Das TRIBAL-Projekt

Trainingsbasiert-individualisierte Behandlung von Long COVID

Das TRIBAL-Programm wurde vom S.P.O.R.T. Institut – Institut für angewandte Sportwissenschaft – unter der Leitung von Dr. Björn Haiduk initiiert und gemeinsam mit der Deutschen Sporthochschule Köln unter der wissenschaftlichen Führung von PD Dr. Marijke Grau entwickelt.

Die Deutsche Sporthochschule Köln steht für Forschung, die wissenschaftliche Erkenntnisse in gesellschaftlich relevante Anwendungen überführt. Ein exzellentes Beispiel dafür ist das TRIBAL-Programm („Trainingsbasiert-individualisierte Behandlung von Long COVID“). Es zeigt, wie eine enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft dazu beitragen kann, neue Behandlungsansätze für komplexe Erkrankungen zu entwickeln und in die Versorgung zu übertragen.

Von der Grundlagenforschung zur Behandlung

Das TRIBAL-Programm wurde vom S.P.O.R.T. Institut – Institut für angewandte Sportwissenschaft – unter der Leitung von Dr. Björn Haiduk initiiert und gemeinsam mit der Deutschen Sporthochschule Köln unter der wissenschaftlichen Führung von PD Dr. Marijke Grau entwickelt. Ziel des Projekts ist es, Menschen mit einem definierten Long COVID-Schweregrad durch ein individuell angepasstes körperliches Aktivitätsprogramm dabei zu unterstützen, ihre körperliche Belastbarkeit und Alltagsfähigkeit schrittweise zurückzugewinnen. Zugleich untersucht das Projekt zelluläre Veränderungen, die mit Long COVID in Zusammenhang stehen, und überführt die daraus gewonnenen Erkenntnisse in einen praxisnahen Behandlungsansatz.

Im Mittelpunkt der Forschung stehen Veränderungen der roten Blutkörperchen, die bei Long COVID-Patientinnen und -Patienten die Mikrozirkulation und Sauerstoffversorgung beeinträchtigen können. Auf dieser Grundlage wurde ein individualisiertes Interventionsprogramm entwickelt, das gezielte trainingsbasierte Reize einsetzt, um körperliche Funktionsstörungen zu adressieren.

Individuelle Therapiesteuerung durch digitale Technologie

Eine zentrale Rolle übernimmt die patentierte TRIBAL-App. Sie dient als digitale Behandlungsanweisung und ermöglicht eine individuelle, datenbasierte Steuerung der Therapie. Relevante Leistungsparameter werden kontinuierlich erfasst und für die Anpassung der Belastungsdosierung genutzt. Ein wissenschaftlich fundiertes Pacing-Konzept soll dabei helfen, Überlastungen zu vermeiden und den Therapieverlauf an die individuelle Belastbarkeit der Patientinnen und Patienten anzupassen. Auf diese Weise verbindet TRIBAL sportwissenschaftliche und physiologische Forschung mit digitaler Technologie und praktischer Anwendung.

 

Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis

Die Deutsche Sporthochschule Köln bringt insbesondere ihre Expertise in den Bereichen Physiologie, Leistungsdiagnostik und Bewegungswissenschaft ein. Das S.P.O.R.T. Institut überträgt die Forschungsergebnisse in klinisch anwendbare Modelle, konkrete Versorgungsstrukturen und digitale Anwendungen. Durch diese enge Zusammenarbeit entsteht ein durchgängiger Entwicklungsprozess: von der Erforschung physiologischer Grundlagen über die Konzeption und Erprobung der Intervention bis hin zur Anwendung in der Versorgung.

 

Mehr als zwei Millionen Euro für Forschung und Entwicklung

Für die Entwicklung und Weiterentwicklung des TRIBAL-Programms konnten insgesamt mehr als zwei Millionen Euro aus unterschiedlichen Quellen eingeworben werden. Dazu zählen Fördermittel aus dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand des Bundes zur Entwicklung innovativer Diagnostik- und Therapielösungen, Mittel aus der steuerlichen Forschungszulage sowie Eigeninvestitionen des S.P.O.R.T. Instituts in Personal, Infrastruktur und Forschung. Gefördert werden unter anderem die Weiterentwicklung KI-gestützter Diagnostik- und Therapieanwendungen sowie die wissenschaftliche Untersuchung trainingsbasierter Behandlungsansätze.