Ergebnsbericht des Projekts „Entwicklung und Implementierung einer Förderlandkarte zur Unterstützung von Förderangeboten für Kaderathlet innen und -athleten (SpoFo-Map)“ Athletenförderung in Deutschland: Bestandsaufnahmen, Förderfinder und Analysen Autoren Univ.-Prof. Dr. Jürgen Mittag Dr. Maximil ian Seltmann Ivana Pranj ić Kooperationspartner Athleten Deutschland e.V. Deutscher Olympischer Sportbund Erweitertes Projektteam Olympiastützpunkt Hessen Stiftung Deutsche Sporthi l fe Athletenförderung in Deutschland: Bestandsaufnahmen, Förderfinder und Analysen Ergebnisbericht des Projektes „Entwicklung und Implementierung einer Förderlandkarte zur Unterstützung von Förderangeboten für Kaderathletinnen und -athle- ten (SpoFo-Map)“ Autoren Univ.-Prof. Dr. Jürgen Mittag Dr. Maximilian Seltmann Ivana Pranjič Kooperationspartner Athleten Deutschland e.V. | Deutscher Olympischer Sportbund Erweitertes Projektteam Olympiastützpunkt Hessen | Stiftung Deutsche Sporthilfe Herausgeber: Institut für Europäische Sportentwicklung und Freizeitforschung der Deutschen Sporthochschule Köln 2026 doi: 10.25847/SpoFo-Map.2026 Inhaltsverzeichnis 1. Überblick und Kernergebnisse ........................................................................................................ 1 2. Projekthintergrund und Problemstellung ....................................................................................... 2 3. Methodik und Datengrundlage ....................................................................................................... 7 3.1. Projektteam ............................................................................................................................. 7 3.2. Scope: Sportarten, Förderarten und Förderinstitutionen ....................................................... 8 3.3. Datenerhebung........................................................................................................................ 8 a) Zielstellung und Logik .............................................................................................................. 8 b) Datenkategorien und -strukturierung ..................................................................................... 9 c) Desktoprecherche ................................................................................................................. 11 d) Primärdatenerhebung unter Fördererinstitutionen ............................................................. 11 3.4. Datenanalyse ......................................................................................................................... 13 4. Ergebnisse zu Förderinstitutionen und Angebote zur Athletenförderung ................................... 14 5. Analytische Befunde und Thesen zur deutschen Athletenförderung ........................................... 18 LOGIK DER DEUTSCHEN ATHLETENFÖRDERUNG ...................................................................... 19 KONSEQUENZEN, LEGITIMITATIONSANSÄTZE UND AMBIVALENZEN DER FÖRDERARCHITEKTUR ................................................................................................................................................... 21 REFORMOPTIONEN DER DEUTSCHEN ATHLETENFÖRDERUNG ................................................. 23 LEITPRINZIPIEN UND ZUKUNFTSSZENARIEN DER DEUTSCHEN ATHLETENFÖRDERUNG .......... 24 Quellen- und Literaturverzeichnis ..................................................................................................... 28 Anhang 1: Förderinstitutionen je Programmstatus, ohne Olympiastützpunkte. .............................. 32 Anhang 2: Förderprogramme je Förderart der „aktiven“ Förderinstitutionen, ohne Olympiastützpunkte. ......................................................................................................................... 34 Anhang 3: Förderkriterien Kader und Sportartkategorien der „aktiven“ Förderinstitutionen, ohne Olympiastützpunkte. ......................................................................................................................... 36 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Erhebungslogik je Typ der Förderinstitution und föderaler Ebene. ....................................... 9 Tabelle 2: Datenstruktur Förderkriterien .............................................................................................. 10 Tabelle 3: Überblick der Primardatenerhebung. ................................................................................... 12 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: In der Datenbank gelistete Förderinstitutionen je föderaler Ebene ............................... 14 Abbildung 2: In der Datenbank gelistete Förderinstitutionen je Institutionentypus ............................ 15 Abbildung 3: Anteil an Förderinstitutionen (ohne OSP) mit mindestens einem Förderprogramm je Förderart, n=51 ..................................................................................................................................... 16 Abbildung 4: Anteil an Förderinstitutionen (ohne OSP) mit Förderprogrammen je Sportartkategorie, n=51 ....................................................................................................................................................... 17 Abbildung 5: Anteil an Förderinstitutionen (ohne OSP) mit Förderprogrammen je Kader, n=51 ........ 17 1 1. Überblick und Kernergebnisse Das von April 2025 bis März 2026 durchgeführte Service-Forschungsprojekt „SpoFo-Map“ doku- mentiert, präsentiert und analysiert die Bandbreite der Förderangebote für Kaderathletinnen und -athleten in Deutschland. Grundlage ist eine umfassende Desktoprecherche sowie eine ergän- zende Primärdatenerhebung bei Förderinstitutionen auf Bundes-, Landes- und teilweise kommu- naler Ebene. Erfasst wurden öffentliche Arbeitgeber, Ministerien, Stiftungen, Olympiastützpunkte, Verbände und weitere Akteure. Die Förderprogramme wurden nach Förderarten (z.B. finanzielle Leistungen, Dienstposten, Bildungs- und Beratungsangebote) sowie nach standardisierten Zugangs- kriterien wie Kaderstatus, Sportart, Region oder Alter systematisiert. Die empirischen Ergebnisse der Recherchen zeigen eine stark ausdifferenzierte, föderal geprägte Förderlandschaft mit zahlreichen parallelen Angeboten und teilweise überlappenden Zuständigkei- ten. Zugleich wird deutlich, dass Informationen zu Fördermöglichkeiten häufig dezentral, uneinheit- lich und schwer auffindbar sind. Vor diesem Hintergrund wurde eine zentrale, datenbasierte För- derlandkarte entwickelt, die über eine benutzerfreundliche Webanwendung, den „Förderfinder“ [www.foerderfinder-sport.de], zugänglich ist. Der Förderfinder ermöglicht eine strukturierte Su- che, Filterung und vergleichende Darstellung von Förderangeboten, um damit eine transparente, navigierbare Übersicht zum deutschen Spitzensportfördersystem zu ermöglichen. Dem Projektauftrag folgend präsentiert der vorliegende Bericht auf Grundlage der empirischen Er- hebungen des Weiterenn eine Analyse der Befunde sowie Schlussfolgerungen und Perspektiven. Deutlich wird, dass das historisch gewachsene, föderal strukturierte Sportfördersystem durch eine Vielzahl staatlicher, verbandlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure geprägt ist. Diese Vielfalt schafft einerseits Resilienz und leistungsnahe Förderung, führt andererseits jedoch zu Intranspa- renz, Doppelstrukturen und hohen Informationskosten für Athletinnen und Athleten. Besonders die starke Orientierung an der Kaderzugehörigkeit beeinflusst Zugänge zu Förderleistungen. Reformperspektivisch formuliert das Projekt keine radikale Neugestaltung der Förderarchitektur, sondern plädiert für eine inkrementelle Weiterentwicklung. Im Zentrum steht dabei die Verbesse- rung von Transparenz und Zugänglichkeit. Die Förderlandkarte bzw. der „Förderfinder“ wird als zentrales Instrument verstanden, um bestehende Strukturen sichtbar zu machen und besser mit- einander zu verknüpfen. Darüber hinaus werden weitergehende Reformoptionen diskutiert, die auf eine stärkere Vernetzung der Akteure, die Nutzung digitaler Technologien, eine systematische Wirkungsevaluation und eine stärkere Ausrichtung am Leitbild der mündigen Athletinnen und Ath- leten abzielen. Der vorliegende Bericht versteht sich als empirisch fundierte Bestandsaufnahme und als Ansatz zur thesenhaften analytischen Einordnung der bestehenden Förderlandschaft. Eine formale Be- wertung der Zielerreichung im Sinne des Feinkonzepts sowie weitergehende normative Entschei- dungen obliegen der zuständigen AG 1 der Bund-Länder-Sport AG. 2 2. Projekthintergrund und Problemstellung Die Spitzensportförderung ist ein zentraler Bestandteil des deutschen Sportsystems mit weitrei- chenden Implikationen: Erfolge im Spitzensport werden in Medien und öffentlicher Kommunika- tion mit großem Interesse verfolgt. Vor allem im Zuge von Sportgroßereignissen kommt dem Ab- schneiden in populären Sportarten und der Nationenwertung besonderer Stellenwert zu. Sportliche Erfolge können sowohl nach außen zum positiven Image eines Landes beitragen als auch nach in- nen ein Gemeinschaftsgefühl schaffen und den nationalen Zusammenhalt stärken (Haut et al. 2017; Haut 2024). Darüber hinaus hat der Spitzensport wirtschaftliche Bedeutung und vermag auch das Interesse an Breitensport zu fördern, was einen gesünderen Lebensstil der Bevölkerung zur Folge haben kann (Haut 2014; De Bosscher et al. 2015; Breuer et al. 2017, Sinus Markt- und Sozialfor- schung GmbH 2025). Seitdem der seinerzeitige Bundesinnenminister Thomas de Maizière am 12. Februar 2014 vor dem Sportausschuss des Deutschen Bundestages erklärt hat, die Spitzensportförderung in Deutschland schlagkräftiger gestalten zu wollen, stehen die Strukturen der Sportförderung in Deutschland kon- tinuierlich auf dem Prüfstand (BMI & DOSB 2016). Zuvor hatte es bereits nach vor allem journalis- tischen Recherchen über mangelnde Transparenz der Sportförderung (Drepper 2014) umfassen- dere Auseinandersetzungen über den Umfang und die Verteilung der Fördergelder gegeben. Letz- teres wird in einem vielschichtigen Verfahren geregelt, an dem das Bundesinnenministerium (BMI) als Mittelgeber, der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sowie die einzelnen Fachverbände be- teiligt waren. Die nachfolgende Debatte über die Konzentration und Steuerung der Bundes- und Olympiastütz- punkte, die Umstrukturierung der Kader, die Verabschiedung der Leistungssportreform von 2016, die Erhöhung der finanziellen Mittel in der Spitzensportförderung 2018, das PotAS-System und des- sen erste Reform 2019 sowie die Evaluierung und Weiterentwicklung von PotAS markieren dabei nur die wichtigsten Schlaglichter in einem anhaltenden Reformprozess. Wie umfassend die Anzahl der beteiligten Akteure in diesem Prozess ist, dokumentieren u.a. die verschiedenen Berichte des Bundesrechnungshofs (2018, 2023, 2025). Unter Federführung von BMI und DOSB und in Anlehnung an den Koalitionsvertrag vom Dezember 2021 wurde während der „Ampel“-Bundesregierung bis Ende 2024 am Konzept eines neuen Leis- tungssport-Fördersystems gearbeitet. Aus den Reihen des Sports kamen wesentliche Debattenbei- träge wie etwa im August 2022 die Stellungnahme „Warum ist es uns das wert?“ von Athleten Deutschland zur Spitzensportreform (Athleten Deutschland e.V. 2022). Im November 2022 verstän- digten sich das Bundesministerium des Innern (BMI) und der DOSB auf ein Grobkonzept zur Neu- strukturierung der Spitzensportförderung, der ein Sportfördergesetz zugrunde liegen soll und des- sen Kern eine unabhängige Sportagentur bilden soll, die den Spitzensport steuert (BMI & DOSB 2022). Das auf Grundlage eines intensiven Dialogprozesses zwischen Bund, DOSB, Ländern und wei- teren Stakeholdern erstellte Grobkonzept wurde im September 2023 durch ein Feinkonzept zur 3 Nachsteuerung und Optimierung der Spitzensportförderung ergänzt, das konkretisierte, wie die Ziele des Grobkonzepts umgesetzt werden sollen (Bund-Länder-Sport AG 2023). Auf der Grundlage dieser Konzepte wurde auf politischer Ebene der Entwurf eines Sportförderge- setzes (SpoFöG) vorbereitet. Dieses sollte – erstmals sekundärrechtlich abgesichert und verbindlich – die Förderung des Spitzensports sowie weiterer gesamtstaatlich relevanter Sportbereiche im Bun- desrecht verankern. Zugleich wurde an der Ausgestaltung der geplanten Spitzensport-Agentur ge- arbeitet. In der parallel dazu geführten sportpolitischen Debatte gab es wiederholt Kritik an einzel- nen Aspekten: Der DOSB monierte in einem umfassenden Katalog u.a. die fehlende Unabhängigkeit der geplanten Agentur, das vorgesehene Verhältnis zwischen Sportfachverbänden und Staat sowie ein nur begrenztes Ausmaß an Bürokratieabbau (DOSB 2024). Der „Gesetzentwurf zur Regelung der Förderung des Spitzensports und weiterer Maßnahmen von gesamtstaatlicher Bedeutung im Sport sowie zur Errichtung der Spitzensport-Agentur“ (Sportfördergesetz – SpoFöG) wurde am 3. Dezem- ber 2024 (Regierungs-Fraktionen) bzw. am 15. Januar 2025 (Bundesregierung) vorgelegt. Parlamen- tarische Stellungnahmen wurden vom Bundesrat (5. Dezember 2024) bzw. vom Ausschuss für In- nere Angelegenheiten (20. Dezember 2024) abgegeben. Da nach dem Auseinanderbrechen der „Ampelkoalition“ keine parlamentarische Mehrheit für das Sportfördergesetz bestand, wurde die- ses jedoch nicht mehr zur Abstimmung gebracht. Gleichwohl mobilisierte die Vorlage des Gesetz- entwurfs zahlreiche Stellungnahmen und Kommentare aus dem organisierten Sport sowie den Medien zur „Dauerbaustelle“ Spitzensportreform (Sportschau 2024). Besondere Beachtung fanden die „Gemeinsame Erklärung dt. Athletenvertreterinnen und -vertreter zum Sportfördergesetz“ vom 5. November 2024 (Athleten Deutschland 2024) sowie die Interviews in „Die Zeit“ (8.1.2025; Fritsch & Siemes 2025) und „Die Welt“ (22.2.2025, Meinhardt 2025) mit Führungspersönlichkeiten von Sportfachverbänden (Bernd Neuendorf, DFB; Thomas Weikert, DOSB; Friedhelm Julius Beucher, DBS) und Spitzenverbänden (Karla Borger, Athleten Deutschland; Max Hartung, Deutsche Sport- hilfe). Im Mai 2025 konstituierte sich die neue Regierungskoalition aus Union und SPD, in der Dr. Christi- ane Schenderlein (CDU) das Amt der Staatsministerin für Sport und Ehrenamt übernahm. Damit erfolgte die weitere Steuerung der Spitzensportreform unter neuer ministerieller Federführung. Am 23. Oktober 2025 legte das Bundeskanzleramt einen neuen Referentenentwurf für ein „Ge- setz zur Regelung der Förderung des Spitzensports und weiterer Maßnahmen gesamtstaatlicher Bedeutung im Sport sowie zur Errichtung der Spitzensport-Agentur (Sportfördergesetz)“ vor. Im Anschluss begann die Ressortabstimmung innerhalb der Bundesregierung; zugleich wurden die Län- der sowie die betroffenen Sportverbände beteiligt. Am 13. November 2025 erklärte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), dass der Referentenentwurf in der vorliegenden Fassung nicht zu- stimmungsfähig sei. Zentrale Kritikpunkte betrafen insbesondere die vorgesehene Zusammenset- zung des Stiftungsrates der geplanten Spitzensport-Agentur, in dem ein Verhältnis von 4:1 zuguns- ten der politischen Seite gegenüber dem organisierten Sport vorgesehen war. Zudem wandte sich der DOSB gegen die Regelung, wonach der oder die Vorsitzende des Stiftungsrates einen Zustim- mungsvorbehalt in zentralen Bereichen erhalten sollte. Am 10. Dezember 2025 legte der DOSB ge- meinsam mit 35 weiteren Sportorganisationen eine umfassende kritische Stellungnahme zum 4 Referentenentwurf vor und bekräftigte damit seine grundlegenden Vorbehalte gegenüber der ge- planten Ausgestaltung des Sportfördergesetzes. Am 25. März 2026 hat das Bundeskabinett den Entwurf für ein neues Sportfördergesetz verab- schiedet. Bevor es in Kraft treten kann, muss es noch vom Bundestag und Bundesrat beschlossen werden. Dem Planungsstand im Frühjahr 2026 zufolge soll nach den Olympischen und Paralympi- schen Sommerspielen 2028 in Los Angeles die Verantwortung vollständig auf die neu zu schaffende Spitzensportagentur übergehen, die als zentrales Element der Reform vorgesehen ist. Nicht nur die politische Debatte über die Spitzensportförderung in Deutschland, sondern auch die wissenschaftliche Befassung mit dem Problemfeld ist durch anhaltende Veränderungen geprägt. Grundsätzlich ist jedoch ein Mangel an systematischen Überblicken zur deutschen Spitzensportför- derung zu konstatieren, da weder umfassende empirische Bestandsaufnahmen vorliegen, noch bis- lang aus einer politikwissenschaftlichen Steuerungs- oder Governanceperspektive Studien erstellt wurden. Die wichtigen Arbeiten von Eike Emrich (2007) sowie die Studie von Merten Haring (2010) zur Rolle der Bundesländer bilden hier eher Bausteine als ein umfassendes Gesamtbild.1 Dominie- rend sind bislang Momentaufnahmen (Hottenrott & Braumann 2015), theoretische Konzepte (Pfitz- ner & Neuber 2020), Untersuchungen zur gesellschaftlichen Relevanz (Borggrefe, Cachay & Werner 2024) sowie karriere- und performanzbezogene Betrachtungen (IAT 2013). Letztere dominieren auch international vergleichende Betrachtungen, in denen Steuerungsaspekte gleichwohl eine re- levante Rolle spielen (Green & Houlihan 2005; Digel, Burk & Fahrner 2006; Houlihan & Green 2008; De Bosscher et al. 2015.; Dowling & Harris 2021). In Anlehnung an die o.a. Typologie von Emrich, aber auch mit Blick auf die Ansätze internationaler Studien erscheint es sinnvoll, im Rahmen der Sportförderung zur analytischen Präzisierung zwi- schen drei Förderlogiken zu unterscheiden: Verbändeförderung (strukturbezogene Leistungsent- wicklung, Trainings- und Wettkampfsysteme), infrastrukturelle/systemische Förderung (Stütz- punkte, Trainingsstätten, Betreuungssysteme) und Athletenförderung (individualisierte Unterstüt- zungsleistungen). Diese Förderlogiken folgen unterschiedlichen Zuständigkeiten, Entscheidungsra- tionalitäten und Zielsystemen. Im Folgenden steht die Athletenförderung im Mittelpunkt der Betrachtung. Im Lauf der Debatte über die Spitzensportreform verschob sich – einhergehend mit der Gründung des Vereins „Athleten Deutschland“ im Jahr 2017 – der Blick zunehmend auf die Rolle und Stellung der Athletinnen und Athleten. Wie stark sich der Erfolg im Spitzensport in Identifikation und Akzeptanz der Bevölke- rung niederschlägt, hängt auch von Prinzipien wie dem Auftreten und Verhalten der Athletinnen und Athleten, von Fairness, Chancengleichheit und Transparenz – und damit vom Zustandekom- men des Erfolgs – ab. Diese zunehmend wichtiger werdende Sichtweise auf den Spitzensport hat – 1 Auf Eike Emrich geht eine akteurbezogene Typologie zur Spitzensportförderung zurück, in der einen mehr- dimensionalen Maßnahmenkatalog entwickelt, der die folgenden Dimensionen umfasst: 1) Materielle Förde- rung (z.B. finanzielle Zuwendungen, Trainingsstätten, Sportmedizin); 2) Strukturelle Förderung (z. B. Ka- dereinteilung, Wettkampfplanung, Trainerauswahl); 3) Soziale Absicherung (z. B. duale Karriereförderung, Berufsperspektiven nach dem Sport). 5 einhergehend mit Debatten über Integrität im Sport – dazu geführt, dass die Rolle von Athletinnen und Athleten im Spitzensport verstärkt ins Blickfeld gerückt ist (Sinus Markt- und Sozialforschung GmbH 2025). Insbesondere der sozialen Situation von Spitzenathletinnen und -athleten ist in den letzten Jahren in den sportpolitischen Reformdebatten verstärkte Beachtung gewidmet worden – sowohl auf na- tionaler als auch auf internationaler Ebene (ILO 2020, Mittag et al. 2022; Mittag et al. 2025). Die aktuellen Verhandlungen in Deutschland über die Leistungssportreform, die mit der Veröffentli- chung des Feinkonzepts (September 2023) vorläufig abgeschlossen wurden und seitdem in Arbeits- gruppen weiterentwickelt werden, verdeutlichen das gestiegene Bewusstsein für die Notwendig- keit struktureller Anpassungen in der Athletenförderung. Zahlreiche Athletinnen und Athleten se- hen sich mit finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert. Einer auf Umfragen unter Sportlern basie- renden Studie der „Stiftung Deutschen Sporthilfe“ aus dem Jahre 2018 zufolge geben rund 35 Pro- zent der Athletinnen und Athleten an, sich aufgrund ihrer finanziellen Lage zumindest nicht hinrei- chend auf den Sport konzentrieren zu können (Breuer et al. 2018). Vor allem Athletinnen und Ath- leten in Sportarten mit geringer Medienaufmerksamkeit kämpfen oftmals mit begrenzter finanziel- ler Förderung, was zu Einkommensunsicherheiten führt. Zugleich existieren aber auch keine Instru- mente oder formalisierte institutionelle Mechanismen, (jenseits der Laufbahnberater der Olym- piastützpunkte) die Athletinnen und Athleten umfassendere Hilfestellung bei der Suche nach För- dermöglichkeiten im Spitzensport gewähren. Vor diesem Hintergrund besteht dringender Bedarf nach einem systematischen Überblick über Fördermöglichkeiten im deutschen Spitzensport. Dieser Bedarf ist umso dringlicher, da die Struk- turen der deutschen Spitzensportförderung äußerst vielschichtig und komplex sind. Das Fördersys- tem der Bundesrepublik Deutschland ist stark ausdifferenziert und umfasst eine Vielzahl von Akt- euren, die die Athletinnen und Athleten finanziell, materiell und ideell unterstützen. Dies resultiert zum einen aus den föderalen Strukturen der Bundesrepublik und dem der deutschen Sportpolitik zugrundeliegenden Subsidiaritätsprinzip, zum anderen aus der traditionell engen Verzahnung von Staat und Zivilgesellschaft (organisierter Sport) bei der Ausgestaltung des Leistungssports. Die Verantwortung für Gesetzgebung, Verwaltung und Finanzierung des Sports liegt grundsätzlich bei den Bundesländern. Der Bund fördert den Spitzensport hingegen im Zuge seiner Verantwor- tung für die gesamtstaatliche Repräsentation. Im Zeitraum von 2018 bis 2021 hat allein das Bun- desministerium des Innern und für Heimat (BMI) 2,3 Milliarden Euro für den Spitzensport bereitge- stellt. Den größten Teil dieser Summe deckt der Sportförderhaushalt des BMI (Deutscher Bundestag 2023). Die Länder haben währenddessen eigene Fördermaßnahmen aufgelegt. So hat zum Beispiel das Bundesland Hessen im Zuge einer „Neuausrichtung des Leistungssports im Sportland Hessen“ 2018 Initiativen eingeführt, um gezielt hessische Spitzenathleten zu unterstützen (Hessisches Mi- nisterium des Innern und für Sport & Landessportbund Hessen e.V. 2018). Unter den knapp 11.000 Gemeinden in Deutschland finden sich ebenfalls vielfältige Beispiele für eigene Fördermodellen und spezifische Sportfördervarianten. 6 Ein zentraler Grundsatz der Sportförderung ist die Autonomie des Sports. Dies hat zur Folge, dass Sportverbände den Spitzensport eigenverantwortlich organisieren, in dem sie u.a. Nationalmann- schaften aufstellen und Athletinnen und Athleten auf internationale Wettkämpfe vorbereiten, aber auch zentrale Träger des Stützpunktsystems des olympischen Sports sind (DOSB 2022).2 Daneben tragen weitere nicht-staatliche Akteure wie Stiftungen und Unternehmen zur Spitzensportförde- rung bei. Besonders hervorzuheben ist die Stiftung Deutsche Sporthilfe, die seit 1967 Aktive im Spitzensport ideell und materiell unterstützt. Die Deutsche Sporthilfe bietet neben der eigentlichen Sportförderung auch soziale Unterstützung, um zum Beispiel die berufliche Weiterbildung der Ath- leten zu ermöglichen. Mit über 20 Millionen Euro jährlich trägt die Deutsche Sporthilfe maßgeblich zur Unterstützung des deutschen Spitzensports bei (Stiftung Deutsche Sporthilfe 2026). Auf regio- naler und kommunaler Ebene finden sich ebenfalls zahlreiche Stiftungen mit Förderprogrammen für Kaderathlet/innen. Unsicherheit besteht allerdings schon bei einer allgemeinen Betrachtung des Ausmaßes an sportbezogenen Stiftungen. Während der Bundesverband Deutscher Stiftungen von einem Anteil von 20% aller Stiftungen ausgeht, die sich mit Sport befassen, kommen andere Erhe- bungen zu deutlich niedrigeren Anteilen (Sauerwein 2020: 13). Die Vielzahl der beteiligten Akteure führt einerseits zu einer großen Bandbreite an Fördermöglich- keiten, die von den Athletinnen und Athleten individuell und bedarfsgerecht in Anspruch genom- men werden können, andererseits aber auch zu einem unübersichtlichen und schwer zu koordi- nierendem System. Synergieeffekte zwischen den verschiedenen Förderangeboten werden bislang nur unzureichend genutzt. Anekdotische Evidenz weist bis weilen daraufhin, dass bestehende Inef- fizienzen und Doppelförderungen ein Problem darstellen. Beispielsweise gebe es Athlet/innen – meist besonders erfolgreiche/potenzialreiche –, die von mehreren Landesstiftungen gefördert wer- den, etwa sowohl im Bundesland, in dem sie geboren wurden, als auch in dem Bundesland, in dem sie aktuell trainieren. Dies kann dazu führen, dass einzelne Athletinnen und Athleten keine Förde- rung erhalten, während andere mehrere Förderquellen kombinieren. Dadurch entstehen potenziell ungleiche Förderkonstellationen, die im Einzelfall als Ungleichgewicht wahrgenommen werden können. Insbesondere die Kommunikations- und Informationsprozesse über die im Leistungssportsystem vorhandenen Fördermöglichkeiten wurden im Rahmen des laufenden Reformprozesses von ver- schiedenen Akteuren immer wieder als verbesserungswürdig bezeichnet. Vor diesem Hintergrund besteht dringender Bedarf nach einem systematischen Überblick zur Bandbreite der Fördermög- lichkeiten für Athletinnen und Athleten im Spitzensport. Zugleich erscheint die Einrichtung einer zentralen Anlauf- und Informationsstelle, die über bestehende Fördermöglichkeiten für 2 Der DSOB (2022) definiert sein Stützpunktsystem selbst wie folgt: „Mithilfe der Stützpunktnetzwerke (sport- artübergreifend und sportartspezifisch) sollen für die perspektivreichsten Leistungssportler*innen bestmög- liche Trainings- und Umfeldbedingungen für die Entwicklung und Vorbereitung internationaler Höchstleistun- gen zur Verfügung gestellt werden. Die Strukturelemente sind Landesstützpunkte, Bundesstützpunkte, Olym- piastützpunkte und das Olympische und Paralympische Trainingszentrum für Deutschland in Kienbaum. Die wesentlichen Akteure aus dem Leistungssport in den Stützpunktnetzwerken sind die Spitzenverbände, die Landesfachverbände, die Vereine, die Landessportbünde, der DOSB und die Trägerinstitutionen der Olympia- stützpunkte.“ 7 Athletinnen und Athleten informiert, zweckmäßig. Die in diesem Zusammenhang erhobenen, auf- bereiteten und dargestellten Informationen können zudem eine wichtige Basis für weiterführende Analysen und Diskussionen liefern, die dazu dienen, Förderstrukturen unter Berücksichtigung der sportlichen und sozialen Bedürfnisse von Athletinnen und Athleten effizienter zu gestalten. Die Relevanz und Dringlichkeit des Projektes ergab sich vor allem aus dem Auftrag, der im Feinkon- zept zur Spitzensportreform (Bund-Länder-Sport AG 2023) niedergelegt ist: „Im deutschen Sportsystem bestehen vielfältige Maßnahmen und Angebote für olympische und paralympische und sukzessive auch für nicht-olympische Kaderathletinnen und -athleten. Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Förderinstitutionen in Bund, Ländern und Kommu- nen sowie Fördermaßnahmen des organisierten Sports sind jedoch nicht optimal aufeinander abgestimmt. Das gesamte Spektrum bereits vorhandener individualisierter Angebote muss sichtbarer, zugänglicher und verständlicher gemacht werden. In einem ersten Schritt sind die Förderangebote und Unterstützungsleistungen in einer “För- derlandkarte“ bzw. Übersicht zusammenzufassen und allen Stakeholder-Gruppen verfügbar zu machen. Auf dieser Basis können durch die zukünftige Förderinstitution die vorhandenen Ange- bote mit den individuellen Bedürfnissen umfänglich abgeglichen werden, um einen effektiven und effizienten Mitteleinsatz zu sichern“ (S. 39, Hervorhebung ergänzt). Auf dieser Grundlage zielte das Projekt darauf ab, eine zentrale und systematische Datenbank zur Sportförderung aufzubauen. Erfasst und strukturiert dokumentiert werden Programme, Finanzie- rungsinstrumente, Beratungsangebote und infrastrukturelle Unterstützungsleistungen auf Bundes- und Länderebene, um Transparenz über Zuständigkeiten, Zugangsvoraussetzungen, Fristen und Förderumfänge zu schaffen. Die Daten sind über eine benutzerfreundliche Webanwendung zugäng- lich. Als digitale „Förderlandkarte“ bzw. als „Förderfinder“ ermöglicht sie Athletinnen und Athle- ten sowie Trainerinnen und Trainern, Verbänden und weiteren Akteuren, Förderangebote gezielt zu suchen und zu vergleichen. Filterfunktionen, personalisierte Profile sowie grafische Übersichten sollen die komplexe Förderlandschaft transparent darstellen und individuelle Bedarfe mit verfüg- baren Instrumenten passgenau verknüpfen. Auf diese Weise verbindet das Vorhaben datenba- sierte Steuerung mit einer praxisnahen, niedrigschwelligen Nutzung im Alltag des Spitzensports. 3. Methodik und Datengrundlage 3.1. Projektteam In methodischer Hinsicht wurde das Projekt als kooperatives Serviceforschungsdesign konzipiert, das wissenschaftliche Systematisierung mit praxisnaher Expertise verbindet. Die wissenschaftliche Durchführung und methodische Gesamtverantwortung lagen beim Institut für Europäische Sport- entwicklung und Freizeitforschung der Deutschen Sporthochschule Köln, das als Serviceleister fun- giert. Kooperationspartner waren Athleten Deutschland e.V. sowie der Deutsche Olympische Sportbund, sodass sowohl die Perspektive der organisierten Athletenvertretung als auch die des Dachverbandes des deutschen Sports institutionell repräsentiert ist. 8 In einem frühen Stadium des Projekts wurde das Projektteam auf Beschluss der beteiligten Partner informell um den Olympiastützpunkt Hessen, stellvertretend für die Gruppe der Olympiastütz- punkte, sowie die Stiftung Deutsche Sporthilfe erweitert, welche jeweils in strategische Entschei- dungen eingebunden waren. Dies trägt der zentralen Rolle beider Institutionen in der Athletenför- derung Rechnung. Durch diese Konstellation wird neben einer Mehrebenenperspektive auch eine Multi-Akteursicht auf die Spitzensportförderung gewährleistet, die administrative, verbandliche und athletenbezogene Sichtweisen systematisch integriert. Die Projektstruktur folgt damit bewusst der Governance-Logik des deutschen Sportsystems und bildet zentrale Akteursgruppen innerhalb der Förderarchitektur ab. 3.2. Scope: Sportarten, Förderarten und Förderinstitutionen Die Erhebung umfasst sämtliche vom DOSB anerkannten olympischen und nicht-olympischen Sportarten. Darüber hinaus wurden die vom Deutschen Behindertensportverband anerkannten pa- ralympischen Sportarten sowie die vom Deutschen Gehörlosen-Sportverband anerkannten deaf- lympischen Sportarten berücksichtigt. Damit trägt das Projekt dem Anspruch Rechnung, das Leis- tungssportsystem in seiner olympischen, paralympischen, nicht-olympischen und deaflympischen Ausprägung gleichermaßen abzubilden und mögliche strukturelle Unterschiede empirisch sichtbar zu machen. Inhaltlich differenziert die Datenerhebung zwischen verschiedenen Förderarten. Erfasst wurden Arbeits- oder Dienstverhältnisse, Möglichkeiten der Ausbildung und von Praktika, direkte finanzi- elle Förderleistungen, Versicherungsangebote sowie Unterstützungsangebote im Bereich schuli- scher Bildung. Darüber hinaus wurden Förderinstrumente im Kontext der Hochschulbildung sowie der beruflichen Fort- und Weiterbildung berücksichtigt. Ergänzend flossen Seminar- und Worksho- pangebote sowie weitere qualifizierende Maßnahmen in die Erhebung ein. Diese systematische Typologisierung der Förderarten dient dazu, materielle, strukturelle und qualifikatorische Unter- stützungsleistungen gleichermaßen sichtbar zu machen und vergleichbar aufzubereiten. Die Erhebung der Förderinstitutionen folgte einer akteurszentrierten Logik. Berücksichtigt werden öffentliche Arbeitgeber und Dienstherren wie Verwaltungen, Polizeien oder Feuerwehren ebenso wie Landesministerien, Stiftungen, Sportverbände, Landessportbünde sowie Olympiastützpunkte. Durch diese Breite wird die institutionelle Verschränkung staatlicher, verbandlicher und zivilgesell- schaftlicher Akteure im deutschen Spitzensportsystem methodisch nachvollzogen. Hinsichtlich der Erhebungsebenen differenziert das Projekt zwischen Bund, Ländern und Kommunen. 3.3. Datenerhebung a) Zielstellung und Logik Tabelle 1 systematisiert die zu Grunde liegende Zielstellung und Logik der Datenerhebung. Ange- sichts der Komplexität des Fördersystems und des kurzen Zeitraums der Datenerhebung ist eine umfassende Vollerhebung über alle Ebenen und Förderinstitutionen hinweg nicht zu realisieren. Der Ansatz der Datenerhebung folgt entsprechend der Logik, die zentralen Förderinstitutionen auf Ebene des Bundes und der Länder voll zu erheben und ganzheitlich abzubilden. Ergänzende 9 Institutionen, insbesondere Sportfachverbände, welche zudem in einer vergleichsweise hohen Zahl vorliegen, werden beispielhaft erhoben. Selbiges gilt für die relevanten Förderinstitutionen auf kommunaler Ebene. Tabelle 1: Erhebungslogik je Typ der Förderinstitution und föderaler Ebene. Förderinstitution Bund Länder Kommune Öffentliche Arbeitge- ber oder Diensther- ren Vollerhebung Vollerhebung Beispielhafte Erhe- bung Landesministerien -- Vollerhebung -- Stiftungen Vollerhebung Vollerhebung Beispielhafte Erhe- bung Sportverbände Beispielhafte Erhe- bung Beispielhafte Erhe- bung -- Landessportbünde -- Vollerhebung -- Olympiastützpunkte Vollerhebung b) Datenkategorien und -strukturierung Die im Projekt erhobenen Daten wurden entlang dreier zentraler Kategorien systematisiert: erstens der Förderinstitutionen, zweitens deren konkreten Förderprogramme und drittens die jeweiligen Zugangskriterien, welche sich auf Ebene der Förderprogramme einer Institution durchaus unter- scheiden können. Ziel dieser Differenzierung war es, sowohl die institutionelle Angebotsstruktur der Förderlandschaft als auch potenzielle Selektionsmechanismen transparent und vergleichbar ab- zubilden. Förderprogramme: Die Förderprogramme wurden zunächst nach Förderarten strukturiert erfasst. Innerhalb dieser Systematik wurden für jedes identifizierte Programm zentrale Merkmale doku- mentiert. Dazu gehörten die offizielle Bezeichnung des Förderprogramms, das zugrunde liegende Förderkonzept sowie dessen grundlegende Inhalte. Erfasst wurden dabei insbesondere Zielsetzung, Förderlogik, Art der Unterstützung (z. B. monetär, strukturell oder beratend), Laufzeiten sowie ge- gebenenfalls besondere Schwerpunktsetzungen. Ergänzend wurde jeweils ein institutioneller Kon- takt hinterlegt, um Transparenz herzustellen und eine direkte Ansprechbarkeit für Athlet/innen Sta- keholder zu gewährleisten. Diese strukturierte Erfassung ermöglicht nicht nur eine nutzerorientierte Aufbereitung der Infor- mationen, sondern schafft zugleich die Grundlage für weiterführende Analysen zur Verteilung, Schwerpunktsetzung und potenziellen Überschneidung von Förderangeboten im deutschen Spit- zensportsystem. Förderkriterien: Zur Systematisierung der Zugangsvoraussetzungen wurde eine stichprobenhafte Analyse von 15 ausgewählten Förderprogrammen durchgeführt. Diese Auswertung zeigte, dass trotz institutioneller Unterschiede ein vergleichsweise einheitlicher Katalog gängiger 10 Zugangskriterien existiert. Auf dieser Grundlage wurde ein standardisiertes Kategoriensystem ent- wickelt, das im weiteren Projektverlauf zur Erfassung sämtlicher Programme herangezogen wurde. Tabelle 2: Datenstruktur Förderkriterien Förderkriterium Skalenniveau / Ausprägungen Erläuterung Sportartenkategorie nominal: olympisch, paralym- pisch, nicht-olympisch, deaflym- pisch Differenzierung nach Zugehö- rigkeit zu den anerkannten Programmkategorien des Spitzensports Sportart und Disziplin nominal: konkrete Sportarten und Disziplinen innerhalb einer Sport- artenkategorie Eingrenzung auf bestimmte Sportarten oder ggf. sogar Einzeldisziplinen Wettkampfkategorie – Geschlecht nominal: weiblich, männlich, mixed Berücksichtigung geschlechts- spezifischer Wettkampfkate- gorien Kaderzugehörigkeit nominal: Olympiakader/ Paralym- picskader/ World Games/ Deafly- mpics-Kader; Perspektivkader; Nachwuchskader 1; Nachwuchs- kader 2; Teamkader; Ergänzungs- kader Anbindung an formalisierte Kaderstrukturen als leistungs- bezogenes Kriterium Sitz des Sportvereins nominal: Landkreise / Städte Regionale/kommunale För- derlogik über den Vereins- standort Wohnort nominal: Postleitzahl Regionale/kommunale För- derlogik über den Wohnsitz Alter metrisch: Lebensalter in Jahren Altersbezogene Eingrenzung Höchster Bildungsab- schluss nominal: kein Abschluss, Haupt- schule, Realschule, Fachhoch- schulreife, Abitur, Bachelor, Mas- ter, Promotion Berücksichtigung formaler Bil- dungsabschlüsse Inhaber einer Sportför- derstelle dichotom: ja / nein Einfluss bestehender Förder- verhältnisse in öffentlichen Sportfördergruppen Weitere individuelle Kri- terien offen Programmspezifische Zusatz- anforderungen (z. B. individu- elle Bewerbung, Leistungs- oder Bedürftigkeitsnach- weise, Empfehlung durch den Sportfachverband, etc.) Für die Analyse und insbesondere die praktische Webanwendung wurden die beiden Datenkatego- rien in eine Kausalstruktur überführt, in welcher die Förderkriterien den Zugang bzw. die Darstel- lung von Förderprogrammen bedingt. 11 c) Desktoprecherche Die Datenerhebung erfolgte in einem ersten Schritt in Form einer systematischen Desktoprecher- che. Ziel war es, die bestehende Förderlandschaft des deutschen Spitzensports auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen strukturiert zu erfassen und vergleichbar aufzubereiten. Hierzu wur- den die Internetauftritte relevanter Förderinstitutionen umfassend analysiert. Berücksichtigt wur- den insbesondere Websites, veröffentlichte Förderkonzepte, Richtlinien, Satzungen, Antragsun- terlagen sowie weitere dokumentierte Unterstützungsangebote. Auf diese Weise konnten sowohl formalisierte Förderprogramme als auch projektbezogene oder institutionell eingebettete Unter- stützungsleistungen identifiziert werden. Ein zentraler Bestandteil der Qualitätssicherung bestand im Abgleich der erhobenen Informationen mit den Factsheets des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) zu den einzelnen Bundesländern (IAT 2026). Diese Dokumente lieferten strukturierte Übersichten zu landesspezifi- schen Förderarchitekturen und ermöglichten eine Validierung sowie Ergänzung der recherchierten Daten. Darüber hinaus wurde ein Schneeballsampling-Verfahren angewendet. Dabei wurden in identifi- zierten Dokumenten oder Webauftritten enthaltene Verweise auf weitere Förderinstitutionen sys- tematisch nachverfolgt. Dieses Vorgehen trug dem netzwerkartigen Charakter der Spitzensportför- derung Rechnung und ermöglichte es, auch solche Förderangebote zu erfassen, die nicht unmittel- bar über zentrale Suchprozesse sichtbar sind. Eine besondere Rolle kam den Kooperationspartnern sowie dem erweiterten Projektteam zu. Auf- grund ihrer etablierten Netzwerke innerhalb des deutschen Spitzensports konnten sie gezielt Hin- weise auf relevante Fördergeber liefern, Kontakte vermitteln und Informationslücken schließen. Die enge Einbindung dieser Akteursgruppen erhöhte nicht nur die Vollständigkeit der Erhebung, sondern stärkte zugleich die Anschlussfähigkeit der Ergebnisse an bestehende Governance- und Kommunikationsstrukturen im Leistungssportsystem. d) Primärdatenerhebung unter Fördererinstitutionen Ergänzend zur systematischen Desktoprecherche wurde eine Primärdatenerhebung unter identifi- zierten Förderinstitutionen durchgeführt. Zentrales Instrument war ein standardisiertes Online- Survey, das gezielt an die zuvor identifizierten Förderakteure versendet wurde. Ziel war es, beste- hende Informationen zu verifizieren, fehlende Angaben zu ergänzen sowie strukturierte und ver- gleichbare Datensätze zu generieren. Der Fragebogen orientierte sich dabei an den im Rahmen der Vorrecherche identifizierten Förderarten und Förderkriterien und folgte einer klaren Systematisie- rungslogik. Auf Grundlage der Desktoprecherche wurden spezifische Datenbedarfe identifiziert, etwa bei un- vollständigen Angaben zu Förderprogrammen oder -kriterien. In diesen Fällen erfolgte eine direkte Kontaktaufnahme mit den jeweiligen Institutionen. Dieses Vorgehen ermöglichte es, Informations- lücken zu schließen und zugleich die Validität der erhobenen Daten zu erhöhen. 12 Die Kooperation mit den Olympiastützpunkten, die als Schnittstellenakteure im deutschen Spitzen- sportsystem fungieren, war für diese Datenerhebungsmethodik zentral. Neben eigenen Förderleis- tungen wurden auch ihre Beratungs- und Vermittlungsfunktionen erfasst, insbesondere im Hinblick auf Netzwerkpartner wie Unternehmen, Hochschulen oder Schulen. Darüber hinaus wurde die Zu- sammenarbeit der Olympiastützpunkte mit kommunalen Förderinstitutionen – etwa öffentlichen Arbeitgebern oder kommunalen Stiftungen – gezielt erhoben. In diesen Konstellationen erfolgte eine direkte Ansprache der jeweiligen Kooperationspartner, um die Förderstrukturen möglichst vollständig abzubilden. Die nationalen Sportfachverbände wurden systematisch zur Dateneingabe eingeladen, um ver- bandsspezifische Förderinstrumente sowie strukturelle Unterstützungsleistungen zu erfassen. Auf Landesebene wurden Landesfachverbände dort einbezogen, wo entsprechendes Interesse bestand und relevante Förderstrukturen identifiziert werden konnten. Zur weiteren Qualitätssicherung und Verdichtung der Ergebnisse fand im September 2025 ein Workshop statt, an dem zahlreiche Förderinstitutionen vertreten waren. Dieser diente der Diskus- sion eines ersten Prototyps der Webanwendung, der Validierung der erhobenen Daten sowie der Identifikation möglicher Ergänzungen. Zugleich stellte der Workshop ein Forum für den institutio- nenübergreifenden Austausch dar und unterstützte damit den Anspruch des Projektes, Transpa- renz und Vernetzung im Fördersystem nicht nur analytisch abzubilden, sondern auch dialogisch zu fördern. Die breite Teilnahme von verschiedenen Akteursgruppen am Workshop ermöglichte zudem die strukturierte Einbindung von Netzwerken von Förderinstitutionen, welche im Nachgang gezielt kon- taktiert und zur Primärdatenerhebung eingeladen wurden. Die Institutionentypen umfassen Lan- dessportbünde, Ministerien auf Länderebene und regionale Stiftungen. Tabelle XY gibt einen Überblick über die Rücklaufquote der Primärdatenerhebung. Tabelle 3: Überblick der Primardatenerhebung. Institutionentyp Maximale Anzahl Rückläufer Anteil in % OSP 17 11 64,7% Regionale Stiftungen 16 7 43,8% LSB 16 0 0,0% Landesministerien 16 2 12,5% Nationale Sportverbände (Olympisch, Paralympisch, Nicht- Olympisch, Deaflympisch) 70 4 5,7% 13 3.4. Datenanalyse Die Datenanalyse erfolgt in einem zweistufigen Verfahren, das quantitative Systematisierung mit interpretativen Ansätzen verbindet. Im ersten Schritt erfolgt eine deskriptive Darstellung der Daten zum Stichtag 25.03.2026. Hierzu werden die identifizierten Förderprogramme entlang der definier- ten institutionellen Trägerschaften, Förderarten, Zugangskriterien sowie föderalen Ebenen aggre- giert und strukturiert ausgewertet. Ziel ist es, Transparenz über Umfang, Verteilung und Schwer- punktsetzungen der Förderlandschaft herzustellen. Im zweiten Schritt werden auf Basis dieser Auswertung generelle Trends abgeleitet und in Form von Thesen verdichtet. Diese Thesen sind durch die empirischen Daten untermauert, werden in Einzelfällen beispielhaft empirisch belegt und speisen sich zugleich aus den im Projektverlauf ge- wonnenen Eindrücken, insbesondere aus den Transferveranstaltungen im September 2025 und 2026. Sie bündeln damit zentrale Strukturmerkmale, Muster und Entwicklungsbedarfe der deut- schen Spitzensportförderung und sind damit sowohl analytische Schlussfolgerungen als auch dis- kursive Bezugspunkte für die zukünftige Ausgestaltung der Athletenförderung. 14 4. Ergebnisse zu Förderinstitutionen und Angebote zur Athletenförderung Die Darstellung der Ergebnisse erfolgt auf der Ebene von Förderinstitutionen. Im Erhebungszeit- raum konnten insgesamt 75 Förderinstitutionen identifiziert werden, welche Förderangebote in 155 in der Datenbank angelegten Programmen zur Förderung von Kaderathlet/innen anbieten. Für Institutionen, die mehrere Programme anbieten, wurden die Daten zu Förderarten und -kriterien kumuliert. Ein Überblick der Daten findet sich in Anhang 1, 2 und 3. Der Logik der Datenerhebung folgend (siehe Kapitel 3.3 a)) wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben; einzelne Institutio- nentypen auf unterschiedlichen föderalen Ebenen können lediglich beispielhaft abgebildet werden (siehe Tabelle 1). Sieben der 75 Förderinstitutionen befinden sich auf der Bundesebene (siehe Abbildung 1). Darunter fallen vier öffentliche Arbeitgeber und Dienstherren, zwei private Stiftungen und zwei Sportver- bände, der der Einladung zur Datenerhebung folgte und vollständige Angaben machte. Abbildung 1: In der Datenbank gelistete Förderinstitutionen je föderaler Ebene (eigene Darstellung). *Olympiastützpunkte lassen sich nicht in der Ebenenlogik abbilden und werden gesondert ausgewiesen. Der größte Anteil der Förderinstitutionen (46,7%) befindet sich auf der Ebene der Bundesländer. 15 Förderinstitutionen befinden sich auf Ebene der Kommunen. Diese beinhalten ebenso überkom- munale Einrichtungen, welche innerhalb einer Region eines Bundeslandes, wie beispielsweise der Metropolregion Rhein-Neckar, agieren. Die 17 Olympiastützpunkte nehmen eine Sonderrolle in der Ebenenlogik ein. Da eine klare Zuschreibung zu einer Ebene ist nicht möglich ist, werden diese ge- sondert ausgewiesen.3 3 Je nach Betrachtungslogik lassen sich Argumente für eine Zuordnung zu jeder der drei Ebenen anführen: Für die Bundesebene spräche eine über die Landesgrenzen hinweg geltende Zuständigkeit einzelner OSP, insbe- sondere in Grenzgebieten, wie beispielsweise zwischen Hessen und Bayern, sowie die Finanzierung der OSP aus dem Bundeshaushalt; für eine Zuordnung zur Landesebene spricht die häufige Trägerschaft unter dem Dach der Landessportbünde sowie die regionale Zuständigkeit der meisten OSP entlang der Bundesländer; 8 3515 17 Ebene der Förderinstitutionen Bund Land Kommune OSP* 15 Abbildung 2: In der Datenbank gelistete Förderinstitutionen je Institutionentypus (eigene Darstellung). Im Rahmen des Projekts konnten insgesamt 22 Institutionen identifiziert werden, die als öffentliche Arbeitgeber oder Dienstherren im Kontext der Athletenförderung fungieren (siehe Abbildung 2). Hierzu zählen auf Bundesebene insbesondere die Sportfördergruppen der Bundeswehr, der Bun- despolizei sowie des Zolls. Ergänzt wird dieses Spektrum durch Einrichtungen auf Landesebene, da- runter sechs Polizeien und eine Feuerwehr, die entsprechende Förderstrukturen bereitstellen. Dar- über hinaus bieten sechs Landesministerien4 Sportförderstellen innerhalb der öffentlichen Verwal- tung an und sind insofern ebenfalls als öffentliche Arbeitgeber zu berücksichtigen. Auch auf kom- munaler Ebene existieren entsprechende Programme, die in den Verwaltungen von Städten und Landkreisen angesiedelt sind und in sechs Fällen identifiziert werden konnten. Neben den öffentlichen Arbeitgebern wurden Stiftungen als weitere zentrale Akteursgruppe der Athletenförderung in sämtlichen Bundesländern, auf Bundesebene sowie in einzelnen Kommunen identifiziert.5 Die Landessportbünde (LSB) treten demgegenüber nur in begrenztem Umfang als di- rekte Förderakteure in Erscheinung. Lediglich fünf Landessportbünde konnten identifiziert werden, die unmittelbare Förderleistungen für Athletinnen und Athleten erbringen. Die Olympiastützpunkte übernehmen hingegen eine zentrale Rolle innerhalb der Förderlandschaft und bieten Unterstützung in vier unterschiedlichen Programmbereichen an. Diese umfassen zum einen eigene Serviceangebote, die direkt an den Bedürfnissen der Athletinnen und Athleten ausge- richtet sind, sowie zum anderen Beratungs- und Vermittlungsleistungen zu spitzensportfreundli- chen Schulen, Hochschulen und Unternehmen. für eine kommunale Zuordnung spricht der Fakt, dass in einigen Bundesländern mehrere OSPs existieren und diese stark an lokale Gegebenheiten wie Bundesleistungszentren angegliedert sind. 4 Da alle identifizierten Landesministerien als öffentliche Arbeitgeber und Dienstherren fungieren, werden diese beiden Institutionentypen gemeinsam ausgewiesen. 5 Im Vergleich zu den Daten von Sauerwein (2020: 302) fällt die Anzahl der im Projekt erfassten Stiftungen geringer aus; während hier 27 Einrichtungen identifiziert wurden, weist Sauerwein insgesamt 36 entspre- chende Organisationen aus. 0 5 10 15 20 25 30 Öffentlicher Arbeitgeber oder Dienstherr Stiftung Sportverband LSB OSP 22 27 4 5 17 Förderinstitutionen in der Datenbank je Typ 16 Abbildung 3 gibt Aufschluss über die Förderprogramme, die von den in der Datenbank geführten Institutionen angeboten werden. Die Olympiastützpunkte und deren Angebote werden hierbei nicht ausgewertet, was in einer Grundgesamtheit an Förderinstitutionen von 51 resultiert.6 Abbildung 3: Anteil an Förderinstitutionen (ohne OSP) mit mindestens einem Förderprogramm je Förderart, n=51 (eigene Darstellung). 30 Förderinstitutionen (58,8%) auf den unterschiedlichen Ebenen bieten über ihre Förderpro- gramme eine finanzielle Förderung für Athletinnen und Athleten an. Diese Förderart ist damit die am häufigsten auftauchende, gefolgt von Arbeits- und Dienstverhältnissen (20/39,2%), Ausbil- dungs- und Praktikumsangeboten (14/27,5%) und Hochschulbildung (13/25,5%). Seminare und Workshops werden außerhalb der OSP-Angebote lediglich von drei weiteren Förderern angeboten. Private Versicherungsleistungen, die über die Inkludierung in sozialstaatliche Maßnahmen über den Arbeitnehmer- oder Beamtenstatus hinausgehen, werden lediglich von zwei Förderinstitutionen angeboten. Abbildung 4 zeigt, dass 94,1% (48 Institutionen) aller Förderinstitutionen Förderprogramme für Ath- letinnen und Athleten der olympischen Sportarten anbieten. Mit 41,2% (21) fällt der Anteil an In- stitutionen mit Programmen für deaflympische Sportarten am geringsten aus. 6 Sieben der insgesamt 75 in der Datenbank gelisteten Förderinstitutionen weisen keine aktiven Programme auf (=Status: inaktiv, siehe Anhang 1. Dies bedeutet, dass diese zwar als Förderinstitutionen in der Datenbank geführt sind, die Informationen zu zugehörigen Programmen allerdings nicht vollständig sind, um diese in der Anwendung abzubilden. Für den Fall, dass Förderinstitutionen mehrere Programme einer Förderart anbieten, z. B. für unterschiedliche Sportarten oder Kader, wird jede Institution lediglich einmal pro Förderart gewertet. 0,0% 10,0% 20,0% 30,0% 40,0% 50,0% 60,0% Arbeits- & Dienstverhältnis Ausbildung & Praktika Finanzielle Förderung Versicherungsleistungen Hochschulbildung Weiter- und Fortbildung Seminare, Workshops, etc. 39,2% 27,5% 58,8% 3,9% 25,5% 9,8% 5,9% Anteil an Förderinstitutionen mit mindestens einem Förderprogramm je Förderart (n=51) 17 Abbildung 4: Anteil an Förderinstitutionen (ohne OSP) mit Förderprogrammen je Sportartkategorie, n=51 (eigene Dar- stellung). Im Hinblick auf das Förderkriterium Kaderstatus verdeutlicht Abbildung 5, dass für die vier Bundes- kader (Olympiakader/ Paralympicskader/ World Games/ Deaflympics-Kader, Perspektivkader, Nachwuchskader 1 und Nachwuchskader 2) über die Gesamtheit der Förderinstitutionen – erneut sind die OSPs ausgenommen – eine breite Abdeckung an Förderinstitutionen mit Angeboten für diese Kaderkategorien besteht. Die meisten Institutionen bieten Programme für sämtliche Kader an (siehe Anhang 3). Abbildung 5: Anteil an Förderinstitutionen (ohne OSP) mit Förderprogrammen je Kader, n=51 (eigene Darstellung). 0,0% 10,0% 20,0% 30,0% 40,0% 50,0% 60,0% 70,0% 80,0% 90,0% 100,0% Olympisch Paralympisch Nicht-Olympisch Deaflympisch 94,1% 80,4% 43,1% 41,2% Anteil an Förderinstitutionen mit Förderprogrammen je Sportartkategorie (n=51) 0,0% 10,0% 20,0% 30,0% 40,0% 50,0% 60,0% 70,0% 80,0% 90,0% 100,0% OK / PAK / WGK / DK PK NK1 NK2 92,2% 94,1% 96,1% 84,3% Anteil an Förderinstitutionen mit Förderprogrammen je Kader (n=51) 18 5. Analytische Befunde und Thesen zur deutschen Athletenförderung Die Förderung von Kaderathletinnen und -athleten in Deutschland ist seit Jahren Gegenstand sport- politischer Diskussionen. Zwischen unterschiedlichen Ebenen und Akteuren sowie föderaler Zustän- digkeitsverteilung, verbandlicher Autonomie und staatlicher Mitverantwortung hat sich ein kom- plexes Geflecht aus Förderprogrammen, Institutionen und Unterstützungsleistungen entwickelt. Dieses insgesamt komplexe System erscheint für Athletinnen und Athleten selbst nur schwer über- schaubar. Vor diesem Hintergrund steht im Folgenden weniger eine grundlegende Neuordnung des Systems als vielmehr die Frage nach Transparenz und Zugänglichkeit im Mittelpunkt. Primäres Ziel ist es, die bestehenden Angebote systematisch sichtbar zu machen und so aufzubereiten, dass Ath- letinnen und Athleten ebenso wie Trainer/innen, Laufbahnberater/innen und weitere Funktions- träger/innen sie eigenständig, niedrigschwellig und bedarfsorientiert nutzen können. Die nachfol- gende Analyse ist infolgedessen primär als Grundlage für die Weiterentwicklung des Förderfinders als benutzerfreundliches Tool zu sehen, das die Vielfalt der Fördermöglichkeiten strukturiert er- fasst, verständlich darstellt und die Navigation durch das System deutlich erleichtert. Dem offiziellen Auftrag folgend, nimmt die Analyse in thesenhafter Form auch eine Einordnung, Bewertung und Perspektivierung vor. Da viele Merkmale daraufhin deuten, dass die bestehende Förderarchitektur in ihrer Gesamtheit nur begrenzt transparent ist – etwa mit Blick auf sich teil- weise überlappende Ebenen, Programme und Zugangsvoraussetzungen – und nicht immer klar er- kennbaren Steuerungslogiken folgt, stellen sich auch Fragen zu Effizienz, Zielgenauigkeit und Wir- kung der eingesetzten Mittel. An dieser Stelle setzt die erweiterte Analyse an. Dabei ist ausdrücklich festzuhalten, dass es kein eindeutig „optimales“ Modell der Athletenförderung und auch kein übertragbares Best-Practice-Beispiel gibt, das sich eins zu eins auf das deutsche System anwenden ließe. Förderarchitekturen sind stets das Ergebnis historischer Entwicklungen, politischer Rahmen- bedingungen, sportverbandlicher Strukturen und sportkultureller Besonderheiten (siehe Seltmann 2026; van Bottenburg 2013).7 Entsprechend existieren unterschiedliche Szenarien und Gestal- tungsoptionen, die jeweils eigene Vor- und Nachteile mit sich bringen. Ziel kann daher nicht die Suche nach einer universellen Ideallösung sein, sondern die reflektierte Weiterentwicklung beste- hender Strukturen unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Kontextbedingungen. Für eine differenzierte Analyse lassen sich drei grundlegende Formen der Förderung voneinander abgrenzen: Erstens die Unterstützung von Verbänden, die auf die Entwicklung leistungsorientierter Strukturen sowie auf Trainings- und Wettkampfsysteme abzielt; zweitens die infrastrukturelle bzw. systemische Förderung, die etwa Stützpunkte, Trainingsstätten und Betreuungseinrichtungen um- fasst; und drittens die direkte Förderung von Athletinnen und Athleten in Form individuell zuge- schnittener Leistungen. Diese Bereiche unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Zuständigkeiten, Ent- scheidungslogiken und Zielsetzungen, weshalb eine analytische Betrachtung ihre Trennung voraus- setzt. Im Folgenden wird der Schwerpunkt auf die Athletenförderung gelegt, wobei zugleich zu 7 Die Nennung exemplarischer Förderinstitutionen und deren Programme im Rahmen der thesenhaften Ana- lyse dient nicht der Kritik an deren Praxis, sondern der beispielhaften Illustration systemweiter Logiken. 19 beachten ist, dass es in der Praxis zu Überschneidungen zwischen den verschiedenen Förderfor- men kommen kann. LOGIK DER DEUTSCHEN ATHLETENFÖRDERUNG „Jeder tut, was er kann – aber auch, was er will“ 1. Das deutsche System der Athletenförderung folgt keiner zentral gesteuerten Gesamtlo- gik, sondern ist historisch gewachsen, föderal ausdifferenziert und organisatorisch frag- mentiert. Die zugespitzte Formel „Jeder tut, was er kann – aber auch, was er will“ be- schreibt weniger ein normatives Leitbild als eine empirisch beobachtbare Systemrealität. 2. Bund, Länder, Kommunen, Verbände und Stiftungen haben ihre Förderinstrumente eigen- ständig und inkrementell entwickelt. Die heutige Struktur ist additiv gewachsen – nicht strategisch abgestimmt. 3. Die Förderprogramme der Institutionen auf Bundesebene sind – trotz kontinuierlicher An- passungen und Weiterentwicklungen über die vergangenen Jahrzehnte (vgl. Hahn et al. 2020; Maron 2020) – weitgehend konsolidiert. So gelten beispielsweise die Sportförder- programme der Bundeswehr (1968; siehe Hahn 2020), der Bundespolizei (1978; siehe Ma- ron 2020) und des Zolls (1952; siehe Zoll 2026) sowie die Förderung durch die Stiftung Deut- sche Sporthilfe (seit 1967; siehe Stiftung Deutsche Sporthilfe 2026) seit langer Zeit als Kern- bestandteile der deutschen Athletenförderung. Förderprogramme privater und öffentli- cher Natur auf den weiteren föderalen Ebenen sind hingegen erst deutlich später einge- führt worden und unterliegen stärkeren Veränderungen.8 4. Großangelegte Förderprogramme auf Bundesebene stehen einer Vielzahl an kleineren Programmen verschiedenster Institutionen auf Ebene der Länder und Kommunen gegen- über. In einer Gesamtbetrachtung der Athletenförderung muss berücksichtigt werden, dass Förderinstitutionen und deren Programme in unterschiedlichem Maße finanziell ausgestat- tet sind und entsprechend unterschiedliche Förderkontingente aufweisen. Dies resultiert in unterschiedlichen Relevanzen einzelner Förderprogramme für die Gesamtlandschaft der Athletenförderung.9 8 Beispielhaft seien hier die Sporthilfe Brandenburg e.V. (1993; siehe Sporthilfe Brandenburg e.V. 2026), die Sportstiftung Hessen (2001; siehe Landessportbund Hessen e.V. 2026) oder die Sportförderung der Bayeri- schen Polizei (2012; siehe Bayerische Polizei 2026) genannt. 9 Die drei bundesfinanzierten Förderprogramme der Bundeswehr, der Bundespolizei und des Zolls stellen über 1.000 Förderstellen pro Jahr zur Verfügung und sind mit einem gesamten Finanzvolumen von über 80 Mio. Euro ausgestattet (Deutscher Bundestag 2025). Finanzvolumina und Förderkontingente privater Sport- stiftungen variieren in hohem Maße (Stiftung Deutsche Sporthilfe [2026]: 24,1 Mio. Euro; Sportstiftung NRW [2025]: 4,7 Mio. Euro; Sporthilfe Brandenburg e.V. [Land Brandenburg Ministerium für Bildung, Jugend und Sport 2024]: 433.547 Euro; Stiftung Leistungssport Hamburg [Deutsche Stiftung für Ehrenamt und Engage- ment 2026]: ca. 250.000 Euro; Sportstiftung Bremen [Landessportbund für Bremen & Bremerhaven 2024]: 40.000 Euro. 20 5. Die deutsche Athletenförderung folgt formal der Logik eines föderalen Mehrebenensys- tems, faktisch jedoch ohne klare funktionale Kompetenzabgrenzung. Förderzuständigkei- ten überlappen sich vertikal (Bund – Land – Kommune) und horizontal (staatlich – verband- lich – stiftungsbasiert). Die Analyse von Förder- und Zugangskriterien erweist sich als zent- ral, um die Förderlandschaft zu verstehen; ein reines Kartieren von Förderinstitutionen und -maßnahmen greift zu kurz, um die Systemcharakteristika aufzuzeigen. 6. Entgegen der verbreiteten Annahme einer pyramidenförmigen Zuständigkeitsordnung existiert keine klare Ebenenlogik entlang des Leistungsniveaus. Landes- und kommunale Förderer adressieren formal auch höchste Kaderstufen (siehe Abbildung 5 und Anhang 3). Das System ist damit hinsichtlich einer Orientierung an Leistungsniveaus nicht hierarchisch, sondern überlappend organisiert. 7. Olympische und paralympische Logiken dominieren das Fördersystem (siehe Abbildung 4). Die Förderarchitektur ist stark an internationaler Sichtbarkeit ausgerichtet. Olympische und paralympische Disziplinen strukturieren Prioritätensetzung und Ressourcenzuteilung. Nicht-olympische Sportarten sind systemisch in geringerem Maße abgedeckt, während deaflympische Förderung aktuell angeglichen wird. 8. Abseits von öffentlichen Arbeitgebern und Dienstherren bzw. Anstellungs- bzw. Ausbil- dungsverhältnissen in spitzensportfreundlichen Unternehmen erfolgt keine systematische Eingliederung in das Sozialstaatssystem von Kaderathletinnen und -athleten (siehe Fiege 2025; Seltmann 2026). Alternative Einbettungsmechanismen erfolgen über eine Einstellung in spitzensportfreundlichen Unternehmen, zu denen alle OSPs beratend und vermittelnd wirken. Die im Projekt erhobenen Daten erlauben allerdings keine Aussagen über die Be- deutsamkeit dieser Förderangebote. Auch privatrechtliche Versicherungsleistungen sind weitestgehend unterentwickelt (siehe Abbildung 3). 9. Zugangskriterien werden über Förderinstitutionen hinweg nicht aneinander angeglichen, sondern individuell festgesetzt und definiert. Unterschiedliche Förderer legen unterschied- liche Logiken zugrunde, insbesondere im Hinblick auf regionale Zugehörigkeitskriterien wie Wohnort oder Sitz des Sportvereins.10 10. Regionale und sportartspezifische Programme sind ungleich verteilt. Auf regionaler und kommunaler Ebene zeigen sich deutliche Unterschiede in der Existenz von Förderinstituti- onen und -programmen. 10 Die meisten regionalen Förderer, insbesondere Stiftungen, legen die Zugehörigkeit zu einem Sportverein im regionalen Kontext als Zugangskriterium an. Andere nutzen zudem weitere Kriterien, wie die Zugehörigkeit zu einem lokalen OSP oder den Wohnsitz (siehe Stiftung Leistungssport Hamburg 2025). Andere wiederum legen eine Logik, in denen lediglich eines von mehreren Kriterien erfüllt sein muss (z. B. Start für einen Verein im Land, Trainingsmittelpunkt im Land oder Lebensmittelpunkt im Land, siehe Sportstiftung NRW 2025) oder binden die Förderung direkt an die Zugehörigkeit zu einer Partnerhochschule (siehe Spitzensport-Stipendium MRN Rhein-Neckar gGmbH 2026). 21 11. Nicht in allen Bundesländern existieren Arbeits- und Dienstverhältnisse mit Akteuren und Organisationen der öffentlichen Hand. Im Sinne einer dualen Karriere bleiben Athletinnen und Athleten dort auf die Programme der Bundesebene angewiesen. Die Existenz von kom- munalen und überkommunalen Förderern – insbesondere in Form von Stiftungen – erhö- hen geografische Divergenzen, da diese nicht flächendeckend existieren. Zudem ergeben sich auch innerhalb der Sportartkategorie Unterschiede hinsichtlich der Zugänge zu För- derprogrammen. Neben einer festgeschriebenen Liste an geförderten Sportarten in den Sportförderprogrammen der Bundespolizei und des Zolls ergeben sich insbesondere durch regionale Schwerpunktsportarten unterschiedliche Zugänge. 12. Der Zugang zur Förderung ist regelbasiert, folgt aber keinen Automatismen. Der Zugang zu Förderleistungen erfolgt auf Grundlage definierter Kriterien, Förderrichtlinien und Se- lektionsverfahren. Netzwerk- und Beratungseffekte etwa in Form von Empfehlungen von Verbänden oder der Beratung und Koordination durch die OSPs sind aber häufig für eine Antragstellung maßgeblich. 13. Die Kaderzugehörigkeit ist das zentrale Steuerungselement; sämtliche Förderinstitutionen nutzen sie als Zugangskriterium (siehe Anhang 3). 14. Über die Olympiastützpunkte stehen flächendeckend personalisierte Beratungs- und Ori- entierungsleistungen zur Verfügung. Eine individuelle Begleitung der Athlet/innen durch die Laufbahnberatung an den OSPs ist aufgrund der Unübersichtlichkeit und Vielfalt der Fördermaßnahmen unverzichtbar und garantiert einen professionellen Rahmen. KONSEQUENZEN, LEGITIMITATIONSANSÄTZE UND AMBIVALENZEN DER FÖRDERARCHITEKTUR „Zwischen Intransparenz, begrenzter individueller Autonomie, föderaler Resilienz und Leistungs- orientierung“ 15. Die aktuellen Strukturen der Förderlandschaft erschweren für Athletinnen und Athleten die Navigation. Die Vielzahl an Programmen, Ebenen und Zugangsvoraussetzungen führt dazu, dass Athletinnen und Athleten sich nur schwer selbstständig erschließen können, welche Fördermöglichkeiten existieren und eine sinnvolle bzw. zielführende Perspektive für die individuelle Sportförderung eröffnen. 16. Die Vielzahl an Programmen, Zugangsvoraussetzungen und Förderlogiken führt zu einem erhöhten Orientierungs- und Abstimmungsaufwand. Die hohe Komplexität der Förderar- chitektur produziert Intransparenz als strukturellen Nebeneffekt, dem insbesondere durch die Beratungs- und Orientierungsangebote der OSP entgegengewirkt wird. Bei fehlender institutioneller Beratung bleiben Informationsasymmetrien allerdings bestehen; Transpa- renzdefizite können so gegebenenfalls auch zu Gerechtigkeitsdefiziten führen. 22 17. Die sich zum Teil überlappenden oder parallelen Zuständigkeiten und uneinheitlichen Förderkriterien führen zu Doppelstrukturen. Insbesondere durch die Mehrebenen-Struk- tur der Förderung und die nicht pyramidal organisierte Zuständigkeitslogik (siehe 5. und 6.) können Mehrfachförderungen auftreten. Diese sind im Sinne der Individualförderung ein- zelnen Athletinnen und Athleten dienlich, in systemischer Perspektive aber auch ineffizient. 18. Die breite institutionelle Einbettung erhöht die Grundabsicherung im Hochleistungsbe- reich. Durch die Kombination aus staatlicher Förderung durch Dienstposten bei öffentli- chen Arbeitgebern und Dienstherren, verbandlicher Struktur, privater Stiftungen, sowie Stützpunktsystem existiert für Kaderathletinnen und -athleten mit entsprechenden Dienst- posten ein vergleichsweise stabiles, allerdings mit hohem Koordinierungsbedarf verbunde- nes Unterstützungsumfeld. 19. Fragmentierung ist keine Dysfunktion – sie ist föderale Resilienz. Die Vielzahl an Förder- akteuren schafft Redundanz, Risikostreuung und Anpassungsfähigkeit. Ein monolithisches System wäre störanfälliger. Pluralität kann auch individuelle Handlungsspielräume erhö- hen. Mehrere Förderquellen können nicht nur Intransparenz bzw. Ineffizienz bedeuten, sondern auch Kombinationsmöglichkeiten und individuelle Förderstrategien. 20. Olympische Fokussierung (siehe 7.) ist strategische Priorisierung. Internationale Wahrneh- mung und Medaillenorientierung liefern angesichts der Sichtbarkeit des olympischen Sports politische Legitimation für öffentliche Investitionen. 21. Die starke Rolle der Verbände schützt sportliche Rationalität, reduziert zugleich aber in- dividuelle Autonomie. Die Kaderlogik verankert sportfachliche Expertise und Leistungsbe- zug im Zentrum der Mittelvergabe. Die sportfachliche Verantwortung der Verbände ist in- tegraler Bestandteil des langfristigen Leistungsaufbaus. Förderentscheidungen sind eng mit Erfolgs- und Entwicklungslogiken verknüpft und können nicht isoliert von diesen betrachtet werden. Athletinnen und Athleten sind folgerichtig in hohem Maße von verbandlichen Se- lektionsentscheidungen abhängig. Wer nicht oder nicht mehr im Kader ist, verliert struk- turellen Zugang zu zentralen Förderinstrumenten – unabhängig von individuellen Lebens- lagen. 22. Leistungsnahe Strukturen sichern sportfachliche Orientierung. Da zentrale Förderent- scheidungen eng an Kaderstrukturen und sportfachliche Bewertungen gekoppelt sind, er- leben Athletinnen und Athleten ein System, das Leistung als primären Maßstab anerkennt. Förderung erfolgt nicht willkürlich, sondern entlang nachvollziehbarer leistungsbezogener Kriterien – zumindest innerhalb der Kaderlogik. Die Kaderzugehörigkeit fungiert dabei als Scharnier zwischen Institutionen und ist Ausdruck sportfachlicher Bewertung innerhalb ei- nes langfristigen Leistungsaufbaus, bindet Athletinnen und Athleten jedoch eng an ver- bandliche Selektionsprozesse. Durch einige wenige Förderer (siehe z.B. Sportstiftung NRW 23 2025), die Förderzusagen über einen längeren Zeitraum als ein Jahr machen, wird die Rele- vanz des Kaderstatus leicht vermindert. REFORMOPTIONEN DER DEUTSCHEN ATHLETENFÖRDERUNG „Kein Best-Practice“, sondern „Failing succesfully?!“ 23. Die deutsche Spitzensportförderung ist durch das Paradox des „failing successfully“ ge- prägt: Trotz struktureller Defizite wie Fragmentierung, Intransparenz und Koordinations- problemen gelingt es dem System weiterhin, sportliche Erfolge hervorzubringen – gerade, weil seine Vielfalt zugleich Leistungsnähe und Anpassungsfähigkeit ermöglicht. Gleich- wohl sind Reformen notwendig, da die ausgemachten strukturellen Defizite langfristig Effi- zienz, Chancengerechtigkeit und Transparenz untergraben und damit die nachhaltige Leis- tungsfähigkeit sowie die Legitimität des Fördersystems gefährden und abseits von Dienst- posten keine systematische soziale Absicherung der Athletinnen und Athleten erfolgt. 24. Die Reform der Spitzensportförderung kann sich in vergleichender Perspektive nicht an einem klar bestimmbaren übergeordneten Leitbild oder Modelle stützen, da international sehr unterschiedliche Förderarrangements existieren, die grundlegende Systembrüche er- schweren (siehe Seltmann 2026). Bei der Reformdiskussion der Spitzensportförderung ist zudem zu beachten, dass die deutsche Förderarchitektur zugleich durch inkrementelle, pfadabhängige Entwicklungen geprägt ist, deren Merkmale Fragmentierung, Mehrdeutig- keit der Zuständigkeiten und fehlende systematische Evaluation ein eindeutiges, etablier- tes Best-Practice-Modell nicht nahelegen. 25. Eine sachgerechte Weiterentwicklung der Sportförderung erfordert eine Balance zwi- schen Athletenperspektive, sportfachlicher Leistungslogik, föderaler Governance und be- stehenden Beratungs- und Steuerungsstrukturen. Die zentrale Herausforderung besteht darin, vorliegende Beschreibungen und Analysen mit einer immer auch auf Vorannahmen basierenden (normativen) Bewertung und Reformoptionen in eine nachvollziehbare und konsistente Gesamtperspektive zu überführen. 26. Bei Reformschritten steht Transparenz vor Vereinheitlichung. Da eine zeitnahe Anglei- chung von Zugangskriterien politisch und organisatorisch nur begrenzt realistisch erscheint, sollte der Reformschwerpunkt zunächst auf Transparenz liegen. Nicht gleiche Regeln sind entscheidend, sondern gleiche Sichtbarkeit. Eine umfassende Förderlandkarte – wie hier im Projekt vorgestellt – die sämtliche Programme, Kriterien und Fristen systematisch er- fasst, ist die zentrale Voraussetzung für Fairness und Orientierung. 27. Der „mündige Athlet“ braucht ein eigenes „Systemkonto“. Der Paradigmenwechsel vom „Förderobjekt“ zum selbstbestimmten Akteur gelingt nur, wenn Athletinnen und Athleten ihre Fördermöglichkeiten eigenständig navigieren können. Ein digitales Athletenkonto bzw. 24 eine „Athletenakte“ mit personalisierten Hinweisen, Antragsnavigation und Dokumenten- management stärkt „Agency“ statt Abhängigkeit von Vermittlung. 28. Vernetzung schlägt Zentralisierung. Die Zukunft liegt nicht in einer neuen zentralen Super- behörde, sondern in der intelligenten digitalen Verknüpfung bestehender föderaler und verbandlicher Strukturen. Eine interoperable Plattform mit gemeinsamen Datenstandards ermöglicht Koordination, ohne Autonomie aufzugeben. 29. Kompatibilität ist realistischer als Harmonisierung. Da Förderinstitutionen ihre Eigenlogi- ken beibehalten werden, bedarf es im Sinne realistischer Reformoptionen weniger Ein- heitskriterien, sondern vielmehr Richtlinien zur Kombinierbarkeit und Transparenz von Überschneidungen. Eine Übersicht darüber, welche Person welche Leistungen bezieht, ist hilfreich. Ohne von einer mittelfristigen Harmonisierung bestehender Vielfalt abzusehen, sollte das primäre Ziel nicht Vereinheitlichung sein, sondern Vermeidung von Förderlücken und ineffizienten Doppelungen sein. 30. Beratung muss strukturell verankert und digital unterstützt werden. Ohne eine umfas- sende Digitalisierungs- und Datenstrategie im Spitzensport sind Transparenz, Navigation, Koordination und evidenzbasierte Steuerung nicht erreichbar. Olympiastützpunkte und Verbände sollten als systematische „Fördernavigatoren“ agieren – unterstützt durch digi- tale Dashboards und transparente Statusanzeigen. OSP und Verbände sind keine Gatekee- per, sondern Lotsen. Digitale Tools unterstützen Beratung (Dashboard: Förderstatus, Dead- lines, Lücken). Das „No wrong door“-Prinzip wird implementiert: Athletinnen und Athleten können überall starten (OSP, Verband) und landen im selben System. 31. Ohne Wirkungsmessung bleibt Förderung symbolisch. Eine Reform der Spitzensportförde- rung ist unvollständig, wenn sie nicht systematisch misst, was Förderung tatsächlich be- wirkt. Ein standardisiertes Evaluations- und Monitoring-System ist Voraussetzung für da- tengestützte Steuerung und Legitimation öffentlicher Mittel. 32. Mindesttransparenz- und Service-Standards sichern Fördergerechtigkeit. Auch in einem föderalen System müssen Athletinnen und Athleten ein Mindestmaß an In- formation und Nachvollziehbarkeit erwarten können. Regionale Unterschiede bleiben be- stehen, dürfen aber nicht in Intransparenz oder strukturelle Benachteiligung münden. LEITPRINZIPIEN UND ZUKUNFTSSZENARIEN DER DEUTSCHEN ATHLETENFÖRDERUNG „Inkrementelle Anpassungen im Zeichen von Digitalisierung bzw. der Athletinnen- und Athleten- Perspektive“ Die Weiterentwicklung der Athletenförderung in Deutschland lässt sich nicht als einfache Reform- frage beschreiben, sondern als Entscheidung zwischen unterschiedlichen Entwicklungspfaden. Ausgangspunkt ist ein historisch gewachsenes, föderal strukturiertes und verbandlich geprägtes 25 System, das sich durch institutionelle Vielfalt, überlappende Zuständigkeiten und starke Leistungs- orientierung auszeichnet. Vor diesem Hintergrund lassen sich mehrere Zukunftsszenarien skizzie- ren, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen und jeweils eigene Konsequenzen nach sich ziehen. In verbindender Perspektive können diese zukünftigen Szenarien auf drei handlungsorientierenden Leitprinzipien der Athletenförderung aufgebaut werden, welche unabhängig von den gewählten Pfaden strukturierend wirken. Leitprinzip „Transparenz durch Digitalisierung“ Die Weiterentwicklung der Spitzensportförderung sollte systematisch auf digitale Infrastrukturen gestützt werden, um die bislang fragmentierte Förderlandschaft transparenter, zugänglicher und koordinierbarer zu gestalten. Digitale Plattformen – wie die im Projekt entwickelte Förderlandkarte bzw. der „Förderfinder“ – ermöglichen es, Informationen zu bündeln, Förderangebote vergleichbar zu machen und individuelle Bedarfe passgenau mit bestehenden Maßnahmen zu verknüpfen. Da- mit kann Digitalisierung nicht nur Informationsdefizite reduzieren, sondern auch als zentrales In- strument einer evidenzbasierten Steuerung und verbesserten Vernetzung der beteiligten Akteure dienen. Leitprinzip „Mündige Athletinnen und Athleten“ Unabhängig von der konkreten Ausgestaltung der Förderarchitektur kann das Leitbild der mündi- gen Athletin bzw. des mündigen Athleten als zentrale normative Orientierung dienen. Es zielt da- rauf ab, Athletinnen und Athleten nicht primär als Adressaten administrativer Förderentscheidun- gen, sondern als eigenverantwortliche Akteure im Fördersystem zu begreifen. Ein solches Ver- ständnis impliziert eine stärkere personenbezogene Perspektive innerhalb bestehender Strukturen sowie die Notwendigkeit struktureller Mitbestimmung. Die angeführten digitalen Instrumente könnten dazu beitragen, individuelle Förderpfade institutionsübergreifend sichtbar und navigierbar zu machen. Beratungs- und Entscheidungshilfeangebote würden systematisch ausgebaut, um In- formationsasymmetrien zu reduzieren und eigenständige Entscheidungen zu erleichtern. Möglich- keiten des Gatekeepings werden reduziert und Olympiastützpunkte und Verbände sowie beratende und vermittelnde Organisationen nehmen verstärkt die Rolle von Navigatoren und Unterstützungs- instanzen innerhalb eines komplexen Systems ein, dessen Kernelementen sich Athletinnen und Ath- leten aber selbstständig annähern können. Ziel ist nicht die Auflösung bestehender institutioneller Arrangements, sondern die Stärkung von Chancengleichheit, Transparenz und Selbststeuerungs- fähigkeit der Athletinnen und Athleten. Leitprinzip „Evidenzbasierte Steuerung“ Ein weiteres handlungsleitendes Prinzip betrifft die konsequente Ausrichtung der Spitzensportför- derung an evidenzbasierten Entscheidungsgrundlagen. Es zielt darauf, Förderentscheidungen sys- tematisch auf Wirkungsanalysen zu stützen und damit Transparenz, Effizienz und Legitimation öf- fentlicher Mittel zu stärken. Hierzu bedarf es einer verbindlichen und kontinuierlichen Evaluation von Programmen und Maßnahmen. Im Fokus stehen hierbei vorrangig staatlich finanzierte 26 Förderprogramme; private Programme können in systemischer Perspektive dennoch einbezogen werden. Förderinstrumente würden regelmäßig hinsichtlich ihrer Zielerreichung überprüft und an- gepasst. Daten zu sportlichen Erfolgen, Karriereverläufen, Drop-out-Raten, dualen Karrierepfaden oder Transferwirkungen würden strukturiert erhoben und in strategische Steuerungsentscheidun- gen integriert. Dies könnte auch eine Potentialeinschätzung von Athletinnen und Athleten umfas- sen. Eine solche evidenzbasierte Orientierung erhöht die gesamtstaatliche Steuerungsfähigkeit und schafft nachvollziehbare Entscheidungsgrundlagen. Zugleich macht sie Priorisierungsentscheidun- gen transparenter und damit potenziell konfliktträchtiger, da Verteilungswirkungen und Zielkon- flikte deutlicher sichtbar werden. Als Leitprinzip verstanden, fordert evidenzbasierte Steuerung keine bestimmte institutionelle Architektur, sondern eine veränderte Entscheidungslogik innerhalb der jeweils gewählten Reformoption. Reformszenario „Fragmentierte Stabilität“ Ein erstes Szenario lässt sich als „fragmentierte Stabilität“ oder Status-quo-plus beschreiben. In diesem Fall bliebe die bestehende Förderarchitektur im Kern erhalten. Einzelne Programme wür- den angepasst oder erweitert, digitale Lösungen punktuell eingeführt bzw. Förderhöhen modifi- ziert und begrenzte Vereinheitlichungen vorgenommen (wie etwa eine Zuordnung der Kaderzuge- hörigkeit zu den unterschiedlichen Ebenen der Sportstiftungen [Sporthilfe = Bundeskader ab PK], regionale Stiftungen = Landeskader, NK2+1]), ohne jedoch die strukturellen Koordinationsprobleme grundsätzlich anzugehen. Digitalisierung bliebe angesichts fehlender Kompatibilität institutionsbe- zogen, Wirkungsevaluation selektiv. Für etablierte Kaderathletinnen und -athleten bedeutete dies ein hohes Maß an Kontinuität und Planbarkeit. Zugleich würden jedoch die bekannten Defizite – Intransparenz, ungleiche Zugänge, hohe Informationskosten und begrenzte gesamtstaatliche Steu- erungsfähigkeit – fortbestehen. Dieses Szenario ist politisch risikoarm, aber in der Reformperspek- tive defensiv. Reformszenario „Systematische Vernetzung“ Ein zweites Szenario setzt auf eine systematische Vernetzung der bestehenden Strukturen. Dabei wird ausdrücklich anerkannt, dass eine Angleichung von Zugangskriterien über Förderinstitutionen hinweg aufgrund hoher Koordinierungsaufwände und institutioneller Eigeninteressen unwahr- scheinlich ist. Statt Harmonisierung rückt Transparenz in den Mittelpunkt. Die föderale und ver- bandliche Vielfalt würde nicht aufgelöst, sondern digital integriert. Zentrale Elemente wären eine übergreifende digitale Förder- und Informationsinfrastruktur, eine transparente Darstellung von Förderwegen und -optionen, standardisierte Datengrundlagen sowie die verbindliche Integration von Wirkungsevaluation. Zugangskriterien blieben institutionell unterschiedlich, würden jedoch sichtbar, vergleichbar und navigierbar. Die Einführung eines „Systemkonto“ für Athletinnen und Athleten bietet sich als praktische Umsetzungsmaßnahme an. Der Paradigmenwechsel vom „För- derobjekt“ zum selbstbestimmten Akteur gelingt nur, wenn Athletinnen und Athleten ihre Förder- möglichkeiten eigenständig navigieren können. Ein digitales Athletenkonto bzw. eine 27 „Athletenakte“ mit personalisierten Hinweisen, Antragsnavigation und Dokumentenmanagement stärkt „Agency“ statt Abhängigkeit von Vermittlung. Für Athletinnen und Athleten entstünde damit ein deutlich reduzierter Informationsaufwand und eine höhere Selbststeuerungsfähigkeit, während die Autonomie der beteiligten Akteure gewahrt bliebe. Dieses Szenario verbindet Realismus mit struktureller Modernisierung und erscheint als besonders tragfähiger Reformpfad. Abschlussperspektive Abschließend ist festzuhalten, dass unterschiedliche Perspektiven den Diskurs bereichern können, dass zugleich aber auch für die fachliche Validität zentral ist, dass sportpraktische Erfahrung und leistungssportliche Systemkenntnis angemessen einbezogen werden. Vieles deutet darauf hin, dass eine zukunftsfähige Sportförderung Elemente einer vernetzten Förderlandschaft mit einer stärke- ren Wirkungsevaluation verbinden sollte – ergänzt durch eine klare Orientierung am Leitbild mün- diger Athletinnen und Athleten. Die zentrale strategische Frage lautet daher weniger, ob das Sys- tem zentralisiert oder föderal bleiben soll. Entscheidend ist vielmehr, ob die bestehende Vielfalt weiterhin fragmentiert und informationsarm bleibt oder durch digitale Vernetzung, transparente Datenstrukturen und systematische Evaluation zu einem besser navigierbaren und wirksameren Fördersystem weiterentwickelt wird. Der vorliegende Bericht versteht sich dabei nicht als abschließende Bewertung oder normative Set- zung, sondern vielmehr als empirisch fundierte Grundlage für weiterführende Diskussionen und Entscheidungsprozesse. Die aufgezeigten Befunde und Reformoptionen entfalten ihre Wirkung erst dann, wenn sie von den relevanten Akteursgruppen aufgegriffen, reflektiert und in die weitere Ausgestaltung der Förderstrukturen eingebracht werden. Mit dem hier vorgestellten und zum 1. April 2026 zur Verfügung stehenden Förderfinder [www.foerderfinder-sport.de] sowie mit dem inzwischen vom Bundeskabinett verabschiedeten Sportfördergesetz haben diese Überlegungen eine neue politische Konkretion erhalten. Die anstehenden legislativen und institutionellen Ent- scheidungen eröffnen damit einen „Möglichkeitsraum“, in dem die skizzierten Perspektiven nicht nur analytisch diskutiert, sondern auch praktisch wirksam gemacht werden können. 28 Quellen- und Literaturverzeichnis Athleten Deutschland e.V. (2022): Warum ist es uns das wert? Zur Gretchenfrage der staatlich geför- derten Spitzensportentwicklung in Deutschland, Berlin: Athleten Deutschland e.V. Athleten Deutschland e.V. (2024). 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Der Status „aktiv“ bedeutet, dass die Förderprogramme der Institution soweit aufbereitet wurden, dass diese im Förderfinder als Ergebnis einer Filterung durch Anwenderinnen und Anwender auf- zufinden sind. Der Status „inaktiv“ bedeutet, dass Förderprogramme dieser Institution identifiziert und in die Da- tenbank aufgenommen wurden, allerdings Informationen fehlen, um diese als Ergebnis einer Filte- rung der Datenbank durch Anwenderinnen und Anwender auszugeben. Institution Ebene Typ Satus ADAC Sportstiftung Bund Stiftung aktiv Bayerische Bereitschaftspolizei Land öff. Arbeitgeber aktiv Bayerische Sportstiftung Land Stiftung aktiv Behinderten-Sportverband Niedersachsen e.V. Land Sportverband aktiv Bundespolizei Bund öff. Arbeitgeber aktiv Bundeswehr Bund öff. Arbeitgeber aktiv Deutscher Alpenverein Bund Sportverband aktiv Deutscher Wellenreitverband Bund Sportverband aktiv Fachhochschule für Verwaltung des Saarlandes Land öff. Arbeitgeber inaktiv Fachhochschule Polizei Sachsen-Anhalt Land öff. Arbeitgeber inaktiv Frankfurter Sportstiftung Kommune Stiftung aktiv Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Hei- matschutz Land öff. Arbeitgeber aktiv Hessisches Polizeipräsidium Einsatz Land öff. Arbeitgeber aktiv Hochschule Landespolizei Rheinland-Pfalz Land öff. Arbeitgeber inaktiv Inline- und Rollsportverband Berlin e.V. Land Sportverband aktiv Kreissparkassenstiftung für den Rhein-Sieg-Kreis Kommune Stiftung aktiv Land Niedersachsen Land öff. Arbeitgeber aktiv Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern Land öff. Arbeitgeber aktiv Landesschule und Technische Einrichtung für Brand- und Katastrophenschutz Land öff. Arbeitgeber aktiv Landessportbund Berlin Land LSB aktiv Landessportbund Bremen Land LSB inaktiv Landessportbund Niedersachsen Land LSB aktiv Landessportbund Sachsen Land LSB aktiv Landessportverband Schleswig-Holstein Land LSB aktiv Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen Land öff. Arbeitgeber aktiv Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung Land Stiftung aktiv Offenbacher Sportstiftung Kommune Stiftung aktiv Partner für Sport und Bildung PSB GmbH Kommune Stiftung inaktiv Polizei Baden-Württemberg Land öff. Arbeitgeber aktiv Rhein-Kreis Neuss Kommune öff. Arbeitgeber aktiv Rhein-Sieg-Kreis Kommune öff. Arbeitgeber aktiv Sächsisches Staatsministerium des Innern - Öffentliche Si- cherheit und Ordnung Land öff. Arbeitgeber aktiv Senatsverwaltung Berlin Land öff. Arbeitgeber aktiv 33 Spitzensport-Stipendium MRN Rhein-Neckar gGmbH Kommune Stiftung aktiv Sporthilfe Brandenburg Land Stiftung aktiv Sportstiftung Berlin Land Stiftung aktiv Sportstiftung Bremen Land Stiftung aktiv Sportstiftung Hessen Land Stiftung aktiv Sportstiftung NRW Land Stiftung aktiv Sportstiftung Saar Land Stiftung aktiv Stadt Bonn Kommune öff. Arbeitgeber aktiv Stadt Dormagen Kommune öff. Arbeitgeber aktiv Stadt Köln Kommune öff. Arbeitgeber aktiv Stadt Solingen Kommune öff. Arbeitgeber aktiv Stiftung Deutsche Sporthilfe Bund Stiftung aktiv Stiftung Leistungssport Hamburg Land Stiftung aktiv Stiftung OlympiaNachwuchs Baden-Württemberg Land Stiftung aktiv Stiftung Pro Sport Düsseldorf Kommune Stiftung inaktiv Stiftung Sport der Sparkasse Neuss und des Rhein-Kreises Neuss Kommune Stiftung aktiv Stiftung Sport in Sachsen-Anhalt Land Stiftung aktiv Stiftung Sport Region Halle Kommune Stiftung aktiv Stiftung Sporthilfe Rheinland-Pfalz Land Stiftung aktiv Stiftung Sporthilfe Sachsen Land Stiftung inaktiv Stiftung Thüringer Sporthilfe Land Stiftung aktiv Thüringer Polizei Land Stiftung aktiv Wiesbadener Sportförderung Kommune Stiftung aktiv Wilo Foundation Bund Stiftung aktiv Zoll Bund öff. Arbeitgeber aktiv 34 Anhang 2: Förderprogramme je Förderart der „aktiven“ Förderinstitutionen, ohne Olympiastützpunkte.11 Institution Arbeits-/ Dienstverhält- nis Ausbildung & Praktika Finanzielle Förderung Versiche- rungsleistun- gen Hochschulbil- dung Berufliche Weiter-/ Fortbildung Seminare, Workshops, etc. ADAC Sportstiftung ja Bayerische Bereitschaftspolizei ja ja Bayerische Sportstiftung ja Behinderten-Sportverband Niedersach- sen e.V. ja Bundespolizei ja ja Bundeswehr ja ja Deutscher Alpenverein ja ja ja Deutscher Wellenreitverband ja Frankfurter Sportstiftung ja Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz ja ja ja Hessisches Polizeipräsidium Einsatz ja ja Inline- und Rollsportverband Berlin e.V. ja Kreissparkassenstiftung für den Rhein- Sieg-Kreis ja Land Niedersachsen ja ja ja Landespolizei Mecklenburg-Vorpom- mern ja ja Landesschule und Technische Einrich- tung für Brand- und Katastrophenschutz ja ja ja ja Landessportbund Berlin ja Landessportbund Niedersachsen Landessportbund Sachsen ja Landessportverband Schleswig-Holstein ja 11 Angebote schulischer Bildung werden im Kontext der Datenlogik vermittelnd durch die Olympiastützpunkte angeboten und sind in dieser Übersicht nicht gelistet. 35 Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen ja ja ja ja Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung ja Offenbacher Sportstiftung ja Polizei Baden-Württemberg ja ja ja Rhein-Kreis Neuss ja ja Rhein-Sieg-Kreis ja ja Sächsisches Staatsministerium des In- nern - Öffentliche Sicherheit und Ord- nung ja ja Senatsverwaltung Berlin ja ja Spitzensport-Stipendium MRN Rhein- Neckar gGmbH ja ja Sporthilfe Brandenburg ja Sportstiftung Berlin ja Sportstiftung Bremen ja Sportstiftung Hessen ja ja Sportstiftung NRW ja ja Sportstiftung Saar ja Stadt Bonn ja ja Stadt Dormagen ja ja Stadt Köln ja ja Stadt Solingen ja ja Stiftung Deutsche Sporthilfe ja ja ja ja Stiftung Leistungssport Hamburg ja Stiftung OlympiaNachwuchs Baden- Württemberg ja Stiftung Sport der Sparkasse Neuss und des Rhein-Kreises Neuss ja ja Stiftung Sport in Sachsen-Anhalt ja Stiftung Sport Region Halle ja 36 Stiftung Sporthilfe Rheinland-Pfalz ja Stiftung Thüringer Sporthilfe ja Thüringer Polizei ja ja Wiesbadener Sportförderung ja ja Wilo Foundation ja ja Zoll ja ja Anhang 3: Förderkriterien Kader und Sportartkategorien der „aktiven“ Förderinstitutionen, ohne Olympiastützpunkte. Institution Kader Sportartkategorien OK / PaK / WK /DK PK NK1 NK2 Olympisch Para- lympisch Nicht- Olympisch Deaf- lympisch ADAC Sportstiftung ja ja ja ja ja Bayerische Bereitschaftspolizei ja ja ja ja ja ja Bayerische Sportstiftung ja ja ja ja ja ja Behinderten-Sportverband Niedersach- sen e.V. ja ja ja ja ja Bundespolizei ja ja ja ja ja Bundeswehr ja ja ja ja ja ja ja Deutscher Alpenverein ja ja ja ja ja ja Deutscher Wellenreitverband ja ja ja ja Frankfurter Sportstiftung ja ja ja ja Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz ja ja ja ja ja ja ja Hessisches Polizeipräsidium Einsatz ja ja ja ja ja Inline- und Rollsportverband Berlin e.V. ja ja ja Kreissparkassenstiftung für den Rhein- Sieg-Kreis ja ja ja ja ja ja ja ja 37 Land Niedersachsen ja ja ja ja ja ja ja Landespolizei Mecklenburg-Vorpom- mern ja ja ja ja ja ja Landesschule und Technische Einrich- tung für Brand- und Katastrophenschutz ja ja ja ja ja ja Landessportbund Berlin ja ja ja ja ja Landessportbund Niedersachsen ja ja ja ja ja ja ja Landessportbund Sachsen ja ja ja ja ja ja Landessportverband Schleswig-Holstein ja ja ja ja ja Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen ja ja ja ja ja ja Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung ja ja ja ja ja ja ja ja Offenbacher Sportstiftung ja ja ja ja ja ja ja ja Polizei Baden-Württemberg ja ja ja ja ja Rhein-Kreis Neuss ja ja ja ja ja ja ja ja Rhein-Sieg-Kreis ja ja ja ja ja ja ja ja Sächsisches Staatsministerium des In- nern - Öffentliche Sicherheit und Ord- nung ja ja ja ja ja Senatsverwaltung Berlin ja ja ja ja ja ja Spitzensport-Stipendium MRN Rhein- Neckar gGmbH ja ja ja ja ja ja ja ja Sporthilfe Brandenburg ja ja ja ja ja ja Sportstiftung Berlin ja ja ja ja ja ja ja ja Sportstiftung Bremen ja ja ja ja ja ja ja ja Sportstiftung Hessen ja ja ja ja ja ja ja Sportstiftung NRW ja ja ja ja ja Sportstiftung Saar ja ja ja ja ja ja ja Stadt Bonn ja ja ja ja ja ja ja ja Stadt Dormagen ja ja ja ja ja ja ja ja Stadt Köln ja ja ja ja ja ja ja ja 38 Stadt Solingen ja ja ja ja ja ja ja ja Stiftung Deutsche Sporthilfe ja ja ja ja ja ja ja ja Stiftung Leistungssport Hamburg ja ja ja ja ja ja Stiftung OlympiaNachwuchs Baden- Württemberg ja ja ja ja Stiftung Sport der Sparkasse Neuss und des Rhein-Kreises Neuss ja ja ja ja ja ja Stiftung Sport in Sachsen-Anhalt ja ja ja ja Stiftung Sport Region Halle ja ja ja ja ja ja ja ja Stiftung Sporthilfe Rheinland-Pfalz ja ja ja ja ja ja ja Stiftung Thüringer Sporthilfe ja ja ja ja ja ja ja Thüringer Polizei ja ja ja ja ja Wiesbadener Sportförderung ja ja ja ja ja ja Wilo Foundation ja ja ja ja ja Zoll ja ja ja ja ja 2026 Deutsche Sporthochschule Koln German Sport University Cologne Institut fiir Europdische Sportentwicklung und Freizeitforschung 2026 Gefordert durch: oe Bundesinstitut " fiir Sportwissenschaft aufgrund eines Beschlusses Athleten des Deutschen Bundestages Deutschland ev. eV. Cover SpoFo Bericht.pdf Athletenförderung in Deutschland: Bestandsaufnahmen, Förderfinder und Analysen Autoren Kooperationspartner Erweitertes Projektteam SpoFo-Map_2026_Athletenförderung_Druckdatei.pdf SpoFo-Map_2026_Athletenförderung in Deutschland ohne Umschlag.pdf 1. Überblick und Kernergebnisse 2. Projekthintergrund und Problemstellung 3. Methodik und Datengrundlage 3.1. Projektteam 3.2. Scope: Sportarten, Förderarten und Förderinstitutionen 3.3. Datenerhebung a) Zielstellung und Logik b) Datenkategorien und -strukturierung c) Desktoprecherche d) Primärdatenerhebung unter Fördererinstitutionen 3.4. Datenanalyse 4. Ergebnisse zu Förderinstitutionen und Angebote zur Athletenförderung 5. Analytische Befunde und Thesen zur deutschen Athletenförderung LOGIK DER DEUTSCHEN ATHLETENFÖRDERUNG KONSEQUENZEN, LEGITIMITATIONSANSÄTZE und Ambivalenzen DER FÖRDERARCHITEKTUR Reformoptionen Der DEUTSCHEN ATHLETENFÖRDERUNG LEITPRINZIPIEN und Zukunftsszenarien Der DEUTSCHEN ATHLETENFÖRDERUNG Quellen- und Literaturverzeichnis Anhang 1: Förderinstitutionen je Programmstatus, ohne Olympiastützpunkte. Anhang 2: Förderprogramme je Förderart der „aktiven“ Förderinstitutionen, ohne Olympiastützpunkte.10F Anhang 3: Förderkriterien Kader und Sportartkategorien der „aktiven“ Förderinstitutionen, ohne Olympiastützpunkte. Letzte Seite SpoFo Bericht-1(1).pdf 2026