Manipulaton von Blut und Blutbestandteilen


Durch Blutmanipulation lässt sich die Erythrozytenzahl im Blut erhöhen, so dass eine Verbesserung der Sauerstofftransportkapazität erreicht werden kann. Foto: iStock.com/Eugene_Sim

Verbotsliste der WADA vom 1.1.2026

Folgendes ist verboten:

  • Die Verabreichung oder Wiedereinführung jeglicher Menge von autologem, allogenem (homologem) oder heterologem Blut oder Produkten aus roten Blutkörperchen jeglicher Herkunft in den Kreislauf. Die Entnahme von Blut oder Blutbestandteilen (einschließlich durch Apherese), es sei denn, dies geschieht 1) zu Analysezwecken, einschließlich medizinischer Tests oder Dopingkontrollen, oder 2) zu Spendenzwecken in einem von der zuständigen Aufsichtsbehörde des Landes, in dem es tätig ist, akkreditierten Entnahmezentrum.
  • Künstliche Verbesserung der Aufnahme, des Transports oder der Abgabe von Sauerstoff. Einschließlich, aber nicht beschränkt auf: Perfluorchemikalien; Efaproxiral (RSR13); Voxelotor und modifizierte Hämoglobinprodukte, z. B. Hämoglobin-basierte Blutersatzstoffe und mikroverkapselte Hämoglobinprodukte, ausgenommen zusätzlicher Sauerstoff durch Inhalation.
  • Jede Form der intravaskulären Manipulation des Blutes oder von Blutbestandteilen durchphysikalische oder chemische Mittel.
  • Die Verwendung von Rebreathing-Systemen oder -Geräten zur Abgabe von Kohlenmonoxid, es sei denn, dies erfolgt als diagnostisches Verfahren unter der Aufsicht eines medizinischen oder wissenschaftlichen Fachmanns. (Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

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Die Erhöhung der Anzahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) verbessert die Ausdauerleistungsfähigkeit.

Weitere allgemeine Informationen

Unter Bluttransfusion versteht man die intravenöse Verabreichung von roten Blutzellen oder Blutpräparaten, die rote Blutzellen enthalten. Diese Produkte können aus Blut hergestellt worden sein, das von der gleichen Person - Eigenbluttransfusion (autolog) - oder von einer anderen Person - Fremdbluttransfusion (homolog) stammt.

Nach der Dopingliste der WADA wird auch eine heterologe Bluttransfusion verboten, womit grundsätzlich eine Blutübertragung zwischen verschiedenen Gattungen verstanden wird. Für die Praxis bei einem Sportler würde dieses die Übertragung von Blut eines anderen Säugetiers (z.B. Affe) auf den Menschen bedeuten. 

Die übliche Indikation für die Übertragung von roten Blutkörperchen sind starker Blutverlust und Blutarmut (Anämie).

Bei der Eigenbluttransfusion lässt sich der Sportler bis zu ca. 0,5 L Blut abnehmen. Das Blut wird dann konserviert und tiefgekühlt gelagert. In der Zwischenzeit wird aufgrund des Blutverlustes die Produktion der Erythrozytenbildung durch EPO stimuliert.

Nach ca. 3-4 Wochen, wenn das Blutvolumen wieder normale Werte erreicht hat, kann das gelagerte Blut infundiert werden, und der Athlet erhöht damit die Gesamtzahl der Erythrozyten in seinem Blut. Das Blutvolumen des erwachsenen Menschen beträgt ca. 6-8% seines Körpergewichtes.
 

Blutplasma  erhält man durch Zentrifugieren von Blut, das mit Gerinnungshemmern wie EDTA abgenommen wurde. Es enthält noch alle Gerinnungsfaktoren. Zentrifugiert man dagegen geronnenes  Blut so wird nach dem Zentrifugieren Blutserum gewonnen. Es unterscheidet sich vom Plasma durch das Fehlen von Gerinnungsfaktoren, hauptsächlich Fibrinogen.

Blutplasma besteht zu 90% aus Wasser und 10% aus gelösten Substanzen. Von den gelösten Substanzen machen die Proteine 70% aus, niedermolekulare Stoffe 20% und Elektrolyte ca. 10%.

Hämoglobin

Das Blut eines erwachsenen Menschen muss täglich ca. 600 l Sauerstoff von der Lunge ins Gewebe befördern. Da Sauerstoff in wässriger Lösung nur begrenzt löslich ist, wird fast der gesamte Sauerstoff vom Hämoglobin der Erythrozyten gebunden und transportiert. In den Lungen wird das Hämoglobin im arteriellen Blut zu 96% mit Sauerstoff gesättigt. Im venösen Blut, nach Durchfließen des Gewebes, beträgt die Sättigung nur noch 70%. Es wird ungefähr ein Drittel des Sauerstoffs im Gewebe freigesetzt.
Größere Unterschiede ergeben sich natürlich beim arbeitenden Muskel, wo bis zu 90% des gebundenen Sauerstoffs abgegeben werden.

Nachweis von Eigenblutdoping 

siehe Blutpass als Dopingkontrollmaßnahme

Nachweis von Fremdbluttransfusion

Im September 2004 wurde erstmals ein Dopingnachweis einer Fremdbluttransfusion im Zusammenhang mit dem Dopingverfahren gegen den Radfahrer Tyler Hamilton bekannt.

Fremdblutnachweis