Trainingspädagogik und Martial Research

Die 2019 gegründete Abteilung „Trainingspädagogik und Martial Research“ behandelt das kulturelle Phänomen des Kämpfens in unterschiedlichen soziokulturellen und institutionellen Settings. Dabei ist ein enges Zusammenspiel zwischen Praxis, Forschung und Lehre leitend.

Leitbild

Millionen Menschen weltweit sind in Kampfkünsten, Kampfsportarten und Selbstverteidigungssystemen aktiv. Gleichzeitig findet das Kämpfen in hochspezialisierten Professionen (Spitzensport, Polizei, Sicherheitsdienstleister, Gewaltprävention etc.) sowie in Gewaltkonflikten als Extremform zwischenmenschlicher Interaktion Anwendung. Die dynamische Entwicklung des Kämpfens und seine vielfältigen Ausprägungen und Anwendungsformen erfordern innovative Forschungs- und Vermittlungsansätze. Diesem Anspruch trägt die Abteilung durch einen internationalen, multiperspektivischen und interdisziplinären Zugang Rechnung.

Die Forschungsschwerpunkte der „Abteilung für Trainingspädagogik und Martial Research“ umfassen:
 

  • empirisch-sozialwissenschaftliche Fragen zur Entstehung und Verbreitung combativer Stile und Formen, ihrer sozialisierenden Wirkung und kulturellen Bedeutung, etwa im Genre moderner Sport-, Pop- und Devianzkulturen,
  • neurowissenschaftliche Forschung zu Wirkungen kämpferischer Handlungen auf das zentrale Nervensystem sowie
  • Anwendungsforschungen zu Fragen und Problemen aus der Praxis.

Aktuell erforscht die Abteilung in Kooperation mit verschiedenen Polizeibehörden auf Bund- und Länderebene das Verhältnis von Realeinsatz und Trainingspraxis mit dem Ziel einer evidenzbasierten Professionalisierung bestehender Aus- und Fortbildungsstrukturen. Die Vielfalt von Gegenstandsbezügen, disziplinären Perspektiven und methodischen Ansätze bilden ein weltweites Alleinstellungsmerkmal der Abteilung.

Die wissenschaftliche und fachliche Expertise der Abteilung ist zudem bei Gerichten (Notwehr- und Körperverletzungsdelikte, Trainingsunfälle etc.), Versicherungen (Verletzungsformen, Gesundheitswirkungen etc.), Sportverbänden (Trainingsdesign, Trainer*innenausbildung, Beratung) und Schulen (Unterrichtsgestaltung, curriculare Vorgaben, Fort- und Weiterbildung etc.) gefragt. Die zentrale inhaltliche Schnittmenge zur Schwesterabteilung „Didaktik und Methodik der Sportarten“ besteht im Interesse an einer reflexiven Trainingspädagogik, die ausgehend von Fragestellungen aus der Praxis evidenzbasierte Lösungen für das Design von Lern- und Testumgebungen entwickelt und diese fortlaufend evaluiert und anpasst.

Abteilungsleitung & Kontakt

Hilfskräfte

Max Pallares Herbeck

Wissenschaftliche Hilfskraft mit Bachelorabschluss