Ein Buch bitte – und ein bisschen Französisch dazu

Seit sieben Jahren arbeitet der 47-jährige Marek Kropelnicki in der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften. Ein Blick hinter die Kulissen ...

Wer die Zentralbibliothek der Sportwissenschaften betritt, landet früher oder später bei Marek Kropelnicki. Der 47-Jährige arbeitet an der Servicetheke, wo Bücher kommen und gehen, Fragen auftauchen und schon mal die Sprache gewechselt wird.

Ein Bibliotheksausweis, ein Buch, ein kurzer Scan – fertig. So könnte ein Besuch in der Zentralbibliothek der Sporthochschule aussehen. Könnte. Denn häufig bleibt es nicht allein bei der Ausleihe.

„Wo finde ich dieses Buch?“ „Wie kann ich nach E-Journals suchen?“ „Wie funktioniert der Selbstverbucher-Terminal?“ Marek Kropelnicki kennt sie alle, die Fragen, mit denen Studierende und andere Bibliotheksnutzer*innen an die Servicetheke kommen. Und er beantwortet sie gerne. Denn Marek ist nicht nur für die Ausgabe und Entgegennahme von Büchern zuständig. Er ist Infopoint, Ausweis-Aussteller, Wegweiser durch die Datenbanken, Berater – und gelegentlich auch sprachlicher Überraschungsgast.

„Ich versuche auf jeden einzelnen Nutzer einzugehen“, erzählt der 47-Jährige. Besondere Freude hat er daran, anhand des Namens auf dem Bibliotheks-Ausweis zu erahnen, welche Sprache passen könnte. Dann fließt auch schon mal ein Wort oder ein Satz auf Französisch, Spanisch oder Japanisch. „Die Leute freuen sich dann immer.“ Und das freut Marek. Der gebürtige Pole hat Germanistische Sprachwissenschaften in Duisburg studiert und kommuniziert gerne in unterschiedlichen Sprachen.

Seit sieben Jahren arbeitet Marek an der Spoho. Seine Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste, mit Schwerpunkt Archiv, absolvierte er im Stadtarchiv Düsseldorf. Dass sein Arbeitsplatz heute ziemlich genau dort ist, wo in einer Bibliothek am meisten Kommunikation stattfindet, gefällt ihm. „Ich bin jemand, der immer gute Laune hat. Ich finde es toll, mit Leuten in Kontakt zu treten.“

Und Kontakt gibt es reichlich – auch wenn sich die Aufgaben in der Bibliothek zuletzt verändert haben. Im vergangenen Jahr wurde auf die Selbstverbuchung von Medien umgestellt. Genug zu tun gibt es für Marek trotzdem: „Unser Aufgabenspektrum hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Wir erwerben heute überwiegend digital und übernehmen zunehmend Aufgaben im Bereich der forschungsnahen Dienste.“ Dazu gehört etwa, die Publikationen der Wissenschaftler*innen im Forschungsinformationssystem (FIS) zu prüfen und die Angaben zu ergänzen. „So tragen wir dazu bei, dass in unserem FIS qualitativ hochwertige Publikationsdaten zur Verfügung stehen.“

Mareks Dienstplan wechselt im Wochenrhythmus: eine Woche Mitteldienst von 10 bis 18:30 Uhr, eine Woche Spätdienst von 12:30 bis 21 Uhr. Während es in den Semesterferien etwas ruhiger zugeht, herrscht in der Prüfungszeit Hochbetrieb. „Da geht mir das Herz auf“, sagt er. Rappelvoll soll es sein. Deshalb werden die Arbeitsplätze stetig weiterentwickelt und den heutigen Bedürfnissen angepasst: mit Kommunikationszonen für Videokonferenzen, Gruppenarbeit und Telefonate.

Auch privat bleibt Marek seinem Arbeitsumfeld treu: Wenn er ein Buch zur Hand nimmt, sind es meist Biografien von Persönlichkeiten aus dem Sportsektor – zuletzt die über Julian Nagelsmann. Auch sonst ist Sport Teil seines Lebens: Der Wahl-Düsseldorfer spielt gerne Fußball und Tischtennis. Und er hört gerne Musik – auf seiner Bahnpendelstrecke zwischen Köln und Düsseldorf bleibt ihm dafür genug Zeit. „Musik hebt meine Laune“, sagt er – wobei Marek davon offenbar ohnehin reichlich mitbringt.

Vielleicht ist genau das Mareks Geheimnis: gute Laune, Freude am Austausch und ein echtes Interesse an den Menschen, die vor seiner Theke stehen. Für ihn ist die Bibliothek jedenfalls weit mehr als ein Ort, an dem Bücher den Besitzer wechseln.

„Die Bib ist ein Ort zum Verweilen, zum Wohlfühlen. Hier kann man sich aufhalten, hier kann man Zeit verbringen, hier wird einem weitergeholfen. Alle sind herzlich bei uns willkommen.“

Infos & Fakten zur Spoho-Bib

Die Bib in Kürze

Die Universitätsbibliothek der Deutschen Sporthochschule Köln zählt international zu den größten Spezialbibliotheken des Sports und der Sportwissenschaften. Rund 785.000 Medien und digitale Ressourcen, mehr als 520 Arbeitsplätze und 289 Öffnungstage im Jahr machen sie zum zentralen Lern- und Arbeitsort auf dem Campus.

Mehr als Bücher

Die ZBSport unterstützt Studium, Lehre und Forschung – mit Recherche- und Publikationsberatung, Schulungen, digitalen Angeboten, der Qualitätssicherung von Publikationsdaten im Forschungsinformationssystem und vielseitigen Arbeitsmöglichkeiten.

Bibliothek und Kaffeebar? Ja.

Die ZBSport ist auch Treffpunkt: für Kaffee, Austausch und die wohlverdiente Pause von der Hausarbeit.