als auch in Programmen anerkannt.
Trotz der wachsenden Anerkennung und Unterstützung für Aktivitäten zur Förderung des sozialen Zusammenhalts, gibt es noch immer erhebliche Debatten und Lücken im Sport und darüber hinaus. Insbesondere gibt es wichtige Lücken zwischen unserem theoretischen Verständnis des sozialen Zusammenhalts und der tatsächlichen Praxis im Bereich Sport für den sozialen Zusammenhalt. Diese Lücke zeigt sich auf drei Arten. Erstens spiegeln selbst bei der Vielzahl von Definitionen für den sozialen Zusammenhalt diese Definitionen nicht unbedingt die Bedürfnisse, Erwartungen oder das Verständnis von Praktikern und Teilnehmern in verschiedenen Kontexten wider. Zahlreiche Forscher weisen darauf hin, dass es eine Diskrepanz zwischen den formalen Definitionen von sozialem Zusammenhalt und dem Verständnis des Konzepts durch Gemeindemitglieder, Programmleiter oder Programmteilnehmer gibt. Zweitens haben wir nur begrenztes Wissen über die Organisationen, die Programme durchführen, und die Ansätze innerhalb dieser Programme. Obwohl das Feld Sport für Entwicklung besser verstanden und kartiert wird, ist die gesamte Bandbreite und Anzahl der Organisationen, die Sport- und Sozialzusammenhalt-Aktivitäten durchführen, unbekannt, und es gibt nur begrenzte Informationen über die in diesem Bereich angewandten Praktiken. Schließlich gibt es trotz der zunehmenden Investitionen in Sport- und Sozialzusammenhalt(s)-Programme einen Mangel an Nachweisen über die Auswirkungen dieser Programme, und der Prozess, durch den diese Programme sozialen Zusammenhalt generieren, ist schlecht verstanden.
Vor diesem Hintergrund zielt die vorliegende Doktorarbeit darauf ab, auf dem aktuellen Wissen und der Relevanz von sozialem Zusammenhalt und Sport aufzubauen. Konkret soll sie dazu beitragen, die oben beschriebenen Lücken und Debatten durch eine multimethodische Studie von Literatur und qualitativer Forschung innerhalb von Programmen in ganz Europa zu untersuchen. Insbesondere werden Dokumentenanalysen, Umfragen, Feldarbeit und Interviews eingesetzt, um Daten zu generieren, wobei die Analyse durch eine Vielzahl kritischer oder konstruktiver qualitativer Techniken durchgeführt wird.
Daraus ergibt sich, dass die Programme in Europa eine ziemlich konsistente Sichtweise auf sozialen Zusammenhalt haben, wobei ein spezifischer Fokus auf den Dimensionen sozialer Beziehungen, Gemeinwohl, Identitätsgefühl und Akzeptanz von Vielfalt liegt. Um diese Dimensionen zu unterstützen, setzen Programme eine Reihe von gemeinsamen Praktiken ein, einschließlich regelmäßiger Sportaktivitäten, gemischter Gruppenaktivitäten, Bürgerbeteiligung, Lebenskompetenzentwicklung und partizipative Ansätze. Innerhalb dieser Praktiken liegt jedoch ein deutlicher Fokus auf individuellen Interventionen und bestimmten marginalisierten Untergruppen. Dieser individuelle Fokus auf marginalisierte Gruppen verstärkt die Vorstellung, dass diese Gruppen hauptsächlich für ihre Situation verantwortlich sind und "invisibilisiert" die Verantwortung von Menschen oder Institutionen in privilegierter Position, während sie auch strukturelle Ungleichheiten verschleiert. Daher schlägt diese Dissertation abschließend Wege vor, um Programme, Politik und Forschung zu unterstützen und strukturelle oder transformationsorientierte Ansätze zu fördern.
Forschungszeitraum: 2017 bis 2022
Disputation: 12.12.2022
Zweitgutachter: Dr. Jung Woo Lee
Veröffentlichung: https://fis.dshs-koeln.de/de/publications/leisure-sports-development-in-south-korea-since-1961-the-impacts-
Inhalt
In dieser Studie wird die Entwicklung des Freizeitsports in Korea seit 1961 unter vier Gesichtspunkten untersucht: Kultur, Technologie, Sozioökonomie und Politik. Viele Wissenschaftler haben sich mit Freizeit und Sport in ihren jeweiligen Fachgebieten befasst, aber dem Freizeitsport wurde aufgrund der Mehrdeutigkeit der Terminologie weniger Aufmerksamkeit geschenkt.
Darüber hinaus wurden die meisten Freizeit- und Sportstudien hauptsächlich in westlichen Ländern durchgeführt. Aus diesem Grund wurde für diese Studie Korea als eines der asiatischen Länder mit begrenzten Forschungsdaten ausgewählt, das eine rasche Modernisierung erlebt hat. Ziel dieser Studie ist es, herauszufinden, zu welchem Zeitpunkt und aus welchen Gründen sich der Freizeitsport in Korea entwickelt hat. Die Studie verwendet die Systemtheorie als konzeptionellen Rahmen, um die Entwicklung des Freizeitsports in Korea zu verstehen. Die Studie basiert auf qualitativer Forschung, bei der eine Vielzahl von Datenerhebungsmethoden zum Einsatz kommt. Als quantitative Quellen wurden Big-Data-Analysen und statistische Daten der Regierung verwendet. Im Gegensatz dazu wurden Literaturdaten wie Regierungsberichte, wissenschaftliche Abhandlungen, Videodaten, halbstrukturierte Interviews und digitalisierte Zeitungsarchive als qualitative Quellen verwendet. Diese Studie ergab folgende Ergebnisse:
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die koreanische Gesellschaft die Entstehung, Ausbreitung und Ansiedlung der Freizeitsportkultur, die in den westlichen Ländern seit mehr als 100 Jahren betrieben wird, in drei Jahrzehnten abgeschlossen hat. Dementsprechend argumentiert diese Studie, dass sich die Entwicklung des Freizeitsports in Korea dynamisch verändert und geformt hat. Die Untersuchung empfiehlt, die Entwicklung des Freizeitsports mit Ländern zu vergleichen, deren Wirtschaftsniveau mit dem Koreas vergleichbar ist, um die Besonderheiten der koreanischen Freizeitsportentwicklung deutlich zu machen.
Forschungszeitraum: 2014 bis 2022
Tag der Disputation: 14.09.2022
Zweitkorrektorin: Prof. Dr. Katja Siefken
Inhalt
Mit der Gründung eines Sektorvorhabens „Sport für Entwicklung“ in der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) Anfang 2013 setzte die deutsche Entwicklungspolitik ein Zeichen für Wandel und Neuausrichtung. Der Bereich „Sport für Entwicklung“ ist in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) zu einem übergreifenden Thema mit zahlreichen Verbindungen zu verschiedenen entwicklungspolitischen Zielen der Bundesregierung geworden. Es wurde erkannt, dass Sport neben dem wichtigen Einsatz im Bildungsbereich auch mit Vorhaben in den Bereichen Gesundheitsförderung, Gewaltprävention, Gleichstellung der Geschlechter, gute Regierungsführung, Inklusion oder auch Umwelt kombiniert werden kann. Ziel des Vorhabens ist die Bestimmung des Stellenwerts und des Wandels des Sports in der Entwicklungspolitik Deutschlands in der Vergangenheit und in der Gegenwart.
Forschungszeitraum: 2016 to 2022
Disputation: 12.07.2022
Zweitgutachterin: Prof. Dr. Susan Kim
Inhalt
In den letzten Jahren wird Sport zunehmend als wirksames Instrument zur Bewältigung sozialer, kultureller und wirtschaftlicher Herausforderungen weltweit betrachtet. Im Rahmen der Entwicklungsziele der Vereinten Nationen entstanden zahlreiche Programme unter dem Begriff „Sport for Development“ (SFD), die Sport gezielt zur Förderung gesellschaftlicher Entwicklung einsetzen.
SFD-Programme befassen sich insbesondere mit Themen wie Teilhabe, Geschlechtergerechtigkeit, Sozialisation und Bildung und richten sich vor allem an Kinder, Frauen, Menschen mit Behinderungen und sozial benachteiligte Gruppen. Ursprünglich wurden solche Programme vor allem von Industrieländern in Entwicklungsländern umgesetzt, inzwischen beteiligen sich jedoch auch viele Entwicklungsländer selbst an dieser Bewegung.
Südkorea hat sich durch erhebliche Investitionen in den Leistungssport und die erfolgreiche Ausrichtung von Großveranstaltungen wie den Olympischen Spielen 1988 und der FIFA-Weltmeisterschaft 2002 zu einer bedeutenden Sportnation entwickelt. Zudem wandelte sich das Land von einem Empfänger internationaler Hilfe zu einem Geberland. Vor diesem Hintergrund engagiert sich die südkoreanische Regierung zunehmend in internationalen Sportentwicklungsprogrammen wie dem „Dream Together Programme“ und dem „Dream Programme“.
Trotz des wachsenden Interesses an SFD sind entsprechende sportpolitische Maßnahmen in Südkorea häufig kurzfristig ausgerichtet und stark mit der Ausrichtung von Sportgroßereignissen verbunden. Zudem gibt es bislang nur wenige Studien zur Entwicklung der SFD-Politik im Vergleich zu anderen Bereichen wie Schulsport, Leistungssport oder Breitensport. Gleichzeitig fehlt es weiterhin an belastbaren wissenschaftlichen Nachweisen über die tatsächliche Wirkung von Sport auf gesellschaftliche Probleme.
Ziel dieser Arbeit ist es daher, die Entwicklung der südkoreanischen Sportpolitik im Zusammenhang mit Sport for Development zu untersuchen. Darüber hinaus werden bestehende SFD-Programme anhand theoretischer Ansätze analysiert, ihre Besonderheiten im internationalen Vergleich herausgearbeitet und Empfehlungen für die zukünftige Weiterentwicklung von SFD in Südkorea formuliert.
Forschungszeitraum: 2013 bis 2021
Tag der Disputation: 16.02.2021
Zweitkorrektor: PD Dr. Sven Güldenpfennig
Veröffentlichung in Vorbereitung
Inhalt:
Ausgangspunkt der Dissertation war eine intellektuelle Unzufriedenheit mit den Grundfragen zu den Werten des Sports. Scheinbar unreflektiert wird von der Sportpolitik und einigen kulturhistorischen Untersuchungen angenommen, was unter den Werten des Sports zu verstehen ist. Sowohl eine inhaltliche Auseinandersetzung, was die Werte des Sports sind im Rahmen, was unter Sport fällt, als auch die Erschließung der Gesamtheit an den Werten der Eigenwelt Sport erfolgt nicht im ausreichendem Maße.
Die zentrale Zielsetzung der Dissertation bestand somit in der Klärung der Frage, welche Werte der Sport vertritt bzw. vertreten hat. Der Sportverein steht als einer der wichtigsten Organisationsformen des Sports und als Vertreter des organisierten Sports im Mittelpunkt der Betrachtung. Als Zugang zum Sportverein erfolgt die Untersuchung der Werte des Sportvereins anhand von Festschriften. Durch eine computergestützte Inhaltsanalyse wurden die Werte des Sportvereins ermittelt. Die Untersuchung erfolgte im Forschungsrahmen des Ruhrgebiets und befasste sich mit dem Forschungszeitraum ab den 1960er Jahren.
The European Commission's Diversification of the Sport Policy Field: increasing centralism or a classic case of spillover within a multi-level governance system?
Forschungszeitraum: 2010 2020
Tag der Disputation: 18.02.2020
Zweitkorrektor: Prof. Dr. Martin Nolte
Inhalt
Als kumulative Dissertation verfolgt diese Arbeit das Ziel, die Aktivitäten der Europäischen Kommission – insbesondere, aber nicht ausschließlich im Zeitraum von 2001 bis 2011 – erneut zu untersuchen, um Hinweise auf eine Diversifizierung des sportpolitischen Handlungsfeldes zu identifizieren.
Dies ermöglicht eine Rückkopplung zu zwei grundlegenden theoretischen Ansätzen der europäischen Integration und der einschlägigen Forschung: dem Spillover-Konzept des Föderalismus bzw. Neofunktionalismus sowie dem Ansatz der Multi-Level-Governance.
Die empirische Grundlage bilden 15 bereits veröffentlichte Fachbeiträge, die drei Themenbereiche behandeln: die Ausgestaltung der EU-Sportpolitik, Anti-Doping sowie gesundheitsfördernde körperliche Aktivität (Health-Enhancing Physical Activity, HEPA).
Die kritische Neubewertung dieser Arbeiten orientiert sich theoretisch am Konzept des reflektierenden Praktikers („reflective practitioner“).
Forschungszeitraum: 2013 bis 2018
Tag der Disputation: 17.07.2018
Zweitkorrektor: Prof. Dr. Stefan Berger
Inhalt
Die Arbeit gehört dem wissenschaftlichen Feld der transnationalen (Sport)Geschichte an und untersucht, wie der sportbezogene Protest in Südafrika, aber auch internationaler Protest – am Beispiel der Bundesrepublik Deutschland, der Deutschen Demokratischen Republik und Großbritanniens – gegen das Apartheid-Regime in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren von verschiedenen sozialen und gesellschaftlichen Akteuren wahrgenommen wurde. Schwerpunkt liegt hierbei auf der Auseinandersetzung mit ausgewählten Zeitungen und Sportverbänden sowie der Regierungen der jeweiligen Länder. Überdies werden die wechselseitigen (transnationalen) Interaktionen und Kooperationen dieser Akteure in ihrem Kampf gegen die Apartheid im Sport beleuchtet.
Zu diesen Fragestellungen gibt es bisher indes keine wissenschaftliche Arbeit, da es mit großen Schwierigkeiten verbunden ist, unmittelbare Indikatoren für die Wahrnehmung von Protest zu finden. Vonseiten der Forschung werden gemeinhin intensive transnationale Aktivitäten von zivilgesellschaftlichen Akteuren, insbesondere der westeuropäischen Anti-Apartheid-Bewegung, konstatiert. Der Soziologe Håkan Thörn spricht gar vom Entstehen einer “global civil society“ als Folge transnationaler Proteste durch diese Bewegung.
Aufgabe der Arbeit wird es sein, auf der Grundlage der Analyse staatlicher und zivilgesellschaftlicher Reaktionen auf das Apartheidregime eine eigenständige Bewertung des Ausmaßes und der zentralen Charakteristika transnationaler Vernetzungen vorzunehmen, um zu einer fundierten Beurteilung der These Thörns zu gelangen.
Forschungszeitraum:2014-2018
Tag der Disputation: 13.07.2018
Zweitkorrektor: Prof. Dr. Christopher Kopper
Zur Veröffentlichung
Seit seiner Entstehung wurde Tourismus durch Medien begleitet, reflektiert, vorangetrieben und konstruiert. Besondere Bedeutung kommt im Wechselspiel aus Tourismus und medialer Darstellung dem Reiseführer zu, der touristische Praktiken als ältestes touristisches Medium seit dem Bürgertum begleitet. Diese Studie untersucht die bislang kaum beleuchtete Genese des in den 1970er Jahren im linksalternativen Milieu aufkommenden alternativen Reiseführers als Bestandteil der Geschichte des Tourismus und seiner Medien nach 1945. Im Vordergrund der Analyse stehen die Konstruktion einer alternativtouristischen Reisepraxis durch alternative mediale Formate, Visualisierungen und Narrationen, Veränderungen des Mediums Reiseführer selbst sowie Wechselwirkungen zwischen Tourismusentwicklung und medialer Reflexion.
Forschungszeitraum: 2012 2017
Tag der Disputation: 19.9.2017
Zweitkorrektor: Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews
Ziel des Projekts war, das Sportsystem Spaniens aus politikwissenschaftlicher Perspektive zu erfassen. Die zentrale Forschungsfrage lautete: Welche sportpolitischen Strukturen, Prozesse und Inhalte charakterisieren das spanische Sportsystem? Um diese Forschungsfrage zu beantworten, wurden untergeordnete Ziele formuliert:
Auf theoretisch-konzeptioneller Ebene wird die politikwissenschaftliche Systemtheorie für die Analyse des Sportsystems Spaniens adaptiert. Die bereits in der Sportwissenschaft etablierten, englischen Begriffe sportpolity, sportpolitics und sportpolicy werden in die Systemtheorie inhaltlich und analytisch eingebettet. Anhand dessen soll die komplexe sportpolitische Realität erfasst, geordnet und erklärt werden. Zudem sind Europäisierungs- und Regionalismusprozesse zu beachten.
Auf empirisch-analytischer Ebene werden neue Daten über das Sportsystem Spaniens generiert und bereits vorhandene Informationen geordnet und gebündelt, sodass sportpolitische Strukturen, Prozesse und Inhalte in Spanien in Beziehung zueinander gebracht und nachvollziehbar werden. Dabei wird auf Besonderheiten einzelner spanischer Regionen hingewiesen. Die empirischen Phänomene sollen im engen Bezug zum theoretischen Kontext und den entwickelten Typologien eingeordnet werden. Auf typologischer Ebene werden Kategorien bzw. Typologien für vergleichende Sportsystemanalysen entwickelt. Theoretische Anknüpfungspunkte sind politikwissenschaftliche Ansätze, Konzepte und Theorien; empirische Grundlage ist die Analyse des sportpolitischen Systems Spaniens, das sich hinsichtlich des Zusammenspiels staatlich-öffentlicher sowie sportverbandlich-privater Akteure sehr gut eignet. Ein perspektivisches Ziel ist es, europäische Sportsysteme anhand der am Fall Spaniens entwickelten Kategorien vergleichend zu erfassen, sodass ein gewisser Grad an Generalisierbarkeit angestrebt wird.
Forschungszeitraum: 2012-2017
Tag der Disputation: 06.09.2017
Zweitkorrektor: Prof. Dr. Henk-Erik Meier (Universität Münster)
Die Promotion beschäftigt sich aus politikwissenschaftlicher Sicht mit der Entwicklung der Dopingbekämpfung in Deutschland seit 1990. Während als Ausgangspunkt auch Überlegungen und Erkenntnisse zum Thema Doping aus der Ökonomie, Soziologie und Geschichtswissenschaft dienen, steht im Vordergrund der Analyse der Versuch, mit Hilfe des Rahmenkonzepts des Akteurszentrierten Institutionalismus das Verhältnis der unterschiedlichen Akteure und deren Zielsetzungen im Feld der Anti-Doping-Politik zu analysieren. Als Basis für die Einschätzung des Einflusses einzelner Akteure dient dabei ein strukturalistischer, dreidimensionaler Machtbegriff, welcher zwischen regulatorischer, diskursiver und Entscheidungsmacht unterscheidet. Ergänzend werden grundsätzliche Annahmen aus der politikwissenschaftlichen Netzwerkforschung sowie Tsebelis Überlegungen zu Vetospielern und einige Kernideen des Principal-Agent-Ansatzes herangezogen.Zum Zwecke der Annäherung an den Untersuchungsgegenstand werden vor allem Methoden der qualitativen Sozialforschung genutzt, namentlich Inhaltsanalysen und halbstrukturierte Leitfadeninterviews mit Entscheidungsträger aus der Politik und dem organisierten Sport. Ziel der Arbeit ist es, eine systematische Beschreibung der bisherigen Entwicklung zu geben, die aktuelle Situation zu verstehen und verschiedene Szenarien für die künftige Entwicklung aufzustellen und gegeneinander abzuwägen.
Forschungszeitraum: 2012 bis 2017
Tag der Disputation: 14.07.2017
Zweitkorrektor: Prof. Dr. Klaus Stolz (TU Chemnitz)
Zur Veröffentlichung (Palgrave Macmillan Verlag, in englischer Sprache)
Inhalt
Während der Bereich der Fussballforschung eine Fülle von Literatur über den professionellen Spitzenfussball hervorgebracht hat, gibt es nur wenig Forschungsergebnisse, die sich mit dem Nicht-Liga-Fussball befassen. Dieses Buch untersucht die Beziehung zwischen den oberen und unteren Ligen und legt die drastischen Spaltungen offen, die zwischen den verschiedenen Ebenen bestehen. Die Studie verbindet die Entwicklungen auf der obersten Ebene des englischen und deutschen Fussballs in den letzten 30 Jahren mit den Transformationsprozessen im Unterliga-Fussball. Sie veranschaulicht, wie stark der hegemoniale Status des Spitzenfussballs auf den darunter liegenden Sphären lastet, und zeigt auf, wie er auch als Blaupause für die Strategien der Fussballklubs der unteren Ligen dient, um mit einem dreifachen Dilemma institutioneller Legitimität umzugehen, das sich in wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Dimensionen zeigt. Ausgehend von den unterschiedlichen Vereinsstrukturen in den beiden nationalen Kontexten wird sowohl die Wirksamkeit institutioneller Rahmenbedingungen dargestellt als auch, wie diese von unten in Frage gestellt werden können. Diese Forschung wird für Studierende und Wissenschaftler aus den Bereichen Fussball- und Sportwissenschaft, Sportsoziologie und Organisationsforschung von Interesse sein.
Forschungszeitraum: 2009 bis 2017
Tag der Disputation: 11.5.2017
Zweitkorrektor: Hon.-Prof. Dr. Georg Anders
Veröffentlichung
Die Arbeit orientiert sich an der grundlegenden Fragestellung, wo es Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem deutschen und dem französischen Sportsystem in der Zusammenarbeit und im wechselseitigen Verständnis der staatlichen und nicht-staatlichen Institutionen der Sportverwaltung gibt und wie diese aussehen. Die empirische Vorgehensweise basiert auf einer Analyse von (1) rechtlichen Grundlagen des jeweiligen Systems. Hierzu gehören Gesetze, Verordnungen, Vereins- und Verbandssatzungen, Zielvereinbarungen und andere bilaterale Vereinbarungen; (2) der Strukturen und des Aufbaus der jeweiligen Sportsysteme sowie (3) Befragungen von Experten und Repräsentanten der staatlichen und nicht-staatlichen Institutionen aus Deutschland und Frankreich. Die Arbeit soll die bestehenden Struktur- und Politik-Vergleiche, die bisher in der Sportwissenschaft vorgenommen worden sind, erweitern und verfeinern. Vor dem Hintergrund der politikwissenschaftlichen Ansätze von Pluralismus und Neo-Korporatismus sollen die Ergebnisse der empirischen Untersuchung diskutiert werden. Hierbei sollen die Besonderheiten des Gesellschaftsbereiches Sport im besonderen Berücksichtigung finden.
Forschungszeitraum: 2012 bis 2016
Tag der Disputation: 19.1.2017
Zweitkorrektor: Prof. Dr. Manfred Lämmer (DSHS)
Die im Januar 2017 vorgelegte Arbeit beschäftigt sich mit der deutsch-deutschen Sportpolitik der Jahre 1960 bis 1968. Diese wird als Teil der Deutschlandpolitik beider Seiten betrachtet, dabei liegt der Fokus der Betrachtung auf der olympischen Ebene. Zur Beschreibung des Geschehens wird Kleßmanns Ansatz der asymmetrisch verflochtenen Parallelgeschichte um Elemente des dynamisch-transaktionalen Ansatzes erweitert, den Früh zur Beschreibung von Medienwirkungen entwickelte. Die so entstehende dynamisch verflochtene Kommunikationsgeschichte ermöglicht es, die acht vielleicht ereignisreichsten Jahre der deutsch-deutschen Sportgeschichte als ein Geflecht sich gegenseitig teilweise überschneidender Aktionen und Reaktionen zu betrachten. Deren erstes Ziel war es, Einfluss auf das IOC zu gewinnen. Beide deutsche Staaten waren damit erfolgreich: die Bundesrepublik bekam die Olympischen Sommerspiele 1972 in ;ünchen, die DDR – ausgerechnet dort – erstmalig bei Sommerspielen ihre eigene Flagge und Hymne. Die vorgelegte Arbeit beschreibt den ereignisreichen Weg zu dieser Lösung, mit der beide Seiten zwar zufrieden, jedoch nicht vollkommen glücklich waren.
Forschungszeitraum: 2012 bis 2016
Tag der Disputation: 19.12.2016
Zweitkorrektor: Prof. Dr. Bart Vanreusel (KU Leuven)
In den letzten Jahrzehnten hat Sport als Mittel der Entwicklungszusammenarbeit auf internationaler, nationaler und lokaler Ebene erheblichen Zuspruch gefunden. Sport hat den Ruf, die Lebensumstände von marginalisierten Gruppen zu verbessern, indem er nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Bildung, die individuelle und soziale Entwicklung und den Frieden fördert. Über diese positiven Zuschreibungen hinaus gibt es auch Stimmen, die kritische Fragen zur Wirksamkeit des Sports stellen, die fragen wie die Effekte des Sports bewiesen werden können. Um Licht in das breite und oft unergründliche Feld von Sport und Entwicklung zu bringen, untersuchte Marie Biermann, welchen Stellenwert Sport im Hinblick auf die Förderung von individueller und sozialer Entwicklung einnimmt und welche Faktoren in Sportprogrammen entscheidend für Erfolg und Misserfolg sind. Die Datenerhebung fand über einen Gesamtzeitraum von einem Jahr in vier Sportprojekten im Township Khayelitsha in Südafrika statt. Der Schwerpunkt lag dabei auf den Teilnehmern, Trainern und ihnen nahestehenden Personen sowie auf dem gesellschaftspolitischen Kontext, der das Leben in Khayelitsha prägt.
Zusätzlich generierte Marie Biermann Wissen über die Herausforderungen, denen Forscher (aus dem Globalen Norden) bei Untersuchungen von Sportprojekten in komplexen und instabilen Umgebungen gegenüberstehen.
Forschungszeitraum: 2012 bis 2016
Tag der Disputation: 12.04. 2016
Zweitkorrektor: Prof. Dr. Christoph Breuer (DSHS)
Die gesellschaftspolitische Relevanz des Themas Integration geht hervor aus der Zuwanderung in Staaten und Gesellschaften in den vergangenen Jahrzehnten, gegenwärtig und in absehbarer Zukunft.
Wenn von Seiten der Politik nach symbolträchtigen Beispielen für gelungene Integration gesucht wird, rückt häufig der Sport in den Fokus. Der Sport spielt eine besondere Rolle im Politikfeld der Integration. Sport gilt als universelles Verständigungsmedium, da Austausch und gemeinsamer Sport auch dann möglich sind, wenn Menschen nicht dieselbe Sprache sprechen – „Sport spricht alle Sprachen“.
Aus dieser Argumentation ergeben sich aktuelle Fragestellungen: Wie geht der organisierte Sport mit interessierten Flüchtlingen um? Wie ist es um die Qualität der Sportangebote bestellt? Was trägt der Sport zur Integration wirklich bei?
Diese Entwicklungen drängen die Sportorganisationen in Probleme der Legitimation von Leistungen, die mit dem überkommenen Wissensbestand und traditionell bewährten Legitimationsformeln
kaum noch erfolgreich zu bestreiten sein werden. Dieser Umstand erfordert die Entwicklung neuer Instrumente und Qualitätskriterien, mit denen die Leistungen des Sports/Sportvereins chancen- und effizienz-orientierter betrachtet und präziser erfasst werden können. In der Arbeit „Integration im Sportverein: Entwicklung eines sozialwissenschaftlich begründeten Qualitätsmanagementmodells“ wird ein sozialwissenschaftlich begründetes TQM-Modell für Integrationsprozesse im Sportverein entwickelt und für Anwendungen im funktionalen Kontext auf drei Ebenen erklärt. Während auf der Makroebene die Systemtheorie, auf der Mesoebene der Neo-Institutionalismus den wissenschaftlich-theoretischen Rahmen liefern, erklärt auf der Mikroebene die Strukturationstheorie nach Giddens das Handeln der Akteure. Die Arbeit intendiert somit, zu einem themen- und problembezogenem interdisziplinären Diskurs zwischen Politikwissenschaft, Soziologie, Pädagogik und Betriebswirtschaft im Rahmen der Sportwissenschaft beizutragen. Zielstellung ist die Entwicklung eines systematischen, theoretisch fundierten TQM-Modells, mit dem Integrationsprozesse im Sportverein und darüber hinaus in gesellschaftlichen Bereichen visualisiert und realisiert werden können. Die Heterogenität der Vereinslandschaft und die unterschiedliche Ausrichtung und Gestaltung der Integrationsmaßnahmen veranlassen zur Entwicklung eines Modells, das auf einer angemessenen Abstraktionsebene diesen Anforderungen gerecht werden kann. Die Erarbeitung des TQM-Modells für Integration erfolgt in enger Verzahnung von theoretischer Fundierung und direktem Anwendungsbezug.
Forschungszeitraum: 2008 bis 2015
Tag der Disputation: 07.07.2015
Erstgutachter: Prof. Dr. Walter Tokarski
Zweitgutachter: Prof. Dr. Daniel Memmert (DSHS)
Die Arbeit widmet sich der Analyse eines modellhaften Projektes, das materielle, finanzielle oder inhaltliche Ressourcen im Sinne eines Public-Private-Partnerships (PPP) für den Bildungsbereich generiert hat. Während Unternehmen darin die Möglichkeit einer Aktivität im Sinne des Corporate Social Responsibility (CSR) sehen, können auch andere Institutionen in dieser lateral kooperierenden Konstellation zur Bewältigung gesellschaftlicher Probleme (Suchtprävention, Integration, Übergewicht etc.) beitragen.
Auf theoretischer Grundlage des PPP- und des CSR-Ansatzes, des Projektmanagements und der Principal-Agent-Theory werden dazu Forschungsfragen erarbeitet, die anhand von zwei Erhebungsmethoden an einem konkreten Förderungsprojekt explorativ und überprüfend angewendet werden. Einerseits werden die leitenden Entscheider der jeweils involvierten Institutionen in Form eines Experteninterviews befragt, ehe die Einschätzungen der Projektrezipienten durch eine quantitativ-statistische Erhebung untersucht werden. Schließlich werden beide Ergebnisse zusammengeführt, ausgewertet und analysiert. Das abschließende Fazit kommt zu dem Ergebnis, dass sich laterale Kooperationen wie das PPP unter bestimmten, hier beschriebenen Voraussetzungen durchaus eignet, jedoch Universitäten sowie neutrale offizielle Stellen des Bildungsbereiches eingebunden werden sollten.
Die sportpolitische Rolle der Asian Football Confederation
Forschungszeitraum: 2010 bis 2013
Tag der Disputation: 7.02.2014
Zweitkorrektor: Prof. Dr. Fan Hong (University of Glasgow)
weitere Publikationen :
Working Title: Fighting Youth Unemployment through Sports for Development – Palestine (West Bank & East Jerusalem)
Research Start: 2016
Content
Palestine is a country under immense political and economic pressure due to the conflict and oppression caused by the Israeli occupation, as well as internal strife between the political parties Fatah and Hamas. As a result, Palestinian society—and youth in particular—is increasingly divided and suffers from numerous divisions and obstacles. One consequence of this is a very high youth unemployment rate (39%). This dissertation examines and analyzes the role of Sport for Development (S4D) and the various S4D interventions aimed at enhancing the skills and employability of young people, with a focus on the theoretical aspects of the education and employment systems in Palestine as well as comprehensive data from the field: young people, decision-makers, policy, and statistics. It also provides insight into the history of Palestine, the political implications, the economic and sociocultural contexts, living conditions and youth migration, the mindset and approach to vocational education and training, as well as youth policy.
Contact
tawartani(at)gmail.com
Working Title: Interactions Between Institutional Characteristics and the Democratization of Sports Administration in Europe
Start of research: 2024
Research
"Democracy" is a key dimension of many good governance frameworks and is closely linked to the efforts of various stakeholders to promote and protect the integrity of sport. On a practical level, the prevailing view in academia is that democratic deficits (such as the absence of fair and open elections, stakeholder participation in decision-making, or a clear separation of powers) exist in various sports governance systems, whether in leading sports federations, anti-doping organizations, or professional team sports leagues and their clubs. However, these shortcomings stand in clear contradiction to the increasing pressure on sports organizations to comply with good governance standards in order to uphold the widely promoted principle of “conditional autonomy” in sport, as well as to the provisions on democracy in sport-specific policy documents such as the Council Resolution on the Main Characteristics of the European Model of Sport. Against this backdrop, there is ample reason to believe that the way in which several dimensions of elite sports in Europe are currently regulated is at odds with fundamental democratic values enshrined in EU and/or national legislation.
Furthermore, at the theoretical level, there is a lack of comprehensive research into the normative foundations of the articulated democratic principles in sport-specific governance research. To this day, it remains unclear where certain norms, rights, and moral values intended to define democracy in sports governance are anchored and whether they have, for example, a universalist or rather a contextualist character. Furthermore, there is only limited knowledge regarding potential influencing factors (determinants), (causal) relationships, and effects related to the implementation of democratic processes in sports governance systems. This, in turn, is a critical need given the increasing complexity of multi-level governance in elite sports in Europe, both at the vertical level (e.g., through national and trans/supranational regulation of sport) as well as horizontally (e.g., across individual countries and sports). In summary, there is a strong need for a higher degree of analytical differentiation in democracy research in the fields of sports governance and comparative sports policy as a whole.
Based on four EU-funded IESF research projects that form a comprehensive methodological and analytical framework, the main objective of this dissertation is to conceptualize, map, and explain the (non-)democratic governance within three distinct, yet interconnected sports governance systems at the EU level, and to further shape the sport-specific discourse on good governance. With a particular analytical focus on issues of participation and athlete well-being—which are gaining momentum in sports governance worldwide and are the subject of controversial debate at both the academic and practical levels—the dissertation’s two overarching research questions, which will guide the further research process, are:
Working title: Sports and Environmental Protection
Start of research: February 2024
Working Title: Grassroots Sports Development in Sri Lanka: Actors, Actions, Arguments, and Achievements
Start of research: 2023
Content
The aim of this study is to develop a framework for the sustainable development of grassroots sports in Sri Lanka by examining current practices, key challenges, and potential strategies within the institutionalized sports sector. Using an interpretive qualitative research approach, the study draws on semi-structured interviews, in-depth interviews, and document analysis to gather meaningful, context-specific data from five key stakeholder groups, including government institutions, national sports federations, athletes and coaches, educational institutions, and private-sector actors. Data analysis is conducted using a thematic analysis framework, supported by stakeholder triangulation and ongoing comparative analysis to enhance the credibility and depth of the interpretation. The analytical framework is based on the dimensions identified by the High-Level Group on Sport for All, including health, social inclusion, informal learning, volunteerism, economic sustainability, financing, and infrastructure. The study aims to identify structural gaps, governance challenges, and opportunities for collaboration in the development of grassroots sport in Sri Lanka and ultimately to serve as a basis for the development of a sustainable, inclusive, and context-specific national model for promoting grassroots sport.
This study aims to develop a sustainable grassroots sport development framework for Sri Lanka by examining current practices, key challenges, and potential strategies within institutionalized sport settings. Adopting an interpretivist qualitative research design, the study utilizes semi-structured interviews, in-depth interviews, and document analysis to generate rich, context-specific data from five major stakeholder groups, including government institutions, national sports federations, athletes and support personnel, educational institutions, and private-sector stakeholders. Data analysis employs a thematic analysis framework, supported by stakeholder triangulation and constant comparative analysis to enhance credibility and the depth of interpretation. The analytical framework is guided by the dimensions identified by the High-Level Group on Grassroots Sport, including health, social inclusion, informal learning, volunteering, economic sustainability, financing, and infrastructure. The study is expected to identify structural gaps, governance challenges, and opportunities for collaboration within Sri Lanka’s grassroots sports development, ultimately informing the development of a sustainable, inclusive, and contextually relevant national grassroots sports development model.
Working Title: Sports Diplomacy from a Women’s Perspective
Start of research: 10/2023
Working Title: Opportunities and Limitations of Sports Diplomacy in the Western Balkans
Start of Research: 2022
Content
Sport is increasingly gaining importance as a diplomatic tool and reinforces foreign policy and diplomatic messages. It can also be used to strengthen an international “brand” with a view to capitalizing on new political and economic opportunities.
Through its renewed approach to Western Balkan enlargement, the EU is seeking to capitalize on its current economic and political recovery and bring the region closer. It is becoming clear that the role of sports in the foreign policy of post-socialist states is a significant issue, yet it has received little attention within the academic community and the field of international relations.
The proposed dissertation aims to fill a gap in the academic literature and open up new research perspectives. Substantial efforts will be made to shed light on the situation in the Western Balkans, particularly in certain target countries (such as Croatia, North Macedonia, and Serbia, etc.).
Working Title
Who Are the Fans of German Women's Soccer? A Theoretical Analysis of Social Foundations, Media, and Collective Identity
Start of Research: October 2025
Content
In recent years, women’s soccer has garnered increasing social and media attention both nationally and internationally. A particularly defining moment was the UEFA Women’s EURO 2022, which not only sparked enthusiasm in Germany but was also seen as a “boost” for public interest in women’s soccer. This development is not only evident on the international stage: A growing interest is also evident in the amateur and semiprofessional sectors. Meanwhile, research in this field has shown little progress. Women’s soccer is rarely the focus of study, and within this narrow field, fan research plays no role.
The goal of this proposed dissertation is to close this gap by documenting and analyzing the sociocultural structures and dynamics of the fan scene in German women’s soccer and to gain a deeper understanding of the motivations and needs of this fan group.
Working Title: Youth Sports Policy in Europe A Cross-National Comparison and Perspectives on Europeanization
Start of Research: 2015
Content:
The health and physical activity of children and adolescents is currently a polarizing issue. As the foundation for lifelong participation in sports, the topic of youth sports is now a key focus on political agendas across Europe. Criticism has been directed at a lack of structures or insufficient cooperation among various stakeholders. To date, academic research on this topic has been very limited. A cross-national study of the structures and systems focused on youth sports does not yet exist in this form.
The aim of this dissertation is therefore to systematically analyze the multidimensional, complex policy field of “youth sports” and to compare it at the multinational level. Specifically, the study examines the differences among the selected countries with regard to the criteria under investigation in the field of youth sports and how these differences should be evaluated. In addition to the multinational country analysis and the examination at the supranational level, the policy field of youth sports will be presented in the European context and discussed with regard to a Europeanization approach.
To this end, a literature and document review will first be conducted as a methodological foundation. Building on this, expert interviews will be conducted and evaluated using qualitative content analysis. The theory and methodology will be used to develop a practical categorization framework to examine European youth sports systems using a comprehensive design.
Consequently, the expected results will have not only empirical but also theoretical relevance. The study also aims to stimulate further research and provide useful implications for the countries under investigation.
Working Title: “Unraveling Complexity in China’s Sport Governance: Policies, Processes, and the Dialectical Relationships Within the Con-temporary Policy Network”
Start of research: 2020
Content
Since the 1970s, reform has created unprecedented opportunities for understanding bureaucratic relationships and political processes in China, including in the field of sports. Recently, the sports policy process has received increasing attention—specifically regarding its relationship to politics, the role of authority, interactions during the process, the manner in which sports policy is made, and whether there is a way to open the “black box” of sports policy in China. Policy networks, as a highly insightful theoretical framework for understanding the sports policy process in China, were tested in Danlin Wu’s completed master’s thesis. Based on the empirical study, the policy network for sports in China constitutes a more integrated political community consisting of the inner circles of coexisting state bureaucrats within the Party and the outer circles of sporadic and issue-specific QUANGOs and other actors.
As an extension of the master’s thesis, this dissertation aims to further explore the dialectical relationships between these key elements (i.e., actors, networks, contextual factors, etc.) in the political process. The meso-level framework of policy networks will be placed at the center of the analysis, and macro-level variables related to fragmented authoritarianism and the Chinese model of consensus decision-making will be incorporated to enhance the explanatory power regarding the sports policy process in China. The planned dissertation adopts a qualitative research approach. To this end, the study will conduct interviews with relevant experts, scholars, and local government officials, as well as perform a content analysis of policy documents, government reports, official publications, correspondence between network actors, personal archives, meeting minutes, interview transcripts, and so on. Consequently, the dialectical nexus can be explored in both abstract and concrete forms within the sports policy process in China.
Working Title: Insights into China's Leisure Sports: From the Perspective of Sustainability
Start of Research: 2022
Content
With the implementation of statutory holidays and the rapid development of the economy, leisure sports have gradually become a key priority in China’s leisure and sports development. In the foreseeable future, as an important national development strategy, leisure sports will become a significant component of public policy, particularly in the field of sports policy. This study aims to conduct foundational research on the development of leisure sports in China. First, the study will outline the historical context of the development of leisure sports in China, focusing on the evolution of leisure sports policy. More importantly, from the perspective of sustainability, this study will comprehensively apply analytical frameworks and theories from the fields of policy science, sociology, and sports science to explore the sustainability of the leisure sports policy itself (including the interaction between policy and economic, political, and social development), the sustainability of individual development under the policy (physical literacy), and the sustainability of the ecological environment under the influence of the policy (sports-themed towns). The study will ultimately provide a comprehensive evaluation of the sustainability of recreational sports development in China and offer evidence-based recommendations for future development by examining the past, present, and future of China’s recreational sports policy.