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  • nem_13.5.200_mit_verbotenen_anabol_androgenen_steroiden.pdf
    13.5.2002 Firmen und Produktnamen von Nahrungsergänzungsmitteln 1/2 Firmen- und Produktnamen von Nahrungsergänzungsmitteln, in denen verbotene anabol-androgene Steroide enthalten sind In einer Untersuchung des Österreichischen Bundesministeriums für soziale Sicherheit und Generationen wurden 54 Nahrungsergänzungsmittel auf verbotene anabol-androgene Steroide (sog. Prohormone) untersucht. In 12 Produkten (22 % der untersuchten Produkte) wurden anabol-androgene Steroide gefunden, die nicht auf der Packung angegeben waren. Diese anabol-androgenen Steroide, vor allem Norandrostendion, Norandrostendiol und Androstadiendion, können zu positiven Dopingbefunden führen. Diese Untersuchungsergebnisse bestätigen die Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten Studie des Instituts für Biochemie der Deutschen Sporthochschule Köln (Studie). Tab. 1: Firmen- und Produktnamen von Nahrungsergänzungsmitteln, in denen verbotene anabol-androgene Steroide gefunden wurden, die nicht auf der Packung angegeben waren. Firma Produktname* detektierte verbotene anabol-androgene Steroide Ultimate Nutrition BCAA Dehydroepiandrosteron (DHEA) Ultimate Nutrition L-Carnitine 1000 Dehydroepiandrosteron (DHEA). Androstendion Ultimate Nutrition Fat Bloc Ultimate Androstendion, Dehydroepiandrosteron (DHEA), 4- Norandrostendion, Androstadiendion Vitalife Pure OKG Androstendion Vitalife Ultra Ripped Androstendion Vitalife Tribugain 4-Norandrostendion Vitalife Super L- Carnitine 4-Norandrostendion Nutrisearch All-in-one Dehydroepiandrosteron (DHEA) Maximuscle Fattack Maximuscle 4-Norandrostendion Dehydroepiandrosteron (DHEA) All Stars Speed Creatin Kautab 4-Norandrostendion, 4-Norandrostendiol All Stars Tri Plex Zell Maxim. 4-Norandrostendion, 4-Norandrostendiol All Stars Zell Tech Optimizer Dehydroepiandrosteron (DHEA) * Detaillierte Angaben zu den Produkten sind in der unten angeführten Quelle enthalten Quelle Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen, Sektion IX - Abteilung 9, Radetzkystraße 2, 1031 WIEN "Untersuchung auf mögliche Verunreinigungen von Nahrungsergänzungsmitteln (Verzehrprodukte) mit anabolen Steroiden (chemische Analyse, gegebenenfalls toxikologische Risikobewertung)" ARC Seibersdorf research GmbH Heft Nr. 2/02 © Copyright, Institut für Biochemie der DSHS Köln, letztes Update 13.5.2002 www.dopinginfo.de file:///H:/Documents/A_Webseite/Kopie%20von%20Webseite_151006/rubriken/07_info/020319.html http://www.dshs-koeln.de/biochemie

  • nem_1.12.2000_deutsche_zeitung_sportmedizin.pdf
    378 DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 51, Nr. 11 (2000) Originalia Verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel Geyer, H., Mareck-Engelke, U., Reinhart, U., Thevis, M., Schänzer, W. Positive Dopingfälle mit Norandrosteron durch verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel Postive doping cases with norandrosterone after application of contaminated nutritional supplements Institut für Biochemie, Deutsche Sporthochschule Köln (Leiter: Prof. Dr. Wilhelm Schänzer). In den USA hergestellte Nahrungsergänzungsmittel, die laut Etikett kei- ne Dopingsubstanz enthalten sollten, wurden auf im Sport verbotene anabole Steroide überprüft. Hierzu wurden die Nahrungsergänzungs- mittel nach Extraktion und Derivatisierung mittels Gaschromatogra- phie/Massenspektrometrie analysiert. Ebenso wurden die Nahrungser- gänzungsmittel an Probanden verabreicht. Die Urine der Probanden wurden vor und nach der Applikation gesammelt und mit der Scree- ningmethode für anabole Substanzen gaschromatographisch/massen- spektrometrisch überprüft. Bei 3 in Kapselform angebotenen Produkten wurden anabol-androgene Steroide sog. Prohormone gefunden, die nicht deklariert waren. In einem Chrysin Produkt wurden die anabolen Steroide bzw. Prohormone 19-Nor-4-androsten-3,17-dion und 19-Nor- 4-androsten-3ß,17ß-diol nachgewiesen. In einem Tribulus Terrestris Produkt wurden die anabol-androgenen Steroide 4-Androsten-3,17-di- on, 4-Androsten-3ß,17ß-diol, 5-Androsten-3ß,17ß-diol, 19-Nor-4-and- rosten-3,17-dion und 19-Nor-4-androsten-3ß,17ß-diol gefunden. Ein Guarana Produkt enthielt die Steroide 4-Androsten-3,17-dion, 5-And- rosten-3ß,17ß-diol, Testosteron und 19-Nor-4-androsten-3,17-dion. Die anabolen Steroide waren in jeweils 3 unterschiedlichen Chargen der Produkte nachzuweisen. Die Gesamtmengen der Steroide pro Kapsel so- wie die Verhältnisse der einzelnen Steroide innerhalb der Kapseln schwankten stark von Charge zu Charge und auch von Kapsel zu Kap- sel innerhalb einer Charge. Die Gesamtmengen an Steroiden pro Kapsel variierten zwischen ca. 0,3 µg und 5000 µg. Nach der Applikation von jeweils einer Kapsel der oben genannten Sportnahrung wiesen alle Probanden einen positiven Dopingbefund mit dem Nandrolonmetaboliten Norandrosteron auf. 3-4 Stunden nach der Applikation wurden im Urin Konzentrationen zwischen 4 und 623 ng/ml beobachtet. Ein weiblicher Proband zeigte zudem eine Erhöhung des Testosteron/ Epitestosteron-Quotienten von 0,6 auf 4,2. Zusammenfassung Nutritional supplements claimed to contain no forbidden substances and produced in the USA, were analysed for anabolic-androgenic stero- ids by gas-chromatography/mass spectrometry. Additionally these sup- plements were administered to volunteers. Their urine samples were collected before and after administration of the products and analysed with a screening method for anabolic steroids by gas-chromatogra- phy/mass spectrometry. In three nutritional supplements, anabolic-androgenic steroids were de- tected which were not declared on the label. In a Chrysin product the anabolic-androgenic steroids 19-nor-4-androstene-3,17-dion and 19- nor-4-androstene-3ß,17ß-diol were found. In a Tribulus Terrestris pro- duct the anabolic-androgenic steroids 4-androstene-3,17-dion, 4-and- rostene-3ß,17ß-diol, 5-androstene-3ß,17ß-diol, 19-nor-4-androstene- 3,17-dion and 19-nor-4-androstene-3ß,17ß-diol were detected. A Guarana product contained the steroids 4-androstene-3,17-dion, 5-and- rosten-3ß,17ß-diol, testosterone and 19-nor-4-androstene-3,17-dion. The steroids could be detected in three different charges of each product. The total amount of steroids and the profile of the steroids varied from charge to charge and from capsule to capsule within one charge. The to- tal amount of steroids varied between 0,3 µg and 5000 µg per capsule. After administration of one capsule of the above mentioned nutritional supplements, all volunteers showed positive results for the nandrolone metabolite norandrosterone. 3-4 hours after administration of the cap- sules, urinary concentrations of norandrosterone between 4 and 623 ng/ml were measured. A female volunteer additionally showed an in- crease in the ratio testosterone/epitestosterone from 0.6 to 4.2. Key words: nutritional supplements, anabolic-androgenic steroids, do- ping, norandrosterone Summary Seit etwa 1996 bietet die Sportnahrungsindustrie der USA ei- ne immer größer werdende Anzahl von anabol androgenen Steroiden als sog. “natürliche Steroide” oder “Prohormo- ne”auf dem legalen Nahrungsergänzungsmittelmarkt an. Die erste Substanz dieses Typs war Dehydroepiandrosteron (DHEA) gefolgt von 4-Androsten-3,17-dion (4-Androstendi- on), 4-Androsten-3ß,17ß-diol (4-Androstendiol), 5-Andro- Einleitung sten-3ß,17ß-diol (5-Androstendiol) und den 19-Norstero- iden 19-Nor-4-androsten-3,17-dion (4-Norandrostendion), 19-Nor-4-androsten-3ß,17ß-diol (4-Norandrostendiol) und 19-Nor-5-androsten-3ß,17ß-diol (5-Norandrostendiol). Diese hormonellen Substanzen werden einzeln und in va- riierenden Kombinationen in Kapsel- und Tablettenform an- geboten und als anabole, d.h. muskelaufbauende Substanzen beworben. Obwohl sie in vielen Ländern nicht als Nah- rungsergänzungsmittel, sondern als Medikamente gelten Jahrgang 51, Nr. 11 (2000) DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN 379 Verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel Originalia und mit Einschränkungen belegt sind (nicht zugelassen, re- zeptpflichtig), sind sie überall leicht erhältlich, wofür vor al- lem der Handel über das Internet verantwortlich ist. Nach dem Dopingreglement des IOC gehören diese Ver- bindungen als verwandte Verbindungen zu Testosteron und Nandrolon (19-Nortestosteron) zur verbotenen Wirkstoff- gruppe der anabolen Substanzen und werden in der Beispi- elliste des Reglements z.T. namentlich aufgeführt (5). Der Missbrauch dieser Substanzen kann in der Doping- analytik durch verschiedene Methoden nachgewiesen wer- den (11). Der Nachweis des Missbrauchs von DHEA, 4-And- rostendion, 4-Androstendiol und 5-Androstendiol gelingt über erhöhte Testosteron/Epitestosteron-Quotienten, über anormale Metabolitenkonzentrationen z.B. von 6-Hydroxy- androstendion, Androsteron, usw. und über veränderte Koh- lenstoffisotopenverhältnisse von Metaboliten. Der Miss- brauch von 19-Norsteroiden wird meist über den gemeinsa- men Hauptmetaboliten Norandrosteron nachgewiesen (siehe Abb. 1). Amerikanische Wissenschaftler haben in einer 1998 veröffentlichten Studie darauf aufmerksam gemacht, dass die oben genannten hormonellen Produkte des Sporternährungsmarktes nicht auf ihre Sicherheit und Wir- kung überprüft sind und dass die Produktion und Herstel- lung nicht nach den Maßstäben und Qualitätsstandards der amerikanischen Lebensmittel- und Arzneimittelüberwa- chungsbehörde (FDA) erfolgen. Dies zeigten sie an falsch deklarierten Konzentrationen von DHEA, die von 0-150 % der auf dem Etikett angegebenen Menge variierten (9). Auch andere Arbeitsgruppen konnten zeigen, dass in vie- len dieser hormonellen Mittel die Angaben auf dem Etikett nicht mit dem Inhalt übereinstimmten. Es wurden andere, nicht deklarierte Steroide und auch in den USA nicht als Nahrungsergänzungsmittel zugelassene Steroide wie Testosteron gefunden (1). Diese Kenntnis der nur unzureichenden Kontrolle und Überwachung des Sporternährungsmarktes der USA veran- lasste uns, im Rahmen von positiven Dopingfällen mit Norandrosteron auch nicht hormonelle Sportnahrung auf die oben genannten anabol androgenen Steroide zu überprüfen. Im Rahmen von Untersuchungsaufträgen analysierten wir die von den Athleten verwendeten Nahrungsergänzungsmittel. Untersuchungsgut Im Rahmen von Nachuntersuchungen bei Norandrosteron- positiv getesteten Athleten wurden zahlreiche von den Ath- leten verwendete Nahrungsergänzungsmittel analysiert. Fol- gende 3 Produkte wurden aufgrund verdächtiger Befunde weiter untersucht: • ein Chrysin/Quercetin-Produkt, • ein Tribulus Terrestris-Produkt und • ein Guarana-Produkt. Alle 3 Produkte werden in den USA hergestellt und werden in Kapselform angeboten. Zusätzlich zu den von den Athle- ten verwendeten Produkten wurden originalverpackte Char- gen gekauft und untersucht. Vom Chrysin/Quercetin- und Tribulus-Terrestris-Produkt wurden jeweils zwei originalver- packte Chargen im Mai 1999 von einer US-amerikanischen Firma über das Internet erworben. Zwei originalverpackte Chargen des Guarana-Produktes wurden von einer in Belgi- en ansässigen Firma über einen deutschen Zwischenhändler im Oktober und November 1999 bezogen. Untersuchung der Nahrungsergänzungsmittel Es wurden jeweils 1-5 Kapseln von 3 unterschiedlichen Chargen von jedem der o.g. Nahrungsergänzungsmittel nach folgender Methode untersucht: Der Kapselinhalt wird in 5 ml Methanol gelöst, 5 min ge- schüttelt und zentrifugiert. 300 µl des Überstandes werden in ein neues Reagenzglas überführt und am Rotationsverdamp- fer zur Trockene eingeengt. Zum trockenen Rückstand wer- den 5 ml KOH 0.1 M und 5 ml n-Pentan gegeben, 5 min ge- schüttelt, zentrifugiert und die n-Pentan-Phase in ein weite- res Reagenzglas überführt. Dazu werden 2 ml Methanol 95 % gegeben und das Gemisch 5 min geschüttelt. Nach dem Zentrifugieren wird die n-Pentanphase verworfen und der methanolische Rückstand zur Trockene eingeengt. Die Deri- vatisierung erfolgt mit N-Methyl-N-trimethylsilyltrifluora- cetamid/NH4I/Ethanthiol (1000:2:3 v:w:v) 15 min bei 60°C. 3 µl der Probe werden dann gas-chromatographisch/mas- senspektrometrisch (Hewlett Packard, HP6890/HP5972) im Scan-Mode oder im SIM-Mode mit den charakteristischen Ionen der bis-TMS Derivate analysiert. Für die gaschroma- tographische Trennung wird eine quervernetzte Methyl- phenylsilikon-Säule von Hewlett-Packard (HP 5 MS; Länge 16,5 m, 0,25 mm Innendurchmesser, 0,25 mm Filmdicke) verwendet. Als Referenzstandards dienen DHEA, Testosteron und 19-Nor-4-androsten-3,17-dion von Sigma, St Louis USA, 5-Androsten-3ß,17ß-diol und 19-Nortestosteron von Serva, Heidelberg, Deutschland, 4-Androsten-3ß,17ß-diol Methodik Abbildung 1: Norandrosteron als gemeinsamer Metabolit verschiedener 19- Norsteroide. Alle aufgeführten Steroide außer 19-Nortestosteron (Nandro- lon) sind als sog. Prohormone auf dem Nahrungsergänzungsmittelmarkt er- hältlich. 380 DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 51, Nr. 11 (2000) Originalia Verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel von Steraloids, Wilton, USA, 4-Andro- sten-3,17-dion von Schering, Berlin, Deutschland. Bei den Referenzsubstanzen 19-Nor-4-androsten-3ß,17ß-diol und 19- Nor-5-androsten-3ß,17ß-diol handelt es sich um hauseigene Synthesen. Das 19- Nor-4-androsten-3ß, 17ß-diol liegt in 90%iger Reinheit vor (19% 19-Nor-4- androsten-3α, 17ß-diol). Das 19 Nor-5-androsten-3ß, 17ß- diol liegt nicht in ausreichender Reinheit vor und wird nur zur qualitativen Bestimmung eingesetzt. Als interner Stan- dard wird trideuteriertes 19-Noretiocholanolon von Steral- oids, Wilton, USA verwendet. Die Nachweisgrenze dieser Methode (Signal-Rauschver- hältnis von mindestens 3:1 für 2 Ionen im SIM-Modus) liegt für die bestimmten Steroide zwischen 1 ng und 2 ng pro 100 µl Injektionslösung. Die Wiederfindung aus methanolischer Lösung (ohne Matrix) wurde für die Steroide zwischen 75 und 95% bestimmt. Ausscheidungsversuche mit den Nahrungsergänzungsmitteln. Jeweils eine Kapsel der o.g. Produkte wurde von gesunden männlichen Pro- banden (VP1-3, VP5-6) eingenommen. Beim Ausscheidungsversuch mit dem Tri- bulus Terrestris Produkt nahm auch eine weibliche Versuchsperson teil (VP4). Vor und 3-4 Stunden nach der Applikation wurden Urine gesammelt und mit dem Screeningverfahren für anabol-androgene Steroide gas-chromatographisch/ massenspektrometrisch analysiert (2, 4). Die Quantifizierung von Norandrosteron erfolgte über einen in unserem Institut synthetisierten Referenzstandard (12). Die Nachweisgrenze für Norandrosteron (Signal-Rauschverhältnis von minde- stens 3:1 für 3 Ionen im SIM-Modus) wurde bei 0,5 ng/ml Urin bestimmt. Die Methodenpräzision liegt für 2 ng/ml Urin bei 2-3%. Die gas-chromatographisch/massenspektrometrische Unter- suchung ergab für drei Nahrungsergänzungsmittel positive Ergebnisse für anabol-androgene Steroide. Bei allen diesen Produkten waren die anabol-androgenen Steroide nicht auf den Etiketten oder in der Produktbeschreibung deklariert. Bei allen Produkten handelte es sich um pulverförmige Zuberei- tungen, die in Kapselform angeboten wurden. Die anabol- androgenen Steroide wurden in jeweils 3 ver- schiedenen Chargen der folgenden Produkte gefunden: 1. In einem Chrysin/Quercetin Produkt wurden die anabolen Steroide 4-Norandrostendion und 4-Norandrostendiol nachgewiesen. Chrysin und Quercetin sind Flavonoide, die mit ihren Immunsystem-stärkenden und Aromatase- hemmenden Wirkungen beworben werden. Die Ergebnisse und Diskussion Einnahme dieser Flavonoide soll verhindern, dass nach Ein- nahme von anabol-androgenen Steroiden zuviel Estrogene gebildet werden, die zu Gynäkomastie und Wassereinlage- rung führen könnten. Für dieses Produkt wird auf dem Eti- kett eine Dosierung von 2-3 Kapseln pro Tag über 20 Tage gefolgt von einer 1 wöchigen Pause empfohlen. 2. In einem Tribulus Terrestris Produkt wurden die anabol- androgenen Steroide 4-Androstendion, 4-Androstendiol, 5- Androstendiol, 4-Norandrostendion und 4-Norandrostendi- ol gefunden. Tribulus Terrestris besteht aus Pflanzenanteilen der gleichnamigen Pflanze und soll die körpereigene Testo- steronkonzentration im Serum erhöhen, wozu bisher aller- dings keine wissenschaftlichen Daten vorliegen. Die auf dem Etikett angegebenen Dosierungsempfehlungen lauten 2 Kap- seln täglich, wobei eine Kapsel morgens und eine Kapsel 1 Stunde vor der Belastung appliziert werden soll. 3. Ein Guarana Produkt enthielt die Steroide 4-Androstendi- on, 5-Androstendiol, Testosteron und 4-Norandrostendion. Bei Guarana handelt es sich um eine Zubereitung der coffe- inhaltigen Samen der Liane Paullina cupana. Auf dem Sportnahrungsmarkt wird Guarana mit seiner stimulieren- den und lipolytischen Wirkung beworben. Auf dem Etikett des untersuchten Produkts wird empfohlen, 3-4 Kapseln 30 min vor der Belastung einzunehmen. Die Konzentrationen der einzelnen Steroide in den Kapseln schwankten stark von Charge zu Charge sowie auch inner- halb der gleichen Charge von Kapsel zu Kapsel. Die Ergeb- Tribulus Terrestris 4-Androstendion 5-Androstendiol 4-Androstendiol 4-Norandrostendion 4-Norandrostendiol Gesamtmenge 19-Norsteroide Charge 1 Kap1 0,3 – – 0,04 – 0,3 0,04 Kap2 1,3 – 0,7 0,13 0,74 2,9 0,9 Kap3 76,3 – 1,5 0,64 1,36 79,8 2,0 Charge 2 Kap1 0,6 – 0,3 0,08 – 1,0 0,08 Kap2 2,6 – 1,4 0,12 1,02 5,1 1,1 Kap3 0,9 – 0,8 0,17 0,51 2,4 0,7 Charge 3 Kap1 1,3 16,6 1,8 0,48 3,7 23,9 4,2 Kap2 1,4 30,1 3,8 0,51 15,1 50,9 15,6 Kap3 0,8 5,6 0,8 0,22 1,6 9,0 1,8 Tabelle 2: Mengen an nicht-deklarierten anabolen-androgenen Steroiden in Mikrogramm pro Kapsel in Kapseln dreier unterschiedlicher Chargen des Tribulus Terrestris-Produkts. Tabelle 3: Mengen an nicht-deklarierten anabolen-androgenen Steroiden in Mikro- gramm pro Kapsel in Kapseln dreier unterschiedlicher Chargen des Guarana-Produkts. Guarana 4-Androstendion 5-Androstendiol Testosteron 4-Norandrostendion Gesamtmenge 19-Norsteroide Charge 1 Kap1 822 109 4,5 355 1291 355 Kap1 310 30,8 1,5 142 484 142 Kap2 51,2 0,5 – 63,2 115 63,2 Charge 2 Kap3 19,6 1,0 – 32,1 52,7 32,1 Kap4 84,4 6,7 – 50,7 142 50,7 Kap5 3335 449 20,1 1336 5140 1336 Charge 3 Kap1 290 30,7 1,4 151 473 151 Kap2 44,8 1,1 – 60,8 107 60,8 Chrysin 4-Androstendion 4-Norandrostendion 4-Norandrostendiol Gesamtmenge 19-Norsteroide Charge 1 Kap1 0,37 5,7 2,5 8,6 8,2 Kap2 0,68 24,9 0,7 26,3 25,6 Kap3 0,15 77,7 1,4 79,3 79,1 Charge 2 Kap1 0,82 381,3 1,3 383,4 382,6 Kap2 0,07 26,0 1,4 27,5 27,4 Kap3 0,18 89,3 1,5 91,0 90,8 Charge 3 Kap1 0,28 5,9 14,1 20,3 20,0 Kap2 0,04 6,7 21,4 28,1 28,1 Kap3 0,01 1,6 22,9 24,5 24,5 Tabelle 1: Mengen an nicht-deklarierten anabolen-androgenen Steroiden in Mikrogramm pro Kapsel in Kapseln dreier unterschiedlicher Chargen des Chrysin-Produkts. Jahrgang 51, Nr. 11 (2000) DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN 381 Verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel Originalia nisse sind in den Tabellen 1 – 3 dargestellt. Die Gesamtmen- gen an Steroiden lagen zwischen 0,3 µg und 5100 µg pro Kapsel. Diese Mengen liegen um das 5 – 100 000 fache nied- riger als die Steroidmengen in den niedrigst konzentrierten kommerziellen Prohormonpräparaten (25 000 µg pro Kapsel oder Tablette). Die Mengen an 19-Norsteroiden (Norandrostendion, Norandrostendiol) waren im Guarana-Produkt am höchsten und schwankten dort zwischen 32 und 1336 µg pro Kapsel, während sie im Tribulus Terrestris-Produkt mit 0,04 –15,6 µg/Kapsel und im Chrysin-Produkt mit 8,2 –382 µg/Kapsel deutlich niedriger lagen. Verglichen mit den niedrigst kon- zentrierten Prohormon-Produkten mit 19-Norsteroiden lie- gen diese Konzentrationen um das 20 – 600 000 fache nied- riger. Diese geringen Mengen von nicht 17-alkylierten und nicht veresterten anabol-androgenen Steroiden haben bei oraler Aufnahme wahrscheinlich keinen physiologischen bzw. leistungssteigernden anabolen Effekt, da sie im first- pass Effekt in der Leber desaktiviert werden. Diese Annahme stützt sich auf mehrere Untersuchungen mit dem Prohormon 4-Androstendion. Orale Einnahmen von 100 mg (100 000 µg) 4-Androstendion einmal pro Tag und dreimal täglich führ- ten zu keiner signifikanten Erhöhung der Testosteron-Kon- zentration im Serum (6, 10), die Voraussetzung für einen an- abolen Effekt wäre. Erst nach einer einmaligen oralen Gabe von 300 mg 4-Androstendion konnte eine kurzzeitige Er- höhung des Serum-Testosteron-Spiegels festgestellt werden (3, 7). Für 19-Norsteroide liegen keine entsprechenden Un- tersuchungen vor. Ebenso fehlen Untersuchungen zur Um- wandlung von Prohormonen in die Wirksteroide Testosteron und Nandrolon nach buccaler bzw. sublingualer Gabe. Prinzipiell kann eine physiologische Wirkung der in den untersuchten Produkten gefundenen Steroidmengen, vor al- lem bei Kindern und Frauen mit einer geringen körpereige- nen Androgenproduktion, nicht ausgeschlossen werden, zu- mal die Dosierungsempfehlungen bei allen Produkten bei mehreren Kapseln pro Tag liegt und die Konzentrationen möglicherweise noch höher liegen. Die stark schwankenden und niedrigen Steroidkonzentra- tionen in den Kapseln lassen vermuten, dass es sich nicht um bewusste Fälschungen sondern um Kontaminationen der Nahrungsergänzungsmittel handelt. Vorstellbar ist folgendes Szenario: Die Produzenten der positiven Nahrungsergän- zungsmittel, deren Produktpalette auch Prohormone enthält, führen eine nur unzureichende Reinigung der Produktions- und Verpackungsmaschinen durch. Bei der Produktion und Verpackung von nicht steroidhaltigen Produkten kommt es somit zu Kontaminationen. Dies ist leicht möglich, da Nah- rungsergänzungsmittelhersteller in den USA nicht GMP (Good Manufacturing Practices) Bedingungen wie die Pro- duzenten von Medikamenten erfüllen müssen (1). Allerdings kann auch eine bewusste Verunreinigung der Präparate nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Die Applikation von jeweils einer Kapsel der oben ge- nannten 3 Nahrungsergänzungsmittel ergab bei allen Pro- banden positive Dopingbefunde für die Nandrolonmetaboli- ten Norandrosteron und Noretiocholanolon. Die Norandro- steronkonzentrationen lagen 3-4 Stunden nach Applikation der Nahrungsergänzungsmittel zwischen 3,8 und 623 ng/ml Urin und damit alle über den vom IOC festgelegten Grenz- wert von 2 ng/ml für Männer (Tab. 4). Wie aus früheren Un- tersuchungen bekannt ist führt schon die orale Applikation von 20 µg Nandrolon zu positiven Befunden für Norandro- steron (> 2 ng/ml) über einen Zeitraum von 15 Stunden (8). Die in den untersuchten Nahrungsergänzungsmitteln gefun- denen Maximalmengen an 19-Norsteroiden von über 1000 µg /Kapsel (Tab. 1) lassen somit den Schluss zu, dass bei Ein- nahme der empfohlenen Mengen an Nahrungsergänzungs- mitteln – täglich mehrere Kapseln - mit positiven Befunden für Norandrosteron auch über 24 Stunden gerechnet werden kann. Die maximal zu erwartenden Konzentrationen an Norandrosteron im Urin lassen sich aufgrund des individu- ell unterschiedlichen Metabolismus und der stark schwan- kenden Konzentrationen der Steroide in den Kapseln nur schwer voraussagen, könnten aber Werte von weit über 1000 ng/ml bei Applikation der am stärksten verunreinigten Kap- seln erreichen. Die neben den 19-Norsteroiden gefundenen Steroide 4-And- rostendion, 4- und 5-Androstendiol und Testosteron führen bei der Einnahme großer Mengen unter anderem zur Erhöhung des in der Dopinganalytik relevanten Quotienten Testosteron/Epi- testosteron. Die in den Kapseln vorkommenden geringen Mengen führten allerdings bei den männlichen Probanden nicht zu einer solchen Erhöhung (Tab. 5). Allerdings war bei der weiblichen Ver- suchsperson, die eine für Frauen typische niedrige Testosteron- und Epitestosteronkonzentration aufwies, nach der Applikation einer Kapsel des Tribulus Terrestris Produktes ein deutlicher An- stieg des Testosteron/ Epitestosteron-Quotienten zu erkennen (Tab. 5, VP4). Da dieser Befund nur bei einer Probandin erhoben wurde, müssten weitere Versuche zeigen, ob sich dieses Ergebnis bestätigt und ob positive Befunde für den Testosteron/ Epitesto- steron-Quotienten über den Grenzwert von 6 möglich sind. Bei den positiven Dopingfällen mit den oben beschriebe- nen Nahrungsergänzungsmitteln ist es jeweils gelungen, Tabelle 4: Norandrosteron-Werte im Urin 3 bis 4 Stunden nach der Applikation von jeweils einer Kapsel der angegebenen Nahrungser- gänzungsmittel. Produkt Chrysin Chrysin Chrysin Tribulus Terrestris Tribulus Terrestris Tribulus Terrestris Guarana Proband VP1 VP2 VP3 VP4 VP5 VP6 VP1 Norandrosteron (ng/ml) 623 34 157 16 5,5 3,8 360 Tabelle 5: Testosteron/Epitestosteron-Quotienten (TEST/EPI) vor und nach der Applikation jeweils einer Kapsel der angegebenen Nahrungs- ergänzungsmittel. Bei VP4 handelt es sich um einen weiblichen Probanden Produkt Chrysin Chrysin Chrysin Tribulus Terrestris Tribulus Terrestris Tribulus Terrestris Guarana Proband VP1 VP2 VP3 VP4 VP5 VP6 VP1 TEST/EPI 0 h 0,8 2,2 1,0 0,6 0,5 0,7 1,2 TEST/EPI 3-4 h 1,0 3,1 1,1 4,2 0,4 0,7 1,4 382 DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 51, Nr. 11 (2000) Originalia Verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel nicht nur in Nahrungsergänzungsmitteln aus dem Eigentum der Athleten die verbotenen Steroide zu bestimmen, sondern diese auch in neu gekauften Packungen nachzuweisen. So- mit konnte eine Manipulation der Kapseln seitens des Ath- leten ausgeschlossen werden. Allerdings ist es möglich, wie die extremen Konzentrationsschwankungen in Tabelle 1-3 zeigen, dass in neuen Chargen keine Kontaminationen ge- funden werden. Aus den vorliegenden Ergebnissen lassen sich folgende Schlussfolgerungen ziehen: • Die bisher von uns gefundenen kontaminierten Nahrungs- ergänzungsmittel wurden alle in den USA von Herstellern produziert, die auch sog. Prohormone in ihrer Produktpa- lette haben. Vor der Verwendung der Produkte solcher Her- steller müssen Athleten somit ausdrücklich gewarnt wer- den. Möglicherweise sind auch Nahrungsergänzungsmittel aus anderen Ländern kontaminiert, wenn diese Produkte z.B. im Lohnauftrag von amerikanischen Prohormon-Pro- duzenten gefertigt werden. Der Lohnunternehmer muss auf der Verpachung nicht angegeben werden. • Die Überprüfung und Kontrolle von Nahrungsergänzungs- mitteln auch im Hinblick auf im Sport verbotene Substan- zen sollte verbessert werden. • Athleten sollten nur Produkte benutzen, die entsprechend auf Verunreinigungen überprüft worden sind. Allerdings kann auch damit eine Kontamination mit Prohormonen nicht sicher ausgeschlossen werden. • Die Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln sollte weltweit nach GMP- Bedingungen (Good Manufacturing Practices) erfolgen. • Nahrungsergänzungsmittel, die Prohormone enthalten, sollten weltweit verboten werden. Grundsätzlich sollte die Notwendigkeit der Anwendung von im Sport nicht verbotenen Nahrungsergänzungsmitteln wie Chrysin, Guarana, Tribulus Terrestris usw. von Sportmedizi- nern und Ernährungswissenschaftlern hinterfragt und disku- tiert werden. Bemerkung: Diese Arbeit wurde finanziell unterstützt von der Manfred- Donike-Gesellschaft e.V. Schlussfolgerungen 1. Ayotte C: Nutritional supplements and doping controls. IAAF-New studies in athletics. Volume 14, 3 (1999) 37-42. 2. Donike M, Geyer H, Gotzmann A, Kraft M, et.al.:Dope analysis. In: Bellotti P, Benzi G, Ljungqvist A (eds). Official proceedings. IAAF World Symposi- um on Doping in Sport. Florenz 1987. IAAF, 1988, 53-79. 3. Earnest CP, Olson MA, Broeder CE, Breuel KF, Beckham SG: In vivo 4-and- rostene-3,17-dione and 4-androstene-3ß,17ß-diol supplementation in young men. Eur.J.Appl.Physiol. 81 (2000) 229-232. 4. Geyer H, Schänzer W, Mareck-Engelke U, Nolteernsting E, Opfermann G: Screening procedure for anabolic steroids-The control of the hydrolysis with deuterated androsterone glucuronide and studies with direct hydro- lysis. In: Schänzer W,. Geyer H et al.(eds.) Recent advances in doping ana- lysis (5). Sport und Buch Strauß, Köln, 1998, 99-102. 5. International Olympic Committee: List of prohibited classes of substances and methods of doping. International Olympic Committee, Medical Com- mission, Lausanne 2000. 6. King, DS, Sharp, RL, Vukovch, MD, Brown, GA, Reifenrath, TA, Uhl, NL, Parsons, KA: Effect of oral androstendione on serum testosterone and adaptions to resistance training in young men. JAMA 281 (1999) 2020- 2028. 7. Leder BZ, Longcope C, Catlin, DC, Ahrens B, Schoenfeld DA, Finkelstein JS: Oral androstendione administration and serum testosterone concentrati- ons in young men. JAMA 283 (2000) 779-782. 8. Mareck-Engelke U., Geyer H, Schänzer W: 19-Norandrosterone – Criteria of the decision making process, in: Schänzer W, Geyer H et al.(eds.): Re- cent advances in doping analysis (6). Sport und Buch Strauß, Köln 1999, 119-130 9. Parasrampuria M, Schwartz K, Petesch R: Quality control of dehydroepi- androsterone dietary supplement products. Letter, J.Amer.Med.Ass., 280, 8 (1998) 1565-1570 10. Rasmussen BB, Volpi E, Gore, DC, Wolfe, RR: Androstendione does not stimulate muscle protein anabolism in young healthy men. J. Clin. En- docrinol. Metab. 85 (2000) 44-49. 11. Schänzer W: Dopingkontrollen und aktueller Stand der Nachweismetho- den. Dtsch Z Sportmed 51 (2000) 260-266 12. Schänzer W, Donike M: Metabolism of anabolic steroids in men: Synthe- sis and use of reference substances for identification of anabolic steroid metabolites. Anal Chim Acta 275 (1993) 23-48. Anschrift des Autors: Dr. Hans Geyer Institut für Biochemie, Deutsche Sporthochschule Köln Carl-Diem-Weg 6, 50933 Köln Tel.: 0221-4982-631, email: hans@biochem.dshs-koeln.de Literatur

  • nc-werte_wintersemester.pdf
    Stand 08.10.2024 NC-Werte Wintersemester Seit dem Sommersemester 2021 hat sich die Studienplatzvergabe in NRW geändert. Eine reine Wartezeitquote ist nicht mehr vorgesehen. Es gibt zwei sogenannte „Hauptquoten“. Nach Abzug der Vorabquoten, wie Zweitstudienbewerber*innen, Ausländer*innen oder Härtefälle, werden 20% aller Studienplätze ausschließlich nach der Abiturnote vergeben (=Abitur-Besten-Quote) und 80% nach dem Auswahlverfahren der Hochschule (=AdH-Quote). Hierin werden Abiturnote und Wartesemester miteinander verrechnet. Daraus ergibt sich die so genannte „Verfahrensnote“, nach der die Studienplätze vergeben werden. Weitere Informationen zur Studienplatzvergabe finden Sie hier: Vergabeverfahren. Wintersemester 2025/26 NC-Werte nach dem Hauptverfahren (HV): Studiengang Abitur-Besten-Quote AdH-Quote B.A. Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie (SGP) 1,8 2,3 B.A. Sport- und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport (SBV) 2,2 2,6 B.Sc. Sport und Leistung (SUL) 1,4 1,8 B.A. Sportmanagement und Sportkommunikation (SMK) 1,5 1,9 B.A. Sportjournalismus (SPJ) 1,4 2,0 Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (LA Gym/Ge) 1,2 alle Bewerber* innen zugelassen Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (LA HRSG) 2,2 Lehramt an Berufskollegs (LA BK) 2,7 Lehramt für sonderpädagogische Förderung (LA SoP) 2,2 Lehramt an Grundschulen (LA GS) 1,7 NC-Werte nach dem Nachrückverfahren (NV): Studiengang Abitur-Besten-Quote AdH-Quote B.A. Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie (SGP) Keine Nachrückverfahren B.A. Sport- und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport (SBV) B.Sc. Sport und Leistung (SUL) B.A. Sportmanagement und Sportkommunikation (SMK) B.A. Sportjournalismus (SPJ) Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (LA Gym/Ge) Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (LA HRSG) Lehramt an Berufskollegs (LA BK) Lehramt für sonderpädagogische Förderung (LA SoP) https://www.dshs-koeln.de/studium/studieneinstieg/bachelor/vergabeverfahren/ Wintersemester 2024/25 NC-Werte nach dem Hauptverfahren (HV): Studiengang Abitur-Besten-Quote AdH-Quote B.A. Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie (SGP) 1,8 2,5 B.A. Sport- und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport (SBV) 2,3 3,0 B.Sc. Sport und Leistung (SUL) 1,5 2,1 B.A. Sportmanagement und Sportkommunikation (SMK) 1,6 2,0 B.A. Sportjournalismus (SPJ) 1,3 1,9 Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (LA Gym/Ge) 1,8 alle Bewerber* innen zugelassen Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (LA HRSG) 2,1 Lehramt an Berufskollegs (LA BK) 2,3 Lehramt für sonderpädagogische Förderung (LA SoP) 2,2 Lehramt an Grundschulen (LA GS) 1,9 NC-Werte nach dem Nachrückverfahren (NV): Studiengang Abitur-Besten-Quote AdH-Quote B.A. Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie (SGP) Keine Nachrückverfahren B.A. Sport- und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport (SBV) B.Sc. Sport und Leistung (SUL) B.A. Sportmanagement und Sportkommunikation (SMK) B.A. Sportjournalismus (SPJ) Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (LA Gym/Ge) Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (LA HRSG) Lehramt an Berufskollegs (LA BK) Lehramt für sonderpädagogische Förderung (LA SoP) Lehramt an Grundschulen (LA GS) Wintersemester 2023/24 NC-Werte nach dem Hauptverfahren (HV): Studiengang Abitur-Besten-Quote AdH-Quote B.A. Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie (SGP) 1,9 2,7 B.A. Sport- und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport (SBV) 2,5 3,6 B.Sc. Sport und Leistung (SUL) 1,4 2,3 B.A. Sportmanagement und Sportkommunikation (SMK) 1,6 2,2 B.A. Sportjournalismus (SPJ) 1,4 2,2 Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (LA Gym/Ge) 1,7 alle Bewerber* innen zugelassen Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (LA HRSG) 2,2 Lehramt an Berufskollegs (LA BK) 1,8 Lehramt für sonderpädagogische Förderung (LA SoP) 1,8 Lehramt an Grundschulen (LA GS) 1,9 NC-Werte nach dem Nachrückverfahren (NV): Studiengang Abitur-Besten-Quote AdH-Quote B.A. Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie (SGP) Keine Nachrückverfahren B.A. Sport- und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport (SBV) B.Sc. Sport und Leistung (SUL) B.A. Sportmanagement und Sportkommunikation (SMK) B.A. Sportjournalismus (SPJ) Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (LA Gym/Ge) Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (LA HRSG) Lehramt an Berufskollegs (LA BK) Lehramt für sonderpädagogische Förderung (LA SoP) Lehramt an Grundschulen (LA GS) Wintersemester 2022/23 NC-Werte nach dem Hauptverfahren (HV): Studiengang Abitur-Besten-Quote AdH-Quote B.A. Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie (SGP) 1,8 2,8 B.A. Sport- und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport (SBV) 2,3 3,5 B.Sc. Sport und Leistung (SUL) 1,3 2,0 B.A. Sportmanagement und Sportkommunikation (SMK) 1,7 2,3 B.A. Sportjournalismus (SPJ) 1,7 2,3 Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (LA Gym/Ge) 1,7 alle Bewerber*innen zugelassen Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (LA HRSG) 2,1 Lehramt an Berufskollegs (LA BK) 1,9 Lehramt für sonderpädagogische Förderung (LA SoP) 1,9 Lehramt an Grundschulen (LA GS) 1,5 2,1 NC-Werte nach dem Nachrückverfahren (NV): Studiengang Abitur-Besten-Quote AdH-Quote B.A. Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie (SGP) Keine Nachrückverfahren B.A. Sport- und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport (SBV) B.Sc. Sport und Leistung (SUL) B.A. Sportmanagement und Sportkommunikation (SMK) B.A. Sportjournalismus (SPJ) Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (LA Gym/Ge) Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (LA HRSG) Lehramt an Berufskollegs (LA BK) Lehramt für sonderpädagogische Förderung (LA SoP) Lehramt an Grundschulen (LA GS) 2,3 2,4 Wintersemester 2021/22 NC-Werte nach dem Hauptverfahren (HV): Studiengang Abitur-Besten-Quote AdH-Quote B.A. Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie (SGP) 1,9 2,7 B.A. Sport- und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport (SBV) 2,5 3,4 B.Sc. Sport und Leistung (SUL) 1,5 2,2 B.A. Sportmanagement und Sportkommunikation (SMK) 1,7 2,2 B.A. Sportjournalismus (SPJ) 1,6 2,5 Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (LA Gym/Ge) 1,9 alle Bewerber*innen zugelassen Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (LA HRSG) 2,3 Lehramt an Berufskollegs (LA BK) 2,4 Lehramt für sonderpädagogische Förderung (LA SoP) 2,2 Lehramt an Grundschulen (LA GS) 1,5 2,1 NC-Werte nach dem Nachrückverfahren (NV): Studiengang Abitur-Besten-Quote AdH-Quote B.A. Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie (SGP) Keine Nachrückverfahren B.A. Sport- und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport (SBV) B.Sc. Sport und Leistung (SUL) B.A. Sportmanagement und Sportkommunikation (SMK) B.A. Sportjournalismus (SPJ) Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (LA Gym/Ge) Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (LA HRSG) Lehramt an Berufskollegs (LA BK) Lehramt für sonderpädagogische Förderung (LA SoP) Lehramt an Grundschulen (LA GS) Wintersemester 2025/26 Wintersemester 2024/25 Wintersemester 2023/24 Wintersemester 2022/23 Wintersemester 2021/22

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    1 NC-Werte Sommersemester Seit dem Sommersemester 2021 hat sich die Studienplatzvergabe in NRW geändert. Eine reine Wartezeitquote ist nicht mehr vorgesehen. Es gibt zwei sogenannte „Hauptquoten“. Nach Abzug der Vorabquoten, wie Zweitstudienbewerber*innen, Ausländer*innen oder Härtefälle, werden 20% aller Studienplätze ausschließlich nach der Abiturnote vergeben (=Abitur-Besten-Quote) und 80% nach dem Auswahlverfahren der Hochschule (=AdH-Quote). Hierin werden Abiturnote und Wartesemester miteinander verrechnet. Daraus ergibt sich die so genannte „Verfahrensnote“ nach der die Studienplätze vergeben werden. Weitere Informationen zur Studienplatzvergabe finden Sie hier: Vergabeverfahren. Sommersemester 2026 NC-Werte nach dem Hauptverfahren (HV): Studiengang Abitur-Besten-Quote AdH-Quote B.A. Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie (SGP) 2,2 2,5 B.A. Sport- und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport (SBV) 2,5 2,7 B.Sc. Sport und Leistung (SUL) 1,7 2,1 B.A. Sportmanagement und Sportkommunikation (SMK) 1,7 2,1 Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (LA Gym/Ge) 1,9 alle Bewerber*innen zugelassen Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (LA HRSG) 2,6 Lehramt an Berufskollegs (LA BK) 3,5 Lehramt für sonderpädagogische Förderung (LA SoP) 2,5 Lehramt an Grundschulen (LA GS) 1,9 NC-Werte nach dem Nachrückverfahren (NV): Studiengang Abitur-Besten-Quote AdH-Quote B.A. Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie (SGP) kein Nachrückverfahren B.A. Sport- und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport (SBV) kein Nachrückverfahren B.Sc. Sport und Leistung (SUL) kein Nachrückverfahren B.A. Sportmanagement und Sportkommunikation (SMK) kein Nachrückverfahren Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (LA Gym/Ge) alle Bewerber*innen zugelassen Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (LA HRSG) Lehramt an Berufskollegs (LA BK) Lehramt für sonderpädagogische Förderung (LA SoP) Lehramt an Grundschulen (LA GS) https://www.dshs-koeln.de/studium/studieneinstieg/bachelor/vergabeverfahren/ 2 Sommersemester 2025 NC-Werte nach dem Hauptverfahren (HV): Studiengang Abitur-Besten-Quote AdH-Quote B.A. Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie (SGP) alle Bewerber*innen zugelassen B.A. Sport- und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport (SBV) alle Bewerber*innen zugelassen B.Sc. Sport und Leistung (SUL) 2,0 2,7 B.A. Sportmanagement und Sportkommunikation (SMK) 2,2 2,5 Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (LA Gym/Ge) 2,1 alle Bewerber*innen zugelassen Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (LA HRSG) 2,8 Lehramt an Berufskollegs (LA BK) 2,3 Lehramt für sonderpädagogische Förderung (LA SoP) 3,4 Lehramt an Grundschulen (LA GS) 1,1 NC-Werte nach dem Nachrückverfahren (NV): Studiengang Abitur-Besten-Quote AdH-Quote B.A. Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie (SGP) 1,7 2,6 B.A. Sport- und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport (SBV) alle Bewerber*innen zugelassen B.Sc. Sport und Leistung (SUL) kein Nachrückverfahren B.A. Sportmanagement und Sportkommunikation (SMK) kein Nachrückverfahren Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (LA Gym/Ge) alle Bewerber*innen zugelassen Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (LA HRSG) Lehramt an Berufskollegs (LA BK) Lehramt für sonderpädagogische Förderung (LA SoP) Lehramt an Grundschulen (LA GS) 3 Sommersemester 2024 NC-Werte nach dem Hauptverfahren (HV): Studiengang Abitur-Besten-Quote AdH-Quote B.A. Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie (SGP) alle Bewerber*innen zugelassen B.A. Sport- und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport (SBV) alle Bewerber*innen zugelassen B.Sc. Sport und Leistung (SUL) 1,8 2,9 B.A. Sportmanagement und Sportkommunikation (SMK) 2,0 2,6 Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (LA Gym/Ge) 2,1 alle Bewerber*innen zugelassen Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (LA HRSG) 2,1 Lehramt an Berufskollegs (LA BK) 2,3 Lehramt für sonderpädagogische Förderung (LA SoP) 2,3 Lehramt an Grundschulen (LA GS) 2,8 NC-Werte nach dem Nachrückverfahren (NV): Studiengang Abitur-Besten-Quote AdH-Quote B.A. Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie (SGP) alle Bewerber*innen zugelassen B.A. Sport- und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport (SBV) alle Bewerber*innen zugelassen B.Sc. Sport und Leistung (SUL) kein Nachrückverfahren B.A. Sportmanagement und Sportkommunikation (SMK) kein Nachrückverfahren Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (LA Gym/Ge) 2,1 alle Bewerber*innen zugelassen Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (LA HRSG) 2,4 Lehramt an Berufskollegs (LA BK) 3,1 Lehramt für sonderpädagogische Förderung (LA SoP) 2,3 Lehramt an Grundschulen (LA GS) 2,8 4 Sommersemester 2023 NC-Werte nach dem Hauptverfahren (HV): Studiengang Abitur-Besten-Quote AdH-Quote B.A. Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie (SGP) 2,3 3,3 B.A. Sport- und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport (SBV) alle Bewerber*innen zugelassen B.Sc. Sport und Leistung (SUL) 2,0 2,9 B.A. Sportmanagement und Sportkommunikation (SMK) 2,2 2,9 Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (LA Gym/Ge) 2,0 alle Bewerber*innen zugelassen Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (LA HRSG) 2,2 Lehramt an Berufskollegs (LA BK) 2,3 Lehramt für sonderpädagogische Förderung (LA SoP) 2,8 Lehramt an Grundschulen (LA GS) 2,7 NC-Werte nach dem Nachrückverfahren (NV): Studiengang Abitur-Besten-Quote AdH-Quote B.A. Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie (SGP) 3,5 alle Bewerber*innen zugelassen B.A. Sport- und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport (SBV) alle Bewerber*innen zugelassen B.Sc. Sport und Leistung (SUL) Kein Nachrückverfahren B.A. Sportmanagement und Sportkommunikation (SMK) Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (LA Gym/Ge) 2,0 alle Bewerber*innen zugelassen Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (LA HRSG) 3,1 Lehramt an Berufskollegs (LA BK) 2,6 Lehramt für sonderpädagogische Förderung (LA SoP) alle Bewerber*innen zugelassen Lehramt an Grundschulen (LA GS) 2,5 5 Sommersemester 2022 NC-Werte nach dem Hauptverfahren (HV): Studiengang Abitur-Besten-Quote AdH-Quote B.A. Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie (SGP) 2,5 3,0 B.A. Sport- und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport (SBV) alle Bewerber*innen zugelassen B.Sc. Sport und Leistung (SUL) 2,3 3,1 B.A. Sportmanagement und Sportkommunikation (SMK) 2,4 2,9 Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (LA Gym/Ge) 2,3 alle Bewerber*innen zugelassen Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (LA HRSG) 2,7 Lehramt an Berufskollegs (LA BK) 1,7 Lehramt für sonderpädagogische Förderung (LA SoP) 2,1 Lehramt an Grundschulen (LA GS) 2,2 NC-Werte nach dem Nachrückverfahren (NV): Studiengang Abitur-Besten-Quote AdH-Quote B.A. Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie (SGP) 3,0 3,1 B.A. Sport- und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport (SBV) alle Bewerber*innen zugelassen B.Sc. Sport und Leistung (SUL) 1,7 2,3 B.A. Sportmanagement und Sportkommunikation (SMK) 1,7 2,0 Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (LA Gym/Ge) 2,8 alle Bewerber*innen zugelassen Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (LA HRSG) 3,1 Lehramt an Berufskollegs (LA BK) 3,1 Lehramt für sonderpädagogische Förderung (LA SoP) 2,4 Lehramt an Grundschulen (LA GS) alle Bewerber*innen zugelassen

  • nachweis_zweitfach_lehramt_nachreicherklaerung.pdf
    Deutsche Sporthochschule Köln Studierendensekretariat 50927 Köln Erklärung zur Einschreibung zum B.A. Lehramt im WiSe/SoSe ________ Name, Vorname: Die Einschreibung ohne zweites Unterrichtsfach erfolgt auf meinen ausdrücklichen Wunsch in meiner eigenen Verantwortung. Ich bestätige, dass mir vor der Immatrikulation in den betreffenden Lehramt Bachelor-Studiengang an der Deutschen Sporthochschule Köln folgen des mitgeteilt wurde: Mir ist bekannt, dass ich selbst dafür Sorge zu tragen habe, die mir obliegenden Anforderungen des Lehrerausbildungsgesetzes, insbesondere die des § 11 Abs. 6 LABG (zweites Unterrichtsfach), zu erfüllen. Hiermit verpflichte ich mich, der Deutschen Sporthochschule Köln ohne weitere Aufforderung bis zum Ende des 2. Fachsemesters die Einschreibung in ein zweites zulässig es Unterrichtsfach nachzuweisen. Erbringe ich nicht den geforderten Nachweis bis Ablauf des 2. Fachsemesters, erfolgt gemäß § 3 Abs. 2 Satz 3 der Fachprüfungsordnung für das Bachelor-Studium im Unterrichtsfach Sport für die Studiengänge Bachelor of Arts die Exmatrikulation. Unterschrift: Ort, Datum: - 1 - Deutsche Sporthochschule Köln German Sport University Cologne Die Kanzlerin The Provost Dezernat 1, Abt. 3 Studierendensekretariat Am Sportpark Müngersdorf 6 50933 Köln Deutschland Telefon +49(0)221 4982- 2221 stud sekreta riat@dsh s-koeln. de www.dshs-koeln.de/studsek Matrikel-/Bewerber*innennummer: -------------------------------------------- -------------------------------------------- Erklärung zur Einschreibung zum BA Lehramt im WiSeSoSe: Name Vorname: MatrikelBewerberinnennummer:

  • 14.11.2024
    mySpoho löst jetzt LSF endgültig ab
    Über das neue Campusmanagementsystem der Deutschen Sporthochschule Köln mySpoho wird bereits die Bewerbung auf die Studienplätze und das Studierendenmanagement umgesetzt. Als letztes Modul wird am 18. November 2024 das Lehrveranstaltungs- und Prüfungsmanagement produktiv gehen. Das System „LSF“ wird mit diesem Schritt abgelöst und ist ab diesem Zeitpunkt nicht mehr erreichbar. mySpoho wird im Laufe des 18. Novembers wieder zur Verfügung stehen. Vom 2. bis 18. November 2024 sind beide Portale, das alte LSF und das neue mySpoho gesperrt. Währenddessen wurden alle Prüfungs- und Lehrveranstaltungsleistungen der aktuell eingeschriebenen Studierenden übertragen. Zusätzlich wurden auch alle Veranstaltungsdaten ab dem Wintersemester 2017/18 zu mySpoho übertragen und können zukünftig dort abgerufen werden. Alle Nutzer*innengruppen können durch das implementierte Modul in mySpoho verschiedene neue Funktionen nutzen, zum Beispiel für die Gruppe der Studierenden: Übersicht über persönliche Prüfungs- und Lehrveranstaltungsleistungen Einsicht in den Stundenplan An- und Abmeldung zu Prüfungen Bewerbung auf Lehrveranstaltungen in den entsprechenden Phasen Beispiele für neue Funktionen für Lehrkräfte und Prüfende in mySpoho : Einsicht in den Stundenplan Eintragung von Prüfungsnoten Verbuchungen von Leistungen in Lehrveranstaltungen Das Vorlesungsverzeichnis ist selbstverständlich auch über mySpoho einsehbar. Der Login in mySpoho erfolgt für alle Nutzer*innen über die DSHS-ID und dem dazugehörigen Passwort. Hilfreiche Anleitungen der wichtigsten Vorgänge für alle Nutzer:innen finden sich in der Knowledge Base (angeschlossen an das Ticketsystem der DSHS Köln). Diese werden sukzessive erweitert. Knowledge Base: https://support.dshs-koeln.de/kb Fragen/Problemen zu mySpoho : mySpoho@dshs-koeln.de Wir wünschen allen einen guten Start bei der Nutzung von mySpoho und gerade in den ersten Monaten Geduld und Nachsicht bei der Feinjustierung. Weitere Infos zum Campusmanagement und zum Einführungsprojekt HISinOne finden Sie hier .

  • 22.09.2025
    momentum beim dvs-Hoschultag 2025
    Beim dvs-Hochschultag 2025 in Münster war momentum mit vier spannenden Beiträgen von Mitarbeiter:innen der Abteilung Leistungsphysiologie (Institut für Trainingswissenschaft und Sportinformatik) vertreten: Beiträge der unteren und oberen Extremitäten zu den Last-Geschwindigkeits-Profilen in den vier Schwimmarten ( Sebastian Keller ) Von der Diagnostik zur Leistungsvorhersage: Entwicklung und Validierung eines Multi-Domain Power-Duration Modells ( Univ.-Prof. Dr. Patrick Wah l) Analyse arterieller und venöser Blutparameter: Lokale physiologische Akutreaktionen beim Low-Load-Training mit Blood Flow Restriction ( Sanghyeon Ji ) Unterschiede in der metabolischen Leistung über 200m in den vier Lagen im Hochleistungsschwimmen (Tinka Smolarek) Ein großes Dankeschön an die Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) und die Universität Münster für die gelungene Organisation!

  • 02.10.2025
    momentum bei der KI-NRW Jahrestagung
    Am 01. Oktober 2025 war momentum bei der diesjährigen KI.NRW Jahrestagung in den Design Offices Bonn zu Gast. Die Veranstaltung bot spannende Einblicke in aktuelle Entwicklungen rund um die Frage, wie mithilfe von Künstlicher Intelligenz Prozesse effizienter gestaltet und Innovationen vorangetrieben werden können. Ein Höhepunkt war die Keynote von DeepL Chief-Scientist Stefan Miedzianowski, der das Erfolgsrezept des aus Köln stammenden KI-Übersetzers erläuterte. Auch das anschließende Panel mit Paul Höller (Staatssekretär), Mark Klein (Chief Digital Officer der ERGO Group AG), Dr. Frauke Goll (Geschäftsführerin des appliedAI Institute for Europe gGmbH) sowie Dr. Christian Temath (Geschäftsführer von KI.NRW) lieferte wertvolle Impulse für das Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und Forschung beim Thema Künstliche Intelligenz. Vielen Dank an KI.NRW für die gelungene Organisation der Tagung.

  • 18.12.2024
    momentum Wrapped 2024
    Das Jahr neigt sich dem Ende zu und es ist Zeit für einen kleinen Jahresrückblick. 2024 war ein ereignisreiches Jahr voller spannender Projekte: Donnerstags waren das ganze Jahr über regelmäßig Kaderathlet:innen aus NRW für den Basischeck zu Gast an der Sporthochschule. 142 Athlet:innen aus den Sportarten Bob, Skeleton, Schwimmen und Triathlon wurden in Diagnostikcamps von momentum-Mitarbeiter:innen betreut. 156 Athlet:innen nahmen an sportartspezifischen Workshops oder Beratungsgesprächen zu verschiedenen leistungsbezogenen Themen teil. Am 26. September 2024 fand der erste sportartspezifische KI-Workshop statt - ein gelungener Auftakt für das Thema Künstliche Intelligenz im Sport. Am 22. und 23. April 2024 fand der 38. Internationale Kongress Nachwuchsleistungssport mit insgesamt 18 spannenden Vorträgen und Workshops statt. Viele weitere spannende Projekte und Kooperationen. Danke an alle Athlet:innen, Partner:innen, Kolleg:innen und Unterstützer:innen für ein erfolgreiches Jahr 2024. Wir wünschen Ihnen/Euch frohe Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2025! ????

  • mini_organ_dshs_forschungsnewsletter_02_2022.pdf
    Der Forschungsnewsletter der Deutschen Sporthochschule Köln INHALT PODCAST & NEWS S.08 PERSON | Univ.-Prof. Dr. Ingo Froböse: „Wir sollten den Mut haben, Dinge laut und einfach zu erklären“ S.06 PAPER | Mit Mini-Organen dem Doping auf der Spur S.02 PROJEKT | Sexualisierte Gewalt im Sport – Von Nähe und Distanz S.04 FORSCHUNG AKTUELL # 2-2022 2 Funktionsweise des Chips Foto: TissUse GmbH, licensed under CC BY-ND 4.0 Wenn Sportler*innen auf der Suche sind nach dem Hauch mehr an Leis- tung, scheint für manche der Griff zu Medikamenten eine logische Konse- quenz. Medikamente können die Muskeln schneller wachsen lassen oder die Lunge besser belüften. Andere helfen dabei, das harte Training wegzu- stecken oder vor dem Wettkampf die Ruhe zu bewahren. Weil sie einen un- erlaubten Vorteil verschaffen, sind diese Medikamente im Sport verboten. Viele solcher leistungssteigernden Substanzen sind bekannt. Sie sind sogar bis ins kleinste Detail analysiert. Forscher*innen wissen, wie sie im Körper verstoffwechselt werden und kennen ihre Abbauprodukte. Erst, wenn man ei- nen Stoff so genau kennt, kann er standardmäßig in Urin- oder in Blutproben nachgewiesen werden. Schwierig wird es, wenn Athlet*innen den Analyselaboren einen Schritt voraus sind. Wenn sie zu Substanzen greifen, die bisher nicht auf dem Markt und nicht klinisch zugelassen sind, ist der Nachweis fast unmöglich. Es feh- len die nötigen Studien. Erst wenn konkrete Stoffwechselmarker bekannt sind, können die Substanzen mit den hochsensiblen Massenspektrometern im Analyselabor erkannt werden. „Es geht hier vor allen Dingen um Metabo- lismus-Forschung. Laufend beginnen klinische Studien zu neuen Substanzen und Substanzklassen. Bereits in frühen Phasen dieser klinischen Studien fin- den sich zum Beispiel im Netz entsprechende Schwarzmarktprodukte dopin- grelevanter Verbindungen. Zu diesen neuen Substanzen haben wir im Labor aber erstmal ganz wenige Informationen“, erläutert Dr. Christian Görgens, Chemiker am Institut für Biochemie und Projektmitarbeiter der Pilotstudie. An dieser Stelle kommt eine Technologie ins Spiel, die den Stoffwechsel des menschlichen Körpers simu- lieren kann: das sogenann- te Organ-On-A-Chip-Ver- fahren. Auf einen ungefähr kreditkartengroßen Träger, den Chip, werden 3D-Mi- ni-Organe eingesetzt und mit Hilfe von Druck und Wärme in einem miniaturisierten Nährstoffkreislauf kultiviert, um eine dem menschlichen Organismus möglichst ähnliche Um- gebung zu schaffen. Ob eine Mini-Leber, -Niere, -Haut, -Bauchspeicheldrüse oder sogar ein Mini-Herz: In die Chips können verschiedenste Zellkulturen eingesetzt werden. Sogar die Kombination mehrerer Mini-Organe auf einem Chip ist möglich. Wenn man Mini-Leber und Mini-Niere kombiniert – zwei zentrale Organe für den Abbau von Medikamenten – dann sondert die Mini-Nie- re sogar eine urinähnliche Flüssigkeit ab, die im Do- pingkontrolllabor analy- siert werden könnte. Ganz so weit ist die Technologie im Bereich der Dopinganalytik al- lerdings noch nicht. Bisher kommt die Org- an-On-A-Chip-Technologie im Pharmabereich oder in der Forschung zur Lebensmittelsicherheit zum Einsatz. Ihr Prinzip scheint jedoch vielverspre- chend für die Dopinganalytik. Ob sich das Verfahren auch für den komplexen Nachweis geringster Mengen an potentiell leistungssteigernden Substanzen eignet, haben Wissenschaftler*innen des Instituts für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule in einem interdisziplinären Pilotprojekt zusam- men mit dem Berliner Chip-Hersteller „TissUse“ untersucht. Sollte es sich eignen, müssten die Mini-Organe ähnliche Stoffwechselprodukte produzie- ren, wie der menschliche Körper. Ziel des Pilotprojektes war es also, die Ausscheidungen der Mini-Organe auf dem Chip mit denen eines Menschen zu vergleichen. Dafür wurden die Mini-Organe – erstmals überhaupt – mit anabolen Steroiden „gedopt“. Weil es zum Zeitpunkt der Pilotstudie noch keine eigene Zellkultur und kein Org- an-On-A-Chip-System an der Sporthochschule gab, bekamen die Kölner For- scher*innen Unterstützung aus Berlin. Mitarbeitende der Firma „TissUse“ züchte- ten für das Experiment so- genannte Leber-Sphäroide. Das sind Mini-Leber-Orga- ne, einhunderttausendfach kleiner als eine echte Leber, jedes Einzelne bestehend aus circa 3.000 Zellen. 316 dieser Mini-Organe, auch Organoide bezeichnet, wur- den über 14 Tage mit dem Organ-On-A-Chip-Verfah- ren versorgt. Das bedeu- tet, sie wurden auf 37 Grad erwärmt, mit Schläuchen an ein Pumpsystem ange- schlossen und zu bestimm- ten Zeiten wurde eine Nähr- stofflösung zugegeben. „Zwei Faktoren machen das System besonders: einmal die 3D-Organ- struktur, die aus parenchymalen und non- parenchymalen Zellen hergestellt wird. Das ist einmal eine Leberzelllinie, die die Funktion des Organs simuliert, und hepatische Sternzellen, die die Rege- neration und Stabilisierung des Organoids unterstützen. Besonders ist auch, dass durch die Kreisläufe, in denen immer gepumpt wird und ein bestimmter FORSCHUNG AKTUELL #2-2022 - Deutsche Sporthochschule Köln, Presse und Kommunikation PAPER | Mit Mini-Organen dem Doping auf der Spur Das Organ-On-A-Chip-Verfahren könnte die Anti-Doping-Forschung nachhaltig verändern. Auf einen ungefähr kreditkartengro- ßen Träger werden 3D-Mini-Organe eingesetzt und mit Hilfe von Druck und Wärme in einem miniaturisierten Nährstoffkreislauf kultiviert, um eine dem menschlichen Organismus möglichst ähnliche Umgebung zu simulieren. Die Ausscheidungen dieser Or- gane könnten Forscher*innen helfen, neuartige (potentiell) leistungssteigernde Substanzen schneller nachweisen zu können. In einer Pilotstudie haben Forscher*innen der Deutschen Sporthochschule Köln das Verfahren erstmals im Bereich der Anti-Do- ping-Forschung mit anabolen Steroiden getestet: mit vielversprechenden Ergebnissen. 2 KONTAKTE Dr. Christian Görgens Institut für Biochemie +49 221 4982-8624 c.goergens@biochem.dshs-koeln.de Dr. Nana Naumann Institut für Biochemie +49 221 4982-8633 n.naumann@biochem.dshs-koeln.de Mikroskopaufnahme eines einzelnen Sphäroids und mehrerer Detailaufnahme des Chips 3FORSCHUNG AKTUELL #2-2022 - Deutsche Sporthochschule Köln, Presse und Kommunikation Sauerstoffaustausch herrscht, eine eher physiologische Situation entsteht, die dem Blutkreislauf im Körper ähnelt“, erläutert Projektmitarbeiterin und Biologin Dr. Nana Naumann. „Das bedeutet auch, dass ein gewis- ser Stress für die Zellen entsteht, wenn sie diesem Druck ausgesetzt sind. Das ist phy- siologischer als eine statische Kultur, die sich in einer Schicht auf die Wand oder auf den Boden des Gefäßes setzt“, ergänzt ihr Kollege Dr. Christian Görgens. Am dritten, fünften und siebten Tag des Experiments wurden die Orga- noide einer Nährstofflösung ausgesetzt, der eine geringe Menge des do- pingrelevanten anabolen Steroids Stanozolol oder des anabolen Steroids Oral-Turinabol beigemischt war. Beides sind Medikamente, die unter ande- rem Muskeln schneller wachsen lassen und deshalb im Sport verboten sind. „Stanozolol ist die am häufigsten missbrauchte Substanz im Sport. Wir ha- ben sehr viele Studien mit Stanozolol durchgeführt, uns liegen viele positive Athleten-Urine und viele Daten zu Stoffwechselwegen vor. Deshalb haben wir uns in der Pilotstudie für diese Substanz entschieden“, so Görgens. Eine, drei und sechs Stunden nach der Applikation der Dopingsubstanz und zu mehre- ren Zeitpunkten im Verlauf des Experiments wurden die Ausscheidungen der Organoide aus dem Organ-On-A-Chip-System entnommen und zur weiteren Analyse nach Köln geschickt. Im Kölner Labor erfolgte die Analyse auf do- pingrelevante Marker. Dr. Christian Görgens und seine Kolleg*innen unter- suchten die Proben mit ihren Massenspektrometern, die auch standardmäßig in der Dopinganalytik eingesetzt werden, um Substanzen im Urin oder Blut nachzuweisen. Mit Hilfe geeigneter Extraktionsverfahren können die hoch- präzisen Geräte selbst kleinste Bestandteile sichtbar machen. Das überraschende Ergebnis: Das Chip-Experiment zeigte bei beiden Substanzen ein qualitativ ähnliches metabolisches Profil wie im Urin von Menschen. In den Ausscheidungen der Mini-Organe konnten die beiden ana- bolen Steroide mit den identischen Stoffwechselmarkern, auch Metaboliten genannt, nachgewiesen werden. „Typischerweise gibt es immer ein spezi- fisches Metabolismus-Muster, wenn Stanozolol verabreicht wurde. Dieses Muster kennen wir aus Urinproben. Wir konnten zeigen, dass die Zellen auf dem Chip genau diese bekannten Metaboliten produzieren. Jeder Peak in der Grafik (Anm. der Redaktion: siehe Grafik unten) steht für einen Metaboliten. Man sieht, dass die Zellen auf dem Chip genau diese Metaboliten machen. Zwar in einem etwas anderen Verhältnis, aber im Prinzip finden wir alles, was wir im Urin finden, auch in den Chips. Damit hatte ich ehrlich gesagt gar nicht gerechnet, weil anabole Steroide sehr intensiv verstoffwechselt werden“, er- läutert Görgens. Für die Doping-Analytik könnten die Ergebnisse der Pilotstudie einen Fortschritt bedeuten. Bestätigt sich auch in weiteren Studien, dass die Aus- scheidungen der Mini-Organe denen von Proband*innen gleichen, könnte das Verfahren bisherige In v i t r o - Un t e r s u - chungen (Un- t e r s u c h u n g e n außerhalb eines lebenden Orga- nismus), Tier- versuche und langfristig sogar Studien am Men- schen ersetzen. Weil sich Alterna- tivverfahren oftmals nicht gut auf den Menschen übertragen lassen, müssen Studien zu neuen Medikamenten bisher schon früh am Menschen durchge- führt werden – mit den damit verbundenen gesundheitlichen Risiken. Die vielversprechenden Ergebnisse der Pilotstudie haben die Forschen- den des Instituts für Biochemie mittlerweile dazu veranlasst, sich ein eige- nes Organ-On-A-Chip-System anzuschaffen. Das Kölner Institut ist das erste von der Welt-Anti-Doping Agentur (WADA) akkreditierte Anti-Doping-Labor, in dem ein solches System genutzt wird. Im vierten Stock des naturwissen- schaftlich-medizinischen Institutsgebäudes der Sporthochschule arbeitet vor allem Biologin Dr. Nana Naumann mit dem neuen Verfahren. Sie setzt mittlerweile auch am Kölner Institut eigene Zellkulturen und Mini-Organe an. Zusätzlich zu den beiden getesteten anabolen Steroiden sollen auch weitere dopingrelevante Substanzen untersucht und verglichen werden. Das Ziel der Forscher*innen ist es, bald auch komplexere Organ-On-A-Chip-Mo- delle am Institut einzusetzen, die dem Stoffwechsel des Menschen noch ein Stück näherkommen. Denkbar wäre ein kombiniertes Haut-Leber- oder ein Leber-Niere-Modell. Den Urin der Mini-Niere können die Wissenschaftler*in- nen des Instituts dann vermutlich noch besser für ihre Analysen nutzen, um so den Stoffwechselprodukten neuer Substanzen schneller auf die Spur zu kommen. Text: Marilena Werth Weiterführende Informationen • Link zum Hersteller und Kooperationspartner: www.tissuse.com/de • Link zum Paper "Organ-on-a-chip: Determine feasibility of a human liver microphysiological model to assess long-term steroid metabolites in sports drug testing" [https://doi.org/10.1002/dta.3161] Mikroskopaufnahme einer Leberzelllinie Grafik aus der wiss. Publikation: Extrahierte Ionenchromatogramme des Urins einer mensch- lichen Stanozolol-Verabreichungsstudie und das Stoffwechselergebnis des HUMIMIC Chip2® http://www.tissuse.com/de https://doi.org/10.1002/dta.3161 4FORSCHUNG AKTUELL #2-2022 - Deutsche Sporthochschule Köln, Presse und Kommunikation Rund 27 Millionen Mitgliedschaften verzeichnet der Deutsche Olympi- sche Sportbund (DOSB). Davon sind sieben Millionen Kinder und Jugend- liche. Eine Umfrage des Forschungsprojektes »Safe Sport« unter 1.799 Kaderathlet*innen ab 16 Jahren ergab, dass ein Drittel der Befragten eine Erfahrung mit sexualisierter Belästigung und Gewalt im Leistungssport ge- macht hat. Im Vereins- und Breitensport sind die Befunde ähnlich proble- matisch. Von 4.400 befragten Vereinsmitgliedern gaben ein Viertel an, im Verein mindestens einmal eine Form von sexualisierten Grenzverletzungen und Belästigung (ohne Körperkontakt) erfahren zu haben; ein Fünftel sexu- alisierte Gewalt und Übergriffe mit Körperkontakt. Dass das Thema sexualisierte Gewalt im Sport den Weg in die Öffentlich- keit geschafft hat und immer mehr Menschen ermutigt, über ihre eigenen Erfahrungen zu reden, ist ein wichtiger Schritt. Doch welche Maßnahmen müssen getroffen werden, damit es erst gar nicht so weit kommt und wo ver- läuft die Grenze zwischen zu viel und angemessener Nähe? Anknüpfend an die Ergebnisse der »Safe Sport«-Studie wurde das Projekt »TraiNah« initiiert, gefördert durch das Bundesinstitut für Sportwissenschaft. »TraiNah« (Trai- ner*innen als zentrale Akteur*innen in der Prävention sexualisierter Gewalt: Umgang mit Nähe und Distanz im Verbundsystem Nachwuchsleistungssport) ist ein interdisziplinäres Verbundprojekt in Zusammenarbeit mit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklini- kums Ulm. Projektleiterinnen an der Deutschen Sporthochschule Köln sind die Professorinnen Bettina Rulofs und Ilse Hartmann-Tews vom Institut für Soziologie und Genderforschung. Dr. Jeannine Ohlert, die zum Zeitpunkt des Projektes sowohl Mitarbeiterin am Psychologischen Institut der Deutschen Sporthochschule als auch am Universitätsklinikum Ulm war, ist gemeinsam mit PD Dr. Marc Allroggen für die Teilprojekte in Ulm verantwortlich. „Viele Trainerinnen und Trainer im Nachwuchsleistungssport sind durch die aktuellen Fälle und Diskussionen um sexuelle Belästigungen und Über- griffe im Sport verunsichert“, sagt Prof. Dr. Bettina Rulofs. „Konkrete Fragen sind: Wie viel Nähe zu meinen Athlet*innen ist angemessen und erlaubt? Wie kann ich heranwachsende Athlet*innen stärken und ihre Unversehrtheit si- chern? Wie kann ich selbst achtsam mit Grenzen umgehen?“, erläutert die Wissenschaftlerin. Während die meisten bisherigen Präventionsstrategien entweder auf Ebene der Gesamtorganisation oder auf Athlet*innen-Ebe- ne ansetzen, rückt TraiNah die sozialen Beziehungen in den Fokus. „Unser Ziel war es, den Umgang mit Nähe und Distanz im Nachwuchsleistungssport sowohl aus Perspektive der Trainer*innen als auch der Athlet*innen zu un- tersuchen und dabei Risiken für die Entstehung von sexualisierter Gewalt sowie Schutzfaktoren zu ermitteln“, erklärt Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews. Aufbauend auf den Ergebnissen wurde ein Schulungskonzept entwickelt, das die Handlungskompetenzen von Trainer*innen zum gelungenen Umgang mit Nähe und Distanz stärkt und so den Kinderschutz im Verbundsystem des Nachwuchsleistungssports fördert. „Im Mittelpunkt stand hierbei die Sen- sibilisierung der Trainer*innen bezüglich ihrer zentralen Verantwortung für gelungene soziale Beziehungen im Leistungssport“, erläutert die Sportso- ziologin. Das gesamte Projekt wurde in Kooperation mit vier olympischen Spitzen- verbänden aus unterschiedlichen Sportarten durchgeführt. Der Deutsche Schwimmverband (DSV), der Deutsche Basketballbund (DBB), der Deutsche Turnerbund (DTB) sowie die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) nahmen sowohl mit ihrem Trainer*innenstab im Nachwuchsleistungssportbereich als auch mit Athlet*innen am Projekt teil. Weiterhin unterstützten die Traine- rakademie Köln des DOSB, der Bundesverband der Trainerinnen und Trai- ner im deutschen Sport (BVTDS), die Deutsche Sportjugend im Deutschen Olympischen Sportbund (dsj) sowie die Vereinigung Athleten Deutschland. Insgesamt wurden 37 problemzentrierte und leitfadengestützte Einzelin- terviews mit Trainer*innen (n=19) und Athlet*innen (n=18) durchgeführt und anschließend inhaltsanalytisch ausgewertet. Des Weiteren wurde eine quantitative Online-Befragung durchgeführt, an der 830 Athlet*innen und 927 Trainer*innen teilnahmen. „Die Entstehungsbedingungen von sexualisierter Gewalt im Leistungs- sport sind komplex. Faktoren auf Ebene der Täter*innen, der Betroffenen und nicht zuletzt auf struktureller Ebene spielen eine Rolle. Die Beziehung von Trainer*in und Athlet*in nimmt hierbei eine zentrale Stellung ein“, fasst Rulofs ein Kernergebnis des Projektes zusammen. Insgesamt vier entschei- dende strukturelle Elemente in der Beziehung zwischen Trainer*innen und Athlet*innen haben die Wissenschaftlerinnen herausgearbeitet: die Rol- KONTAKT Univ.-Prof. Dr. Bettina Rulofs Institut für Soziologie und Gender- forschung rulofs@dshs-koeln.de Projekt | Sexualisierte Gewalt im Sport – Von Nähe und Distanz Es sind vor allem die bekannten Namen, die Wellen schlagen. Wie der des englischen Ex-Fußballnationalspielers Paul Stewart, der von seinem Jugendtrainer sexuell missbraucht wurde. Eine Befragung zu sexualisierter Gewalt im Leistungssport in Deutschland (»Safe Sport«) ergab, dass ein Drittel der befragten Kaderathlet*innen im Laufe ihrer Karriere mindestens einmal eine Form von sexualisierter Belästigung oder Gewalt erfahren hat. Wie viel Nähe ist angemessen? Wann wird aus „normaler“ Hilfestellung eine übergriffige Handlung? Mit dieser Fragestellung setzt sich das Projekt »TraiNah« auseinander und stellt die Trainer*innen als zentrale Akteur*innen in der Prävention von sexualisierter Gewalt in den Vordergrund. Symbolbild; Foto: Freepik mailto:rulofs%40dshs-koeln.de?subject= 5FORSCHUNG AKTUELL #2-2022 - Deutsche Sporthochschule Köln, Presse und Kommunikation lenkomplexität, emotionale Nähe und Vertrauen, körperliche Nähe und das Machtungleichgewicht. Hartmann-Tews erklärt: „Von den Trainer*innen wird erwartet, dass sie nicht nur Expert*innen für den Sport sind, sondern auch bei der Persönlichkeitsentwicklung von jungen Menschen unterstützen. Hier- zu ist emotionale Nähe und Vertrauen notwendig.“ Körperliche Nähe gehöre grundsätzlich für beide Seiten zum Sport, rufe bei Athlet*innen jedoch auch unbehagliche Gefühle sowie Probleme in der Abgrenzung hervor. „Zwischen Trainer*innen und Athlet*innen besteht ein Machtungleichgewicht überwie- gend zu Gunsten der Trainer*innen. Sie entscheiden über die Mitgliedschaft im Kader, die Gestaltung des Trainings und die Teilnahme an Wettkämpfen und die Athlet*innen sowie ihr soziales Umfeld müssen sich unterordnen“, erläutert die Sportsoziologin. Diese Elemente in der Trainer*innen-Ath- let*innen-Beziehung eröffnen grundsätzlich Möglichkeiten für die Ausübung und Verdeckung von sexualisierter Gewalt, so die Wissenschaftlerinnen. Die entscheidende Frage sei nun, wie es gelingen kann, einen reflektierten Um- gang mit diesen strukturellen Risiken zu entwickeln, um Sporttreibende vor Gewalt zu schützen. „Die Ergebnisse unserer Interviews legen nahe, dass sich Athlet*innen mehr Mit- und Selbstbestimmung beim Training wünschen“, sagt Bettina Rulofs. Dass ein Empowerment förderndes Klima in der Trainingsgruppe kons truktiv für den Schutz vor Gewalt ist, bestätigen auch die Ergebnisse des Teams aus Ulm aus sportpsychologischer Perspektive. „Unsere quantitativen Befragungsdaten zeigen, dass ein Empowerment-förderndes Klima in der Trainingsgruppe mit weniger Gewalterfahrungen verbunden ist, während ein Empowerment-schwächendes Klima einen Zusammenhang mit vermehrten Gewalterfahrungen zeigt“, fasst Dr. Jeannine Ohlert die Befunde zusammen. Basierend auf diesen Erkenntnissen wurde ein Workshop-Konzept entwickelt, das Trainer*innen dabei unterstützt, ein bestärkendes und autonomie unterstützendes Klima zu etablieren. Dabei wurde auf die Formel „VOICE“, „CHOICE“ und „EXIT“ gesetzt und den Trainer*innen vermittelt, wie Ath- let*innen Gelegenheiten erhalten, ihre Stimme zu erheben (VOICE), wie sie Wahlmöglichkeiten bekommen und mitbestimmen können (CHOICE) und wie ihnen der Ausstieg aus der Situation, Gruppe oder Verein ermöglicht werden kann (EXIT). „Unser Ziel ist es, ein Bewusstsein für die Problematik zu schaf- fen und den Trainer*innen gleichzeitig eine praxisnahe Formel an die Hand zu geben, die sie im Alltag auf die Trainingssituation anwenden können. Da- bei gilt das Prinzip, dass die Stärkung der Athlet*innen zugleich den Schutz der Trainer*innen vor unbegründetem Verdacht unterstützt“, erläutert Ru- lofs. Die Evaluation der Workshops zeigt, dass sich die Trainer*innen durch die Teilnahme am Workshop in ihrer Handlungssicherheit beim Umgang mit Nähe und Distanz verbessern konnten. Das Workshop-Konzept müsse jetzt noch im System des Nachwuchsleistungssports etabliert werden, um weitere Trainer*innen damit zu schulen, so der Ausblick der Wissenschaftlerinnen. Text: Lena Overbeck Symbolbild; Foto: Freepik Hintergrundinfo Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt »Safe Sport«, durchgeführt vom Institut für Soziologie und Gender- forschung der Deutschen Sporthochschule Köln in Kooperation mit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm, konnte in Deutschland erstmals Erkenntnisse zu Formen und Häufigkeit von sexualisierter Gewalt und zum Umsetzungsstand von Schutzmaßnahmen im organisierten Sport vorlegen. Die jüngst mit Mitteln des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen durchgeführte Studie »SicherImSport« hat entsprechende Daten im Freizeit-, Breiten- und Wettkampfsport erhoben. Die Ergebnisse der Studien stellen den organisierten Sport vor die Herausforderung, Maßnah- men zur Prävention zu entwickeln – hier setzt das Projekt »TraiNah« an und fokussiert die Beziehungen zwischen Trainer*innen und Athlet*innen. Der im Rahmen des Projektes konzipierte Workshop wird den Sportverbänden nun zum Einsatz in der Fort- und Weiterbildung von Trainer*innen zur Verfügung gestellt. Die Deutsche Sporthochschule Köln startete zudem jüngst das Projekt »Safe Clubs«, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung als Nachfolge-Projekt von »Safe Sport« für drei Jahre gefördert wird. In dem Projekt setzen die Deutsche Sporthochschule Köln mit den Projektleitungen Dr. Jeannine Ohlert und Prof. Dr. Bettina Rulofs ihre bewährte Zusammenarbeit mit PD Dr. Marc Allroggen am Universitätsklinikum Ulm fort und entwickeln Transferkonzepte für den Kinderschutz in Sportvereinen. Links • Safe Sport Projekt-Übersicht • Safe Sport DOSB-Seite • Safe Clubs Presseinformation • VOICE Projektvorstellung https://fis.dshs-koeln.de/portal/de/projects/safe-sport--schutz-von-kindern-und-jugendlichen-im-organisierten-sport-in-deutschland--analyse-von-ursachen-praventions-und-interventionsansatzen-bei-sexualisierter-gewalt(8770344e-007b-4a17-9a12-ebf95ea45190).html https://safesport.dosb.de/ https://www.dshs-koeln.de/aktuelles/meldungen-pressemitteilungen/detail/meldung/safe-clubs-geht-an-den-start/ https://www.dshs-koeln.de/aktuelles/forschung-aktuell/archiv/nr-22018/projekte/ 6 Herr Froböse, vor vielen Jahren haben Sie begonnen, im Fernsehen die ersten Expertenrollen zu übernehmen. Wann haben Sie erkannt, dass Sie ein Talent fürs Erklären haben? (lacht) Das rührt tatsächlich aus meiner eigenen Studienzeit. Damals habe ich die alte Schule genossen: verdiente Professoren in großen Vorlesungen ohne viel Interaktion, also eher distanziert und wenig nahbar. Während mei- ner Promotion habe ich häufig das, was mir Kommilitonen fremder Diszipli- nen erzählt haben, nicht richtig verstanden. Da habe ich gemerkt: Du musst das anders machen, Du musst das Erklären lernen. So habe ich für mich den Anspruch entwickelt, anders zu unterrichten, also schon lange bevor ich in die Medien kam. Man kann Sie durchaus als Medienprofi bezeichnen. Wie kam es dazu? In meiner aktiven Zeit als Sprinter hatte ich zwar schon mit den Medien zu tun, habe Interviews gegeben, aber das habe ich damals gar nicht so gerne gemacht. Dann kam 2009 das ARD-Morgenmagazin auf mich zu; ich hatte damals den deutschlandweit ersten Lehrstuhl für Prävention an der Sport hochschule. So durfte ich die Rolle als Experte zum Thema Gesundheit über- nehmen, weil ich sozusagen als Erstgeborener dieses Thema besetzt habe. Die Themen, mit denen Sie in den Medien auftauchen, sind sehr breit ge- fächert. Es wurde schon kritisiert, Sie hätten zu allem etwas zu sagen. Ärgert Sie solche Kritik? Ich reagiere da eher gelassen. Ich weiß ja, was die Kolleg*innen meinen, und ich kann die Kritik nachvollziehen. Aber: In den Formaten – und da bin ich wieder beim Erklären – geht es gar nicht darum, hochwissenschaftliches Know-how zu präsentieren. Es geht darum, dass Omma Kasuppke aus Reck- linghausen versteht, was ich in drei Minuten erzähle. Und: Medien, vor allem das Fernsehen, brauchen Gesichter, und die dürfen möglichst nicht so oft wechseln. Das ist eine der wichtigen Regeln, wie Medien funktionieren. Was hält mich fit und schlank? Wie nehme ich am besten ab? Welcher Sport passt zu mir? Nervt es Sie nicht, dass sich die Gesundheitsfragen ständig wiederholen? Nerven weniger, aber es wundert mich und ernüchtert mich auch, vor allem ist es tragisch. Gesundheit ist zwar in der Bevölkerung ein ganz wichtiges Thema, aber Vieles scheint bei den Menschen noch nicht angekommen zu sein. Daher denke ich, dass wir den Mut haben sollten, Dinge laut und ein- fach zu erklären. Denn das ist das, was da draußen ankommen muss: einfa- che und verständliche Botschaften. Ihnen scheint das zu gelingen. Die Menschen kennen Sie, sie glauben Ih- nen. Was ist Ihr Geheimnis? Viele Menschen empfinden mich scheinbar als sehr nahbaren, unkomplizier- ten Typen. Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt, komme authentisch rüber, das führt offensichtlich dazu, dass ich Menschen erreiche. Und dann stellen sie mir Fragen zu ihren ganz persönlichen Gesundheitsgeschichten. Wenn ich den Menschen helfen kann, macht mir das einfach Freude, es ist eine Erfüllung und genau das, warum ich diese Arbeit so gerne mache. Das ist meine Rolle in den letzten Jahren geworden. Viele meiner Kolleg*innen sind viel bessere Wissenschaftler*innen als ich; ich bin eher der anwendungsori- entierte Wissenschaftler. Von der Ausbildung her sind Sie Sportwissenschaftler. Welche Berufsbe- zeichnung würden Sie sich heute geben? Ich persönlich finde die Bezeichnung Gesundheitswissenschaftler passen- der. Denn die Facette Sport habe ich deutlich überschritten, auch wenn ich originär aus dem Spitzensport komme, in dem ich aber nie meine berufliche Heimat gesehen habe. Neben Sportwis- senschaften habe ich Wirtschafts- wissenschaften bis zum Vordip- lom und auch ein paar Semester Medizin studiert. Als ich dann dauerhaft an der Sporthochschule bleiben und habilitieren konnte, habe ich diese Dinge fallengelassen. Wie sind Sie letztlich zu Ihrem großen Schwerpunkt, der Gesundheit, ge- kommen? Ich war im ersten Studienjahrgang mit dem Schwerpunkt Rehabilitation. Pro- moviert habe ich bei Professor Kurt-Alphons Jochheim, dem deutschen Re- habilitationsmediziner schlechthin. Von ihm habe ich von der Pieke auf ganz viel über Rehabilitation gelernt. Dennoch habe ich meine wissenschaftliche Ausbildung mehr als ‚Studium generale‘ verstanden, denn gerade Gesund- heit hat ja so viele Facetten: ökonomische, ökologische, individuelle. Diese Vielschichtigkeit hat mich schon immer fasziniert, den Menschen und seine Gesundheit als Ganzes zu betrachten. Am 7. April ist Weltgesundheitstag. Wie definieren Sie Gesundheit für sich persönlich? Gesundheit ist deutlich mehr, als wir sie heute in der Gesellschaft verste- hen. Gesundheit ist nicht nur die Abwesenheit von Krankheit, sondern es ist für mich der Zustand einer optimalen individuellen Lebensqualität und des Wohlbefindens. Ich sehe Gesundheit als interdisziplinäres Konstrukt, in wel- FORSCHUNG AKTUELL #2-2022 - Deutsche Sporthochschule Köln, Presse und Kommunikation PERSON | Ingo Froböse: „Wir sollten den Mut haben, Dinge laut und einfach zu erklären“ Seit rund 44 Jahren ist Univ.-Prof. Dr. Ingo Froböse an der Sporthochschule, er wollte nie weg. Vielen ist Froböse durch das Morgenmagazin und die Rubrik „Sportschlau“ bekannt, dort beantwortet er Fragen rund um Sport, Bewegung und Gesundheit. Durch seine Medienarbeit ist er zu einem der Gesichter der Sporthochschule geworden. Mit Leib und Seele hat er sich dem Thema Gesundheit verschrieben, sowohl persönlich als auch wissenschaftlich. Er bezeichnet sich selbst als einen etwas anderen Wis- senschaftler mit einem etwas anderen Blick auf sein Forschungsfeld. Was für ihn Gesundheit bedeutet, woher sein Talent zum Erklären kommt und wie er gleichzeitig belastbar, produktiv und ausgeglichen sein kann, das erzählt er im Interview. KONTAKT Univ.-Prof. Dr. Ingo Froböse Institut für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation +49 221 4982-4800 froboese@dshs-koeln.de mailto:froboese%40dshs-koeln.de%0D?subject= 7 ches ganz viele Teilaspekte hineinwirken. Angelehnt an Nietzsche: Gesund- heit ist, wenn ich mit meinen vielen kleinen Problemchen im Leben wunder- bar klarkomme. Damit hat er recht und so lebe ich Gesundheit. Was heißt das in Ihrem Leben konkret? Lebensqualität ist mein allerhöchstes Ziel, das ich auf allen Ebenen errei- chen möchte. Dieses Prinzip verfolge ich sehr restriktiv und diszipliniert, manchmal fast schon extrem. Ich treibe sechsmal pro Woche Sport, achte sehr auf meine Ernährung, schlafe idealerweise neun Stunden. Das heißt: Ich habe mein Leben schon sehr klar ausgerichtet, aber nicht mit dem Ziel Gesundheit, sondern mit dem Ziel, persönlich optimal leben zu können. Was geben Sie als Professor jungen Wissenschaftler*innen mit auf den Weg? Ein Hochschullehrer ist dann erfolgreich, wenn seine Studierenden besser werden als er selbst. Mir geht es hierbei nicht um Spezialistentum, denn das ist Gesundheit nicht. Gesundheit beim Menschen bezieht sich auf drei Ebe- nen: die Verhältnisse, in denen wir leben, das Verhalten, das wir individuell an den Tag legen, und das Verständnis. Diese drei Dimensionen gebe ich mei- nen Studierenden und Mitarbeiter*innen als Leitlinien für ihre wissenschaft- liche Arbeit mit. Am Ende sollte immer ein Ergebnis stehen, das nicht nur der Sportwissenschaft hilft, sondern das den Menschen hilft. An welchen Forschungsprojekten arbeiten Sie und Ihr Team derzeit? Ein Forschungsfeld, in dem wir schon sehr lange unterwegs sind, ist die Er- gonomie. Wir helfen dabei, Produkte zu entwickeln, die Menschen bei ihrer Tätigkeit unterstützen, ihren Arbeitsprozess und ihre Leistungsfähigkeit ver- bessern. Aktuell machen wir das für einen Zahnarztstuhl. Auch schon viele Fahrradsättel ha- ben wir mitkonzi- piert. Seit vielen Jahren beraten wir Kommunen und Städte, wie sie Räume, Plätze, Wege, Verkehr ge- sünder gestalten können. Unter dem Titel ‚Return to Competition‘ entwickeln wir einfache Testverfahren, die geeignet sind, Sportler*innen nach einer Verlet- zung wieder sicher ins Training zurückzubringen. Die AG Bewegungsbezoge- ne Präventionsforschung befasst sich mit der betrieblichen Gesundheitsför- derung, weil Gesundheit ganz stark am Arbeitsplatz stattfindet. Sie und Ihr Team waren vor etwa acht Jahren die Ersten, die sich mit der Gesundheit von eSportler*innen beschäftigt haben. Was ist für Sie das Spannende daran? Dem Thema haben wir uns angenommen, weil wir mit offenen Augen durchs Leben gehen. Und die Jugend von heute sitzt nun mal an der Konsole und vorm PC – das ist eine Jugendkultur. Für unser Fach ist es eine wichtige Auf- gabe, sich wissenschaftlich damit zu befassen. Wir haben zunächst geschaut, was beim Gaming überhaupt körperlich passiert. Und dann haben wir Befra- gungen zu verschiedene Schwerpunkten gemacht, zum Beispiel zur Ernäh- rung oder ganz aktuell zu den Beschwerden der Zielgruppe. Das Projekt hat also auch eine starke pädagogische Komponente. Welche Fragestellung würden Sie gerne noch bearbeiten? Zum einen möchte ich gerne das Thema Stressresilienz bearbeiten. Warum sind Menschen resilient, also widerstandsfähig, und wie werden sie es? Sport und Bewegung scheinen dabei eine große Rolle zu spielen. Auch der Regene- ration möchte ich mich stärker widmen. Im Sport wissen wir, wie wichtig sie ist, aber im Alltag vernachlässigen wir sie oft. Sind Sie selbst stressresilient? Ja, ich bin ein sehr ausgeglichener Mensch, aber auch hochbelastbar und diszipliniert. Das schaffe ich nur, weil ich mir Auszeiten nehme und extreme Ruhephasen erlaube. Ich habe einen wahnsinnig straffen und strukturierten Terminkalender, immer ein Jahr im Voraus geplant, im Prinzip wie ein Trai- ningsplan. Hier wechseln sich Phasen von hoher Belastung und Phasen der Ruhe systematisch ab. Da kommt auch kein Blatt dazwischen. Dieses Prinzip macht mich stressresilient. Sie sind Autor vieler Bücher, wie viele sind es mittlerweile? Gut 40 sind es jetzt, jedes Jahr schreibe ich zwei. Von klassischen Trainings- ratgebern über Gesundheitsratgeber bis zu populärwissenschaftlichen Sach- büchern. Mein Ansatz auch dabei: Menschen müssen nicht behandelt wer- den, sondern sie müssen selber handeln lernen. Verraten Sie uns ein paar Tipps aus Ihrem neuesten Buch, dem ‚Stoffwech- sel-Kompass‘? Der Hintergrund des Buches ist, dass viele Menschen über 50 über Probleme klagen, die sie auf ihren Stoffwechsel zurückführen. Das Buch rückt diesen ins richtige Licht. Es widmet sich der Muskelmasse, unserem Stoffwechsel- motor. Gerade ab 50 schwindet die Muskelmasse aus den unterschiedlichsten Gründen schneller und stärker. Das Buch gibt Tipps, wie sich Muskelmasse erhalten lässt: Inaktivität reduziert Muskelmasse, Aktivität fördert Masse – damit hat es jede*r selbst in der Hand. Sie sind seit Kurzem 65 Jahre alt. Wie alt fühlen Sie sich? Also kleiden tue ich mich ja wie ein Vierzigjähriger. (lacht) Die meisten Men- schen fühlen sich etwa 13 Jahre jünger als sie sind. Das kommt auch bei mir ganz gut hin, vielleicht sind es sogar 15 Jahre. Sie sind früher die 100m in 10,4 Sekunden gesprintet. Sie waren zwei Jahre im Bobsport aktiv. Und Sie lassen auch mal ganz gerne auf dem Mountainbike ‚die Sau raus‘. Welche sportliche Herausforderung würde Sie noch reizen? Eine Alpenüberquerung würde mich interessieren, entweder mit dem Renn- rad oder Mountainbike, vielleicht auch zu Fuß. Meine Frau und ich lieben die Alpen total, fahren seit 40 Jahren an den Gardasee. Aus dem Leben in den Bergen ziehen wir ganz viel Lebensenergie. Welches Projekt möchten Sie noch angehen, wenn Sie mehr Freizeit ha- ben? Das Bücherschreiben setze ich auf jeden Fall fort, für die nächsten drei Jahre sind die Themen schon gesetzt: die Heilkraft der Muskeln, Körperwahrneh- mung und die schönen Seiten des Alters. Und dann möchte ich irgendwann mal einen Krimi schreiben, einen Sportkrimi. Der Sport bietet schließlich Abgründe ohne Ende. Interview & Text: Julia Neuburg FORSCHUNG AKTUELL #2-2022 - Deutsche Sporthochschule Köln, Presse und Kommunikation Fotos: Sebastian Bahr IMPRESSUM Redaktion: Deutsche Sporthochschule Köln, Stabsstelle Akademische Planung und Steuerung, Abt. Presse und Kommunikation Am Sportpark Müngersdorf 6 | 50933 Köln, Telefon: +49 (0)221 4982-3850, E-Mail: presse@dshs-koeln.de, www.dshs-koeln.de/forschungaktuell Schmerzen im E-Sport – Einzelfall oder Massenphänomen? Seit acht Jahren erforscht das Institut für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabi- litation gemeinsam mit der AOK das Gesundheitsverhalten von eSportler*innen. Die vergangenen Studien haben bereits einen Einblick in den gesundheitlichen Lebensstil von Gamer*innen geliefert und mit vielen Klischees aufgeräumt. Ziel der aktuellen Befragung war es, die ergonomische Ausstattung und körperlichen Beschwerden der Spieler*innen zu analysieren. Die Studienergebnisse wurden am 23. März 2022 präsentiert. Mehr lesen... Forschend kommunizieren: von Anfang an! Eines fällt auf in der Wissenschaftskommunikation in Deutschland: Vergleichsweise wenige Forschende bringen sich proaktiv mit ihrer fachlichen Expertise in Social-Media-Diskurse ein. Hier setzt ein Projekt der Deutschen Sporthochschule Köln an: #FoL2.0 verbindet forschendes Lernen mit Wissenschaftskommunikation. Über mehrere Semester üben Studierende des Masterstudienganges Sport- und Bewegungsgerontologie die Kommunikation mit verschiedenen Zielgruppen und teilen Wissen zur körperlichen Aktivität mit Älteren. Mehr lesen... Datenanalyse in der Halfpipe Die Halfpipe gilt im Snowboarden als Königsdisziplin. In der 160 Meter langen und 20 Meter breiten Eisschale sau- sen die Sportler*innen auf ihren Boards von einer Seite zur anderen, katapultieren sich über den Rand der Halfpipe hinaus und zeigen spektakuläre Tricks: Sprünge, Drehungen, Handstände und Überschläge. Ein interdisziplinäres Projekt der Deutschen Sporthochschule Köln befasst sich aktuell mit der Kraftverteilung, die die Sportler*innen auf ihr Board übertragen, um ihre Sprünge auszuführen. Mehr lesen... „Bewegung gegen Krebs“ Im Rahmen der Initiative „Bewegung gegen Krebs“ machen die Deutsche Krebshilfe, der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Deutsche Sporthochschule Köln auf die enorme Bedeutung von Sport und Bewegung in der Krebsprävention aufmerksam. Vor diesem Hintergrund haben die Partner entschieden, ihre Zusammenarbeit bis mindestens 2025 fortzuführen und weiter auszubauen. Unter anderem stehen die Bewegungsversorgung in der Prävention und die Nachsorge von Krebserkrankungen im Sportverein auf der Agenda. Mehr lesen... (Foto: Freepik) »Safe Clubs« geht an den Start Einen weiteren wichtigen Beitrag zur Prävention von sexualisierter und interpersonaler Gewalt planen in den kommenden drei Jahren die Deutsche Sporthochschule Köln und das Universitätsklinikum Ulm mit ihrem neuen For- schungsprojekt »Safe Clubs «. Das Verbundvorhaben hat – als konsequentes Nachfolgeprojekt der »Safe Sport«-Stu- die – die drei wichtigen Handlungsfelder Analyse, Prävention und Intervention im Umgang mit sexualisierter bzw. interpersonaler Gewalt im Fokus. Mehr lesen... Sportvereine und die Pandemie – Mitgliederbasis ist besonders betroffen Die Corona-Lage und die Herausforderungen für den Sportbetrieb sind unverändert schwierig. Die Vereine kämpfen auch in der vierten Corona-Welle mit vielfältigen Einschränkungen und Hindernissen im Sportbetrieb. In einer COVID-19-Sonderbefragung bei Sportvereinen, die im Frühjahr 2021 erhoben wurde, bestätigt der Sportentwick- lungsbericht (SEB) den Trend, dass vor allen Dingen die Mitgliederbasis von den Auswirkungen betroffen ist – bei einer gleichzeitigen Krisenfestigkeit und Resilienz in anderen Bereichen des Vereinssports. Mehr lesen... NEWS PODCAST „Eine Runde mit...“ Prof. Wilhelm Bloch #14 - Covid-Brennglas Sportmedizin Prof. Wilhelm Bloch beschäftigt sich mit den kleinsten Strukturen unseres Körpers: Molekülen und Zellen. Welche Veränderungen das Coronavirus hier verursacht und warum gerade die Sportmedizin eine besondere Rolle spielt, erklärt er in Folge 14 von „Eine Runde mit...". Zum Podcast... „Eine Runde mit...“ Prof.'in Bettina Rulofs #15 - Sexualisierte Gewalt im Sport Missbrauch und sexuelle Gewalt passieren auch im Sport. 2016 hat Prof.'in Bettina Rulofs zusammen mit der Uniklinik Ulm erstmals Daten dazu erhoben, wie viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sexualisierte Gewalt im Sport erlebt haben. In Folge 15 von „Eine Runde mit..." spricht die Sportsoziologin über Gründe, Ausmaß und den Weg zur Aufarbeitung und Prävention von sexualisierter Gewalt. Auch eine Betroffene kommt im Podcast zu Wort. Zum Podcast... https://www.dshs-koeln.de/aktuelles/meldungen-pressemitteilungen/detail/meldung/schmerzen-im-e-sport-einzelfall-oder-massenphaenomen-1/ https://www.dshs-koeln.de/aktuelles/meldungen-pressemitteilungen/detail/meldung/forschend-kommunizieren-von-anfang-an/ https://www.dshs-koeln.de/aktuelles/meldungen-pressemitteilungen/detail/meldung/datenanalyse-in-der-halfpipe/ https://www.dshs-koeln.de/aktuelles/meldungen-pressemitteilungen/detail/meldung/bewegung-gegen-krebs-1/ https://www.dshs-koeln.de/aktuelles/meldungen-pressemitteilungen/detail/meldung/safe-clubs-geht-an-den-start/ https://www.dshs-koeln.de/aktuelles/meldungen-pressemitteilungen/detail/meldung/sportvereine-und-die-pandemie-mitgliederbasis-ist-besonders-betroffen/ https://www.dshs-koeln.de/aktuelles/social-media/podcast/wissenschaftspodcast/ https://www.dshs-koeln.de/aktuelles/social-media/podcast/wissenschaftspodcast/
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Zuletzt aktualisiert: 23.07.2026
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