Anabole Wirkstoffe

Anabole Wirkstoffe fördern den Muskelaufbau. Foto: iStock.com/ivan101

Bei der Gruppe der anabolen Wirkstoffe handelt es sich um Substanzen, die überwiegend  in der Trainingsphase von Athleten missbräuchlich eingesetzt werden. Die anabolen Wirkungen dieser Substanzen stimulieren u.a. den Muskelaufbau und führen damit zu einer Verbesserung der sportlichen Leistung in Kraft- und Schnellkraftsportarten.

Die Dopingliste der WADA unterteilt die Gruppe S1 Anabole Wirkstoffe in:                

1. Anabol androgene Steroidhormone (AAS)
a) exogene AAS
b) endogene AAS                      

2. Andere anabole Substanzen

1. Anabol androgene Steroidhormone

siehe hierzu auch Beispiele WADA Liste

Anabol androgene Steroidhormone (auch Anabolika genannt) wurden erstmals 1974 verboten und stellen seitdem die Gruppe der am häufigsten verwendeten Dopingsubstanzen dar.

Dieses erste Verbot erfasste aber nur die synthetischen AAS (exogene AAS), während die endogenen AAS wie z.B. Testosteron zu dem Zeitpunkt noch nicht verboten wurden. Zu den am meisten missbräuchlich verwendeten synthetischen Anabolika zählen:

Nandrolon MetandienonStanozololMetenolon

(s.auch Strukturformeln der Verbindungen).

1984 wurde auch die Anwendung des körpereigenen Steroidhormons Testosteron verboten, nachdem ein Nachweisverfahren zur Differenzierung zwischen endogenem und exogenem Testosteron entwickelt worden war (Manfred Donike).

Siehe auch Testosteron:

Nachweis (Analytik)

Regel (T/E-Quotient)

Wirkungen

Nebenwirkungen 

Wirkungen

Synthetische anabol androgene Steroide sind Testosteronanaloga und unterscheiden sich in ihrer Struktur vom Testosteron nur durch Änderungen chemischer Funktionen am Steroid Grundgerüst.

Die wesentlichen Wirkungen des Testosterons können als anabole und androgene Wirkungen zusammengefasst werden. Da für eine Therapie nach Verletzungen oder Unfällen nur die anabolen (aufbauende) Wirkungen von Interesse sind, die androgenen Wirkungen aber als unerwünschte Nebenwirkungen mit auftreten, wurde bereits in den 30er Jahren versucht, synthetische Testosteronanaloga herzustellen, die überwiegend anabol und nur gering androgen wirken.Von 1950 1970 wurden Hunderte von Substanzen synthetisiert und im Tierversuch getestet (Synthese). Nur einige wenige setzten sich durch und blieben auf dem Markt.

Von den anabolen Wirkkomponenten ist die Stimulation der Proteinsynthese in den Muskelzellen für Sportler der wichtigste Effekt. Über die Wirksamkeit der anabol androgenen Steroide bei Leistungssportlern ist unter Wissenschaftlern in den 60er und 70er Jahren zum Teil kontrovers diskutiert worden. Hier bestand z.T. die Meinung, dass beim erwachsenen Mann, solange er kein Testosterondefizit aufweist, eine weitere Zufuhr von anabolen Steroidhormonen keine Wirkung hätte.

Einzelne Studien zeigten allerdings eindeutige leistungssteigernde Effekte bei Männern. Sicher ist, dass Anabolika in dieser Zeit im internationalen Sport sowohl bei Männern als auch bei Frauen in der Leichtathletik und im Gewichtheben umfangreich missbraucht worden sind. Die Wirkungen der Anabolika bei Frauen waren dagegen unumstritten. Dieses ist durch die Leistungen der ehemaligen DDR-Athletinnen gut belegt.

Anabolikamissbrauch im Freizeitbereich

Studie Carsten Boos Kujath, Peter; Boos, Carsten; Wulff, Peter; Bruch, Hans-Peter: Medikamentenmißbrauch beim Freizeitsportler im Fitneßbereich. Deutsches Ärzteblatt 95, Ausgabe 16 vom 17.04.1998. 

Link zur Studie

Literatur-Link zur Studie

Kommentar zur Studie


Striegel H, Simon P, Frisch S, Roecker K, Dietz K, Dickhuth HH, Ulrich R. : Anabolic ergogenic substance users in fitness-sports: a distinct group supported by the health care system. Drug Alcohol Depend. 2006 Jan 4;81(1):11-9 

Link zur Studie

Nachweis

Der Nachweis von Anabolika erfolgt mit der Gaschromatographie/Massenspektrometrie (GC/MS) (s. auch Analytik/Anabolika).

Für den Nachweis der Anwendung von körpereigenen Steroidhormonen werden darüber hinaus Ergebnisse der Kohlenstoffisotopen-Bestimmung (IRMS) verwendet.

2. Andere anabole Wirkstoffe

Unter andere anabole Wirkstoffe sind die beiden ß2-Agonisten Clenbuterol, Zilpaterol und die Substanzen Tibolon und Zeranol namentlich aufgeführt. Seit 2008 wird zusätzlich die Gruppe der Selektiven Androgen-Rezeptor Modulatoren (SARMs) verboten.