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  • leitbild_studium_und_lehre.pdf
    LEITBILD Studium & Lehre Al? Das Leitbild für Studium und Lehre Das Leitbild für Studium und Lehre beschreibt das hochschulweit akzeptierte Qualitätsver- ständnis in Studium und Lehre, ermöglicht Handlungsorientierung für alle an Studium und Lehre beteiligten Akteure und unterstützt die Verantwortung aller Beteiligten für die Qualität in Studium und Lehre. Zudem schafft es die gemeinsame Grundlage für weitere Qualitätsent- wicklung und -sicherung sowie zur konstruktiven Gestaltung des Qualitätsdiskurses. Die Kernelemente des Leitbilds für Studium und Lehre umfassen: 1. Selbstverständnis Studium und Lehre 2. Strategische Leitlinien 3. Leitsätze guter Lehre Die Umsetzung des Leitbilds für Studium und Lehre in den akademischen Alltag auf die Ebene der Studiengänge und des Studienangebots unterliegen einem ständigen Monitoring durch die Instrumente des Qualitätsmanagementsystems. An der Deutschen Sporthochschule Köln ist das Leitbild für Studium und Lehre der zentrale Orientierungspunkt der Ausgestaltung und Weiterentwicklung des Lehrprofils und der Studien- qualität. Es ist integraler Bestandteil des hochschulweiten Qualitätsmanagement-Systems. Die Deutsche Sporthochschule Köln sieht ihre Studiengänge vor dem Hintergrund ihrer Leit- themen Leistung, Gesundheit, Gesellschaft und Bildung ausgerichtet auf „Sport und Be- wegung“ als gemeinsamen, übergreifenden Bezugspunkt. In der Ausformung dieses Be- zugspunktes in allen disziplinären und inter- disziplinären Facetten verfolgt die Hochschule einen hohen wissenschaftlichen Anspruch in Forschung und Lehre, der über den Erwerb kon- kreter Problemlösungskompetenz hinaus auf fachspezifische und überfachliche Lern- und Denkstrategien abzielt. Bildungsziele Die Deutsche Sporthochschule Köln setzt sich zum Ziel, Studierende im Rahmen ihres wis- senschaftlichen Studiums in der Entwicklung einer intellektuellen und weltoffenen Persön- lichkeit zu fördern. Für diese Förderung sieht sich die Deutsche Sporthochschule Köln als Ort für die gemeinsame Entfaltung und Per- sönlichkeitsentwicklung sowohl von Studie- renden als auch Lehrenden auf dem Boden wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens. Das Wissen über die Sportarten bildet hierfür in allen Studiengängen zwar das thematische Fundament, welches aber mit stringenter Aus- richtung auf wissenschaftliches Denken und Arbeiten themen- und handlungsorientiert vielfältig ausdifferenziert wird. Wissenschaftsbasierte Qualifizierung Alle Studiengänge der Deutschen Sporthoch- schule Köln verfolgen eine wissenschaftsba- sierte Qualifizierung. Auf dieser Basis beste- hen Lern- und Bildungsprozesse nicht nur aus dem Erwerb von Wissen, aus Verständnisfä- higkeit und aus Anwendungskompetenz, son- dern insbesondere auch aus der Entwicklung kritischer, wissenschaftsbasierter Reflexions- fähigkeit. Durch die hiermit verbundenen hohen wissenschaftlichen Ansprüche werden Studierende zugleich auf die hohen Ansprüche unterschiedlicher akademischer Berufsfelder vorbereitet. Einheit von Forschung und Lehre Vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen Qualifizierung bildet die Einheit von For- schung und Lehre ein wesentliches Grundver- ständnis der Deutschen Sporthochschule Köln, welches zugleich Studierenden ermöglicht, profund und breit für das Berufsfeld qualifi- ziert zu sein. Demzufolge sind die forschungs- orientierte Lehre, das forschende sowie prob- lemorientierte Lernen wie auch das lehrende Forschen Grundprinzipien in der Arbeits- und Denkweise der Lehrenden. Die systematische, enge Verflechtung von Forschung und Lehre ist hiermit gleichermaßen Ausgangspunkt und Folge von Lehr- und Lernprozessen. 1 Selbstverständnis Studium und Lehre Lehrinhalte Aus inhaltlicher Sicht sieht die Deutsche Sporthochschule Köln in Studium und Lehre eine Hauptaufgabe in der Einführung in die Sportwissenschaft. Hierbei wird Sportwissen- schaft in ihrer handlungswissenschaftlichen Ausformung betrachtet und durch die enge Verzahnung von Theorie und Praxis geprägt. Die Deutsche Sporthochschule Köln sieht ihre Lehr-/Lernbezüge über die Sportwissenschaft im engeren Sinne hinaus auch im Querschnitt aller zur Sportwissenschaft einschlägigen Bezugswissenschaften. Hierbei richtet die Universität ihre Studiengänge nicht nur fach- wissenschaftlich oder disziplinär, sondern insbesondere auch themenorientiert sowie multi- und interdisziplinär aus. Dieser breite Anspruch gewährleistet sowohl eine gesell- schaftliche Orientierung der Studiengänge (und ihrer Weiterentwicklung) als auch die intellektuelle Beschäftigung mit globaleren Herausforderungen im Rahmen des Studierens und darüber hinaus. Lehren und Lernen Die Deutsche Sporthochschule Köln und ihre Akteure in Studium und Lehre besitzen den Anspruch, Lehr-/Lernprozesse stetig zu re- flektieren und zu optimieren, auch auf der Basis neuer Bedingungen, Entwicklungen und Möglichkeiten. Im Verständnis der Deutschen Sporthochschule Köln liegt die hiermit ver- bundene Förderung kompetenzorientierter, forschender und problemorientierter Lehr-/ Lernprozesse in gemeinsamer Verantwortung aller Akteure und bezieht sowohl Präsenz- als auch Selbststudium mit ein. Diversität und soziale Verantwortung Die Deutsche Sporthochschule Köln versteht sich übergreifend und auch in Studium und Lehre als diversitätsorientierte Organisation mit besonderer internationaler und multikul- tureller Ausrichtung. Studiengänge gewähr- leisten und fördern diskriminierungsfreie, gerechte und faire Lehr-/Lernbedingungen und die Gleichbehandlung aller Akteure vor dem Hintergrund ihrer Kompetenzen und Ver- antwortlichkeiten. Die Deutsche Sporthoch- schule Köln sieht Studieren und Lehren als Teil eines komplexen Sozialsystems, welches von allen Akteuren gleichermaßen gestaltet und weiterentwickelt werden muss. In dieser Lesart besitzen alle Hochschulangehörigen die soziale Verpflichtung und Verantwortung zur Entwicklung und zum Schutz der universi- tären Gemeinschaft. Akademische Bildung stärken – Wissenschaftlichkeit und Forschungsorientierung Die DSHS vertritt einen akademischen Bildungsanspruch, dessen Basis die breit angelegte, wissenschaftliche Qualifizierung darstellt. Mit diesem Bildungsanspruch werden in den Studien- gängen fachliche, fachübergreifende und berufsfeldbezogene Kompetenzen angestrebt, die einen flexiblen Umgang mit beruflichen Anforderungen ermöglichen. Studienqualität sichern und weiterentwickeln – Lehr-/Lernkonzepte und Ressourcen Zielvorgaben für Studienqualität sollen transparent sein und auf einem hohen universitären Niveau weiterentwickelt werden. Diese Zielvorgaben und ihre Erfüllung sind wesentliche Be- standteile des Qualitätsmanagements und erfordern bestmögliche Lehr-/Lernkonzepte sowie materielle, technologische und personelle Ressourcen. Universitäres Bildungsangebot weiterentwickeln – Konsekutives System und Weiterbildung Die Weiterentwicklung konsekutiver und weiterbildender Studiengänge soll die internationale, wissenschaftliche und beruflich-anwendungsorientierte Ausrichtung stärken sowie Studiengänge angesichts eines dynamischen Bildungs- und Weiterbildungsmarkts profilbildend, attraktiv und wettbewerbsorientiert darstellen. Gesellschaftlichen Wandel einbeziehen – Studierbarkeit und Berufschancen Gesellschaftliche Veränderungen und hiermit zunehmend heterogene Persönlichkeiten, Kompetenzprofile und Motivationslagen sind im Studienverlauf zu berücksichtigen. Berufschan- cen sollen optimiert werden, indem neben wissenschaftlichen Kernkompetenzen insbesondere Selbstbestimmtheit, Selbstständigkeit und Selbstorganisation gefördert werden und hiermit eine kreative, wissenschaftlich fundierte Mitgestaltung des Arbeitsmarktes gelingt. Forschungsorientierung stärken - Internationale Vernetzung und Interdisziplinarität Studium und Lehre besitzen einen forschungsorientierten Anspruch, der mit internationaler Orientierung, fachlicher Aktualität und hohem fachlichen Niveau einhergeht. Zudem sollen Studiengänge ebenso wie Forschung interdisziplinär und mehrperspektivisch ausgerichtet sein sowie die Vielfalt der sportwissenschaftlichen Disziplinen abbilden, wobei die wissenschaftliche Betrachtung der Sportarten und deren praktische Vermittlung integraler Bestandteil von Stu- dium und Lehre ist. Internationalisierung stärken – Mobilität und Vernetzung Das Selbstverständnis der DSHS als European Sport University begründet eine gestärkte Internationalisierung als strategische Leitlinie. Dabei steht die Förderung der individuellen Profilbildung und Persönlichkeitsentwicklung der Studierenden durch Mobilität, englischsprachi- ge Lehre und eine transparente Anerkennungspraxis sowie die internationale wissenschaftliche Vernetzung der Wissenschaftler*innen im Fokus. 2 Strategische Leitlinien für Studium und Lehre Nachhaltigkeit fokussieren – Lebensgrundlage erhalten Die DSHS bekennt sich insbesondere auch in Studium und Lehre zu den Grundsätzen einer ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltigen Entwicklung. Der verantwortungsvolle und effiziente Umgang mit Ressourcen und diesbezügliche Grundhaltungen sollen in Studium und Lehre gleichermaßen entwickelt, vermittelt und gelebt werden. Adäquate Infrastruktur – Optimale Arbeits-, Forschungs- sowie Lehr- & Lernbedingungen Die Schaffung und Bereitstellung adäquater Rahmenbedingungen für Studium und Lehre sind zentrale Bestandteile des Qualitätsmanagements. Die DSHS arbeitet intensiv an der ständigen Optimierung der Infrastruktur in Studium und Lehre, insbesondere in Bezug auf Lehr- und Lern- räume sowie technologische Ressourcen. Gleichstellungs- und Diversity-Management entwickeln – Vielfalt gestalten und leben Die Universität erkennt die Diversität ihrer Mitarbeiter*innen und Studierenden an und ist bestrebt, die darin liegenden Ressourcen und Potenziale für alle Beteiligten gewinnbringend zu nutzen. Auch Lehr-/Lernprozesse sollen hinsichtlich der Heterogenität und Geschlechtsspezifik der Beteiligten betrachtet und gestaltet werden, wobei unter anderem besondere Interessen und Arbeitsweisen berücksichtigt werden müssen. Führung- und Entscheidungsstrukturen weiterentwickeln – Optimale Steuerung und Unterstützung Um den komplexen Anforderungen hochschulweiter Verfahrens- und Kommunikationswege gerecht zu werden, sieht die Organisationsstruktur für Studium und Lehre eine transparente, qualitätsgesicherte Steuerung vor. Die hierzu genutzten Strukturen, eingerichteten Funktionen und partizipativen Informations- und Austauschmöglichkeiten gewährleisten eine effektive sowie fachlich qualitative Entscheidungsfindung unter Beteiligung aller Akteure in Studium und Lehre (Rektorat, Studiengangsleitungen, Modulbeauftragte, Lehrkräfte, Studierende, Verwal- tung). Anreizsysteme entwickeln und ausbauen – Belohnung und Förderung Das Erreichen der hochschulweiten Ziele in Studium und Lehre (insbesondre der Lehr- und Betreuungsqualität) ist maßgeblich vom Engagement der Beteiligten abhängig. Zur Wertschät- zung von Engagement, und hiermit verbundener besonderer Leistung, entwickelt und pflegt die Hochschule Anreizsysteme für Akteure in Studium und Lehre, die zugleich mit besonderen Unterstützungsstrukturen verbunden sind. Sportwissenschaftlichen Nachwuchs exzellent ausbilden – Konsequente Förderung und internationale Ausrichtung Die DSHS ist die einzige sportwissenschaftliche Universität und besitzt daher eine besondere Verantwortung, den sportwissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland hinsichtlich von For- schungs-, aber auch Lehrkompetenz auszubilden. Zudem gilt es, bereits in der Studienphase wissenschaftliche Talente zu entdecken. Hierbei sind internationale Standards sowie die spezielle Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses von besonderer Bedeutung. »» ist anspruchsvoll und relevant »» berücksichtigt den aktuellen (sport)wissenschaftlichen Kenntnisstand (z.B. Forschung) »» besitzt hohe und transparente Leistungsanforderungen »» orientiert sich am Entwicklungsstand der Studierenden »» berücksichtigt die aufbauende Struktur innerhalb von Studiengängen »» fördert Interesse und Neugier »» benutzt angemessene Methoden und didaktische Mittel »» ermöglicht forschendes und problemorientiertes Lernen »» zeichnet sich durch eine transparente Kommunikation von Lernzielen aus »» ist nachvollziehbar strukturiert und an Lernzielen orientiert »» gestaltet Prüfungen fair und leistungsgerecht »» gestaltet Prüfungen kompetenzorientiert »» stimmt Prüfungen auf Methoden/Lerninhalte und Lernziele ab »» konzipiert Prüfungen nach formalen Kriterien »» bewertet Prüfungsleistungen transparent und nachvollziehbar »» gibt Raum für Persönlichkeitsbildung und -entfaltung »» fördert selbstgesteuertes Lernen »» unterstützt Studierende beim Selbststudium »» bezieht Studierende in Ziele, Inhalte und Gestaltung von Lehre mit ein Das Leitbild für Studium und Lehre formuliert konkrete Leitsätze guter Lehre, die als freiwillige Selbstverpflichtung aller Akteure das lehr- und lernbezogene Handeln bestimmen. Die Leitsätze guter Lehre lassen sich in acht Dimensionen guter Lehre strukturieren. Gute Lehre…. Le hr in ha lt Ve rm it tl un g Pr üf un ge n A ut on om ie - fö rd er un g 3 Leitsätze guter Lehre »» fördert kritisches Denken und Reflexion »» erfordert den respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander »» ermöglicht einen konstruktiv-kritischen Austausch »» erfordert faires und transparentes Feedback »» ermöglicht die Reflexion von Leistungsstand und Lernfortschritt »» erfordert Offenheit der Lehrkräfte für eigenes Lernen »» wird von wissenschaftlich engagierten Lehrkräften durchgeführt »» basiert auf einem professionellen, kollegialen und loyalen Umgang der Lehrkräfte miteinander »» erfordert von Studierenden Verantwortung und Selbstorganisation für eigene Lernprozesse »» erfordert eine gute Vor- und Nachbereitung von Lehrveranstaltungen durch die Studierenden »» erfordert von Studierenden das aktive und rege Mitwirken an und in der Lehrveranstaltung »» erfordert von Studierenden die Bereitschaft sich mit Wissenschaft und Forschung auseinanderzusetzen »» erfordert gut ausgewählte und qualifizierte Lehrkräfte »» erfordert angemessene materielle bzw. technologische Lehr-/Lernhilfen »» erfordert angemessene Lehr-/Lernumgebungen »» erfordert angemessene Arbeitsplatzbedingungen für Lehrkräfte Le rn kl im a Le hr kr äf te St ud ie re nd e Le hr -/ Le rn - re ss ou rc en Al? Kontakt Stabsstelle Akademische Planung und Steuerung Abteilung Studium und Lehre, Deutsche Sporthochschule Köln E-Mail: StAPSSL@dshs-koeln.de Weiter Informationen zu Studium & Lehre https://www.dshs-koeln.de/hochschule/studium-und-lehre https://www.dshs-koeln.de/hochschule/studium-und-lehre/qualitaetsmanagement-in-studium-lehre mailto:StAPSSL%40dshs-koeln.de?subject= https://www.dshs-koeln.de/hochschule/studium-und-lehre https://www.dshs-koeln.de/hochschule/studium-und-lehre/qualitaetsmanagement-in-studium-lehre Deutsche Sporthochschule Koln German Sport University Cologne

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    LEITBILD Studium & Lehre Al? Das Leitbild für Studium und Lehre Das Leitbild für Studium und Lehre beschreibt das hochschulweit akzeptierte Qualitätsver- ständnis in Studium und Lehre, ermöglicht Handlungsorientierung für alle an Studium und Lehre beteiligten Akteure und unterstützt die Verantwortung aller Beteiligten für die Qualität in Studium und Lehre. Zudem schafft es die gemeinsame Grundlage für weitere Qualitätsent- wicklung und -sicherung sowie zur konstruktiven Gestaltung des Qualitätsdiskurses. Die Kernelemente des Leitbilds für Studium und Lehre umfassen: 1. Selbstverständnis Studium und Lehre 2. Strategische Leitlinien 3. Leitsätze guter Lehre Die Umsetzung des Leitbilds für Studium und Lehre in den akademischen Alltag auf die Ebene der Studiengänge und des Studienangebots unterliegen einem ständigen Monitoring durch die Instrumente des Qualitätsmanagementsystems. An der Deutschen Sporthochschule Köln ist das Leitbild für Studium und Lehre der zentrale Orientierungspunkt der Ausgestaltung und Weiterentwicklung des Lehrprofils und der Studien- qualität. Es ist integraler Bestandteil des hochschulweiten Qualitätsmanagement-Systems. Die Deutsche Sporthochschule Köln sieht ihre Studiengänge vor dem Hintergrund ihrer Leit- themen Leistung, Gesundheit, Gesellschaft und Bildung ausgerichtet auf „Sport und Be- wegung“ als gemeinsamen, übergreifenden Bezugspunkt. In der Ausformung dieses Be- zugspunktes in allen disziplinären und inter- disziplinären Facetten verfolgt die Hochschule einen hohen wissenschaftlichen Anspruch in Forschung und Lehre, der über den Erwerb kon- kreter Problemlösungskompetenz hinaus auf fachspezifische und überfachliche Lern- und Denkstrategien abzielt. Bildungsziele Die Deutsche Sporthochschule Köln setzt sich zum Ziel, Studierende im Rahmen ihres wis- senschaftlichen Studiums in der Entwicklung einer intellektuellen und weltoffenen Persön- lichkeit zu fördern. Für diese Förderung sieht sich die Deutsche Sporthochschule Köln als Ort für die gemeinsame Entfaltung und Per- sönlichkeitsentwicklung sowohl von Studie- renden als auch Lehrenden auf dem Boden wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens. Das Wissen über die Sportarten bildet hierfür in allen Studiengängen zwar das thematische Fundament, welches aber mit stringenter Aus- richtung auf wissenschaftliches Denken und Arbeiten themen- und handlungsorientiert vielfältig ausdifferenziert wird. Wissenschaftsbasierte Qualifizierung Alle Studiengänge der Deutschen Sporthoch- schule Köln verfolgen eine wissenschaftsba- sierte Qualifizierung. Auf dieser Basis beste- hen Lern- und Bildungsprozesse nicht nur aus dem Erwerb von Wissen, aus Verständnisfä- higkeit und aus Anwendungskompetenz, son- dern insbesondere auch aus der Entwicklung kritischer, wissenschaftsbasierter Reflexions- fähigkeit. Durch die hiermit verbundenen hohen wissenschaftlichen Ansprüche werden Studierende zugleich auf die hohen Ansprüche unterschiedlicher akademischer Berufsfelder vorbereitet. Einheit von Forschung und Lehre Vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen Qualifizierung bildet die Einheit von For- schung und Lehre ein wesentliches Grundver- ständnis der Deutschen Sporthochschule Köln, welches zugleich Studierenden ermöglicht, profund und breit für das Berufsfeld qualifi- ziert zu sein. Demzufolge sind die forschungs- orientierte Lehre, das forschende sowie prob- lemorientierte Lernen wie auch das lehrende Forschen Grundprinzipien in der Arbeits- und Denkweise der Lehrenden. Die systematische, enge Verflechtung von Forschung und Lehre ist hiermit gleichermaßen Ausgangspunkt und Folge von Lehr- und Lernprozessen. 1 Selbstverständnis Studium und Lehre Lehrinhalte Aus inhaltlicher Sicht sieht die Deutsche Sporthochschule Köln in Studium und Lehre eine Hauptaufgabe in der Einführung in die Sportwissenschaft. Hierbei wird Sportwissen- schaft in ihrer handlungswissenschaftlichen Ausformung betrachtet und durch die enge Verzahnung von Theorie und Praxis geprägt. Die Deutsche Sporthochschule Köln sieht ihre Lehr-/Lernbezüge über die Sportwissenschaft im engeren Sinne hinaus auch im Querschnitt aller zur Sportwissenschaft einschlägigen Bezugswissenschaften. Hierbei richtet die Universität ihre Studiengänge nicht nur fach- wissenschaftlich oder disziplinär, sondern insbesondere auch themenorientiert sowie multi- und interdisziplinär aus. Dieser breite Anspruch gewährleistet sowohl eine gesell- schaftliche Orientierung der Studiengänge (und ihrer Weiterentwicklung) als auch die intellektuelle Beschäftigung mit globaleren Herausforderungen im Rahmen des Studierens und darüber hinaus. Lehren und Lernen Die Deutsche Sporthochschule Köln und ihre Akteure in Studium und Lehre besitzen den Anspruch, Lehr-/Lernprozesse stetig zu re- flektieren und zu optimieren, auch auf der Basis neuer Bedingungen, Entwicklungen und Möglichkeiten. Im Verständnis der Deutschen Sporthochschule Köln liegt die hiermit ver- bundene Förderung kompetenzorientierter, forschender und problemorientierter Lehr-/ Lernprozesse in gemeinsamer Verantwortung aller Akteure und bezieht sowohl Präsenz- als auch Selbststudium mit ein. Diversität und soziale Verantwortung Die Deutsche Sporthochschule Köln versteht sich übergreifend und auch in Studium und Lehre als diversitätsorientierte Organisation mit besonderer internationaler und multikul- tureller Ausrichtung. Studiengänge gewähr- leisten und fördern diskriminierungsfreie, gerechte und faire Lehr-/Lernbedingungen und die Gleichbehandlung aller Akteure vor dem Hintergrund ihrer Kompetenzen und Ver- antwortlichkeiten. Die Deutsche Sporthoch- schule Köln sieht Studieren und Lehren als Teil eines komplexen Sozialsystems, welches von allen Akteuren gleichermaßen gestaltet und weiterentwickelt werden muss. In dieser Lesart besitzen alle Hochschulangehörigen die soziale Verpflichtung und Verantwortung zur Entwicklung und zum Schutz der universi- tären Gemeinschaft. Akademische Bildung stärken – Wissenschaftlichkeit und Forschungsorientierung Die DSHS vertritt einen akademischen Bildungsanspruch, dessen Basis die breit angelegte, wissenschaftliche Qualifizierung darstellt. Mit diesem Bildungsanspruch werden in den Studien- gängen fachliche, fachübergreifende und berufsfeldbezogene Kompetenzen angestrebt, die einen flexiblen Umgang mit beruflichen Anforderungen ermöglichen. Studienqualität sichern und weiterentwickeln – Lehr-/Lernkonzepte und Ressourcen Zielvorgaben für Studienqualität sollen transparent sein und auf einem hohen universitären Niveau weiterentwickelt werden. Diese Zielvorgaben und ihre Erfüllung sind wesentliche Be- standteile des Qualitätsmanagements und erfordern bestmögliche Lehr-/Lernkonzepte sowie materielle, technologische und personelle Ressourcen. Universitäres Bildungsangebot weiterentwickeln – Konsekutives System und Weiterbildung Die Weiterentwicklung konsekutiver und weiterbildender Studiengänge soll die internationale, wissenschaftliche und beruflich-anwendungsorientierte Ausrichtung stärken sowie Studiengänge angesichts eines dynamischen Bildungs- und Weiterbildungsmarkts profilbildend, attraktiv und wettbewerbsorientiert darstellen. Gesellschaftlichen Wandel einbeziehen – Studierbarkeit und Berufschancen Gesellschaftliche Veränderungen und hiermit zunehmend heterogene Persönlichkeiten, Kompetenzprofile und Motivationslagen sind im Studienverlauf zu berücksichtigen. Berufschan- cen sollen optimiert werden, indem neben wissenschaftlichen Kernkompetenzen insbesondere Selbstbestimmtheit, Selbstständigkeit und Selbstorganisation gefördert werden und hiermit eine kreative, wissenschaftlich fundierte Mitgestaltung des Arbeitsmarktes gelingt. Forschungsorientierung stärken - Internationale Vernetzung und Interdisziplinarität Studium und Lehre besitzen einen forschungsorientierten Anspruch, der mit internationaler Orientierung, fachlicher Aktualität und hohem fachlichen Niveau einhergeht. Zudem sollen Studiengänge ebenso wie Forschung interdisziplinär und mehrperspektivisch ausgerichtet sein sowie die Vielfalt der sportwissenschaftlichen Disziplinen abbilden, wobei die wissenschaftliche Betrachtung der Sportarten und deren praktische Vermittlung integraler Bestandteil von Stu- dium und Lehre ist. Internationalisierung stärken – Mobilität und Vernetzung Das Selbstverständnis der DSHS als European Sport University begründet eine gestärkte Internationalisierung als strategische Leitlinie. Dabei steht die Förderung der individuellen Profilbildung und Persönlichkeitsentwicklung der Studierenden durch Mobilität, englischsprachi- ge Lehre und eine transparente Anerkennungspraxis sowie die internationale wissenschaftliche Vernetzung der Wissenschaftler*innen im Fokus. 2 Strategische Leitlinien für Studium und Lehre Nachhaltigkeit fokussieren – Lebensgrundlage erhalten Die DSHS bekennt sich insbesondere auch in Studium und Lehre zu den Grundsätzen einer ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltigen Entwicklung. Der verantwortungsvolle und effiziente Umgang mit Ressourcen und diesbezügliche Grundhaltungen sollen in Studium und Lehre gleichermaßen entwickelt, vermittelt und gelebt werden. Adäquate Infrastruktur – Optimale Arbeits-, Forschungs- sowie Lehr- & Lernbedingungen Die Schaffung und Bereitstellung adäquater Rahmenbedingungen für Studium und Lehre sind zentrale Bestandteile des Qualitätsmanagements. Die DSHS arbeitet intensiv an der ständigen Optimierung der Infrastruktur in Studium und Lehre, insbesondere in Bezug auf Lehr- und Lern- räume sowie technologische Ressourcen. Gleichstellungs- und Diversity-Management entwickeln – Vielfalt gestalten und leben Die Universität erkennt die Diversität ihrer Mitarbeiter*innen und Studierenden an und ist bestrebt, die darin liegenden Ressourcen und Potenziale für alle Beteiligten gewinnbringend zu nutzen. Auch Lehr-/Lernprozesse sollen hinsichtlich der Heterogenität und Geschlechtsspezifik der Beteiligten betrachtet und gestaltet werden, wobei unter anderem besondere Interessen und Arbeitsweisen berücksichtigt werden müssen. Führung- und Entscheidungsstrukturen weiterentwickeln – Optimale Steuerung und Unterstützung Um den komplexen Anforderungen hochschulweiter Verfahrens- und Kommunikationswege gerecht zu werden, sieht die Organisationsstruktur für Studium und Lehre eine transparente, qualitätsgesicherte Steuerung vor. Die hierzu genutzten Strukturen, eingerichteten Funktionen und partizipativen Informations- und Austauschmöglichkeiten gewährleisten eine effektive sowie fachlich qualitative Entscheidungsfindung unter Beteiligung aller Akteure in Studium und Lehre (Rektorat, Studiengangsleitungen, Modulbeauftragte, Lehrkräfte, Studierende, Verwal- tung). Anreizsysteme entwickeln und ausbauen – Belohnung und Förderung Das Erreichen der hochschulweiten Ziele in Studium und Lehre (insbesondre der Lehr- und Betreuungsqualität) ist maßgeblich vom Engagement der Beteiligten abhängig. Zur Wertschät- zung von Engagement, und hiermit verbundener besonderer Leistung, entwickelt und pflegt die Hochschule Anreizsysteme für Akteure in Studium und Lehre, die zugleich mit besonderen Unterstützungsstrukturen verbunden sind. Sportwissenschaftlichen Nachwuchs exzellent ausbilden – Konsequente Förderung und internationale Ausrichtung Die DSHS ist die einzige sportwissenschaftliche Universität und besitzt daher eine besondere Verantwortung, den sportwissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland hinsichtlich von For- schungs-, aber auch Lehrkompetenz auszubilden. Zudem gilt es, bereits in der Studienphase wissenschaftliche Talente zu entdecken. Hierbei sind internationale Standards sowie die spezielle Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses von besonderer Bedeutung. »» ist anspruchsvoll und relevant »» berücksichtigt den aktuellen (sport)wissenschaftlichen Kenntnisstand (z.B. Forschung) »» besitzt hohe und transparente Leistungsanforderungen »» orientiert sich am Entwicklungsstand der Studierenden »» berücksichtigt die aufbauende Struktur innerhalb von Studiengängen »» fördert Interesse und Neugier »» benutzt angemessene Methoden und didaktische Mittel »» ermöglicht forschendes und problemorientiertes Lernen »» zeichnet sich durch eine transparente Kommunikation von Lernzielen aus »» ist nachvollziehbar strukturiert und an Lernzielen orientiert »» gestaltet Prüfungen fair und leistungsgerecht »» gestaltet Prüfungen kompetenzorientiert »» stimmt Prüfungen auf Methoden/Lerninhalte und Lernziele ab »» konzipiert Prüfungen nach formalen Kriterien »» bewertet Prüfungsleistungen transparent und nachvollziehbar »» gibt Raum für Persönlichkeitsbildung und -entfaltung »» fördert selbstgesteuertes Lernen »» unterstützt Studierende beim Selbststudium »» bezieht Studierende in Ziele, Inhalte und Gestaltung von Lehre mit ein Das Leitbild für Studium und Lehre formuliert konkrete Leitsätze guter Lehre, die als freiwillige Selbstverpflichtung aller Akteure das lehr- und lernbezogene Handeln bestimmen. Die Leitsätze guter Lehre lassen sich in acht Dimensionen guter Lehre strukturieren. Gute Lehre…. Le hr in ha lt Ve rm it tl un g Pr üf un ge n A ut on om ie - fö rd er un g 3 Leitsätze guter Lehre »» fördert kritisches Denken und Reflexion »» erfordert den respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander »» ermöglicht einen konstruktiv-kritischen Austausch »» erfordert faires und transparentes Feedback »» ermöglicht die Reflexion von Leistungsstand und Lernfortschritt »» erfordert Offenheit der Lehrkräfte für eigenes Lernen »» wird von wissenschaftlich engagierten Lehrkräften durchgeführt »» basiert auf einem professionellen, kollegialen und loyalen Umgang der Lehrkräfte miteinander »» erfordert von Studierenden Verantwortung und Selbstorganisation für eigene Lernprozesse »» erfordert eine gute Vor- und Nachbereitung von Lehrveranstaltungen durch die Studierenden »» erfordert von Studierenden das aktive und rege Mitwirken an und in der Lehrveranstaltung »» erfordert von Studierenden die Bereitschaft sich mit Wissenschaft und Forschung auseinanderzusetzen »» erfordert gut ausgewählte und qualifizierte Lehrkräfte »» erfordert angemessene materielle bzw. technologische Lehr-/Lernhilfen »» erfordert angemessene Lehr-/Lernumgebungen »» erfordert angemessene Arbeitsplatzbedingungen für Lehrkräfte Le rn kl im a Le hr kr äf te St ud ie re nd e Le hr -/ Le rn - re ss ou rc en Al? Kontakt Stabsstelle Akademische Planung und Steuerung Abteilung Studium und Lehre, Deutsche Sporthochschule Köln E-Mail: StAPSSL@dshs-koeln.de Weiter Informationen zu Studium & Lehre https://www.dshs-koeln.de/hochschule/studium-und-lehre https://www.dshs-koeln.de/hochschule/studium-und-lehre/qualitaetsmanagement-in-studium-lehre mailto:StAPSSL%40dshs-koeln.de?subject= https://www.dshs-koeln.de/hochschule/studium-und-lehre https://www.dshs-koeln.de/hochschule/studium-und-lehre/qualitaetsmanagement-in-studium-lehre Deutsche Sporthochschule Koln German Sport University Cologne

  • leitbild_der_verwaltung.pdf
    Das Leitbild der Hochschulverwaltung der Deutschen Sporthochschule Köln Das Leitbild der Hochschulverwaltung der Deutschen Sporthochschule Köln formuliert den Anspruch an das Handeln aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es bildet den Orientierungsrahmen für eine effiziente und kundenorientierte Hochschulverwaltung. Damit definieren wir Ziele und Strategien und richten unser Verhalten danach aus. Die Identifikation mit unserer Hochschule ist uns ein zentrales Anliegen. Zielorientierung und Wirtschaftlichkeit • Wir setzen die uns zur Verfügung gestellten Ressourcen zielorientiert und wirtschaftlich ein. • Entscheidungen treffen wir unter Abwägung von Nutzen und Aufwand. • Informationen geben wir zeitnah und zielorientiert weiter und sorgen für kurze Entscheidungswege und -verfahren. • Wir optimieren unsere Leistungen ständig durch kontinuierliche Fort- und Weiterbildung. Dienstleistung und Kundenorientierung • Wir unterstützen und fördern die Mitglieder und Angehörigen der Deutschen Sporthochschule Köln bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben in Forschung, Lehre, Studium und Weiterbildung. • Wir nutzen Handlungs- und Ermessensspielräume. • Wir arbeiten vertrauensvoll mit den uns verbundenen Personen und Einrichtungen innerhalb und außerhalb der Hochschule zusammen. • Kundenfreundlichkeit, Offenheit und gegenseitige Wertschätzung bestimmen unser Verhalten und den Umgang miteinander. Dialog und Kooperation • Im Dialog mit unseren Kunden und Partnern erarbeiten wir praktikable Lösungen. • Wir arbeiten dezernatsübergreifend zusammen und bündeln unsere Kompetenzen, um zeitnah optimale Ergebnisse zu erreichen. • Transparenz der Verwaltungsabläufe und kurze Entscheidungswege sind für uns wichtige Grundlagen der erfolgreichen Zusammenarbeit. Führung und Leitung • Unsere Führungskräfte verfügen über ein hohes Maß an sozialer Kompetenz und haben den Mut, neue Wege zu gehen und Visionen aufzuzeigen. Sie zeichnen sich aus durch - Entscheidungsfreudigkeit und Verantwortungsbereitschaft, - die Fähigkeit, Kompetenzen der MitarbeiterInnen zu erkennen, zu nutzen und zu fördern, - Einstehen für gemeinsam getroffene Entscheidungen, - Übereinstimmung von Reden und Handeln, - Konfliktfähigkeit sowie das Vermögen, offene und konstruktive Kritik zu üben und anzunehmen.

  • ki-guide-final-pdf.pdf
    Gute wissenschaftliche Praxis – und wie KI dazu passt Was bedeuten diese Begriffe für mich? Was bedeuten sie im Kontext meiner KI-Nutzung? !Egal welches KI-Tool du nutzt, eigenes Wissen und eigene (Handlungs-) Kompetenzen kannst nur du selbst ausbilden. Dabei kann dir ein strate- gisch eingesetztes KI-Tool helfen. Stell dir eine persönliche Best-of-Liste zusammen (Tool / Fach / Anwendungsbereich). ChatGPT, aber datensicher KommunikationIntegrität Vollständigkeit Überprüfbarkeit Fairness Un Wie können KI-Tools mich beim Lernen unterstützen? Wie können KI-Tools mich dabei unterstützen, meine Kompetenzen beim wissenschaftlichen Arbeiten weiterzuentwickeln? Wie und wann kann ich auf KI-generierte Ergebnisse zurückgreifen? Professionalisierung meiner akademischen KI-Nutzung Wie kann ich das Risiko von Falschinformationen und Halluzinationen minimieren? Wie kann ich sicherstellen, dass ich auch mit KI-Nutzung die Prinzipien guter wissenschaftlicher Praxis einhalte? Fünf Fragen vgl. UNESCO Quickstart | uhh.de/h0a64 Möchte ich für die Aufgabe überhaupt ein KI-Tool nutzen?* Wie finde ich Das passende KI-Tool? START Welches spezielle Tool passt zu meinem Bedarf? JA NEIN Brauche ich das häufiger – lohnt sich die Tool-Suche? NEIN JA Kann ich für diese Aufgabe ein Universaltool nutzen? (UHHGPT, ChatGPT, Gemini, Claude u.a.) Definiere deine Kriterien: Was soll das Tool gut können? Teste gezielt: Gleicher Prompt in verschiedenen Tools. Vergleiche die Ergebnisse nach den definierten Kriterien. Wähle das Tool aus, das die besten Ergebnisse liefert. Methodisch sinnvoll ausgewähltes Spezialtool Trotzdem: keine Garantie für korrekte Ergebnisse! Ist es wichtig, dass das Ergebnis faktisch korrekt ist? Nutzung sicher JA Habe ich die Expertise, die Korrektheit zu beurteilen? Kann ich die volle Verantwortung für das Ergebnis übernehmen? JA NEIN JA Nutzung unsicher Nutzung möglich „Welche Gegenpositionen gibt es zu meinem Argument? Warum sind die relevant?” „Stelle mir kritische Fragen, wie ein Peer Reviewer es tun würde.” „Hilf mir, meine These interdisziplinär zu betrachten – welche Perspektiven fehlen mir?” „Gib mir Feedback auf meinen Gliederungs- entwurf. Was klingt schlüssig, was nicht?” „Erklär mir den Unterschied zwischen induktivem und deduktivem Vorgehen.” „Hilf mir beim Umformulieren dieser Passage für bessere Lesbarkeit.” „Gib mir 3 Argumente für mein Thema“ – ohne die Quelle zu prüfen oder Gegenthesen zu suchen. „Überarbeite meinen Text sprachlich“ – und ich übernehme alles ungeprüft. „Formatiere meine Literaturliste nach APA“ – ohne zu wissen, was APA bedeutet. „Schreib mir eine komplette Hausarbeit über ...” „Finde eine passende Forschungsfrage” – ich nehme die erste. „Fasse diesen Text zusammen und schreib mir eine Einleitung.” REFLEKTIERTUNREFLEKTIERT KI-Tools ersetzen Denken & Lernen KI-Tools entlasten Denken KI-Tools unterstützen Denken KI-Tools erweitern Denken & Lernen nach Buck/Limburg 2024 | uhh.de/kj1d6 sichere Uni-Schnittstelle zu ChatGPT keine Datenspeicherung auf US-Servern keine Einsicht durch Lehrende Login via B-Kennung uhhgpt.uni-hamburg.de KI-Tools Prompts KI im Studium? Du entscheidest, wie. Dieser Guide hilft dir dabei, generative KI-Tools reflektiert zu nutzen – fürs Lernen, Schreiben und Denken. Mit Tipps, Beispielen und Fragen, die dich wirklich weiterbringen. Ehrlichkeit Sorgfalt Eigenständigkeit Verantwortung Kritisches Denken Neugier Dein Guide für kluge Entscheidungen mit KI study smart – with AI Für unterschiedliche Handlungen eignen sich oft unterschiedliche KI-Tools – auch abhängig vom Fachkontext. Hier einige Tipps zur Suche nach dem geeigneten Tool. * Nicht jede Aufgabe braucht ein KI-Tool. Manchmal ist es besser, darauf zu verzichten – z. B. wenn du das Thema selbst durchdringen willst und dir mit der Nut- zung eine Lerngele- genheit verloren geht. Nutzungs- szenarien von KI- Tools im Schreib- prozess GHOSTWRITER COPY & PASTE- Vorlage content- Generator Guide on the side Study Buddy Feedback-Geber Motivator Kritischer Dialogpartner Personal tutor Ideen- Lieferant https://pad.uni-hamburg.de/prompt-workbook http://uhh.de/h0a64 https://uhh.de/7mnoc http://uhh.de/kj1d6 http://uhhgpt.uni-hamburg.de/ 1. Copy-Paste-Hausarbeit Lass dir mit nur einem Prompt eine komplette Hausarbeit schreiben – und gib sie einfach so ab. 2. Fantasievolle Literaturangaben Du brauchst eine aktuelle Literaturliste? Frag am besten ein generatives KI-Tool – statt eine Datenbank zu benutzen. 3. Fachbegriffe à la KI Frag eine KI, wie ein Fachbegriff verwendet wird – und übernimm den Vorschlag, auch wenn ihr im Seminar etwas anderes besprochen habt. 4. Automatisch = unangenehm Lass dir eine Mail an deine Lehrperson schreiben – und schick sie ungeprüft ab, inklusive Platzhaltern wie „Sehr geehrte:r [Name ergänzen]“. 5. KI als dein Ghostwriter Übernimm KI-generierte Absätze direkt in deine Arbeit – ohne Kennzeichnung, ohne Reflexion, ohne eigene Leistung. 6. Datenschutzfreie Zone Lade deinen gesamten Entwurf inklusive personenbezogener Daten und fremder Texte in ein KI-Tool hoch. Ich möchte KI gern einsetzen ... für die Ideenfindung. als Sparringspartner. für Feedback. Ist das in Ordnung? Wenn nicht: warum nicht? Lektüre Frage an mich: Was möchte ich in meinem wissen- schaftlichen Studium selber lernen? Un Mit neuen (g)KI-Praktiken müssen gerade alle einen Umgang finden. Übernimm Ver- antwortung und nimm das Gespräch mit deinen Lehrenden auf, wie der Umgang in eurer Veranstaltung aussehen soll. ! Video (12 Min.) UHH-Richtlinien KI gone wrong: 6 Szenarien UHH-KI-Infos Darf ich KI-generierte Passagen in meinen abzugebenden Text übernehmen? Risiken der KI-Nutzung Welche Nebenwirkungen hat der KI-Einsatz im Studium – und darüber hinaus? KI KANN VIEL, aber nicht für dich studieren Deskilling Daten- sicherheit Verpasste Lernchancen Diskriminierung Ressourcen- verbrauch Kontroll- verluste Wer nur auf KI- Ergebnisse setzt und nicht selber denkt, verzichtet auf eigene Erkenntnisse und lernt weniger. Wenn Routine- arbeiten oder Denk- prozesse ausgelagert werden, hindert das die eigene Kompetenz- ausbildung. Persönliche Daten, Prüfungsinhalte oder Forschungs- daten könnten von Toolanbietern weiterverwendet werden. KI-Modelle geben scheinbar neutrale Antworten – basieren aber auf unausge- wogenen Trainings- daten, die auch Stereotype enthalten. Training und Betrieb großer KI-Modelle verbrauchen enorme Mengen an Energie und Wasser – zulasten von Klima und Umwelt. Große KI-Modelle werden von wenigen Tech-Konzernen kontrolliert – das wirft Fragen nach Macht, Verantwortung und Manipulation auf. Frag deine Lehrenden! Welche Lernziele sollte ich auf jeden Fall ohne KI erreichen? Wo finde ich fachspezifische Regelungen? Wen kann ich für weitere Fragen ansprechen? Gibt es in meinem Fach spezielle KI-Tools, die von Wissenschaftler:innen für bestimmte fach- wissenschaftliche Handlungen eingesetzt werden? Wie soll ich die KI-Nutzung in meiner Arbeit dokumentieren? Wie funktioniert ein KI-Text- Generator wie z.B. ChatGPT? Texte Analysieren Muster erkennen Statistisch Berechnen Text erzeugen Internet, Wikipedia, Foren, Bücher Welche Wörter und Wortteile folgen häufig aufeinander? Was ist das „wahrscheinlich” nächste Wort? Wort für Wort – ohne Verständnis für den Inhalt Nutzungsszenarien aus dem Orientierungsrahmen der UHH zur Initiierung und Verbesserung von Schreibprozessen verwenden, z. B. indem sie sich Ideen für Themen generieren, Hilfestellungen beim sprachlichen Ausdruck geben oder Textpassagen übersetzen lassen, zur Individualisierung und Strukturierung von Lerninhalten nutzen, z. B. indem sie sich verfügbare Inhalte gemäß den eigenen Bedürfnissen zusammen- stellen oder anreichern oder sich individuelle Lernpläne erstellen lassen, als unterstützenden Interaktionspartner in der Bearbeitung von Aufgaben nutzen, die Kreativität erfordern, um z. B. eigene Ideen anzureichern, Frage- stellungen zu diskutieren oder Gegenargumente zu finden, zur Überprüfung und Verbesserung selbst erbrachter Leistungen verwenden, z. B. indem sie einen Programmcode prüfen lassen.” „Studierende können gKI unter anderem ... KI-Tools lassen sich nutzen, um die eige- nen Kompetenzen und Handlungsoptionen zu erweitern, aber auch um eigene Arbeit und Lerngelegenheiten zu umgehen. Reflektiere im Einzelfall für dich, welche Konsequenzen eine Nutzungsart für dich hat und ob sie mit deinen Zielen übereinstimmt. Du bist für dein eigenes Handeln verantwortlich. ! You are the expert! Erstellt im Projekt DDLitLab · Universität Hamburg · Mareike Bartels & Fridrun Freise · Stand: Oktober 2025 · uhh.de/ddlitlab Informiere dich, ob und wie du das bei der Abgabe doku- mentieren musst, z.B. mittels Eigenständigkeitserklärung. KI genutzt? https://uhh.de/lz86h https://lecture2go.uni-hamburg.de/l2go/-/get/v/70983 https://uhh.de/dyn9z https://www.hcl.uni-hamburg.de/ddlitlab/gki/gki-landing-page.html https://www.hcl.uni-hamburg.de/ddlitlab/

  • interview_braunüller_sz_26.pdf
    DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de D ie tragische Geschichte von Justin Fashanu kann man bis heute als eine Botschaft an al- le queeren Fußballer interpre- tieren: Ihr gehört hier nicht hin. Fashanu, 1961 in London geboren, war 1990 der erste aktive Fußballprofi, der sei- ne Homosexualität öffentlich gemacht hat. Als er sich am 2. Mai 1998 in einer Garage erhängte, hinterließ er einen kurzen Ab- schiedsbrief, darin der Satz: „Schwul und eine Person des öffentlichen Lebens zu sein, ist hart.“ Der Sohn eines Nigerianers und einer Guyanerin galt als großes Talent, mit gera- de einmal 17 Jahren debütierte er für Nor- wich City in der ersten englischen Liga. Er spielte in der Jugendnationalmannschaft und schoss 1980 ein sensationelles Tor ge- gen den FC Liverpool, das zum „Goal of the Season“ gewählt wurde. Justin Fashanu war Anfang der Achtzigerjahre ein großes Versprechen im englischen Fußball: Not- tingham Forest bezahlte eine Million Pfund Ablöse für ihn, damals eine Rekord- summe für einen schwarzen Fußballer. Doch Fashanu kam nicht zurecht bei sei- nem neuen Klub, vergab plötzlich einfachs- te Chancen. Der Anfang vom Ende war der Moment, in dem Trainer Brian Clough her- ausfand, dass sein junger Stürmerstar in den Schwulenbars der Stadt feierte. Vor versammelter Mannschaft beschimpfte Clough Fashanu als „Schwuchtel“ und schloss ihn kurze Zeit später vom Training aus. Als Fashanu trotzdem auf dem Gelän- de erschien, rief sein Trainer die Polizei. Jetzt könnte man natürlich sagen: Was den Umgang mit Homosexualität angeht, sind zumindest westliche Gesellschaften heute deutlich weiter als zu der Zeit von Jus- tin Fashanu. Wir leben schließlich in einer Welt, in der Jens Spahn, ein schwuler verhei- rateter Mann, der CDU/CSU-Bundestags- fraktion vorsitzt. Und wir lebten schon vor zehn Jahren in einer Welt, in der die Menge bei einem republikanischen Parteitag be- geistert „USA! USA!“ skandierte, nachdem dort ein Mann namens Peter Thiel auf der Bühne verkündet hatte: „Ich bin stolz dar- auf, schwul zu sein. Ich bin stolz darauf, Re- publikaner zu sein. Aber vor allem bin ich stolz darauf, Amerikaner zu sein.“ Wir müssen weit gekommen zu sein, wenn selbst die illiberale Maga-Bewegung einen homosexuellen Mann als einen ihrer Vordenker akzeptiert. Oder etwa doch nicht? Schaut man sich die Situation im Männersport an, bekommt man jedenfalls große Zweifel an dieser optimistischen Sicht auf die Dinge. Gerade geht auf Social Media die kanadi- sche Serie „Heated Rivalry“ viral. Und die Aufregung dürfte nur noch größer werden, wenn die Serie bald auch in Deutschland und weiteren Ländern legal zu streamen sein wird. Dabei wirkt die Geschichte auf den ersten Blick gar nicht allzu spektaku- lär. Zwei junge Männer, die im Beruf Kon- trahenten sind, lernen sich kennen, begin- nen eine Affäre, verlieben sich und, ja, ha- dern mit ihrer Sexualität. Doch das Gefühl, zwei Menschen dabei zu begleiten, wie sie ein großes Tabu bre- chen, das entsteht vor allem deswegen, weil Shane Hollander und Ilya Rozanov – so heißen die Protagonisten – keine Politi- ker, Musiker oder Informatiker sind. Son- dern Eishockeyprofis. Eishockey, das ist Volkssport in Kanada, einem vermeintlich liberalen Land. Doch offen schwule oder bi- sexuelle Eishockeyspieler gibt es dort, ge- nau wie im Rest der Welt, so gut wie nicht. Und es ist ja nicht nur Eishockey. Sinn- bildlich für den Umgang mit Homosexuali- tät im Männersport steht Fußball, gewis- sermaßen der globale Volkssport. Bis heu- te haben sich gerade einmal 29 Profifußbal- ler während oder nach ihrer Karriere als ho- mo- oder bisexuell geoutet, zählte das Fach- portal Outsports kürzlich nach. Nur zum Vergleich: Die Zahl der momentan aktiven Fußballprofis liegt bei mehr als 120 000. Einer der ganz wenigen aktiven Fußball- profis, die offen homosexuell leben, ist der Australier Joshua Cavallo, dessen Coming- out etwas mehr als vier Jahre her ist. Caval- lo, damals 21 Jahre alt, war gerade Stamm- spieler bei seinem Klub Adelaide United ge- worden, als er im Oktober 2021 ein Video in den sozialen Medien teilte: „Ich bin ein Fuß- baller. Und ich bin schwul.“ Cavallo sagte, er habe lernen müssen, seine Gefühle zu „verbergen“, um dem Bild eines Profifuß- ballers zu entsprechen. „Als ich aufwuchs, waren Schwulsein und Fußballspielen zwei Welten, die sich nie zuvor gekreuzt hatten.“ Seine Offenheit sollte zu einem Wandel beitragen. Und tatsächlich waren die ers- ten Reaktionen auf sein Coming-out fast ausschließlich positiv, Stars wie der weltbe- kannte Stürmer Zlatan Ibrahimović nann- ten Cavallo einen „Champion“. Der Austra- lier selbst sprach in Interviews anschlie- ßend davon, wie „überwältigt und glück- lich“ er über die Resonanz sei. Inzwischen wirkt er ernüchtert. Ende vergangenen Jahres hat Joshua Cavallo Adelaide United verlassen, nachdem er zu- letzt kaum noch auf dem Platz gestanden hatte. Auf Instagram macht er dem Verein und seinen Mitspielern jetzt schwere Vor- würfe. Nicht sportliche, sondern „politi- sche“ Gründe seien die Ursache dafür ge- wesen, dass er keine Einsatzzeiten mehr er- halten habe, schrieb er vor einigen Tagen. Was zu seinem „Kummer“ außerdem bei- getragen habe: „Teamkollegen machten sich über ein Foto von mir und meinem Partner lustig.“ (Adelaide United hat die Vorwürfe in einer Mitteilung als falsch zu- rückgewiesen.) Joshua Cavallo ist mit sei- nem Verlobten nach England gezogen, wo er jetzt für Stamford AFC spielt. Sportlich ist das ein Absturz für den ehemaligen Juni- orennationalspieler. Stamford ist Abstiegs- kandidat in der siebten Liga. Ein weiteres Sinnbild für den Umgang mit Homophobie im Fußball: Brian Clough, der ehemalige Trainer von Justin Fashanu, gilt bis heute als einer der größ- ten englischen Fußballtrainer überhaupt. Die Haupttribüne des Stadions von Not- tingham Forest heißt „Brian Clough Stand“, und im Stadtzentrum steht eine überlebensgroße Statue von ihm. Die Karri- ere von Justin Fashanu hingegen verlief un- stet. Er verließ Forest, wechselte auch da- nach häufig den Verein, schien nirgends wirklich reinzupassen. Er ging in die USA und nach Kanada, in der Hoffnung, dort freier leben zu können. Und dann, mit Ende zwanzig, entschied er sich, mutig zu sein. „Ich bin schwul“, ti- telte das britische Boulevardblatt Sun, da- zu die Unterzeile: „Justin Fashanu ge- steht“. Angeblich 80 000 Pfund hat Fasha- nu von der Zeitung für die Exklusivge- schichte erhalten. Sein Bruder John soll ihm die gleiche Summe geboten haben, wenn er das Interview zurückzieht. Als John, ebenfalls Fußballprofi, kurz nach Justins Coming-out in einem TV-Inter- view danach gefragt wurde, sagte er, er würde mit seinem eigenen Bruder nicht gerne in einer Mannschaft spielen oder auch nur die Umkleide teilen. „Wenn ich so bin, bin ich mir sicher, dass der Rest des Fußballs auch so ist.“ Noch viele Jahre nach dessen Tod sagte John Fashanu, er glaube, sein Bruder sei gar nicht schwul gewesen, sondern habe sich das alles bloß ausge- dacht, des Geldes wegen. Justin Fashanu beging im Mai 1998 Sui- zid, nachdem ein 17-Jähriger ihm vorge- worfen hatte, ihn vergewaltigt zu haben. In seinem Abschiedsbrief beteuerte Fashanu seine Unschuld und schrieb: „Ich fühlte, dass ich wegen meiner Homosexualität kein faires Verfahren bekommen würde. Ihr wisst, wie das ist, wenn man in Panik ge- rät. Bevor ich meinen Freunden und mei- ner Familie weiteres Unglück zufüge, will ich lieber sterben.“ Weder die Geschichte von Justin Fasha- nu noch jene von Joshua Cavallo sind ein Be- weis dafür, dass es zwingend eine schlechte Idee sein muss, sich als männlicher Profi- sportler zu outen. Es gibt Athleten, die bes- sere Erfahrungen gemacht haben, auch Fußballer. Cavallos Landsmann Andrew Brennan etwa, der lange in Australiens zwei- ter Liga spielte, hat derartige Dinge laut ei- gener Aussagen nicht erlebt. Klar ist nur, dass der Profifußball augenscheinlich eine Welt ist, deren Protagonisten meist zu dem Schluss kommen, dass ein Coming-out das Risiko nicht wert ist. Woran liegt das? Thomas Hitzlsperger, ehemaliger deut- scher Nationalspieler, machte seine Homo- sexualität 2014 – nach der aktiven Karriere – öffentlich. Im Interview mit der Süddeut- schen Zeitung sagte er vor zwei Jahren, sei- ne größte Sorge sei die Mannschaftskabine gewesen. Die Kabine: Gerade in Mann- schaftssportarten wie Fußball hat dieser Ort eine beinahe mystische Bedeutung. Hier sollen sich ganze Saisons entscheiden, Spieler wie Trainer sprechen immer wie- der darüber, dass es für den Erfolg nichts Wichtigeres gibt, als dass die Kabine „funk- tioniert“. Fliegt ein Trainer raus, dann häu- fig, weil er die Kabine angeblich „verloren“ hat. Und Thomas Hitzlsperger hat wäh- rend seiner aktiven Zeit in den Kabinen sol- che Dinge gehört: „Mit einem schwulen Mitspieler würde ich nicht duschen.“ Torhüter Jens Lehmann, mit dem Hitzls- perger lange zusammengespielt hat, sagte nach dessen Coming-out im Fernsehen, dass er vermutlich „komisch“ auf einen schwulen Mitspieler reagiert hätte: „Man duscht jeden Tag zusammen, man hat Pha- sen, in denen es nicht so läuft.“ Okay, das ist ja auch schon wieder mehr als zehn Jah- re her. Hitzlsperger selbst hatte in dem SZ- Interview schließlich gesagt, es habe sich „etwas getan“ im Fußball, und dass schwu- le Spieler jetzt eigentlich erkennen müss- ten: „Die Zeit ist reif.“ Und dann muss man an diesen Vorfall im Oktober 2024 denken, als bekannt wur- de, dass der damalige Bundesligastürmer des VfL Wolfsburg Kevin Behrens sich wei- gerte, ein Vereinstrikot in Regenbogenfar- ben für einen guten Zweck zu signieren. Medienberichten zufolge soll er im Beisein seiner Mitspieler gesagt haben: „So eine schwule Scheiße unterschreibe ich nicht.“ Natürlich ist nicht jeder Fußballprofi ho- mophob, die große Mehrheit hätte mit Si- cherheit keinerlei Probleme damit, wenn ihr Nebenmann auf dem Feld und in der Ka- bine einen anderen Mann liebt. Nur hilft diese Erkenntnis queeren Fußballern lei- der nicht weiter. Denn es reicht, wenn es ei- nige wenige gibt, die sich so äußern wie Lehmann und Behrens, um den ohnehin komplexen Prozess eines Coming-outs zu verunmöglichen. Dasselbe gilt für Insta- gram-Posts wie jenen von Felix Nmecha, aktueller deutscher Nationalspieler, der vor zweieinhalb Jahren ein Video teilte, das den Begriff „Pride“ dem Teufel zuordnete. Nmecha ist bekennender Christ und Teil des wachsenden Netzwerks „Ballers in God“, dessen Mitglieder ausschließlich Fußballprofis sind, die eine sehr funda- mentale Auslegung des Glaubens propagie- ren. Bei Instagram folgen „Ballers in God“ mehr als 700 000 Menschen. Als die engli- sche Premier League vergangenen August entschied, die obligatorische Kapitänsbin- de in Regenbogenfarben während des soge- nannten Pride Month abzuschaffen, da re- agierte „Ballers in God“ mit einem Beitrag in den sozialen Medien: „Wir haben gebe- tet. Wir haben gefastet. Und Gott hat uns er- hört.“ Im Mai 2024 überklebte zudem der muslimische Fußballprofi Mohamed Ca- mara eine Pro-LGBT-Botschaft auf dem Trikot seiner damaligen Mannschaft AS Monaco. Der Direktor des Klubs erklärte die Aktion mit „religiösen Gründen“. Apropos Regenbogenbinde und Sonder- trikot: Es ist natürlich keine Kleinigkeit, wenn Vereine und Verbände immer wieder die Sichtbarkeit solcher Symbole fördern. Weder Kapitänsbinden, Eckfahnen oder sogar ganze Stadien in Regenbogenfarben noch queere Fanklubs und Bekenntnisse zu sexueller Vielfalt in Satzungen sind zu unterschätzen. Das alles sendet ein Signal, das nicht zuletzt für queere Fans, aber auch Spieler eine große Bedeutung haben kann. Thomas Hitzlsperger hat völlig recht – es hat sich tatsächlich viel getan in den vergangenen Jahren. Es war zuletzt aber auch immer wieder zu beobachten, dass Akteure im Fußball eingeknickt sind. Da war das One-Love-Fi- asko bei der Fußball-WM in Katar 2022, als der Deutsche Fußball-Bund sich eben doch nicht traute, die Regenbogenbinde ge- gen den Widerstand der Fifa durchzuset- zen. Und da war der FC Bayern, der sehr lan- ge an der staatlichen Fluglinie Katars als Sponsor festhielt, aller Kritik an der schlechten Menschenrechtslage von quee- ren Menschen in dem islamisch geprägten Land zum Trotz. Auch das sendet Signale. Natürlich ist nichts von alldem – die schwulenfeindliche Sprache, die funda- mentalen Religionsauslegungen, das Ver- raten von Prinzipien – ein exklusives Pro- blem der Welt des Profifußballs. Aber hier treffen diese Aspekte auf „einen immer noch sehr männlich geprägten und domi- nierten Bereich“. So drückt das Birgit Brau- müller aus. Die Soziologin an der Sport- hochschule Köln forscht seit Jahren zu Ho- mosexualität und Geschlecht im Sport. Braumüller sagt: „Der Sport war aus his- torischer Perspektive nur für Männer da.“ Ursprünglich entstand organisierter Sport, um den männlichen Teil der Bevölke- rung fit und wehrtüchtig zu machen. Frau- en mussten sich den Zugang erst mühsam erkämpfen. Und sie sind noch immer nicht mal annähernd gleichberechtigt, wie die weiterhin sehr ungleiche Bezahlung in fast allen Disziplinen zeigt. Der Glaube, Sport sei männlich, ist tief in unseren Köpfen ver- ankert, so Braumüller. Und genau deshalb ist das „Abweichen von Männlichkeit“ im Profisport auch so besonders stark „tabui- siert“. Nur ein Beispiel: Der spanische Erst- ligaspieler Borja Iglesias wurde kürzlich von gegnerischen Fans schwulenfeindlich beschimpft – weil er Nagellack trug. Die männliche Konnotation des Profi- sports ist auch ein Teil der Erklärung da- für, warum es im Frauensport das Normals- te der Welt zu sein scheint, wenn die Athle- tinnen offen homosexuell sind. Sportsozio- login Braumüller sagt: „Dass Schwulsein grundsätzlich eine Nähe zu Weiblichkeit und Feminität und Lesbischsein zu Männ- lichkeit unterstellt wird, ist natürlich Quatsch“ Aber auch diese Vorstellungen seien nun mal „tief in der Gesellschaft ver- ankert“. Daher ergeben für viele Menschen lesbische Fußballerinnen gewissermaßen Sinn, schwule Fußballer hingegen nicht. In einer TV-Dokumentation sagt die Nichte von Justin Fashanu, Amal Fashanu, sie glaube, dass „nicht die Gesellschaft“ ein Problem mit Homosexuellen habe, son- dern „der Fußball“. Man versteht, wie sie das meint. Doch möchte man präzise sein, dann muss man es wohl eher so ausdrü- cken: Der Profisport, ganz besonders der Fußball, hat im Umgang mit Homosexuali- tät noch einen sehr weiten Weg vor sich. Vor allem aber verdeutlicht er uns allen, dass wir in dieser Gesellschaft vielleicht doch noch nicht ganz so weit sind, wie wir manchmal denken. DEFGH Nr. 25, Samstag/Sonntag, 31. Januar/1. Februar 2026 41 Gesellschaft Alte Klischees von Männlichkeit sind im Fußball sehr präsent Das peinliche Schweigen in der Kabine Offen queere Profiathleten sind bis heute eine große Ausnahme. Warum ist Homosexualität vor allem im Männerfußball noch immer so ein Tabu? Vo n D av i d Ku l e s s a F O T O : G R E G N A S H / R E U T E R S FO TO :G E O R G E W O O D /G E TT Y IM A G E S Melania Trump und ihre Vorgängerinnen: Warum man es als First Lady oft schwer hat Seite 45 DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de KulessadA 301.0..SZ20260131S10542251 http://www.sz-content.de

  • interview_braunüller_sz_26.pdf
    DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de D ie tragische Geschichte von Justin Fashanu kann man bis heute als eine Botschaft an al- le queeren Fußballer interpre- tieren: Ihr gehört hier nicht hin. Fashanu, 1961 in London geboren, war 1990 der erste aktive Fußballprofi, der sei- ne Homosexualität öffentlich gemacht hat. Als er sich am 2. Mai 1998 in einer Garage erhängte, hinterließ er einen kurzen Ab- schiedsbrief, darin der Satz: „Schwul und eine Person des öffentlichen Lebens zu sein, ist hart.“ Der Sohn eines Nigerianers und einer Guyanerin galt als großes Talent, mit gera- de einmal 17 Jahren debütierte er für Nor- wich City in der ersten englischen Liga. Er spielte in der Jugendnationalmannschaft und schoss 1980 ein sensationelles Tor ge- gen den FC Liverpool, das zum „Goal of the Season“ gewählt wurde. Justin Fashanu war Anfang der Achtzigerjahre ein großes Versprechen im englischen Fußball: Not- tingham Forest bezahlte eine Million Pfund Ablöse für ihn, damals eine Rekord- summe für einen schwarzen Fußballer. Doch Fashanu kam nicht zurecht bei sei- nem neuen Klub, vergab plötzlich einfachs- te Chancen. Der Anfang vom Ende war der Moment, in dem Trainer Brian Clough her- ausfand, dass sein junger Stürmerstar in den Schwulenbars der Stadt feierte. Vor versammelter Mannschaft beschimpfte Clough Fashanu als „Schwuchtel“ und schloss ihn kurze Zeit später vom Training aus. Als Fashanu trotzdem auf dem Gelän- de erschien, rief sein Trainer die Polizei. Jetzt könnte man natürlich sagen: Was den Umgang mit Homosexualität angeht, sind zumindest westliche Gesellschaften heute deutlich weiter als zu der Zeit von Jus- tin Fashanu. Wir leben schließlich in einer Welt, in der Jens Spahn, ein schwuler verhei- rateter Mann, der CDU/CSU-Bundestags- fraktion vorsitzt. Und wir lebten schon vor zehn Jahren in einer Welt, in der die Menge bei einem republikanischen Parteitag be- geistert „USA! USA!“ skandierte, nachdem dort ein Mann namens Peter Thiel auf der Bühne verkündet hatte: „Ich bin stolz dar- auf, schwul zu sein. Ich bin stolz darauf, Re- publikaner zu sein. Aber vor allem bin ich stolz darauf, Amerikaner zu sein.“ Wir müssen weit gekommen zu sein, wenn selbst die illiberale Maga-Bewegung einen homosexuellen Mann als einen ihrer Vordenker akzeptiert. Oder etwa doch nicht? Schaut man sich die Situation im Männersport an, bekommt man jedenfalls große Zweifel an dieser optimistischen Sicht auf die Dinge. Gerade geht auf Social Media die kanadi- sche Serie „Heated Rivalry“ viral. Und die Aufregung dürfte nur noch größer werden, wenn die Serie bald auch in Deutschland und weiteren Ländern legal zu streamen sein wird. Dabei wirkt die Geschichte auf den ersten Blick gar nicht allzu spektaku- lär. Zwei junge Männer, die im Beruf Kon- trahenten sind, lernen sich kennen, begin- nen eine Affäre, verlieben sich und, ja, ha- dern mit ihrer Sexualität. Doch das Gefühl, zwei Menschen dabei zu begleiten, wie sie ein großes Tabu bre- chen, das entsteht vor allem deswegen, weil Shane Hollander und Ilya Rozanov – so heißen die Protagonisten – keine Politi- ker, Musiker oder Informatiker sind. Son- dern Eishockeyprofis. Eishockey, das ist Volkssport in Kanada, einem vermeintlich liberalen Land. Doch offen schwule oder bi- sexuelle Eishockeyspieler gibt es dort, ge- nau wie im Rest der Welt, so gut wie nicht. Und es ist ja nicht nur Eishockey. Sinn- bildlich für den Umgang mit Homosexuali- tät im Männersport steht Fußball, gewis- sermaßen der globale Volkssport. Bis heu- te haben sich gerade einmal 29 Profifußbal- ler während oder nach ihrer Karriere als ho- mo- oder bisexuell geoutet, zählte das Fach- portal Outsports kürzlich nach. Nur zum Vergleich: Die Zahl der momentan aktiven Fußballprofis liegt bei mehr als 120 000. Einer der ganz wenigen aktiven Fußball- profis, die offen homosexuell leben, ist der Australier Joshua Cavallo, dessen Coming- out etwas mehr als vier Jahre her ist. Caval- lo, damals 21 Jahre alt, war gerade Stamm- spieler bei seinem Klub Adelaide United ge- worden, als er im Oktober 2021 ein Video in den sozialen Medien teilte: „Ich bin ein Fuß- baller. Und ich bin schwul.“ Cavallo sagte, er habe lernen müssen, seine Gefühle zu „verbergen“, um dem Bild eines Profifuß- ballers zu entsprechen. „Als ich aufwuchs, waren Schwulsein und Fußballspielen zwei Welten, die sich nie zuvor gekreuzt hatten.“ Seine Offenheit sollte zu einem Wandel beitragen. Und tatsächlich waren die ers- ten Reaktionen auf sein Coming-out fast ausschließlich positiv, Stars wie der weltbe- kannte Stürmer Zlatan Ibrahimović nann- ten Cavallo einen „Champion“. Der Austra- lier selbst sprach in Interviews anschlie- ßend davon, wie „überwältigt und glück- lich“ er über die Resonanz sei. Inzwischen wirkt er ernüchtert. Ende vergangenen Jahres hat Joshua Cavallo Adelaide United verlassen, nachdem er zu- letzt kaum noch auf dem Platz gestanden hatte. Auf Instagram macht er dem Verein und seinen Mitspielern jetzt schwere Vor- würfe. Nicht sportliche, sondern „politi- sche“ Gründe seien die Ursache dafür ge- wesen, dass er keine Einsatzzeiten mehr er- halten habe, schrieb er vor einigen Tagen. Was zu seinem „Kummer“ außerdem bei- getragen habe: „Teamkollegen machten sich über ein Foto von mir und meinem Partner lustig.“ (Adelaide United hat die Vorwürfe in einer Mitteilung als falsch zu- rückgewiesen.) Joshua Cavallo ist mit sei- nem Verlobten nach England gezogen, wo er jetzt für Stamford AFC spielt. Sportlich ist das ein Absturz für den ehemaligen Juni- orennationalspieler. Stamford ist Abstiegs- kandidat in der siebten Liga. Ein weiteres Sinnbild für den Umgang mit Homophobie im Fußball: Brian Clough, der ehemalige Trainer von Justin Fashanu, gilt bis heute als einer der größ- ten englischen Fußballtrainer überhaupt. Die Haupttribüne des Stadions von Not- tingham Forest heißt „Brian Clough Stand“, und im Stadtzentrum steht eine überlebensgroße Statue von ihm. Die Karri- ere von Justin Fashanu hingegen verlief un- stet. Er verließ Forest, wechselte auch da- nach häufig den Verein, schien nirgends wirklich reinzupassen. Er ging in die USA und nach Kanada, in der Hoffnung, dort freier leben zu können. Und dann, mit Ende zwanzig, entschied er sich, mutig zu sein. „Ich bin schwul“, ti- telte das britische Boulevardblatt Sun, da- zu die Unterzeile: „Justin Fashanu ge- steht“. Angeblich 80 000 Pfund hat Fasha- nu von der Zeitung für die Exklusivge- schichte erhalten. Sein Bruder John soll ihm die gleiche Summe geboten haben, wenn er das Interview zurückzieht. Als John, ebenfalls Fußballprofi, kurz nach Justins Coming-out in einem TV-Inter- view danach gefragt wurde, sagte er, er würde mit seinem eigenen Bruder nicht gerne in einer Mannschaft spielen oder auch nur die Umkleide teilen. „Wenn ich so bin, bin ich mir sicher, dass der Rest des Fußballs auch so ist.“ Noch viele Jahre nach dessen Tod sagte John Fashanu, er glaube, sein Bruder sei gar nicht schwul gewesen, sondern habe sich das alles bloß ausge- dacht, des Geldes wegen. Justin Fashanu beging im Mai 1998 Sui- zid, nachdem ein 17-Jähriger ihm vorge- worfen hatte, ihn vergewaltigt zu haben. In seinem Abschiedsbrief beteuerte Fashanu seine Unschuld und schrieb: „Ich fühlte, dass ich wegen meiner Homosexualität kein faires Verfahren bekommen würde. Ihr wisst, wie das ist, wenn man in Panik ge- rät. Bevor ich meinen Freunden und mei- ner Familie weiteres Unglück zufüge, will ich lieber sterben.“ Weder die Geschichte von Justin Fasha- nu noch jene von Joshua Cavallo sind ein Be- weis dafür, dass es zwingend eine schlechte Idee sein muss, sich als männlicher Profi- sportler zu outen. Es gibt Athleten, die bes- sere Erfahrungen gemacht haben, auch Fußballer. Cavallos Landsmann Andrew Brennan etwa, der lange in Australiens zwei- ter Liga spielte, hat derartige Dinge laut ei- gener Aussagen nicht erlebt. Klar ist nur, dass der Profifußball augenscheinlich eine Welt ist, deren Protagonisten meist zu dem Schluss kommen, dass ein Coming-out das Risiko nicht wert ist. Woran liegt das? Thomas Hitzlsperger, ehemaliger deut- scher Nationalspieler, machte seine Homo- sexualität 2014 – nach der aktiven Karriere – öffentlich. Im Interview mit der Süddeut- schen Zeitung sagte er vor zwei Jahren, sei- ne größte Sorge sei die Mannschaftskabine gewesen. Die Kabine: Gerade in Mann- schaftssportarten wie Fußball hat dieser Ort eine beinahe mystische Bedeutung. Hier sollen sich ganze Saisons entscheiden, Spieler wie Trainer sprechen immer wie- der darüber, dass es für den Erfolg nichts Wichtigeres gibt, als dass die Kabine „funk- tioniert“. Fliegt ein Trainer raus, dann häu- fig, weil er die Kabine angeblich „verloren“ hat. Und Thomas Hitzlsperger hat wäh- rend seiner aktiven Zeit in den Kabinen sol- che Dinge gehört: „Mit einem schwulen Mitspieler würde ich nicht duschen.“ Torhüter Jens Lehmann, mit dem Hitzls- perger lange zusammengespielt hat, sagte nach dessen Coming-out im Fernsehen, dass er vermutlich „komisch“ auf einen schwulen Mitspieler reagiert hätte: „Man duscht jeden Tag zusammen, man hat Pha- sen, in denen es nicht so läuft.“ Okay, das ist ja auch schon wieder mehr als zehn Jah- re her. Hitzlsperger selbst hatte in dem SZ- Interview schließlich gesagt, es habe sich „etwas getan“ im Fußball, und dass schwu- le Spieler jetzt eigentlich erkennen müss- ten: „Die Zeit ist reif.“ Und dann muss man an diesen Vorfall im Oktober 2024 denken, als bekannt wur- de, dass der damalige Bundesligastürmer des VfL Wolfsburg Kevin Behrens sich wei- gerte, ein Vereinstrikot in Regenbogenfar- ben für einen guten Zweck zu signieren. Medienberichten zufolge soll er im Beisein seiner Mitspieler gesagt haben: „So eine schwule Scheiße unterschreibe ich nicht.“ Natürlich ist nicht jeder Fußballprofi ho- mophob, die große Mehrheit hätte mit Si- cherheit keinerlei Probleme damit, wenn ihr Nebenmann auf dem Feld und in der Ka- bine einen anderen Mann liebt. Nur hilft diese Erkenntnis queeren Fußballern lei- der nicht weiter. Denn es reicht, wenn es ei- nige wenige gibt, die sich so äußern wie Lehmann und Behrens, um den ohnehin komplexen Prozess eines Coming-outs zu verunmöglichen. Dasselbe gilt für Insta- gram-Posts wie jenen von Felix Nmecha, aktueller deutscher Nationalspieler, der vor zweieinhalb Jahren ein Video teilte, das den Begriff „Pride“ dem Teufel zuordnete. Nmecha ist bekennender Christ und Teil des wachsenden Netzwerks „Ballers in God“, dessen Mitglieder ausschließlich Fußballprofis sind, die eine sehr funda- mentale Auslegung des Glaubens propagie- ren. Bei Instagram folgen „Ballers in God“ mehr als 700 000 Menschen. Als die engli- sche Premier League vergangenen August entschied, die obligatorische Kapitänsbin- de in Regenbogenfarben während des soge- nannten Pride Month abzuschaffen, da re- agierte „Ballers in God“ mit einem Beitrag in den sozialen Medien: „Wir haben gebe- tet. Wir haben gefastet. Und Gott hat uns er- hört.“ Im Mai 2024 überklebte zudem der muslimische Fußballprofi Mohamed Ca- mara eine Pro-LGBT-Botschaft auf dem Trikot seiner damaligen Mannschaft AS Monaco. Der Direktor des Klubs erklärte die Aktion mit „religiösen Gründen“. Apropos Regenbogenbinde und Sonder- trikot: Es ist natürlich keine Kleinigkeit, wenn Vereine und Verbände immer wieder die Sichtbarkeit solcher Symbole fördern. Weder Kapitänsbinden, Eckfahnen oder sogar ganze Stadien in Regenbogenfarben noch queere Fanklubs und Bekenntnisse zu sexueller Vielfalt in Satzungen sind zu unterschätzen. Das alles sendet ein Signal, das nicht zuletzt für queere Fans, aber auch Spieler eine große Bedeutung haben kann. Thomas Hitzlsperger hat völlig recht – es hat sich tatsächlich viel getan in den vergangenen Jahren. Es war zuletzt aber auch immer wieder zu beobachten, dass Akteure im Fußball eingeknickt sind. Da war das One-Love-Fi- asko bei der Fußball-WM in Katar 2022, als der Deutsche Fußball-Bund sich eben doch nicht traute, die Regenbogenbinde ge- gen den Widerstand der Fifa durchzuset- zen. Und da war der FC Bayern, der sehr lan- ge an der staatlichen Fluglinie Katars als Sponsor festhielt, aller Kritik an der schlechten Menschenrechtslage von quee- ren Menschen in dem islamisch geprägten Land zum Trotz. Auch das sendet Signale. Natürlich ist nichts von alldem – die schwulenfeindliche Sprache, die funda- mentalen Religionsauslegungen, das Ver- raten von Prinzipien – ein exklusives Pro- blem der Welt des Profifußballs. Aber hier treffen diese Aspekte auf „einen immer noch sehr männlich geprägten und domi- nierten Bereich“. So drückt das Birgit Brau- müller aus. Die Soziologin an der Sport- hochschule Köln forscht seit Jahren zu Ho- mosexualität und Geschlecht im Sport. Braumüller sagt: „Der Sport war aus his- torischer Perspektive nur für Männer da.“ Ursprünglich entstand organisierter Sport, um den männlichen Teil der Bevölke- rung fit und wehrtüchtig zu machen. Frau- en mussten sich den Zugang erst mühsam erkämpfen. Und sie sind noch immer nicht mal annähernd gleichberechtigt, wie die weiterhin sehr ungleiche Bezahlung in fast allen Disziplinen zeigt. Der Glaube, Sport sei männlich, ist tief in unseren Köpfen ver- ankert, so Braumüller. Und genau deshalb ist das „Abweichen von Männlichkeit“ im Profisport auch so besonders stark „tabui- siert“. Nur ein Beispiel: Der spanische Erst- ligaspieler Borja Iglesias wurde kürzlich von gegnerischen Fans schwulenfeindlich beschimpft – weil er Nagellack trug. Die männliche Konnotation des Profi- sports ist auch ein Teil der Erklärung da- für, warum es im Frauensport das Normals- te der Welt zu sein scheint, wenn die Athle- tinnen offen homosexuell sind. Sportsozio- login Braumüller sagt: „Dass Schwulsein grundsätzlich eine Nähe zu Weiblichkeit und Feminität und Lesbischsein zu Männ- lichkeit unterstellt wird, ist natürlich Quatsch“ Aber auch diese Vorstellungen seien nun mal „tief in der Gesellschaft ver- ankert“. Daher ergeben für viele Menschen lesbische Fußballerinnen gewissermaßen Sinn, schwule Fußballer hingegen nicht. In einer TV-Dokumentation sagt die Nichte von Justin Fashanu, Amal Fashanu, sie glaube, dass „nicht die Gesellschaft“ ein Problem mit Homosexuellen habe, son- dern „der Fußball“. Man versteht, wie sie das meint. Doch möchte man präzise sein, dann muss man es wohl eher so ausdrü- cken: Der Profisport, ganz besonders der Fußball, hat im Umgang mit Homosexuali- tät noch einen sehr weiten Weg vor sich. Vor allem aber verdeutlicht er uns allen, dass wir in dieser Gesellschaft vielleicht doch noch nicht ganz so weit sind, wie wir manchmal denken. DEFGH Nr. 25, Samstag/Sonntag, 31. Januar/1. Februar 2026 41 Gesellschaft Alte Klischees von Männlichkeit sind im Fußball sehr präsent Das peinliche Schweigen in der Kabine Offen queere Profiathleten sind bis heute eine große Ausnahme. Warum ist Homosexualität vor allem im Männerfußball noch immer so ein Tabu? Vo n D av i d Ku l e s s a F O T O : G R E G N A S H / R E U T E R S FO TO :G E O R G E W O O D /G E TT Y IM A G E S Melania Trump und ihre Vorgängerinnen: Warum man es als First Lady oft schwer hat Seite 45 DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de KulessadA 301.0..SZ20260131S10542251 http://www.sz-content.de

  • interner_bestellschein_spohoshop.pdf
    BESTELLSCHEIN FÜR DEN SPOHO-SHOP Telefon 0221 / 4982 -2345 Öffnungszeiten: Siehe aktuelle Aushänge Institut/Einrichtung/Dezernat: Ansprechpartner*in: Telefon/E-Mail: Kontierungsangaben (von der Einrichtung auszufüllen) PSP-Element (17-stellig) Sachkonto (6-stellig) Anlass/Begründung der Anschaffung Gastgeschenk(e) für (bitte Name eintragen) zum Anlass von (Ruhestand, o.ä.) Kongress (Veranstaltungsname) Institutsbedarf (bitte begründen) Sonstiges Sachlich richtig Datum Name Unterschrift Einrichtungsleiter*in Anzahl Artikel Einzelpreis Gesamt Summe Ware erhalten: Datum Name Unterschrift Institut, Einrichtung, Dezernat: Ansprechpartner*in: Check_Gastgeschenk: Off Telefon, E-Mail: Name Beschenkte*r: Anlass: Kongress: Off Veranstaltungsname: Begründung: Off Sonstiges: Off Grund: Sonstige Gründe: Anzahl_01: Artikel_01: Einzelpreis_01: Gesamt_01: Anzahl_02: Artikel_02: Einzelpreis_02: Gesamt_02: Anzahl_03: Artikel_03: Einzelpreis_03: Gesamt_03: Anzahl_04: Artikel_04: Einzelpreis_04: Gesamt_04: Anzahl_05: Anzahl_06: Artikel_05: Artikel_06: Einzelpreis_05: Einzelpreis_06: Gesamt_05: Gesamt_06: SUMME: Datum_01_af_date: Datum_02_af_date: Name_01: Name_02: PSP_1: Sachkonto_01:

  • informationen_zu_gendersensibler_sprache.pdf
    Die Hochschule in den Medien Gendersensible Sprache Auf einen Blick – Universität und­ Wissenschaft Auch in wissenschaftlichen Texten, bei Berufsbezeichnungen oder der Abkürzung akademischer Grade gibt es Möglichkeiten zur Sichtbarmachung von Frauen. Literaturverzeichnis Um das Geschlecht sichtbar zu machen können Personennamen vollständig unter Nennung des Vornamens angegeben werden. Beispiel: Bauer, Markus oder Bauer, Maria Anredeformen, Namen, Titel Maria Bauer ist Sportwissenschaftlerin. Professorin Maria Bauer ist Sportwissenschaftlerin. Abkürzungen akademischer Grade/Titel Prof.in oder Prof´. Dr.in oder Dr´. Dipl.-Päd.in oder Dipl.-Päd´. Diversity in Bildern Die Auswahl von Bildmaterial bietet weiterhin eine gute Möglichkeit, die Vielfalt der Gesellschaft abzubilden. Fragen oder Anregungen zur­ gendersensiblen Sprache? Gerne kommen wir mit Ihnen zu Fragen der Anwendung gendersensibler Sprache ins Gespräch. Gleichstellungsbüro Dr. Bianca Biallas Tel.: + 49 221 4982-7252 E-Mail: gleichstellungsbeauftragte@dshs-koeln.de Prorektorat für Digitalisierung, Kommunikation und Diversität Prof. Dr. Thomas Abel Tel.: +49 221 4982-7510 E-Mail: gdm@dshs-koeln.de Stabstelle Akademische Planung und Steuerung Abteilung Presse und Kommunikation Tel.: +49 221 4982-3850 E-Mail: presse@dshs-koeln.de www.twitter.com/SpoHoKoeln www.facebook.com/Sporthochschule www.youtube.com/Sporthochschule blog.dshs-koeln.de www.instagram.com/sporthochschule La yo ut : P re ss e un d Ko m m un ik at io n Sp or th oc hs ch ul e, 2 02 2; F ot os : f re ep ik http://www.twitter.com/SpoHoKoeln http://www.facebook.com/Sporthochschule http://www.youtube.com/Sporthochschule http://blog.dshs-koeln.de http://www.instagram.com/sporthochschule Gendersensible Sprache – warum? Sprache bildet nicht nur gesellschaftliche Strukturen ab, sie prägt auch unsere Wahrnehmung. Daher ist es wichtig, Formen zu wählen, die alle Geschlechter adäquat repräsentieren und durch die sich alle angesprochen fühlen. Mit der Verwendung gendersensibler Sprache, die auch im Landesgleichstellungs- gesetz verankert ist, können Missverständnisse vermieden und sprachlicher Diskriminierung entgegengewirkt werden. Gendersensible Sprache – zu kompliziert? In der Debatte um gendersensible Sprache gibt es zuweilen unterschiedliche Standpunkte. Häufig wird argumentiert, dass diese Form die deutsche Sprache unverständlich und kompli- zierter mache. Dieser Flyer sowie der Leitfaden „Gendersensib- le Sprache“ sollen eine Unterstützung sein, gendersensibel zu kommunizieren und fasst die gängigsten Möglichkeiten hierzu übersichtlich zusammen. Empfehlungen des Gleichstellungsbüros der Deutschen Sporthochschule Köln Genderneutrale Ansprache Genderneutrale Formulierungen scheinen in der aktuellen Diskussion die kritischen Stimmen am besten zu vereinen und das Sprachbild am geringsten zu beeinflussen. Sie sind barrie- refrei und können von Screenreadern und anderen Vorlesepro- grammen problemlos übernommen werden. Beispiele Studierende, Lehrende, Lehrkraft, interessierte Personen, wissenschaftlich Tätige, Beschäftigte, Fachleute, Publikum oder Auditorium. Umschreibung mit Hilfe des Adjektivs ȝ Der wissenschaftliche Nachwuchs (statt die Nachwuchswissenschaftler) ȝ Das stimmberechtigte Mitglied (statt die Stimmenberechtigte, der Stimmenberechtigte) Passivformulierungen ȝ Es sollte Folgendes beachtet werden (statt: die Studenten sollten Folgendes beachten) ȝ Bei der Seminargestaltung sollte die Zielgruppe beachtet werden (statt der Dozent sollte das Seminar zielgruppenori- entiert gestalten) Generell sollte innerhalb einer Publikation/eines Textes auf eine einheitliche Schreibweise geachtet werden. Gendersensible Ansprache Genderstern Zur Darstellung von Diversität wird an der Deutschen Sport hochschule Köln der Einsatz des Gendersterns empfohlen, da so die Vielfältigkeit von Geschlechtern dargestellt wird. Hierzu wird der Genderstern (*) zwischen dem männlichen Wortstamm und seiner weiblichen Endform eingefügt. Beispiele Student*innen, Professor*innen, der*die Mitarbeiter*in, ein*e Angestellte*r Gender-Doppelpunkt Der Gender-Doppelpunkt ist eine weitere Form der gender- sensiblen Schreibweise und hat sich schnell etabliert, da das Schreiben des Doppelpunkts einfacher ist und der Lesefluss weniger gestört wird. Die Nutzung des Gender-Doppelpunkts adressiert ebenso alle Geschlechter. Beispiele Student:innen, Professor:innen, der:die Mitarbeiter:in, ein:e Angestellte:r Männer und Frauen Die Verwendung des „generischen Maskulinums“ wird nach wie vor oftmals wie selbstverständlich genutzt. Zur Sicht- barmachung beider Geschlechter bieten sich die folgenden Möglichkeiten an: Beidnennung (Vollständige Paarform) Probandinnen und Probanden der Studie Splitting Ein/e Student/in lernt in der Bibliothek. Die Hochschule in den Medien Gendersensible Sprache Diverses Unternehmensteam geben sich einen Faustschlag

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    Imageplant: Such-Funktion Alle Bilder der Bilddatenbank sind mit verschiedenen Schlagwörtern versehen. Nutzen Sie die „erweiterte Suche“ für eine besonders präzise Suche. Über die „erweiterte Suche“ können Sie Ihre Auswahl bereits vorab eingrenzen und präzise nach Motiven suchen. Sie haben die Möglichkeit, zwischen drei verschiedenen Suchformen auszuwählen: 1) „Und“-Suche (Mehrere Schlagworte gleichzeitig) Stellen Sie ein „+“ (ohne Leerzeichen) vor dem Suchbegriff an. Bsp.: Forschung +Kinder Es werden nur Forschungsbilder mit Kindern angezeigt. 2) „Und ohne“-Suche (Ein Schlagworte ohne ein anderes) Falls Sie eine „Und ohne“-Suche ausführen wollen stellen Sie ein „-“ (ohne Leerzeichen) vor dem Suchbegriff an. Bsp.: Forschung –Kinder Es werden nur Forschungsbilder angezeigt auf denen keine Kinder abgebildet sind. 3) Exakte Suche Sie können für eine exakte Suche Anführungszeichen ("Hund und Katze") benutzen. „16. Kölner Abend der Sportwissenschaft“ Es werden nur Bilder des 16. Kölner Abends der Sportwissenschaft angezeigt; keine Bilder der anderen Kölner Abende. Über den Button „Download“ können Sie sich alle Bilder in drei verschiedenen Größen (incl. Druckqualität) herunterladen. Über den Button „+“ können Sie Bilder zu Ihrer Zwischenablage hinzufügen. Hier ist es möglich, eine Auswahl als Kollektion zu speichern, auf die Sie bei der nächsten Anmeldung in ihrem Imageplant-Konto wieder zugreifen können.

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