Die Rahmenbedingungen und Strukturen der Sportförderung in Deutschland stehen kontinuierlich auf dem Prüfstand. In den letzten Jahren ist dabei den Bedarfen von Spitzenathletinnen und -athleten verstärkt Beachtung gewidmet worden. Sowohl in der Spitzensportreform von 2016 sowie verstärkt in der jüngsten Leistungssportreform, die mit dem „Feinkonzept“ von September 2023 vorläufig abgeschlossen wurde, ist die Notwendigkeit struktureller Anpassungen in der Athletenförderung deutlich geworden. Im Zuge der aktuellen Weiterentwicklung der Reformen in Arbeitsgruppen ist dabei der Arbeitsauftrag entwickelt worden, dem dringenden Bedarf an einem systematischen Überblick über die vielfältigen und komplexen Fördermöglichkeiten im deutschen Spitzensport Rechnung zu tragen.
Die deutsche Sportförderung ist stark ausdifferenziert und umfasst zahlreiche Organisationen und Akteure, die Athletinnen und Athleten finanziell, materiell und ideell unterstützen. Diese Vielschichtigkeit resultiert nicht zuletzt aus den föderalen Strukturen Deutschlands, dem Sub-sidiaritätsprinzip sowie der engen Zusammenarbeit zwischen Staat und Zivilgesellschaft im Bereich des Leistungssports. Es existieren aber gegenwärtig keine allgemein zugänglichen Instrumente, die Athletinnen und Athleten umfassendere Hilfestellung und einen systematischen Zugang bei der Suche nach Fördermöglichkeiten im Spitzensport eröffnen.
Das Projekt greift die skizzierten Defizite sowie den beschriebenen Auftrag auf und beabsichtigt als zeitnahe Serviceleistung fünf konkrete Ziele zu adressieren, die in aufeinander aufbauenden Arbeitsschritten realisiert werden. Vorgesehen ist: 1) eine Scoping-Studie zu bestehenden Förderleistungen im deutschen Spitzensport als Bestandsaufnahme; 2) die Präsentation und Bereitstellung der Daten und Ergebnisse der Bestandsaufnahme in einer interaktiven Webanwendung („Förderlandkarte“), 3) die Verzahnung der Förderlandkarte mit bestehenden Anwendungen und Serviceleistungen für Athletinnen und Athleten; 4) die Präsentation der Bestandsaufnahme und der Förderlandkarte in flankierenden öffentlichen Fachveranstaltungen, um die Bedarfe der Stakeholder einzubeziehen, Möglichkeiten zur Diskussion zu geben und Serviceangebote und Analyseergebnisse vorzustellen; 5) die Erarbeitung von Reform- und Weiterentwicklungsoptionen in einem Abschlussbericht.
Projektleitung
Prof. Dr. Jürgen Mittag
Projektkoordination
Dr. Maximilian Seltmann
Projektmitarbeit
Ivana Pranjic, M.A.
Projektlaufzeit
April 2025 – März 2026
Kooperationspartner
Deutscher Olympischer Sportbund
Projektförderung
Bundesinstitut für Sportwissenschaft
Der wissenschaftliche Bericht steht hier zum Download bereit: Zum Bericht
Autoren
Kooperationspartner
Erweiterte Projektteam
Herausgeber:
Institut für Europäische Sportentwicklung und Freizeitforschung, 2026
doi: doi: 10.25847/SpoFo-Map.2026
Gefördert durch das Bundesinstitut für Sportwissenschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Kurzfassung:
Das Projekt „SpoFo-Map" (April 2025 – März 2026) erhebt und analysiert systematisch die Förderangebote für Kaderathletinnen und -athleten in Deutschland. Auf Basis einer umfassenden Desk- und Primärrecherche bei Akteuren auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene wurden Förderprogramme nach Art und Zugangskriterien systematisiert.
Die Befunde zeigen eine stark ausdifferenzierte, föderal geprägte Förderlandschaft mit zahlreichen parallelen Angeboten, überlappenden Zuständigkeiten und erheblicher Intransparenz. Informationen zu Förderangeboten sind häufig dezentral und schwer auffindbar, was für Athletinnen und Athleten hohe Informationskosten verursacht. Die starke Orientierung am Kaderstatus prägt dabei maßgeblich den Zugang zu Leistungen. Gleichzeitig bietet die Vielfalt staatlicher, verbandlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure auch Resilienzvorteile und leistungsnahe Förderstrukturen.
Als zentrales Ergebnis wurde der „Förderfinder" (www.foerderfinder-sport.de) entwickelt – eine datenbasierte Webanwendung, die eine strukturierte Suche, Filterung und vergleichende Darstellung der Förderangebote ermöglicht und damit erstmals eine navigierbare Übersicht des deutschen Spitzensportfördersystems bereitstellt.