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  • DSHS-ZSLS-43-49-DOI_10.25847zsls.2018.001.pdf
    Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1 (2) 43 DOI: 10.25847/zsls.2018.001 Sebastian Liebl ORIGINALIA › PEER REVIEW ZUSAMMENFASSUNG An deutschen Grundschulen unterrichten im Fach Sport knapp 50 Prozent der Lehrkräfte fachfremd. An Hauptschulen sind es etwa 30 Prozent. In einigen Bundesländern werden daher für Lehramt-Studierende, die Sport nicht als Haupt- oder Nebenfach gewählt haben, Lehrveranstaltungen mit geringem Umfang zum Fach Sport angeboten. Anknüp- fend an die Diskussion um Lehrkraftprofessionalität kann hierbei als ein übergreifendes Ziel die Förderung sportunterrichtsbezogener Selbstwirksamkeitserwartungen angese- hen werden. Die aktuelle Forschung zu Selbstwirksamkeitserwartungen bei fachfremd unterrichtenden Sportlehrkräften erlaubt keine Rückschlüsse darüber, ob bei diesen eine solche Förderung gelingen kann. In der vorliegenden Studie wurde diese Frage mit Hilfe einer quantitativen Online-Befragung im Pre-Posttest-Design überprüft. Dabei wurden künftig fachfremd unterrichtende Sportlehrkräfte, die eine Lehrveranstaltung zum Fach Sport absolvieren (Untersuchungsgruppe: n = 68), mit Sportstudierenden (Vergleichsgruppe: n = 42) verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Untersuchungs- gruppe zu Beginn der Lehrveranstaltung geringere Selbstwirksamkeitswerte besitzt als die Vergleichsgruppe, und, dass die Selbstwirksamkeitswerte der Untersuchungsgruppe im Laufe der Lehrveranstaltung gesteigert werden können. Entsprechende Qualifizie- rungsmaßnahmen scheinen damit einen Effekt auf sportunterrichtsbezogene Selbst- wirksamkeitserwartungen zu haben. Die anfänglich geringeren Selbstwirksamkeitser- wartungen sollten bei der Gestaltung der Lehrveranstaltungen Beachtung finden. Self-efficacy expectations of prospective, non-specialist sports teachers at prima- ry and secondary modern schools Abstract: At German primary schools, nearly 50 percent of sports teachers teach out- side the subject area. At secondary modern schools it is about 30 percent. Some federal states therefore offered sports courses of low number of hours for students who have not chosen sport as a major or minor subject. Regarding the discussion about teacher professionalism, the promotion of self-efficacy expectations related to physical edu- cation can be considered as an overarching goal. The current research on self-efficacy expectations of non-specialist sports teachers does not allow any conclusions as to whether such promotion can succeed. In the present study, this question was exam- ined with the help of a quantitative online survey in pre-post-test design. Prospective non-specialist sports teachers attending a sports course (study group: n = 68) were compared with sports students (comparison group: n = 42). The results show that at the beginning of the course the self-efficacy values of the study group are lower than those of the comparison group, and that the self-efficacy values of the study group can be increased during the course. Suchlike qualification measures thus seem to have an effect on self-efficacy expectations related to physical education. The initially lower self-efficacy expectations should be taken into account when designing those courses. AR Dr. Sebastian Liebl FAU Erlangen-Nürnberg Department für Sportwissenschaft und Sport Gebbertstr. 123b 91058 Erlangen E-Mail: sebastian.liebl@fau.de Schlüsselwörter fachfremd, Sportlehrerbildung, Selbst- wirksamkeit, Längsschnittstudie Keywords non-specialist, sport-teacher-education, self-efficacy, longitudinal study Zitieren Sie diesen Beitrag wie folgt: Liebl, S. (2018). Selbstwirksamkeitser- wartungen angehender basisqualifizierter Sportlehrkräfte an Grund und Hauptschu- len. Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft 1 (2), 43-49. DOI: 10.25847/zsls. 2018.001 Selbstwirksamkeitserwartungen angehender basisqualifizierter Sportlehrkräfte an Grund- und Hauptschulen Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1 (2) 44 CC BY 3.0 DE Selbstwirksamkeitserwartungen angehender basisqualifizierter Sportlehrkräfte an Grund- und Hauptschulen · Liebl 1 EINLEITUNG Lehrkräfte2 haben nicht immer studiert, was sie unterrichten. Seit der SPRINT-Studie (DSB, 2006) wissen wir, dass der Sportunter- richt an Grundschulen zu knapp 50 Prozent und an Hauptschulen zu etwa 30 Prozent fachfremd unterrichtet wird. Im Memorandum zum Schulsport wird dies als „untragbare Situation“ (DOSB, DLSV & dvs, 2009, S. 8) bezeichnet, die nur durch vermehrte Einstellung fachqualifizierter Sportlehrkräfte und deren erhöhten Einsatz im Sport entschärft werden kann. Andererseits muss davon ausgegan- gen werden, dass es gerade an diesen Schulformen auf Grund des Klassenlehrer/innenprinzips immer auch fachfremden Sportunter- richt geben wird. Der oft genutzte Begriff fachfremd ist unpräzise und wertend (Porsch, 2016) und wird daher im Beitrag weitgehend vermieden. Stattdessen wird mit Fokus auf die formal erworbene Qualifika- tion von basisqualifizierten Sportlehrkräften gesprochen, wenn Sport nicht studiert wurde und kein wesentlicher Bestandteil im Referendariat war, aber eine gering-umfängliche Aus- und/oder Weiterbildung zum Fach Sport besucht wurde. Davon abgegrenzt werden formal nicht-qualifizierte Sportlehrkräfte ohne jegliche sportunterrichtsbezogene Aus- und/oder Weiterbildung sowie ne- benfach- bzw. hauptfachqualifizierte Sportlehrkräfte, wenn Sport als Neben- bzw. Hauptfach studiert wurde und wesentlicher Bestand- teil im Referendariat war. In einigen Bundesländern existieren für angehende basisqua- lifizierte Sportlehrkräfte, gering-umfängliche, basisqualifizierende Lehrveranstaltungen. Eine Diskussion über Professionalisierungs- verläufe (angehender) basisqualifizierter Sportlehrkräfte sowie eine evidenzbasierte Begleitforschung entsprechender Lehrver- anstaltungen ist hingegen kaum vorhanden (Friedrich & Wagner, 2006). An dieser Stelle setzt der vorliegende Beitrag an und legt ausgehend vom Modell professioneller Handlungskompetenz von Baumert und Kunter (2011) den Fokus auf Selbstwirksamkeits- erwartungen. Diese werden im Modell – im Gegensatz zu Profes- sionswissen – nicht als Kernkompetenz konzipiert, können aber ebenfalls eine handlungsleitende Funktion einnehmen (ebd.). Au- ßerdem werden Selbstwirksamkeitserwartungen als bedeutsam für die Unterrichtsqualität angesehen (Schwarzer & Jerusalem, 2002) und „zahlreiche Studien belegen den positiven Einfluss hoher Selbstwirksamkeitserwartungen von (angehenden) Lehrkräften auf ihr unterrichtliches Handeln, ihre Zufriedenheit bzw. ihr Wohlbe- finden und ihre Bereitschaft, sich außerhalb des Unterrichts zu engagieren“ (Porsch, 2015, S. 11). Gerade der positive Einfluss auf Zufriedenheit und Wohlbefinden erscheint für basisqualifizierte Sportlehrkräfte wünschenswert, da bei dieser Zielgruppe vermehrt Hemmnisse und Ängste gegenüber dem Unterrichten des Faches Sport vorliegen (Knörzer & Treutlein, 2007). Die aktuelle Forschung erlaubt jedoch keine Rückschlüsse zur Ausprägung sportunterrichtsbezogener Selbstwirksamkeitserwar- tungen und deren Beeinflussbarkeit innerhalb einer gering-um- fänglichen, basisqualifizierenden Lehrveranstaltung. Der Beitrag will daher am Beispiel der in Bayern für Grund- und Hauptschul- Studierende, die Sport nicht als Haupt- oder Nebenfach gewählt haben, verbindlichen Basisqualifikation Sport (KM Bayern, 2013; 1 Wenn möglich werden geschlechtsneutrale Formulierungen genutzt oder beide Geschlechter aufgeführt. In Ausnahmefällen wird auf Grund der bes- seren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Dauer: 1 Semester, Umfang: 3 SWS3) folgende Fragen beantworten: Unterscheiden sich die Teilnehmenden der Basisqualifikati- on Sport (Nicht-Sportstudierende ab 3. Semester) zu Beginn der Lehrveranstaltung hinsichtlich ihrer sportunterrichtsbezogenen Selbstwirksamkeitserwartungen von Lehramt-Studierenden (ab 3. Semester), die Sport als Haupt- oder Nebenfach gewählt haben? Können innerhalb der Basisqualifikation Sport die sportunter- richtsbezogenen Selbstwirksamkeitserwartungen der Teilnehmen- den (Nicht-Sportstudierende ab 3. Semester) beeinflusst werden? 2 THEORIE UND FORSCHUNGSTAND 2.1 Theoretische Grundlagen Das gegenwärtig einflussreichste Modell professioneller Handlungs- kompetenz entstammt der COACTIV-Studie (Baumert & Kunter, 2011). Es wird in verschiedenen Fachdidaktiken zur Kompetenzmo- dellierung herangezogen (Krauss et al., 2017), so auch im Bereich der Sportlehrer/innenbildung (u. a. Heemsoth, 2016; Kehne, Sei- fert & Schaper, 2013; Messmer & Brea, 2015). In diesem Modell bilden unterrichts- und selbstbezogene Überzeugungen zusammen mit Werthaltungen einen von vier Kompetenzbereichen. Die Selbst- wirksamkeitserwartung, also „die Einschätzung einer Lehrkraft (…), wie gut es ihr gelingen kann, das Lernen und Verhalten ihrer Schü- lerinnen und Schüler zu unterstützen und zu fördern, und zwar auch bei vermeintlich schwierigen oder unmotivierten Schülerinnen und Schülern“ (Kunter, 2011, S. 261f), nimmt dabei neben dem Profes- sionswissen eine bedeutende Rolle ein (Baumert & Kunter, 2011). Die Forschung zu Wissen und die Forschung zu Überzeugungen von Lehrkräften eint eine klare kognitive Ausrichtung und „die Annah- me, dass sich mit zunehmendem Erfahrungsgrad Wissens- und Über- zeugungssysteme stärker ausdifferenzieren und dass stärker aus- differenzierte Schemata mit der Fähigkeit, adaptiv und flexibel zu handeln, einhergehen“ (ebd., S. 45). Für den Auf- bzw. Abbau von Selbstwirksamkeitserwartungen sind – in absteigender Priorität – insbesondere folgende Quellen entscheidend (Bandura, 1977; Köller & Möller, 2006, S. 693): Be- wältigungserfahrungen; stellvertretende Erfahrungen; Rückmeldun- gen; sowie physiologische und affektive Zustände. Ihre Bedeutung entfaltet sich meist in einem temporalen Bezugsrahmen („Ich habe schon einmal eine ähnlich schwierige Situation erfolgreich/-los ab- geschlossen, also werde ich auch diesmal…“). Neben diesem hat – mit geringerer Priorität (Pohlmann & Möller, 2006) – u. a. noch der dimensionale Bezugsrahmen Einfluss auf Selbstwirksamkeitser- wartungen („Eine solche Unterrichtssituation ist für mich im Klas- senzimmerunterricht leichter/schwerer zu bewältigen als im Sport- unterricht“). 2.2 Empirische Grundlagen Im Folgenden werden a. Studien zu Selbstwirksamkeitserwartungen von Lehrkräften, b. Studien zu formal nicht- bzw. basisqualifizierten Lehrkräften ohne direktem Bezug zu Selbstwirksamkeitserwartungen, c. Studien, die (näherungsweise) beide erstgenannten Kriterien (a und b) integrieren, sowie 3 Die Angaben stammen von der Universität Regensburg (WS 2016/17). Die Basisqualifikation muss dort vor der Anmeldung zum ersten Staatsexa- men absolviert werden. Das genaue Semester ist nicht festgelegt. Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1 (2) 45 DOI: 10.25847/zsls.2018.001 Selbstwirksamkeitserwartungen angehender basisqualifizierter Sportlehrkräfte an Grund- und Hauptschulen · Liebl d. Studien zu formal nicht- bzw. basisqualifizierten Sportlehrkräf ten ohne und mit Bezug zu Selbstwirksamkeitserwartungen dar gestellt. Zu a): Es existieren zahlreiche Studien zu Selbstwirksamkeits- erwartungen von Lehrkräften (z. B. Caprara, Barbaranelli, Steca & Malone, 2006; Morris-Rothschild & Brassard, 2006; Schmitz & Schwarzer, 2000; Wolters & Daugherty, 2007). Kunter (2011) fasst den Forschungsstand hierzu wie folgt zusammen: Diverse Studien weisen darauf hin, dass hohe Selbstwirksamkeits- erwartungen einen förderlichen Faktor zur Bewältigung der berufli- chen Anforderungen darstellen können. So setzen Lehrkräfte mit ho- hen Selbstwirksamkeitsüberzeugungen innovativere und effektivere Methoden ein, weisen höhere Unterrichtsqualität auf und zeigen langfristig geringere Stresssymptome und mehr Bereitschaft, sich auch außerhalb des Unterrichts beruflich zu engagieren. (S. 262) Zu b): Es liegen nationale (z. B. Richter, Kuhl, Reimers & Pant, 2012; Tiedemann & Billmann-Mahecha, 2007) und internationale Studien (z. B. Dee & Cohodes, 2008; Goldhaber & Brewer, 2000) zu formal nicht- bzw. basisqualifizierten Lehrkräften vor. Bei diesen werden jedoch überwiegend die Auswirkung „fachfremden Unter- richts“ auf Schülerleistungen untersucht, wobei offenbar ein ne- gativer Zusammenhang insbesondere für das Fach Mathematik in höheren Jahrgangsstufen besteht. Zu c): Deutlich weniger Studien untersuchen Unterschiede in unterrichts- (Oettinghaus et al., 2016) und/oder selbstbezogenen Überzeugungen (Porsch, 2015) bei formal nicht- bzw. basisqua- lifizierten und neben- bzw. hauptfachqualifizierten Lehrkräften. Letztere erfasste u. a. Selbstwirksamkeitserwartungen von Mathe- matik-Lehrkräften an Grundschulen. Dabei zeigte sich, dass „fach- fremd unterrichtende Mathematiklehrer“ (ebd., S. 26) ihre Hand- lungsfähigkeit in einem von drei mathematischen Inhaltsbereichen signifikant geringer einschätzen. Bereichsspezifische, unterrichts- bezogene Selbstwirksamkeitserwartungen sind damit zumindest bei fachfremd unterrichtenden Mathematiklehrkräften geringer als bei fachqualifizierten Mathematiklehrkräften. Zu d): Ob Entsprechendes auch auf das Fach Sport zutrifft ist unklar. Es existieren zwar einige Studien zu formal nicht- bzw. ba- sisqualifizierten Sportlehrkräften (u. a. Friedrich & Wagner, 2006; Knörzer & Treutlein, 2007; Neumann, 2013; Schmitt, 2006; Volt- mann-Hummes, 2008; Wagner, 2006), ein Bezug zu Selbstwirksam- keitserwartungen weist aber nur die Arbeit von Voltmann-Hummes (2008) auf. Sie verglich in ihrer Querschnittstudie u. a. die Selbst- wirksamkeitserwartungen von »» formal nicht-qualifizierten Grundschul-Sportlehrkräften (n = 74) »» basisqualifizierten Grundschul-Sportlehrkräften (n = 62) und »» neben- bzw. hauptfachqualifizierten Grundschul-Sportlehr- kräften (n = 179). »» Dabei zeigten die drei Gruppen keine signifikanten Unterschiede (ebd., S. 252). Für dieses Ergebnis können neben psychologischen Faktoren mög- licherweise auch testbedingte Aspekte eine Rolle gespielt haben – insbesondere Fehlerquellen bei der Item-Beantwortung (Moos- brugger & Kelavar, 2012) wie etwa Item-Mehrdeutigkeit (unspezi- fische Item-Formulierungen), unerwünschte Aktualisierungseffekte (Items aktivieren bestimmte Kognitionen) oder Akquieszenz (un- kritische Zustimmungstendenz). Dass Personen mit geringen fach- spezifischen Kompetenzen bspw. dazu neigen, Items zur Selbst- einschätzung unrealistisch hoch zu bewerten, zeigt sich etwa bei Baumgartner (2017). Begründet wird diese Verzerrung im Ant- wortverhalten damit, dass noch nicht die für eine realistische Ein- schätzung nötigen Metakognitionen vorliegen (Kruger & Dunning, 1999). Gerade bei (angehenden) basisqualifizierten Sportlehrkräf- ten sollten daher kognitive Prozesse bei der Item-Beantwortung unterstützt werden. 2.3 Eigene Untersuchung Hypothesen Vor diesem Hintergrund lässt sich folgende Hypothese aufstellen: Hypothese H1: Die Untersuchungsgruppe (UG: Teilnehmen- de der Basisqualifikation Sport) besitzt zu Beginn der Lehr- veranstaltung (t1) eine größere Differenz aus „KSW minus SSW“ als am Ende der einsemestrigen Lehrveranstaltung (t2). Begründung: Im direkten dimensionalen Vergleich (Klassen- vs. Sportunterricht) schätzt die UG zu t1 ihre Lehr-Kompetenzen im Klassenunterricht höher ein als im Sportunterricht. Auf Grund von in der Lehrveranstaltung erworbenen Bewältigungs- und stellver- tretenden Erfahrungen sowie erhaltenen Rückmeldungen (Bandura, 1977) sollte dieser Unterschied zu t2 kleiner sein. Zu den eingangs formulierten Fragestellungen lassen sich folgende Hypothesen aufstellen: Hypothese H2: Die UG besitzt zu t1 eine geringe- re SSW als die Vergleichsgruppe (VG: Lehramt-Studieren- den, die Sport als Haupt- oder Nebenfach gewählt haben). Begründung: Es wird davon ausgegangen, dass die SSW der UG geringer ausfällt als bei der VG und dies – anders als bei Voltmann- Hummes (2008) – durch den dimensionalen Vergleich auch empi- risch feststellbar wird. Hypothese H3: UG und VG unterscheiden sich in der Entwicklung ihrer SSW. Die SSW der UG steigt von t1 zu t2 stärker als die SSW der VG. Begründung: Auch wenn hierzu keine theoretischen oder empirischen Grundlagen vorliegen, erscheint es plausibel, dass der Effekt zwischen t1 und t2 für die UG größer ist als für die VG. Denn während die Basisqualifikation Sport für die UG ‚Interventions- charakter‘ besitzt (erste und einzige Lehrveranstaltung zum Fach Sport), ist dies für die VG nicht der Fall, da hier die Studierenden auch außerhalb des einsemestrigen Messzeitraum Lehrveranstal- tungen zum Fach Sport besuchen. Studiendesign und Stichprobe Die Hypothesen H1-3 werden anhand einer schriftlichen Online- Befragung im Pre-Posttest-Design beantwortet. Die UG bilden Lehramt-Studierende für Grund- und Hauptschulen der Universität Regensburg, die im WS 2016/17 an der einsemestrigen Lehrver- anstaltung Basisqualifikation Sport (3 SWS) teilnahmen. Die VG bilden – angelehnt an Voltmann-Hummes (2008) – Lehramt-Stu- dierende für Grund-, Haupt-, Realschulen und Gymnasien derselben Universität, die Sport als Neben- oder Hauptfach gewählt haben. Dies ermöglicht einen Vergleich der Qualifikationsstufen (basis- vs. neben- bzw. hauptfachqualifiziert). Studierende des ersten und zweiten Semesters werden von der Untersuchung ausgeschlossen, um ein Mindestmaß an im Studium erworbenen Kompetenzen si- cherzustellen. Die Basisqualifikation Sport bestand im WS 2016/17 aus Praxis- Kursen (2 SWS; pro Kurs max. 20 Teilnehmende) zu den Hand- lungsfeldern Mit- und gegeneinander Spielen, Bewegung gestalten und Gesundheit fördern (KM Bayern, 2013) sowie aus einer beglei- tenden Theorie-Veranstaltung zu Sportdidaktik (1 SWS; Vorlesung mit Blended-Learning-Elementen zur Vertiefung ausgewählter In- Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1 (2) 46 CC BY 3.0 DE Selbstwirksamkeitserwartungen angehender basisqualifizierter Sportlehrkräfte an Grund- und Hauptschulen · Liebl halte). In den ersten 2/3 der Praxis-Kurse wurden von Dozieren- den – unter aktiver Beteiligung der Studierenden – Inszenierungs- möglichkeiten zu den Handlungsfeldern vorgestellt und reflektiert. Im letzten Drittel erprobten die Studierenden im Rahmen eines Micro-Teaching selbst verschiedene Inszenierungsmöglichkeiten und erhielten anschließend ein konstruktives Peer- und Dozieren- den-Feedback. Die Vorher-Befragung (t1) fand in der zweiten Semesterwoche statt. Die Nachher-Befragung (t2) fand 13 Wochen später in der vorletzten Semesterwoche statt. Bei der UG beantworteten zu t1 und zu t2 jeweils n=86 (zum Teil unterschiedliche) Studierende den Fragebogen. An beiden Messzeitpunkten beteiligten sich n=68 Stu- dierende. Bei der VG nahmen zu t1 n=109 und zu t2 n=98 Studie- rende teil. Hier beteiligten sich an beiden Messzeitpunkten n=42 Studierende. Während sich die Geschlechterverteilung bei UG und VG deutlich (Tab. 1), jedoch nicht signifikant unterscheidet (p=.06 [Chi-Quadrat-Test]), ist das Durchschnittsalter (Tab. 1) in beiden Gruppen vergleichbar. Auch das durchschnittliche Hochschulse- mester ist vergleichbar (Tab. 1), wenn man berücksichtigt, dass in der VG auch Studierende für ein Lehramt an Gymnasien enthalten sind und hier eine höhere Regelstudienzeit gilt (9 statt 7 Semes- ter). Weitere Eckdaten zur Stichprobe siehe Tabelle 1. Tab. 1: Angaben zur Stichprobe Merkmale Untersuchungs- gruppe (UG) Vergleichs- gruppe (VG) Rücklauf zu t1 n = 86 von 98* (88%) n = 109 von 1085** (10%) Rücklauf zu t2 n = 86 von 92* (93%) n = 98 von 1085** (9%) Verbundene Stich- probe (t1 und t2) n = 68 (82% weiblich) n = 42 (66% weiblich) Alter zu t1 M = 23.3 (SD = 3.6) M = 23.0 (SD = 2.3) Hochschulsemester zu t1 M = 6.3 (SD = 2.8) M = 7.8 (SD = 3.6) Legende: * = Anzahl der Studierenden, die im WS 2016/17 die Lehrveranstaltung Basisqualifikation Sport begonnen bzw. abge- schlossen haben; ** = Anzahl der Studierenden, die im WS 2016/17 für Sport als Neben- (616) oder Hauptfach (469) eingeschrieben waren. Hinweis: Die sehr hohen Rücklaufquoten der UG lassen sich da- rauf zurückführen, dass die beiden Online-Befragungen direkt in die Lehrveranstaltung Basisqualifikation Sport eingebettet waren. 2.4 Erhebungsmethode Der Online-Fragebogen basiert auf der Skala zur Lehrkraft-Selbst- wirksamkeitserwartung von Schmitz und Schwarzer (2000), die auch von Voltmann-Hummes (2008; Kap. 2) eingesetzt wurde. Die interne Konsistenz der Skala liegt zwischen a=.76 und a=.81 (Schmitz & Schwarzer, 2000), die Reliabilität kann damit als gut bezeichnet werden. Als wesentliche Ursache für Fehlerquellen bei der Item-Beantwor- tung identifizieren Moosbrugger und Kelavar (2012) die oftmals zu geringe Berücksichtigung der Probanden-Perspektive. Ein besseres Verständnis hierfür liefert das Modell von Podsakoff, MacKenzie, Lee und Podsakoff (2003). Dieses beschreibt fünf kognitive Stadi- en der Item-Beantwortung: comprehension: Verstehen von Aufgabeninhalt und Instruktion; Fehlerquelle: Item-Mehrdeutigkeit retrieval: Abruf von Informationen aus dem Langzeitgedächtnis durch Schlüsselreize; Fehlerquelle: Stimmung, Zugriffsmöglich keit auf Erinnerungen judgement: Bewertung der abgerufenen Informationen und Treffen einer Entscheidung; Fehlerquelle: unerwünschte Aktualisierungseffekte response selection: Auswahl einer Antwortmöglichkeit; Fehlerquelle: Tendenz zur Mitte, Akquieszenz response reporting: Konsistenzprüfung (getroffene Entscheidung vs. Auswahl der Antwortmöglichkeit) und finale Antwortabga- be; Fehlerquelle: soziale Erwünschtheit Ausgehend von der Annahme, dass für das o. g. Ergebnis von Voltmann-Hummes (2008) auch testbedingte Fehlerquellen in Fra- ge kommen, werden – angelehnt an Podsakoff, MacKenzie, Lee und Podsakoff (2003) – bei der eigenen Befragung insbesondere die Fehlerquelle Item-Mehrdeutigkeit berücksichtigt, indem die Items mit Fokus auf Sportunterricht präzisiert werden, und erwünschte statt unerwünschte Aktualisierungseffekte intendiert, indem jedes Item zu sportunterrichtsbezogener Selbstwirksamkeit (SSW) einem Item zu klassenunterrichtsbezogener Selbstwirksamkeit (KSW) ge- genübergestellt wird. Durch den dimensionalen Bezugsrahmen (Klassen- vs. Sport- unterricht) soll eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Items angeregt und eine differenziertere Selbsteinschätzung ermöglicht werden. Die Original-Items wurden in diesem Sinne dahingehend kon- kretisiert, dass jeweils eine Version mit Fokus auf Klassenunter- richt und eine Version mit Fokus auf Sportunterricht direkt hinter- einander präsentiert wurden (Tab. 2; weitere Modifikationen siehe Hinweise unter der Tabelle). Das vierstufige Antwortformat (1 = stimmt nicht; 2 = stimmt eher nicht; 3 = stimmt eher; 4 = stimmt genau) wurde beibehalten. Tab. 2: Item-Übersicht Item 1a Fokus auf Klassenunterricht: Ich weiß, dass ich es im Unterricht schaffen werde, selbst den pro- blematischsten Schülern den prüfungsrelevanten Stoff zu vermitteln. Item 1b Fokus auf Sportunterricht: Ich weiß, dass ich es im Sportunterricht schaffen werde, selbst den problematischsten Schülern den prüfungsrelevan- ten Stoff zu vermitteln. Item 2a Fokus auf Klassenunterricht: Ich bin mir sicher, dass ich auch mit den problematischen Schülern in guten Kontakt kommen kann, wenn ich mich darum bemühe. Item 2b Fokus auf Sportunterricht: Ich bin mir sicher, dass ich im Sportunterricht auch mit den problemati- schen Schülern in guten Kontakt kommen kann, wenn ich mich darum bemühe. Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1 (2) 47 DOI: 10.25847/zsls.2018.001 Selbstwirksamkeitserwartungen angehender basisqualifizierter Sportlehrkräfte an Grund- und Hauptschulen · Liebl Item 3a Fokus auf Klassenunterricht: Ich bin mir sicher, dass ich mich in Zukunft auf individuelle Proble- me der Schüler noch besser einstellen kann. Item 3b Fokus auf Sportunterricht: Ich bin mir sicher, dass ich mich in Zukunft auf individuelle sportunter- richtsbezogene Probleme der Schüler noch besser einstellen kann. Item 4a Fokus auf Klassenunterricht: Selbst wenn mein Unterricht gestört wird, bin ich mir sicher, die notwendige Gelassenheit bewahren zu können. Item 4b Fokus auf Sportunterricht: Selbst wenn mein Sportunterricht gestört wird, bin ich mir sicher, die notwendige Gelassenheit bewahren zu kön- nen. Item 5a Fokus auf Klassenunterricht: Selbst wenn es mir mal nicht so gut geht, werde ich doch im Unter- richt immer noch gut auf die Schüler eingehen können. Item 5b Fokus auf Sportunterricht: Selbst wenn es mir mal nicht so gut geht, werde ich doch im Sportunter- richt immer noch gut auf die Schüler eingehen können. Item 6a (negativ) Fokus auf Klassenunterricht: Auch wenn ich mich noch so sehr für die Entwicklung meiner Schüler engagieren werde, weiß ich, dass ich nicht viel ausrichten kann. Item 6b (negativ) Fokus auf Sportunterricht: Auch wenn ich mich noch so sehr im Sportunterricht für die Entwick- lung meiner Schüler engagieren werde, weiß ich, dass ich nicht viel ausrichten kann. Item 7a Fokus auf Klassenzimmerunterricht: Ich bin mir sicher, dass ich kreative Ideen entwickeln kann, mit denen ich ungünstige Unterrichtsstrukturen verändere. Item 7b Fokus auf Sportunterricht: Ich bin mir sicher, dass ich kreative Ideen entwickeln kann, mit denen ich ungünstige Unterrichtsstrukturen im Fach Sport verändere. Hinweise: Im Vergleich zu Schmitz und Schwarzer (2000) wurden drei Items aus inhaltlichen Gründen gestrichen: (a) Ich weiß, dass ich zu den Eltern guten Kontakt halten kann, selbst in schwierigen Situationen; (b) Ich traue mir zu, die Schüler für neue Projekte zu begeistern; (c) Ich kann Innovationen auch gegenüber skepti- schen Kollegen durchsetzen. 2.5 Auswertungsmethoden Die Hypothesen wurden anhand folgender Methoden mit Hilfe der Software SPSS überprüft: - H1: T-Tests bei abhängigen Stichproben (UG zu t1 und t2) mit Testvariable „KSW minus SSW“ zu t1 und t2. - H2: T-Test bei unabhängigen Stichproben (UG vs. VG) mit Testvariable SSW zu t1. - H3: Univariate, zweifaktorielle Varianzanalyse (ANOVA) mit Messwiederholung. Test auf Interaktionseffekt mit Gruppe (UG vs. VG) als unabhängige Variable und SSW zu t1 und t2 als abhängige Variable; T-Tests bei abhängigen Stichproben (UG zu t1 und t2) mit Testvariable SSW zu t1 und t2; T-Tests bei abhän gigen Stichproben (VG zu t1 und t2) mit Testvariable SSW zu t1 und t2. Die Voraussetzungen Normalverteilung und Varianzhomogeni- tät wurden mit Hilfe des Kolomogorov-Smirnov- und Levene-Tests überprüft und bestätigt. 3 ERGEBNISSE Zu H1: Die Differenz aus „KSW minus SSW“ der UG ist zu t1 im Durch- schnitt um 0.158 Punkte größer als zu t2 (t1: MDifferenz = 0.227, SD = 0.362; t2: MDifferenz = 0.069, SD = 0.366). Dieser Unterschied ist laut T-Test hoch signifikant (n = 68, T(67) = 3.870, p < .001 [1-seitig]). Die gerichtete Alternativ-Hypothese kann damit angenommen wer- den. Der Effekt (h2 = .052) ist laut Cohen (1988) klein. Zu H2 (Abb. 1): Die SSW der UG ist zu t1 im Durchschnitt um 0.281 Punkte niedriger als die SSW der VG (UG: M = 3.063, SD = 0.390; VG: M = 3.344, SD = 0.364). Dieser Unterschied ist laut T- Test hoch signifikant (UG: n = 68, VG: n = 42, T(108) = 3.760, p < .001 [1-seitig]). Die gerichtete Alternativ-Hypothese kann damit angenommen werden. Der Effekt (Eta² = .119) ist laut Cohen (1988) mittel. Zu H3 (Abb. 2): Während bei der UG zwischen t1 und t2 ein leichter Anstieg der SSW um 0.164 Punkte zu beobachten ist, zeigt sich bei der VG deskriptiv ein minimaler Rückgang um -0.014 Punk- Abbildung 1: (oben) Sportunterrichtsbezogene Selbstwirksam- keitserwartungen der Untersuchungs- und Vergleichsgruppe zu t1 (Vorher-Befragung) Abbildung 2: (unten) Sportunterrichtsbe- zogene Selbstwirksamkeitserwartungen der Untersuchungs- und Vergleichsgruppe zu t1 und t2 (Vorher- und Nachher-Befragung) Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1 (2) 48 CC BY 3.0 DE Selbstwirksamkeitserwartungen angehender basisqualifizierter Sportlehrkräfte an Grund- und Hauptschulen · Liebl te. Laut ANOVA mit Messwiederholung ist der Interaktionseffekt sehr signifikante (UG: n = 68, KG: n = 42, F (1,41) = 7.333, p = .004 [1-seitig]) und die Effektgröße (Eta² = .064) laut Cohen (1988) mittel. Der leichte Anstieg der SSW in der UG (t1: M = 3.063, SD = 0.390; t2: M = 3.227, SD = 0.373) ist laut T-Test hoch signifikanten (n = 68; T(67) = 3.697; p < .001 [1-seitig]) – der Ef- fekt (Eta² = .044) laut Cohen (1988) klein. Der minimale Rückgang der SSW in der VG (t1: M = 3.344, SD = 0.364; t2: M = 3.330, SD = 0.338) ist laut T-Test nicht signifikant (n = 42; T(41) = 0.321; p = .750 [2-seitig]). Insgesamt kann damit die Hypothese H3 ange- nommen werden. 4 DISKUSSION Die Ergebnisse zeigen, dass die UG zu Beginn der Basisqualifi- kation Sport geringere sportunterrichtsbezogene Selbstwirksam- keitserwartungen besitzt als die VG, und dass die Selbstwirksam- keitswerte der UG im Laufe der Basisqualifikation Sport gesteigert werden können. Der festgestellte Unterschied zwischen UG und VG zu t1 steht damit im Widerspruch zur zentralen empirischen Ver- gleichsquelle von Voltmann-Hummes (2008), die ihrerseits keinen Gruppenunterschied feststellen konnte (Kap. 2). Aus der beobach- teten Steigerung der UG zwischen t1 und t2 kann abgeleitet wer- den, dass entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen einen – wenn auch kleinen – Effekt auf sportunterrichtsbezogene Selbstwirksam- keitserwartungen haben können. Als mögliche Ursache für den festgestellten Effekt kommt u. a. das didaktisch-methodische Konzept in Frage. Vor allem das durchgeführte Micro-Teaching (Kap. 3) beinhaltet zentrale Selbst- wirksamkeitsquellen wie etwa Bewältigungs- und stellvertretende Erfahrungen oder Rückmeldungen (Bandura, 1977). In diesem Zu- sammenhang muss aber kritisch angemerkt werden, dass die Stei- gerung der sportunterrichtsbezogenen Selbstwirksamkeit zwar ein plausibles und begründbares Ziel entsprechender Lehrveranstaltun- gen darstellt (Kap. 1). Es können aber auch weitere beispielsweise fachdidaktische Ziele als relevant angesehen werden. Für eine be- lastbare Ableitung von Zielen fehlt ein fundiertes und konsensfähi- ges Kompetenzprofil für basisqualifizierte Sportlehrkräfte. Das im Beitrag genutzte Modell professioneller Handlungskompetenz von Baumert und Kunter (2011) bietet eine fundierte Orientierungs- grundlage, wird den spezifischen Voraussetzungen und Besonder- heiten basisqualifizierte Sportlehrkräfte jedoch nicht hinreichend gerecht. Die Entwicklung eines spezifischen Kompetenzprofils für basis- qualifizierte Sportlehrkräfte stellt damit innerhalb der Diskussion um fachfremden Sportunterricht ein bedeutsames Desiderat dar. Eine weitere aus den Daten ableitbare Forschungsimplikation be- trifft das eingesetzte methodische Verfahren. Anders als bei Volt- mann-Hummes (2008) wurde in der vorliegenden Studie versucht, durch einen dimensionalen Vergleich (Klassen- vs. Sportunterricht) mögliche Fehlerquellen der Item-Beantwortung zu reduzieren (Kap. 3). Inwieweit dies tatsächlich gelang und der Grund für die unterschiedliche Ergebnislage ist, kann nicht abschließend geklärt werden. Das Vorgehen „dimensionaler Vergleich“ erscheint jedoch vielversprechend und eine künftige Überprüfung lohnenswert. Ge- winnbringend erscheinen auch Replikationen der vorliegenden Stu- die mit verschiedenen Dozierenden und an anderen Hochschulen sowie eine systematische Variation der didaktisch-methodischen Konzepte und eine stärkere Kontrolle soziodemografischer Aspekte. Aus praxisorientierter Perspektive sollten insbesondere die an- fänglich geringeren Selbstwirksamkeitswerte bei der Gestaltung von Lehrveranstaltungen Beachtung finden, indem sportbezogene Vorerfahrungen bzw. Bewegungsbiographien berücksichtigt (Knör- zer & Treutlein, 2007, S. 229) und zielgruppenspezifische Inhalte ausgewählt werden (Porsch, 2015, S. 7). So sollten beispielswei- se negativ konnotierte Erinnerungen an den erlebten Sportunter- richt sowie Ängste und Vorbehalte gegenüber dem Unterrichten des Faches Sport explizit thematisiert werden. Dies setzt einen vertrauensvollen Rahmen sowie eine flache Hierarchie zwischen Dozierenden und Studierenden voraus. Die Lehrveranstaltungsin- halte sollten zudem möglichst frei von sportmotorischen Voraus- setzungen sein. Die Aussagekraft der vorliegenden Studie ist insbesondere da- durch limitiert, dass das didaktisch-methodische Konzept nicht als alleinige Hauptursache für die festgestellte Steigerung der sportunterrichtsbezogenen Selbstwirksamkeit in Frage kommt. Es können beispielsweise auch die Bedingungen des Jahrgangs und der Einrichtung Einflüsse auf die Ergebnisse gehabt haben. Un- klar ist auch ob und inwiefern soziodemografische Aspekte wie z. B. Alter, Geschlecht, Fächerkombination oder außeruniversitäre Lehr-Erfahrungen eine Rolle gespielt haben. Die erfassten Selbst- einschätzungen lassen zudem keine direkten Rückschlüsse auf die tatsächlichen Lehrkompetenzen zu, die sich bei unterschiedlichen Qualifikationsstufen trotz gleicher Selbsteinschätzung deutlich un- terscheiden können. Damit kann abschließend festgehalten werden, dass inner- halb der evidenzbasierten Begleitforschung von Lehrveranstal- tungen für angehende basisqualifizierte Sportlehrkräfte weiterhin ein erheblicher Forschungsbedarf existiert. Dieser sollte mit dem Ziel einer möglichst hochwertigen Ausbildung basisqualifizierter Sportlehrkräfte aufgearbeitet werden und Konzept-, Prozess- so- wie Wirkungsevaluation einschließen. Solange das Klassenleh- rer/innenprinzip an Grund- und Hauptschulen gilt, kann den mit fachfremdem Sportunterricht einhergehenden Herausforderungen (bspw. Sicherheit oder Qualität von Sportunterricht) nicht – wie im Memorandum zum Schulsport (DOSB, DLSV & dvs, 2009) gefordert – allein durch mehr fachqualifizierte Sportlehrkräften begegnet werden. Es bedarf zusätzlich professionell agierender Klassenlehr- kräfte, die über möglichst gut ausgebildete sportunterrichtsbezo- gene Basis-Kompetenzen verfügen. 5 LITERATUR Bandura, A. (1977). Self-efficacy: Toward a unifying theory of behavioral change. Psychological Review, 84, 191-215. Baumgartner, M. (2017). „Denn sie wissen nicht, was sie können ...!“. German Journal of Exercise and Sport Research, (47) 3, 246- 254. Baumert, J. & Kunter, M. (2011). Das mathematische Wissen von Lehr- kräften, kognitive Aktivierung im Unterricht und Lernfort- schritte von Schülerinnen und Schülern. In M. Kunter, J. Baumert, W. Blum, U. Klusmann, S. Krauss & M. Neubrand (Hrsg.), Professionelle Kompetenz von Lehrkräften (S. 163- 192). Münster u. a.: Waxmann. 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  • DSHS-ZSLS-5-13-DOI_10.25847zsls._2018.011.pdf
    Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2019, 2 (1) 5 DOI: 10.25847/zsls.2018.011 BNE outdoor – Eine Modulkonzeption zur Bildung für nachhaltige Entwicklung durch Natursport · Lohmann, Wegner, Gieß-Stüber Julia Lohmann, Elisabeth Wegner, Petra Gieß-Stüber ORIGINALIA › PEER REVIEW ZUSAMMENFASSUNG Das (Bildungs-)Potential des Faches Sport in Bezug auf die Leitperspektive einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) wird bisher nicht genutzt. Die Kultusministerkonferenz fordert, Lehrkompetenzen für BNE sowie Kernkompetenzen der Schülerinnen und Schü- ler im Bereich der BNE in allen Fächern zu fördern. Gerade angehende Sportlehrkräfte sehen jedoch wenig Verbindung ihres Fachs mit BNE. Dies lässt sich einerseits darauf zurückführen, dass das Konzept BNE nicht bekannt ist, andererseits darauf, dass Inhalte in der Lehramtsausbildung separiert gelehrt werden, d.h. fachliche, fachdidaktische und bildungswissenschaftliche Inhalte werden nicht in Bezug zueinander und in Bezug zur Praxis gesetzt. In diesem Beitrag wird eine Modulkonzeption für BNE im Lehramtsstudium im Fach Sport vorgestellt: BNE outdoor – Bildung für nachhaltige Entwicklung durch Natursport. Darin wurden theoretische Inhalte zum Bildungskonzept BNE und konkrete Nachhaltigkeits- Themen parallel zu einer Praxisveranstaltung zum Sportklettern vermittelt, so dass die Studierenden Inhalte direkt miteinander verknüpfen konnten. Während einer Exkursion wurden die Studierenden dazu angeregt, ihr eigenes sportliches Handeln vor dem Hin- tergrund einer nachhaltigen Entwicklung – d.h. ökologischer Verträglichkeit, sozialer Ge- rechtigkeit und langfristiger Wirtschaftlichkeit – zu reflektieren, Handlungsalternativen zu entwerfen und zu erproben. Darüber hinaus entwickelten sie Lehreinheiten zu ausgewähl- ten Themen und reflektierten diese vor einem bildungswissenschaftlichen Hintergrund. ESD outdoor – Modular concept for a university class implementing education for sustainable development through outdoor sports Abstract: Physical Education (PE) has a great potential to address education for sustain- able development (ESD) as an overarching topic. But up to now this educational potential has not yet been fully utilized. The development of teaching competencies as well as global competencies of students has been called for by the German Ministry of Education and the Arts across all school subjects. However, generally speaking, PE teachers do not associate their subject with ESD. This might be due to the lack of knowledge about the concept of ESD, or to the separate teaching of contents within PE teacher education. This means that content knowledge, pedagogical content knowledge and pedagogical knowledge are taught neither in relation to each other nor to teaching practice within teacher education. In this article we present a modular concept for a university class that implements ESD in PE teacher education: ESD outdoor – Education for sustainable development through outdoor sports. A theoretical seminar with contents like the educational concept of ESD and specific sustainability topics was implemented parallel to a practical sport climbing course. Students were stimulated to link theoretical and practical contents during a field trip, to reflect on their routines in sport with regard to sustainable development, that is environmental integrity, social equity, and long-term economic vitality. Based on this, students were guided to develop and to try action alternatives. Additionally students prepared and implemented teaching units for specific topics and analyzed them from an educational perspective. korrespondierende Autorin Julia Lohmann (geb. Herb) Universitätsstraße 3, 86135 Augsburg Elisabeth Wegner Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Institut für Erziehungswissenschaft Petra Gieß-Stüber Universität Freiburg Institut für Sport und Sportwissenschaft Schlüsselwörter Bildung für eine nachhaltige Entwicklung, Outdoorsport, Sportlehrerbildung, Sportunter- richt, Kompetenzentwicklung Keywords education for sustainable development; nature sport; PE teacher education; Physical Education; competency Zitieren Sie diesen Beitrag wie folgt: Lohmann, J., Wegner, E., Gieß-Stüber, P. (2019), BNE outdoor – Eine Modul- konzeption zur Bildung für nachhaltige Entwicklung durch Natursport. Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissen- schaft 1 (3), 05-13. DOI: 10.25847/zsls. 2018.011 BNE outdoor – Eine Modulkonzeption zur Bildung für nachhaltige Entwicklung durch Natursport Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2019, 2 (1) 6 CC BY 3.0 DE BNE outdoor – Eine Modulkonzeption zur Bildung für nachhaltige Entwicklung durch Natursport · Lohmann, Wegner, Gieß-Stüber 1 EINLEITUNG Vielfältige Chancen und Vorteile einer globalisierten Welt werden begleitet von „drängenden Fragen unserer Zeit“ (Wissenschafts- rat, 2015, S. 13) wie z.B. Klimawandel, Ressourcenverknappung, soziale Ungleichheit oder Verlust von Biodiversität. Expert*innen aus Wissenschaft und Politik kritisieren, dass die aufwachsende Generation derzeit nicht ausreichend auf eine zukunftsfähige Ge- staltung des privaten und beruflichen Lebens, für die Mitwirkung in der Gesellschaft und Mitverantwortung im globalen Rahmen vor- bereitet wird (KMK & BMZ, 2016; Sälzer & Roczen, 2018). Im Rahmen des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), das in Deutschland federführend vom BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) gelei- tet wird, arbeiten spezifische Fachforen an der inhaltlichen Um- setzung von BNE. Dazu wurden im Nationalen Aktionsplan BNE (BMBF, 2017), einem institutionenübergreifenden Konzept für BNE in Deutschland, jeweils prioritäre Handlungsfelder und Maßnah- men für verschiedene Bildungsbereich benannt. Der schulischen Bildung kommt dabei „durch ihren prägenden Einfluss auf indivi- duelle Bildungsbiografien eine besondere Bedeutung zu“ (BMBF, 2017, S. 23). Dokumentenanalysen und Experteninterviews zei- gen, dass sowohl formal als auch in der Lehrpraxis BNE bislang in Schulen und in Hochschulen nur punktuell und meist nicht als umfassendes Bildungskonzept verankert ist (Brock, 2017; Etzkorn & Singer-Brodowski, 2017; von Seggern, 2018). In diesem Zusam- menhang werden ganzheitliche Ansätze und die Kooperation in lokalen Bildungslandschaften als wichtige strukturelle Rahmen- bedingungen beschrieben (BMBF, 2017; von Seggern, 2018). BNE muss in unterschiedlichen Bildungsinstitutionen auf verschiede- nen Handlungsebenen als Leitperspektive implementiert und mit fachlichen Inhalten verknüpft werden. Lehrkräften kommt dabei eine zentrale Rolle in Schulen zu, da sie es sind, die Unterrichts- inhalte und -methoden auswählen und BNE konkret realisieren (von Seggern, 2018). Daher müssen sie in ihrer Ausbildung an den Hochschulen gezielt darauf vorbereitet werden, was BNE im jewei- ligen Fach bedeuten kann und welche didaktischen Besonderheiten zu beachten sind (von Seggern, 2018). In Baden-Württemberg ist BNE seit dem Schuljahr 2016/17 als fächerübergreifende Leitperspektive im Bildungsplan verankert1, für die Umsetzung in den Fächern liegen bislang erste Pilotprojek- te vor (KMK & BMZ, 2016). Für den Sportunterricht gibt es jedoch kaum Ansätze (Gieß-Stüber & Thiel, 2016). Diese Situation sollte überwunden werden, weil Sport im weitesten Sinne Problemver- ursacher sein kann, aber auch, weil Sport für junge Menschen ein attraktives Handlungsfeld ist und eine Verknüpfung mit Bildungs- gehalten nachhaltige Wirkung verspricht. BNE ist dabei als institu- tionenübergreifende Aufgabe zu sehen, die im Sport von Schulen in Kooperation mit Sportvereinen und –verbänden gemeinsam ge- leistet werden sollte (BMBF, 2017). Diese könnten ihre vorhan- dene Expertise in gemeinsamen Bildungsprojekten einbringen2. Obwohl an Universitäten bereits konkrete Projekte für die Schule 1 Siehe Bildungsplan Baden-Württemberg für allgemeinbildende Schulen: http://www.bildungsplaene-bw.de/,Lde/Startseite/BP2016BW_ALLG/ BP2016BW_ALLG_LP_BNE; Zugriff am 31.05.2018 2 z.B. Deutscher Alpenverein e.V. (DAV) als Bergsport- und Naturschutz- verband; Initiative Check Your Risk der Jugend des DAV (JDAV); Sport und Umwelt im deutschen olympischen Sportbund; Qualifizierung von Juniorbotschafter*innen in für BNE in der deutschen Sportjugend im Bereich Sport und Umwelt (z.B. ticket2nature, Deutsche Sport- hochschule Köln) oder fach- und studiengangübergreifende Zusatz- programme (z.B. Studium Oecologicum, Universität Tübingen) im Bereich BNE umgesetzt werden, gibt es keine Beispiele für die Integration des Bildungskonzepts BNE konkret im Lehramtsstudi- um im Fach Sport. Natursport eignet sich in besonderer Weise dafür, ökologische, ökonomische, soziale und politische Dilemmata zu adressieren. „Sportliche Aktivitäten und Infrastrukturen beanspruchen Natur, Landschaft und Ressourcen, emittieren Klimagase und können sich negativ auf empfindliche Biotope oder Tier- und Pflanzenar- ten auswirken“ (BMUB, 2017, S. 1–2). Die Kommerzialisierung der (Outdoor-)Sport-Branche offenbart darüber hinaus neben ökolo- gischen insbesondere soziale Problemfelder, wie die Ausbeutung lokaler Bevölkerungsgruppen (z.B. als Träger im Himalaya oder bei der Produktion von Kleidung), oder die Umsiedlung ganzer Stadtgebiete im Rahmen von Sportgroßveranstaltungen (Bartelt, 2016; Caduff, 2006). Über die Behandlung solcher globaler The- men hinaus, kann nachhaltiges Denken und Handeln auf indivi- dueller Ebene in Bezug auf soziales und interkulturelles Lernen (z.B. Inklusion, Integration, Fair Play, Gesundheit, ehrenamtliches Engagement) besonders gut im und durch Sport gefördert werden (Gieß-Stüber & Thiel, 2016). Sport bietet außerdem die Möglich- keit, ökonomische und politische Themen (z.B. Vermarktung von Sportgroßereignissen, Konsumverhalten, Sporttourismus, Korrupti- on in Sportorganisationen) zu behandeln und dabei (nicht-)nach- haltige Verhaltensweisen zu erkennen und zu reflektieren. Der vor- liegende Beitrag konzentriert sich auf ökologische Fragestellungen im Zusammenhang mit der Ausübung von Natursport. Darin wird die universitäre Lehrveranstaltung „BNE outdoor“ als Modulkon- zeption zur Bildung für nachhaltige Entwicklung durch Natursport vorgestellt. Dazu werden zunächst das Bildungskonzept BNE im Zusammenhang mit Natursport und sich daraus ergebende didakti- sche Besonderheiten vorgestellt. Anschließend werden darauf Be- zug nehmend Ziele, Inhalte und Aufbau der Modulkonzeption „BNE outdoor“ erläutert und diskutiert. 1.1 Kernkompetenzen der BNE als Grundlage für die Modulkonzeption Bildung für nachhaltige Entwicklung soll Menschen zu zukunfts- fähigem Denken und Handeln befähigen (Deutsche UNESCO-Kom- mission e.V.). Eine nachhaltige Entwicklung bezeichnet dabei eine Entwicklung, bei der künftige Generationen nicht schlechter ge- stellt sind, ihre Bedürfnisse zu befriedigen als gegenwärtig leben- de (Hauff, 1987). Dabei muss die Zukunftsfähigkeit von Entwick- lungsprozessen in den Dimensionen Umwelt, Wirtschaft, Soziales und Politik gleichermaßen und auf verschiedenen Handlungsebe- nen (z.B. vom Individuum bis zum global agierenden Konzern) be- rücksichtigt werden (Schreiber, 2016). Unter der Berücksichtigung der Leitideen der BNE sollen Ler- nende in der Entwicklung von Kernkompetenzen in den Bereichen Erkennen, Bewerten und Handeln (Schreiber, 2016) bzw. in ihrer Gestaltungskompetenz (de Haan, 2008) gefördert werden. Im Ori- entierungsrahmen für den Lernbereich globale Entwicklung werden die einzelnen Kernkompetenzen definiert (Schreiber, 2016, S. 95) und in Tabelle 1 für die Modulkonzeption „BNE outdoor“ beispiel- haft beschrieben. Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2019, 2 (1) 7 DOI: 10.25847/zsls.2018.011 BNE outdoor – Eine Modulkonzeption zur Bildung für nachhaltige Entwicklung durch Natursport · Lohmann, Wegner, Gieß-Stüber KERNKOMPETENZEN THEMATISIERUNG IN „BNE OUTDOOR“, z.B. ER KE N N EN 1. Informationsbeschaffung und –verarbeitung Eigene Literaturrecherche zu Vertiefungsthemen und Verarbeitung der Informationen zu Lerneinheiten 2. Erkennen von Vielfalt Vielfältige Meinungen in der Gruppe (bzgl. Gestaltung der Exkursion), zu globalen Themen (z.B. Stakeholder am Ernährungssystem, Standpunkt verschiedener Nationen bzgl. Klimawandel) sowie die biologische Vielfalt vor Ort am Felsbiotop erkennen 3. Analyse des globalen Wandels Auseinandersetzung mit Themen des globalen Wandels im Seminar und während der Exkursion, z.B. skalenübergreifendes räumliches Denken, Umweltimperialismus, Klimawandel, globale Zusammenhänge unserer Ernährungsweise 4. Unterscheidung von Handlungsebenen Das eigene Verhalten und das der Gruppe in Bezug auf direkte, regionale und globale Effekte analysieren (z.B. Einkaufsverhalten vor Ort, Verhalten am Fels, Analyse des eigenen Mobilitätsverhaltens) BE W ER TE N 5. Perspektivenwechsel und Empathie Bei Rollen- und Planspielen unterschiedliche Rollen einnehmen, sich mit deren Argumenten und Sichtweisen vertraut machen und diese im Spiel vertreten 6. Kritische Reflexion und Stellungnahme Reflexion der Vertiefungsthemen in Gruppendiskussionen (z.B. Diskussionen während der Ler- neinheiten, Abendrunden bei der Exkursion), kritische Reflexion von Inhalten und Abwägen über die Relevanz für die geplanten Lerneinheiten 7. Beurteilen von Entwicklungsmaßnahmen Die Dimensionen einer nachhaltigen Entwicklung (Ökologie, Ökonomie, Soziales, Politik), ver- schiedene Handlungsebenen sowie Strategien der Nachhaltigkeit (z.B. Effizienz, Konsistenz, Suffizienz) als Rahmen für die Beurteilung von Entwicklungsmaßnahmen nutzen H AN DE LN 8. Solidarität und Mitverantwortung Eigene Handlungsmöglichkeiten in Bezug auf die Vertiefungsthemen erkennen und Handlungs- alternativen entwerfen, z.B. umweltbewusstes Verhalten vor Ort am Fels, Einsammeln von Müll 9. Verständigung und Konfliktlösung Aushandeln von gemeinsamen Verhaltensregeln für die Exkursion, im Aushandlungsprozess die eigene Meinung vertreten und gemeinsam Lösungsmöglichkeiten erarbeiten (z.B. Pünktlichkeit) 10. Handlungsfähigkeit im globalen Wandel Die Exkursion nutzen, um nachhaltige Handlungsalternativen in Bezug zur Ausübung des Klet- tersports zu testen (z.B. nachhaltige Ernährung: regional, biologisch, saisonal, vegetarisch; Mobilität: z.B. Verzicht auf PKW) 11. Partizipation und Mitgestaltung Eigenverantwortliche Organisation der Exkursion mit Unterstützung der Seminarleitung unter dem Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung, z.B. Verantwortungsübernahme für Anreise, Verpflegung, Ausrüstung Abb. 1: Verschiedene Wissensbereiche im Zusammenhang mit BNE im Sport Tab. 1: Thematisierung der Kernkompetenzen (KMK & BMZ, 2016, S. 95) in den Lehrveranstaltungen zu „BNE outdoor“. PRAKTISCHE UMSETZUNG IM SCHULKONTEXT FACHWISSENSCHAFTLICHES WISSEN NACHHALTIGKEITSWISSEN FACHDIDAKTISCHES WISSEN WISSEN ÜBER BNE IM SPORT BILDUNGSWISSENSCHAFTLICHES WISSEN WISSEN ÜBER BNE ALLGEMEIN Sportwissenschaftliche und Sportpraktische Kenntnisse Das Konzept der Nachhaltigkeit & Relevante Themen: z.B. Mobilität, Natur, Ernährung Übungen / Anleitungen / Hilfestellungen Exkursionen Leitperspektiven & Orientierungsrahmen Zielstellungen, Relevanz von Nachhaltiger Entwicklung im Sport Motivation, Lerntheorien, Didaktische Modelle etc. Spezifische Ansätze der BNE zur Perspektivenübernahme, Reflexionsfähig- keit, Motivation, Überzeugungen etc. Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2019, 2 (1) 8 CC BY 3.0 DE BNE outdoor – Eine Modulkonzeption zur Bildung für nachhaltige Entwicklung durch Natursport · Lohmann, Wegner, Gieß-Stüber Im Kompetenzbereich Erkennen wird der zielgerichtete Wissenser- werb in den Vordergrund gerückt. In Bezug auf den (Natur)sport bedeutet das z.B., dass Studierende sich Wissen über die Auswir- kungen der Nutzung des Naturraums für sportliche Aktivitäten auf die Flora und Fauna aneignen, dabei selbstständig unterschied- liche Quellen heranziehen und Unterschiede zum Alltagswissen erkennen. Der Kompetenzbereich Bewerten bezieht sich auf die Fähig- keiten, Informationen und Quellen kritisch zu hinterfragen sowie eigenes und fremdes Verhalten vor dem Hintergrund des Leitbilds einer nachhaltigen Entwicklung zu beobachten und zu beurteilen. Im (Natur)sport soll das eigene sportliche Handeln kritisch hin- terfragt und neue Handlungsalternativen entworfen werden. Bei- spielsweise können die An- und Abreise, das konkrete Verhalten vor Ort oder das Aushandeln gemeinsamer Verhaltensregeln Gegen- stand von Diskussionen werden. Im Kompetenzbereich Handeln sollen die Grundlagen für Mei- nungsbildung, informierte Entscheidungen und verantwortungsbe- wusstes Handeln gelegt werden. In einer Lehrveranstaltung zum (Natur)sport können z.B. konkrete Handlungsalternativen wie eine Anreise mit dem Fahrrad statt mit dem Auto oder Methoden der Konfliktlösung und Verständigung in der Gruppe erprobt und dabei auftretende Probleme im geschützten Rahmen diskutiert werden. Allerdings zeigt die umweltpsychologische Forschung, dass Wissen über nachhaltiges Handeln nicht unbedingt in den Alltag übertra- gen und selbst in einfachen Entscheidungssituationen nicht ge- nutzt wird (Gräsel, 1999). Der Transfer vom Wissen zum Handeln stellt also eine besondere Herausforderung der BNE dar. 1.2 BNE als integraler Bestandteil professio- neller Handlungskompetenz BNE-Angebote stellen Lehrkräfte vor besondere Herausforderungen in der didaktischen Umsetzung, da sie gefordert sind, über ihre ei- genen Fächer hinauszudenken und ihre Didaktik darauf auszurich- ten, Schüler*innen dazu zu befähigen, reflektierte Entscheidungen zu treffen. Das heißt, die Lehrkräfte benötigen nicht nur fachliche, fachdidaktische und pädagogisch-psychologische Kompetenzen, die unmittelbar auf ihr eigenes Fach ausgerichtet sind (Shulman, 1986), sondern sie sollten darüber hinaus auch BNE zum integralen Bestandteil ihrer professionellen Handlungskompetenz machen. Dies beinhaltet neben der Reflexion der eigenen Werte auch den Erwerb von konkretem Wissen (Abbildung 1). Im Falle des Sports tritt damit neben das sportwissenschaftliche und sportpraktische Wissen zusätzlich interdisziplinäres Wissen über die Auswirkungen von Sport auf eine nachhaltige Entwicklung (z.B. im Bereich der Naturnutzung, Mobilität, Ernährung, aber auch in Bezug auf die sozialen Auswirkungen von Sport lokal und international). Fach- didaktisches Wissen über Zielstellungen des Sportunterrichts und über typische Übungsformen muss ergänzt werden um Wissen da- rum, welche Anforderungen der Orientierungsrahmen für globales Lernen stellt (KMK & BMZ, 2016) und welche didaktischen Möglich- keiten der Sport bietet, Themen der BNE zu behandeln. Nicht zu- letzt müssen die Lehrkräfte pädagogisch-psychologisches Wissen darüber erwerben, wie sich spezifische Teilkompetenzen wie z.B. die Reflexionsfähigkeit zusammensetzen, und welche Ansätze es gibt, solche Kompetenzen zu fördern. Die reine Vermittlung der einzelnen Wissensbausteine an die angehenden Lehrkräfte reicht jedoch nicht aus. Sie müssen auch lernen, ihre eigenen Haltungen und Werte zu reflektieren, und die verschiedenen Wissensbestände in Bezug auf BNE miteinander zu vernetzen (Renkl, Mandl & Gruber, 1996). Selbst wenn z.B. Stu- dierende in einer Veranstaltung etwas darüber lernen, was nach- haltige Mobilität bedeutet, heißt das nicht, dass sie (a) dieses Wissen in Bezug auf ihr eigenes Wertesystem und die Relevanz für ihr professionelles Handeln reflektieren und (b) erkennen, wie sie dieses Wissen für eine nachhaltige Gestaltung von Exkursionen im Sport nutzen können. Umgekehrt fällt es Studierenden häufig schwer, allgemeine didaktische Ansätze auf konkrete Fachinhalte anzuwenden, also z.B. wie sie Methoden zur Förderung der Refle- xionsfähigkeit bei Schüler*innen im Kontext des Sports umsetzen können. Die Folge von unvernetzten und unreflektierten Wissensbestän- den ist, dass im Studium erworbene Kompetenzen träge bleiben und nicht im Schulunterricht angewandt werden. Hinzu kommt, dass angehende Lehrkräfte durch ihre eigenen Erfahrungen als Schüler*innen bereits sehr konkrete Vorstellungen davon haben, wie ihrer Meinung nach Unterricht aussehen sollte (Wahl, 2001). Gerade von ihren bisherigen Erfahrungen abweichende Unterrichts- modelle, wie sie im Bereich der BNE genutzt werden, können dann nicht an vorhandenes Wissen angeknüpft werden oder stehen ver- meintlich im Widerspruch dazu. So wird an der Universität Gelern- tes schnell als für den Schulalltag nicht relevant oder nicht um- setzbar eingestuft. Zentral ist daher, dass Studierende im Studium ihre Vorerfahrungen und eigenen Erfahrungen systematisch reflek- tieren, um eine Grundlage für die Vernetzung mit neuem Wissen zu schaffen (Korthagen, Kessels, Koster, Lagerwerf & Wubbels, 2001). 1.3 Konsequenzen für die Gestaltung von Lehr- veranstaltungen Lehrveranstaltungen im Lehramtsstudium sind jedoch meist so ge- staltet, dass sie sich entweder auf fachliche oder fachdidaktische oder bildungswissenschaftliche Inhalte beziehen und wenig Bezug zwischen den einzelnen Veranstaltungen hergestellt wird (Darling- Hammond, 2006). Hinzu kommt, dass Praxisphasen meist wenig auf die universitären Lehrveranstaltungen abgestimmt sind. Wenn für den Bereich BNE im Sport für die Studierenden tatsächlich handlungsrelevantes Wissen entstehen soll, müssen die verschie- denen Wissensbereiche vernetzt und kohärent vermittelt und durch Reflexionsanstöße für die Studierenden ergänzt werden. Neben der Integration von fachwissenschaftlichen, fachdidak- tischen und spezifischen BNE-relevanten Inhalten sollten daher Veranstaltungen so gestaltet werden, dass die Bezüge zur Praxis unmittelbar deutlich werden. Darüber hinaus sollten Studierende die Möglichkeit erhalten, sich eigener Haltungen und Vorerfahrun- gen bewusst zu werden. Dies gelingt zum Beispiel durch den sog. „pädagogischen Doppeldecker“ (Wahl, 2001). Dabei erproben die Studierenden die im Seminar vermittelten Lehrmethoden in glei- cher Weise selbst, und erhalten die Möglichkeit, ihre Erfahrungen vor dem Hintergrund der gelernten Ansätze zu reflektieren. Dieses Prinzip sollte im Lehrkonzept „BNE outdoor“ noch weitergeführt werden, indem die Studierenden im Seminar nicht nur damit ex- perimentieren, wie didaktische Ansätze genutzt werden können, sondern im Rahmen einer gemeinsamen Exkursion auch ihr Wissen über nachhaltiges Handeln erproben und so selbst den Bogen vom Wissen über die Bewertung von Handlungsoptionen bis hin zum nachhaltigen Handeln schlagen konnten. Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2019, 2 (1) 9 DOI: 10.25847/zsls.2018.011 BNE outdoor – Eine Modulkonzeption zur Bildung für nachhaltige Entwicklung durch Natursport · Lohmann, Wegner, Gieß-Stüber 2 DIE MODULKONZEPTION „BNE OUTDOOR“ In der Modulkonzeption „BNE outdoor“ sollten die Leitideen der BNE mit fachlichen und fachdidaktischen Inhalten des Sports verknüpft werden. Das Konzept wurde im Sommersemester 2018 bereits zum zweiten Mal umgesetzt. Um die Vernetzung von Wis- sensbeständen aus unterschiedlichen Bereichen zu ermöglichen, wurden verschiedene Lehrformate miteinander kombiniert (Abbil- dung 2): a. ein „klassisches“ wöchentliches Seminar zu Grundlagen der BNE, b. eine Praxisveranstaltung zum Klettern mit vier Blockveran- staltungen à vier Stunden in der Kletterhalle, und c. eine 6-tägige Exkursion zum Felsklettern bei der die Inhalte aus dem Seminar und der Praxisveranstaltung verknüpft wurden. Übergreifende Lernziele für alle drei Komponenten waren, dass die Studierenden (nicht) nachhaltiges Verhalten in Bezug zur Aus- übung des Klettersports erkennen, ihr eigenes Handeln in Bezug auf eine nachhaltige Entwicklung beschreiben und bewerten und sich bei der Ausübung der Sportart umweltbewusst und sozial ge- recht verhalten können. Auf einer Metaebene sollten die Studieren- den diesen Lernprozess vor dem Hintergrund des Bildungskonzepts BNE erkennen und bewerten können. Die Lehrveranstaltungen wur- den von der Erstautorin koordiniert und durchgeführt. Um dem interdisziplinären Charakter der BNE Rechnung zu tragen, wurden im Seminar Gastdozentinnen aus den Fächern Biologie, Geografie und Erziehungswissenschaft eingeladen. In der Praxisveranstal- tung wurde die Dozentin, die selbst über eine fachliche Ausbildung im Sportklettern verfügt, von zwei ausgebildeten Klettertrainern (Trainer C Sportklettern) des Deutschen Alpenvereins e.V. (DAV) unterstützt. Damit wurde nicht nur ein interdisziplinäres, sondern auch institutionsübergreifendes Bildungskonzept erarbeitet. Ziele und Inhalte des BNE-Seminars Ziele des BNE-Seminars waren, grundlegendes Wissen über das Bildungskonzept BNE und wesentliche Themen einer nachhaltigen Entwicklung zu erarbeiten. Im Seminar wurden zunächst grund- legende Begriffe der Nachhaltigkeitsthematik geklärt und bil- dungspolitische Grundlagen der BNE diskutiert. Daraufhin wurden konkrete Inhalte zu allgemeinen globalen Zusammenhängen und Umweltveränderungen als Effekte menschlichen Verhaltens thema- tisiert sowie spezifische in Zusammenhang mit der Ausübung der Sportart Klettern stehende Nachhaltigkeits-Themen. Anschließend wurde der Fokus auf die Gestaltung von Lehr-Lern-Situationen gelegt. So wurden verschiedene Kompetenzkonzepte und systemi- sches Denken als Lerngegenstand der BNE sowie Impulse aus der Bildungsforschung behandelt. Abb. 2: Überblick über Aufbau und Inhalte des Lehrkonzepts „BNE outdoor“. SWS = Semesterwochenstunden SEMINAR Bildung für Nachhaltige Entwicklung NATURSPORT Klettern 2 SWS, 5-6 ECTS Teil 1 • Begriffserklärung und Verständnis des Leitbildes einer nachhaltigen Entwicklung • BNE als Bildungskonzept • Skalenübergreifendes räumliches Denken • Vorbereitung ausgewählter Themen in Form von Lerneinheiten (s.u.) Teil 2 • Gestaltungskompetenz als Zielperspektive • systemisches Denken • Impulse aus der Lehr-Lern-Forschung 2 SWS, Blockveranstaltung, 1-2 ECTS • Sichern im Toprope und Vorstieg (DAV Kletterschein Toprope und Vorstieg Indoor) • Grundlegende Bewegungstechniken • Exkursionsplanung unter nachhaltigen Gesichtspunkten EXKURSION (6 TAGE) Klettern: Besonderheiten des Kletterns am Fels (DAV Kletterschein Outdoor) BNE: Vertiefung ausgewählter Themen: z.B. Natur-und Umweltschutz, Mobilität Ernährung, Konsumverhalten, Konfliktbewältigung, Klimawandel Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2019, 2 (1) 10 CC BY 3.0 DE BNE outdoor – Eine Modulkonzeption zur Bildung für nachhaltige Entwicklung durch Natursport · Lohmann, Wegner, Gieß-Stüber Tab. 2: Beispielhafte Übersicht über die Exkursionswoche. Je nach Wetter verschoben sich einzelne Inhalte. Die Abendrunde diente jeweils zum Tagesrückblick, zur Reflexion und zum Austausch über die Inhalte der Lerneinheiten und des Kletterns, sowie zur Bespre- chung des Folgetages. Zeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Vormit- tag Anreise (beginnt für die Rad-Gruppe bereits Samstag od. Sonntag) Zeltplatz beziehen Orientierung auf dem Zeltplatz Einweisung Sicherheit am Fels, Notfallma- nagement, Kletterführer- kunde, Partnercheck outdoor Klettern outdoor: Besonderheiten des Sicherns & Kletterns am Fels (aufgeteilt in drei Gruppen nach Kletterniveau) Wechsel zu Vor- stieg möglich für diejenigen die bisher nur im Toprope kletter- ten Workshops 1. Vorsteigen (A) 2. Projektieren (F) 3. Klettertechnik Workshops 1. Abseilen 2. Projektieren (F) 3. Klettertechnik Abreise Mittagspause Nach- mittag Selbstsiche- rungsschlinge anbringen und verwenden Bodenübung (am Baum): Umlen- kung, Fädeln und Abbauen Natur- und Um- weltschutz: Ver- halten am Fels, Biodiversität Mobilität: CO2- Fußabdruck der Exkursionsanrei- se, Probleme und Lösungsansätze von Mobilitäts- konzepten konstruktiver Umgang mit Konflikten: „Fischerspiel“ zur Verdeutlichung internationaler Konflikte Konsumverhalten: FairReisen –sozial gerecht, ökolo- gisch verträglich und trotzdem wirtschaftlich? Vertiefung der Inhalte vom Vormittag Klimawandel und Umweltpolitik, Planspiel zur UN- Klimakonferenz Nachhaltige Er- nährung: globale Probleme am Bei- spiel Fleischkon- sum, Rollenspiel Freies Klettern Material- rückgabe Gruppenvertrag: Aushandeln gemeinsamer Regeln Organisation Abreise Abendessen Abend Abendrunde Abendrunde Abendrunde Abendrunde Wochenrückblick/ Kursabschluss Anmerkung: A = Anfänger, F = Fortgeschrittene, Rot = Organisatorisches, Orange = Kletterinhalte in Anlehnung an Deutscher Alpenverein e.V. (2015), Blau = Lerneinheiten von den Studierenden vorbereitet und durchgeführt, Grün = Reflexionsphasen und Begleitung Gruppendy- namischer Prozesse. Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2019, 2 (1) 11 DOI: 10.25847/zsls.2018.011 BNE outdoor – Eine Modulkonzeption zur Bildung für nachhaltige Entwicklung durch Natursport · Lohmann, Wegner, Gieß-Stüber 2.1 Ziele und Inhalte des Praxiskurses Sport- klettern Ziel des Praxiskurses in der Kletterhalle war es, grundlegende Sicherungstechniken im Toprope und Vorstieg3 zu erlernen. In- haltlich orientierten sich die Trainer*innen an der Broschüre Indoor-Klettern des DAV (Deutscher Alpenverein e.V., 2009). Die vier Blocktermine dienten dazu, den teilweise unterschiedlichen Kenntnisstand der Studierenden anzugleichen und die Studieren- den in der Sportart kennenzulernen, um das Klettern am Fels opti- mal vorbereiten zu können. 2.2 Ziele und Inhalte der Exkursion zum Felsklettern Die Exkursion bildete das Herzstück des Lehrkonzepts. Ziel war, dass die Studierenden in der Planung, Durchführung und Auswer- tung der Exkursion sowohl ihr Wissen über nachhaltiges Handeln als auch didaktische Methoden der BNE im Sinne des „pädago- gischen Doppeldeckers“ erprobten und reflektierten, so dass die Wissensbestände auch langfristig nutzbar und handlungsrelevant werden. Bezogen auf das Klettern zielte die Exkursion auf verant- wortungsbewusstes Handeln beim Sportklettern im Klettergarten ab. Unter dem Motto „draußen Klettern ist anders“ (Deutscher Alpenverein e.V., 2015) lernten die Studierenden, wie sie sich si- cher und umweltbewusst im Klettergarten verhalten und dabei an- spruchsvollere Sicherungssituationen erfolgreich meistern können. Die Exkursion führte nach Baume-les-Dames in Frankreich, ei- nem auch für Anfänger*innen geeigneten Sportklettergebiet. Vor Ort bezog die Gruppe einen Campingplatz und verpflegte sich selbst. Während die fachliche Expertise für das Klettern bei den Trainer*innen lag, übernahmen die Studierenden Verantwortung für die Logistik und die inhaltliche Gestaltung von Lerneinheiten zu spezifischen Nachhaltigkeitsthemen. In Kleingruppen waren die Studierenden dafür verantwortlich, die Anreise, Verpflegung und Ausrüstung für die Gesamtgruppe zu organisieren und sich dabei am Leitbild der nachhaltigen Entwick- lung zu orientieren. So entschieden sich die Studierenden, mit Fahrrad und Zug zum Veranstaltungsort anzureisen (Entfernung ca. 170km), die Verpflegung vor Ort vegetarisch, biologisch, regional und saisonal zu gestalten und bemühten sich darum, Ausrüstung (für die Fahrradreise und für das Klettern) auszuleihen. Ebenfalls in Kleingruppen gestalteten die Studierenden Ler- neinheiten für ihre Kommiliton*innen, in denen sie Themen wie Mobilität („Bergsport ist Motorsport“), Konsumverhalten („FairRei- sen“), Umwelt- und Naturschutz, konstruktiver Umgang mit Kon- flikten, nachhaltige Ernährung und Klimawandel aufbereiteten. Die Lerneinheiten fanden in der Nähe der Kletterfelsen oder auf dem Campingplatz statt und wurden methodisch kreativ, z.B. durch Rollenspiele, Gruppendiskussionen oder Rätsel umgesetzt. Tabelle 2 gibt einen exemplarischen Überblick über die Exkursionswoche. 3 Klettern im Toprope bedeutet, dass das Seil an dem geklettert wird von oben kommt, d.h. am Ende der Route umgelenkt wird. Klettern im Vorstieg bedeutet, dass der Kletternde das Seil von unten mitführt und während des Kletterns in Zwischensicherungen (sog. Expressschlingen) einhängt. 2.3 Erwerb von Kernkompetenzen durch „BNE outdoor“ In Tabelle 1 ist beispielhaft dokumentiert, wie die Teilkompetenzen des Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung (Schreiber, 2016, S. 95) in der Lehrveranstaltung thematisiert wur- den. Einzelne Beispiele sollen im Folgenden differenzierter darge- stellt werden. Erkennen. Die Teilkompetenz Informationsbeschaffung und – verarbeitung konnte vor allem in Bezug auf die Vorbereitung der Lerneinheiten vertieft werden. Jede Kleingruppe erhielt zu Beginn der Veranstaltung eine Themenbeschreibung für die jeweilige Ler- neinheit und drei von der Seminarleitung ausgewählte Quellen mit der Aufforderung, sich zunächst einzulesen, für die Lerneinheit eine Themenfokussierung festzulegen und speziell dazu weitere Quellen selbst zu recherchieren. Die Studierenden bereiteten da- raufhin die ausgewählten Inhalte für die Lerneinheit didaktisch auf. Bewerten. Vor allem die Planung der Exkursion sowie die Plan- und Rollenspiele während der Exkursion trugen dazu bei, die Teil- kompetenz Perspektivenwechsel und Empathie zu fördern. Für die Exkursionsplanung mussten die Studierenden in Kleingruppen ver- schiedene Meinungen und Informationen bewerten, um für die Ex- kursion Entscheidungen treffen zu können. Während der Exkursion waren sie z.B. im Rollenspiel zum Thema Ernährung gefordert, sich in die Rollen eines Kleinbauern in Südamerika, eines Greenpeace Aktivisten, einer Rentnerin oder einer Studentin aus Deutschland hineinzuversetzen. Basierend auf vorbereiteten Rollenbeschrei- bungen und Informationsmaterial argumentierten die Studierenden aus der jeweiligen Perspektive. Im Anschluss bewerteten sie die Relevanz des Gelernten für die Kaufentscheidungen, die während der Exkursion in Bezug auf die Verpflegung fielen sowie für ihren eigenen Ernährungs- und Konsumstil. Handeln. Die gesamte Lehrveranstaltung zielte darauf ab, Hand- lungsfähigkeit im globalen Wandel zu fördern. Diese Teilkompetenz wurde vor allem während vieler Diskussions- und Reflexionsrunden während der Exkursion, aber auch durch das Einnehmen der Meta- perspektive im Seminar angesprochen. Die Studierenden organi- sierten unter dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung die Ex- kursion und trafen eigenständig Entscheidungen. Sie waren offen dafür, im Selbstversuch die Anreise so ressourcenschonend (CO2- sparend) wie möglich zu gestalten. Die Anreise mit dem Fahrrad und Rückreise mit dem Zug wurde von den Studierenden schließ- lich nicht nur als Entbehrung (Verzicht auf ein Auto), sondern als Gewinn (Gruppe besser kennenlernen, Landschaft genießen, eine Herausforderung meistern) wahrgenommen. Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2019, 2 (1) 12 CC BY 3.0 DE BNE outdoor – Eine Modulkonzeption zur Bildung für nachhaltige Entwicklung durch Natursport · Lohmann, Wegner, Gieß-Stüber 2.4 „BNE outdoor“ aus Sicht der Studierenden Die universitätsweite Lehrveranstaltungsevaluation wurde im Som- mersemester 2017 auch in den Veranstaltungen für „BNE outdoor“ durchgeführt. Für die didaktische Konzeption besonders relevant ist, dass die Studierenden (N = 16) das Können und Wissen, das sie in „BNE outdoor“ erwarben, für ihr späteres Tätigkeitsfeld als rele- vant einschätzten (75% trifft voll zu, 25% trifft zu). Exemplarische Zitate aus den von Studierenden im Verlauf von „BNE outdoor“ 2018 angefertigten Portfolios (N = 17) zeigen, dass die von uns gesteckten Lernziele erreicht werden konnten und Kompetenzen in den Bereich erkennen, bewerten und handeln erworben wurden. In den Portfolios gingen die Studierenden selbst gewählten Fragestel- lungen aus dem recht weit abgesteckten Feld „BNE im Sport“ nach und beschrieben anhand von Leitfragen ihre Lernprozesse. Die In- halte reichten dabei von spezifischen Nachhaltigkeitsthemen, die im Rahmen der Ausübung von Natursport relevant werden können aber auch in den Alltag hineinreichen (z.B. Mobilität, Konsumver- halten, Ernährung) bis hin zu metakognitiven Auseinandersetzun- gen mit der Didaktik von „BNE outdoor“: „Welche Rahmenbedin- gungen unseres Seminars haben bei mir nachhaltige Denkprozesse ausgelöst und mich auch außerhalb des Seminars zu nachhaltigem Handeln animiert?“ (PE8-10). So bewerteten die Studierenden häufig Erfahrungen während der Exkursion als Schlüsselerlebnisse für die weitere Beschäftigung mit einem Thema: „Vor allem aber, dass ich selbst beim Klettern in einer Felsspalte ein verlassenes Vogelnest gesehen habe, was mir sehr deutlich vor Augen geführt hat, dass ich in einen Lebensraum eindringe, der sonst unangetastet bleiben würde.“ (FB7-9). Die Dis- kussionen während der Exkursion, die durch die von Studierenden gestalteten Lerneinheiten angeregt wurden, resultierten häufig im Hinterfragen bis hin zur Veränderung eigener Verhaltenswei- sen im Alltag: „Nachdem wir aus Bame-les-Dames wiedergekommen sind […] haben sich eine Hand voll Interessierte gefunden, sich verabredet und bei Freunden fehlendes Klettermaterial organisiert. Wir sind mit dem Fahrrad und Satteltaschen etwa 20 km gefahren, um klettern zu gehen. Dabei freut mich so sehr zu sehen, wie wir unser erlerntes Wissen über Nachhaltigkeit aus BNE und durch die Anreise der Exkursion anwenden und umsetzten konnten. Nie stand zur Debatte, mit dem Auto dorthin zu fahren.“ (SP70-76). Aber auch in Bezug auf die Umsetzung von BNE im späteren Lehralltag konnte die Lehrveranstaltung Anregungen geben: „Wäh- rend des Seminars „BNE - Bildung für nachhaltige Entwicklung durch Natursport“ bin ich mir dann aber noch einer andere Möglichkeit be- wusst geworden, die für mich wohl letztendlich die effektivste Metho- de darstellt, positiven Einfluss auf unsere Gesellschaft auszuüben. Als angehender Lehrer in den Fächern Sport und Biologie habe ich die Möglichkeit, Wissen zu Themen der Nachhaltigkeit zu vermitteln, die Schüler zu kritischem Denken und Eigenverantwortlichkeit anzuregen und somit als eine Art „Multiplikator“ für Nachhaltiges Denken zu wirken.“ (FZ 10-15) 3 FAZIT Die Modulkonzeption „BNE outdoor – Bildung für nachhaltige Entwicklung durch Natursport“ stellte sich der Herausforderung, Lehramtsstudierenden die komplexen Themen der nachhaltigen Entwicklung im Bereich des Natursports in einer Weise nahezu- bringen, dass verschiedene Wissensbestände miteinander vernetzt und unmittelbar in die Praxis übertragen werden können, sowohl im Bereich des Handelns als Lehrkraft, als auch im Bereich des nachhaltigen Handelns selbst. Dazu wurden die beiden Veranstal- tungen zu Grundlagen der BNE und zum Sportklettern miteinander gekoppelt und mit einer Exkursion verbunden. Den Studierenden wurde so ermöglicht, ihr eigenes Handeln im Natursport in Bezug auf eine nachhaltige Entwicklung zu reflektieren und zu verändern, und gleichzeitig am praktischen Beispiel zu erfahren, wie BNE im Schulsport umgesetzt werden kann. Wir sind davon überzeugt, dass vor allem die Verknüpfung der im Seminar erarbeiteten theoretischen Inhalte mit der Praxis des Sportkletterns im Rahmen der Exkursion für die Studierenden einen besonderen Mehrwert bot. Im Rahmen des Seminars konnte die Exkursion sowohl inhaltlich (Nachhaltigkeitsthemen) als auch me- thodisch bzw. didaktisch (Gestaltung von Lehr-Lern-Situationen) vorbereitet und nachbesprochen werden. BNE soll auf allen Bildungsebenen und in allen Fächern veran- kert werden (BMBF, 2017). Diesem Anspruch wird das Lehrkonzept in zweierlei Hinsicht gerecht. So wurde ein interdisziplinär ausge- richtetes Lehrkonzept implementiert, um Studierende für Nachhal- tigkeitsthemen zu sensibilisieren. Gleichzeitig trug das Lehrkon- zept dazu bei, Multiplikator*innen zu schulen, die zukünftig die Themen in andere Lehr-Lern-Kontexte auf anderen Bildungsebe- nen einbringen können. Die Form der Exkursion (Projektcharakter) bietet die Möglichkeit, Lernenden Verantwortung zu übertragen, Entscheidungssituationen in für sie relevanten Kontexten herbei- zuführen und dabei weitere Nachhaltigkeitsthemen wie Konsum- verhalten, Mobilität, Ernährung oder einen konstruktiven Umgang mit Konflikten aufzugreifen. So können schließlich die Handlungs- bereiche der nachhaltigen Entwicklung Ökologie, Soziales, Ökono- mie und Politik adressiert werden, was hier mit einem Schwerpunkt auf ökologischen Fragestellungen im Rahmen der Ausübung einer Natursportart beispielhaft gezeigt wurde. Danksagung Das Projekt „BNE outdoor“ wurde im Rahmen des Projektwettbe- werbs „innovatives Studium“ an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg gefördert. Wir möchten dem Studierendenrat für diese Förderung danken. Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2019, 2 (1) 13 DOI: 10.25847/zsls.2018.011 BNE outdoor – Eine Modulkonzeption zur Bildung für nachhaltige Entwicklung durch Natursport · Lohmann, Wegner, Gieß-Stüber 4 LITERATURVERZEICHNIS Bartelt, D.D. (2016). Nach der WM ist vor Olympia. (Sport-)Großereig- nisse in Brasilien zwischen Stadtplanung, Spekulation und dem Recht auf Stadt. In C.Y. Robertson-von Trotha (Hrsg.), Die Zwischengesellschaft. Aufbrüche zwischen Tradition und Moderne? (Die Reihe „Kulturwissenschaft interdisziplinär“, Band 10, S. 231–262). Baden-Baden: Nomos. BMBF. (2017). Nationaler Aktionsplan Bildung für nachhaltige Ent- wicklung. Der deutsche Beitrag zum UNESCO-Weltaktionspro- gramm. [Elektr. Version] URL: https://www.bmbf.de/files/ Nationaler_Aktionsplan_Bildung_f%c3%bcr_nachhalti- ge_Entwicklung.pdf BMUB. (2017). Sport 2020 – Impulsgeber für eine nachhaltige Gesell- schaft. Zugriff am 01. 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    Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1 (2) CC BY 3.0 DE Kompetenzen in Sportmanagementstudien- gängen – Eine curriculare Analyse der zu erreichenden fachspezifischen Kompetenzen an deutschen Hochschulen Kathrin Dunkel, Olivia Wohlfart & Thomas Wendeborn ORIGINALIA › PEER REVIEW Kathrin Dunkel1 Universität Leipzig Sportwissenschaftliche Fakultät Institut für Sportpsychologie und Sportpädagogik Jahnallee 59 04109 Leipzig Olivia Wohlfart1 Jahnallee 59 04109 Leipzig Jun.-Prof. Dr. Thomas Wendeborn Jahnallee 59 04109 Leipzig E-Mail: thomas.borchert@uni-leipzig.de Schlüsselwörter Kompetenzentwicklung, Fachkompetenz, Sportmanagement Keywords Competence development, professional competence, Sports Management, German Qualifications Framework ZUSAMMENFASSUNG Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Sports zeigt sich nachhaltig in sportlichen Großereignissen wie der Fußball-Weltmeisterschaften und der Olympischen Spiele. Aus einer vielseitig ökonomischen Verwertbarkeit des Sports und einem zunehmend professionellen Handeln der Akteure ergeben sich dabei Veränderungen der arbeits- marktspezifischen Anforderungen an zukünftige Sportmanagerinnen und Sportmana- ger (Schütte, 2016; Horch, 2012). Ein interdisziplinärer Studiengang, wie das Sport- managementstudium, soll Absolventinnen und Absolventen arbeitsmarktrelevante Kompetenzen vermitteln und sie damit auf die Erfordernisse ihrer Berufstätigkeit vor- bereiten (KMK, 2000). Diese Entwicklungen vollziehen sich an der Schnittstelle von akademischer Ausbildung und arbeitsmarktorientierter Kompetenzentwicklung der Stu- dierenden. Modulbezogene Lernziele in den Studiengangdokumenten (Curricula) sollen Aufschluss darüber geben, wie die Kompetenzen nach einem Hochschulabschluss im Sportmanagement ausgeprägt sind. Im Beitrag wird analysiert welche fachspezifischen Kompetenzprofile die verschiedenen akademischen Ausbildungsmöglichkeiten für Sportmanagerinnen und Sportmanager (Hochschulart und Studiengänge) aufweisen. Hierfür wurden die zu erreichenden fachspezifischen Kompetenzen auf Bachelor- und Masterniveau an unterschiedlichen Hochschulen mittels verfügbarer Curricula ana- lysiert. Zudem wurden die einbezogenen Studiengänge hinsichtlich ihrer nationalen Kompatibilität, Kohärenz sowie Vergleichbarkeit überprüft (KMK, 2017). Es zeigen sich bedeutsame Unterschiede zwischen den Hochschularten und den untersuchten Studi- engängen. Weiterhin ist zu konstatieren, dass die mit Bologna intendierten Ziele nur in Teilen umgesetzt wurden. Competencies in Sports Management Study Programmes - Curriculum Analysis of Conveyed Subject-specific Competencies at Institutions of Higher Education in Germany Abstract: The economic significance of sports is reflected in the lasting impact of large sporting events such as the Soccer World Cup and the Olympic Games. The high commercial exploitability of sports and increasingly professional action of stakehold- ers set new labour market-specific requirements for future sports managers (Schütte, 2016; Horch, 2012). Interdisciplinary study programmes, such as sports management, should be designed to provide future graduates with skills relevant to the labour market and thereby prepare them for the demands of their work (KMK, 2000). These developments take place at the interface of academic education and labour market-ori- ented skills development of students. Module-related learning objectives of study pro- gramme documents (curricula) aim to shed light on the skills acquired in the sports management degree. The paper provides an analysis of the specific skills profile sports management students acquire in study programmes of different academic education institutions (type of university and degree). To this end available curricula of Bachelor Zitieren Sie diesen Beitrag wie folgt: Dunkel, K., Wohlfart, O., Wendeborn, T. (2018). Kompetenzen in Sportmanage- mentstudiengängen - Eine curriculare Ana- lyse der zu erreichenden fachspezifischen Kompetenzen an deutschen Hochschulen. Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft, 1 (2), 50 - 51. DOI: 10.25847/zsls.2018.004 1 Geteilte Erstautorenschaft: K. Dunkel und O. Wohlfart trugen gleichermaßen zu dieser Publikation bei Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1 (2) 51 DOI: 10.25847/zsls.2018.004 Kompetenzen in Sportmanagementstudiengängen · Dunkel, Wohlfart, Wendeborn and Master programmes (undergraduate and graduate) of different universities were analysed concerning the subject-specific skills they offer. In addition, included study programmes were reviewed regarding their national comparability, coherence and comparability (KMK, 2017). Significant differences between types of higher edu- cation institutions and reviewed study programmes were identified. It also showed that the objectives of the Bologna process were only partially achieved. 1 EINLEITUNG UND PROBLEMLAGE Sportliche Großereignisse wie Fußball-Weltmeisterschaften und Olympische Spiele haben einen enormen volkswirtschaftlichen Ef- fekt, der sich – insbesondere mit Blick auf den nicht-monetarisier- baren und nicht-quantifizierbaren Beitrag – nur schwer konkretisie- ren lässt. Breuer, Wicker und Orlowski (2014, S. 15) gehen davon aus, dass „die sportbezogene Bruttowertschöpfung im Jahre 2008 auf 73,1 Mrd. Euro beziffert werden [kann]“, was etwa 3,3 Pro- zent der gesamtdeutschen Bruttowertschöpfung (2.217 Mrd. Euro) entsprach. Damit werden die Verflechtungen zwischen Sport und Wirtschaft und einer immer umsatzstärker werdenden Querschnitts- branche (Sportwirtschaft) deutlich. Dies geht mit Veränderungen in der Nachfrage- sowie Angebotsstruktur einher und bringt neue Her- ausforderungen für den Bereich des (Sport-)Managements mit sich. Wachsende Sportmärkte, die zunehmende Professionalisierung und die vielseitige ökonomische Verwertbarkeit, verbunden mit der Not- wendigkeit eines ökonomisch-rationalen Wirtschaftens, verändern die arbeitsmarktspezifischen Anforderungen an die Akteure enorm. Diesen veränderten Bedingungen in Bezug auf das Wissen, Können und Verhalten der handelnden Akteure Rechnung tragend, wurden national und international Studiengänge mit einer starken Ausrich- tung auf die Erfordernisse des Sport- und Wirtschaftssystems einge- richtet. Diese – vorwiegend mit Sportmanagement denominierten Studiengänge – haben sich in den vergangenen zwanzig Jahren zu einer eigenen Teildisziplin der Sportwissenschaft formiert und wur- den systematisch weiterentwickelt (Krüger & Dreyer, 2004). Nach Thiel, Breuer und Mayer (2009, S. 14) sind diese „anwendungsorien- tiert, interdisziplinär und technologisch ausgerichtet“ und beschäf- tigen sich mit Bereichen aus dem Sport sowie aus dem Management. Der Begriff Management ist nach Steinmann, Schreyögg und Koch (2013) institutionell und funktional zu differenzieren. Während die institutionelle Perspektive auf Rollen und Anweisungsbefugnisse ab- hebt, umfasst die funktionale Perspektive die Prozesse und Funktio- nen in arbeitsteiligen Organisationen, die zur effektiven Steuerung des Leistungsprozesses notwendig sind (Steinmann et al., 2013). Dieser Definition entsprechend und bezugnehmend auf die Tätig- keitsschwerpunkte von Sportmanagerinnen und Sportmanagern, welche nach Horch (2012) mit Wirtschaften, Managen, Kommunizie- ren, Verkaufen und Finanzieren umrissen werden, rekurriert der vor- liegende Beitrag auf die funktionale Perspektive von Management. Eine disziplinäre Unterscheidung der Studiengänge Sportmanage- ment und -ökonomie ist aufgrund fehlender Trennschärfe (Heine- mann, 2003) sowie der fortgeschrittenen Diversifizierung (Wallrodt & Thieme, 2017) nicht ohne weiteres möglich. Gemeinsamer Bezugs- punkt ist die Betrachtung der Zusammenhänge von Wirtschaft und Sport (Haag & Mess, 2010), wobei Sportökonomie nach Thiel et al. (2009) per definitionem als Teildisziplin der Sportmanagementwis- senschaft verstanden wird. Dieser Prämissensetzung sowie Wallrodt und Thieme (2017) folgend, werden die einbezogenen Studiengänge mit dem Schwerpunkt Sportökonomie konsequent dem Sportma- nagement zugeordnet. Die dargestellten Veränderungsprozesse vollziehen sich inmit- ten der bisher größten europäischen Bildungsreform. Der Bologna- Prozess hat bewirkt, dass die akademische Kompetenzentwicklung zu einem der bedeutsamsten Aufgaben- und auch Problemfelder der Hochschulbildung avancierte (DQR, 2014). Damit einhergehend finden sich zumindest in den Studiendokumenten (Modulbeschrei- bungen, Prüfungs- und Studienordnungen) der Universitäten die Sprachregelungen wieder, die auf die Ausbildung überfachlicher, arbeitsmarktorientierter Kompetenzen verweisen (Arnold, 2015). Im vorliegenden Beitrag wird auf das Kompetenzmodell nach Roth (1971) rekurriert, welches von Kauffeld (2006) hinsichtlich der Differenzierung nach fachlichen und überfachlichen Kompetenzen weiterentwickelt wurde. Dieser Logik folgend werden ausschließlich Fachkompetenzen fokussiert. Diese beschreiben „organisations-, prozess-, aufgaben- und arbeitsplatzspezifische berufliche Fertig- keiten und Kenntnisse sowie die Fähigkeit, organisationales Wissen sinnorientiert einzuordnen und zu bewerten, Probleme zu identifi- zieren und Lösungen zu generieren“ (Kauffeld, 2006, S. 23). Der konjunkturelle Aufschwung des Kompetenzdenkens resultiert dabei aus Vorstellungen einer effektiven, kreativen Handlungsfähig- keit der Studierenden, welche sich positiv auf deren Wettbewerbsfä- higkeit sowie eine erfolgreiche Positionierung am Arbeitsmarkt aus- wirken soll (Arnold, 2015). In dieser Differenzierung spiegelt sich das von Jung (2010) dargelegte Verhältnis von Kompetenz (Dispo- sitionsebene) und Performanz (Bewältigungsebene) wieder, welches in einen Transformationsprozess von Lernen zu Handeln überführt wird. Damit wird die notwendige Anschlussfähigkeit der vermittel- ten theoretischen Inhalte und Methoden für berufliche Kontexte markiert. Dass sich dieses anti-behavioristische Selbstverständnis im Gewand des Kompetenzparadigmas als Schlüsselelement in Aus- schreibungstexten, Anforderungskatalogen, Bildungs- bzw. Weiter- bildungsmaßnahmen und auch als Leitkategorie in Curricula sowie betrieblichen Personalentwicklungskonzepten wiederfindet, zeigt, wie weit das Kompetenzdenken in unserer Gesellschaft verbreitet ist. Damit ist die Kompetenzorientierung untrennbar mit der effek- tiven Handlungsfähigkeit verbunden, welche in diesem Kontext als Wettbewerbsfaktor fungiert (Arnold, 2015). Abseits der mit Bologna intendierten Frage nach der Wirksamkeit von Ausbildungssystemen entsteht jedoch der Eindruck, dass das Kompetenzdenken eher im Rahmen von Struktur- und Budgetfragen administriert und verwaltet wird, als dass diese in einen produkti- ven Prozess der Überarbeitung von Studiengängen hinsichtlich einer stärker ausgeprägten Arbeitsmarktorientierung gerinnen (Arnold, 2015). Dies wird deutlich, wenn beispielsweise die in der Bundesre- publik eingerichteten Studiengänge mit dem Schwerpunkt Sportma- nagement betrachtet werden. In Statistiken werden die Absolven- tinnen und Absolventen und die Studierenden dieser Studiengänge erfasst. Stellenanzeigen geben darüber Auskunft, wer gesucht wird und welche Kompetenzen für bestimmte Aufgaben erwartet werden. Damit ist das Maß der Kompetenzorientierung in Studiengängen eng mit den antizipierten arbeitsmarktspezifischen Anforderungen verbunden. Demnach werden u. a. Absolventinnen und Absolventen benötigt, die selbstständig und selbstorganisiert offene Probleme bewältigen können, eine gute fachliche Wissensbasis aufweisen so- wie lebenserfahren und kompetent sind (Heyse, 2010). Bisher weitestgehend ungeklärt ist jedoch, ob Sportmanage- mentstudiengänge in ihrem Kompetenzprofil den Anforderungen des Arbeitsmarkts gerecht werden. Im Umkehrschluss ist zudem der Fra- Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1 (2) 52 CC BY 3.0 DE Kompetenzen in Sportmanagementstudiengängen · Dunkel, Wohlfart, Wendeborn ge nachzugehen, ob zukünftige Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber – wie mit der Bologna-Reform intendiert – von inhaltlich vergleich- baren Studienabschlüssen im Sportmanagement ausgehen können? Welche beruflichen Chancen für Sportmanagerinnen und Sportmana- ger bestehen, wurde bereits in diversen Studien umfangreich unter- sucht (u. a. Horch, Schubert & Walzel, 2014; Horch, 2012). Anhand der Analyse von aktuellen Stellenanzeigen von Sportmanagerinnen und Sportmanagern fassen Packheiser und Hovemann (2013) die Aufgaben von Sportmanagerinnen und Sportmanagern mittels Tä- tigkeitsclustern analog zu Horch (2012) zusammen. Demnach wird neben der Kommunikation auf Ebene der Fachkompetenzen auch die Bedeutung betriebswirtschaftlicher Aspekte wie die Budgeterstel- lung und Erfolgskontrolle deutlich (Packheiser & Hovemann, 2013). Diese Untersuchungen sind nicht als Selbstzweck zu verstehen, sondern bilden den zentralen Bezugspunkt bei der Erstellung zu- künftiger Curricula von Sportmanagementstudiengängen (Schütte, 2016). Dennoch bleiben hinsichtlich der Kompetenzprofile von Sportmanagementstudiengängen Fragen offen, die besonders die zu erlangenden Kompetenzen, deren nationale Vergleichbarkeit sowie deren Passung zu objektiven arbeitsmarktspezifischen Anforderun- gen betreffen. Dieses Desiderat wird im vorliegenden Beitrag mit der Zielstellung bearbeitet, die fachspezifischen Kompetenzbereiche von Sportmanagementstudiengängen inklusive des Ausprägungsni- veaus darzustellen. Ferner soll in diesem Zusammenhang untersucht werden, wie sich die Curricula nach Abschluss und Hochschule un- terscheiden. 2 FORSCHUNGSSTAND Grundsätzlich ist zu konstatieren, dass neben staatlich finanzierten Hochschulen Sportmanagementstudiengänge auch an Privat- oder Fernhochschulen angeboten werden (KMK, 2015; Gehrig, 2016). Kompetenzen in Sportmanagementstudiengängen wurden bereits durch zahlreiche internationale und nationale Studien übergreifend sowie tätigkeits- bzw. bereichsbezogen analysiert. Im angloamerika- nischen Sprachraum verwiesen bereits Parkhouse und Ulrich (1979) sowie Hatfield, Wrenn und Bretting (1987) auf die Notwendigkeit der Spezialisierung in Sportmanagementstudiengängen. Die North American Society for Sport Management (NASPE-NASSM, 1993) iden- tifizierte auf Grundlage der Analyse US-amerikanischer Curricula die Kerninhalte für Sportmanagementstudiengänge auf Bachelor-, Mas- ter- und Doktorniveau. Horch, Niessen und Schütte (1999) befragten haupt- und eh- renamtliche Manager sowie Trainerinnen und Trainer nach den Tä- tigkeitsschwerpunkten, einschließlich der notwendigen Qualifika- tion, des Berufsbildes Managerinnen und Sportmanagerinnen und Sportmanager in Sportvereinen und -verbänden. In einer weiteren Untersuchung wurde dies auf den Bereich der kommunalen Sportver- waltung übertragen (Horch & Schütte, 2003). Hovemann, Kaiser und Schütte (2003) analysierten den erwerbswirtschaftlichen Sektor, mit Fokus auf die Sportagenturen. Apitzsch (2016) analysierte Kompe- tenzprofile von Trainerinnen und Trainern und Sportmanagerinnen und Sportmanagern im Spitzensport und erarbeitete ein Kompetenz- modell für diese Zielgruppe, welches die Besonderheiten im Team- sport berücksichtigt. Referentiell für dieses Kompetenzmodell ist der Kompetenzatlas nach Heyse (2010). Die theoretischen und praktischen arbeitsmarktspezifischen Anfor- derungen an Sportmanagerinnen und Sportmanager lassen sich aus diversen Untersuchungen entnehmen. Während Dowling, Edwards und Washington (2014) kritisierten, dass das Sportmanagement im Rahmen der stetig voranschreitenden Professionalisierung die Trans- formation von einer occupation zu einer profession noch (immer) nicht geschafft hat, erklärte Schütte (2016) den Sprung vom Tätig- keitsfeld zum Berufsfeld wiederum als erfolgreich. Demnach hat auf- grund fehlender formaler Zutrittsbeschränkungen theoretisch jeder Zugang zu diesem jungen, offenen und deregulierten Markt. Grund- legend differenzierten Schütte (2016) sowie Heinemann (2003) den Arbeitsmarkt im Sportmanagement nach drei Sektoren: den erwerbs- wirtschaftlichen Sportorganisationen, den staatlichen Sportförder- organisationen und den gemeinnützigen Sportorganisationen (Non- Profit-Organisationen). Nach Horch et al. (2014, S. 589) und Horch (2012) bilden die interpersonelle Kommunikation, allgemeine In- formationsaufgaben, die Außendarstellung (marktorientiertes Han- deln), das Sponsoring und Budgetierung, sowie soziale Aufgaben die konstitutiven Tätigkeitsschwerpunkte von Sportmanagerinnen und Sportmanagern. Packheiser und Hovemann (2013) arbeiteten drei typische Tätigkeitscluster von Sportmanagerinnen und Sportmana- gern heraus und kennzeichneten diese als Kommunikations-, Marke- ting- und Salesmanager sowie Betriebs- und Teamleiter. Kommunika- tionsmanagerinnen und Kommunikationsmanager nahmen in diesem Gefüge aufgrund einer erhöhten Zuordnung von Stellenausschreibun- gen eine zentrale Rolle ein. Neben einem sportorientierten Wissen, benötigen Sportmanagerinnen und Sportmanager demnach vor allem Soft Skills und sollten mit den Techniken des persönlichen Manage- ments (Zeitmanagement, Umgang mit Stress, Kommunikationsfähig- keit, Tätigkeitsaspekte im Bereich Führen und Organisationsgestal- tung) vertraut sein (Schütte, 2016). Parks, Quaterman und Thibault (2011) begründeten die Notwendigkeit kommunikativer Fähigkeiten, einschließlich deren technologischen Anwendungsmöglichkeiten, mit der erforderlichen Interaktion einer heranwachsenden globalen und multikulturellen Gesellschaft. Des Weiteren ist für Parks et al. (2011) die Organisationskompetenz im Sportmanagement relevant. Während die Organisations- und Kommunikationskompetenz elemen- tare Bestandteile in der Charakteristik von Sportmanagerinnen und Sportmanagers darstellen, komplementierten Lussiere und Kimball (2009) diese mit allgemeinen management skills für erfolgreiche Ma- nagerinnen und Manager. Speziell die überfachlichen Kompetenzen finden in mannigfaltigen Zuständigkeitsbereichen sowie beruflichen Situationen Anwendung und sind keineswegs auf bestimmte Sport- organisationen oder -bereiche limitiert (Parks et al., 2011). Neben den vielseitigen Fachkompetenzen werden von Sportmanagerinnen und Sportmanagern auch soziale, ethische und personale Kompe- tenzen erwartet. Trotz derer Bedeutung in der heutigen Arbeitswelt, sind diese überfachlichen Kompetenzen in der Hochschulausbildung zum Sportmanagerinnen und Sportmanager unterrepräsentiert (Haag & Mess, 2010). Der überwiegende Anteil der aufgeführten Veröffentlichungen be- ruht auf Aussagen von Expertinnen und Experten oder Berufstätigen im Sportmanagement. Entsprechend fehlen inhaltliche Analysen, welche die akademischen Ausbildungsgänge mit dem Schwerpunkt Sportmanagement betreffen. Kerres und Schmidt (2011) formulier- ten im Ergebnis der Analyse von 265 Bachelor-Studiengängen aus den Bereichen Sozial-, Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften fachübergreifende Aussagen zur Anatomie von Bologna-Studiengän- gen. Abschließend ist zu konstatieren, dass eine Vielzahl von Unter- suchungen existieren, die bzgl. des Arbeitsmarktes jedoch eher die Seite der Arbeitsnachfrage betrachten und weniger das Arbeitsange- bot, welches den Bildungsmarkt einschließt. Zudem ist die Evidenz zur studiengangspezifischen Umsetzung der Bologna-Forderungen als erratisch einzustufen. Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1 (2) 53 DOI: 10.25847/zsls.2018.004 Kompetenzen in Sportmanagementstudiengängen · Dunkel, Wohlfart, Wendeborn 3 METHODEN 3.1 Stichprobe und Daten In Tabelle 1 sind die in der vorliegenden Untersuchung einbezoge- nen Einrichtungen differenziert nach Studiengängen und Abschlüs- sen dargestellt (in Anlehnung an Wallrodt & Thieme, 2017). Die Anteile der Bachelor- und Masterstudiengänge an den Universitä- ten, Fachhochschulen und Privaten Hochschulen deuten darauf hin, dass es sich nicht durchgängig um ein konsekutives Studienangebot handelt. Die Untersuchung des fachspezifischen Kompetenzniveaus erfolgte aufgrund der hohen Anzahl an Sportmanagementstudien- gängen in Deutschland und hinsichtlich des Erhebungsaufwandes exemplarisch. Die Auswahl vollzog sich entlang konsekutiver Studiengänge, so dass die aufeinander aufbauenden Abschlussgrade desselben Hoch- schultyps betrachtet werden konnten. Jeweils ein konsekutiver Stu- diengang jeder Hochschulart wurde zufällig ausgewählt und in die Studie einbezogen. 3.2 Datenauswertung Ausgehend von der inhaltlichen Struktur der Untersuchungen und der Stichprobenwahl von Wallrodt und Thieme (2016) wurden Stu- dienverlaufspläne, Curricula und Modulhandbücher von insgesamt 51 Sportmanagementstudiengängen analysiert. Diesem zweistufigen Ordnungssystem (Wallrodt & Thieme, 2017) folgend, wurden die ein- bezogenen Studiengänge anhand der Module und Modulbeschreibun- gen inhaltlich ausdifferenziert (vgl. Tab. 2). Dabei war die Defini- tion der fachspezifischen Kompetenzbereiche nach Kauffeld (2006) handlungsleitend. Die inhaltliche Gewichtung erfolgte anhand der Credit Points (ECTS), welche die Arbeitsbelastung (work load) der Studierenden in den Modulen abbilden (KMK, 2000). Bei der Operationalisierung wurden die ECTS-Punkte bezogen auf die einzelnen Module sowie auf den Studiengang insgesamt berücksichtigt. Entsprechend konnten die nicht-numerischen Daten deskriptiv abgetragen und die Studien- gänge anhand der Abschlussgrade und Hochschultypen vergleichbar gemacht werden. Die studiengangspezifischen Inhalte wurden in Mi- crosoft Excel (Version 2016) aufbereitet und verarbeitet. Der Analyse der prozentualen Verteilung der Studieninhalte 1. Ordnung anhand der ECTS-Punkte, folgte die Betrachtung der Lernziele der Module zur Erfassung des Ausprägungsniveaus in den fachspezifischen Kom- petenzbereichen. Hierzu wurde ein allgemeingültiges Analyseraster entwickelt, welches der Logik der kognitiven Taxonomie nach Bloom folgt (HRK, 2015). Damit werden eine Operationalisierung der Lern- ziele sowie eine Zuordnung dieser zu den Niveaustufen ermöglicht. Das Analyseraster besteht aus sechs aufeinander aufbauenden Stu- Tab. 1: Übersicht der einbezogenen Studiengänge differenziert nach Abschluss und Einrichtung (n = 51) UNIVERSITÄT FACHHOCHSCHULE PRIVATE HOCHSCHULE Sport- management Sport- ökonomie Sport- management Sport- ökonomie Sport- management Sport- ökonomie MBA 2 - 3 - 2 - MA 6 1 3 - 6 1 BA 7 2 5 - 12 1 Σ 18 11 22 Tab. 2: Ordnungssystem fachspezifischer Kompetenzbereiche im Sportmanagement (in Anlehnung an Wallrodt & Thieme, 2017) 1. ORDNUNG 2. ORDNUNG (HÄUFIGKEIT > 5,00%) Wirtschaftswissenschaft Marketing, Rechnungswesen, Finanzen, Allg. BWL, Übergreifende betriebswirtschaftliche The- men, Allgemeines Management, VWL Sportökonomie Allgemein Sportmanagement, Sportmarketing, Allgemein Sportökonomie, Sportrecht Abschlussarbeit Abschlussarbeit, Verteidigung Sportwissenschaft Sportpraxis, Übergreifende sportwissenschaftliche Themen, Trainingswissenschaft, Sportsoziologie, Bewegungswissenschaft, Sportmedizin Praxis Praktikum, Berufspraxis Sonstiges Soft Skills, Fremdsprachen, Forschungsmethoden, Wissenschaftliches Arbeiten, Projekt, Rechts- wissenschaften Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1 (2) 54 CC BY 3.0 DE Kompetenzen in Sportmanagementstudiengängen · Dunkel, Wohlfart, Wendeborn fen, die sich in ihrer Komplexität voneinander unterscheiden (Stufe 1 = geringe Komplexität; Stufe 6 = hohe Komplexität). Jede Stufe steht für einen spezifischen Ausprägungsgrad der fachspezifischen Kompetenzbereiche (Bachmann, 2011). Damit lassen sich Tiefe und Breite beschreiben, mit der die Studierenden ein bestimmtes Lernziel am Ende eines Moduls beherrschen sollen2. Je höher die Einstufung eines Lernziels, desto höher ist auch das Anforderungs- niveau an die Studierenden. Folglich spiegelt die hierarchische Struktur die Fähigkeit der Studierenden wider und zeigt, auf welcher höchstmöglichen Niveaustufe operiert werden kann (HRK, 2015). Die Dokumentenanalyse wurde auf Grundlage der in Tabelle 3 gelis- teten Vorannahmen durchgeführt. Diese Vorannahmen wurden unter Berücksichtigung der Arbeitshilfe zur Formulierung von Lernergeb- nissen (Lernziele) der HRK (2015) in einem induktiv-deduktiven, iterativen Vorgehen im Rahmen der Erhebung der unterschiedlichen Studiendokumente erstellt. 2 So wurde beispielsweise für ein sportökonomisches Modul (5 LP) mit zwei Lernzielen für beide Lernziele einzeln eine Wertigkeit anhand der sechs Taxonomiestufen ermittelt. Das Lernziel „Theorie und Empirie an- wenden“ entspricht der Stufe 3 („Anwenden“) und wird demnach mit dem Faktor 3,0 bewertet. Das Lernziel „effiziente Entgeltstrukturen klassifizie- ren“ entspricht der Stufe 2 („Verstehen“) und wird demnach mit dem Faktor 2,0 bewertet. Für das Modul beträgt folglich das durchschnittliche Ausprägungsniveau 2,5. Fehlende Verben, welche zur Formulierung der Lernziele Verwen- dung fanden, wurden in der Verbenliste ergänzt. Es erfolgte eine Unterteilung der Module in ihre ausgewiesenen Lernziele und Ein- ordnung in die jeweilige Kompetenzstufe des Analyserasters. Wenn Lernziele mehrere Verben implizierten, wurde nur das Verb mit der höchsten Kompetenzstufe in die Berechnung einbezogen. Durch die Zuordnung der Lernziele in eine Stufe wurde die Quantifizierung qualitativer Daten ermöglicht (Döring & Bortz, 2016). Des Weiteren erhielt jedes Lernziel dieselbe Gewichtung, sodass im Anschluss der Durchschnittswert aller Lernziele ermittelt und das Kompetenzni- veau eines jeden Moduls bestimmt werden konnte. In einigen Fällen mussten ergänzend Teillernziele berechnet werden. Diese Strategie kam dann zum Tragen, wenn Module in mehrere Lehrveranstaltungen gegliedert waren und keine übergeordneten Lernziele identifiziert werden konnten. Durch das deduktive Vorgehen konnten alle not- wendigen Informationen zur systematischen Einordnung der Lern- ziele in eine Stufe erhoben werden. Eine Auswertung der erhobenen Daten erfolgte unter Berücksichtigung der Abschlussgrade sowie der verschiedenen Hochschultypen. 4 ERGEBNISSE Grundsätzlich kann ein Sportmanagementabschluss an Universitä- ten, Fachhochschulen und Privaten Hochschulen erworben sowie auf den Niveaustufen Bachelor, Master bzw. Master of Business Adminis- tration (MBA) abgeschlossen werden. Der Studienbeginn erfolgt ent- weder zum Sommersemester (65,7%) oder Wintersemester (94,1%) als Vollzeit-, Duales-, oder Fernstudium. Eine sportliche Eignungs- feststellungsprüfung ist an knapp 14% der Hochschulen und nur für das Bachelorstudium abzulegen. 4.1 Fachspezifische Kompetenzbereiche Sportmanagementstudiengänge beinhalten folgende, nach Schwer- punkten zusammengesetzte, fachspezifische Kompetenzbereiche: Wirtschaftswissenschaft, Sportökonomie, Abschlussarbeit, Sport- wissenschaft, Praxis, Sonstiges (außerdisziplinäre Inhalte z. B. For- schungsmethoden, Fremdsprachen). Die Ausbildung in fachspezifi- schen Kompetenzbereichen unterscheidet sich geringfügig je nach Studienabschluss (vgl. Abb. 1). Mit Blick auf die Untersuchungsergebnisse ist festzustellen, dass die Gewichtung der sechs Studieninhalte 1. Ordnung auf al- len Abschlussebenen insgesamt ähnlich erfolgt. Insbesondere be- stimmen die betriebswirtschaftlichen Kenntnisse, einschließlich des Sportbezugs (Wirtschaftswissenschaft, Sportökonomie), im Ba- chelor (51,83%), im Master (49,33%) und im MBA (68,73%) die inhaltliche Gestaltung. Die Schwerpunktsetzung ist demnach bei allen Studiengängen gleich und belegt die nach Thiel et al. (2009) beschriebenen sportmanagementspezifischen Ausbildungsinhalte. Als dritter nennenswerter Inhalt ist im Master (21,72%) und MBA (19,44%), im Vergleich zum Bachelor (6,66%), die Abschlussarbeit zu erwähnen. Im Hinblick darauf, dass es sich im Bereich Abschluss- arbeit in den meisten Fällen um nur ein einziges Modul handelt, ist der Einfluss auf die Studienendnote besonders im Master und MBA sehr groß. Die Ursache dafür könnte in den Aspekten der Selbststän- digkeit, Kooperationsfähigkeit, organisatorischen Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit liegen, welche durch das Anfertigen einer wissenschaftlichen Arbeit außerordentlich gefördert werden sollen. Tab. 3: Annahmen zur Analyse der Lernziele ANNAHME BESCHREIBUNG 1 Grundsätzlich wird jedes Modul mittels Lernzielen (Qualifikationszielen) beschrieben. 2 Lernziele geben die fachspezifische Kompetenz wieder. 3 Lernziele sind entweder stichpunktartig oder in Satzform formuliert und es ist daraus deutlich erkennbar, um wie viele Lernziele es sich pro Modul handelt. 4 Die Lernziele enthalten Verben, die den Taxono- miestufen nach Bloom entsprechen. 5 Jedes Lernziel fließt mit derselben Wichtung/Wer- tigkeit in die Berechnung ein. 6 Wenn Lernziele mehrere Verben mit unterschied- lichen Niveaustufen enthalten, wird jeweils das Verb mit der höchsten Taxonomiestufe in die Berechnung einbezogen. 7 Manche Module enthalten Wahlkurse, die wie- derum teilweise wahlkursspezifische Lernziele beinhalten können. Sofern jedoch übergreifende Lernziele des Moduls vorhanden sind, werden diese zur Auswertung herangezogen. 8* wenn Annahme 7 nicht zutrifft Stehen mehrere Wahlkurse innerhalb eines Moduls zur Auswahl, werden in erster Hinsicht die regel- mäßig angebotenen Kurse analysiert. Falls dieses Ausschlusskriterium nicht ausreicht, wird nach möglichst unterschiedlichen Kursbereiche oder Levels (z.B. Fremdsprachen) entschieden. Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1 (2) 55 DOI: 10.25847/zsls.2018.004 Kompetenzen in Sportmanagementstudiengängen · Dunkel, Wohlfart, Wendeborn 0 20 40 60 80 100 Wirtschaftswissenschaften Sportokonomie Abschlussarbeit Sportwissenschaft Praxis Sonstiges Fachspezifische Kompetenzbereiche der Sportmanagementstudiengänge nach Abschluss und Hochschule » in % 50,56 34,44 31,11 22,50 19,25 31,15 43,33 25,83 15,83 21,39 15,83 36,54 35,55 25,68 33,89 29,88 16,67 MBA PHS (n=2) MBA FH (n=3) MBA UNI (n=2) MA PHS (n=2) MA FH (n=3) MA UNI (n=7) BA PHS (n=13) BA FH (n=5) BA UNI (n=9) 23,70 10,74 21,19 5,60 4,52 18,29 16,67 17,50 7,78 20,12 20,76 17,78 23,93 6,45 7,10 13,33 8,21 5,71 13,61 16,43 25,256,615,03 1,72 13,41 21,46 6,73 16,735,635,68 Abb. 1: Fachspezifische Kompetenzbereiche der Sportmanagementstudiengänge Abb. 2: Fachspezifische Kompetenzbereiche in den Sportmanagementstudiengängen differenziert nach Abschluss und Hochschule (n=51) 0 20 40 60 80 100 Fachkompetenzen der Studiengänge Sportmanagement und -ökonomie » in % GESAMT (n=51) Wirtschaftswissenschaften Sportokonomie Abschlussarbeit Sportwissenschaft Praxis Sonstiges MBA (n=7) MASTER (n=17) BACHELOR (n=27) 28,86 35,63 18,22 32,74 33,10 31,11 19,09 6,66 19,44 5,69 12,25 7,56 21,71 6,5721,72 11,83 16,70 27,76 15,94 5,98 4,71 16,74 Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1 (2) 56 CC BY 3.0 DE Kompetenzen in Sportmanagementstudiengängen · Dunkel, Wohlfart, Wendeborn Weiterhin sind Master- oder MBA-Studiengänge für Personen ange- dacht, die zukünftig eine Führungsposition oder eine fortführen- de akademische Laufbahn anstreben (Universität Leipzig, 2015). Diese benötigen neben Kompetenzen der Selbstreflexion vor allem fachliche, konzeptionelle und kommunikative Fähigkeiten. Unab- hängig von einer angestrebten Tätigkeit als Führungskraft, umfasst das Kompetenzprofil von Sportmanagerinnen und Sportmanagern generell Managementaufgaben, insbesondere der Kommunikation sowie Organisation und unterstreicht damit die Notwendigkeit der Förderung im Bachelor- sowie Masterstudium (Schütte, 2016; Parks et al., 2011). Auf Ebene des Bachelors werden übergreifend alle sechs fachspe- zifischen Kompetenzbereiche ausgebildet (vgl. Abb. 2). Darüber hinaus sind Parallelen in der Gewichtung fachspezifischer Kom- petenzbereiche, besonders zwischen den Privaten Hochschulen und Fachhochschulen, festzustellen. Die inhaltliche Ausrichtung auf Masterebene verläuft an allen Hochschulen weitestgehend übereinstimmend. Den größten Anteil übernehmen mit etwa 30% die sportökonomischen Inhalte. Als weitere Schwerpunkte kom- men wirtschaftswissenschaftliche Inhalte, die Abschlussarbeit und die sonstigen Module hinzu. Bei einem MBA-Studium wird, unter Beachtung der verschiedenen Hochschultypen, deutlich, dass der Fokus an Privaten Hochschulen mit 50,56% auf wirt- schaftswissenschaftlichen und an Universitäten mit 43,33% auf sportökonomischen Modulen liegt. Die Fachhochschulen wiederum priorisieren mit gleicher Anteiligkeit sportökonomische (31,11%) und wirtschaftswissenschaftliche (34,44%) Inhalte. Einen etwas geringeren Stellenwert besitzen die Abschlussarbeit (23,70%) und sonstige Module (10,74%). Es kann konstatiert werden, dass die analysierten Bachelorstudi- engänge den Forderungen eines Grundlagenstudiums gerecht wer- den und zu größeren Anteilen Module der Sportwissenschaft und sonstiger Fächer beinhalten. In Bezug auf die sportwissenschaftli- chen Anteile trifft dies explizit für den universitären Bachelor und Master zu. Die Fachhochschulen zeichnen sich hingegeben in ver- gleichbaren Studiengängen durch einen höheren berufsorientier- ten Praxisanteil (z. B. Anzahl der ECTS für anwendungsbezogene Aufgaben) aus. Dies unterstreicht die Anwendungsorientierung der Fachhochschulen und die Wissenschaftsorientierung der Universi- täten. 4.2 Ausprägungsniveau Vertiefend werden nachstehend die fachspezifischen Kompetenzbe- reiche hinsichtlich ihres Ausprägungsniveaus vorgestellt. Dafür wur- de jeweils ein konsekutiver Studiengang eines jeden Hochschultypus detailliert untersucht (vgl. 3.2). Die folgenden Ergebnisse liefern eine Orientierung für die jeweilige Hochschulart, ohne dabei einen Rückschluss auf verallgemeinerbaren Aussagen zu treffen. Während das durchschnittliche Ausprägungsniveau der hierarchischen Struk- tur der Studiengänge Folge leistet (vgl. Tab. 4), zeigt sich im Detail, dass in allen Bereichen Abweichungen bezüglich des angestrebten Kompetenzniveaus bestehen und in Abhängigkeit vom Abschluss- grad keine Regelmäßigkeit festzustellen ist (vgl. Abb. 3). Das Kompetenzniveau der ausgewählten Hochschulen ist in den Bereichen Sportwissenschaft und Praxis im Bachelor (3,56; 4,83) weitaus höher als im Master (2,00; 3,00) ausgeprägt. Im Gegensatz dazu wird im Master ein höheres Kompetenzniveau in den Fachbe- reichen Sportökonomie und Wirtschaftswissenschaft avisiert. Diese Differenz fällt jedoch vergleichsweise geringer aus. Im Master zeigt die Wirtschaftswissenschaft ein Kompetenzniveau von 3,46 auf und im Bachelor von 3,26. Ähnlich stellt sich dies in der Sport- ökonomie (Master: 3,53) heraus, da sich im Bachelor lediglich ein durchschnittliches Niveau von 2,99 und im MBA von 2,83 ergibt. Es wird deutlich, dass der MBA im Sportmanagement im Vergleich zum Bachelor und Master ein insgesamt geringeres durchschnittli- ches Ausprägungsniveau der fachspezifischen Kompetenzbereiche (BA 3,49; MBA 3,25; MA 3,80) aufweist. Dies trifft insbesondere auf Abb. 3: Ausprägungsniveau und prozentualer Anteil der fachspezifischen Kompetenzbereiche in den Sportmanagementstudiengängen differenziert nach Abschluss Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1 (2) 57 DOI: 10.25847/zsls.2018.004 Kompetenzen in Sportmanagementstudiengängen · Dunkel, Wohlfart, Wendeborn die wirtschaftswissenschaftlichen (2,46) und sportökonomischen (2,83) Inhalte zu. Gemeinsam haben alle Abschlussgrade, dass die Abschlussarbeit immer der Kompetenzstufe sechs zugeordnet wird. Laut DQR (2014) ist der MBA dem Masterniveau gleichzusetzen. Dem- nach liegt es nahe, dass neben einem vergleichbaren inhaltlichen Aufbau auch ein äquivalentes Ausprägungsniveau dieser fachspe- zifischen Kompetenzbereiche zu erwarten ist. Aus den Ergebnissen wird deutlich, dass die fachspezifischen Lernziele im MBA-Studium insgesamt mit einem deutlich geringeren durchschnittlichen Kompe- tenzniveau beschrieben werden, als dies im Masterstudium der Fall ist. Vor allem in den Bereichen Sportökonomie und Wirtschaftswis- senschaft, die zu großen Anteilen den Inhalt des MBA bestimmen, sind starke Abweichungen zum universitären Master im Ausprä- gungsniveau festzustellen. Im untersuchten Masterstudiengang der Privaten Hochschule lässt sich gegenüber den übrigen Hochschulen diesbezüglich eine deutliche Differenz erkennen. Ein ähnlich stark abweichendes fachspezifisches Kompetenzniveau der Privaten Hoch- schule zeigt sich auch im Bachelor. Das avisierte fachspezifische Kompetenzniveau im Master ist an der Fachhochschule vergleichs- weise geringer ausgeprägt und entspricht dem Kompetenzniveau des MBA an derselben Hochschule. Die untersuchte Fachhochschule liegt bei Bachelorstudiengängen zwischen der Universität und Privaten Hochschule, sodass zu hinterfragen wäre, ob das praktizierte Klein- gruppenprinzip auch tatsächlich zu einem höheren Kompetenzni- veau führt. Insgesamt folgen nur die konsekutiven Studiengänge der Uni- versität und der Privaten Hochschule mit Bachelor- und Masterab- schluss der Logik eines aufeinander aufbauenden Stufensystems, wie es in den Qualifikationsrahmen (u. a. DQR, 2014) beschrieben wird. Auf Bachelorebene stehen der Wissenserwerb und das grundsätzli- che Verstehen im Vordergrund. Entsprechend der kognitiven Taxo- nomie sollen Lernziele deshalb auf den Stufen eins bis drei formu- liert werden (HRK, 2015). Diese Tatsache wird mit den vorliegenden Ergebnissen dieser Studie bestätigt. Allerdings steigert sich dieses Ausprägungsniveau der fachspezifischen Kompetenzbereiche in den aufbauenden Master- und MBA-Studiengängen, wenn überhaupt, nur geringfügig. Der Logik der Formulierungsvorgaben folgend (Bach- mann, 2011), wird demnach der Schwerpunkt nicht wie gefordert auf die Ebenen Gestalten, Analysieren und Beurteilen gelegt. 5 DISKUSSION UND AUSBLICK Eines der zentralen Ziele der bisher größten europäischen Studi- enreform ist die Harmonisierung des Hochschulsystems. Hierzu wurden verschiedene Transparenzinstrumente geschaffen (Qua- lifikationsrahmen, Diploma Supplement, ECTS), um zum einen vergleichbare Studienstrukturen (Studiengänge und -abschlüs- se) zu schaffen und zum anderen dem Arbeitsmarkt qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung zu stellen. Mit Blick auf die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung ist zu konstatieren, dass die mit Bologna intendierten Harmonisierungs- und Standardisierungsbe- strebungen, bezogen auf die mit Sportmanagement denominierten Studiengänge, knapp 20 Jahre nach Beginn der Reform nur äußerst unzureichend umgesetzt wurden. Einerseits lassen sich Defizite bei der Umsetzung der Bologna- Reform hinsichtlich der Konzeption von Studienunterlagen (ins- besondere Modulhandbücher) ausmachen, da die Formulierungs- grundlagen der KMK (2017) offensichtlich keinen ausreichenden inhaltlichen Bezugspunkt liefern sowie die Formulierungshilfen der HRK (2015) mit den Taxonomiestufen und den beschreibenden Ver- ben keine durchgehende Anwendung finden. Dadurch werden die Harmonisierungsbestrebungen der Bologna-Reform teilweise außer Kraft gesetzt. Dies zeigt sich auch in der unvollständig umgesetz- ten kompetenzorientierten Semantik der analysierten Studiendo- kumente, die sportmanagementrelevante Inhalte zwar umreißen, eine strukturierte Bezugnahme auf die von Roth (1971) definierten Kompetenzen jedoch vermissen lässt. Modulhandbücher verfehlen ihre Wirkung, wenn sie als zentrales Dokument zur Steuerung der Tab. 4: Durchschnittliches Ausprägungsniveau der fachspezifischen Kompetenzbereiche nach Hochschultyp und Abschlussgrad ABSCHLUSSGRAD HOCHSCHULTYP AUSPRÄGUNGSNIVEAU DURCHSCHNITT MBA FH 3,22 3,25 PHS 3,27 Master Universität 3,58 3,80FH 3,28 PHS 4,54 Bachelor Universität 3,27 3,49FH 3,44 private Hochschule 3,77 Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1 (2) 58 CC BY 3.0 DE Kompetenzen in Sportmanagementstudiengängen · Dunkel, Wohlfart, Wendeborn Lehr- und Lernaktivitäten keine ausreichende Konturierung aufwei- sen (Kerres & Schmidt, 2011). Erst durch die Formulierung von nachvollziehbaren, inhaltslo- gisch stringenten Lernergebnissen werden die Erwartungen an ei- nen Studiengang sowohl aus der Organisation Hochschule hinaus, als auch in diese hinein transparent. Daraus resultiert zwangsläufig eine bessere Leistungseinschätzung respektive eine Antizipation der zu erbringenden Studienleistungen und der zu erlangenden Kompetenzen. Eng damit verknüpft sind die durch den Hoch- schulqualifikationsrahmen (HQR) definierten Ausprägungsniveaus der Kompetenzprofile in den einzelnen, auf unterschiedliche Ab- schlüsse orientierten Studiengänge (Bachelor, Master, MBA). Die exemplarische Untersuchung der drei ausgewählten konsekutiven Studiengänge konnte die Anforderungen nach HRK (2015) nicht bestätigen. Durch diese Defizite schwächen die akademischen Bil- dungseinrichtungen ihre Position im Wettbewerb sowohl bezüglich der Profilgebung in der Lehre als auch den Mobilitätsanforderun- gen auf dem Bildungs- und Arbeitsmarkt gleichermaßen, da nur eine unvollständige Vergleichbarkeit und Anerkennung außerhalb der jeweiligen Einrichtung erworbener Kompetenzen gegeben ist. Anderseits konnte die vorliegende Analyse zeigen, dass gemäß der Ergebnisse von Packheiser & Hovemann (2013) zwischen dem fachspezifischen Kompetenzerwerb in den analysierten Studien- gängen und der aktuellen tätigkeitsspezifischen Arbeitsmarktan- forderungen eine bedingte Passfähigkeit gegeben ist. Dies schlägt sich in den weit angelegten Inhalten nieder, die sich nach den Aufgaben von Sportmanagerinnen und Sportmanagern richten und damit eine breite Einsatzmöglichkeit gewährleisten (Horch et al., 2014; Horch, 2012). Die Ergebnisse bestätigen auch die Dominanz des wirtschaftswissenschaftlichen Kompetenzbereichs im Sportmanagement (Lussiere & Kimball, 2009). Die Arbeitsange- botsseite (Bildungsmarkt) entspricht in ihrer fachlichen Ausrich- tung demnach der Arbeitsnachfrage (Produktmarkt). Um diesem Aspekt nachdrücklich Rechnung zu tragen sollten durch weitere Untersuchungen der beruflichen Anforderungen an zukünftige Sportmanagerinnen und Sportmanager aus Sicht der Arbeitgebe- rinnen und Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber betrachtet werden. Zudem bedarf es den Erwerbsprozess überfachlicher Kompetenzen in Sportmanagementstudiengängen als Forschungsgegenstand zu thematisieren. Lehrformate, einschließlich deren didaktisches Konzept, sowie Prüfungsleistungen, könnten beispielsweise Rück- schlüsse auf überfachliche Kompetenzen und deren Vermittlung geben (Paechter, Maier, Dorfer, Salmhofer & Sindler, 2007). Mittels qualitativer Methodik (u. a. Interviews mit Betroffenensamples) könnten weiterführende Erkenntnisse zu Sportmanagementstudi- engängen generiert werden. Weiterhin wäre die Abweichung des fachspezifischen Kompetenzniveaus der Privaten Hochschule in Bachelorstudiengängen zu überprüfen, was eine hohe Relevanz in Bezug auf die Rechtfertigung erhöhter Studiengebühren haben kann. Durch die vorliegende Analyse können Studiengangskonzepte weiterentwickelt und der nationale Bildungsmarkt im Sportma- nagement attraktiver gemacht werden. Hierzu sollte in einem wei- teren Schritt die vertiefende Untersuchung des fachspezifischen Ausprägungsniveaus der übrigen Studiengänge erfolgen. Neben einer Aufhebung der limitierten Samplingstrategie sind im Wesent- lichen die deduktiv-induktive Kategorienbildung sowie die Einord- nung der wissensbasierten Lernziele in das Analyseraster durch Folgestudien zu bestätigen. Zudem gilt es zu berücksichtigen, dass die vorliegenden Ergebnisse zwar den durch Studiendokumente intendierten, jedoch nicht den tatsächlich stattfindenden fach- spezifischen Kompetenzerwerb in Sportmanagementstudiengängen widerspiegeln. Durch fehlende Evidenzen, ist damit ein zentrales Forschungsdesiderat identifiziert: Die auf Lernziele bezogene Über- prüfung der kompetenzorientierten Lehre in der Hochschule. Des Weiteren verlangt der Arbeitsmarkt von Sportmanagement- studiengängen, dass sie den Erwerb überfachlicher Kompetenzen seitens der Studierenden fördern. Dies könnte in weiterführenden Untersuchungen überprüft werden. Diese Forderung wird auch in den Unterlagen der HRK (2015), KMK (2000, 2017) sowie im DQR (2014) deutlich formuliert. LITERATURVERZEICHNIS Arnold, R. (2015). Bildung nach Bologna! Die Anregungen der euro- päischen Hochschulreform. Wiesbaden: Springer. Apitzsch, T. (2016). Kompetenzprofile von Trainern und Sportma- nagern im Leistungssport. München: Herbert Utz. 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  • DSHS-ZSLS-_S.05-11-DOI_10.25847zsls.2018.005.pdf
    Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1(1) 5 DOI: 10.25847/zsls.2018.005 „Ich möchte Lehrerin werden, weil…“ Eine empirische Untersuchung zur Motivation für die Aufnahme eines Lehramtsstudiums und ihre Bedeutung für die Zielorientierung von Sportstudentinnen und Sportstudenten Britta Fischer, Mona Mombeck ORIGINALIA › PEER REVIEW ZUSAMMENFASSUNG Die Motivation für die Aufnahme eines Lehramtsstudiums stellt eine mit in das Stu- dium eingebrachte Entwicklungsvoraussetzung dar, die über andere lernrelevante Variablen den Kompetenzerwerb von Student/-innen beeinflusst. Mit der Studie wird der Zusammenhang zwischen der Studienwahlmotivation und der Zielorientierung von Sportstudierenden geprüft. Erwartungskonform zeigt sich ein signifikant positiver Zu- sammenhang zwischen dem pädagogischen Interesse als einer intrinsischen Facette der Studienwahlmotivation und der Lernzielorientierung. Extrinsische Studienwahlmo- tivationen stehen in einem Zusammenhang mit der Leistungszielorientierung und dem Bestreben Arbeit zu vermeiden. Auf der Grundlage der Ergebnisse werden Schlussfolge- rungen für die Beratung von Studieninteressierten bzw. Bachelorstudierenden abgelei- tet. Insbesondere die Bearbeitung der Realitätsangemessenheit von Vorstellungen zur Schwierigkeit des Studiums und von Nützlichkeitsaspekten des späteren Berufs schei- nen, aufgrund ihres Zusammenhangs mit der für das Lernen eher ungünstigen Leis- tungszielorientierung und der Tendenz zur Arbeitsvermeidung, von Bedeutung zu sein. “I want to be a teacher because …“ An empirical study of the reasons for taking up a teaching degree and the significance for the goal orientation of Physical Education students Abstract: The motivation for taking up a teaching degree is a requirement for de- velopment. This motivation influences learning-related variables and thereby affects students’ skill acquisition. This study analyses the relationship between the students’ motivation for the selection of a study program and his/her goal orientation. As might be expected, there is a significantly positive relation between the pedagogical interest as an intrinsic facet of the selection of a study program and the mastery goal orien- tation. Extrinsic motivation for the selection of a study program is related to perfor- mance goal orientation and the endeavor to avoid work. Conclusions for the advice of prospective or bachelor students are given based on the results of the study. It seems to be particularly important to examine first how realistic students’ notions of how difficult their chosen degree and how useful their later profession might be and then influence them if necessary. The reason for this is that both facets of motivation for the selection of study program are connected to performance goal orientation and a tendency to avoid work, which both are unfavorable for learning. Dr. Britta Fischer Deutsche Sporthochschule Köln SportlehrerInnenausbildungszentrum Am Sportpark Müngersdorf 6 50933 Köln E-Mail: b.fischer@dshs-koeln.de Mona Mombeck Deutsche Sporthochschule Köln SportlehrerInnenausbildungszentrum Am Sportpark Müngersdorf 6 50933 Köln E-Mail: m.mombeck@dshs-koeln.de Schlüsselwörter Studienwahlmotivation, Zielorientierung, Lehramtsstudium, Lernen, Beratung Keywords Motivation for the selection of a study program, Goal orientation, Learning, Advice Zitieren Sie diesen Beitrag wie folgt: Fischer, B., Mombeck, M. (2018). „Ich möchte Lehrerin werden, weil…“ Eine em- pirische Untersuchung zur Motivation für die Aufnahme eines Lehramtsstudiums und ihre Bedeutung für die Zielorientierung von Sportstudentinnen und Sportstuden- ten. Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft, 1 (1), 5 – 11. DOI: 10.25847/zsls.2018.005 Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1(1) 6 CC BY 3.0 DE „Ich möchte Lehrerin werden, weil…“ · Fischer, Mombeck 1 EINLEITUNG Studierende beginnen ihr Studium mit unterschiedlichen Lern- voraussetzungen. In der Professionsforschung zum Lehrerberuf wird davon ausgegangen, dass neben kognitiven Faktoren und der Persönlichkeit auch die in das Studium eingebrachte Motiva- tion den Kompetenzerwerb beeinflusst (Voss, Kunina-Habenicht, Hoehne & Kunter, 2015). National wie international gilt die Studienwahlmotivation als eine bedeutsame Variable in diesem Kontext. Angenommen wird, dass sie den Kompetenzerwerb über lernrelevante Variablen beeinflusst (König & Rothland, 2013). Empirisch findet sich ein Zusammenhang mit der Nutzung von Lernstrategien (Künsting & Lipowsky, 2011), dem Leistungsmotiv (König & Rothland, 2013) und der Zielorientierung (Künsting & Lipowsky, 2011; Paulick, Retelsdorf & Möller, 2013). Obwohl die Studienwahlmotivation1 als bedeutsam für das Ler- nen im Studium gilt, stellt die Forschung in diesem Bereich wei- terhin ein Desiderat dar (Paulick et al., 2013). Dem trägt die vor- liegende Studie Rechnung, indem mit ihr der Frage nachgegangen wird, ob sich ein Zusammenhang zwischen der Studienwahlmoti- vation und der Zielorientierung bei Sportstudierenden nachwei- sen lässt. Damit schließt sie an bestehende Studien an (Paulick et al., 2013). Sie geht über diese hinaus, indem sie entspre- chend der in der einschlägigen Literatur aktuell vorherrschenden Modellvorstellung zur Zielorientierung das Konstrukt stärker dif- ferenziert (Wigfield & Cambria, 2010; König & Rothland, 2013; Dickhäuser, Dinger, Janke, Spinath & Steinmayr, 2016). Die Stu- die erweitert zudem bestehende Befunde, indem Lehramtsstudie- rende mit dem Fach Sport befragt werden. Entsprechende Studien existieren nach unserem Wissen für Studierende des Lehramts bislang nicht. 2 THEORETISCHER HINTERGRUND UND EMPIRISCHE BEFUNDE Eine Theorie, welche in aktuelleren nationalen wie internatio- nalen Forschungsarbeiten zur Erklärung der Motivation für die Aufnahme eines Studiums häufig herangezogen wird, ist die Erwartungs-Wert Theorie (Watt & Richardson, 2007; Pohlmann & Möller, 2010; Retelsdorf & Möller, 2012; König & Rothland, 2013; Watt, Richardson & Smith, 2017). Eccles und Kollegen (Eccles, 2005; Wigfield & Eccles, 2000) postulieren, dass eine Wahlentscheidung direkt durch die Erwartung beeinflusst wird, eine Tätigkeit durchführen zu können sowie durch den Wert, den man einer Tätigkeit beimisst. Ersteres hängt insbesondere vom Fähigkeitsselbstkonzept sowie der antizipierten Aufgabenschwie- rigkeit ab. Letzteres spiegelt den Anreiz wider, den eine Aufgabe bzw. die Auseinandersetzung mit einem Gegenstand für die Per- son hat. Für diesen ist das Interesse einer Person, die persönliche Bedeutsamkeit bzw. der Nutzen für das Erreichen eines Ziels, aber auch Kosten im Sinne von negativen Folgen eines Engagements von Bedeutung (Eccles, 2005; Daniels, 2008). 1 Indem der Fokus der Untersuchung auf Gründe für die Wahl eines Lehr- amtsstudiums gelegt wird, wird nicht negiert, dass mit der Aufnahme eines Lehramtsstudiums in Deutschland auch weitere Entscheidungen – wie die Wahl von Fächern und einer Schulform – erforderlich sind. Dies ist jedoch nicht Gegenstand der vorliegenden Untersuchung. Eccles und Kollegen (Eccles, 2005; Wigfield & Eccles, 2000) postulieren neben Erwartungs- und Wertüberzeugungen und de- ren (indirekten) Einfluss auf die Intentionsbildung auch Annah- men zu verschiedenen „Entwicklungsbedingungen, die zur Her- ausbildung der spezifischen Erwartungs- und Wertüberzeugungen geführt haben“ (Krapp & Hascher, 2014, S. 255). Vermutlich auch deshalb, wird in der Forschung die Wahl des Lehramtsstudiums als ein Ergebnis von vorauslaufenden Bedingungen der Wahlent- scheidung fokussiert und weniger als ein Prädiktor für das Lernen (Paulick et al., 2013). Gerade dieses ist aber für den Professio- nalisierungsprozess von angehenden Sportlehrkräften von Bedeu- tung und macht eine Auseinandersetzung mit Antezedenzien der Studienwahlmotivation erst bedeutungsvoll (Butler, 2017). Erste empirische Befunde weisen daruf hin, dass die Studien- wahlmotivation einen Effekt auf die sogenannte Zielorientierung hat. Letzteres stellt als Beweggrund für das Lernen eine relevante Variable für den Professionalisierungsprozss dar und stehen in ei- nem Zusammenhang mit der Nutzung verschiedener Lernstrategi- en im Sinne von Tiefen- und Oberflächenstrategien (Watermann, 2013; Lüdmann, Beckmann & Boeger, 2016) sowie der Einstel- lung zur Inanspruchnahme von Feedback bzw. Hilfe (VandeWalle & Cummings, 1997; VandeWalle, Ganesan, Challagalla & Brown, 2000; Schöne, 2007). Die Forschung zum Zusammenhang zwischen Studienwahlmoti- vation und Zielorientierung basiert auf Annahmen zum Zusammen- hang zwischen intrinsischen und extrinsischen Motiven, in welche sich, neben Erwartungs- und Wertkomponenten, die Beweggründe für die Wahl eines Lehramtsstudiums ebenfalls faktorenanalytisch differenzieren lassen. Intrinsische Motive sind eher mit einer für das Lernen günstigen Zielorientierung und extrinsische Motive eher mit weniger günstigen bis ungünstigen Zielorientierungen assozi- iert. 2.1 Studienwahlmotivation Untersuchungen, die sich mit der Motivation für die Aufnahme eines Lehramtsstudiums auseinandergesetzt haben, konnten ver- schiedene Aspekte als Entscheidungsgründe differenzieren. Nati- onale und internationale Studien fanden relativ übereinstimmend heraus, dass intrinsische Motive die stärksten Prädiktoren für die Wahl eines Lehramtsstudiums sind. Dagegen sind den Befunden zufolge extrinsische Faktoren weniger bedeutsam für die Wahl- entscheidung (Butler, 2017; Rothland, 2013, Retelsdorf & Möller, 2012; Watt et al., 2012). Abweichungen zeigen sich in Ländern mit einem anderen soziokulturellen Kontext hinsichtlich der Relevanz von extrinsischen Gründen, wie zum Beispiel die Arbeitsplatzsi- cherheit oder der berufliche Status, für die Wahlentscheidung (Watt & Richardson, 2008). Betrachtet man die Befunde für den deutschen Sprachraum ge- nauer, dann zeigt sich, dass das pädagogische und fachspezifische Interesse, die Fähigkeitsüberzeugung bzw. das Lehrerselbstkonzept und Nützlichkeitsaspekte die bedeutsamsten Studienwahlmotive sind. Eine geringere Relevanz haben den Selbstauskünften der Stu- dierenden zufolge soziale Einflüsse oder die antizipierte Schwierig- keit des Lehramtsstudiums (Pohlmann & Möller, 2010; Retelsdorf & Möller, 2012). Dies gilt auch für Lehramtsstudierende mit dem Fach Sport, gleichwohl es in der quantitativen Ausprägung einzelner Motive Unterschiede zu geben scheint (Fischer & Bisterfeld, 2015; Fischer, Holzamer & Meier, 2017). Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1(1) 7 DOI: 10.25847/zsls.2018.005 „Ich möchte Lehrerin werden, weil…“ · Fischer, Mombeck 2.2 Zielorientierung Genauso wie die Studienwahlmotivation in verschiedene Facetten differenzierbar ist, so ist das Konstrukt der Zielorientierung in unter- schiedliche Arten von subjektiv wahrgenommenen Gründen des Ler- nens unterteilbar. Elliot und Church (1997) gehen davon aus, dass sich die Zielorientierung in ein dreigliedriges System von Lernzielori- entierung, Annäherungs- und Vermeidungsleistungszielorientierung unterteilen lässt: Von ersterem spricht man, wenn der Lernprozess im Vordergrund steht. Studierende wollen in diesem Fall Kompeten- zen erwerben bzw. bereits verfügbare Kompetenzen weiter verbes- sern. Bei einer Annäherungsleistungszielorientierung streben Stu- dierende in universitären Leistungssituationen nach einer positiven Bewertung der eigenen Kompetenzen. Sie sind folglich bemüht, ihre verfügbaren Fähigkeiten und Fertigkeiten vor anderen darzustellen. Demgegenüber wollen sie im Fall der Vermeidungsleistungszielori- entierung negative Bewertungen vermeiden und sind konsequenter- weise bestrebt, vorhandene Inkompetenzen zu verbergen. Über die drei Zielorientierungen hinaus wird heute vielfach eine weitere Ziel- art differenziert: die Vermeidung von Arbeit; das Bemühen möglichst wenig Arbeit zu investieren. Diese sogenannte Arbeitsvermeidung stellt ein nicht-leistungsmotiviertes Ziel dar (Spinath, Stiensmeier- Pelster, Schöne & Dickhäuser, 2012). Erwartungskonform zeigen bisherige Studien, dass Lehramtsstu- dierende über eine hohe Ausprägung der Lernzielorientierung ver- fügen. Studierende weisen zudem deutlich höhere Ausprägungen in der Lernzielorientierung auf als bei den anderen Arten von Zielori- entierungen (König & Roland, 2013; Nitsche, Dickhäuser, Fasching & Dresel, 2013; Tönjes, Dickhäuser & Kröner, 2008). Fischer und Raven (2017) kommen für Lehramtsstudierende mit dem Fach Sport eben- falls zu dem Befund, dass sie über eine hohe Lernzielorientierung verfügen, bei zugleich eher geringeren Ausprägungen der Vermei- dungsleistungszielorientierung und der Arbeitsvermeidung. 2.3 Zusammenhang zwischen Studienwahl- motivation und Zielorientierung Angaben zum Zusammenhang zwischen der Studienwahlmotivation und der Lernzielorientierung finden sich bei Künsting und Lipows- ky (2011). Sie bildeten einen intrinsischen und einen extrinsischen Faktor der Studienwahlmotivation und konnten für die intrinsische Studienwahlmotivation und die Lernzielorientierung eine positive und für die extrinsische Studienwahlmotivation und die Lernzielo- rientierung eine negative Korrelation nachweisen. Den Zusammen- hang zwischen verschiedenen Facetten der Studienwahlmotivation und unterschiedlichen Arten von Zielorientierungen untersuch- ten Paulick et al. (2013). Sie fanden heraus, dass das pädago- gische und fachliche Interesse sowie die Fähigkeitsüberzeugung bei Lehramtsstudierenden in einem positiven Zusammenhang mit der Lernzielorientierung stehen. Jedoch weisen sie einschränkend auf einen möglichen Deckeneffekt bei den Interessensausprägun- gen hin. Für die Leistungszielorientierung fanden sie heraus, dass diese in einem positiven Zusammenhang mit sozialen Einflüssen und Aspekten der Nützlichkeit steht und damit erwartungskonform mit extrinsischen Faktoren der Studienwahlmotivation. Die Auto- ren machen jedoch keine differenzierten Angaben zu den beiden verschiedenen Arten von Leistungszielorientierungen. Für das Be- streben, Arbeit zu vermeiden, kamen Paulick et al. (2013) zu dem Ergebnis, dass dies in einem positiven Zusammenhang mit Nütz- lichkeitsmotiven und einer antizipierten geringeren Schwierigkeit des Lehramtsstudiums gegenüber einem anderen Studium steht. 3 ANNAHMEN DER VORLIEGENDEN STUDIE Im vorliegenden Beitrag wird der Frage nach der Replizierbarkeit von Befunden zum Zusammenhang der Studienwahlmotivation und der Zielorientierung bei Sportstudierenden mit dem Berufsziel Lehrkraft an einer Schule nachgegangen. Dabei gehen wir davon aus, dass die einzelnen Facetten der Studienwahlmotivation – wie nachfolgend aus- geführt – in unterschiedlicher Weise mit den Zielorientierungsarten in Zusammenhang stehen. Mit Bezug auf Paulick et al. (2013, S. 62) wird davon ausgegangen, dass Sportstudierende “who choose teacher education due to intrinsic factors are probably more likely to strive to learn and to develop com- petence.“ Demgegenüber sollten extrinsische Gründe der Studienwahl eher in einem positiven Zusammenhang mit der Leistungszielorientie- rung und der Arbeitsvermeidung stehen. Hierbei ist jedoch zu berück- sichtigen, dass Elliot und Church (1997) folgend für die Leistungs- zielorientierung zwischen einer Annäherungsleistungszielorientierung und einer Vermeidungsleistungszielorientierung zu differenzieren ist. Annäherungsleistungszielorientierte Studierende sind eher durch eine möglichst positive Beurteilung ihrer Leistung und damit extrinsisch motiviert (Heintz & Steele-Johnson, 2004). Für die Vermeidungs- leistungszielorientierung fanden Paulick et al. (2013) zumindest für Lehrkräfte einen positiven signifikanten Zusammenhang zwischen der Vermeidungsleistungszielorientierung und Nützlichkeitsaspekten sowie sozialen Einflüssen. Extrinsische Anreize dürften über solche Zusammenhänge hinaus auch mit der Tendenz Arbeit zu vermeiden korrelieren. Paulick et al. (2013) fanden für Lehramtsstudierende ei- nen positiven Zusammenhang mit zumindest zwei extrinsischen Kom- ponenten der Lehramtswahl. Dies waren Erwartungen bezüglich der Schwierigkeit des Studiums und der Nützlichkeit des späteren Berufs. Auf dieser Grundlage werden nachfolgende Zusammenhänge erwartet: 1. Die intrinsischen Studienwahlmotivationsfacetten Interesse und Lehrerselbstkonzept stehen in einem positiven Zusammenhang mit der Lernzielorientierung. 2. Die extrinsischen Studienwahlmotivationsfacetten Nützlichkeit, Schwierigkeit des Studiums und soziale Einflüsse stehen in einem positiven Zusammenhang mit der Annäherungsleistungs- zielorientierung. 3. Die extrinsischen Studienwahlmotivationsfacetten Nützlichkeit und soziale Einflüsse stehen in einem positiven Zusammenhang mit der Vermeidungsleistungszielorientierung. 4. Die extrinsischen Studienwahlmotivationsfacetten Nützlich- keit und Schwierigkeit des Studiums stehen in einem positi- ven Zusammenhang mit der Arbeitsvermeidung. 4 METHODE 4.1 Stichprobe Für die Erhebung wurden 94 Sportstudent/-innen lehramtsbezo- gener Bachelorstudiengänge zweier deutscher Universitäten zu Studienbeginn befragt. Durch den gewählten Erhebungszeitpunkt sollten Einflüsse durch Studienerfahrungen auf die Antworten zur Studienwahlmotivation gering gehalten und eine retrospektive Verzerrung minimiert werden. Es handelt sich um eine willkürli- che Stichprobe, die Teilnahme war für die Studierenden freiwillig Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1(1) 8 CC BY 3.0 DE „Ich möchte Lehrerin werden, weil…“ · Fischer, Mombeck und wurde im Rahmen von Lehrveranstaltungen durchgeführt. Ein- gesetzt wurde ein Paper-Pencil-Verfahren. Die Stichprobe besteht aus 69.1 % männlichen und 30.9 % weiblichen Student/-innen. Das durchschnittliche Alter der Befragten lag bei 20.45 Jahren (SD = 1.81). Die prozentuale Verteilung auf die Studiengänge sieht wie folgt aus: 76.6 % Gymnasium/Gesamtschule, 10.6 % Haupt-/ Real-/Gesamtschule, 5.3 % Sonderpädagogik, 4.3 % Berufskolleg und 3.2 % Grundschule. 4.2 Erhebungsinstrumente Studienwahlmotivation. Die Motivation für die Aufnahme eines Lehramtsstudiums wurde mittels des Fragebogens zur Erfassung der Motivation für die Wahl des Lehramtsstudiums (FEMOLA) in der Version der PaLea-Studie (Kauper et al., 2012) erfasst. Die Befrag- ten gaben ihre Antworten auf vierstufigen Likert-Skalen, mit den Endpunkten 1 = „trifft gar nicht zu“ bis 4 = „trifft völlig zu“, an. Mit den Items lassen sich sechs Facetten der Studienwahlmotiva- tion erheben, die neben Erwartungs- und Wertkomponenten sowie sozialen Einflüssen auch einer intrinsischen (pädagogisches In- teresse, Fachinteresse, lehrerbezogenes Selbstkonzept) und einer extrinsischen Komponente (Nützlichkeit, soziale Einflüsse, Schwie- rigkeit Studium) zuzuordnen sind (Pohlmann & Möller, 2010). Auf- grund der geringen Reliabilität (α = .42) der Skala des fachlichen Interesses wurde diese bei den Analysen nicht berücksichtigt. Die Werte der übrigen Skalen liegen zwischen α = .68 und α = .88. Zielorientierung. Die Zielorientierung der Sportstudent/-innen wur- den mittels vier Skalen (Lernzielorientierung, Annäherungsleistungs- zielorientierung, Vermeidungsleistungszielorientierung, Arbeits- vermeidung) erhoben (Klemenz, Tachtsoglou, Lünnemann, Darge, König & Rothland, 2014; Spinat et al., 2012). Den Student/-innen stand für ihre Selbsteinschätzung eine fünfstufige Likert-Skala (1 = „stimmt gar nicht“ bis 5 = „stimmt genau“) zur Verfügung. Die Reliabilität der Skala liegt zwischen α = .73 und α = .88. Auswertungsverfahren. Die Datenauswertung erfolgte mittels SPSS 25. Berechnet wurden deskriptive Skalenkennwerte. Darü- ber hinaus wurde mittels des t-Tests für unabhängige Stichproben getestet, ob sich die Mittelwerte für die eingesetzten Skalen zwi- schen Frauen und Männern unterscheiden. Zur Prüfung der ange- nommenen Zusammenhänge zwischen einzelnen Faktoren wurde Bravais-Pearson-Korrelationskoeffizient (r) herangezogen. Nach Cohen (1988) gelten folgende Konventionen zur Beurteilung der Höhe der Korrelation: r = .10 für eine geringe Korrelation, r = .30 für eine mittlere Korrelation sowie r = .50 für eine hohe Korrelation. 5 ERGEBNISSE 5.1 Deskriptive Befunde In Bezug auf die Studienwahlmotivation zeigen die Befunde (s. Abb. 1), dass sich die Sportstudent/-innen vor allem aufgrund ih- res pädagogischen Interesses (M = 3.47, SD = .40) für ein Lehr- amtsstudium entschieden haben. Extrinsische Motive, und hier insbesondere eine geringe antizipierte Schwierigkeit des Lehr- amtsstudiums (M = 1.67, SD = .58), stellen weniger bedeutsame Entscheidungsgründe dar. Die Mittelwerte der Skalen der Zielori- entierungen (s. Abbildung 2) zeigen den höchsten Wert bei der Lernzielorientierung (M = 4.17, SD = .49), gefolgt von der Annähe- rungsleistungszielorientierung (M = 3.07, SD = .61). Die geringste Zustimmung findet sich bezüglich der Vermeidungsleistungszielo- rientierung (M = 1.96, SD = .70). Es bestehen keine signifikanten Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Sportstudieren- den bei den einzelnen Skalen. Abb. 1: Mittelwerte und Standardabweichungen für die Skalen der Stu- dienwahlmotivation (1 = trifft gar nicht zu, 4 = trifft völlig zu, PI = Pädagogisches Interesse, LSK = Lehrerselbstkonzept, GS = Geringe Schwie- rigkeit Studium, SE = Soziale Einflüsse, NÜ = Nützlichkeitsaspekte) Abb. 2: Mittelwerte und Standardabweichungen für die Skalen der Zielorientierungen (1 = stimmt gar nicht, 5 = stimmt genau; LZO = Lernzielorientierung, ALZO = Annäherungsleistungszielorientierung, VLZO = Vermeidungsleistungszielorientierung, AV = Arbeitsvermeidung) Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1(1) 9 DOI: 10.25847/zsls.2018.005 „Ich möchte Lehrerin werden, weil…“ · Fischer, Mombeck 5.2 Zusammenhang zwischen Studienwahl- motivation und Lernzielorientierung Die Korrelationen zwischen den Facetten der Studienwahlmo- tivation und den Arten der Zielorientierung werden in Tabelle 3 aufgezeigt. Es zeigt sich ein signifikant positiver Zusammenhang zwischen dem intrinsischen Studienwahlmotiv pädagogisches Interesse und der Lernzielorientierung (r = .21). Ein signifikant positiver Zusammenhang besteht des Weiteren zwischen einerseits den sozialen Einflüssen und andererseits der Annäherungs- sowie der Vermeidungsleistungszielorientierung (r = .27, r = .24) sowie der Arbeitsvermeidung (r = .22). Die geringe Schwierigkeit des Stu- diums korreliert signifikant positiv mit der Vermeidungsleistungs- zielorientierung (r = .22) und der Arbeitsvermeidung (r = .49). Zudem besteht ein positiver signifikanter Zusammenhang zwischen der Nützlichkeit als Wahlmotiv und der Annäherungsleistungsziel- orientierung (r = .40) sowie der Arbeitsvermeidung (r = .41). Für die meisten Zusammenhänge besteht demzufolge nur ein geringer Effekt. Eine mittlere praktische Bedeutsamkeit liegt für drei der signifikanten Korrelationen vor (r = .30 bis .49). Tab. 3: Korrelationen zwischen der Studienwahlmotivation und der Zielo- rientierung , * p < .05, ** p < .01 Skala LZO ALZO VLZO AV PI .21* .09 -.06 .01 LSK .13 .09 -.12 -.14 GS -.12 .18 .22* .49** SE -.12 .27** .24* .22* NÜ .09 .40** .14 .41** 6 DISKUSSION Die Studienwahlmotivation stellt gemäß König und Rothland (2013) einen distalen Einflussfaktor für den Kompetenzerwerb von Studentinnen und Studenten dar. Als vermittelnde Variablen gelten motivationale Faktoren, die während des Studiums stärker in den Vordergrund treten, da sie „sich in spezifischer Weise auf das Studium und die Meisterung der dort gestellten Anforderungen beziehen“ (König & Rothland, 2013, S. 60). Zu solchen Faktoren gehören sogenannte Zielorientierungen. 6.1 Deskriptive Befunde Auf deskriptiver Ebene zeigt sich, dass die befragten Sportstudie- renden das Lehramtsstudium interessensbasiert gewählt haben. Darüber hinaus sind für diese vor allem auch die eigene berufsbe- zogene Fähigkeitsüberzeugung, wie auch extrinsische Gründe der Nützlichkeit des späteren Berufs relevant. Im Studium verfolgen sie eher Lernziele, sie sind eher weniger bestrebt Arbeit zu vermei- den oder zu verbergen, was sie (noch nicht) können. Die Befunde zur Studienwahlmotivation und zur Lernzielorientierung sind ver- gleichbar mit bisherigen Forschungsergebnissen, die auf vergleich- barer theoretischer Grundlage erhoben worden sind. Unterschiede zeigen sich dahingehend, dass sich für die Studienteilnehmer/-in- nen keine Unterschiede in Abhängigkeit vom Geschlecht zeigen. In anderen Studien konnte gezeigt werden, dass Frauen ein Lehramts- studium eher aufgrund pädagogischer Motive wählen, während Männer „eher ein breiteres oder ausgewogeneres Motivspektrum aufweisen“ (Rothland, 2014, S. 359). Dass sich Studentinnen hin- sichtlich der Zielorientierung nicht von Studenten unterscheiden, ist mit Bezug auf die soziale Rollentheorie (Eagly, Wood, & Diek- man, 2000 zitiert nach Retelsdorf, Butler, Streblow & Schiefele, 2010, S. 33) verwunderlich, impliziert diese doch, dass Männer eher als Frauen Leistungsziele verfolgen. Der empirische Erkennt- nisstand kann diese Annahme jedoch nicht untermauern. Es liegen durchaus unterschiedliche Ergebnisse vor (Eagly, Wood, & Diek- man, 2000 zitiert nach Retelsdorf, Butler, Streblow & Schiefele, 2010, S. 33). Für Lehramtsstudierende mit dem Fach Sport lassen erste Ergebnisse eher keine Unterschiede erwarten (Fischer, 2018). 6.2 Zusammenhang zwischen Studienwahl- motivation und Zielorientierung Erwartungskonform zeigen die Befunde eine positive Korrelation zwischen dem pädagogischen Interesse als einer intrinsischen Facette der Studienwahlmotivation und der Lernzielorientierung (Paulick et al., 2013). Auch wenn hier nur eine geringe praktische Bedeutsamkeit vorliegt, ist der Zusammenhang als günstig für das Lernen im Studium anzusehen. Dies deshalb, weil die Sportstu- dentinnen und Sportstudenten sich insbesondere aufgrund eines hohen Interesses für ein Lehramtsstudium entschieden haben und somit über günstige Eingangsvoraussetzungen für den Kompe- tenzerwerb verfügen. Inwieweit ein solcher Zusammenhang auch für das fachliche Interesse der befragten Sportstudentinnen und Sportstudenten gilt, kann auf der Grundlage der vorliegenden Da- ten nicht ausgesagt werden. Jedoch ist eher von einem hohen fachlichen Interesse auszugehen. Fischer, Meier und Holzamer (2017) konnten zeigen, dass das fachliche Interesse für die Domä- ne Sport bei Sportstudentinnen und Sportstudenten sogar höher ausgeprägt ist, als das pädagogische Interesse. Für das Lehrer- selbstkonzept als weiteres intrinsisches Motiv konnte hingegen in der vorliegenden Studie kein signifikanter Zusammenhang mit der Lernzielorientierung gefunden werden. Die Annahmen von Zusammenhängen zwischen einzelnen ext- rinsischen Motivationen der Studienwahl und verschiedenen Zielo- rientierungen können nur in Teilen bestätigt werden. Es zeigt sich, wie dargestellt wurde, ein differenziertes Bild von Zusammenhän- gen mit den beiden Dimensionen der Leistungszielorientierung. Der höchste Zusammenhang besteht in der vorliegenden Studie zwischen Nützlichkeitsaspekten als Wahlmotiv und der Annä- herungsleistungszielorientierung. Inwiefern dies bei weiteren Erhebungen mit größeren Studierendenstichproben bestätigt werden kann, stellt ein Forschungsdesiderat dar. Entsprechend der Befunde von Paulick et al. (2013) zeigen die vorliegenden Ergebnisse, dass ein signifikanter positiver Zusammenhang mit der erwarteten Nützlichkeit und der Schwierigkeitseinschätzung des Studiums auf der einen Seite und mit der Arbeitsvermeidung auf der anderen Seite besteht. Im Gegensatz zu den Ergebnissen von Paulick et al. (2013) findet sich in der vorliegenden Studie zudem ein positiver, wenn auch nur geringer Zusammenhang (Cohen, 1988) der sozialen Einflüsse mit der Tendenz Arbeit zu vermeiden. Die aufgezeigten Zusammenhänge zwischen den extrinsi- schen Facetten der Studienwahlmotivation und den Dimensi- onen der Leistungszielorientierung sowie der Arbeitsvermei- dung implizieren insgesamt eher negative Konsequenzen im Hinblick auf den Kompetenzerwerb. Vermeidungsleistungsziele weisen auf schwächere Leistungen hin. Sie stehen bisherigen empirischen Befunden zufolge in einem Zusammenhang mit der Nutzung von Oberflächenstrategien beim Lernen. Für den Kom- Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1(1) 10 CC BY 3.0 DE „Ich möchte Lehrerin werden, weil…“ · Fischer, Mombeck petenzerwerb dürften solche Strategien, wie das Auswendig- lernen mittels Wiederholung, letztlich kaum hinreichend sein. Zudem sehen vermeidungsleistungszielorientierte Personen Feedback als bedrohlich an, was einer Inanspruchnahme einer entsprechenden Lernunterstützung entgegensteht (Dickhäuser, Butler & Tönjes, 2007). Für die Tendenz Arbeit zu vermeiden, lassen sich ebenfalls eher schlechtere Verläufe der Kompetenz- entwicklung erwarten (Lüdmann, Beckmann & Boeger, 2016). Hinsichtlich der Annäherungsleistungszielorientierung besteht derzeit kein einheitliches Bild zur Bedeutung für das Lernen im Studium, denn die Annäherungsleistungszielorientierung steht in einem Zusammenhang mit Oberflächen- und Tiefenverarbei- tungsstrategien (Lüdmann et al., 2016). 6.3 Limitationen und Desiderate Bei den hier aufgezeigten Befunden ist zu berücksichtigen, dass diese auf der Grundlage von Daten einer kleinen Stichprobe basieren. Erforderlich ist es, die Replizierbarkeit der Befunde anhand einer größeren und repräsentativen Stichprobe zu prü- fen. Erst dann können generalisierbare Erkenntnisse gewonnen werden und kann ausgeschlossen werden, dass es durch eine Einschränkung der Variabilität in der Ausprägung von Variablen zu einer Senkung der Korrelation kommt. Zu berücksichtigen ist des Weiteren, dass die vorliegenden Ergebnisse anhand ei- ner Querschnittsstudie ermittelt worden sind. Damit kann keine Richtung des Zusammenhangs bestimmt werden. Jedoch ist es durchaus plausibel, dass aufgrund der zeitlich vorgelagerten Studienwahlentscheidung, die Motivation für die Aufnahme ei- nes Lehramtsstudiums einen Einfluss auf die Zielorientierungen, d. h. die Beweggründe für das Lernen im Studium, hat. Diese Annahme wird durch Analysen von entsprechenden Struktur- gleichungsmodellen gestützt (Paulick et al., 2013). Notwendig sind jedoch Längsschnittstudien, um Aussagen über Kausalität treffen zu können. Erst mit diesen kann die tatsächliche Re- levanz der Studienwahlmotivation für die Zielorientierung von Sportstudierenden geklärt werden. Die im nachfolgenden auf- gezeigten Implikationen für die Beratung können daher nur als erste vorläufige Ableitungen verstanden werden. 6.4 Implikationen für die Beratung Auf der Grundlage der gewonnenen Ergebnisse erscheint es sinnvoll, im Rahmen universitärer Beratungsangebote die Vorstellungen zu Anforderungen des Studiums, aber auch des Lehrerberufs aufzugreifen, denn Lehrerinnen und Lehrer sind keine Halbtagsjobber, wie es Schaarschmidt (2005) einmal pro- vokativ formuliert hat. Erwartungen, später beispielsweise viel Freizeit zu haben, können folglich durchaus illusorisch sein. Durch entsprechende hochschulseitige Beratungsangebote kön- nen bestehende unrealistische Beweggründe für die Wahl eines Lehramtsstudiums bzw. des Lehrerberufs frühzeitig bewusst und damit bearbeitbar gemacht werden. In der Konsequenz ist eine reflektierte Wahlentscheidung vor Studienbeginn oder beim Übergang in einen Master of Education zu erwarten und damit auch, dass sich diejenigen für den Lehrerberuf entscheiden, die über günstigere Voraussetzungen für die professionelle Entwick- lung verfügen. Auf der Grundlage der hier vorliegenden Befunde stellen soziale Einflüsse durch Eltern und Freunde einen weite- ren sinnvollen Ansatzpunkt dar. Sollten Folgestudien die Bedeu- tung von sozialen Einflüssen bei der Studienwahl für die Zielori- entierung bestätigen, dann bleibt dennoch zu berücksichtigen, dass diese hochschulseitig nur schwer zugänglich sein dürften. Festzuhalten bleibt, dass bisherige Befunde nur in Teilen für die befragten Studentinnen und Studenten des Lehramts Sport replizierbar sind. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Facetten der Stu- dienwahlmotivation für ein Lehramt und den unterschiedlichen Arten der Zielorientierung im Studium detailliert zu betrach- ten sind. Wenngleich weitere Studien erforderlich sind, leistet die Erhebung einen Beitrag zur differenzierten Erforschung der Bedeutung der Studienwahlmotivation als Studieneingangsvor- aussetzung auf proximale motivationale Variablen im Studium. LITERATUR Butler, R. (2017). Why Choose Teaching, and Does It Matter? In H. M. G. Watt, P. W. Richardson & K. Smith (Eds.), Global per- spectives on teacher motivation (pp. 377-388). Cambridge: Cambridge University Press. Cohen, J. (1988). Statistical power analysis for the behavioral sciences. Hillsdale, NJ: Erlbaum. Daniels, Z. (2008). Entwicklung schulischer Interessen im Jugendalter. Münster: Waxmann. Dickhäuser, O., Dinger, F. C., Janke, S., Spinath, B. & Steinmayr, R. (2016). 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  • DSHS-ZSLS-_S.11-20-DOI10.25847zsls.2018.003.pdf
    Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1(1) CC BY 3.0 DE „Die letzte Hürde auf dem Weg zum Sportstudium“ – Eine empirische Studie zu Einflussfaktoren auf das Bestehen der Ergänzungsprüfung am Institut für Sportwissenschaft der Universität Wien Christina Mogg, Michael Kolb, Florian König ORIGINALIA › PEER REVIEW Mag.a Dr.in Christina Mogg Institut für Sportwissenschaft Universität Wien Auf der Schmelz 6a 1150 Wien Abt. Bildung, Unterricht und Bewegungskultur E-Mail: christina.mogg@univie.ac.at Univ.-Prof. Mag. Dr. Michael Kolb Auf der Schmelz 6a 1150 Wien E-Mail: michael.kolb@univie.ac.at Mag. Florian König Auf der Schmelz 6a 1150 Wien E-Mail: florian.koenig.7@gmx.at Schlüsselwörter Ergänzungsprüfung, sportbezogene Studiengänge, Einflussfaktoren, empirische Studie Keywords Supplementary test, sport studies, factors, empirical study ZUSAMMENFASSUNG Um zu einem Studium der Sportwissenschaft oder einem Lehramtsstudium für das Un- terrichtsfach Bewegung und Sport an einer österreichischen Universität zugelassen zu werden, ist das Bestehen einer „Ergänzungsprüfung zum Nachweis der körperlich-mo- torischen Eignung“ erforderlich. Ausgehend von einer vorherigen empirischen Arbeit und von theoretischen Überlegungen zum Einfluss der Sportsozialisation stellt sich die Frage, welche Faktoren in einem empirisch nachweisbaren Zusammenhang mit dem Bestehen der Ergänzungsprüfung stehen. Um dazu aussagekräftige Daten zu gewinnen, wurde im Herbst 2016 eine Vollerhebung aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Er- gänzungsprüfung am Institut für Sportwissenschaft der Universität Wien durchgeführt. Von besonderem Interesse waren dabei die Erfassung verschiedener soziodemografi- scher Merkmale, Daten zur Sportsozialisation und zum zeitlichen Sportengagement der Studienanwärterinnen und -anwärter sowie diverse die Ergänzungsprüfung selbst betreffende Faktoren wie etwa die Anzahl bisheriger Antritte, die Art der Vorbereitung auf die Prüfung, der Informationsstand über die Prüfungskriterien und die subjektive Wichtigkeit des Bestehens. Ziel war es, sowohl Zusammenhänge zwischen den oben ge- nannten Merkmalen und dem Ergebnis der Ergänzungprüfung als auch relevante Unter- schiede zwischen erfolgreichen und nicht erfolgreichen Teilnehmenden festzustellen. Die Ergebnisse der statistischen Datenanalyse mittels eines multivariaten Regressi- onsmodells zeigen, dass die Teilnahme an den Vorbereitungswochen des Universitäts- sportinstituts Wien sowie der Besuch einer Schule mit sportlichem Schwerpunkt den stärksten Effekt auf das Bestehen der Ergänzungsprüfung haben. Ein weiterer Prädi- kator ist die Anzahl an Familienangehörigen, die Mitglied in einem Sportverein sind bzw. die die Dienste kommerzieller Sportanbieter in Anspruch nehmen. Zudem waren Erfolgreiche signifikant besser über die Prüfungskriterien informiert als die nicht er- folgreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Abschließend werden Hinweise gegeben, die zu einem Bestehen der EP beitragen können. „The last barrier on the path to studying sport”. An empirical study on finding factors for passing the supplementary test at the Department of Sport Science of the University of Vienna Abstract: For studying a sports science degree course or a teacher training programme for the subject PE at an Austrian university, it is necessary to pass a supplementary test to prove the physical suitability and the sports relevant motor skills. At the Department of Sport Science of the University of Vienna in the last few years approxi- mately 50% of the applicants suceeded in the supplementary test. In this regard the question rises: Which factors do have an empirically relevant impact on passing the supplementary test? For answering this research question a full survey on all applicants for the supplementary test at the Department of Sport Science Zitieren Sie diesen Beitrag wie folgt: Mogg, C., Kolb, M., König, F. (2018). „Die letzte Hürde auf dem Weg zum Sportstudium“ – Eine empirische Studie zu Einflussfaktoren auf das Bestehen der Ergänzungsprüfung am Institut für Sportwissenschaft der Universität Wien. Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft, 1 (1), 12 – 20. DOI: 10.25847/zsls.2018.003 Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1(1) 13 DOI: 10.25847/zsls.2018.003 „Die letzte Hürde auf dem Weg zum Sportstudium“ · Mogg, Kolb, König of the University of Vienna has been conducted in autumn 2016. Gathering socio-demographic key characteristics, data regarding the applicants’ socialization into sport and their commitment to sport were of major interest, as well as various factors concerning the supplementary test, for example the number of attempts, the preparation for the test, the level of information on the assessment criteria and the subjective importance of passing the test. The main objective was to link the above-mentioned characteristics with the results of the supplementary test and finding relevant differences between successful and non-successful applicants. A multivariate regression model shows that participating in a two- week preparatory course organized by the University Sports Institute Vienna as well as attending a secondary school with emphasis on sport have the strongest impact on passing the supplementary test. Another predictor is the number of family members who are mem- bers in a sports club or who make use of commercial sport providers. In addition, successful candidates were informed significantly better on assessment criteria than non-successful candidates. 1 EINLEITUNG In Österreich muss vor Aufnahme des Studiums der Sportwissen- schaft und des Lehramts Bewegung und Sport laut Universitätsge- setz (§ 63 Abs. 1 UG) eine Ergänzungsprüfung zum Nachweis der körperlich-motorischen Eignung (EP) abgelegt werden. Das Bestehen ist Voraussetzung für die Zulassung zum Studium. In der alltagswelt- lichen Wahrnehmung der Studieninteressierten ist diese Ergänzungs- prüfung eine nicht unerhebliche „letzte Hürde“ vor der Aufnahme des Studiums, da diese EP in der Öffentlichkeit als äußerst schwie- rig zu bestehen wahrgenommen wird und ausschließlich von Leis- tungssportlerinnen und -sportlern bewältigbar scheint. Da bislang keinerlei Erkenntnisse darüber vorliegen, welche Voraussetzungen Kandidatinnen und Kandidaten mitbringen müssen, um zu bestehen, wurde im Rahmen einer empirischen Studie der Frage nachgegan- gen, welche Faktoren mit dem erfolgreichen Abschneiden bei dieser EP korreliert sind. Dabei wurden insbesondere sportsozialisatorische und leistungssportbezogene Faktoren untersucht. Um weitere rele- vante Zusammenhänge zu identifizieren, wurden Faktoren der fa- miliären Sozialisation wie zum Beispiel Migrationshintergrund oder soziodemografische Merkmale und die unterschiedlichen Formen der Vorbereitung einbezogen, die einen selektiven Effekt auf das Beste- hen der EP haben könnten. 1.1 Rahmenbedingungen der Ergänzungsprüfung Am Institut für Sportwissenschaft der Universität Wien erstreckt sich die EP über vier Tage, in denen zunächst ein Basistest und anschließend Fertigkeitstests in verschiedenen Sportarten durchge- führt werden (Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport, 2017). Das Bestehen des Basistests ist Bedingung für eine Zulassung zu den Fertigkeitstests in den darauffolgenden drei Tagen. Im Rah- men des Basistests erfolgt eine Überprüfung der sportmotorischen Fähigkeiten Ausdauer, Schnelligkeit, Rumpfkraft sowie der Kraft in den oberen und unteren Extremitäten (Institut für Sportwissenschaft Wien, 2016, S. 1). Er umfasst vier Einzeltests (20m-Sprint mit flie- gendem Start, 5er-Hop, Seilklettern, 2400m-Lauf), wobei zum einen in jeder Disziplin eine gewisse Mindestleistung und zum anderen in Summe eine vorgegebene Gesamtpunktezahl erreicht werden muss. Nach Bestehen des Basistests erfolgen Fertigkeitstests in fünf Bereichen, in denen gestaltend-darstellende, leichtathletische, schwimmerische, spielorientierte und turnerische Fertigkeiten nachgewiesen werden müssen. Vier dieser fünf Bereiche müssen erfolgreich absolviert werden, um die Ergänzungsprüfung insge- samt zu bestehen (zu den Anforderungen und Bewertungskriterien siehe http://lehre-schmelz.univie.ac.at). 1.2 Bedingungen des Bestehens der Ergän- zungsprüfung Die Vorbereitungswochen. Die Anforderungen der körperlich-mo- torischen Ergänzungsprüfung sind vielfältig, ein Bestehen ohne gezielte Vorbereitung ist vielen Bewerberinnen und Bewerbern kaum möglich. Aus diesem Grund bietet das Universitätssportins- titut Wien (USI), eine Serviceeinrichtung der Universität Wien, de- ren Hauptaufgabe die Organisation des Hochschulsports ist, einen speziellen Kurs an, die sogenannten Vorbereitungswochen. Diese sind für die Teilnehmenden mit einem geringen Kostenbeitrag ver- bunden und finden in den zwei Wochen direkt vor der Ergänzungs- prüfung statt. Im Rahmen dieser Vorbereitungswochen sollen die Teilnehmenden die Prüfungsanforderungen kennenlernen, mit den Sportstätten und dem Ablauf der EP vertraut werden sowie die Prü- fungssituation simulieren (Universitätssportinstitut Wien, 2017). Diese zweiwöchige Vorbereitung auf die Prüfungssituation kann jedoch das längerfristige Trainieren von sportmotorischen Fähig- keiten und Fertigkeiten nicht ersetzen. Ein solches ist für das Bestehen der EP unerlässlich, da die meisten der erforderlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten kaum innerhalb der Vorbereitungswo- chen von Grund auf vermittelt werden können. Sozialisation, Sportsozialisation, Sportengagement. Neben der spezifischen Vorbereitung auf die Ergänzungsprüfung können noch einige weitere relevante Einflussfaktoren auf das Bestehen angenommen werden. Im Rahmen der vorliegenden Studie wurden u. a. Zusammenhänge des Bestehens mit der Sozialisation bzw. der Sportsozialisation und dem Sportengagement der Bewerberinnen und Bewerber untersucht. Als primäre und wichtigste Sozialisationsinstanz ist dabei zu- nächst die Familie zu nennen, wobei in diesem Kontext auch so- genannte „Milieufaktoren“ wie die soziale Schicht, sozio-räumliche Gegebenheiten oder auch sozio-biografische Gegebenheiten von Bedeutung sind (Heinemann, 2007, S. 184). Verschiedene Studien (Haut & Emrich, 2011; Heinemann, 2007, S. 243ff.) verweisen auf einen relevanten Zusammenhang z. B. zwischen dem Sportenga- gement und der Zugehörigkeit zu einer höheren sozialen Schicht. Auch konnten schon mehrfach Zusammenhänge zwischen dem Sportinteresse von Jugendlichen und der sportlichen Aktivität ih- rer Eltern festgestellt werden (Heinemann, 2007, S. 191). Über den Einfluss der Schule bzw. des Schulsports auf die Sportsozialisation von Schülerinnen und Schülern bzw. deren Sport- engagement außerhalb des Schulsports gibt es keine aktuellen aussagekräftigen Befunde im deutschsprachigen Raum. Dieser Zu- sammenhang wurde deshalb in der vorliegenden Studie nicht un- tersucht. Allerdings ist es Schulen in Österreich möglich, autonome Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1(1) 14 CC BY 3.0 DE „Die letzte Hürde auf dem Weg zum Sportstudium“ · Mogg, Kolb, König Schwerpunkte zu setzen. So gibt es unabhängig vom Schultyp in Österreich sogenannte Schulen mit sportlichem Schwerpunkt, in de- nen eine intensivere sportpraktische Ausbildung mit einer deutlich höheren Stundenanzahl im Fach Bewegung und Sport stattfindet. Da anzunehmen ist, dass die Abgängerinnen und Abgänger dieser Schulen über eine höhere sportpraxisbezogene Kompetenz verfü- gen, wurde der Zusammenhang mit diesem Faktor überprüft. Eine weitere in vielerlei Hinsicht wichtige sportbezogene Sozialisations- instanz für Kinder und Jugendliche sind Sportvereine (Heinemann, 2007, S. 192; Neuber, Breuer, Derecik, Golenia & Wienkamp, 2010). Neben dem organisierten Sport sind auch die kommerziellen Sportanbieter zu erwähnen, die in den letzten Jahren vermehrt von Jugendlichen genutzt werden und die ein breites fitnessori- entiertes Trainingsangebot mit individueller Betreuung anbieten (Heinemann, 2007, S. 120ff.). 1.3 Aktueller Forschungsstand Bislang existieren nur wenige Untersuchungen über die zu Ergän- zungsprüfungen antretenden Kandidatinnen und Kandidaten. Ins- besondere liegen keine aktuellen Ergebnisse zu den Einflussfak- toren auf das Bestehen von Ergänzungsprüfungen vor. Lediglich eine Studie aus dem Jahr 2009 (n=164) behandelte das Thema aus einer psychologischen Perspektive mit Schwerpunkt auf verschie- denen Persönlichkeitsmerkmalen der Studienanwärterinnen und -anwärter am Institut für Sportwissenschaft der Universität Wien. Die Autorin kam dabei zu dem Ergebnis, dass „(…) weder Alter, Geschlecht, die hauptsächlich betriebene Sportart, der Gesamttrai- ningsumfang, die Trainingsgruppe, (…) die Wettkampfteilnahme, (…) die subjektive Bedeutsamkeit des Bestehens noch die Teil- nahme an den Vorbereitungswochen des Universitätssportinstituts (…) im Zusammenhang mit dem Ergebnis der Ergänzungsprüfung [stehen]“ (Rathner, 2009, S. 113f.). Der psychologische Fokus dieser Studie wurde in der vorliegenden Studie um Faktoren der Sportsozialisation sowie der Prüfungsvorbereitung erweitert. 2 FORSCHUNGSFRAGEN Im Rahmen der vorliegenden Studie wurden Faktoren untersucht, die einen Einfluss auf das Bestehen der Ergänzungsprüfung am In- stitut für Sportwissenschaft der Universität Wien haben könnten. Es wurde davon ausgegangen, dass soziodemografische Merkmale, die Sportsozialisation, das Sportengagement der Bewerberinnen und Bewerber sowie etwa die Form der Vorbereitung in einem Zu- sammenhang mit dem Bestehen der Ergänzungsprüfung stehen. Folgende Forschungsfragen sollen im Zuge der Studie beant- wortet werden: »» Welche soziodemografischen Merkmale und welche Merkmale der Sozialisation sowie Sportsozialisation der Kandidatinnen und Kandidaten stehen in Zusam- menhang mit dem Bestehen der Ergänzungsprüfung? »» Welche Zusammenhänge bestehen zwischen unterschiedlichen Formen der Vorbereitung auf die Ergänzungsprüfung wie etwa dem eigenständigen Training, dem Training unter Unterstüt- zung von Expertinnen und Experten, der Teilnahme an USI- Kursen oder an den Vorbereitungswochen des USI und dem Bestehen der Ergänzungsprüfung? 3 FORSCHUNGSMETHODEN 3.1 Untersuchungsgruppe Um die Forschungsfragen zu beantworten, wurde im September 2016 am Institut für Sportwissenschaft der Universität Wien eine Vollerhebung aller für die Ergänzungsprüfung angemeldeten Be- werberinnen und Bewerber durchgeführt. Diese wurden im Zuge ihrer persönlichen Anmeldung am Institut für Sportwissenschaft in der Woche vor dem Basistest mittels schriftlichem Fragebogen befragt. Von insgesamt 441 Personen, die zur Ergänzungsprüfung angetreten sind, haben 297 Personen den Fragebogen retourniert, was einer Rücklaufquote von etwa zwei Dritteln entspricht. 3.2 Datenerfassung Der selbst konstruierte Fragebogen enthält Fragen zu den soziode- mografischen Merkmalen Geschlecht, Alter, geografische Herkunft und Migrationshintergrund sowie zum familiären Hintergrund der Bewerberinnen und Bewerber. Erhoben wurden u. a. der bisherige Bildungsweg und die besuchte Schulform, unterschiedliche As- pekte der Sportsozialisation wie Umfang des Sportengagements, Sportarten, Mitgliedschaften in Sportvereinen oder leistungssport- liche Aktivitäten sowie die Formen der Vorbereitung auf die Ergän- zungsprüfung. Als Merkmale der Sozialisation wurden zum Beispiel der höchste Bildungsabschluss der Eltern, der Geburtsort bzw. Ort des Aufwachsens der Eltern und der Bewerberinnen und Bewerber erhoben. Zudem wurden der Informationsstand über die Prüfungs- kriterien sowie die Wichtigkeit des Bestehens der Ergänzungsprü- fung auf einer sechsstufigen Antwortskala erhoben (Ausprägungen der erhobenen Merkmale siehe Tab. 1). 3.3 Datenanalyse Die Daten wurden deskriptiv und inferenzstatistisch analysiert, wobei ein Signifikanzniveau von α=5% gewählt wurde. Neben bivariaten Analysen wie dem Chi-Quadrat-Test und dem t-Test (siehe Tab. 1) wurde eine logistische Regressionsanalyse einge- setzt, um ein mehrfaktorielles Modell zur Erklärung der Einfluss- faktoren auf das Bestehen der Ergänzungsprüfung berechnen zu können. Dieses Verfahren eignet sich aufgrund der Dichotomie der abhängigen Variablen und der Nominalskalierung vieler unabhängi- ger Variablen. Die unabhängigen Variablen wurden dabei vorwärts und schrittweise auf Aufnahme ins Modell getestet, wobei als Kri- terien für die Aufnahme ins bzw. den Ausschluss einer Variablen aus dem Modell ein PIN-Wert von 0.05 und ein POUT-Wert von 0.1 gewählt wurden. Entscheidungsgrund für dieses schrittweise Ver- fahren ist jener, dass sich die meisten Variablen bei den bivariaten Berechnungen als nicht signifikant erweisen und die Anzahl an Einflussvariablen deshalb nicht genau bekannt ist. Es sollte durch die schrittweise Aufnahme also ein effizientes Prognosemodell mit den (voraussichtlich) wenigen signifikanten Variablen ermittelt werden (vgl. Fromm, 2012, S. 107ff.; Schendera, 2008, S. 150f.). Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1(1) 15 DOI: 10.25847/zsls.2018.003 „Die letzte Hürde auf dem Weg zum Sportstudium“ · Mogg, Kolb, König 4 ERGEBNISSE Bestanden haben die Ergänzungsprüfung 149 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, nicht erfolgreich waren 148 Personen. Die Erfolgsquote liegt demnach knapp über 50 %. 4.1 Soziodemografische Merkmale der Teilneh- merinnen und Teilnehmer Die Stichprobe setzt sich aus 184 Männern und 113 Frauen zu- sammen, das Geschlechterverhältnis unter den Teilnehmenden der Ergänzungsprüfung beträgt also grob zwei Drittel Männer und ein Drittel Frauen. Im Hinblick auf die Erfolgsquote lässt sich kein signifikanter Unterschied zwischen den Geschlechtern feststellen – sowohl etwa die Hälfte der Frauen als auch die Hälfte der Männer bestanden die EP erfolgreich. Das durchschnittliche Alter der teilnehmenden Personen be- trägt 21 Jahre (n=284, M=21.00, SD=3.68), wobei die Männer im Mittel um etwa eineinhalb Jahre und damit signifikant älter sind als die Frauen (t(1)=16.97, p 0.05). Zwischen dem höchsten Bildungsabschluss der Eltern der Teil- nehmerinnen und Teilnehmer als Indikator für die soziale Herkunft und dem Erfolg bei der Ergänzungsprüfung lässt sich kein signifi- kanter Zusammenhang feststellen (χ²(1)=0.842, p> 0.05). Eine Klasse mit sportlichem Schwerpunkt besuchten rund 30% der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, auf die restlichen etwa 70% trifft dies hingegen nicht zu. Es lassen sich deutliche Unterschiede zwischen diesen beiden Gruppen hinsichtlich ihres Abschneidens bei der EP nachweisen. So liegt die Erfolgsquote bei ehemaligen Schülerinnen und Schülern von sportlichen Schwerpunktschulen bei über 60%. Jene Bewerber/innen, die keine solche Schule mit sportlichem Schwerpunkt besucht haben, sind dagegen zu 55% an der EP gescheitert. Dieser Zusammenhang erweist sich dem Chi- Quadrat-Test nach als signifikant (χ²(1)=6.39, p 0.05) zum Abschneiden bei der Ergänzungsprüfung gefunden werden (siehe Tab. 1). 4.3 Sportsozialisation Die Datenanalyse ergab, dass die bei der Ergänzungsprüfung er- folgreichen Personen im Durchschnitt 9.9 Stunden pro Woche Sport betreiben, diejenigen, die die EP nicht bestehen, mit 9.5 Stun- den knapp weniger. Dieser Unterschied ist jedoch nicht signifikant (t(290)= -0.826, p> 0.05). Im Hinblick auf dieses Merkmal zeigt sich eine deutliche ge- schlechtsspezifische Differenz: So ergibt sich bei den männlichen Kandidaten ein durchschnittlicher Wert von 10.4 Stunden an sport- licher Aktivität pro Woche, bei Frauen im Mittel nur 8.5 Stunden. Dieser Unterschied fällt signifikant aus (t(290)=3.39, p

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    Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1(1) 21 DOI: 10.25847/zsls.2018.002 ZUSAMMENFASSUNG Im Herbst 2014 startete in der Ausbildungsregion Köln der Masterstudiengang im Lehramt, innerhalb dessen Studierende wissenschafts- und berufsfeldbezogen an die Praxisanforderungen des späteren Handlungsfeldes herangeführt werden sollen: In universitär verorteten sog. Vorbereitungsmodulen auf das Praxissemester gilt es, wissenschaftliches Wissen und Schul- und Unterrichtspraxis im Rahmen forschender Lernprozesse aufeinander zu beziehen und im Zuge dessen kritisch-konstruktiv The- orieansätze, Praxisphänomene und die eigene LehrerInnenpersönlichkeit zu reflektie- ren. Gerade dieser Erkenntnis- und Lernprozess stellt jedoch in der LehrerInnenbildung noch immer ein fundamentales Problem dar: Gemäß empirischen Befunden orientiert sich LehrerInnenhandeln nur wenig an Theoriewissen, sondern in erster Linie an bio- graphisch entstandenen Erfahrungen und lässt eine reflexiv-forschende Grundhaltung in der Wahrnehmung von Praxisphänomenen oftmals vermissen. Vor diesem Hintergrund stellt sich für die Herausbildung einer solchen reflexiv-for- schenden Grundhaltung für das Praxisfeld Schule die Frage, wie Lehre im Rahmen der ersten Ausbildungsphase inszeniert sein muss, um den Studierenden einen nachhalti- gen Erwerb notwendiger beruflicher Kompetenzen für ihre zukünftige Lehrtätigkeit im Spannungsfeld von Theorie und Praxis zu ermöglichen. Der vorliegende Beitrag präsen- tiert daher exemplarisch Ergebnisse eines Lehrkonzepts für das Vorbereitungsmodul, das im Rahmen des Professionalisierungsprozesses ausdrücklich auf die Herausbildung eines reflexiv-forschenden Habitus auf Seiten der Studierenden ausgerichtet ist. Lei- tende Vermittlungsmethode ist dabei die Arbeit mit pädagogischen Fällen1. Developing a reflexive, research-based mind-set using case studies. Selected results of a teaching concept as part of the practical training semester Abstract: The first Master’s degree in education started in October 2014 in the Cologne teacher training region. This degree programme aims to give students an academic and professional introduction to the practical demands of their field of work after grad- uation: the preparation for the practical semester is intended to combine academic knowledge and teaching practice as part of researched-based learning processes and, in doing so, allow the students to reflect upon critical, constructive theories, practi- cal phenomena and their own teaching personality. This process of knowledge and learning is, however, particularly difficult in teacher training: empirical results show that teachers rarely act on theoretical knowledge, but rather on their own biographical experiences. Therefore their perception of practical phenomena often lacks a reflective and research-based approach. 1 Umfangreiche Ergebnisse zur Evaluation des Vermittlungsansatzes sind in Guardiera, Podlich & Reimer (2018) nachzulesen. Dr. Petra Guardiera Deutsche Sporthochschule Köln Institut für Sportdidaktik und Schulsport Am Sportpark Müngersdorf 6 50933 Köln E-Mail: p.guardiera@dshs-koeln Dr. Carola Podlich Deutsche Sporthochschule Köln Institut für Sportdidaktik und Schulsport Am Sportpark Müngersdorf 6 50933 Köln E-Mail: podlich@dshs-koeln Alisa Reimer Deutsche Sporthochschule Köln Institut für Sportdidaktik und Schulsport Am Sportpark Müngersdorf 6 50933 Köln E-Mail: a.reimer@dshs-koeln.de Schlüsselwörter: Lehrkonzept, LehrerInnenbildung, Professionalisierung, Reflexion, Reflexionskompetenz, subjektive Theorien Keywords: Teaching concept, teacher training, professional development, reflection, reflection capability, teacher beliefs Zum Aufbau einer reflexiv-forschenden Grundhaltung mittels Fallarbeit – ausgewählte Ergebnisse eines Lehrkonzepts im Rahmen des Praxissemesters Petra Guardiera, Carola Podlich, Alisa Reimer ORIGINALIA › PEER REVIEW Zitieren Sie diesen Beitrag wie folgt: Guardiera, P., Podlich, C. & Reimer, A. (2018). Zum Aufbau einer reflexiv-for- schenden Grundhaltung mittels Fallarbeit – ausgewählte Ergebnisse eines Lehrkon- zepts im Rahmen des Praxissemesters. In Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft, 1 (1), 21-26. DOI: 10.25847/zsls.2018.002 Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1(1) 22 CC BY 3.0 DE Zum Aufbau einer reflexiv-forschenden Grundhaltung mittels Fallarbeit · Guardiera, Podlich, Reimer How, then, should university teaching be designed to accommodate this deficit? How can teacher training assist teacher trainees, caught between theory and practice, in their acquisition of necessary profes- sional skills? This article presents examples of a teaching concept for the preparatory module which is focused specifically on developing a reflexive, research-based approach among the students. The leading teaching method is pedagogical case studies. 1 THEORETISCHE HINFÜHRUNG 1.1 Zur Bedeutung von Reflexion im vorliegenden Kontext Die Beforschung reflexiver Prozesse in professionellen Handlungssitu- ationen ist nicht neu. Aufbauend auf der Vorstellung, der Handelnde konstruiere Realität erst durch sein Handeln, verweist Donald Schön (1983) auf die Notwendigkeit des reflektierten Praktikers. Infolge ei- nes wechselseitigen aufeinander Beziehens von Aktion und Reflexion beugt sich der reflektierte Praktiker gegebenem Handlungsdruck nicht unreflektiert, sondern analysiert und evaluiert die jeweiligen Rahmen- bedingungen des Handelns entgegen bspw. alltäglichen Handlungs- routinen. Eine offensichtliche Voraussetzung für den hier beschriebe- nen Teilbereich professionellen Handelns jedoch ist der grundlegende Aufbau von Reflexionsfähigkeit, ohne den ein Aufbrechen solcher Handlungsroutinen nicht möglich ist. Vor dem Hintergrund dieser Vorstellungen beschäftigt sich insbeson- dere die Lehrerinnen- und Lehrerbildung intensiv mit Möglichkeiten der Förderung von Reflexionskompetenz auf Seiten der Studierenden, ist doch gerade in pädagogischen Kontexten ein Hinterfragen ver- innerlichter Handlungsroutinen sowie damit verbundenen Annahmen und Wertvorstellungen über Lehrer, Schüler, Schule und Unterricht im Sinne einer professionellen Handlungskompetenz dringend angezeigt. So heißt es knapp 35 Jahre später zum Ziel professionalisierter Refle- xionskompetenz, dass eigenes – oftmals erfahrungsgeleitetes, intuiti- ves – Handeln ebenso wie mögliche Handlungsalternativen reflektiert und diskutiert werden, um „handlungssteuerndes Wissen und reflek- tiertes Können“ (Schüssler und Schöning, 2017, S. 41) langfristig aufeinander zu beziehen. Dies wird möglich durch ein Innehalten im Moment der Situationswahrnehmung, ein In-Distanz-Treten zu spon- tanen Erstinterpretationen sowie eine Erweiterung des individuellen Deutungsrepertoires. Daraus kann sich ein aktiver und zielgerichteter Selbstlernprozess entwickeln, der hilft, die konstitutive Differenz zwi- schen Theorie und Praxis in der Berufsausübung produktiv zu nutzen (Wyss, 2013). 1.2 Anlass konzeptioneller Überlegungen Die Forderung nach Reflexivität im Handeln angehender Lehrerinnen und Lehrer zeigt sich aktuell auch auf der Ebene von offiziellen Steue- rungsinstrumenten wie der „NRW-Rahmenkonzeption zur strukturellen und inhaltlichen Ausgestaltung des Praxissemesters“. Hier heißt es: „[…] Dabei sollen sowohl konzeptionell-analytische als auch reflexiv-praktische Kompetenzen erworben werden, um eine kritisch-konstruktive Auseinandersetzung mit Theorieansätzen, Praxisphänomenen und der eigenen Lehrerpersönlichkeit und eine reflektierte Einführung in das Unterrichten zu ermögli- chen.“ (MSW, 2010, S. 4). Nun belegen aktuelle Untersuchungen allerdings, dass die Herausbil- dung der hier benannten reflexiven Komponente des Professionalisie- rungsprozesses in der Praxis noch nicht hinreichend gelingt (Lehmann- Rommel, 2014). Denn in der Deutung wahrgenommener schul- und unterrichtspraktischer Situationen unterliegen Novizen aufgrund von verinnerlichten Erfahrungen oftmals subjektiven Theorien und Haltun- gen (vgl. Groeben et al.,1988) welche sich insofern als neuralgisch erweisen, als sie Handlungen bestimmen, selbst wenn geeignetere, wissenschaftlich fundierte Kenntnisse über guten Unterricht verfügbar sind (vgl. Haas, 1998; Wahl, 1991). Daher gilt es, dieses eher durch Alltagswissen geprägte Handeln im Rahmen des Professionalisierungs- prozesses mithilfe forschend angelegter Lernprozesse zu reflektieren und ggf. aufzubrechen. Diese Prozesse stellen demzufolge einen we- sentlichen Schritt im Aufbau von Reflexionskompetenz auf Seiten der Studierenden dar. Helsper (2001, S. 12) spricht in diesem Zusammen- hang von einer wissenschaftlichen Reflexionskompetenz bzw. Reflexi- vität, die er als eine „reflexive, methodisierte, wissenschaftliche Er- kenntniskompetenz“ bezeichnet; eine Vorstellung, die von Lüsebrink & Grimminger (2014, S. 202) aufgegriffen und deren Aufbau zugleich als ein zentrales Ziel der ersten Ausbildungsphase beschrieben wird. Just aus dieser Forderung ergibt sich jedoch für die verantwortlichen Akteure im Rahmen der Lehrerinnen- und Lehrerbildung folgende Auf- gabe: Wenngleich die Zielebene in der oben benannten Rahmenkon- zeption zum Praxissemester (ebd.) deutlich hervorgehoben wird, liegt eine Konzeption zur inhaltlichen und methodischen Ausgestaltung derselben bislang nicht vor. Diese gilt es demzufolge zu entwickeln und zu implementieren. 1.3 Zur Bedeutung von Fallarbeit im vorliegenden Kontext Hinweise auf eine offenbar geeignete Methode zur Förderung von Re- flexionskompetenz im Rahmen der LehrerInnenbildung finden sich in einschlägigen Quellen zur sog. Fallarbeit: Zum einen lässt sich über die Arbeit an pädagogischen Fällen aus Schule und Unterricht im Rahmen von Lehrveranstaltungen eine Schul- und Unterrichtswirk- lichkeit erzeugen, die auf Seiten der Studierenden eine kontextnahe Förderung von Reflexionskompetenz ermöglicht (vgl. Messmer, 2001; Wolters, 2008). Besonderes Potential vermutet Fichten (2017) dabei in der „ausgeprägten Reflexionskomponente“ (S. 31), die der Ar- beit mit Fällen innewohnt. Zum anderen attestiert Helsper (2000a, S. 161) der „interpretativen Auseinandersetzung mit Praxisszenen und der Fallrekonstruktion eine zentrale Bedeutung für die wissenschaft- liche Sozialisation, aber vor allem auch für die theoretisch-reflexive Vorbereitung eines professionellen Habitus und Selbst“. Aus einer von Handlungsdruck befreiten fallgestützten Auseinandersetzung mit schulischen Handlungssituationen erwächst demnach für die Studie- renden die Möglichkeit, zu ihrer jeweiligen Fallrezeption in Distanz zu treten sowie wissenschaftliches Wissen - das es im Rahmen der Lehrveranstaltung aufzubauen gilt - in der Interpretation des Falls zur Anwendung zu bringen (vgl. ebd.). Denn erst in der systematischen Überprüfung der individuellen Fallrezeption vor dem Hintergrund wissenschaftlichen Wissens bestehe die Chance, so Helsper (2001), subjektive Theorien und Haltungen zu überwinden, unterschiedliche theoretische, möglicherweise „konkurrierende Perspektiven“ auf den Fall zu erproben und infolgedessen „Differenz der Welterklärung“ (S. 79) zu erfahren. Wesentliche Ziele der Fallarbeit sieht Helsper (ebd.) überdies darin, dass Studierende Wissen über ihr Nicht-Wissen sowie Wissen über nicht beabsichtigte Folgen ihres Handelns generieren, und erinnert in seinen Ausführungen letztlich an das Leitbild des re- flektierten Praktikers, das Schön (1983) seinerseits als ein wesentli- ches Ziel der Ausbildung von Studierenden beschreibt. Der bei Helsper (2001) beschriebenen Perspektivierung kommt nun für die Analyse reflexiver Prozesse im Rahmen von Fallarbeit besondere Bedeutung zu, da sie als ein manifester Indikator für Reflexionskom- Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1(1) 23 DOI: 10.25847/zsls.2018.002 Zum Aufbau einer reflexiv-forschenden Grundhaltung mittels Fallarbeit · Guardiera, Podlich, Reimer petenz auch in empirisch fundierten sog. Stufenmodellen reflexiver Kompetenz Berücksichtigung findet (vgl. u.a. Hatton & Smith, 1995; Lüsebrink & Grimminger, 2014): Denn insbesondere in der Fähigkeit zum Perspektivwechsel erkennen solche Modelle wie oben beschrie- ben ein In-Distanz-Treten zu wahrgenommenen Ereignissen sowie ein Erproben unterschiedlicher Antwortalternativen. Auf dieser Grundlage unterstützt die Arbeit mit Fällen den Aufbau von Reflexionskompetenz insofern, als sie dabei hilft, das eigene Deutungsrepertoire hinsicht- lich schulischer Handlungssituationen systematisch zu erweitern. 2 ZIELSETZUNG DES LEHRKONZEPTS Vor dem Hintergrund der vorangegangenen Ausführungen verfolgt der vorliegende Ansatz das übergeordnete Ziel, eine reflexiv-forschende Grundhaltung auf Seiten der Studierenden im Umgang mit schuli- schen Handlungssituationen mittels Fallarbeit einzuüben und Refle- xionskompetenz entsprechend zu befördern. Als Indikator für Reflexi- onskompetenz wurde daher analog zu vorangehenden Überlegungen die Fähigkeit zum Perspektivwechsel auf wahrgenommene Schul- und Unterrichtssituationen genauer in den Blick genommen, welche unter expliziter Berücksichtigung wissenschaftlichen Wissens die Heraus- bildung einer reflexiv-forschenden Grundhaltung katalysieren sollte. Die vorliegende Konzeption verfolgt daher drei Teilziele: 1. Die Studierenden sollen lernen, zu ihren individuellen vorgefass- ten Theorien und Haltungen über die wahrgenommene Schul- und Unterrichtswirklichkeit in Distanz zu treten (Distanz zu vorge- fassten Theorien und Haltungen). 2. Die Studierenden sollen lernen, die wahrgenommene Schul- und Unterrichtswirklichkeit und wissenschaftliches Wissen in einer forschenden Grundhaltung aufeinander zu beziehen (Forschende Grundhaltung). 3. Die Studierenden sollen ihr Deutungsrepertoire hinsichtlich der wahrgenommenen Schul- und Unterrichtspraxis mittels wissen- schaftlich begründeter Perspektivwechsel erweitern (Erweiterung des Deutungsrepertoires). 3 GESTALTUNG DES LEHRKONZEPTS 3.1 Rahmenbedingungen und Setting Die Größe der Lerngruppen, in denen das Lehrkonzept umgesetzt wur- de, betrug bis zu 40 Teilnehmer pro Lehrveranstaltung. Gruppenintern wurden 6er-Peergroups gebildet, um eine intensive Auseinanderset- zung mit dem Gegenstand sowie dem professionellen Selbst trotz der Großgruppe zu ermöglichen. Erprobt wurde das Lehrveranstaltungs- konzept exemplarisch in zwei parallelen Modulen zur „Vorbereitung auf das Praxissemester“. Die Größe der Stichprobe, die vollumfänglich an der Erhebung teilnahm, betrug n=37 Studierende. Die Studie war als pre-/post-Design konzipiert, die Datenerhebung erfolgte sowohl in der ersten Lehrveranstaltungssitzung als auch nach einem Ablauf von 10 Wochen1. 2 Die Autorinnen möchten an dieser Stelle explizit darauf hinweisen, dass es sich bei der vorliegenden Studie um die Erprobung eines Lehrkonzeptes, nicht aber um eine wissenschaftliche Erhebung handelt, die wissenschaft- lichen Gütestandards genügen kann. So musste die vorliegende Evaluation unter anderem auf eine vollumfängliche Einrechnung möglicher Störvari- ablen im Setting Hochschule sowie die Berücksichtigung entsprechender Kontrollgruppen verzichten. 3.2 Gegenstand Der inhaltlichen Auseinandersetzung der LehrerInnenbildenden Stu- diengänge mit dem Gegenstandsbereich Umgang mit Inklusion und Heterogenität kommt aktuell eine hohe Bedeutung zu (vgl. LABG NRW MSW), weswegen das Vorbereitungsmodul exemplarisch auf diesen Gegenstandsbereich zugeschnitten war. Zur Reduktion des Abstrakti- onsgrades wurden Themen immer wieder auf konkrete Szenarien des Unterrichtsfaches Sport bezogen. Auf diese Weise galt es, vorgefasste Theorien und Haltungen kritisch zu reflektieren und anforderungs- spezifische Kompetenzen wie Reflexionskompetenz im Handlungsfeld Schule herauszubilden und zu fördern. Wesentlich war hierbei der wiederholte Zugriff auf die jeweiligen Fragestellungen über die eige- ne Biografie: Erst die intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen vielfältigen Werdegang ermöglicht die Identifikation und Reflexion vorgefasster Theorien und Haltungen im Umgang mit Inklusion und Heterogenität. 3.3 Methode Methode der Wahl des vorliegenden Vermittlungsansatzes war die Konfrontation der Studierenden mit pädagogischen Fällen (für einen Überblick zum Einsatz von Fallarbeit in der Lehrerinnen- und Lehrer- bildung vgl. Lüsebrink & Grimminger, 2014). Anhand dieser sollten Studierende üben, in Distanz zu jeweiligen Erstinterpretationen zu treten und unter Zuhilfenahme wissenschaftlichen Wissens andere Perspektiven als die eigene zu erproben, um das eigene Deutungsre- pertoire im Moment der Situationswahrnehmung zu erweitern. Methodische Arbeitsschritte waren dabei folgende: An erster Stel- le stand die individuelle Rezeption einer Fallschilderung sowie das Gewahr werden der Erstinterpretation. Im Zuge einer nachfolgenden erneuten, diesmal kleinschrittigen, das heißt: distanzierten Rezep- tion des Falls galt es, die in der Fallschilderung dargestellte Fakten- lage zu sichern, um die Gültigkeit der jeweiligen Erstinterpretation vor dem Hintergrund dieser Faktenlage zu überprüfen. Im Zuge des- sen wurden dann mögliche vorschnelle, subjektive Deutungsmuster identifiziert und hinterfragt; diesen Prozess unterstützten auf den jeweiligen Fallkontext zugeschnittene Selbstreflexionsaufträge, die zugleich die angestrebte individuelle, reflexiv-forschende Auseinan- dersetzung mit dem professionellen Selbst untermauerten. Im wei- teren Verlauf der Fallarbeit ging es nun darum, auf der Faktenlage beruhende mögliche weitere Perspektiven auf den Fall zu erproben und unter Hinzunahme wissenschaftlichen Wissens aus dem For- schungsfeld Schule zu begründen, um den Aufbau professioneller Planungs- und Handlungsalternativen systematisch zu unterstützen (vgl. Lehmann-Rommel, 2014). Als wesentlich für den Professionalisierungsprozess erweist sich grundsätzlich, diese neuen Handlungsalternativen in die bestehende Handlungskompetenz zu überführen, um nachhaltige Veränderungen in der impliziten Handlungsstruktur zu erreichen (vgl. Wahl, 2005). Dieser wichtige Prozess wurde im Rahmen des Vorbereitungsmo- duls fortwährend mithilfe vertiefter und wiederkehrender Fallarbeit vorbereitet, sein Gelingen zeigt sich allerdings erst im praktischen Handeln2. 3 Das hier angesprochene Gelingen einer reflexiv-forschenden Grundhal- tung erfährt seine Überprüfung in der schulischen Alltagswirklichkeit der Studierenden im Rahmen des eigenen Forschungs-/ bzw., Studienprojekts zum Praxissemester. Für weitere Informationen dazu vgl. Guardiera & Lei- neweber (2016). Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1(1) 24 CC BY 3.0 DE Zum Aufbau einer reflexiv-forschenden Grundhaltung mittels Fallarbeit · Guardiera, Podlich, Reimer 3.4 METHODEN ZUR EVALUATION DER TEILZIELE Teilziel “Distanz zur vorgefassten Theorien und Haltungen“: Zur Überprüfung dieses Ziels wurde ein Fragebogeninstrument nach Meier et al. (2017) zur Erfassung von Haltungen zu (inklusivem) Sportunterricht bei angehenden Lehrkräften (HainSL) herangezogen. HainSL umfasst dabei die für (inklusiven) Sportunterricht als beson- ders zentral erachteten Heterogenitätsdimensionen Körper, Didaktik und Leistung. Das Instrument weist insgesamt 18 Items aus, deren Grad der Zustimmung seitens der Befragten auf einer 5-stufigen Likert-Skala erfasst wird (vgl. Meier et al., 2017). Der Bogen wurde in einem pre-/post- Design sowohl zu Beginn der Lehrveranstaltung, als auch nach einer 10-wöchigen intensiven Auseinandersetzung mit entsprechenden Inhalten eingesetzt. Aufgrund des geringen n erfolg- te die Auswertung deskriptiv nach Antworthäufigkeiten. Teilziele “Forschende Grundhaltung“ und “Erweiterung des Deu- tungsrepertoires“: Zur Überprüfung dieser Ziele erhielten alle Studierenden zu Beginn der Lehrveranstaltung einen verschriftlichten Projektfall, anhand dessen ihre jeweilige Lernausgangslage erfasst werden sollte. Nach Ablauf der zehnwöchigen Lehrveranstaltung wurde derselbe Fall im Nachtest noch einmal eingesetzt: „Die Klasse 7A hat jeden Freitag eine Doppelstunde Sportun- terricht, die zur ersten Stunde um 8:00 Uhr beginnt. Folgende Klasse gehört zu einer der Inklusionsklassen und wird von fünf Hörgeschädigten SuS komplettiert. Zu Beginn der ersten Stunde findet sich die Klasse in der Mitte der Halle zu einem Sitzkreis zu- sammen und begrüßt nach Austeilen der FM-Geräte (Elektronik/ Mikro zum Ansteuern der Hörgeräte) den Lehrer. In der heutigen Stunde steht die Notenabnahme zur Spiel- fähigkeit im Fußball auf dem Plan. Dazu haben sich die SuS in der Stunde zuvor in drei gleichstarke Teams aufgeteilt, wobei jedes Team zwei Auswechselspieler zur Verfügung hat. Im ersten Spiel spielt Team blau gegen Team rot, wobei Team blau durch eine überlegende Spielfähigkeit gewinnt. Danach spielt das rote Team gegen das gelbe Team. Wieder ist Team rot unterlegen. Die zwei spielstärksten Spieler sitzen als Auswechselspieler auf der Bank, wobei sie ständig anmerken, dass sie eingewechselt werden wollen. Sie sitzen erst seit einer Minute auf der Bank. Plötzlich fordert H. den einen hörgeschädigten Jungen D. aus der Ferne auf das Spielfeld zu verlassen, damit er wieder spie- len kann. D. reagiert nicht und spielt weiter. Nach wiederholtem Rufen und Gestikulieren rennt H. auf das Spielfeld und zieht D. nach hinten weg. Er befiehlt ihm das Spielfeld zu verlassen. D. spielt jedoch erst seit zwei Minuten und möchte weiterspielen. Schnell wird H. lauter und bekommt Unterstützung vom ganzen Team. Eine Gruppenbildung findet statt und D. steht alleine mit seiner Meinung da, woraufhin er enttäuscht das Spielfeld ver- lässt. Das Spiel wird fortgesetzt.“ (o.A.) Die Operationalisierung der oben benannten Teilziele erfolgte anhand folgender Indikatoren: a) Forschende Grundhaltung: Einbezug theoretischer Wissensbestän- de zur Begründung der eingenommenen Perspektive b) Erweiterung des Deutungsrepertoires: jeweils eingenommene Per- spektive auf den Projektfall in Vor- und Nachtest Die Auswertung wurde sowohl im Vortest als auch im Nachtest an- hand strukturierender Inhaltsanalysen auf der Grundlage deduktiv er- stellter Kategoriensysteme vorbereitet, welche im Verlauf der Analyse induktiv ergänzt wurden (vgl. Stamann et al., 2016). Alle Fallanaly- sen der Studierenden wurden anhand eines Kodierleitfadens durch zwei Projektmitarbeiterinnen unabhängig voneinander kodiert, um die Ergebnisse auf weitest gehende Übereinstimmung zu prüfen. 4 ERGEBNISSE 4.1 Vorgefasste Theorien und Haltungen zu (in- klusivem) Sportunterricht Die Auswertung des Antwortverhaltens der 37 Studierenden im Vor- und Nachtest mittels HainSL (Meier et al., 2017) zeigte im Vergleich insgesamt nur leichte Verschiebungen, denn Mittelwerte sowie Stan- dardabweichungen lagen im Vor- und Nachtest für nahezu alle 18 Items recht nah beieinander. Auffallend für einige der Mittelwerte waren sowohl im Vortest als auch im Nachtest recht große Standard- abweichungen. Abweichungen von zuvor markierten Haltungen ergaben sich den- noch für einige wenige ausgewählte Items: Beispielsweise konnte ein leichter Rückgang normiert-funktionalistischer Vorstellungen der Studierenden über den Körper im Schulsport beobachtet werden. In diesem Zusammenhang schien auch eine Ausrichtung des Körpers auf das Erbringen von Leistung im Nachhinein weniger eine „zentrale Sinnrichtung“ des Sports zu sein (Kurz 1990, S. 93), und auch einer Differenzierung der Leistungsanforderungen in Abhängigkeit von der Heterogenität der Lerngruppe kam am Ende der Lehrveranstaltung offenbar eine höhere Relevanz zu. Die nachfolgende Abbildung verdeutlicht sichtbare Verschiebungen im Antwortverhalten der Studierenden, wobei die Skala als quasi- metrisch interpretiert wird: Abb. 1: Dargestellt ist der Grad Zustimmung der Studierenden zu ausgewählten Thesen des HainSL (Meier et al., 2017). Die Thesen lauten 1: Ich denke, Schülerinnen und Schüler wollen ihre Leistung am liebsten in einem Wettkampf messen, daher berücksichtige ich dies in meinem Sportunterricht häufig; 2: Schülerinnen und Schüler müssen sich im Sportunterricht bewegen, laufen, Bälle fangen, Rollen machen und turnen – dafür braucht man den Körper; 3: Im Sportunterricht sollte man Schülerinnen und Schüler mit in den Beurteilungsprozess einbeziehen, indem sie selbst Beurteilungskriterien festlegen; 4: Das Steigern der körperlichen Leistungsfähigkeit ist ein zentrales Ziel des Sportunterrichts; 5: Es ist ungerecht, wenn im Sportunterricht Schüle- rinnen und Schüler mit unterschiedlichen Voraussetzungen für die glei- che Note das gleiche leisten müssen. 4.2 Wahrgenommene Schul- und Unterrichts- wirklichkeit Die Auswertung der studentischen Fallarbeit zeigte für die in 3.3 be- Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1(1) 25 DOI: 10.25847/zsls.2018.002 Zum Aufbau einer reflexiv-forschenden Grundhaltung mittels Fallarbeit · Guardiera, Podlich, Reimer nannten Indikatoren folgendes Bild: a) Forschende Grundhaltung: Einbezug theoretischer Wissensbe- stände zur Begründung der eingenommenen Perspektive Dieser Indikator lässt bei genauerer Betrachtung der Ergebnisse kei- ne eindeutige Aussage zu: Im Vortest argumentierten noch 9 von 37 Teilnehmer/-innen stärker unter Rückgriff auf Erfahrungswissen („Meinen Erfahrungen nach ist der Prozess der Gruppenbildung relativ frühzeitig zu erkennen.“, Vortest 1709), während eine Hinzunahme wissenschaftlicher Wissensbestände im Nachtest in allen 37 Fallana- lysen erkennbar war („Ich denke, dass durch ein gutes Classroom Ma- nagement die Störung des Prüfungsspiels ggf. hätte vermieden werden können. Hätte der Lehrer erstens die Teams selbst & gleichstark einge- teilt, und feste Regeln bezüglich der Auswechselspieler festgelegt, hätte die Störung und die anschließende Diskussion der SuS vermieden werden können.“, Nachtest 1709). Insofern ist der Einbezug theoretischen Wissens in die Begründung der jeweiligen Perspektive auf den Fall formal in allen Fällen zu bestätigen. Eine inhaltliche Beurteilung fällt hingegen an dieser Stelle schwer, denn theoretisches Wissen wur- de in sehr unterschiedlicher Verarbeitungsgüte berücksichtigt (vgl. dazu Guardiera & Podlich, 2018). Das heißt, dass die Ausführungen einiger Studierender theoretische Wissensbausteine zwar einbanden, diese jedoch nicht weitergehend expliziert wurden. Auf der Grundlage der Verschriftlichungen lässt sich daher nicht klären, inwiefern hier theoretisches Wissen vorhanden war oder einzig Schlagwörter (vgl. oben „Classroom Management“) benannt wurden (vgl. Lüsebrink & Grimminger, 2018, S. 209). b) Erweiterung des Deutungsrepertoires: eingenommene Pers- pektive auf den Projektfall in Vor- und Nachtest Die jeweils eingenommene Perspektive der Studierenden auf den Projektfall wurde an dieser Stelle unter rein quantitativen Gesichts- punkten ausgewertet, um zunächst eine grundsätzliche Fähigkeit zum Perspektivwechsel anhand einer veränderten Perspektivierung abzubilden. Im Vortest ergriffen die Studierenden insgesamt sie- ben unterschiedliche Perspektiven auf den Projektfall, unter denen Classroom Management (14/37), Leistungsbeurteilung (9/37), He- terogenität (7/37) und LehrerInnenverhalten (6/37) am häufigsten thematisiert wurden. Im Nachtest belief sich die Anzahl ebenfalls auf sieben, häufig ergriffen wurden nun jedoch Leistungsbeurteilung (15/37), Heterogenität (10/37), Classroom Management (9/37) so- wie LehrerInnenverhalten (11/37). Insgesamt blieben nur sechs von 37 TeilnehmerInnen bei ihren ursprünglichen Perspektiven, ohne die- se zu verändern. 16 von 37 TeilnehmerInnen fügten ihren ursprüngli- chen Perspektiven im Nachtest weitere hinzu und 15 von 37 Teilneh- merInnen nahmen eine gänzlich veränderte Perspektive ein. 5 DISKUSSION In der Gesamtschau der in Kapitel 2 formulierten Ziele des Vermitt- lungsansatzes ist eingedenk aller methodischen Einschränkungen abschließend Folgendes für die Förderung einer reflexiv-forschenden Grundhaltung auf Lehrveranstaltungsebene auf Seiten der Studieren- den festzuhalten: Die im Verlauf der Lehrveranstaltung nur geringfügig veränder- ten studentischen Haltungen zu (inklusivem) Sportunterricht lassen zunächst – in Anlehnung an die bei Wahl (2002) als moderat verän- derbar beschriebenen subjektiven Theorien – eine gewisse Trägheit vermuten. Es ist denkbar, dass Änderungen vorgefasster Theorien und Haltungen auf Lehrveranstaltungsebene nur bedingt ansteuer- bar sind. Andererseits geben zumindest leichte Verschiebungen doch Anlass zur Hoffnung auf eine erhöhte Sensibilisierung der Studieren- den für den Umgang mit und die Besonderheiten von heterogenen Lerngruppen. Vorangehende Untersuchungen zeigen beispielsweise, dass eine Distanzierung von instrumentell-normierten Körperbildern u.a. Voraussetzung für die gelingende Gestaltung inklusiver Sportun- terrichtssettings (Meier et al., 2017) ist, ebenso wie flexible Vorstel- lungen über Gütemaßstäbe und Anforderungen im Kontext von Leis- tungsbeurteilung den Zielen eines inklusiven Sportunterrichts den Weg ebnen (Reich, 2016). In Anbetracht der entsprechenden Ver- schiebungen im vorliegenden Antwortverhalten sind diesbezüglich durchaus verbesserte Chancen für einen pädagogisch-konstruktiven Umgang mit Vielfalt erkennbar (vgl. Meier et a., 2017, S. 4). Stärkere Hinweise auf positive Effekte der Lehrveranstaltung lie- fern hingegen die durchaus häufig erkennbaren Perspektivwechsel im Rahmen der schriftlichen Fallanalysen: Offenbar ermöglichte die wie- derholte und intensive Auseinandersetzung mit pädagogischen Fällen unter Einbezug wissenschaftlicher Theoriebestände bei nahezu allen Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen veränderten Blick auf die wahrgenommene Fallsituation. Dies erweist sich insofern als güns- tig, als das Verlernen vorschneller Erstinterpretationen verbunden mit der Fähigkeit zum Perspektivwechsel einen wesentlichen Meilen- stein für den Aufbau von Reflexionskompetenz markiert. Eine solche Erweiterung des Deutungsrepertoires gegenüber wahrgenommenen Fallsituationen durch die Hinzunahme theoretischer Neurahmungen, wie sie auch von Bauersfeld (1999) im Zuge von Fallarbeit gefordert wird, entspricht überdies einem wesentlichen Schritt im Rahmen des Professionalisierungsprozesses angehender Lehrerinnen und Lehrer (Lehmann-Rommel, 2014). Ein Zuwachs an Reflexionskompetenz ist daher im Kontext der vorliegenden Lehrveranstaltung insofern zu ver- muten, als die Bereitschaft, eigene Handlungs- und Sichtweisen zu überdenken, deutlich zu erkennen ist. So gelang es den Studierenden im Nachtest womöglich, eine Perspektive einzunehmen, die in den eigenen Erfahrungen zuvor nicht enthalten war, und entsprechend alternative Denk- und Handlungsmuster in das eigene Handlungsre- pertoire zu überführen (vgl. Wahl, 2005.). Die nicht in allen Fällen erkennbare Einbindung explizierten Theoriewissens ist dabei neben möglichen Wissenslücken eventuell auch der Aufforderung zur Ver- schriftlichung der Überlegungen geschuldet, die sicherlich andere Bereitschaften und Fähigkeiten erfordert als die mündliche Reflexion (vgl. Lüsebrink & Grimminger, 2014). 6 FAZIT UND AUSBLICK Die Sensibilisierung für eine reflexiv-forschende Grundhaltung stellt einen wesentlichen Schritt im Rahmen des Professionalisierungspro- zesses der Studierenden dar. Um weitere relevante Elemente einer Re- flexionskompetenz, wie sie bspw. in der Fähigkeit zu argumentieren oder zu urteilen zum Ausdruck kommen, in den Blick zu nehmen oder gar einen reflexiv-forschenden Habitus herauszubilden, bedarf es je- doch weiterer Überlegungen zum Vermittlungsgeschehen auf Lehrver- anstaltungsebene. Fallstricke für die Ergebnisgüte bringt überdies die Aufforderung zur schriftlichen Fallanalyse mit sich: Pädagogische Fäl- le eignen sich zwar offenbar für die im Sinne der Reflexion wertvolle gedankliche Irritation der Studierenden, was bleibt, ist jedoch eine möglicherweise herabgesetzte Bereitschaft zur Verschriftlichung von Reflexionsprozessen; ein Umstand, der die Ergebnisse der vorliegen- den Evaluation eventuell trübt und dazu auffordert, weitere methodi- sche Wege der Förderung und Bemessung von Reflexionsprozessen zu identifizieren und zu beschreiten. „[…] Denkanstöße und Input sind sehr überlegt, zielgerichtet, ohne eigenes Denken vorwegzunehmen und leiten in anspruchsvoller Weise Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft · 2018, 1(1) 26 CC BY 3.0 DE Zum Aufbau einer reflexiv-forschenden Grundhaltung mittels Fallarbeit · Guardiera, Podlich, Reimer die Gedanken von uns Studierenden. […] In jeder Seminarstunde hat man das Gefühl, der Inhalt hat wirklich was mit einem selbst und der Ausbildung zu tun. Dabei stößt man oft auf Fragen, die man sich wirk- lich noch nie gestellt hat […].“1 Abschließend ist festzuhalten, dass die schwerpunktmäßige Ausrich- tung der Lehrveranstaltung auf die systematische Arbeit mit päda- gogischen Fällen durchaus mit einem Mehrwert für den Professio- nalisierungsprozess der Studierenden einherging. Insbesondere die Fähigkeit zum Perspektivwechsel zeigte sich im Nachtest deutlich; eine Erweiterung des Deutungs- und Handlungsrepertoires infolge des Erwerbs neuer bzw. erweiterter wissenschaftlicher Theoriebe- stände sowie ihrer Anwendung auf die Bearbeitung pädagogischer Fallsituationen scheint damit auf den Weg gebracht. Danksagung Die Autorinnen danken der Deutschen Sporthochschule Köln für die Bewilligung der Fördergelder zur Durchführung der Pilotstudie im Rahmen des Programms FLV: Forschung und Lehre verbinden. LITERATUR Bauersfeld, H. (1999). Fallstudien in der Lehrerausbildung – wozu? In F. Ohlhaverm & A. Wernet (Hrsg.), Schulforschung – Fall- analyse – Lehrerbildung. Diskussionen am Fall (S.191 – 207). Opladen: Leske & Budrich. Groeben, N., Wahl, D., Schlee, J. & Scheele, B. (1988). Forschungspro- gramm Subjektive Theorien. Eine Einführung in die Psycholo- gie des reflexiven Subjekts. Marburg: Francke. Guardiera, P., & Leineweber, H. (2016). Konzeptionell-analytisch und reflexiv-praktisch Agieren lernen – Eine Betrachtung des Praxissemesters aus universitärer Perspektive. Die BASS von A bis Z. Erläuterungen und Handlungsempfehlungen für die Schulpraxis in NRW. Erftstadt: Ritterbach. Guardiera, P., Podlich, C. & Reimer, A. (2018). Zur Förderung von Re- flexionskompetenz in der LehrerInnenbildung. In N. Ukley & B. Gröben (Hrsg.), Forschendes Lernen im Praxissemester – Begründungen, Befunde und Beispiele aus dem Fach Sport. Wiesbaden: Springer VS. Fichten, W. (2017). Forschendes Lernen in der Lehrerbildung. In R. Schüssler, A. Schöning, V. Schwier, S. Schicht, J. Gold & U. Weyland (Hrsg.), Forschendes Lernen im Praxissemester. Zugänge, Konzepte, Erfahrungen (S. 30-38). Bad Heilbrunn: Klinkhardt. Haas, A. (1998). Unterrichtsplanung im Alltag. Eine empirische Unter- suchung zum Planungshandeln von Hauptschul-, Realschul- und Gymnasiallehrern. Regensburg: Roderer. Helsper, W. (2000a) Zum systematischen Stellenwert der Fallrekonst- ruktion in der universitären LehrerInnenbildung. In C. Beck, W. Helsper, B. Heuer, B. Stelmaszyk & H. Ulrich (Hrsg.), Fallarbeit in der universitären LehrerInnenbildung (S. 29 – 50). Opladen: Leske & Budrich Helsper, W. (2001). Praxis und Reflexion. Die Notwendigkeit einer „doppelten Professionalisierung“ des Lehrers. Journal für Lehrerinnen- und Lehrerbildung, 3, 7-15. Helsper, W. (2000). Wissen, Können, Nicht-Wissen-Können: Wis- sensformen des Lehrers und Konsequenzen für die Lehrer- bildung. 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  • DSHS_Band_34_Dissertation_Muehl.pdf

  • DSHS_Fragebogen_ForFuture_22_23.pdf
    Jens Kleinert, Johanna Belz Psychologisches Institut Jana Beckmann & Wiebke Dierkes Deutsche Sporthochschule Köln Hi, schon mal cool, dass du bei unserer Befragung “NRW-Athlet:innen for future“ mitmachen möchtest. Darum machen wir die Befragung: Wir wollen, dass du in Zukunft besser im Training und Wettkampf unterstützt wirst. Deshalb wollen wir Bedingungen im Sport besser machen - für dich und für alle Athlet:innen. Aber wir wissen noch viel zu wenig über Athlet:innen in NRW. Wie leben sie? Wie fühlen sie sich? Was wünschen sie sich? Wie möchten sie unterstützt werden? Daher brauchen wir deine Antworten, deine Angaben. Auf dieser Grundlage sagen wir Vereinen, Verbänden und Sportorganisationen, was sie besser machen können ... und wir machen auch selbst was dafür. Altersgrenze: Du darfst leider nur teilnehmen, wenn du mindestens 14 Jahre alt bist. ☐ Ja, ich bin 14 Jahre oder älter ++ wenn nein → Du darfst leider nur teilnehmen, wenn du mindestens 14 Jahre alt bist. Falls du versehentlich die falsche Option gewählt hast, lösche bitte die Chronik deines Brow- sers, schließe den Browser und nutze den Link dann noch einmal. Dann kannst du den Frage- bogen erneut von vorne öffnen. Vielen Dank für deine Bereitschaft teilzunehmen! Das Team vom Psychologischen Institut der Deutschen Sporthochschule Köln Jens Kleinert, Johanna Belz, Jana Beckmann & Wiebke Dierkes Abt. Gesundheit & Sozialpsychologie Deutsche Sporthochschule Köln ++ wenn ja → Datenschutz: Alles ist anonym: Anonymität ist uns super wichtig. Niemand kann herausfinden, was du geantwortet hast - auch wir nicht. Durch Anonymität schützen wir dich und ermöglichen dir, komplett ehrlich zu antworten. So gehen wir mit deinen Daten um: Wir geben keine Daten weiter. Wir veröffentlichen lediglich Auswertungen zur gesamten Befragung - nirgendwo tauchen deine Einzeldaten auf. Niemand sieht, was du geantwortet hast. Laut Datenschutzgesetz (DSGVO) musst du hier ankreuzen, dass du verstanden hast, was mit deinen Daten passiert. Zum Beispiel, dass alles anonym ist und was wir mit der Befragung erreichen wollen. ☐ Ja, ich habe verstanden, was mit meinen Daten gemacht wird und nehme freiwillig an der Umfrage teil. Jens Kleinert, Johanna Belz Psychologisches Institut Jana Beckmann & Wiebke Dierkes Deutsche Sporthochschule Köln So, jetzt geht's los! Für den folgenden Fragebogen brauchen wir nur eine Viertelstunde deiner Zeit. Deine Teilnahme an der Umfrage ist freiwillig. Du kannst die Befragung natürlich jederzeit abbrechen, ohne dass dir dadurch Nachteile entstehen. Bei Fragen oder Unklarheiten kannst du dich jederzeit bei uns melden. Hiermit hilfst du vielen Athlet:innen weiter und vielleicht ja auch dir selbst. Vielen Dank und cool nochmal, dass du mitmachst. Das Team vom Psychologischen Institut der Deutschen Sporthochschule Köln Jens Kleinert, Johanna Belz, Jana Beckmann & Wiebke Dierkes Abt. Gesundheit & Sozialpsychologie Deutsche Sporthochschule Köln Jens Kleinert, Johanna Belz Psychologisches Institut Jana Beckmann & Wiebke Dierkes Deutsche Sporthochschule Köln Fragen zu deiner Person Wie alt bist du? ___ Jahre Welches Geschlecht hast du? ☐ männlich ☐ weiblich ☐ divers Gehst du zur Schule? ☐ ja ☐ nein Welche Schulform besuchst du? ☐ Gymnasium ☐ Gesamtschule ☐ Sekundarschule ☐ Realschule ☐ Hauptschule ☐ Förderschule ☐ Berufskolleg ☐ Fachhochschule/Universität ☐ Sonstige und zwar ______________ ☐ Ich mache eine Ausbildung mit ___ Stunden/Woche ☐ Ich bin berufstätig mit ___ Stunden/Woche ☐ Ich mache ein Praktikum mit ___ Stunden/Woche ☐ Sonstiges und zwar___________ mit ___ Stunden/Woche In welchem Bundesland liegt dein Hauptwohnsitz? ________________ Wie häufig trainierst du in NRW? In NRW trainiere ich … ☐ nie ☐ selten ☐ gelegentlich ☐ oft ☐ immer In welchem Bundesland trainierst du am häufigsten? Am häufigsten trainiere ich in … ________________ Jens Kleinert, Johanna Belz Psychologisches Institut Jana Beckmann & Wiebke Dierkes Deutsche Sporthochschule Köln Wie ist deine Wohnsituation? Ich wohne … ☐ bei meinen Eltern ☐ alleine ☐ mit meinem/meiner festen Partner:in ☐ in einer WG ☐ im Sportinternat ☐ sonstige und zwar ____________________ Wie selbstständig oder abhängig fühlst du dich … im Training/Wettkampf? völlig abhängig 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 völlig selbstständig im Alltag/Freizeit? völlig abhängig 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 völlig selbstständig in Schule/Ausbildung/Beruf? völlig abhängig 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 völlig selbstständig Jens Kleinert, Johanna Belz Psychologisches Institut Jana Beckmann & Wiebke Dierkes Deutsche Sporthochschule Köln Zu deiner sportlichen Situation In welcher Sportart bist du aktiv? Sportart: _________ Welchem Kader gehörst du derzeit an? Olympisch: ☐ Landeskader + (LK+) ☐ Landeskader (LK) ☐ Nachwuchskader 2 (NK2) ☐ Nachwuchskader 1 (NK1) ☐ Ergänzungskader (EK) ☐ Perspektivkader (PK) ☐ Teamkader (TK) ☐ Olympiakader (OK) ☐ kein Kaderstatus Paralympisch: ☐ Nachwuchskader (NK2) ☐ Nachwuchskader (NK1) ☐ Perspektivkader (PK) ☐ Teamkader (TK) ☐ Paralympicskader (PAK) ☐ kein Kaderstatus Deaflympisch: ☐ Deaflympicskader (DK) ☐ Erweiterungskader deaflympisch (EwK) ☐ kein Kaderstatus World Games: ☐ Nachwuchskader (NK2) ☐ Nachwuchskader (NK1) ☐ Perspektivkader (PK) ☐ Teamkader (TK) ☐ World Games Kader ☐ kein Kaderstatus Andere und zwar: ☐ _______________ Jens Kleinert, Johanna Belz Psychologisches Institut Jana Beckmann & Wiebke Dierkes Deutsche Sporthochschule Köln Wie viele Stunden trainierst du in einer normalen Trainingswoche durchschnittlich im Rahmen deines offiziellen Trainings? Hinweis: Hier geht es um eine einfache Schätzung. ____ Stunden pro Woche Wie viele Stunden pro Woche benötigst du insgesamt für die Fahrt zum Training hin und zurück? Hinweis: Hier geht es um eine einfache Schätzung. ____ Stunden pro Woche Seit wie vielen Jahren bist du schon in deiner Sportart aktiv? Seit ____ Jahren Seit wie vielen Jahren nimmst du schon an Wettkämpfen in deiner Sportart teil? Seit ____ Jahren Auf welcher Ebene fand der wichtigste Wettkampf statt, an dem du bisher teilgenommen hast? (z.B. Deutsche Meisterschaft, Europameisterschaft, 1. Bundesliga)? _____________________________________ Hinweis: Anonymität ist uns super wichtig! Niemand kann herausfinden, was du persönlich geantwortet hast - auch wir haben deinen Namen nicht. Erhältst du BAföG? ☐ ja ☐ nein Wirst du darüber hinaus finanziell von Dritten unterstützt (nicht Familie)? ☐ ja ☐ nein Wenn ja, von wem? ☐ Stiftung Deutsche Sporthilfe ☐ Sportstiftung NRW ☐ Verband ☐ Verein ☐ Unternehmen ☐ Von anderen und zwar _______ Wie hoch ist die Gesamtsumme der Unterstützung (ohne BAföG und ohne Unterstützung der Eltern)? ☐ bis 100€/Monat ☐ 101 - 200€/Monat ☐ 201 - 300€/Monat ☐ 301 - 400€/Monat ☐ 401 - 500€/Monat ☐ 501 - 600€/Monat Jens Kleinert, Johanna Belz Psychologisches Institut Jana Beckmann & Wiebke Dierkes Deutsche Sporthochschule Köln ☐ 601 - 700€/Monat ☐ 701 - 800€/Monat ☐ 801 - 900€/Monat ☐ 901 - 1.000€/Monat ☐ > 1.000€/Monat Jetzt zu deinen Zielen - deinen Wünschen - deiner Lebensplanung Welche sportlichen Ziele möchtest du erreichen? ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ __________________________________________________________________ Welchen Beruf möchtest du nach deiner aktiven Karriere als Athlet:in oder parallel dazu ausüben? ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ Hast du noch andere Pläne für dein Leben nach deiner aktiven Karriere als Athlet:in? Wenn ja, was für Pläne sind das? ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ __________________________________________________________________ Du hast ca. die Hälfte geschafft! Zu deinem Wohlbefinden Wie war dein Wohlbefinden in den letzten 2 Wochen? Welche der sechs Antwortmöglichkeiten passt jeweils am besten? In den letzten 2 Wochen… die ganze Zeit meistens etwas mehr als die Hälfte der Zeit etwas weniger als die Hälfte der Zeit ab und zu zu keinem Zeitpunk t … war ich froh und guter Laune. … habe ich mich ruhig und entspannt gefühlt. … habe ich mich energisch und aktiv gefühlt. Jens Kleinert, Johanna Belz Psychologisches Institut Jana Beckmann & Wiebke Dierkes Deutsche Sporthochschule Köln In den letzten 2 Wochen… die ganze Zeit meistens etwas mehr als die Hälfte der Zeit etwas weniger als die Hälfte der Zeit ab und zu zu keinem Zeit- punkt … habe ich mich beim Aufwachen frisch und ausgeruht gefühlt. … war mein Alltag voller Dinge, die mich interessieren. Wie oft hast du dich in den letzten 2 Wochen durch folgende Dinge beeinträchtigt gefühlt? Welche der vier Antwortmöglichkeiten passt jeweils am besten? überhaupt nicht an einzelnen Tagen an mehr als der Hälfte der Tage beinahe jeden Tag Ich hatte wenig Interesse oder Freude an Dingen, die ich getan habe. Ich habe mich niedergeschlagen, schwermütig oder hoffnungslos gefühlt. Wie häufig hast du in der letzten Zeit folgende Probleme erlebt? fast nie manch- mal häufig meistens Meine Probleme scheinen sich aufzutürmen. Ich habe viele Sorgen. Ich habe Angst vor der Zukunft. Ich fürchte, meine Ziele nicht erreichen zu können. Ich fühle mich frustriert. Ich habe zu viel zu tun. Ich habe genug Zeit für mich. Ich fühle mich unter Termindruck. Ich fühle mich gehetzt. Jens Kleinert, Johanna Belz Psychologisches Institut Jana Beckmann & Wiebke Dierkes Deutsche Sporthochschule Köln fast nie manch- mal häufig meistens Ich habe das Gefühl, dass zu viele Forderungen an mich gestellt werden. Wichtiger Hinweis: Solltest du bei den vorhergehenden Fragen gemerkt haben, dass dich etwas bedrückt, können wir dir unsere Hilfe anbieten. Am Ende der Befragung findest du eine Übersicht über verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten. Weiter geht’s! Wie ist dein Gefühl beim Training und Wettkampf? Gebe bitte nachfolgend an, wie du dich in der letzten Zeit beim Training bzw. bei Wettkämpfen gefühlt hast ... In der letzten Zeit fühlte ich mich beim Training … nicht zutreffend mittelmäßig zutreffend völlig zutreffend selbstsicher/überlegen/routiniert 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 fröhlich/zufrieden/heiter 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 müde/erschöpft/verausgabt 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 In der letzten Zeit fühlte ich mich bei Wettkämpfen … nicht zutreffend mittelmäßig zutreffend völlig zutreffend selbstsicher/überlegen/routiniert 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 fröhlich/zufrieden/heiter 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 müde/erschöpft/verausgabt 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Jens Kleinert, Johanna Belz Psychologisches Institut Jana Beckmann & Wiebke Dierkes Deutsche Sporthochschule Köln Wer und was unterstützt dich im Sport oder im Alltag als Athlet:in? Wir möchten herausfinden, ob du verschiedene Unterstützungsangebote im Bereich Sport nutzt und wie du sie einschätzt. Nutze ich, und … Nutze ich nicht finde/fand ich finde/fand ich sehr schlecht sehr gut Laufbahnberatung (z. B. OSP) Ernährungsberatung (z. B. OSP) Leistungsdiagnostik (z. B. momentum) Sportpsychologische Betreuung (z. B. mentaltalent) Beratung/Betreuung bei psychischen Problemen (z. B. MentalGestärkt) Hier kannst du weitere Unterstützungsangebote eintragen, die du nutzt: ____________________ ____________________ Wie gut unterstützen dich folgende Personen aus deinem privaten/direkten Umfeld im Sport oder im Alltag als Athlet:in? gar nicht wenig mittel- mäßig gut sehr gut Eltern(-teil) Geschwister Partner:in Teamkolleg:innen Freund:innen Trainer:in Lehrer:in Sportpsycholog:in Andere: ________________________ Jens Kleinert, Johanna Belz Psychologisches Institut Jana Beckmann & Wiebke Dierkes Deutsche Sporthochschule Köln Insgesamt betrachtet: Wie gut fühlst du dich insgesamt beim Sport als Athlet:in unterstützt? gar nicht wenig mittelmäßig gut sehr gut Insgesamt betrachtet: Wie gut fühlst du dich insgesamt im Alltag (z. B. Schule, Beruf, Freizeit) als Athlet:in unterstützt? gar nicht wenig mittelmäßig gut sehr gut Welche weiteren Unterstützungsangebote könnten dir beim Sport oder im Alltag als Athlet:in helfen? In welchem Bereich fehlt dir ein Unterstützungsangebot? Hier kannst du deine Ideen und Wünsche eintragen: ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ Super, fast geschafft - jetzt noch ein paar Fragen dazu, wie du dich selbst siehst! Nun ein paar Fragen zu deinen Eigenschaften Wie sehr treffen die folgenden Aussagen auf dich im Allgemeinen zu? Ich stimme Ich stimme nicht zu völlig zu Wenn ich Pläne habe, verfolge ich sie auch. Normalerweise schaffe ich alles irgendwie. Ich lasse mich nicht so schnell aus der Bahn werfen. Ich mag mich. Ich kann mehrere Dinge gleichzeitig bewältigen. Ich bin entschlossen. Jens Kleinert, Johanna Belz Psychologisches Institut Jana Beckmann & Wiebke Dierkes Deutsche Sporthochschule Köln Ich stimme Ich stimme nicht zu völlig zu Ich nehme die Dinge wie sie kommen. Ich behalte an vielen Dingen Interesse. Normalerweise kann ich eine Situation aus mehreren Perspektiven betrachten. Ich kann mich auch überwinden, Dinge zu tun, die ich eigentlich nicht machen will. Wenn ich in einer schwierigen Situation bin, finde ich gewöhnlich einen Weg heraus. In mir steckt genügend Energie, um alles zu machen, was ich machen muss. Ich kann es akzeptieren, wenn mich nicht alle Leute mögen. Bitte beantworte, wie sehr die folgenden Beschreibungen auf dich zutreffen. Bitte antworte möglichst spontan, offen und ehrlich. Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten. Ich … trifft voll und ganz zu trifft eher zu weder noch trifft eher nicht zu trifft überh aupt nicht zu … bin eher zurückhaltend, reserviert. … schenke anderen leicht Vertrauen, glaube an das Gute im Menschen. … erledige Aufgaben gründlich. … bin entspannt, lasse mich durch Stress nicht aus der Ruhe bringen. … habe eine aktive Vorstellungskraft, bin phantasievoll. … gehe aus mir heraus, bin gesellig. … neige dazu, andere zu kritisieren. … bin bequem, neige zur Faulheit. … werde leicht nervös und unsicher. … habe nur wenig künstlerisches Interesse. Jens Kleinert, Johanna Belz Psychologisches Institut Jana Beckmann & Wiebke Dierkes Deutsche Sporthochschule Köln In diesem Fragebogen geht es darum, wie du typischerweise mit dir selbst in schwierigen Zeiten umgehst. fast nie nicht sehr oft manch- mal sehr oft fast immer Ich versuche, freundlich und unterstützend zu mir selbst zu sein, wenn ich eine schwere Zeit habe. Wenn ich das Gefühl habe, in irgendeiner Hinsicht nicht "gut genug" zu sein, versuche ich mich daran zu erinnern, dass andere Menschen sich manchmal auch so fühlen. Wenn etwas Unangenehmes passiert, versuche ich die Dinge so zu sehen, wie sie sind, ohne zu übertreiben. Wenn ich traurig oder unglücklich bin, erinnere ich mich daran, dass es anderen Menschen auch manchmal so geht. Ich bin nett zu mir, wenn etwas schiefläuft und ich mich schlecht fühle. Wenn etwas Schwieriges passiert, versuche ich, die Dinge klar zu sehen, ohne zu übertreiben. Wenn die Dinge nicht gut laufen, denke ich daran, dass das Leben manchmal für jeden schwer ist. Ich versuche, verständnisvoll und geduldig mit mir selbst zu sein, auch wenn ich Mist baue. Wenn ich mich über etwas aufrege, versuche ich, meine Gefühle wahrzunehmen und mich nicht von ihnen mitreißen zu lassen. Jens Kleinert, Johanna Belz Psychologisches Institut Jana Beckmann & Wiebke Dierkes Deutsche Sporthochschule Köln Vielen Dank für deine Teilnahme an der Befragung “NRW-Athlet:innen for future“ An dieser Stelle möchten wir noch auf einige Dinge hinweisen: Das hast du selbst von der Befragung: Wir können dir eine persönliche Auswertung über Teile der Befragung zuschicken, z.B. zu deinem Persönlichkeitsprofil und dem Profil deines Wohlbefindens oder deines Stresslevels. Das geht leider nur, wenn du 16 Jahre oder älter bist. Um dir Rückmeldung zu deinen Ergebnissen zu geben, bräuchten wir allerdings deine E-Mail- Adresse. Dies ist ein freiwilliger Service für dich. Denke daran, dass der Datenschutz nach der Befragung nicht mehr gewährleistet werden kann. Die Befragung ist dann nicht mehr anonym. Natürlich behandeln wir deine E-Mail-Adresse vertraulich und löschen sie nach dem Feedback automatisch, außer du erlaubst uns dann explizit, dich für Nachfragen oder andere Befragungen anzuschreiben. Auf keinen Fall geben wir deine E-Mail-Adresse an andere weiter! Wenn du eine persönliche Auswertung haben möchtest, trage bitte hier deine E-Mail- Adresse ein: ______________________________________ ☐ Bitte löscht meine E-Mail nicht und sendet mir zukünftig Angebote/Infos für Kaderathlet:innen zu. Falls du jemanden zum Reden brauchst, bieten wir dir gerne unsere Hilfe an: mentaltalent Als Kaderathlet:in mit LK oder NK2-Status hast du beispielsweise die Möglichkeit kostenlos über die Initiative mentaltalent an sportpsychologischen Workshops teilzunehmen oder auch Einzelgespräche mit unseren sportpsychologischen Expert:innen zu führen. Infos und Kontakte findest du unter www.mentaltalent.de oder bei Jana Beckmann und Lina Schulte (mentaltalent@dshs-koeln.de; +49(0)221 4982-8700) persönlich. MentalGestärkt Weiterhin kann dir auch die Initiative MentalGestärkt (www.mentalgestaerkt.de) eine psychologische Unterstützung in deiner Nähe vermitteln. Dieses Netzwerk ist speziell für Leistungssportler:innen gedacht, denen es über längere Zeit psychisch immer wieder schlecht geht und die daher gerne professionelle Hilfe in Anspruch nehmen würden. Dieses Angebot wird in der Regel von der Krankenkasse finanziert. Den Kontakt findest du auf der Webseite. http://www.mentaltalent.de/ mailto:mentaltalent@dshs-koeln.de http://www.mentalgestaerkt.de/ Jens Kleinert, Johanna Belz Psychologisches Institut Jana Beckmann & Wiebke Dierkes Deutsche Sporthochschule Köln Olympiastützpunkte Infos zu den verschiedenen Serviceleistungen der OSPs (Laufbahnberatung etc.) findest du auf folgenden Homepages: https://www.osp-rheinland.nrw/, https://www.osp- westfalen.nrw/, https://www.osp-rheinruhr.nrw/. Sportstiftung NRW Vor allem für Fragen zu finanzieller Unterstützung oder wenn du Kontakte suchst, steht dir auch das Team der Sportstiftung NRW selbstverständlich jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung: https://www.sportstiftung-nrw.de/ Solltest du noch irgendwelche Fragen haben, kannst du dich immer auch an uns wenden. Dies ist natürlich auch anonym über unser Telefon möglich (Psychologisches Institut der Deutschen Sporthochschule, Abt. Gesundheit und Sozialpsychologie, Ansprechpartnerin Jana Beckmann: Tel.: +49(0)221 4982-8700, mentaltalent@dshs-koeln.de). Das Team vom Psychologischen Institut der Deutschen Sporthochschule Köln Jens Kleinert, Johanna Belz, Jana Beckmann & Wiebke Dierkes Abt. Gesundheit & Sozialpsychologie Deutsche Sporthochschule Köln Vielen Dank für deine Teilnahme an der Befragung - bis zum Frühjahr gibt es die ersten Ergebnisse und wir versuchen dann zusammen mit den Verbänden deine Situation zu verbessern! https://www.osp-rheinland.nrw/ https://www.osp-westfalen.nrw/ https://www.osp-westfalen.nrw/ https://www.osp-rheinruhr.nrw/ https://www.sportstiftung-nrw.de/ mailto:mentaltalent@dshs-koeln.de

  • DSHS_Gutachten-Systemakkreditierung_Dezember_2015.pdf
    Beschluss zur Systemakkreditierung der Deutschen Sporthochschule Köln Auf der Basis des Gutachtens und ihrer Beratungen in der 13. Sitzung vom 14.09.2015 erteilt die Akkreditierungskommission für die Systemakkreditierung der Deutschen Sporthochschule Köln unter Berücksichtigung der „Regeln des Akkreditierungsrates für die Akkreditierung von Studiengängen und für die Systemakkreditierung“ (Beschluss des Akkreditierungsrates vom 20.02.2013) die Systemakkreditierung unter den unten genannten Auflagen. Damit sind die Studiengänge der Deutschen Sporthochschule Köln, die nach der Systemakkreditierung eingerichtet werden oder bereits Gegenstand der internen Qualitätssicherung nach den Vorgaben des akkreditierten Systems waren, akkreditiert. Die Auflagen sind umzusetzen. Die Umsetzung der Auflagen ist schriftlich zu dokumentieren und AQAS spätestens bis zum 30.06.2016 anzuzeigen. Die Systemakkreditierung wird für eine Dauer von sechs Jahren (unter Berücksichtigung des vollen zuletzt betroffenen Studienjahres) ausgesprochen und ist gültig bis zum 30.09.2021. Auflagen: 1. Im Qualitätssicherungssystem muss festgelegt werden, in welchem Dokument die definierten Qualifikationsziele der Studiengänge verbindlich niedergelegt werden. 2. Es muss sichergestellt werden, dass externe ExpertInnen und VertreterInnen der Berufspraxis sowie Studierende bereits bei der Entwicklung von Studiengängen verbindlich beteiligt werden. 3. Für die Berufung der Externen sind verbindliche Auswahlkriterien im Qualitätsmanagementsystem zu verankern, die sicherstellen, dass die Externen ihre Qualitätsbewertungen unabhängig vornehmen können. 4. Es ist ein Prozess zur verbindlichen Einarbeitung neuer externer Vorgaben (z.B. KMK, AKR und Land NRW) zu definieren. 5. Die Hochschule muss sicherstellen, dass die externen Evaluationen unter Berücksichtigung der Studien- und Prüfungsorganisation durchgeführt werden, d.h. es muss sichergestellt werden, dass sich die Peers auch tatsächlich mit den akkreditierungsrelevanten fachlichen Fragen und Kriterien befassen werden (z.B. durch entsprechende Leitfäden, Agenden oder Kriterienkataloge). 6. Es ist verbindlich zu dokumentieren, auf welcher Basis die Hochschulleitung unter Berücksichtigung aller relevanten Kriterien über die interne Akkreditierung eines Studiengangs entscheidet. 7. Ein verbindliches Verfahren für die Umsetzung von Maßnahmen und Empfehlungen bzw. Ergebnissen aus der internen Qualitätssicherung (inkl. Fristen für die Umsetzung von Maßnahmen und der Maßnahmenverfolgung) ist zu dokumentieren. Auch fachliche Monita müssen zu Auflagen führen können. 2 Zur Weiterentwicklung des Qualitätssicherungssystems werden darüber hinaus die folgenden Empfehlungen gegeben: 1. Es wird empfohlen, dass die Beziehungen zwischen den einzelnen Ebenen des institutionellen Zielsystems (Leitbild, strategische Leitlinien, Leitbild Studium und Lehre) sowie deren Umsetzung überprüft und aktualisiert werden. 2. Vor dem Hintergrund des von der DSHS selbst formulierten Anspruchs zum Thema „Chancengleichheit und Diversity“ sollte geprüft werden, ob und wie die entsprechenden Prozesse zum Gegenstand des QM gemacht werden können. 3. Die Zeitabstände der verschiedenen Evaluationsmaßnahmen (spätestens alle 7 Jahre) sollten verkürzt werden, da mit der derzeitigen Regelung nicht alle Studierendenkohorten erfasst werden und Korrekturen/Anpassungen ggf. erst sehr spät erfolgen. Die Evaluationsabstände sollten dergestalt geplant werden, dass damit aktuelle steuerungsrelevante Daten in entwicklungsrelevanten Situationen erhoben und genutzt werden können. 4. Für Fälle von Unstimmigkeiten zwischen den evaluierten Bereichen/Personen und dem QM sollten entsprechende Eskalationsstufen und festgelegte Verantwortlichkeiten für finale Entscheidungen festgelegt werden. 5. Es wird empfohlen, für den gesamten Prozess der Implementierung und Zertifizierung von Studiengängen, die Teilnahme von studentischen TeilnehmerInnen zumindest mit beratender Funktion verpflichtend zu machen. 6. Es wird empfohlen, das Dokumentenmanagement, insbesondere auf der dezentralen Ebene, zu optimieren. Abweichungen von der gutachterlichen Beschlussempfehlung werden wie folgt begründet: Auflage 3 wird sprachlich präzisiert. Auflage 8 wird gestrichen, da die Akkreditierungskommission vor dem Hintergrund der Stellungnahme der Hochschule die Formulierung in der Ordnung für Qualitätsmanagement als hinreichend zur Erfüllung des Kriteriums 3 in diesem Punkt ansieht. Empfehlung 3 wird um folgenden Satz ergänzt: „Die Evaluationsabstände sollten dergestalt geplant werden, dass damit aktuelle steuerungsrelevante Daten in entwicklungsrelevanten Situationen erhoben und genutzt werden können.“ 3 Gutachten zur Systemakkreditierung der Deutschen Sporthochschule Köln 1. Begehung am 08./09.04.2014 [Informationsbegehung] 2. Begehung am 14./15.01.2015 [inkl. Durchführung der Stichprobe] Stichprobenartige Begutachtung der Lehramtsausbildung am 05./06.05.2015 Gutachtergruppe: Christopher Bohlens, Student der Leuphana Universität Lüneburg (Studentischer Gutachter) Prof. Dr. Joachim Härtling, Vizepräsident für Studium und Lehre der Universität Osnabrück (Vorsitzender der Gutachtergruppe) Dr. Karin Fehres, Vorstand Sportentwicklung beim Deutschen Olympischen SportBund, Frankfurt am Main (Vertreterin der Berufspraxis) Prof. Dr. Robert Prohl, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Sportwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt Dorothea Ross-Simpson, Head of Governance and Quality Assurance der Keele University, Keele Prof. Dr. Herbert Woratschek, Universität Bayreuth, Lehrstuhl für Dienstleistungsmanagement (Gutachter im Verfahrensteil „Stichprobe”) Koordination: Dr. Verena Kloeters, Geschäftsstelle AQAS, Köln Simon Lau, Geschäftsstelle AQAS, Köln 4 INHALTSVERZEICHNIS I. Verfahrensgrundlagen .................................................................................................... 6 II. Die Deutsche Sporthochschule Köln im Überblick .......................................................... 6 III. Ablauf des Verfahrens .................................................................................................... 8 A. Vorprüfung ................................................................................................................. 8 B. Systembegutachtung ................................................................................................. 8 1 Die erste Begehung................................................................................................. 9 2 Die zweite Begehung [Stichprobe] ........................................................................... 9 3 Ergebnisse der Systembegutachtung .....................................................................11 3.1 Ziele des internen Qualitätssicherungssystems der Deutschen Sporthochschule Köln....................................................................11 3.1.1 Qualitätsbegriff der Hochschule ...............................................................11 3.1.2 Ziele des internen Qualitätssicherungssystems und Einbettung in die Hochschulsteuerung .................................................................................13 3.2 Aufbau, Zuständigkeiten und Ressourcen .......................................................14 3.2.1 Aufbau und Zuständigkeiten .....................................................................14 3.2.2 Ressourcen ..............................................................................................17 3.3 Leistungen des internen Qualitätssicherungssystems .....................................19 3.3.1 Komponenten ...........................................................................................19 3.3.2 Implementierung neuer Studiengänge ......................................................21 3.3.3 Überprüfung der laufenden Studiengänge ................................................25 3.4 Transparenz nach innen und außen ................................................................28 3.4.1 Dokumentation .........................................................................................28 3.4.2 Information ...............................................................................................30 C. Zusammenfassung der Ergebnisse der Stichproben .................................................31 1 Einhaltung und Überprüfung von Qualifikationszielen .............................................31 2 Kompetenzorientiertes Prüfen ................................................................................33 3 Studiengang M.Sc. Sport Management ..................................................................36 4 Spezifika der Lehramtsstudiengänge: Umsetzung der landesspezifischen Vorgaben ........................................................41 IV. Überprüfung der Kriterien zur Systemakkreditierung .....................................................46 D. Kriterium 1: Qualifikationsziele ..................................................................................46 E. Kriterium 2: Hochschulinterne Steuerung in Studium und Lehre ...............................46 F. Kriterium 3: Hochschulinterne Qualitätssicherung .....................................................48 5 G. Kriterium 4: Berichtssystem und Datenerhebung ......................................................51 H. Kriterium 5: Zuständigkeiten ......................................................................................51 I. Kriterium 6: Dokumentation .......................................................................................52 J. Kriterium 7: Kooperationen .......................................................................................52 V. Akkreditierungsempfehlung der Gutachterinnen und Gutachter .....................................53 6 I. Verfahrensgrundlagen Gegenstand des Systemakkreditierungsverfahrens ist das interne Qualitätssicherungssystem einer Hochschule im Bereich von Studium und Lehre. Im Verfahren werden die für Lehre und Studium relevanten Strukturen und Prozesse einer Hochschule daraufhin überprüft, ob sie – unter Anwendung der European Standards and Guidelines for Quality Assurance in Higher Education (ESG), der Vorgaben der Kultusministerkonferenz (KMK) und der Kriterien des Akkreditierungsrates (AKR) – dazu geeignet sind, das Erreichen der Qualifikationsziele sicherzustellen sowie die Qualitätsstandards ihrer Studiengänge zu gewährleisten. Studiengänge, die nach einer erfolgreichen Systemakkreditierung eingerichtet werden oder bereits Gegenstand der internen Qualitätssicherung nach den Vorgaben des akkreditierten Systems waren, sind somit akkreditiert. AQAS wurde mit Beschluss vom 31.10.2008 zur Durchführung von Verfahren der Systemakkreditierung zugelassen. Grundlage des Verfahrens ist der Beschluss „Regeln für die Akkreditierung von Studiengängen und für die Systemakkreditierung“ des Akkreditierungsrates in der Fassung vom 20.02.2013, in dem die Verfahrensregeln und Kriterien für die Systemakkreditierung festgelegt sind. Demnach beruht das Verfahren im Wesentlichen auf den nachfolgend genannten Elementen: Vorbereitung des Verfahrens Vorbereitendes Gespräch & Vorprüfung Verfahren Erste Begehung [Informationsbegehung] Zweite Begehung [inkl. Durchführung der Stichprobe] Stichprobenartige Begutachtung der Lehramtsstudiengänge Verfahrensabschluss Erstellung des Abschlussgutachtens Entscheidung über die Systemakkreditierung der Hochschule II. Die Deutsche Sporthochschule Köln im Überblick Die Deutsche Sporthochschule Köln (DSHS) wurde 1947 gegründet und ist nach eigenen Angaben die einzige Sportuniversität Deutschlands und auch Europas. Im Jahr 1970 wurde sie als Wissenschaftliche Hochschule des Landes Nordrhein-Westfalens (NRW) mit Satzungs-, Promotions- und Habilitationsrecht anerkannt. Die DSHS hatte zum Zeitpunkt der Antragstellung im Sommersemester 2013 rund 5.110 Studierende. Abweichend von § 26 Abs. 1 des nordrhein-westfälischen Hochschulgesetzes gliedert sich die Hochschule gemäß § 10 ihrer Grundordnung in Institute und andere wissenschaftliche Einrichtungen und umfasste zum Zeitpunkt der Antragstellung 20 wissenschaftliche Institute, vier An-Institute und neun zentrale wissenschaftliche Einrichtungen. Die innere Organisation der Hochschule wird durch Verwaltungs- und Benutzungsordnungen bestimmt, die vom Senat erlassen werden. Im Sommersemester 2015 wurden an der Deutschen Sporthochschule Köln fünf Bachelor- und sieben Masterstudiengänge sowie die Lehramtsstudiengänge für alle fünf Schultypen im Fach Sport, sechs Weiterbildungsmasterstudiengänge und ein strukturiertes Promotionsstudium angeboten. Alle Studiengänge sind fachbereichsübergreifend organisiert. 7 Die folgende Tabelle fasst das Studienangebot zusammen: Bachelorstudiengänge Masterstudiengänge B.A. Sportmanagement und Sportkommunikation B.Sc. Sport und Leistung B.A. Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie B.A. Sport, Erlebnis und Bewegung B.A. Sportjournalismus M.A. Sport- und Bewegungsgerontologie M.Sc. Sporttourismus und Erholungsmanagement M.A. Sport, Medien- und Kommunikationsforschung M.Sc. Sport Management (englischsprachig) M.A. Rehabilitation und Gesundheitsmanagement M.Sc. Sporttechnologie M.Sc. Exercise Science and Coaching Weiterbildende Masterstudiengänge: M.A. Tanzkultur V.I.E.W. M.A. Olympic Studies M.Sc. Sportphysiotherapie LL.M Sportrecht M.Sc. Research and Instruction in Golf M.A. Spielanalyse Lehramtsstudiengänge: LA an Gymnasien und Gesamtschulen LA an Berufskollegs LA an Haupt-, Real- und Gesamtschulen LA an Grundschulen LA für sonderpädagogische Förderung Auf zentraler Ebene verfügt die Hochschule über verschiedene Service- bzw. Beratungseinrichungen: Die zentrale Studienberatung (StB) ist im Dezernat 1 angesiedelt und bietet Beratung im Bereich der allgemeinen Studienorientierung wie auch im Hinblick auf die einzelnen Studiengänge an. Das SportlehrerInnen-Ausbildungs-Zentrum (SpAZ) hat die Aufgabe, die Ausbildung von SportlehrerInnen durch Beratung, Koordination, Organisation und Innovation fachübergreifend zu fördern und ist laut Antrag in die Abstimmung des Lehrangebots der DSHS sowie in die Verbesserung der Theorie-Praxis-Integration in den Studiengängen eingebunden. Der Career Service soll als zentrale Einrichtung die berufliche Orientierung von Studierenden und AbsolventInnen fördern, um den Übergang von der Hochschule in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Er unterteilt sich in die beiden Sparten Personalvermittlung und Karriereberatung. Die Zentralbibliothek der Sportwissenschaften ist die Universitätsbibliothek für die DSHS Köln und nach Angaben der Antragsteller die international größte Spezialbibliothek in diesem Bereich. 8 III. Ablauf des Verfahrens A. Vorprüfung Im Rahmen der Vorprüfung ist es Aufgabe der Akkreditierungsagentur, zu überprüfen, ob eine Hochschule, die eine Systemakkreditierung beantragt, die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt. Nach den zum Zeitpunkt der Vorprüfung geltenden Regeln des Akkreditierungsrates für die Systemakkreditierung i.d.F. vom 20.02.2013 lauteten diese Voraussetzungen wie folgt: Voraussetzungen für die Zulassung von Hochschulen zur Systemakkreditierung „Die Hochschule kann plausibel darlegen, dass sie im Bereich von Studium und Lehre ein hochschulweites Qualitätssicherungssystem nutzt, und kann nachweisen, dass mindestens ein Studiengang das System bereits durchlaufen hat. Für die Hochschule liegt keine negative Entscheidung in einem Verfahren der Systemakkreditierung aus den vorangegangenen zwei Jahren vor.“ Die Deutsche Sporthochschule Köln hat im Mai 2013 Unterlagen zur Dokumentation ihres hochschulweiten Qualitätssicherungssystems vorgelegt und dessen Anwendung am Beispiel des Masterstudiengangs „Sport Management“ dokumentiert: Nach Angaben der Antragsteller hatten bis zum Zeitpunkt des Vorantrags auf Systemakkreditierung acht Studiengänge das hochschuleigene Qualitätssicherungssystem durchlaufen. Die Ergebnisse sind in einem hochschuleigenen QM-Report dokumentiert und veröffentlicht. Die Akkreditierungskommission für die Systemakkreditierung hat im Umlaufverfahren vom 23.07.2013 über die von der Deutschen Sporthochschule Köln vorgelegten Unterlagen beraten und festgestellt, dass die Hochschule die vom Akkreditierungsrat formulierten Voraussetzungen für die Zulassung zur Systemakkreditierung erfüllt. In den zur Vorprüfung vorgelegten Unterlagen wurde dargelegt, dass die Deutsche Sporthochschule Köln ein hochschulweites Qualitätssicherungssystem nutzt und nachgewiesen, dass mindestens ein Studiengang das System bereits durchlaufen hat. Es lag zum Zeitpunkt der Vorprüfung keine negative Entscheidung in einem Verfahren der Systemakkreditierung aus den vorangegangenen zwei Jahren vor. Vor diesem Hintergrund hat die Akkreditierungskommission für die Systemakkreditierung die Deutsche Sporthochschule Köln zum Verfahren der Systemakkreditierung zugelassen und das Verfahren eröffnet. B. Systembegutachtung Als GutachterInnen für die Systembegutachtung der Hochschule wurden benannt: Christopher Bohlens, Student der Leuphana Universität Lüneburg (Studentischer Gutachter) Dr. Karin Fehres, Vorstand Sportentwicklung beim Deutschen Olympischen SportBund, Frankfurt am Main (Vertretern der Berufspraxis) Prof. Dr. Joachim Härtling, Vizepräsident für Studium und Lehre der Universität Osnabrück (Vorsitzender der Gutachtergruppe) Prof. Dr. Robert Prohl, Institut für Sportwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt Dorothea Ross-Simpson, Head of Governance and Quality Assurance der Keele University, Keele 9 1 Die erste Begehung Die erste Begehung der Deutschen Sporthochschule Köln durch die Gutachtergruppe fand am 08. und 09.04.2014 in Köln statt. Zur Vorbereitung der Gutachtergruppe auf die Begehung diente die von der Deutschen Sporthochschule Köln eingereichte Selbstdokumentation vom 13.01.2014. Die Gutachtergruppe führte im Rahmen der Begehung Gespräche mit VertreterInnen der Hochschulleitung, der Gleichstellungsbeauftragten, den zentralen Verantwortlichen für die Qualitätssicherung, VertreterInnen der Lehrenden, der Studierenden sowie der Verwaltung, um sich vertieft über die Hochschule und ihre Steuerungssysteme im Bereich Studium und Lehre zu informieren. Außerdem erfolgte die Auswahl der im Zuge der zweiten Begehung im Rahmen der Stichprobe vertieft zu begutachtenden Merkmale: Studiengang M.Sc. Sport Management Entwicklung und Überprüfung von Qualifikationszielen Kompetenzorientiertes Prüfen Spezifika der Lehramtsstudiengänge: Umsetzung der landesspezifischen Vorgaben (gemäß Abschnitt 5.8 der Verfahrensregeln des Akkreditierungsrates) Darüber hinaus machte die Gutachtergruppe von der Möglichkeit Gebrauch, weitere Unterlagen und Informationen zur Funktionsweise des Qualitätssicherungssystems nachzufordern. Die Deutsche Sporthochschule Köln kam dieser Bitte mit der Zusendung weiterer Unterlagen (in elektronischer Form) am 10.11.2014 nach. 2 Die zweite Begehung [Stichprobe] Die zweite Begehung der Deutschen Sporthochschule Köln durch die Gutachtergruppe fand am 14. und 15.01.2015 in Köln statt. Gegenstand der Begehung war insbesondere die Durchführung der Stichprobe. Diese umfasst gemäß den Regeln des Akkreditierungsrates „eine sich auf alle Bachelor- und Masterstudiengänge erstreckende vertiefte vergleichende Untersuchung relevanter Merkmale der Studiengangsgestaltung, der Durchführung von Studiengängen und der Qualitätssicherung.“ Die entsprechende schriftliche Dokumentation wurde von der Hochschule am 10.11.2014 bei AQAS eingereicht. Nach den Vorgaben des Akkreditierungsrates muss die Gutachtergruppe so zusammengesetzt sein, „dass sie in der Lage ist, die sachgemäße Begutachtung in allen für die Prüfverfahren relevanten Bereichen durchzuführen. […] Insbesondere zieht die Agentur fallweise weitere Gutachterinnen und Gutachter hinzu, wenn die Durchführung der Stichproben dies erfordert.“ Vor diesem Hintergrund wurde die Gutachtergruppe zur Begutachtung des Studiengangs „Sport Management“ im Rahmen der Stichprobe fachlich erweitert. Bestellt wurde: Prof. Dr. Herbert Woratschek, Universität Bayreuth, Lehrstuhl für Dienstleistungsmanagement Um sich ein Bild von der Umsetzung der oben genannten Merkmale innerhalb der einzelnen Einheiten zu machen, führte die Gutachtergruppe Gespräche mit der Hochschulleitung, den MitarbeiterInnen der Abteilung Hochschulentwicklung und Qualitätsmanagement, der Stabsstelle für Akademische Planung und Steuerung, Studiengangsleitungen und Lehrenden, der Leitung des Prüfungsamtes sowie Studierenden. Bezogen auf den Studiengang „Sport Management“ führte die Gutachtergruppe darüber hinaus Gespräche mit den Studiengangsverantwortlichen, Lehrenden und Studierenden aus dem Studiengang. 10 Zu den Spezifika der Lehramtsausbildung im Rahmen der hochschulinternen Qualitätssicherung sprach die Gutachtergruppe im Rahmen der zweiten Begehung mit den verschiedenen Verantwortlichen für die Sportlehrer/-innen-Ausbildung an der DSHS. Darüber hinaus fand im Mai 2015 – entsprechend Abschnitt 5.9 der Regeln des Akkreditierungsrates i.d.F. vom 20.02.2013 eine Stichprobenartige Begutachtung der Lehramtsstudiengänge statt (vgl. dazu Kapitel C4). Im Anschluss an die Begehungen wurde das vorliegende Gutachten zu den Ergebnissen der Systembegutachtung erstellt, welche im Folgenden dargestellt werden. 11 3 Ergebnisse der Systembegutachtung 3.1 Ziele des internen Qualitätssicherungssystems der Deutschen Sporthochschule Köln 3.1.1 Qualitätsbegriff der Hochschule Als Basis für ihr Qualitätssicherungssystem hat die Deutsche Sporthochschule Köln strategische Leitlinien (gegliedert in Kern- und Querschnittbereiche) erarbeitet, die folgende Kernbereiche vorsehen: Stärkung der Forschungsorientierung der Universität, Qualität von Forschung und Lehre fördern, Arbeitsmarktorientierung und Employability, Profilbildung der konsekutiven Masterprogramme sowie lebenslanges Lernen. Darüber hinaus sind folgende Querschnittbereiche vorgesehen: Stärkung der Internationalisierung der Hochschule, eine „herausragende Infrastruktur“ zu implementieren, das Diversity Management weiterzuentwickeln, Führungs- und Entscheidungsstrukturen stärker mit dem QM-System zu verknüpfen sowie Anreizsysteme weiterzuentwickeln. Zudem wurde ein Leitbild für Studium und Lehre entwickelt, abgestimmt und veröffentlicht, in dem die Prinzipien Guter Lehre der Hochschule niedergelegt sind. Zur operativen Umsetzung dieser Prinzipien wurden in 2010 Leitsätze Guter Lehre formuliert, die sich an vier Qualitätsdimensionen orientieren und den analytischen Rahmen für die Qualitätssicherung, -entwicklung und -bewertung der Qualität von Studium und Lehre an der Hochschule bilden: 1. Würdige Beziehungen 2. Ziele der Lehre 3. Lehr-lernbeeinflussende Ressourcen 4. Lehr-lernbeeinflussende Strukturen Die Qualitätsdimension „Würdige Beziehungen“ umfasst vier Leitsätze Guter Lehre als Basis für die Interaktion der an den Lehr-Lern-Prozessen Beteiligten. Die Antragstellerin betont, dass die Verwirklichung dieser Dimension auf dem Vertrauensverhältnis der Hochschule fußt und deswegen keine Bewertung oder Messbarkeit durch das Qualitätssicherungssystem erwartet wird. Die drei letztgenannten Dimensionen werden anhand von Kennzahlen bzw. Indikatoren betrachtet, die nach Angaben der Hochschule objektive, bewertbare und messbare Ziele für den Zeitraum bis 2020 festschreiben. Für die Zielfestlegung wurden nach Angaben der Antragsteller hochschulinterne und -externe Benchmarks verwendet. Zur Zielerreichung werden konkrete Maßnahmen vorgeschlagen. Bewertung: Die DSHS hat für sich als Institution und für ihre Studiengänge über ihr Leitbild ein Ausbildungsprofil definiert und veröffentlicht. Das Ausbildungsprofil der Hochschule ist damit, auch aufgrund der monothematischen Ausrichtung der Hochschule, klar definiert. Das Leitbild der DSHS (veröffentlicht auf der Homepage) war allerdings nach Angaben der Hochschulleitung bereits zum Zeitpunkt der ersten Begehung ca. 15 Jahre alt und befand sich in Überarbeitung. Eine überarbeitete Version lag der Gutachtergruppe im Verfahren nicht vor. Die strategischen Leitlinien der Universität (besser „strategische (Kern)ziele“) sind aktuell und von unterschiedlicher Detailtiefe. Die DSHS hat sich auch für den Bereich Studium und Lehre ein Leitbild gegeben, wobei in den hochschuleigenen Veröffentlichungen die Beziehung zwischen den strategischen Leitlinien und dem Leitbild für Studium und Lehre aus Sicht der Gutachtergruppe nicht klar wird. Das Leitbild für Studium und Lehre besteht weitgehend aus den „Prinzipien für gute Lehre“, die in den „Leitsätzen guter Lehre“ operationalisiert werden. Der Ansatz der DSHS, gute Lehre zu definieren und Indikatoren- und Daten gestützt zu operationalisieren, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Dies lässt erwarten, dass die Qualitätsziele auch in den einzelnen Studiengängen umgesetzt werden. In den Gesprächen mit Lehrenden und Studierenden im Laufe des Verfahrens wurde zwar an einzelnen Punkten deutlich, dass es teilweise noch Diskrepanzen zwischen den formulierten 12 Ansprüchen und der Umsetzung in die Praxis gibt. Insgesamt scheinen die übergeordneten Ziele der DSHS jedoch hochschulweit gut bekannt zu sein und eine hohe Akzeptanz zu finden. Durch die flächendeckende Einrichtung von StudiengangskoordinatorInnen ist zu erwarten, dass das Qualitätsverständnis auch für die Arbeit in den Instituten handlungsleitende Maxime ist. Die strategischen Leitlinien, das Leitbild für Studium und Lehre sowie die Leitsätze und Prinzipien guter Lehre sind sowohl auf der Internetseite als auch in Flyern, Broschüren und im QM-Report veröffentlicht. Der Bekanntheitsgrad unter den Studierenden scheint nach individuellem Engagement sehr unterschiedlich zu sein. Um den Prozess des „teleologischen Überbaus“ der Qualitätssicherung weiter zu entwickeln und als Qualitätskultur die tägliche Praxis zu durchdringen werden folgende Schritte empfohlen: Aus den gewichteten strategischen Leitlinien sollte ein aktuelles Leitbild formuliert und veröffentlicht werden. Die Beziehungen zwischen den einzelnen Ebenen des Zielsystems (Leitbild der Hochschule, strategische Leitlinien, Leitbild Studium und Lehre), und deren Darstellung sollten überprüft werden. Die Umsetzung der im Zielsystem formulierten Ansprüche und der Umsetzung in die Praxis sollte (fallbezogen) evaluiert werden. Die Hochschule nennt als dritte strategische Leitlinie für die Querschnittsbereiche „Diversity entwickeln – Stichwort „Vielfalt gestalten und erleben“ und fasst darunter auch das Thema „Geschlechtergerechtigkeit und Chancengleichheit“. Demnach wird ein strukturiertes Diversity Management „… als integraler Bestandteil der Qualitätssicherung begriffen und unterstützt die Profilbildung der DSHS Köln.“ Vor diesem Hintergrund sind Gender Mainstreaming und die Förderung von Vielfalt in unterschiedlichen Zusammenhängen in die Qualitätssicherungsprozesse integriert. So fördert die Hochschule gezielt Studentinnen, mit dem Ziel, Chancengleichheit auf allen Qualifikationsstufen herzustellen. Weiterhin ist das Thema Diversity in den fachlichen und organisatorischen Strukturen der Hochschule integriert. Ergänzend hierzu könnten systematisch empirische Daten über die Anzahl von weiblichen und männlichen Studierenden und zur Verteilung von Frauen und Männern auf den unterschiedlichen Ebenen des hauptberuflichen Personals in der Lehre und in den universitären Organen und Gremien erhoben und deren Entwicklung über die Jahre dokumentiert werden, um die Wirkung der gewählten Instrumente überprüfen zu können. Vor dem Hintergrund des selbst gestellten Anspruchs sollte zudem geprüft werden, ob und wie diese Prozesse, insbesondere mit Blick auf die Lehre und die Einstellungspolitik der Hochschule zum Gegenstand des QM gemacht werden können. Die Gleichstellungbeauftragte war zum Zeitpunkt der ersten Begehung nicht im internen Strukturmodell der Hochschule dargestellt. In der zweiten Begehung im Januar 2015 wurde der Gutachtergruppe der Entwurf des neuen Hochschulentwicklungsplans vorgestellt, der zu diesem Zeitpunkt noch der formalen Zustimmung von Hochschulrat und Senat bedurfte. Die Gutachtergruppe geht davon aus, dass dieser zur weiteren Präzisierung von Zielen und Aufgaben der Hochschule beitragen wird. Da der letzte HEP aus dem Jahr 2003 datierte, war dieser Schritt überfällig und wurde zügig von der im April 2014 neu gewählten Hochschulleitung in Angriff genommen und zu einem Ergebnis geführt. Insgesamt ist festzustellen, dass im Zuge der Rektoratswahlen 2014 und danach notwendige und umfassende Änderungen in der Struktur der Hochschule beschlossen wurden. Zusammenfassend hat die Gutachtergruppe den Eindruck gewonnen, dass die Deutsche Sporthochschule Köln ein klares Qualitätsverständnis besitzt. Dieses Qualitätssicherungssystem ist hochschulweit akzeptiert, wird von allen Beteiligten getragen und von der Verwaltung mit hoher Motivation umgesetzt. Auch die Strukturen und Verfahren zur ständigen Überprüfung und Weiterentwicklung der Qualifikationsziele der Studiengänge 13 sind gut aufeinander abgestimmt. Lediglich die Beziehungen zwischen den einzelnen Ebenen des institutionellen Zielsystems (Leitbild der Hochschule, strategische Leitlinien, Leitbild Studium und Lehre) und deren Umsetzung in den einzelnen Studiengängen erscheinen unklar und sollten überprüft bzw. aktualisiert werden. Qualitätssicherung in Studium und Lehre scheint in der Hochschule bei allen Akteursgruppen als wichtiges Thema angekommen zu sein und auf allen Ebenen unterstützt zu werden. 3.1.2 Ziele des internen Qualitätssicherungssystems und Einbettung in die Hochschulsteuerung Nach Angaben der DSHS Köln betrachtet diese die Qualität von Studium und Lehre als integralen Bestandteil ihrer Hochschulstrategie. Dies drückt sich u.a. in der strategische Leitlinie III aus („Qualität von Forschung und Lehre fördern, sichern und entwickeln“). Das QM-System soll dazu beitragen die Umsetzung der Leitsätze guter Lehre in den Studiengängen sowie die Einhaltung der KMK-Vorgaben zu gewährleisten. Darüber hinaus wird nach Angaben der DSHS das Ziel verfolgt, in Zusammenhang mit der Weiterentwicklung und Neueinrichtung von Studiengängen die strategische Ausrichtung des gesamten Studienangebots und somit des Profils der Hochschule steuern zu können. Die Prozesse der Hochschulsteuerung selbst werden in einer Prozesslandkarte im „Atlas der Qualitätsgestaltung“ abgebildet. Laut Antrag erfolgt die interne Steuerung von Studium und Lehre unmittelbar auf Basis der Daten und Informationen, die aus dem QM-System generiert werden. Dazu gehören sowohl quantitative Basisdaten als auch qualitative Informationen. Die verbindliche Einbeziehung von umfassenden Evaluations- und Befragungsdaten sowie weiteren qualitativen Informationen in die Steuerungsentscheidungen des Rektorats wird im „Prozess zur Steuerung von Studium und Lehre“ geregelt. Darin ist auch festgelegt, dass die Inhalte der Rektoratsberatungen zu Studium und Lehre mit den Studiengangsleitungen abgestimmt werden. Bewertung: Die Deutsche Sporthochschule Köln hat sich schon 2004/05 intensiv mit der Entwicklung eines QM- Systems befasst. Auf der Grundlage des Studienqualitätsgesetzes NRW 2011 wurden das Qualitätssicherungssystem Studium und Lehre in Richtung Systemakkreditierung fokussiert und die entsprechenden Strukturen weiterentwickelt. Die Ziele der Qualitätssicherung von Studium und Lehre stehen im Einklang mit den European Standards and Guidelines (ESG) und berücksichtigen explizit die Umsetzung der einschlägigen Vorgaben der KMK und des Akkreditierungsrates. Das Zielsystem von strategischen Leitlinien der DSHS, dem Leitbild für Studium und Lehre und der Umsetzung in den Leitsätzen guter Lehre erscheinen derzeit allerdings inhaltlich noch nicht gut aufeinander abgestimmt. Die Leitsätze werden durch Kennzahlen und Indikatoren operationalisiert, so dass das Qualitätssicherungssystem auf einem Berichtswesen aufbaut, in dem quantitative und qualitative Daten zur Steuerung der Qualität von Studium und Lehre berücksichtigt werden (vgl. dazu Kapitel 3.3.1). Bei der hochschulinternen Steuerung von Studium und Lehre nutzt die Hochschule die Ergebnisse des Qualitätssicherungssystems und überprüft auch die Wirksamkeit der Steuerungsprozesse im Bereich von Studium und Lehre. Die Abteilung Hochschulentwicklung und Qualitätsmanagement (Abteilung HQ), die für den Aufbau und die Weiterentwicklung eines hochschulweiten QM-Systems sowie die fachliche Begleitung der Hochschulentwicklungsplanung verantwortlich ist, liefert dazu auf Basis integrierter Evaluations- und Befragungsinstrumente qualitäts- und steuerungsrelevante Daten und Informationen. Diese ermöglichen der Hochschulleitung, insbesondere dem Prorektorat 3 für 14 Hochschulressourcen und Qualitätsmanagement, die fortlaufende Abstimmung und Anpassung der Qualitätsziele und die Bewertung der Zielerreichung. Aus den Gesprächen mit dem Rektorat im Rahmen des Verfahrens wurde sichtbar, dass die Rückmeldungen zu Ergebnisse aus der Qualitätssicherung in die Entscheidungs- und Steuerungsprozesse für die Weiterentwicklung von Studium und Lehre einfließen. Dazu dienen außerdem Berichte von der AG Lehre, der Kommission für Qualitätsmanagement (KQM) und der Kommission zur Qualitätsverbesserung in Lehre und Studium (QVK) (vgl. Kapitel 3.2.1). Die Einrichtungen zur ständigen Überprüfung und Weiterentwicklung der Ziele des Qualitätssicherungssystems (Prorektorat Studium und Lehre, Abteilung HQ, QVK, AG Qualitätskultur/AG Lehre, dezentrale AnsprechpartnerInnen) erscheinen insgesamt gut aufeinander abgestimmt. Als beratendes Gremium wird die Qualitätsverbesserungskommission (QVK) in die Steuerungsprozesse auf Leitungsebene eingebunden. Auf diese Weise soll auch die Einbindung der Studierenden in den Steuerungsprozess gewährleistet werden. Darüber hinaus wirkt die AG Lehre als beratendes Gremium mit. Die Einrichtung (im Jahr 2013) und angestrebte Entwicklung der AG Lehre zur Kommission wird eventuell eine neue Abstimmung bzgl. Ziele und Aufgaben der Akteure erforderlich machen. Die Bedeutung der Qualitätssicherung als handlungsleitende Maxime soll nach Aussagen der Hochschulleitung durch die Einrichtung des Prorektorats Qualitätsmanagement weiter gestärkt werden. Zusammenfassend stellt die Gutachtergruppe fest, dass die DSHS im Bereich Studium und Lehre ein internes Qualitätssicherungssystem nutzt, das den Anforderungen der European Standards and Guidelines genügt und im Einklang mit den Vorgaben der KMK und den Kriterien des Akkreditierungsrats steht. Das Qualitätssicherungssystem beruht auf einem Berichtswesen, in dem umfassende quantitative und qualitative Daten und Informationen zur Steuerung der Qualität von Studium und Lehre genutzt werden. 3.2 Aufbau, Zuständigkeiten und Ressourcen 3.2.1 Aufbau und Zuständigkeiten Die zentralen Organe der DSHS sind gemäß § 3 der Grundordnung (GO) die/der Rektor/Rektorin, das Rektorat, der Senat und der Hochschulrat. Die Hochschulleitung obliegt dem Rektorat. Ihm gehören neben der Rektorin/dem Rektor und der/dem Kanzlerin/Kanzler, die hauptberuflich tätig sind, ProrektorInnen an, die ihr Amt nicht hauptberuflich wahrnehmen. Gemäß § 6 (1) der Grundordnung ist ein/e ProrektorIn für Studium und Lehre zuständig, ein weiterer/eine weitere für Hochschulentwicklungsplanung, Ressourcen und Qualitätsmanagement. Die Amtszeit der ProrektorInnen beträgt sechs Jahre. Dem Senat obliegt u.a. der Erlass von Studien- und Prüfungsordnungen (§ 7 GO). Der Hochschulrat (mit Einbindung von Externen) soll eher strategisch-beratend tätig sein. Das nordrhein-westfälische Gesetz zur Verbesserung der Qualität in Lehre und Studium an nordrhein- westfälischen Hochschulen (Studiumsqualitätsgesetz) sieht vor, dass die Hochschulleitung hinsichtlich der Verbesserung der Lehre und der Studienbedingungen sowie hinsichtlich der Qualitätsverbesserung durch eine Qualitätsverbesserungskommission beraten wird. Zur Erreichung der Ziele des Gesetzes wurde gemäß § 9a der Grundordnung eine Kommission zur Qualitätsverbesserung in Lehre und Studium (QVK) eingerichtet. Die QVK trägt die Verantwortung für die Qualität in Studium und Lehre und gibt Beschlussempfehlungen an die Hochschulleitung. Daneben obliegt der Kommission für Qualitätsmanagement (KQM) die Verantwortung für die Qualität in Forschung und Transfer und in der Hochschulverwaltung. 15 Die AG Lehre ist ein weiteres beratendes Gremium, das im Dezember 2013 vom Senat eingesetzt wurde. Sie soll das Prorektorat in strategisch relevanten Fragestellungen beraten. Hinzu kommen Aufgaben in Zusammenhang mit der Einführung von neuen Studiengängen. Für die einzelnen Studiengänge werden gemäß § 11 der Grundordnung Studiengangsleitungen vom Rektorat benannt, die auch für die organisatorische Gestaltung der Lehre und die Koordination des Lehrangebots verantwortlich sind. Sie werden durch die Rektorin/den Rektor für einen Zeitraum von i.d.R. drei Jahren benannt und durch die Modulbeauftragten unterstützt. In Studiengangskonferenzen sollen sich alle Lehrenden eines Studiengangs in regelmäßigen Abständen austauschen. Die vorherige Stabsstelle für Qualitätssicherung und Lehrorganisation (QL) wurde 2014 in eine Abteilung für „Hochschulentwicklung und Qualitätsmanagement“ (Abteilung HQ) überführt und direkt dem Rektorat zugeordnet. Diese Abteilung ist eine Service- und Beratungseinrichtung für alle weiteren Organisationseinheiten der DSHS Köln und stellt die Schnittstelle zwischen dem Wissenschafts- und dem Verwaltungsbereich der Hochschule dar. Sie ist auch zuständig für die Lehrplanung und die Sicherstellung der Überschneidungsfreiheit von Lehrveranstaltungen eines Studiengangs. Die Aufgabenfelder und Befugnisse der einzelnen MitarbeiterInnen im QM der Hochschule sind in Tätigkeitsbeschreibungen dokumentiert. Nach Angaben der Antragstellerin finden Weiterbildungen regelmäßig statt. Die Studierenden sind im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) und dem Studierendenparlament (Stupa) organisiert und treffen sich nach Angaben der Antragsteller darüber hinaus selbstständig in ihren jeweiligen Studiengängen. Jede Studierendenkohorte wählt im Verlauf des ersten Fachsemesters eine/n StudiengangssprecherIn, die/der dann die Schnittstelle zur Studiengangsleitung, den Modulbeauftragten, den Lehrkräften oder zur/zum Prorektorin/Prorektor für Lehre und Studium bildet. Laut der Ordnung für Qualitätsmanagement (OQM) werden die Studierenden an allen Prozessen der Qualitätssicherung beteiligt. Bewertung: Die Deutsche Sporthochschule Köln hat die Verantwortlichkeiten der einzelnen FunktionsträgerInnen und Gremien für die einzelnen Prozesse innerhalb des Qualitätssicherungssystems für Studium und Lehre definiert, in der OQM in geeigneter Form verbindlich geregelt und über den Atlas der Qualitätsgestaltung auch hochschulweit veröffentlicht. Der „Atlas der Qualitätsgestaltung“ dokumentiert das hohe Niveau der Qualitätssicherung der Hochschule in vorbildlicher Weise und gibt einen umfassenden, transparenten, systematischen und sehr gut aufbereiteten Überblick über die Qualitätssicherungsprozesse und die Lehrorganisation. Es ist gut nachvollziehbar, welche Entscheidungen im QM-Prozess auf welcher Grundlage und auf welchem Weg und von welcher Funktionsperson oder -gruppe getroffen werden. Der Gutachtergruppe wurde jedoch im Verfahren nicht abschließend klar, wie in Fällen verfahren wird, in denen Unstimmigkeiten zwischen den evaluierten Bereichen/Personen und dem QM vorliegen. Hierzu fehlten entsprechende Eskalationsstufen und festgelegte Verantwortlichkeiten für finale Entscheidungen. Studierende, Lehrende, die Mitglieder von universitären Gruppierungen und Gremien sowie das Verwaltungspersonal können sich darüber hinaus in Dokumenten und Broschüren umfassend über das Qualitätssicherungssystem informieren. Außerdem wird das jüngst eingeführte neue Webportal der Hochschule, in dem alle QM-Prozesse abgebildet werden, die Informationsbeschaffung weiter erleichtern. Prozessatlas, Prozesslandkarte und Steuerungsprozess waren zum Ende des Systemakkreditierungsverfahrens bereits online abrufbar. Die Gutachtergruppe hat den Eindruck gewonnen, dass damit sichergestellt ist, dass alle innerhalb der Hochschule beteiligten Personen hinreichend über das Qualitätssicherungssystem der Hochschule und ihre eigene Funktion innerhalb 16 dieses Systems informiert sind und die systematische und regelhafte Beteiligung von Lehrenden und des Verwaltungspersonals sichergestellt ist. Auch die Studierenden werden systematisch und regelhaft an den Qualitätssicherungsaktivitäten beteiligt. Lehrveranstaltungen werden regelmäßig evaluiert. Den Studiengangsleitungen liegen die aggregierten Daten zu ihren jeweiligen Kursen und Vorlesungen vor bzw. können bei der Abteilung HQ angefragt werden. In den Gesprächen mit den Studierenden im Rahmen des Verfahrens wurde allerdings deutlich, dass die Rückkopplung der Ergebnisse an die Studierenden nicht immer erfolgt. .Bei der Besetzung der einzelnen Gremien der Hochschule wird auf eine paritätische Verteilung geachtet, um alle Statusgruppen zu beteiligen. Die Besetzung von Gremien erfolgt aufgrund von Landesvorgaben, bspw. ist die Qualitätsverbesserungskommission hälftig mit Studierenden besetzt. Die Gutachtergruppe hat den Eindruck gewonnen, dass in den verschiedenen Gremien die Statusgruppen hinreichend beteiligt werden. Die Beteiligung von AbsolventInnen erfolgt über Befragungen der Evaluierungskommission zu ausgewählten Studiengängen. Die Ergebnisse führen zu Veränderungen in den Studiengängen. Auch bei der Vermittlung von Forschungsergebnissen werden AbsolventInnen eingebunden, um diese praxisnah und arbeitsmarktrelevant zu vermitteln. Der Abteilung HQ kommt eine zentrale Rolle zu. Ihre Aufgabe es ist sicherzustellen, dass die DSHS die dokumentierten Prozesse (Kern-, Führungs- und Unterstützungsprozesse) entsprechend durchführt. In den Gesprächen wurde zudem deutlich, dass sie darüber hinaus allen Statusgruppen der Hochschule beratend zur Seite steht und so insgesamt einen entscheidenden Anteil am Gelingen der Qualitätssicherung hat. Während des laufenden Systemakkreditierungsverfahrens hat die DSHS in ihrer Struktur verschiedene Veränderungen vollzogen. Das komplette Rektorat wurde im WS 2014/15 neu besetzt; in diesem Zusammenhang wurden auch zwei neue Prorektoratsstellen geschaffen: Um die Bedeutung der Qualitätssicherung zu stärken, wurde das Prorektorat 3 „Hochschulentwicklungsplanung, Ressourcen und Qualitätsmanagement“ eingerichtet, das u.a. für die Qualitätserfassung und Entwicklung von Instrumenten in Lehre, Forschung und Verwaltung zuständig ist. Die Maßnahmenentwicklung im Bereich Lehre erfolgt im Prorektorat 2, die strategische Steuerung in der Stabsstelle „Akademische Planung und Steuerung“, die der Rektorin/dem Rektor zugeordnet ist. Diese etwas komplexe Struktur der Qualitätssicherung scheint aufgrund der überschaubaren Größe der DSHS und der intensiven Kommunikationsstrukturen in der Hochschulleitung gut zu funktionieren. Das Qualitätssicherungssystem wurde bzw. wird in 2015 sukzessive an die neue interne Hochschulstruktur angepasst. Dabei wurden auch die Anforderungen aus dem zum 01.10.2014 in Kraft getretenen neuen nordrhein-westfälischen Hochschulgesetz („Hochschulzukunftsgesetz“) berücksichtigt. Zur zweiten Begehung lag der Gutachtergruppe ein entsprechender Anpassungsentwurf für die Ordnung für Qualitätsmanagement vor, in der die Verantwortlichkeiten und Aufgaben des Qualitätsmanagements für Studium und Lehre geregelt werden. Die Beratungen über den Entwurf hatten bereits in den Senats-Arbeitsgruppen der Prorektorate für Studium und Lehre (AG Lehre), für Forschung (AG Forschung) und für Hochschulentwicklungsplanung, Ressourcen und QM (AG Ressourcen) stattgefunden. Die Gutachtergruppe ist überzeugt davon, dass sich die Hochschule auf dem richtigen Weg befindet. Dies zeigt sich beispielsweise durch den neuen verbindlichen. Zeitplan für die Durchführung der studiengangsbezogenen QS-Instrumente (ZQM - Zeitplan für Qualitätsmanagement), der in der Ordnung für Qualitätsmanagement als Richtlinie verankert ist. Zusammenfassend stellt die Gutachtergruppe fest, dass die bei der ersten Begehung noch bestehenden Unklarheiten nach der Rektoratswahl im April 2014 umfassend und systematisch ausgeräumt und durch nachvollziehbare und transparente Zuständigkeiten ersetzt wurden. Mit diesen weitreichenden Änderungen in der Struktur der Hochschule ist es nach Auffassung der Gutachtergruppe gelungen, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten auch für QM-Prozesse 17 hochschulintern adäquat zu ordnen. Zudem ist das interne Qualitätssicherungssystem inzwischen auf der Homepage der Hochschule dokumentiert und damit öffentlich zugänglich. 3.2.2 Ressourcen Die Personalausstattung der Hochschule umfasste zum Zeitpunkt der Antragstellung 32 Professuren, fünf Junior-Professuren, zwei Stiftungsprofessuren und 244 Vollzeitäquivalenzstellen im wissenschaftlichen Bereich. Die feste Organisationseinheit zur Übernahme der zentralen Aufgaben in Qualitätssicherung und Lehrorganisation ist die Abteilung für „Hochschulentwicklung und Qualitätsmanagement“ (Abteilung HQ), vorher Stabsstelle QL). Sie verfügt nach Angaben der Hochschule über drei unbefristete Stellen. Geleitet wird sie von der Prorektorin/vom Prorektor für Hochschulentwicklungsplanung, Ressourcen und QM. Die Abteilung HQ wird aus zentralen Mitteln der DSHS finanziert. Die QVK macht gegenüber der Hochschulleitung Vorschläge zur Verendung der vorhandenen Qualitätsverbesserungsmittel, die vom Land NRW zur Verfügung gestellt werden. Diese Gelder werden u.a. in den Bereichen „Qualitative inhaltliche Beratung im Bereich von Studium und Lehre“; „Maßnahmen zur Verbesserung der Personalressourcen im Bereich Studium und Lehre“; „Maßnahmen zur Verbesserung der infrastrukturellen Ausstattung im Bereich Studium und Lehre“ sowie in „proaktiven Maßnahmen zum Aufbau eines Anreizsystems für ‚Gute Lehre‘“ verwendet. Die DSHS vergibt seit 2009 jährlich Lehrpreise für „besondere Qualität in der Lehre“. Durch diese sollen u.a. die Entwicklung und Umsetzung innovativer Lehr-/Lernkonzepte im sportpraktischen und theoretischen Lernumfeld gefördert werden. Die Lehrpreise werden in den Kategorien „sportpraktische Kurse/Übungen“, „Seminare“ und „Vorlesungen“ anhand jeweils spezieller Qualitätskriterien vergeben. Die ausgeschütteten Geldmittel stehen den PreisträgerInnen für die Weiterentwicklung und Optimierung ihrer Konzepte zur Verfügung. In jeder Auswahljury für die Lehrpreise haben die StudierendenvertreterInnen die Stimmmehrheit. Den Vorsitz jeder Jury hat die Prorektorin/der Prorektor für Studium und Lehre. Als weitere Mitglieder kommen VertreterInnen der Qualitätsverbesserungskommission, der KQM und die ehemalige Preisträgerin/der ehemaligen Preisträger hinzu. Bewertung: Zum Zeitpunkt des Verfahrens waren in der zentralen Abteilung für „Hochschulentwicklung und Qualitätsmanagement“ drei Beschäftigte tätig. In den Gesprächen im Rahmen der ersten Begehung wurde diese Personenanzahl seitens der HochschulvertreterIinnen als das Minimum angesehen. Nach Aussage der Hochschulleitung ist kein Stellenabbau geplant, sondern eine Verstetigung. Die Abteilung HQ wird von fünf studentischen Hilfskräften unterstützt. Die Ressourcen für die interne Qualitätssicherung erscheinen der Gutachtergruppe hinreichend aber auch notwendig, um die Sicherung und kontinuierliche Verbesserung der Qualität von Studium und Lehre über den Akkreditierungszeitraum zu gewährleisten. Darüber hinaus hat die Gutachtergruppe den Eindruck gewonnen, dass die Hochschule sich bereits frühzeitig mit den Anforderungen der Systemakkreditierung auseinandergesetzt und entsprechende Ressourcen bereitgestellt hat. Auf diese Weise wurden konkrete Maßnahmen und Entwicklungsschritte eingeleitet und damit eine gute Basis für eine zielgerichtete, transparente und effektive Qualitätssicherung geschaffen und dies auch dokumentiert. Der Abteilung HQ kommt eine herausragende Bedeutung zu. Sollte es zukünftig zu einer Verdichtung der Zeitabstände zwischen den einzelnen Evaluationsmaßnahmen kommen (vgl. dazu Kapitel 3.3.1), ist fraglich, ob die Ressourcen dann noch ausreichend sind oder ob nachgesteuert werden muss. 18 Kapazitäten- und Kostenkalkulation scheinen hervorragend organisiert zu sein. Die QVK und die Abteilung HQ stellen ein gutes Qualitätsmonitoring sicher. Beide Einrichtungen übernehmen wichtige Funktionen im Prozess der Evaluation (vgl. Kapitel 3.3.1) und Re-Zertifizierung der Studiengänge (vgl. Kapitel 3.3.3). Aufgrund der sehr spezifisch sportwissenschaftlichen Orientierung der Hochschule und ihrer Alleinstellung hierfür in Deutschland erscheint es sinnvoll, bei Einstellungen sorgfältig und kontinuierlich die Situation von Haus- und Fremdberufungen und internen bzw. externen Stellenbesetzungen zu analysieren und zu dokumentieren. Die DSHS ist geprägt von einem starken Mittelbau, der viele Aufgaben wahrnimmt. Dieser Zustand ist historisch gewachsen. Somit mag auf den ersten Blick die Anzahl der Professorenstellen als niedrig empfunden werden, bei der näheren Betrachtung des Systems und der Aufgaben des Mittelbaus ist diese aber nachvollziehbar und kann daher als funktional gewertet werden. Die Gutachtergruppe überein, dass die Finanzierung der einzelnen Studienprogramme in der aktuellen Form systematisch sichergestellt ist. Dies wird durch den Einsatz von Qualitätsverbesserungsmittel durch die Vergabe der QVK geregelt. Das Mittelverteilungsmodell der Hochschule wird von den Beteiligten gelobt. Eine besondere positive Stellung nimmt aus Sicht der Gutachtergruppe das Workshop-Angebot „Startsprung in die Lehre“ ein. Lehrende und wissenschaftliche MitarbeiterInnen werden hier vor ihrem Einsatz in der Lehre durch eine hochschuldidaktische „Workshop-Woche“ geschickt. Hierbei wird auch das Qualitätssicherungssystem der Hochschule erläutert. Die Gutachtergruppe konnte sich davon überzeugen, dass auch die MitarbeiterInnen der Abteilung HQ sich in geeigneter Weise weiterqualifizieren. Dies ist belegt durch den Besuch von Arbeitskreisen, Tagungen und Workshops usw. aber auch durch die Beteiligung an Netzwerken zum regelmäßigen Austausch. Zusammenfassend hat die Gutachtergruppe den Eindruck gewonnen, dass das Qualitätssicherungssystem über die notwendigen Ressourcen verfügt. Aufbau und Zuständigkeiten innerhalb des Systems sind so gestaltet, dass sie eine dauerhafte Qualitätssicherung im Hinblick auf die Gestaltung von Studium und Lehre gewährleisten. Durch zahlreiche Formate ist sichergestellt, dass alle am Qualitätssicherungssystem Beteiligten durch die Abteilung HQ eine entsprechende Einführung erhalten bzw. fortgebildet werden. 19 3.3 Leistungen des internen Qualitätssicherungssystems 3.3.1 Komponenten Die DSHS Köln versteht ihre Qualitätssicherung in Studium und Lehre nach eigenen Angaben als ein integrales Modell, welches stetig weiterentwickelt wird. Die Prozessdarstellung erfolgt anhand eines 3- Ebenen-Modells, ausgehend von einer Prozesslandkarte über Prozess-Regionen bis hin zu Einzelprozessen. Die einzelnen standardisierten Prozesse zur Steuerung von Studium und Lehre sind in dem so genannten „Atlas der Qualitätsgestaltung“ (AdQ) festgelegt. Im Rahmen der Prozesslandkarte werden vier Kernprozesse in Studium und Lehre identifiziert. Jedem der Kernprozesse sind eine oder mehrere Prozess-Regionen zugeordnet, unterhalb derer Einzelprozesse liegen, welche durch Ablaufdiagramme visualisiert werden: Unterstützung und Beratung (Beratungs- und Unterstützungsangebote für Studieninteressierte, Studierende und Lehrkräfte von Studieneingang über Studienverlauf bis Studienausgang sowie Kompetenzentwicklung Hochschullehre) Verwaltung und Prüfung (Organisatorische Prozesse im Studienverlauf unter Federführung des Prüfungsamtes. Dazu gehören Bewerbungs-, Auswahl- und Zulassungsverfahren inkl. Sporteignungsprüfung, Studierendenaustausch und Anerkennung, Prüfungsorganisation und Abschlussarbeiten) Gestaltung und Neuentwicklung“ (Neu-Einrichtung und interne Zertifizierung eines Studiengangs, Semesterplanung, Lehrauftragsabwicklung, Deputatserfassung und Modulhandbuchänderungen) Evaluation, Befragung & Weiterentwicklung (Evaluation- und Re-Zertifizierung laufender Studiengänge, Datenerhebungen, Kompetenzentwicklung Hochschullehre und Tutorienprogramm) Für jede Prozessregion und jeden Einzelprozess ist ein/e Prozessverantwortliche/r benannt; die Verantwortlichen für alle vier Prozessregionen bilden die „Steuerungsgruppe Prozesse“. Die strukturelle und inhaltliche Abbildung des Qualitätssicherungssystems der DSHS Köln erfolgt in der Ordnung für Qualitätsmanagement (OQM). Die DSHS beschreibt zwei geschlossene und miteinander verknüpfte Evaluationsregelkreise auf Ebene der Lehrveranstaltungen und der Studiengänge, um eine kontinuierliche Beobachtung der Lehrqualität, die Entwicklung und Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen sowie die allmähliche Etablierung eines konsistenten Qualitätsverständnisses an der Hochschule sicherzustellen: Auf der Ebene der Lehrveranstaltungen erfolgt eine studentische Lehrveranstaltungsevaluation (gemäß § 4 OQM). Auf der Ebene der Studiengänge beinhalten die Verfahren der Evaluation eine interne Erst-Zertifizierung sowie Re-Zertifizierung (gemäß § 5 OQM) sowie semesterbegleitende Workloaderfassungen (gemäß § 7 OQM) und Dozierendenbefragungen (gemäß § 8 OQM). Studiengangsevaluationen werden in Verantwortung der Studiengangsleitungen und der Abteilung HQ durchgeführt: In einem Selbstreport werden quantitative und qualitative Daten sowie Entwicklungslinien der Studiengänge dargestellt. Externe GutachterInnen werden über Peer-Review- Verfahren eingebunden, deren Gutachten die externe Sicht auf den jeweiligen Studiengang abbilden. In einem anschließenden internen Workshop werden nach Angaben der Antragsteller entsprechende Schlussfolgerungen und ein verbindliches Follow-Up erarbeitet. Auf der Ebene des Arbeitsmarktes sind AbsolventInnenbefragungen (diese wird seit 2012 im INCHER-Verbund durchgeführt), und Arbeitgeberbefragungen vorgesehen. Auf Ebene der 20 Hochschule erfolgt eine allgemeine Studierendenbefragung (gemäß § 6 OQM), die abwechselnd im Rahmen des HIS-Studienqualitätsmonitors und des CHE-Rankings durchgeführt wird. Die OQM beinhaltet auch einen Zeitplan „Qualitätsmanagement Lehre“ (ZQM Lehre) als verbindliches Strukturelement. Darin wird festgelegt, zu welchem Zeitpunkt welche der genannten Maßnahmen bezogen auf einen einzelnen Studiengang eingeleitet werden. Bewertung: Die DSHS Köln verfügt über ein umfassendes und hochschulweites System zur internen Qualitätssicherung, das im „Atlas der Qualitätsgestaltung“ graphisch überschaubar zusammengefasst ist. Die verbindliche Festlegung von Zielen, Verantwortlichkeiten, Planungs- und Umsetzungsprozessen, Ergebnisdarstellung und -verwendung sowie des Follow-Up für die einzelnen QM-Instrumente erfolgen in der Ordnung für Qualitätsmanagement. Insgesamt hat die DSHS einen breitangelegten Grundstock zur internen Qualitätssicherung geschaffen, der verschiedene frühere Instrumente modifiziert. Der Ansatz ist durchdacht und zeigt auf, wo und auf welche Weise die verschiedenen Instrumente der internen Qualitätssicherung aufeinander abgestimmt werden. Die zum Teil recht komplizierten Prozesse sind detailliert beschrieben und eng miteinander verzahnt. Die Kernprozesse werden in regelmäßigen Abständen überprüft und kontinuierlich weiterentwickelt. Sie sind größtenteils so konzipiert, dass sie es der DSHS ermöglichen, diese miteinander harmonisierenden Instrumente auch zur Qualitätsverbesserung zu nutzen. Die zahlreichen Maßnahmen der Qualitätssicherung zeugen von der langen und intensiven Beschäftigung der DHSH mit Fragen der Studienqualität. Zu den vier Kernprozessen im Bereich Lehre und Studium: Unterstützung und Beratung Das Beratungs- und Betreuungsangebot der DSHS Köln ist umfangreich und bietet den Studierenden sowohl eine allgemeine als auch eine fachliche Studienberatung. Unter dem Stichwort „Gender und Diversity“ stellt die Hochschule ein umfassendes Beratungsprogramm für Studierende mit Kindern, ausländische Studierende, Studierende mit Behinderung und Studierende in besonderen Lebenslagen sicher. Die unterschiedlichen Anforderungen aufgrund der stetigen Ausdifferenzierung der Studiengänge machen eine fachspezifische Studienberatung notwendig. Das SportlehrerInnen- Ausbildungs-Zentrum übernimmt diese Aufgabe für die Lehramtsstudierenden. Für die grundständigen Studiengänge fehlt eine vergleichbare Anlaufstelle, da die fachspezifische Studienberatung von der Zentralstelle übernommen wird. Verwaltung und Prüfung Die Studienorganisation ist auch aufgrund der überschaubaren Größe und der monothematischen Ausrichtung transparent und für die Studierenden leicht nachvollziehbar. Ihnen bieten sich vielfältige Möglichkeiten zur Themenfindung und Betreuung sportwissenschaftlicher Abschlussarbeiten, die in dieser Form bundesweit einmalig sind. Die internationale Vernetzung der Hochschule eröffnet ein breites Spektrum für Studienaustauschprogramme. Die jährliche Studieneingangsprüfung der Hochschule gilt als bundesweit vorbildlich und findet sogar in den Massenmedien Beachtung. Gestaltung und Neuentwicklung Für die interne Zertifizierung von Studiengängen, auf deren Basis das Siegel des Akkreditierungsrates vergeben werden soll, ist die Prorektorin/der Prorektor für Studium und Lehre in Zusammenarbeit mit den entsprechenden MitarbeiterInnen der Abteilung HQ zuständig. Zum Zeitpunkt des Verfahrens sollten zwei neue englischsprachige Studiengänge eingerichtet werden („Sports Development“ und „Psychology in Sports and Exercice“). Der Ablauf richtet sich nach den definierten Regeln, die jedoch notwendige Spielräume für situative Entscheidungen zulassen (vgl. dazu Kapitel 3.3.2). 21 Evaluation, Befragung & Weiterentwicklung Die Hochschule führt regelmäßig und systematische Befragungen bei Dozierenden, Studierenden und AbsolventInnen durch und hat ein differenziertes und transparentes Feedbackmanagement eingerichtet. Gesamtstudienbefragungen, Zufriedenheitsstudien, Absolventenbefragungen, Lehrveranstaltungsevaluation, Studiengangsevaluation (inkl. Workloaderhebung und Dozierendenbefragung) und HIS Qualitätsmonitor sind Beispiele einer etablierten Kultur des Hinterfragens. Während der Begehung hat die Gutachtergruppe den Eindruck gewonnen, dass innerhalb der Hochschule ein übergreifendes Interesse an Fragen der Qualitätssicherung auf allen Ebenen besteht, was sich z.B. daran zeigt, dass Evaluationsinstrumente auch auf freiwilliger Basis von den Lehrenden eingesetzt werden. Aus Sicht der Gutachtergruppe erscheinen die Zeitabstände bei den verschiedenen Evaluationsmaßnahmen jedoch teilweise zu groß. So erfolgen z.B. die Workloaderhebungen und die Studiengangevaluation nur alle sieben Jahre, so dass nicht sichergestellt ist, dass alle Studierendenkohorten erfasst werden. Außerdem ist die Soll-Dauer einzelner Prozesse nicht definiert, so dass kein Korrektiv für übermäßige Verzögerungen vorliegt. Auch externe Expertise, d.h. von externen VertreterInnen der Wissenschaft, der Berufspraxis und anderer relevanter Organisationen wird gezielt eingeholt und ist ein wichtiger Baustein der Qualitätsentwicklung. Als Ergebnis dieser Workshops mit den externen VertreterInnen, wird ein Gutachten angefertigt. Es ist jedoch noch nicht systematisch dokumentiert, wie die Unabhängigkeit der einzelnen ExpertInnen sichergestellt wird, da Kriterien, Vorschlag, Benennung und Entscheidung unklar sind. Auch Aufgaben, Funktionen und Erwartungen an die externen Peers sind nicht dokumentiert. Das diesen Prozessen zugrunde liegende Verfahren sollte systematisiert und in den vorliegenden Dokumenten präzisiert werden. Darüber hinaus hat sich die Hochschule dem Studienqualitätsmonitor (INCHER) angeschlossen, mit dem die Studierenden einer Hochschule in einer jährlichen Befragung Auskunft über Studienqualität und Studienbedingungen geben. Die Studierenden, die sich in einem demokratischen System selbst organisieren, sind an den Prozessen der Qualitätssicherung beteiligt und es zwischen den handelnden universitären Gruppierungen gibt es eine enge und gute Kooperation Insgesamt sind die aufgeführten Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Evaluation umfangreich und geradezu vorbildlich. Die DSHS Köln nutzt ein klar definiertes Steuerungssystem. Die Struktur ist eindeutig und erscheint schlank und zweckmäßig, die Ressourcen liegen vor. Der Prozess der Steuerung von Studium und Lehre ist im Atlas der Qualitätsgestaltung dokumentiert. Für jeden Hauptprozess gibt es definierte AnsprechpartnerInnen (Prozessverantwortliche), die durch die übergreifende „Steuerungsgruppe Prozesse“ unterstützt werden. Im AQG werden die Prozesse, die Verantwortlichen und der Regelkreis transparent beschrieben. Der Beteiligungsprozess ist beispielhaft. Lediglich Details zur Auswahl und zu den Aufgaben der externen Peers und der einzelnen Stakeholder sind noch zu regeln und zu dokumentieren. 3.3.2 Implementierung neuer Studiengänge Die für die Einführung neuer Studiengänge relevanten Prozesse sind in der Prozess-Region „Gestaltung und Neuentwicklung“ im AdQ hinterlegt. Die Richtlinie „Neu-Einrichtung und Zertifizierung eines Studiengangs“ der OQM stellt die Grundlage für die Prozesskette „Neu-Einrichtung und Zertifizierung eines Studiengangs“ dar und ist im Atlas der Qualitätsgestaltung dokumentiert, der in 2014 überarbeitet und ergänzt wurde. 22 Das Verfahren gliedert sich in vier Kernphasen: 1. Initiative Die Initiative zur Entwicklung eines neuen Studiengangs kann von verschiedenen Personengruppen bzw. Gremien oder auch von extern ausgehen und mündet in der Besetzung einer Arbeitsgruppe, bestehend aus mindestens drei fachlich einschlägigen Personen. Laut der entsprechenden Richtlinie wird die Mitwirkung einer/eines externen Expertin/Experten sowie einer studentischen Vertretung oder einer/eines Absolventin/Absolventen empfohlen. 2. Studiengangsskizze Auf Basis des „Leitfadens Studiengangsskizze“ wird der Studiengang konzeptioniert und der QVK und dem Lenkungsausschuss Lehre vorgestellt. Nach Prüfung der relevanten Unterlagen (Studiengangsskizze, Modulübersicht, Ressourcenplanung etc.) durch die Abteilung HQ wird der Studiengang dem Rektorat vorgestellt, der über die Einrichtung berät und ggf. Modifikationen beschließen kann. Bei Zustimmung werden die weiteren zuständigen Gremien und Institutionen informiert. 3. Studiengangskonzept Die AG erstellt das Studiengangskonzept auf Basis des entsprechenden Leitfadens. Die Zusammenstellung der Prüfungsordnung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Dezernat 1 (Studien-, Prüfungs- und Rechtsangelegenheiten) und dem Justiziariat. Die Überprüfung der Einhaltung der einschlägigen Vorgaben („Bologna-Konformitätsprüfung“) erfolgt durch die Abteilung HQ. Diese erstellt einen Prüfbericht, der auf einer gemeinsamen Sitzung von QVK und AG Lehre diskutiert wird. In diesem Zusammenhang können vom Rektorat Auflagen formuliert werden. 4. Zertifizierung + Aufnahme Studienbetrieb Nach Vorlage der Bologna-Konformitätsprüfung sowie der Beschlussempfehlung der QVK und des Lenkungsausschusses Lehre beantragt die Prorektorin/der Prorektor für Studium und Lehre die Zertifizierung des Studiengangs und die Festlegung des Studienbeginns beim Rektorat. Das Rektorat zertifiziert den Studiengang (mit oder ohne Auflagen). Die Formulierung eines Vorschlags zur Auflagenerfüllung obliegt der AG Lehre. Die Überprüfung erfolgt nach einem festgelegten Zeitplan über die QVK, die dazu einen Prüfbericht erstellt. Die Beschlussfassung dazu erfolgt wieder im Rektorat. Bewertung: Der Prozess der Implementierung neuer Studiengänge ist im Atlas der Qualitätsgestaltung umfassend dokumentiert und über die OQM rechtlich abgesichert. Der AdQ wird stetig überprüft und weiter entwickelt. In die Entwicklung neuer Studiengänge werden durch die Qualitätsverbesserungskommission die verschiedenen Statusgruppen der Hochschule beratend und gestalterisch eingebunden. Die Beteiligung externer ExpertInnen und Studierender wird bislang lediglich empfohlen und ist genau wie eine Beteiligung von VertreterInnen der Berufspraxis nicht verbindlich vorgegeben. Es ist zudem noch nicht systematisch dokumentiert, wie die Unabhängigkeit der einzelnen ExpertInnen sichergestellt wird, da Kriterien, Vorschlag, Benennung und Entscheidung (wie bereits beschrieben) unklar sind (vgl. Kapitel B 3.3.1). AbsolventInnen der DSHS werden fallweise beteiligt. Beschlussfassungen erfolgen im Rektorat. Dabei wird der Ressourcenplanung, der Studierbarkeit und der Lehrqualität bei der Implementierung neuer Studiengänge besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Die DSHS stellt durch die vorgegebenen Leitfäden sowie Begutachtungs- und Entscheidungskriterien sicher, dass bei der Planung neuer Studiengänge konkrete und plausible Qualifikationsziele festgelegt werden, die – orientiert an den Kriterien des Akkreditierungsrates - fachliche und 23 überfachliche Aspekte (insbesondere die wissenschaftliche Befähigung, die Befähigung, eine qualifizierte Beschäftigung aufzunehmen (Employability), die Befähigung zum gesellschaftlichen Engagement und zur Persönlichkeitsentwicklung) umfassen. Durch Überprüfung der Zielformulierungen durch die Abteilung HQ und die QVK ist sichergestellt, dass die Übereinstimmung der Qualifikationsziele mit dem Qualifikationsrahmen für deutsche Hochschulabschlüsse formal gewährleistet ist. Durch den im AdQ hinterlegten Leitfäden „Studiengangsskizze“ und „Grobkonzept“ wird sichergestellt, dass die zuvor definierten Qualifikationsziele im Studienprogramm umgesetzt werden. Die Qualifikationsziele der einzelnen Studiengänge werden jedoch bislang noch nicht in den offiziellen Studien- bzw. Prüfungsordnungen öffentlich gemacht (vgl. ausführlich dazu: Kapitel C.1.). Auch konnte die Gutachtergruppe sich – insbesondere auch im Rahmen der Stichproben – davon überzeugen, dass für auf Studiengangs- und Modulebene Lernergebnisse in den Modulbeschreibungen kompetenzorientiert formuliert werden (vgl. ausführlich dazu: Kapitel C.2.). Durch die Beteiligung von des Dezernat 1,, Justitiariat, Abteilung HQ und QVK wird institutionalisiert dafür Sorge getragen, dass die Curricula den Rahmenvorgaben entsprechen (Qualifikationsrahmen, KMK-Vorgaben, landesspezifische Strukturvorgaben, Sonderregelungen für staatliche reglementierte Berufe (siehe Stichprobe Lehramt; Beschlüsse des Akkreditierungsrates u.a.). Allerdings ist bislang noch nicht institutionell verankert wie geänderte externe Vorgaben (KMK, Akkreditierungsrat etc.) in Zukunft in die Qualitätssicherung bzw. (Re)Zertifizierung von Studiengängen eingebunden werden. Mit Hilfe der Zugangs- und Zulassungsordnungen wird systematisch sichergestellt, dass studiengangsbezogene Zugangsvoraussetzungen angemessen und zielführend formuliert werden. Eine Besonderheit der DSHS stellt die Sporteingangsprüfung dar. Der Prozess der Bewerbungs-, Auswahl- und Zulassungsverfahren (inkl. Sporteingangsprüfung) sind in der Prozessregion „Verwaltung und Prüfung“ des AdQ festgeschrieben. Verbindliche Kriterien für das Auswahlverfahren sind festgelegt und transparent dokumentiert (s.o.). Die besonderen Belange von Studierenden mit Behinderung werden dabei berücksichtigt. Auch die Sporteingangsprüfung der DSHS erfolgt unter Beteiligung des Behindertenbeauftragten/der Behindertenbeauftragten der Hochschule. In der Prozessregion „Verwaltung und Prüfung“ des AdQ ist verbindlich dokumentiert, dass Anerkennungsregeln für an anderen Hochschulen erbrachte Leistungen gemäß der Lissabon Konvention bestehen. Die Anerkennungsregeln für außerhochschulisch erbrachte Leistungen werden derzeit als „kann-Optionen“ in den Prüfungsordnungen verankert. Die Hochschule ist über die seit dem 01.01.2015 gültigen Anforderungen des Akkreditierungsrats informiert und plant deren Umsetzung. Die DSHS verfügt durch ihre Rahmenprüfungsordnungen über verbindliche Regeln für eine sachgemäße Modularisierung und stellt darüber auch die Anwendung von ECTS sicher (1 CP = 30h, BA = 180 CP, MA = 120 CP). In regelmäßigen (mind. halbjährlich) Modulleitertreffen sowie den Studiengangskollegien werden die Module inhaltlich und formal überprüft. Eine angemessene Studienorganisation ist nach Einschätzung der Gutachtergruppe an der DSHS ebenfalls gewährleistet. Durch regelmäßige (auf Stichprobenbasis durchgeführte) Workloaderfassungen im mindestens siebenjährigen Turnus verfügt die Hochschule über ein Verfahren zur Einschätzung der studentischen Arbeitsbelastung. Die im Rahmen der zweiten Begehung befragten Studierenden bestätigten, dass der Gesamtworkload in den Studiengängen grundsätzlich in Ordnung ist, in Einzelfällen jedoch im Wintersemester deutlich höher ist als im Sommersemester. Die Gutachtergruppe konnte sich davon überzeugen, dass die DSHS den Erfordernissen der Studienformen Vollzeit und Teilzeit Rechnung trägt. Ein Fernstudium ist im derzeitigen Konzept nicht vorgesehen. Fachlich orientierte Beratungs- und Betreuungsangebote für die Studiengänge sind vorhanden. Diese sind in der Prozessregion „Unterstützung und Beratung“ des AdQ niedergelegt. Dazu gehören 24 sowohl die allgemein orientierende überfachliche als auch die fachliche Studienberatung, unter besonderer Berücksichtigung von Studierenden mit Kindern bzw. in besonderen Lebenslagen, ausländischen Studierenden und Studierenden mit Behinderung. Mechanismen, die eine adäquate Prüfungsorganisation gewährleisten, sind ebenfalls vorhanden. In der Prozessregion des AdQ „Verwaltung und Prüfung“ sind alle organisatorischen Prozesse im Studienverlauf unter Federführung des Prüfungsamtes beschrieben. Eine besondere Bedeutung besitzt hierbei die systematische Studiengangsevaluation. Diese Mechanismen gewährleisten, dass die Prüfungstermine frühzeitig veröffentlicht und die Prüfungsergebnisse zeitnah bekannt gemacht werden, die Prüfungen so organisiert sind, dass jede/r Studierende an allen für ein Semester vorgesehenen Prüfungen teilnehmen kann, die Prüfungsformen in der Prüfungsordnung definiert sind, die Prüfungen modulbezogen sowie wissens- und kompetenzorientiert gestaltet sind, der Lernfortschritt und die Leistungen der Studierenden in adäquater Weise überprüft werden und die Prüfungsordnung einer Rechtsprüfung unterzogen wurde, Prüfungsordnung und Modulhandbuch veröffentlicht werden, die Modulbeschreibungen Angaben zu notwendigen Vorkenntnissen, Prüfungsformen und dem studentischen Arbeitsaufwand enthalten, Module i.d.R. mit einer das gesamte Modul umfassenden Prüfung abgeschlossen werden, ein Anspruch auf Nachteilsausgleich für Studierende mit Behinderung hinsichtlich zeitlicher und formaler Vorgaben im Studium sowie bei allen abschließenden oder studienbegleitenden Leistungsnachweisen und im Rahmen von Eignungsfeststellungsverfahren sichergestellt ist. Darüber hinaus stellt die Hochschule mithilfe der in der Prozessregion „Verwaltung und Prüfung“ hinterlegten Prozesse sicher, dass Beurteilungsformen und Benotungskriterien klar definiert und öffentlich verfügbar sind, die Prüfungen so gestaltet sind, dass das Erreichen der formulierten Qualifikationsziele bzw. Lernergebnisse überprüft werden kann (vgl. dazu Kapitel C.2). und sowohl quantitativ als auch qualitativ hinreichende Ressourcen für die Durchführung des jeweiligen Studiengangs stehen zur Verfügung. Durch verschiedene Maßnahmen, die im Prozess „Kompetenzentwicklung Hochschullehre“ aufgeführt sind, stellt die Hochschule im Hinblick auf die einzelnen Studiengänge fest, ob Maßnahmen zur Personalentwicklung und -qualifizierung notwendig sind veranlasst ggf. deren Durchführung Das Fort- und Weiterbildungsangebot der DSHS soll nach Aussagen der Hochschulleitung auf der Grundlage der bewährten Projekte „Kompetenzen in der Lehre“ und „Startsprung in die Lehre“ weiter ausgebaut werden. I den Prozessregionen „Gestaltung und Neuentwicklung“ sowie „Evaluation, Befragung und Weiterentwicklung“ des neuen AdQ (2014) hat die DSHS Prozedere, Verantwortlichkeiten und Zeitpunkt für die Entscheidung darüber definiert, ob ein neuer Studiengang das Siegel des Akkreditierungsrates tragen darf. Gewisse Unklarheiten bleiben aus Sicht der Gutachtergruppe dazu noch im Schritt 4 (Zertifizierung): Im Gespräch machte die Hochschulleitung deutlich, dass im formalen Prozess der Zertifizierung bzw. Re-Zertifizierung in erster Linie Auflagen ausgesprochen werden, die an den externen, formalen und inhaltlichen Vorgaben (ESG, KMK, Akkreditierungsrat, Land NRW) orientiert sind. Dazu kommen die internen Kriterien gestützten Vorgaben des HEP („Operative Leitsätze Guter Lehre“). Fachliche haben für das Rektorat (nach eigenen Angaben) eher 25 empfehlenden Charakter. Der Hochschulentwicklungsplan gibt relativ genau vor, was in Studium und Lehre erreicht werden soll. Auch dazu können Auflagen ausgesprochen werden. Entscheidungen erfolgen auf der Ebene des Rektorats, bei Nichterfüllung von Auflagen wird der Studiengang nicht zertifiziert (nach § 4.4 OQM). Formale Regelungen zur Fristeinhaltung werden von der Hochschulleitung nicht als zielführend erachtet, in der Begehung wurde erläutert, dass diese in Absprache mit der Prorektorin/dem Prorektor für Studium und Lehre erfolgen. Diese Aussagen sollten im Prozessatlas niedergelegt und in der OQM dokumentiert werden. Im Verfahren ist jedoch wie oben erwähnt unklar geblieben, wie veränderte externe Rahmenvorgaben (KMK, AKR etc.) eingesteuert werden (vgl. auch Kapitel C4). Auch dafür ist eine Festlegung erforderlich. Insgesamt ist festzustellen, dass die Prozesse zur Implementierung und Zertifizierung von Studiengängen umfassend und transparent im „Atlas der Qualitätsgestaltung“ dokumentiert und in einer Richtlinie in der OQM geregelt sind. Detailfragen ergeben sich lediglich bei der Dokumentation zum Schließen des Regelkreises zur Zertifizierung und zur Einsteuerung neuer Rahmenvorgaben. Außerdem muss sichergestellt werden, dass entsprechend den Vorgaben des Akkreditierungsrates externe ExpertInnen, VertreterInnen der Berufspraxis sowie Studierende bereits bei der Entwicklung von Studiengängen regelhaft beteiligt werden. 3.3.3 Überprüfung der laufenden Studiengänge Nach Abschluss der zweiten Studierendenkohorte durchläuft ein Studiengang verpflichtend das Verfahren der systemischen Studiengangsevaluation inkl. der Re-Zertifizierung. Danach gilt für alle Studiengänge der „Zeitplan Qualitätsmanagement Lehre“ gemäß § 1 OQM. Der Turnus der Studiengangsevaluation und Re-Zertifizierung ist sieben-jährlich. Zur Vorbereitung der Re-Zertifizierung (festgelegt in der „Richtlinie zur Evaluation und Re- Zertifizierung eines Studiengangs, Anlage zur OQM“) erstellt die Studiengangsleitung einen studiengangspezifischen Report (SGL-Report), für den ein Leitfaden zur Verfügung gestellt wird. Die Abteilung HQ erstellt einen Faktenreport, der alle erforderlichen Basisdaten und Informationen zur Bewertung der hochschulinternen Qualitätsstandards für Studium und Lehre (Leitsätze guter Lehre) gemäß der ESG sowie der Kriterien des Akkreditierungsrates beinhalten soll. Er soll u.a. Daten zu den Studienanfängern/Studierendenstatistiken, Betreuung der Studierenden, der Studierbarkeit sowie des AbsolventInnen-Verbleibs dokumentieren. Beide Reports werden von der Abteilung HQ zum Selbst- Report des Studiengangs zusammengefügt, der an externe GutachterInnen zur Vorbereitung der Studiengangsevaluation weitergeleitet wird. Im Rahmen der Studiengangsevaluation findet ein Expertenworkshop unter Beteiligung aller Akteure des Studiengangs, des Prorektors für Lehre, Studierenden und AbsolventInnen sowie der Abteilung HQ und des Career-Service statt. Darauf aufbauend wird von den externen GutachterInnen ein Gutachten erstellt (Peer Review, auf dessen Grundlage ein weiterer interner Workshop unter Beteiligung eines Mitglieds der QVK durchgeführt wird. Die Zusammensetzung der Peer Group ist in der Richtlinie zur Evaluation und Re-Zertifizierung eines Studiengangs festgelegt. Sie umfasst i.d.R. drei Expertinnen oder Experten aus den Bereichen Arbeitsmarkt, Fachwissenschaft und Studienreform. Der im internen Workshop erstelle Maßnahmenplan wird durch die Prorektorin/den Prorektor für Studium und Lehre in die QVK eingebracht, die ggf. Auflagen formulieren und eine Re- Zertifizierungsempfehlung an das Rektorat ausspricht. Nach dem Beschluss durch das Rektorat über die Re-Zertifizierung werden die Unterlagen der Zertifizierung im Intranet veröffentlicht. Die Studiengangsleitung ist zuständig für die Umsetzung der Auflagenerfüllung. 26 Bewertung: Nachdem die Prozesse der internen Re-Zertifizierung sich zum Zeitpunkt der ersten Begehung noch in der Erprobungsphase befunden hatten, wurden der Gutachtergruppe in der zweiten Begehung entsprechende Konkretisierungen und Planungen vorgelegt. Folgende Verbesserungen sind seitens der Gutachtergruppe positiv hervorzuheben: Die Daten der Befragungen von Studierenden und Lehrkräften beziehen sich zukünftig auf den gleichen Erhebungszeitraum und können optimal miteinander in Beziehung gesetzt werden. Die Nutzung des Datenpools für die systemische Studiengangsevaluation (SGE) wurde zusätzlich optimiert, weil zwischen den SGEs zukünftig mind. drei Befragungen der Studierenden und Dozierenden stattfinden werden. Weiterhin wurde der alternierende Rhythmus für den Studienqualitätsmonitor (SQM) und für das CHE-Ranking erneuert. Die Befragung der Studierenden durch CHE und SQM innerhalb von einem Jahr hatte zu einer deutlichen Verringerung der Rücklaufquote und damit zu unbefriedigenden Möglichkeiten im Hinblick auf die quantitative Datennutzung geführt. Der neue Prozess für die Evaluation und interne Re-Zertifizierung eines Studiengangs ist im AdQ als Prozessdiagramm mit einer Soll-Dauer von einem Semester hinterlegt. Die Gutachtergruppe bewertet die graphische Darstellung der Prozesse sehr positiv. Pro Semester werden nicht mehr als zwei systemische Studiengangsevaluationen durchgeführt. Dabei werden - analog zur Programmakkreditierung - Zeitabstände von sieben Jahren pro Studiengang zwischen den internen Überprüfungsverfahren nicht überschritten. Die Gutachtergruppe gibt jedoch zu bedenken, dass es sich hierbei um einen sehr langen Zeitraum handelt, so dass eine ganze Studierendenkohorte während ihres Studiums von den Ergebnissen nicht profitiert. Hier wäre zu überlegen, ob ein kürzerer Zeitraum zielführender für zeitnahe Veränderungen sein könnte. Im Folgenden wird auf die dokumentierten Prozessschritte in Rahmen der internen Re-Zertifizierung im Einzelnen eingegangen: Vorbereitung: Für die systematische Erfassung und Überprüfung der studentischen Arbeitsbelastung (Workload) ist ein im AdQ dokumentierter Prozess vorhanden. Das Besondere am Konzept der DSHS ist, dass die Workloaderhebung stichprobenartig mit ausgewählten Studierenden eines Studiengangs durchgeführt wird, mit denen eine vertragliche Vereinbarung zur Erfassung ihres Arbeitsaufwands in einem EDV-Portal geschlossen wird. Die Daten werden durch die Abteilung HQ ausgewertet, außerdem erfolgt mithilfe des Prüfungsamtes ein Abgleich mit den Indikatoren „Prüfungsteilnahme“ und „Prüfungserfolg“. Die aggregierten Ergebnisse werden dem Rektorat, der Studiengangsleitung und den Modulbeauftragten mitgeteilt. Die Veröffentlichung erfolgt in Form eines Ergebnis-Reports mit späterer Übernahme in den QM-Report. Der Gutachtergruppe erscheint diese Form der Workload-Erhebung zielführend. Veränderungen der Modulbeschreibungen erfolgen zwischen der Erst-Zertifizierung und der „im laufenden Betrieb“. Im Re-Zertifizierungsprozess geht es u.a. darum, abzugleichen, ob die bereits erfolgten Anpassungen zu den relevanten Kriterien passen. Damit ist das Re-Zertifizierungssystem auch ein Kontrollsystem, das prüft, ob das bestehende QM-System funktioniert. Die AG Lehre überprüft, ob die Prozesse zur Erfüllung intern erteilter Auflagen gelaufen sind; ggf. werden dabei externe ExpertInnen hinzugezogen. Durchführung: Gemäß OQM entwerfen die AkteurInnen eines Studiengangs im Rahmen des Experten- Workshops gemeinsam mit den externen GutachterInnen ein umfassendes Bild des 27 Studiengangs, erkennen kritische Punkte und entwickeln, unter Einbezug der externen Sicht, Veränderungspotentiale. Dabei soll insbesondere der studiengangspezifische Fokus und die Erfüllung der Qualitätsstandards diskutiert werden. Die Einbindung von externer Expertise in das interne Qualitätssicherungssystem im Sinne einer externen Evaluation unter besonderer Berücksichtigung der Studien- und Prüfungsorganisation ist für eine erfolgreiche Systemakkreditierung zwingend notwendig und wird in der vorliegenden Form von der Gutachtergruppe grundsätzlich begrüßt. Die Gutachtergruppe hat den Eindruck gewonnen, dass die Expertenworkshops grundsätzlich dazu geeignet sind, eine regelmäßige Überprüfung der Qualifikationsziele der Studiengänge zu gewährleisten Es wird sichergestellt, dass die Qualifikationsziele und Lernergebnisse des Studiengangs an veränderte Anforderungen angepasst werden. Gerade in diesem Punkt halten die GutachterInnen die Berücksichtigung externer Expertise für sehr wichtig. Die im Rahmen des Verfahrens vorgelegte Auflistung der an den bisherigen Studiengangsevaluationen beteiligten Peers belegt die adäquate Zusammensetzung der Peer Groups. Dabei waren stets auch VertreterInnen des Arbeitsmarktes einbezogen. Wie bereits weiter oben angemerkt, muss jedoch noch verbindlich festgeschrieben werden, wie die einzelnen externen Statusgruppen (Fachwissenschaften, VertreterInnen Berufspraxis etc.) in die Zertifizierungen eingebunden werden und vor allem welche Kriterien die Externen erfüllen müssen, wie deren Unabhängigkeit gewährleistet wird und wie der Benennungsprozess im Detail abläuft (vgl. Kapitel B 3.3.1). Über den Fakten-Report stehen die Ergebnisse der Workload-Erhebung sowohl in den Expertenworkshops wie auch in den internen Workshops zur Verfügung, so dass dort über ggf. notwendige Anpassungen diskutiert werden kann. Die Form der Bereitstellung der Ergebnisse ist für die Gutachtergruppe nachvollziehbar. Die Dokumentation der für einen Studiengang erforderlichen Ressourcen inkl. Soll-/Ist-Vergleich ist Gegenstand des Faktenreports und somit ebenfalls Gegenstand der Workshops Nach dem Experten-Workshop (Peer Review) wird ein Gutachten erstellt, das der Abteilung HQ und weiteren Akteuren zugeleitet wird. Die GutachterInnen begrüßen, dass auf diese Weise das Ergebnis des Workshops dokumentiert wird. Im Rahmen des Verfahrens fiel der Gutachtergruppe auf, dass die Qualität dieser Gutachten sehr unterschiedlich sein kann. Deshalb wird angeregt, einen entsprechenden Leitfaden bzw. Vorlagen zu entwickeln um die Vergleichbarkeit der Gutachten und Berücksichtigung der wichtigsten Elemente zu verbessern. Nach dem Peer Review erfolgt der interne Workshop auf Basis des Selbstreports. Gemäß der OQM wird hier ein Maßnahmenplan zur Absicherung der Stärken und zur Verbesserung der Schwächen des Studiengangs sowie zum sinnvollen Umgang mit zukünftigen Anforderungen erarbeitet. Hierbei werden neben den externen GutachterInnen weitere Personen beteiligt. Ergebnis dieses Workshops ist ein Maßnahmenplan, der auch Auflagen enthalten kann. Dieser wird durch die SGL und die/den Prorektorin/Prorektor für Studium & Lehre freigegeben und es wird eine Re-Zertifizierungsempfehlung für das Rektorat erstellt, durch welches die Beschlussfassung erfolgt. Re-Zertifizierung: Die Verantwortlichkeit zur Entscheidung über die interne Re-Zertifizierung sowie zur Festlegung von Auflagen und Empfehlungen obliegt dem Rektorat. Eine Definition was Auflagen oder Empfehlungen sein können, fehlt jedoch bislang bzw. nur nicht umgesetzte externe Vorgaben können bislang in Auflagen münden. Auffällig ist zudem, dass keine Kriterien für die Weiterführung, Anpassung oder Einstellung von Studiengängen durch das Rektorat vorliegen. In der Verantwortung der SGL werden der Maßnahmenplan sowie ggf. erteilte Auflagen umgesetzt bzw. erfüllt. Die Überprüfung der Auflagenerfüllung obliegt der AG Lehre. Die Verantwortlichkeiten 28 und der Entscheidungsprozess sind beschrieben. Die Kriterien für die Weiterführung, Anpassung oder Einstellung von Studiengängen sowie Zeiträume und Fristen sind jedoch noch nicht nachvollziehbar dokumentiert. Nach Überprüfung der Auflagenerfüllung findet ein Rückkoppelungsworkshop (unter der Teilnahme der Mitglieder des externen Experten-Workshops und VertreterInnen der AG Lehre) statt. Hierzu werden die aggregierten Ergebnisse an das Rektorat, die SGL und als Publikation zurückgespiegelt. Im späteren Verlauf fließen die Ergebnisse auch in den zweijährlich erscheinenden QM-Report ein. Nach dem Beschluss über die Re-Zertifizierung des Studiengangs (mit oder ohne Auflagen) durch das Rektorat werden die Evaluationsunterlagen ins Intranet der Hochschule gestellt. Die GutachterInnen begrüßen die Transparenz dieses Verfahrens. Die sachgerechte Durchführung der Prüfungen wird über die Prüfungsordnungen sichergestellt. Gesonderte Maßnahmen zur Optimierung der Prüfungsorganisation und -durchführung bestehen nicht, sondern sind in den Prozess der Re-Zertifizierung und Evaluation miteingebunden. Die Hochschule stellt verschiedene Angebote zur Beratung der Studierenden bereit (vgl. Kapitel 3.3.1.). In Rahmen von Befragungen wie der Studierendeneingangsbefragung und der Studierendenbefragung werden diese Beratungsangebote evaluiert. Die Ergebnisse der Evaluierung werden auf zentraler Ebene besprochen und entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung geplant. Somit wird die sachgerechte Beratung der Studierenden durch die Hochschule überprüft und es sind Maßnahmen zur Optimierung der Beratung vorgesehen. Die Gutachtergruppe konnte sich davon überzeugen, dass es eine systematische Dokumentation des Ablaufs der internen Akkreditierung mit der Festlegung von Verfahrensregeln, Kriterien und Fristen gibt. Die Soll-Dauer der einzelnen Prozesse ist klar definiert. Insgesamt hat die Gutachtergruppe den Eindruck gewonnen, dass das Verfahren zur Überprüfung der laufenden Studiengänge (inkl. interner Re-Zertifizierung) bis auf ein verbindliches Verfahren für die Umsetzung von Maßnahmen und Empfehlungen bzw. Ergebnissen aus der internen Qualitätssicherung sehr gut funktioniert. Hinzu kommt, dass das Berufungsverfahren für die externen TeilnehmerInnen an den Zertifizierungen in einigen Punkten ausgebaut bzw. verankert werden muss. Die bisherigen Erfahrungen der Hochschule bei der internen Re-Zertifizierung haben bereits zu Überarbeitungen des Prozesses während des laufenden Systemakkreditierungsverfahrens geführt. 3.4 Transparenz nach innen und außen 3.4.1 Dokumentation Gemäß § 3 des Studiumsqualitätsgesetzes NRW ist die Hochschule zur kontinuierlichen Verbesserung ihrer Lehre und ihrer Studienbedingungen verpflichtet und muss in diesem Zusammenhang ein hochschulinternes Berichtswesen und Qualitätsmonitoring durchführen und in einem zweijährigen Turnus Fortschrittsberichte zur Qualität in Lehre und Studium vorlegen. Die komplette Dokumentation des Qualitätssicherungssystems erfolgt im Atlas der Qualitätsgestaltung. Darüber hinaus sind die Prozesse im Webportal der DSHS verfügbar. Der Einstieg erfolgt hier über die Prozesslandkarte und die Prozess-Regionen; die einzelnen Prozesse sind als pdf-Dokument hinterlegt. Die Dokumentation soll in Zukunft auch über eine Qualitätsmanagement-Plattform auf der DSHS-Homepage erfolgen. Das Erreichen der Qualitätsziele in Studium und Lehre wird alle zwei Jahre in dem so genannten „QM- Report“ analysiert und dokumentiert. Die Hochschulleitung nutzt ihn nach eigenen Angaben zur 29 Vergewisserung ihrer Kompetenz zur Selbststeuerung, zur Feinjustierung der operativen Qualitätsziele und zur Erfüllung ihrer Rechenschaftspflicht gegenüber ihren Stakeholdern. Neben den Prüfberichten (bei neuen Studiengängen) und den Faktenreports für laufende Studiengänge erhalten die Studiengangsleitungen Einblick in die Ergebnisse der Lehrveranstaltungsevaluationen. Dies gilt auch für die einzelnen Lehrenden. Bewertung: Alle hochschulweiten Regelungen, Ordnungen, Richtlinien und Verfahrensanweisungen werden in Amtlichen Mitteilungsblättern oder Rundschreiben der Hochschule veröffentlicht. Das interne Berichtsystem der Hochschule dokumentiert außerdem effektiv die Strukturen und Prozesse sowohl für die Entwicklung und Durchführung von Studiengängen, als auch für deren Qualitätssicherung sowie deren Ergebnisse und Wirkungen. Die Ergebnisse und Beschlüsse der Sitzungen des Rektorats, des Senats und der Kommissionen werden protokolliert. Die Dokumente, die hierzu erstellt werden, werden zumeist von der Abteilung HQ koordiniert und in Umlauf gebracht. Das Rektorat wird regelmäßig durch eine Zusammenführung der Berichte der diversen Qualitätssicherungsinstrumente informiert. Durch die hervorragende Unterstützung der Abteilung konnte eine regelhafte und systematische Dokumentation der internen qualitätssichernden Maßnahmen erreicht werden. Beispiele hierfür sind die Veröffentlichung der Evaluationsunterlagen von Zertifizierungs- und Re-Zertifizierungsprozessen im Anschluss an die Beschlüsse des Rektorats im Intranet der DSHS. Protokolle der Studiengangskollegien werden in Kopie an die Prorektorin/den Prorektor für Lehre und Studium weitergeleitet. Durch diese Zusammenführung wird ein Überblick über Qualitätssicherungsmaßnahmen in den Fachbereichen weitergereicht und kann bei Bedarf ins Rektorat getragen werden. Das Intranet wird für die Veröffentlichung von Protokollen der verschiedenen Gremien genutzt, was einen internen Zugriff durch MitarbeiterInnen der Hochschule ermöglicht. Andere Dokumente wurden zum Zeitpunkt des Verfahrens noch in Papierform von der Abteilung HQ verwaltet. Bisher ist kein zentrales elektronisches Dokumentenverwaltungssystem in Nutzung, um die Bereitstellung von Dokumenten für einen größeren Benutzerkreis auch auf längere Sicht zu erleichtern. Im Jahr 2014 eingeführte Veränderungen des Intranets haben dies in Ansatz erleichtert. Obwohl die Hochschule hier selbst Handlungsbedarf sieht und sich aktiv um Lösungen zur Optimierung ihrer Prozessmanagementmethoden bemüht, ist festzustellen, dass die Individuallösungen, die zum Zeitpunkt des Verfahrens genutzt werden, ausreichend sicherstellen, dass Dokumente sicher verwahrt und angemessen zirkuliert werden. Der QM-Report, erstmals 2011 und nun im Zweijahresrhythmus veröffentlicht, bietet eine systematische Zusammenfassung über die Steuerung einzelner Qualitätssicherungsaktivitäten und über Aktivitäten zur kontinuierlichen Verbesserung. Er beinhaltet außerdem die Ergebnisse von Evaluationsmaßnahmen auf Basis von Umfragedaten und deren Analyse. Die QM-Reports zeigen deutlich die Maßnahmen und Resultate der zentralkoordinierten Qualitätssicherung und dienen damit zur Veröffentlichung von Ergebnissen der im Atlas der Qualitätsgestaltung beschriebenen Prozesse, zum Beispiel der Studierendenbefragungen. Diese Reports kombinieren z.T. selbst-kritische Analyse mit damit verbundenen Handlungsstrategien. Der QM-Report als Instrument hat somit Vorbildcharakter. Der Zweijahresrhythmus für die Veröffentlichung erscheint, angesichts des von der Hochschule erforderlichen Aufwands, diesen Report umfangreich zu gestalten und umfassend mit Fakten zu hinterlegen, völlig angemessen. Zusammenfassend stellt die Gutachtergruppe fest, dass die DSHS Köln Prozesse und Maßnahmen der Qualitätssicherung in umfassender Weise dokumentiert. Dieses Dokumentationswesen ist funktional und trägt zur systematischen Qualitätssicherung der 30 Studiengänge bei. Durch die Veröffentlichung der neuen Richtlinie „Zeitplan Qualitätsmanagement- Lehre“ im Januar 2015 hat die Hochschule klare Fristen und Prozessschienen festgelegt und dem zunächst konstatierten Mangel in klarer Weise entgegengewirkt. Die beiden im Verfahren vorgelegten QM-Reports spiegeln die Resultate der zentral koordinierten Qualitätssicherung wider undsind von zentraler Bedeutung für die Veröffentlichung von Ergebnissen, zum Beispiel von Studierendenbefragungen. Die QM- Reports beinhalten aber durchaus auch selbstkritische Analysen mit damit verbundenen Handlungsstrategien. 3.4.2 Information Die Hochschulleitung wird jährlich auf einer Sondersitzung von der Abteilung HQ über die Aktivitäten im QM unterrichtet. Die Abteilung HQ erstellt jährlich einen Statusbericht für den Hochschulrat. Darüber hinaus werden die zentralen Gremien der Hochschule über die Methoden und Ergebnisse der Qualitätssicherung informiert. Diese werden auch veröffentlicht. Seit 2014 werden einem Webportal der DSHS Informationen über das QM in Studium und Lehre zur Verfügung gestellt. Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen soll jährlich durch die Ziel- und Leistungsvereinbarungen und deren Zwischenberichte über Verfahren und Resultate der Qualitätssicherungsmaßnahmen informiert werden. Ergänzend dazu wurde im Jahr 2014 erstmals der „Fortschrittbericht“ gem. Studiumqualitätsgesetz über die Entwicklung der Qualität in Studium und Lehre an das Ministerium gesandt werden. Bewertung: Die Hochschule ist nachweislich darum bemüht, die zuständigen Gremien, Studierende und weitere Interessengruppen sowie die breitere Öffentlichkeit transparent über Entwicklungen an der Hochschule, auch in Bezug auf die qualitätsorientierte Steuerung, zu informieren. Auch die Kriterien für die Systemakkreditierung sehen eine entsprechende Informationspflicht vor. Dafür hat die Hochschule einige innovative Instrumente entworfen, die parallel zum Einsatz kommen und von denen einige Vorbildcharakter haben. Die Information erfolgt unter anderem über die jährlich herausgegebenen Studiengangsfaktenblätter. Extern wird außerdem (ebenfalls im Zweijahresrhythmus) mittels des Fortschrittsberichts an das Ministerium informiert. In diesen Bericht sind die zwischenzeitlich erfolgten Arbeiten des Qualitätssicherungssystems und die dabei erreichten Ergebnisse dokumentiert. Der Fortschrittsbericht erfüllt die daran geknüpften Erwartungen und gibt detailliert Auskunft über Optimierungen, Ergebnisse von Evaluationen, die Arbeit der relevanten Gremien, und Verwendung von Mitteln im Bereich Studium und Lehre, aber weist auch auf einige Herausforderungen hin, so zum Beispiel, dass sich durch im Rahmen der Studienqualitätsverbesserungsmittel zur Verfügung stehende Personalmittel keine wesentliche Qualitätsentwicklung- und verbesserung realisieren lässt. Mit dem Webportal wird das Qualitätssicherungssystem der Hochschule effektiv nach Außen visualisiert. Die Qualitätsmanagementseiten geben so intern und extern detailliert Aufschluss über die aktuellsten Ergebnisse der Lehrveranstaltungsevaluationen (LVE), der AbsolventInnenbefragung, und des Studienqualitätsmonitors. Außerdem können Informationen zur Zertifizierung bzw. Re- Zertifizierung, den Qualitätszielen und zum Projekt Systemakkreditierung aufgerufen werden, was sehr effektiv zur Transparenz und Erfüllung von Rechenschaftsverpflichtungen beiträgt. Das aktive Interesse der Hochschule daran, ihren Internetauftritt fortlaufend zu verbessern und verstärkt an den Bedürfnissen der User zu orientieren, zeigt sich außerdem an der Feedbackbox, die sich zu jeder 31 Internetseite der Hochschule öffnen lässt und die zur Rückmeldung und zu Verbesserungsvorschlägen einlädt. Weitere Verbesserungen des Internetauftritts zum Thema Qualitätssicherung sind nach Aussage der Hochschule geplant. Stärkere Verknüpfung mit Detailseiten im Intranet, unterfüttert durch ein Dokumentenmanagementsystem, sind ebenfalls in der Planung. Die Hochschule ist außerdem proaktiv damit befasst, soziale Medien zu nutzen. Damit werden insbesondere Kontakte zu Studierenden und der Öffentlichkeit aufgebaut und gepflegt. Für die Nutzung dieser sozialen Medien hat die DSHK klare Guidelines für die MitarbeiterInnen entwickelt, die in Broschürenformat handlich bereitgestellt sind, wodurch die sachgerechte Nutzung dieser Plattformen im Sinne der Hochschule sichergestellt wird. Zurzeit wird das Potential dieser Medien jedoch noch nicht dazu genutzt, Studierenden und anderen Interessenten mit dem Leitbild/den Leitlinien der DSHS oder den Ergebnissen der Qualitätssicherung vertraut zu machen. Insgesamt ist das hochschulinterne Qualitätssicherungssystem im Bereich Information und Dokumentation geeignet, das Erreichen der Qualifikationsziele und die Qualitätsstandards der Studiengänge zu gewährleisten. Die Hochschule nutzt eine Vielzahl von Medien und Möglichkeiten, unterschiedliche interne und externe Zielgruppen zu informieren. Aus Sicht der Gutachtergruppe ist das Informationsmaterial umfangreich und gut geeignet, eine integrierte Kommunikation zu erzielen. C. Zusammenfassung der Ergebnisse der Stichproben 1 Einhaltung und Überprüfung von Qualifikationszielen Die Deutsche Sporthochschule Köln definiert in ihrer Selbstdokumentation Qualifikationsziele als „die Summe aller Kompetenzen und der daraus abgeleiteten Lernergebnisse, welche die Studierenden mit Abschluss ihrer universitären Ausbildung entwickelt haben sollen.“ Zur Ausrichtung bzw. Orientierung der Ziele auf übergeordneter Ebene verweist die DSHS zunächst auf ihre Strategischen Leitlinien, die Hochschulentwicklungsplanung, das Leitbild für Studium und Lehre inkl. der Leitsätze guter Lehre sowie das Basis-Set von Kennzahlen und Indikatoren: Über die strategischen Leitlinien, die u.a. in der strategischen Beratung und Beschlussfassung zur Weiterentwicklung von Studienprogrammen Anwendung finden, soll sichergestellt werden, dass die Studiengangsziele mit den Zielen der Universität im Einklang stehen. Als Orientierung soll u.a. das strategische Rahmenkonzept der Hochschule, welches im Hochschulentwicklungsplan dargelegt ist, dienen, in dem die Förderung der Identitäts- und Persönlichkeitsentwicklung der Studierenden über die Stärkung des Selbststudiums und der Selbstreflexion, die Förderung von Mitbestimmung, Partizipation, Auslandsaufenthalten und Praktika als Ziele für den Bereich Studium und Lehre formuliert sind. Im Leitbild für Studium und Lehre sind die Prinzipien gute Lehre festgeschrieben. Dabei erachtet die DSHS nach eigenen Angaben die Leitsätze 5-9 der Qualitätsdimension Ziele der Lehre als besonders relevant für das Merkmal „Qualifikationsziele“. Diese umfassen „sowohl den Prozess der Zielfestlegung als auch die inhaltlichen Definition der Ziele des lehr-lernbezogenen Handelns auf allen Ebenen des universitären Bildungsprozesses.“ Im Rahmen der Neueinrichtung/Zertifizierung eines Studiengangs werden die Qualifikationsziele auf Studiengangs- und auf Modulebene definiert. In dem entsprechenden Prozess wird festgelegt, wie die Qualifikationsziele (unter Berücksichtigung der Befähigung der Studierenden zum gesellschaftlichen Engagement und der Förderung der Persönlichkeitsentwicklung) definiert, umgesetzt und eingehalten werden wollen. Dazu stehen der Leitfaden Studiengangsskizze und Leitfaden Grobkonzept (im Atlas der Qualitätsgestaltung hinterlegt) zur Verfügung. Bei der Beschreibung der Studiengangsziele im Rahmen der Studiengangsskizze müssen u.a. Angaben zu den Qualifikationszielen, der Förderung persönlicher Entwicklung und der 32 Wissenschaftsorientierung des Studiengangs gemacht werden. Im Leitfaden „Studiengangsskizze“ werden dazu Fragestellungen und Arbeitshilfen sowie Hinweise zur Definition und zu den Begutachtungskriterien von Qualifikationszielen nach den Vorgaben des Akkreditierungsrates und des Qualifikationsrahmens für Deutsche Hochschulabschlüsse bereitgestellt. Darüber hinaus muss in einer „Erörterung zur Einbettung des Studiengangs in das Studienprogramm der DSHS“ der Bezug des Studiengangs zur Bachelor- bzw. Masterstruktur sowie zur strategischen Ausrichtung der Hochschule dargelegt werden. Die strategische Bewertung des geplanten Studiengangs erfolgt durch die AG Lehre. Im Rahmen des Grobkonzepts erfolgt die Definition von Qualifikationszielen auf Studiengangs- und Modulebene sowie von Lernzielen auf Lehrveranstaltungsebene. Bei der anschließenden Curriculumsentwicklung soll nach Angaben der Hochschule der Paradigmenwechsel „from Teaching to Learning“ unter Anwendung des Qualifikationsrahmens für Deutsche Hochschulabschlüsse Berücksichtigung finden. Die Überprüfung der Einhaltung von Qualifikationszielen soll mithilfe der Instrumente „Studiengangsevaluation“, „Lehrveranstaltungsevaluation“ und „Absolventenstudie“ erfolgen. Im Rahmen der Studiengangsevaluation haben die Studiengänge wie auch die Hochschulleitung die Möglichkeit, einen speziellen Fokus (z.B. das Erreichen der Ziele) zu setzen. Die DSHS verweist außerdem auf die Anwendung des Kennzahlen- und Indikatorensets im Rahmen der Erstellung des Faktenreports: Zur Überprüfung des Leitsatzes 5 der Qualitätsdimension „Ziele der Lehre“, der sich auf die Definition, Abstimmung und Transparenz von Lernzielen mit allen beteiligten Akteuren bezieht, werden verschiedene Erhebungsinstrumente genannt: Dabei dient das Modulhandbuch als qualitatives Instrument zur Erhebung der kompetenzorientierten Lernziele sowie zur Sicherung von Transparenz und Information. Zur Dokumentation der Abstimmung der Lernziele mit allen beteiligten Akteuren wird auf den SGL-Bericht sowie die Dozierendenbefragung (DOZ) verwiesen. Die Dokumentation der Abstimmungsprozesse erfolgt über das Protokoll der SG-Konferenz. Bewertung: Die DSHS verfügt über ein konsistentes System zur Einhaltung und Überprüfung der Qualifikationsziele auf Studiengangs-, Modul- und Veranstaltungsebene. Die strategischen und damit übergeordneten Ziele der Hochschule befanden sich zum Zeitpunkt des Verfahrens in Überarbeitung (vgl. Kap. 3.1.). Insbesondere die regelmäßigen Studiengangsevaluationen unter Einbeziehung externer GutachterInnen scheinen ein probates Mittel, um auf Studiengangsebene auf interne Kritik, aber auch auf veränderte Anforderungen in Bezug auf Wissenschaft und Arbeitsmarkt reagieren zu können. Eine Überprüfung der Qualifikationsziele ist regelhaft Gegenstand des Expertenworkshops zur Überprüfung der laufenden Studiengänge. Dabei erfolgt insbesondere eine Überprüfung im Hinblick auf die Berücksichtigung der wissenschaftlichen Befähigung sowie zur Befähigung eine qualifizierte Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Hierzu wird im Fakten-Report ein Indikatoren- und Kennzahlenset im Rahmen eines Berichts zur Umsetzung der „Leitsätze Guter Lehre“ erstellt. Diese Handreichung zur Umsetzung der „Leitsätze Guter Lehre“, die den TeilnehmerInnen und zur Verfügung steht, erkennt die Gutachtergruppe als sehr sinnvoll und hilfreich an. Die Überprüfung der Befähigung der Studierenden zum gesellschaftlichen Engagement und Persönlichkeitsentwicklung erfolgt im Zusammenhang mit der Überprüfung der Studiengangsbereiche „Bachelor-Basisstudium“, „Schlüsselqualifikationen“ und „Profilergänzung“ an zentraler Stelle. Im Rahmen des Expertenworkshops ist neben der Diskussion der Qualifikationsziele und Lernergebnisse des Studiengangs vor dem Hintergrund des Qualitätsverständnisses der Hochschule 33 auch die Diskussion über sich verändernde fachliche Standards vorgesehen. Zu den beiden letztgenannten Punkten liefert der Fakten-Report die entsprechende Datengrundlage. Insofern ist durch den Fakten-Report sichergestellt, dass die „Leitsätze Guter Lehre“ auf Studiengangsebene Anwendung finden. Dabei geht es u.a. um die Frage der Anschlussfähigkeit. Sollten diese Qualifikationsziele im Studiengang nicht erreicht werden, werden entsprechende Maßnahmen im Report dokumentiert. Die im AdQ niedergelegten Leitfäden garantieren ein strukturiertes Vorgehen bei der Einhaltung und Überprüfung von Qualifikationszielen. Ein regelmäßiger Austausch aller Statusgruppen in formalen und informellen Treffen ermöglicht ein schnelles Reagieren auf interne Kritik. Da Qualifikationsziele maßgeblich durch Hinweise aus (regelmäßigen) Absolventen- sowie (anlassbezogenen) Arbeitsmarktbefragungen verändert werden, sind auch kurzfristige Reaktionen auf den Arbeitsmarkt möglich (dies wurde im Verfahren u.a. bei der Diskussion um die Weiterentwicklung des Studiengangs B.A. „Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie“ überzeugend dargestellt). Die Qualifikationsziele der einzelnen Studiengänge werden bereits in der Antragsskizze zur Studiengangseinführung definiert; sie werden bisher aber nur in informellen Dokumenten (Flyer, Homepage, Unterlagen zur Erstakkreditierung) dokumentiert. Im Qualitätssicherungssystem muss daher festgehalten werden, in welchem verbindlichen Dokument die Qualifikationsziele der Studiengänge niedergelegt werden (z.B. als Präambeln in den jeweiligen Prüfungsordnungen bzw. Modulbeschreibungen). Dies würde auch den Bekanntheitsgrad der Qualifikationsziele unter den Studierenden erhöhen, der bisher (abgesehen von M.Sc. Sport Management; vgl. Kapitel C.3) relativ gering zu sein scheint. Die im Rahmen des Verfahrens befragten Studierenden bestätigen, dass die Qualifikationsziele als sinnvoll in Bezug auf den Arbeitsmarkt angesehen werden. Sie bestätigen auch, dass Kritik bzw. Veränderungsvorschläge an den Qualifikationszielen gut von den Verantwortlichen aufgenommen und umgesetzt werden. Auch Ziele zur Entwicklung der Persönlichkeit werden im Studium gefördert, v.a. in Praktika und spezifischen Lehrveranstaltungen, wie den Lehrübungen. Zusammenfassend stellt die Gutachtergruppe fest, dass die Deutsche Sporthochschule Köln über ein konsistentes System der Einhaltung und Überprüfung der Qualifikationsziele auf Studiengangs-, Modul- und Veranstaltungsebene verfügt. Zudem muss die Verankerung der Qualifikationsziele der einzelnen Studiengänge jedoch noch in geeigneter Form in verbindlichen Dokumenten erfolgen. 2 Kompetenzorientiertes Prüfen Die DSHS benennt in ihrer Selbstdokumentation sowohl Aspekte der Studierbarkeit, die die Prüfungsorganisation- und -durchführung sowie die Prüfungsdichte betreffen, wie auch Aspekte des Prüfungssystems, die modulbezogene und wissens- und kompetenzorientierte Prüfungen sicherstellen, als relevant zur Qualitätssicherung des kompetenzorientierten Prüfens. Vor diesem Hintergrund werden mit Blick auf die Studierbarkeit im Rahmen der systematischen Studiengangsevaluation die jeweiligen studiengangsbezogenen Regelungen zur Prüfungsdurchführung und der Ablauf des Prüfungsprozesses daraufhin überprüft, ob sie mit dem hochschulweit verbindlich festgelegten Prozess der Prüfungsorganisation (wie im Atlas der Qualitätsgestaltung festgelegt) übereinstimmen. Die Gewährleistung einer adäquaten und belastungsangemessenen Prüfungsdichte wird anhand der Regelungen in dem jeweiligen Modulhandbuch überprüft. Zur Verankerung kompetenzorientierter Lernziele sowie der entsprechenden Prüfungsformen in den Modulbeschreibungen sollen die bisherigen Kategorien „zu erwerbende Kompetenzen“, „Schlüsselqualifikationen“ und „zentrale Inhaltsbereiche“ in einer Kategorie „kompetenzorientierter 34 Lernziele“ zusammengefasst werden. Die Formulierung der kompetenzorientierte Lernzielen soll dabei auf der Basis von Niveaustufen aus der kognitiven Taxonomie von Bloom als zukünftige und beobachtbare Handlungen, die feststellbar und beurteilbar sind, beschrieben werden. Dazu hat die DSHS bereits auf Basis von Ergebnissen der Absolventenstudien einen hochschul- und studiengangsspezifischen Kompetenzkatalog erarbeitet, der auch Vorschläge dazu beinhaltet, welche Prüfungsformen zur Sicherstellung der systematischen Kompetenzverfolgung im Studiengang eingesetzt werden können. Aufgabe der Studiengangsleitungen ist es, sicherzustellen, dass die im Katalog genannten Kompetenzen an geeigneter Stelle im Studienverlauf vermittelt werden. Die Dokumentation erfolgt im Modulhandbuch. Die qualitative Überprüfung der Verankerung der kompetenzorientierten Lernziele und entsprechender Prüfungsformen erfolgt in der systematischen Studiengangsevaluation, in die auch die Ergebnisse der regelmäßigen Dozierendenbefragung einfließen. Die Grundlage für die Überprüfung bietet das entsprechende Kennzahlen- und Indikatorenset (unter Bezugnahme auf die Leitsätze guter Lehre). Die Leitfragen lauten: Sind die Kompetenzen des studiengangsspezifischen Kompetenzkatalogs im Modulhandbuch sinnvoll im Studienverlauf verankert? Sind die ausgewählten wissenschaftlichen Kernkompetenzen im Modulhandbuch sinnvoll im Studienverlauf verankert? Sind die vorgesehenen Prüfungsformen in Verbindung mit der entsprechenden zu erwerbenden Kompetenz im Modulhandbuch verankert? Falls während bei der systematischen Studiengangsevaluation deutlich wird, dass Verbesserungen im Hinblick auf die Prüfungsorganisation oder das Prüfungssystem notwendig sind, wird dies im Maßnahmenplan für den Studiengang dokumentiert. Bewertung: Zum Zeitpunkt der zweiten Begehung gab es an der DSHS noch keinen definierten hochschulweiten Konsens, was im Detail „Kompetenzorientiertes Lehren und Prüfen“ ist. Vieles stellte sich als gelebte Praxis von Kompetenzorientierung dar, die jedoch noch nicht in schriftlicher Form dokumentiert oder in Prozesse überführt war. Agenden und Checklisten befanden sich zum Zeitpunkt des Verfahrens in der Erstellung. Die im Rahmen der Begehung befragten Lehrenden berichteten, dass auch der Prozess der Systemakkreditierung zu einer Sensibilisierung und einer intensiveren Beschäftigung mit Themen wie bspw. dem kompetenzorientierten Prüfen geführt hat. Gleichzeitig wurde von den Studierenden zunehmend eine stärkere Kompetenzorientierung eingefordert, die zwar bereits gelebt aber noch nicht explizit artikuliert und verschriftlicht war. Daraufhin wurden verschiedene Arbeitsgruppen eingerichtet, z.B. „Kompetenzziele in Lehre und Prüfung“, deren Ergebnisse direkt in die Studiengänge gespiegelt wurden. Den GutachterInnen wurden dazu Beispiele aus verschiedenen Studiengängen vorgestellt. In einzelnen Studiengängen haben halbjährliche Treffen zusammen mit der Studiengangsleitung stattgefunden, in denen Mitglieder der Abteilung HQ und Modulverantwortliche weitere TeilnehmerInnen waren; auch wurden Workshops und einige Weiterbildungsangebote bereitgestellt. Gerade in Studiengängen mit einem hohen sportpraktischen Anteil wie bspw. „Sport, Erlebnis und Bewegung“ (SEB) ist eine intensive Diskussion zur Prüfung von Kompetenzen möglich. Die Gutachtergruppe begrüßt die intensive Auseinandersetzung der DSHS mit der beschriebenen Thematik. Für die Überarbeitung von Modulbeschreibungen (wie zum Zeitpunkt des Verfahrens im Studiengang SEB) wurden Muster erstellt, orientiert an der KIT-Tabelle der Kompetenzziele (um Lernziele einordnen zu können bzw. zu formulieren). Die ersten Rückmeldungen zeigen nach Angaben der FachvertreterInnen, dass die Vorgabe dazu führt, dass es gut gelingt, Ausbildungsziele so zu 35 formulieren, dass sie sowohl den Studierenden klar werden wie auch den Lehrenden zeigen, worauf hingearbeitet werden muss. Auch für den Bereich des Basisstudiums wurden Ziele formuliert und in die Modulbeschreibungen integriert überarbeitet. Entsprechende Muster bzw. Vorlagen für dieses Merkmal existieren. Die Hochschule hat erkannt, dass in allen Modulen die verschiedenen Kompetenzebenen formuliert werden müssen, um eine Vergleichbarkeit zu erreichen. Dies ist in den Augen der Gutachtergruppe auch notwendig. Als Modell für die Lernziele wird das Bloomsche Taxonomie Modell verwendet. Bei der Formulierung von Learning Outcomes findet eine enge Abstimmung zwischen Studiengangsleitung und den Modulbeauftragten statt (halbjährliche Treffen). An dieser Stelle im Verfahren wurde deutlich, wie wichtig die Kommunikation zwischen den Beteiligten ist. In den Studiengängen sind Modulleitertreffen sowie Studiengangskollegien zwischen allen Beteiligten eines Studiengangs unter Beteiligung von Studierenden verbindlich festgeschrieben. Diese Vorgehensweise und Prozesse sind den GutachterInnen verständlich und nachvollziehbar. In der Sportpraxis gibt es noch eine weitere Ebene, nämlich die der FachvertreterInnen, die über die verschiedenen Institute verteilt sind. Sie treffen sich innerhalb des Sportlehrgebiets, um die Prüfungen vor- und nachzubereiten. Aber auch individuelle und soziale Kompetenzen werden in den Studiengängen geprüft. Hierzu liegen verschiedene Modelle vor; z.B. die Durchführung von Lehrübungen mit einer anschließenden Reflexion der eigenen Arbeit. Darüber hinaus experimentiert die Hochschule auch mit neuen Prüfungsformen (bspw. Durchführung von Rollenspielen). Dies unterstreicht die Wandlungsfähigkeit und Reflexion der Hochschule, in diesem Zusammenhang neue Verfahren auszuprobieren und intern zu evaluieren. Dies wird auch durch das Projekt „Kompetenzorientierung in der Lehre“ unterstützt. Lehrende haben darüber hinaus jederzeit die Möglichkeit, sich auch individuell von der Abteilung HQ beraten zu lassen. Im letzten Jahr gab es nach Angaben der Hochschule 44 Einzelprojekte zur individuellen Lehrberatung. Für die neuen Lehrkräfte gibt es ein verpflichtendes Angebot: Hier spielt auch die kompetenzorientierte Ausrichtung von Lehre und Prüfungen eine wichtige Rolle. Diese betrifft bislang insbesondere die Lehrkräfte für besondere Aufgaben und die wissenschaftlichen MitarbeiterInnen. Die Prüfungsordnungen der Hochschule sehen verschiedene Prüfungsformen vor. Prüfungsvariabilität wird durch die Angaben in den Modulhandbüchern, die in der Stichprobe vorlagen, belegt. Bei der Erstellung und bei der Überarbeitung der Modulbeschreibungen findet in den entsprechenden Gremien eine Diskussion über die Form der Prüfungen statt. Auch wird das Feedback der Studierenden berücksichtigt. Bei der Festlegung der Prüfungsformen durch die Modulverantwortlichen/Lehrenden wird auch weiterhin darauf geachtet, dass diese Prüfungen in den Modulen zu den Lernzielen / Kompetenzen passen. Aus Sicht der Gutachtergruppe liegt hiermit ein reflektiertes Vorgehen vor. Die im Rahmen des Verfahrens befragten Studierenden konnten bestätigten, dass die Kompetenzen, die abgeprüft werden, im Vorfeld bekannt sind. Am Anfang jeder Veranstaltung werden die Learning Outcomes vorgestellt und weitere Wünsche abgefragt. Auch konnte der Eindruck bestätigt werden, dass die Prüfungsformen sich weiterentwickelt haben und so ein größeres Angebot nun zur Verfügung steht. Zusammenfassend stellt die Gutachtergruppe fest, dass die Hochschule ein hohes Problembewusstsein für das Thema „Kompetenzorientiertes Prüfen“ hat. Vieles ist noch „Work in Progress“, die Ansätze, die existieren, zeigen jedoch, dass sich die Hochschule „auf einem guten Weg“ befindet. Jedoch besteht noch keine verbindliche Übereinkunft, die sich an der aktuellen Diskussion in Deutschland orientiert. Das Prorektorat und die Abteilung HQ sind sich dieser Problematik bewusst. Die Thematik ist auch im neuen Hochschulentwicklungsplan verankert. Dennoch kann die Gutachtergruppe feststellen, dass das Kriterium als erfüllt anzusehen ist. 36 3 Studiengang M.Sc. Sport Management Kurzbeschreibung des Studiengangs Der Masterstudiengang „Sport Management“ zielt darauf, seine AbsolventInnen auf der Basis sportökonomischer Methoden und Systemkompetenzen zu eigenständiger Forschungsarbeit zu befähigen und sie für Tätigkeiten im höheren Management von Sportorganisationen, für die Beratungsbranche sowie für die universitäre und kommerzielle Forschung auszubilden. Der Studiengang ist nach Angaben der Hochschule ein sehr forschungsorientiertes Programm mit einer internationalen Perspektive. Die gesamte Lehre findet in englischer Sprache statt. Die Studierenden sollen eine solide Expertise basierend auf aktuellen Forschungsfragen und den wissenschaftlichen Grundlagen des Faches für die Entscheidungsfindung im internationalen Sportmanagement aufbauen. Die Inhalte und Lernziele sollen die drei Hauptbereiche des Sportmanagements „Öffentliche Verwaltung/Sportorganisationen“, „Beratung“ und „akademischen sowie kommerziellen Forschung“ abdecken. Der Studiengang ist sowohl für AbsolventInnen der entsprechenden Bachelorstudiengänge der DSHS als Vertiefung anschlussfähig, als auch für andere BachelorabsolventInnen aus den Wirtschaftswissenschaften, die sich für eine Spezialisierung an der Schnittstelle zwischen Sport und Wirtschaft interessieren. Als Zulassungsvoraussetzungen werden Englischkenntnisse und ein einschlägiger Bachelorabschluss mit einer Abschlussnote von mindestens 2,5 verlangt. Die persönliche Eignung der Bewerberinnen und Bewerber wird u.a. durch ein Motivationsschreiben überprüft. Die Zulassung zum Studium erfolgt lediglich zum Wintersemester. Die Teilnehmerzahl ist auf 30 begrenzt. Das Studium umfasst eine Regelstudienzeit von vier Semestern (120 CP). Als Abschlussgrad wird „Master of Science“ vergeben. Im ersten Studienjahr belegen die Studierenden Module u.a. aus den Bereichen „Internationale Sportadministration“, „Messung und Evaluierung im Sportmanagement“, „Soziale/Psychologische Aspekte des Sportmanagements“, „Rechtliche Aspekte“ und „Sportmarketingforschung“. Im zweiten Semester beginnt auch die Teilnahme an einem Forschungsprojekt, das sich über zwei Semester erstreckt. Im dritten Semester werden insbesondere die Themenfelder „Sportmarketingforschung“, „Strategie & Planung“ sowie „Sportökonomie/Sportfinanzforschung“ angesprochen. Das Kolloquium für die Masterarbeit bereitet die Erstellung dieser im vierten Semester vor. Der Studiengang ist am Institut für Sportökonomie und Sportmanagement angesiedelt. Das Institut verfügt aktuell über zwei Professuren sowie 14 weitere MitarbeiterInnen. An der Lehre sind darüber hinaus Professuren und wissenschaftliche MitarbeiterInnen aus anderen Instituten der DSHS sowie externe Lehrbeauftragte beteiligt. Die Verantwortung für den Studiengang liegt beim akademischen Leiter/der akademischen Leiterin und seiner Stellvertreterin. Hinzu kommen der Zulassungsausschuss und die Modulverantwortlichen. Die Hochschule hat Studierendenstatistiken vorgelegt, die u. a. Angaben zu Studienzeiten und Verbleibsquoten enthalten, und die Anzahl der AbsolventInnen sowie die durchschnittlichen Abschlussnoten dokumentiert. Folgende Qualitätssicherungswerkzeuge wurden in den vergangenen Jahre von der DSHS auf den Studiengang bezogen angewendet: Studiengangsevaluation (WS 2010/11); Studierendenbefragungen (SoSe2010 und 2011); Lehrendenbefragung (SoSe 2011). Hinzu kommt die Führung von Studierenden- und Prüfungsstatistiken. Aus den Ergebnissen dieser Befragungen wurde u.a. eine Aufstellung mit Stärken und Schwächen des Studiengangs aus verschiedenen Perspektiven (Studierende, Lehrende etc.) erstellt. 37 Bewertung: Qualitätssicherung des Studiengangs Der seit 2009 bestehende Studiengang M.Sc. Sport Management hat an der DSHS alle relevanten Stufen des internen Qualitätssicherungssystems durchlaufen, die in Abschnitt 3.3.3 beschrieben wurden. Im Detail hat die Gutachtergruppe den Ablauf der Evaluation und Re-Zertifizierung betrachtet, um einen Eindruck zu gewinnen, wie die von der Hochschule anvisierte Zeitschiene realisiert wurde. Der Prozess lief von Januar 2011 bis Februar 2012 (Beschluss zur Re-Zertifizierung), mit einem Rückkoppelungsworkshop mit anschließendem Bericht an das Rektorat Ende 2013. Die Gutachtergruppe empfand diesen Zeitraum als angemessen, suchte jedoch Klärung darüber, warum Modulhandbuchänderungen parallel zu diesem Prozess vorgenommen wurden (noch bevor die Evaluationsergebnisse vorlagen). Dies erklärte sich daraus, dass zusätzlich weitere qualitätssichernde Maßnahmen, wie eine „Student Feedback“-Studie, durchgeführt worden waren. Berechtigterweise war die Hochschule darauf bedacht, zeitnah auf ein solches Feedback von Studierenden zu reagieren anstatt in allen Aspekten auf den kompletten Durchlauf des Evaluations- und Re- Zertifizierungsprozesses zu warten. So zeigte sich vielschichtig, dass die DSHS aktiv auf die Ergebnisse aus der Qualitätssicherung reagiert. Aus den Unterlagen zu den einzelnen Prozessen, z.B. zum Rückkoppelungsworkshop, wurde deutlich, dass die Hochschule Studierende und AbsolventInnen routinemäßig an ihren qualitätssichernden Maßnahmen beteiligt hat. Studiengangsziele Der Masterstudiengang Sport Management wurde allerdings nach dem Expertenworkshop noch einmal umpositioniert, um sich zielgerichteter als forschungsorientiertes ‘niche-market program‘von ähnlichen Programmen abzuheben. Damit wird als Qualifikationsziel deutlich die Vorbereitung auf wissenschaftliche Forschung und eventuelle Promotion in den Vordergrund gestellt. Studierende werden sowohl auf fachliche Inhalte vorbereitet als auch angeleitet, relevante übergreifende analytische, abstrahierende und kritische Fähigkeiten zu entwickeln. Aspekte des Studiengangs, insbesondere die Exkursionen, Auslandsaufenthalte und in- und ausländische Gastdozenten aus der Berufspraxis, verhelfen den Studierenden in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und befähigt zum gesellschaftlichen Engagement, insbesondere in diesem Studiengang zur internationalen Kooperation. Zulassung zum Studium Über die Internetseiten sind die Zugangsvoraussetzungen für den Studiengang sowohl für inländische BewerberInnen als auch für Interessierte im Ausland leicht zugänglich. Ein abrufbarer Studiengangsflyer bringt im Kurzformat alle wichtigen Informationen, wie die Zulassungsvoraussetzungen, zusammen. Zusätzlich wird ein „Master-Infotag“ an der Hochschule für alle Personen angeboten, die an der Aufnahme eines Masterstudiums an der Deutschen Sporthochschule Köln interessiert sind. Es werden allgemeine Informationen zu den Voraussetzungen und zum Ablauf der Bewerbung sowie zum Zulassungsverfahren vermittelt. Die Zulassungsvoraussetzungen sind so angesetzt, dass die Anforderungen des Studienganges zu bewältigen sind. Alle zusätzlichen relevanten Fähigkeiten, die erwartet werden, sind auf der Internetseite detailliert aufgelistet. Studierende aus dem Studiengang bestätigten im Rahmen des Verfahrens, dass sie sich vor Studienbeginn gut informiert fühlten. Die forschungsorientierte Fokussierung des Studiengangs hat nach Angaben der Hochschule zunächst nicht mit den Erwartungen der BewerberInnen übereingestimmt. Seitdem bemüht sich die Hochschule sehr, diese Anforderungen transparent zu machen, so dass BewerberInnen mit klaren Vorstellungen in das Studium starten. Geschlechtergerechtigkeit und Chancengleichheit Im Masterbereich ist der Frauenanteil, im Gegensatz zum Bachelorbereich, fast ausgeglichen. Im Gegensatz zu allen anderen Studiengängen an der DSHS ist für den Studiengang Sport Management 38 der Sporteignungstest keine Voraussetzung, was ihn damit für eine breite Interessentengruppe erreichbar macht. Die Gleichstellungsbeauftragte unterstützt die Sporthochschule bei der Umsetzung aller gesetzlichen Vorschriften, die auf die Gleichstellung von Frau und Mann wirken. Sie begleitet Stellenbesetzungen und Berufungsverfahren sowie strukturelle Entwicklungen. Dabei wird sie von der Gleichstellungskommission unterstützt. Die Deutsche Sporthochschule Köln begrüßt ausdrücklich die Bewerbung von Frauen und Studierenden mit besonderen Voraussetzungen (z.B. Migrationshintergrund, Bildungsaufstieg) im Sinne der Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit und macht dies auf ihrer Webseite und Publikationen deutlich. Befähigung zu qualifizierter Erwerbstätigkeit Der Studiengang hat sich zum Ziel gesetzt, Studierende auf Forschung und Beruf vorzubereiten, zum Beispiel im höheren Sportmanagement und im internationalen Sportmanagement. Vorgezeichnete Berufsfelder ergeben sich im Sportmarketing und im Management von öffentlichem und kommerziellem Sport sowie in der Sportselbstverwaltung. Die Zusammenarbeit mit Trägern wie der Anti-Doping Agentur, und durch die Einbindung von AbsolventInnen des Studiengangs werden den Studierenden kontinuierlich Möglichkeiten zum Einblick in verschiedene Berufsfelder geschaffen. Für Studierende, die sich mit einer Geschäftsidee selbstständig machen wollen, bietet die DSHS mit ihrem Partner hochschulgründernetz cologne (hgnc e.V.) ein entsprechendes Beratungsangebot und Unterstützung auf dem Weg in die Existenzgründung an. Inhalte und Niveau Die Inhalte der Module sind stark an der Fachkompetenz des vorhandenen Lehrpersonals ausgerichtet. Dies ermöglicht die angestrebte forschungsorientierte Lehre, welche als Abgrenzungskriterium zu vielen anderen Studiengängen zum Sportmanagement herangezogen wird. Dies ermöglicht einerseits eine Lehre, die an aktuellen Ergebnissen der internationalen Forschung ausgerichtet ist. Andererseits ist die Anzahl von ForscherInnen einer relativ kleinen Hochschule begrenzt und es werden somit die Themen hinsichtlich der Berufsfeldorientierung für die Studierenden zwangsläufig limitiert. Im Ergebnis kann somit das gesamte Spektrum der Sportmanagementinhalte aufgrund fehlender Wahlmöglichkeiten nicht abgedeckt werden. Abgedeckt sind zentrale Bereiche, wie International Sports Governance, rechtliche, psychologische und soziologische Aspekte im Sportmanagement, Strategie und Planungsansätze, Sportfinanzierung; Sportmarketing und Sportökonomie sowie Forschungsprojekte in unterschiedlichen Disziplinen und Messmethoden. Nicht abgedeckt sind aber auch zentrale Forschungsfelder, wie z.B. Sportsteuern, Sportcontrolling, Sport Facility Management und Sportdienstleistungen, welche ebenfalls Berufsfelder in Forschung und der Praxis im Sportmanagement eröffnen. Darüber hinaus gibt es ein sehr spezielles – aber auch wichtiges – Modul zur Olympischen Bewegung und dessen Management. Es gibt aber keine speziellen Module zu anderen Bewegungen im Sport, wie z.B. anderen Megaevents von der FIFA und der UEFA. Dennoch passt das Lehrprogramm gut zur angestrebten Positionierung einer forschungsorientierten Lehre. Es wird auch ein hohes Niveau in der akademischen Ausbildung garantiert, weil die Lehre an die jeweilige Forschung an der Deutschen Sporthochschule Köln gekoppelt ist. Die Ausbildung für wissenschaftlichen Nachwuchs ist demzufolge vorbildlich gewährleistet. Auch in der Praxis gibt es Positionen, für die eine wissenschaftliche Ausbildung von Vorteil ist. Gerade deshalb wäre auch eine klarere Positionierung und Kommunikationspolitik hinsichtlich der der Lernziele und Inhalte wünschenswert, damit den Studierenden vor Aufnahme des Studiums bereits klar ist, für welche Teilbereiche sie sich im Sinne einer Spezialisierung im Masterstudiengang an der Deutschen Sporthochschule optimal weiterqualifizieren können und für welche nicht. 39 Modulbeschreibungen Der Gutachtergruppe wurden die Modulbeschreibungen zum Studiengang vollständig vorgelegt, welche auch im Internet leicht abrufbar sind, und dort jedes Studienjahr neu hinterlegt werden. Dort finden sich ebenfalls die Modulbeschreibungen der Vorjahre für die Studierenden in höheren Semestern. Dieser Aspekt der Informationsaufbereitung ist ausgezeichnet. Mobilitätsfenster Bereits im Studiengangsflyer wird auf die Möglichkeit eines Auslandssemesters hingewiesen. Insbesondere das dritte und vierte Semester des Studiengangs werden von der Hochschule als „auslandsgeeignet“ hervorgehoben. Das Auslandsamt der Hochschule hilft Studierenden sowohl bei einem Studium in Europa oder Übersee als auch bei der Organisation eines Praktikums im Ausland. Wie zu erwarten ist die Nachfrage unter den Studierenden im Rahmen des Masterstudiums nicht hoch, zumal der Anteil ausländischer Studierenden durch die Lehrsprache Englisch ohnehin hoch ist. Studienorganisation Die Verantwortlichkeiten für den Studiengang sind klar geregelt. Für jeden Studiengang listet die Hochschule Studiengangsleitung, Vertretung, Koordination und Modulbeauftragte, die jeweils klare Vorgaben darüber haben, was von ihnen erwartet wird. Die Lehrorganisation ist in der Stabstelle „Akademische Planung und Steuerung“ verortet. Das Aufgabenspektrum der Lehrorganisation umfasst unter anderem die Planung des Lehrbedarfs, die Koordination des Lehrangebots einschließlich der Bedarfsermittlung und Befürwortung von Lehraufträgen, Aktualisierung und Pflege der Modulhandbücher und der Studienpläne sowie die Überprüfung der geleisteten Lehre (Deputatserfassung). Die Studienplätze in den Masterstudiengängen sind auf jeweils 30 Studierende begrenzt. Dadurch werden keine Alternativveranstaltungen angeboten, sondern alle Studierenden absolvieren geschlossen alle für das jeweilige Semester vorgesehenen Lehrveranstaltungen, soweit sie die Voraussetzungen erfüllen. Durch verschiedene qualitätssichernde Maßnahmen überprüft die DSHS immer wieder, ob die Lehrangebote im Studiengang inhaltlich und organisatorisch aufeinander abgestimmt sind. An vorgelegten Modulhandbuchänderungen wurde sichtbar, dass dort, wo zum Beispiel Überschneidungen im Curriculum festgestellt wurden, direkt Modulinhalte modifiziert wurden, um diesem Rechnung zu tragen. Information, Beratung und Betreuung Für den Studienstart hat die DSHS eigene Internetseiten erstellt, die StudienanfängerInnen dabei helfen, sich an der Hochschule zu orientieren. Neben Hinweisen auf wichtige Anlaufstellen und zu den diversen Einrichtungen an der Hochschule, werden über Videotutorials virtuelle Einführungen in Lehre Studium und Forschung gegeben. Über Downloads können grundlegende Informationen und zum Beispiel das „Erstsemester ABC“ heruntergeladen werden. Studierende können die Angebote der zentralen Studienberatung und des Career Service in Anspruch nehmen. Zudem gibt es Serviceangebote des Akademischen Auslandsamt in Bezug auf Mobilitätsangebote und eines IT Helpdesk. Viele Informationsangebote sind durch detaillierte Internetseiten jederzeit abrufbar. Zusätzlich können die Studierenden individuelle Gesprächstermine vereinbaren. Die Studierenden sehen (nach eigenen Angaben) in erster Linie die Studiengangsleitung als erste Anlaufstelle für Fragen und Probleme. Zusätzlich zu festgelegten Sprechstundenzeiten können die Studierenden adhoc-Gespräche arrangieren oder per E-Mail auch außerhalb dieser Zeiten Anliegen vorbringen. Mit der Rücklaufzeit, selbst von externen Lehrenden, waren die im Rahmen der Begehung befragten Studierenden sehr zufrieden. Für Studierende in besonderen Lebenslagen, zum Beispiel mit Behinderung, gibt es ausreichende Angebote. Die Rektoratsbeauftragten für behinderte 40 Studierende stehen für spezielle Fragen zur gezielten Unterstützung vor und während des Studiums zur Verfügung. Modularisierung und Credit Vergabe Der Masterstudiengang Sport Management ist durch eine Vielzahl an Lehr- und Lernformen gekennzeichnet. Der Studienplan weist aus, dass die ursprünglich zwölf, jetzt vierzehn Module, die mit zwischen vier und acht Wochenstunden veranlagt sind, jeweils meist Seminare und Übungen anbieten. Aus den detaillierten Modulbeschreibungen geht hervor, dass viele Module aus Vorlesung, Seminar, Übung, Präsentationen, Gruppenarbeit und selbstständigem Lernen bestehen. Die Studierenden selber heben im Verfahren hervor, dass viele Module besondere Betonung auf Einzel- oder Gruppenpräsentationen legen, während sie selbst mehr Wert auf verstärkten Input der Lehrenden legen würden. Dies war schon 2011 in der Studiengangsevaluation als zentrale Schwäche identifiziert worden. Die zwischenzeitlich erfolgten Modulhandbuchänderungen lassen erkennen, dass Bemühungen unternommen wurden, eine pädagogisch effektivere Balance herzustellen. Die Hochschule hat ein Konzept für die Workloaderfassung, das 2010 entwickelt wurde, nachdem jeder Studiengang alle sieben Jahre einmal eine Workloaderhebung durchläuft. Der Studiengang Sport Management hat im ersten Jahr des Verfahrensmit fünf Studierenden an diesem Prozess teilgenommen, wobei flächendeckend alle Module des Studiengangs miteinbezogen waren. Im Gespräch mit der Gutachtergruppe haben die Studierenden erneut bestätigt, dass der Workload des Studiengangs zwar Schwankungen unterliegt, diese sich aber im Laufe des Jahres ausgleichen, so dass der Workload, der in den Modulhandbüchern angegeben ist, insgesamt sowohl realistisch als auch angemessen ist. Die Hochschule hat für den Studiengang Anerkennungsregeln für an anderen Hochschulen und außerhalb der Hochschule erbrachte Leistungen vorgesehen und diese verbindlich festgeschrieben. Eine mögliche Anerkennung von im Ausland (an Partneruniversitäten) erbrachten Studienleistungen muss vom Studierenden mit der Studiengangleitung vor dem Auslandssemester abgesprochen und von dieser auf dem Antrag auf Anerkennung befürwortet werden. Die Zuständigkeit für die Anerkennung liegt beim Prüfungsausschuss. § 10 der Masterprüfungsordnung legt verbindlich fest, wie die Anrechnung von Studienzeiten, Studienleistungen und Prüfungsleistungen gehandhabt wird. Dies geht konform zur Lissabon-Konvention. Prüfungen und Prüfungsordnungen Die Prüfungsordnung für alle sportwissenschaftlichen Masterstudiengänge ist im Webportal der Hochschule veröffentlicht und offen einsehbar. Diese Prüfungsordnung wurde einer Rechtsprüfung unterzogen. Für jedes Modul ist eine Modulprüfung vorgesehen. Die Formate reichen von 100% schriftliche Prüfung zu Mischformen wie 40% Präsentation und 60% Forschungsreport. Änderungen der Prüfungsform eines Moduls müssen detailliert schriftlich begründet werden, was sicherstellt, dass die Prüfungsformen die zu vermittelnden Kompetenzen angemessen abprüfen. Insgesamt erleben die Studierenden eine Vielzahl an Prüfungsformen und die Angemessenheit dieser Instrumente wurde in der Studiengangsevaluation und Dozentenbefragung überprüft und weitgehend bestätigt. Notwendige Änderungen wurden vorgenommen. Personelle Ressourcen Es sind genügend personelle Ressourcen vorhanden, um die Lehre und Betreuung der Studierenden im Studiengang zu gewährleisten. Der Anteil professoraler Lehre liegt bei diesem Studiengang relativ hoch, was angesichts des Anspruchs auf forschungsorientiertes Lehren auch nicht unangemessen scheint. Die Studierenden wissen insbesondere die Einbindung von externen Lehrbeauftragten und Gastdozenten zu schätzen, die besonders für die Praxis wichtige Impulse geben können, obwohl der 41 hohe Grad an Lehrkräften mit Zeitverträgen auch Anlass zur Besorgnis gegeben hat, wie man in der Studiengangsevaluation feststellte. Sächliche Ressourcen Der Studiengang, der nicht in erster Linie praktisch orientiert ist, ist ausreichend mit Sach- und Fachmitteln, wie Räumlichkeiten, Bibliothek, und Computerarbeitsplätzen, ausgestattet, um die Lehre und Betreuung der Studierenden im Studiengang zu gewährleisten. Die im Rahmen der Vor-Ort- Begehung befragten Studierenden haben bestätigt, dass es ausreichend Zugriff auf geeignete Literatur gibt, wobei englische Materialien vor allem online genutzt werden, während der Präsenzbestand der Bibliothek weitgehend muttersprachliche Bände anbietet. Zusammenfassend kommt die Gutachtergruppe zu dem Schluss, dass der Studiengang den zum Zeitpunkt des Verfahrens aktuellen Kriterien des Akkreditierungsrates für die Programmakkreditierung entspricht. 4 Spezifika der Lehramtsstudiengänge: Umsetzung der landesspezifischen Vorgaben Zum Verfahren: Nach den Vorgaben des Akkreditierungsrates sind Lehramtsstudiengänge im Verfahren der Systemakkreditierung auf zwei Ebenen zu berücksichtigen: Zum einen sind gemäß Abschnitt 5.8 der Verfahrensregeln die landesspezifischen Regelungen für die Akkreditierung von Lehramtsstudiengängen als Merkmal im Rahmen der Stichproben in der zweiten Begehung zur Systembegutachtung zur berücksichtigen. Zum anderen ist gemäß Abschnitt 5.9 – in Anlehnung an die Programmakkreditierung – eine stichprobenartige Begutachtung dieser Studiengänge durchzuführen. Diese „dient insbesondere dazu, die Einhaltung der Vorgaben der Kultusministerkonferenz sowie der landesspezifischen Vorgaben und der Kriterien des Akkreditierung für die Akkreditierung von Studiengängen in diesen Studiengängen zur überprüfen.“ Dazu sind Gutachtergruppen zu bestellen, „die eine sachgemäße fachliche Begutachtung der Studiengänge in allen für die Prüfverfahren relevanten Bereichen gewährleisten. Gutachterinnen und Gutachter aus der Studierendenschaft und der Berufspraxis sowie mindestens ein Mitglied der Gutachtergruppe für die Systemakkreditierung sind zu beteiligen.“ Entsprechend § 11 LABG NRW wurde auch ein Vertreter des Ministeriums für Schule und Weiterbildung NRW an der Begutachtung beteiligt. In Abstimmung mit dem Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW wurde im Juni 2013 festgelegt, dass alle kooperativen Lehramtsstudiengänge an der DSHS Köln in einer stichprobenartigen Begutachtung zusammengefasst werden können, da die DSHS die Lehramtsausbildung ausschließlich im Fach Sport sowie teilweise in den Bildungswissenschaften und diese in Kooperation mit anderen Hochschulen in NRW anbietet. Zudem wurden die Studienangebote in der Lehrerbildung einschließlich der Kooperationsmodelle mit den Universitäten Köln und Siegen im Rahmen gesonderter Programmakkreditierungsverfahren durch Gutachtergruppen in enger zeitlicher Nähe zur anstehenden Stichprobenbegutachtung geprüft. Als GutachterInnen für die stichprobenartige Begutachtung wurden benannt: Prof. Dr. Robert Prohl, Institut für Sportwissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt am Main (Mitglied der Gutachtergruppe für die Systembegutachtung) Prof. Dr. Kerstin Rabenstein, Institut für Erziehungswissenschaft, Georg-August-Universität Göttingen 42 StD Ludger Voßkamp, Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Paderborn (Vertreter der Berufspraxis) Erik Donner, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (Studentischer Gutachter) Als Vertreter des Ministeriums für Schule und Weiterbildung NRW wirkte mit: RSD Peter Meurel, Landesprüfungsamt Dortmund Die Begehung fand am 06.05.2015 in Köln statt. Das Gutachten zur stichprobenartigen Begutachtung wurde der Gutachtergruppe für die Systemakkreditierung zur Verfügung gestellt. Im Folgenden erfolgt eine Zusammenfassung der gutachterlichen Bewertungen zum Merkmal sowie zur stichprobenartigen Begutachtung des Lehramts. Kurzbeschreibung: Die DSHS ist die einzige Hochschule zur Ausbildung von Lehrkräften für das Unterrichtsfach Sport im Rheinland. Sie bietet Teilstudiengänge im Fach für alle Schulformen in NRW (d.h. für „Gymnasien und Gesamtschulen“, „Berufskollegs“, „Haupt-, Real- und Gesamtschulen“ und „Grundschulen“ sowie für das „Lehramt für sonderpädagogische Förderung“) an. Die Umstellung des Lehramtsangebots auf Bachelor- und Masterstudiengänge erfolgte zum Wintersemester 2011/12. Die Teilstudiengänge werden in Kooperation mit der Universität zu Köln sowie der Universität Siegen angeboten. Das zentrale Gremium für die lehrbildenden Teilstudiengänge der DSHS stellt die Steuerungsgruppe Lehramt da. Sie gibt ihre Änderungsvorschläge an die AG Lehre weiter. Das SportlehrerInnen- Ausbildungs-Zentrum (SpAZ) hat die Aufgabe, die Ausbildung der SportlehrerInnen fachübergreifend zu fördern. Es übernimmt u.a. die Studienberatung, die Angebotskoordination und Koordinierung von Forschungsvorhaben sowie die Durchführung von Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung. Für die Teilstudiengänge des Faches Sport und der Bildungswissenschaften ist jeweils eine Studiengangsleitung berufen worden. Die Kooperationsvereinbarung mit der Universität Siegen wurde im Jahr 2013 geschlossen. Die Vereinbarung mit der Universität zu Köln ist Ende 2014 in Kraft getreten. Die DSHS nimmt an den Treffen des Steuerungskreises der Universität Siegen für die Lehrebildung teil. Gleiches gilt für den Lenkungsausschuss der Universität zu Köln. Zugangsvoraussetzung für alle Lehramtsstudiengänge an der DSHS Köln ist grundsätzlich die allgemeine Hochschulreife (oder ein als gleichwertig anzusehender Abschluss bzw. eine gleichwertige berufliche Qualifizierung) und der Nachweis über die besondere Eignung für die Studiengänge im Lehramt Sport. Je nach Schulform werden alle bzw. einige der folgenden Module im Bachelorstudium an der DSHS studiert: „Biologische Grundlagen von Bewegung und Leistung verstehen und anwenden“; „Grund- legende Bewegungserfahrungen initiieren“; „Schulsport verstehen und gestalten“; „Bewegungs- möglichkeiten erkunden und Lernprozesse verstehen“; „Entwicklung der Persönlichkeit verstehen und erleben“; „Sportliche Bewegungen verstehen und vermitteln“; „Persönlichkeitsentwicklung durch Sport fördern“; „Schulsport reflektieren und bewerten“; „Sozialphänomene verstehen und situativ erfahren und beeinflussen“ und „gesunde Lebensführung und Teilhabe durch Sport und Bewegung ermöglichen“. Im Masterstudium werden je nach Schulform zwei bzw. drei der folgenden Module belegt: „Sportunterricht analysieren, planen und auswerten“; Sportspiele wettkampforientiert analysieren und vermitteln“, „Gesellschaftlichen Wandel verstehen und auf Sport beziehen“ und „Kindliche Bewegung diagnostizieren und fördern“. Das erste Mastersemester dient der Vorbereitung auf das 43 Praxissemester und thematisiert Fragen der Planung, Durchführung und Auswertung von Sportunterricht. Studierende sollen darüber hinaus für Unterrichtsstörungen und Konflikte sensibilisiert werden. Die Module des dritten und vierten Mastersemesters sollen einige der im Praxissemester erlebten Situationen und Sachverhalte aufgreifen und Hilfen zur Einordnung und Interpretation geben. Die Studiengänge für Gymnasium/Gesamtschule, Berufskolleg und Haupt-/Realschule (Sekundarstufe I und II) weisen dabei Gemeinsamkeiten auf, während die Grund- und Förderschulen mit eigenen didaktischen Veranstaltungen ausgestattet sind. In allen Schulformen gilt jedoch gleichermaßen, dass alle geplanten Veranstaltungen lehramtsspezifisch sind. Eine gemeinsame Prüfungsordnung regelt den Aufbau des Studiums zwischen den Kooperationspartnern. Lehramtsstudierende an der Deutschen Sporthochschule, die in Kooperation mit der Universität zu Köln für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen eingeschrieben sind, studieren die Bildungswissenschaften an der DSHS Köln in den fünf Modulen des Kerncurriculums (Erziehen, Beurteilen, Unterrichten, Innovieren und Diagnostizieren/Fördern). Lehramtsstudierende, die in Kooperation mit der Universität Siegen für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen eingeschrieben sind, studieren die Bildungswissenschaften im Bachelorstudium an der DSHS Köln und im Masterstudium an der Universität Siegen. Die DSHS verfügt über eine separate Praktikumsordnung für die einzelnen Praktika im Rahmen der Lehramtsausbildung. Regelmäßig stattfindende Gesprächsrunden zwischen den Kooperationspartnern sollen die Studierbarkeit der Angebote sicherstellen. Die studentische Arbeitsbelastung beträgt pro Semester im Studium mit einem anderen Fach und den Bildungswissenschaften ca. 900 Stunden. Je nach Kooperationspartner kann es zu leichten Abweichungen kommen. Ein überschneidungsfreies Studium ist nicht in allen Kombinationen möglich. Dies liegt nach Angaben der DSHS vor allem in der Entfernung der Hochschulstandorte der Kooperationspartner begründet. Die Studierenden sollen u.a. in diesem Zusammenhang intensiv beraten werden. Tutorienprogramme werden angeboten. Da die gestuften Studiengänge im Lehramt erst vor einigen Jahren eingeführt wurden, haben diese nach Angaben der DSHS bislang erst einige Teilschritte im Qualitätssicherungssystem durchlaufen. Im SoSe 2013 fand eine Lehrveranstaltungsevaluation im Bereich Lehramt/Bildungswissenschaften statt. § 5 der OQM sieht die verbindliche Einbeziehung des Ministeriums für Schule und Weiterbildung im Rahmen der externen Begutachtungen vor. Die Leitfäden zur Erstellung von Antragsunterlagen für Studiengänge im Qualitätssicherungssystem der DSHS werden laut Unterlagen der Hochschule aktuell um die landesrechtlichen/bundesrechtlichen Vorgaben zur Lehrerbildung ergänzt. Ergebniszusammenfassung: Insgesamt sind die Ziele der lehramtsbezogenen Teilstudiengänge nachvollziehbar und transparent dargestellt. Die wissenschaftliche Befähigung ebenso wie die Berufsbefähigung und die Persönlichkeitsbildung sind weitgehend gewährleistet. Der Aufbau der Teilstudiengänge folgt den Rahmenvorgaben des Landes. Aktuelle Themen (z.B. Inklusion) werden im Kreis der Lehrenden diskutiert und finden Eingang in die Curricula. Ein entsprechender Prozess muss jedoch noch im QM-System verankert werden (siehe unten). Eine Anpassung der Modulhandbücher an neue Entwicklungen stand zum Zeitpunkt der Begehung noch aus. Die Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern, insbesondere mit der Universität Köln, ist seit Jahren etabliert. Es sind Strukturen der Zusammenarbeit erkennbar, die funktional und auf die 44 Weiterentwicklung von Studiengängen ausgerichtet sind. Nach Aussagen der Beteiligten der DSHS und der Universitäten zu Köln und Siegen sowie insbesondere auch Studierenden funktioniert die Kooperation auch reibungslos. Mit der Eignungsprüfung liegen klar definierte Zugangsvoraussetzungen vor, so dass gewährleistet ist, dass die Studierenden die sportpraktisch-fachdidaktischen Anteile des Lehramtsstudiums absolvieren können, in Bezug auf eine Differenzierung der Anforderungen im Hinblick auf die verschiedenen Lehrämtern muss jedoch noch eine Anpassung an die Landesvorgaben erfolgen. Die Curricula im Fach „Sport“ sowie vor allem die fachdidaktischen Module und die bildungswissenschaftlichen Module sind sinnvoll aufgebaut und im jeweiligen Modulhandbuch dokumentiert. Die geforderten Prüfungsleistungen in den Bachelor- und Masterstudiengängen entsprechen den Vorgaben der KMK. Jedoch muss eine Aktualisierung der fachdidaktischen Modulbeschreibungen dahingehend erfolgen, dass Diagnose und Förderung entsprechend den aktuellen politischen Vorgaben integriert werden. Für die Weiterentwicklung der Module werden in regelmäßigen Zeitabständen gezielte Evaluationen bestimmter Studienanteile bei Lehrenden und Studierenden erhoben und in der Steuergruppe für die Weiterentwicklung der Module genutzt. Die Studienpläne der Bachelorteilstudiengänge in Kooperation mit den Universitäten zu Köln und Siegen sind grundsätzlich so angelegt, dass in zahlreichen Modulen schulformübergreifend ausgebildet wird. Gleichwohl werden insbesondere in den wenig frequentierten Lehrämtern für Sport an Grundschulen und an Förderschulen auch schulformspezifische Aspekte thematisiert. Vor allem im Berufsfeldpraktikum ist eine Übertragung der erworbenen Kompetenzen auch für Berufsfelder außerhalb des Lehramts angelegt. Das Orientierungspraktikum und das Berufsfeldpraktikum werden sinnvoll vorbereitet und begleitet. Im Berufsfeldpraktikum werden kleine Forschungsaufträge erteilt und die Portfolioarbeit wird in Feedbackrunden reflektiert. Das Praxissemester folgt dem Konzept der jeweiligen kooperierenden Hochschule. Die adäquate fachliche Beratung der Studierenden ist zweifelsohne gegeben. Die Prüfungsdichte ist angemessen, zudem ist die Prüfungsorganisation gut strukturiert. Die Pluralität der Prüfungsformen ist gewährleistet. Das Studium ist grundsätzlich in der Regelstudienzeit studierbar, allerdings kann es in einigen Fällen wegen Überschneidungen oder Engpässen im Fach Bildungswissenschaft an den kooperierenden Hochschulen laut Aussage der Studierenden zur Überschreitung der Regelstudienzeit kommen. Die Belastung der Studierenden im Semester und im Hinblick auf Prüfungen scheint angemessen zu sein. Lehramtsstudierenden in besonderen Lebenslagen steht das umfangreiche Beratungsangebot der Hochschule zur Verfügung. Insgesamt ist ein großes Engagement zu erkennen, einzelfallspezifische Lösungen zu finden. Dies wird von allen Beteiligten, auch von den Studierenden immer wieder berichtet. In der Gesamtschau der Gesprächsrunden im Rahmen der Begehung hat sich der Eindruck bestätigt, dass sich auch mit Blick auf die Ressourcenzuweisung die Situation der Lehramtsausbildung in den letzten Jahren verbessert hat. Gleichwohl erscheint die bisherige Praxis, nach der jeder Dozent/jede Dozentin der Hochschule auch in den Lehramtsteilstudiengängen mitwirkt, eine direkte Zuordnung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Lehramtsausbildung jedoch nicht erfolgt, intransparent. Angesichts des Anteils von 30% Lehramtsstudierenden ist die gegenwärtige Vertretung der Fachdidaktik mit zwei Professuren zudem sehr gering. Hier ist eine Aufstockung dringend angeraten, um eine dem Bedarf angemessene Proportion professoraler Lehre zu gewährleisten. 45 Ferner hat sich gezeigt, dass das SpAZ an der Hochschule zwar formal die Aufgaben eines Zentrums für Lehrerbildung übernimmt. Im Gegensatz zur üblichen Praxis an Universitäten ist jedoch keine systematische Beteiligung des SpAZ an Berufungskommissionen vorgesehen, um den Belangen der Lehramtsausbildung Gehör zu verschaffen. Insgesamt bleibt deshalb als eine dringende Forderung festzuhalten, dass die Vertretung der Interessen der Lehrerbildung an der Hochschule stärker institutionalisiert werden sollte, z.B. in Form eines/einer Rektoratsbeauftragten für Lehrerbildung. Das Qualitätssicherungssystem der Hochschule überzeugt in Bezug auf die Lehramtsteilstudiengänge. Innerhalb der DSHS arbeiten die verschiedenen Gremien gut und effektiv zusammen, die Verantwortlichkeiten sind eindeutig bestimmt, die Abläufe zielführend gestaltet. Die Weiterbildung der Lehrenden für die Lehre wird für sehr wichtig gehalten und Angebote dazu unterbreitet. Unklar geblieben ist, wo bzw. bei wem (in welchem Gremien) die Verantwortlichkeiten für die Umsetzung neuer externer Vorgaben angesiedelt sind. Das Aufgreifen und Einspeisen neuer Themen ist stark personengebunden. Empfohlen wird, es an einer bestimmten Stelle institutionell als Aufgabe anzusiedeln. Der Prozess der Einarbeitung veränderter externer Vorgaben (z.B. KMK, AKR und Land NRW) in den Steuerungsprozess muss doch definiert werden. Zusammenfassend kommt die Gutachtergruppe zu dem Schluss, dass die Teilstudiengänge des Lehramtsstudiums zum Zeitpunkt des Verfahrens den aktuellen Kriterien des Akkreditierungsrates sowie den KMK- sowie – abgesehen von dem genannten Anpassungsbedarf – den landespezifischen Vorgaben für die Programmakkreditierung entsprechen. Es sollte jedoch ein Prozess für die Umsetzung von neuen externen Vorgaben festgelegt werden. Nach dem Verständnis des Ministeriums für Schule und Weiterbildung bietet § 11 Abs. 1 des Lehrerausbildungsgesetzes NW derzeit noch keine hinreichende Rechtsgrundlage dazu, Verfahren der Programmakkreditierung von Lehramtsstudiengängen durch Systemakkreditierungen bzw. hochschulinterne Qualitätssicherungsverfahren zu ersetzen. 46 IV. Überprüfung der Kriterien zur Systemakkreditierung D. Kriterium 1: Qualifikationsziele Die Hochschule hat für sich als Institution und für ihre Studiengänge ein Ausbildungsprofil definiert und veröffentlicht. Sie nutzt kontinuierlich Verfahren zur Überprüfung und Weiterentwicklung der Qualifikationsziele ihrer Studiengänge. Die Deutsche Sporthochschule Köln besitzt ein klares Qualitätsverständnis und hat für sich als monothematische Hochschule in den strategischen Leitlinien, dem Leitbild für Studium und Lehre sowie den Leitsätzen guter Lehre ein klares Ausbildungsziel definiert und veröffentlicht. Lediglich die Beziehungen zwischen den einzelnen Ebenen des institutionellen Zielsystems (Leitbild, strategische Leitlinien, Leitbild Studium und Lehre) sowie deren Umsetzung erscheinen unklar und sollten überprüft bzw. auf den neuesten Stand gebracht werden. Qualitätssicherung in Studium und Lehre scheint in der Hochschule bei allen Akteursgruppen als wichtiges Thema angekommen zu sein und auf allen Ebenen unterstützt zu werden. Durch die flächendeckende Einrichtung von StudiengangskoordinatorInnen ist zu erwarten, dass das Qualitätsverständnis auch für die Arbeit in den Instituten handlungsleitende Maxime ist. Außerdem sollten vor dem Hintergrund des von der DSHS selbst formulierten Anspruch zum Thema „Chancengleichheit und Diversity“ darüber hinaus – wie in Kapitel 3.1.1 ausgeführt – geprüft werden, ob und wie die entsprechenden Prozesse zum Gegenstand des Qualitätssicherungssystems gemacht werden können. Die DSHS verfügt über ein konsistentes System der Einhaltung und Überprüfung der Qualifikationsziele auf Studiengangs-, Modul- und Veranstaltungsebene, basierend v.a. auf den Lehrveranstaltungs- und Studiengangsevaluationen sowie den Absolventenstudien und externem Input aus dem Arbeitsmarkt. Die einzelnen Studiengänge verfügen über definierte Qualifikationsziele; diese sind bislang aber nur in informellen Dokumenten (Flyer, Homepage, Unterlagen zur Erstakkreditierung) festgehalten. Im Qualitätssicherungssystem muss zukünftig festgelegt werden, in welchem verbindlichen Dokument die Qualifikationsziele der Studiengänge verbindlich niedergelegt werden (z.B. im Modulhandbuch). Die Gutachtergruppe kommt zum dem Schluss, dass Kriterium 1 mit Einschränkungen erfüllt ist. Zur Erfüllung des Kriteriums konstatiert die Gutachtergruppe folgenden Veränderungsbedarf: Im Qualitätssicherungssystem muss festgelegt werden, in welchem Dokument die definierten Qualifikationsziele der Studiengänge verbindlich niedergelegt werden. E. Kriterium 2: Hochschulinterne Steuerung in Studium und Lehre Die Hochschule nutzt im Bereich Studium und Lehre kontinuierlich ein Steuerungssystem. Dieses sichert unter Berücksichtigung der Kriterien für die Akkreditierung von Studiengängen in der aktuellen Fassung die Festlegung konkreter und plausibler Qualifikationsziele der Studiengänge. Die Qualifikationsziele umfassen fachliche und überfachliche Aspekte, insbesondere wissenschaftliche oder künstlerische Befähigung, die Befähigung, eine qualifizierte Beschäftigung aufzunehmen, die Befähigung zum gesellschaftlichen Engagement und Persönlichkeitsentwicklung. Das System gewährleistet die Umsetzung der Qualifikationsziele und angestrebten Lernergebnisse in Studiengangkonzepte, die studierbar sind und das Erreichen des angestrebten Qualifikationsniveaus und Qualifikationsprofils gewährleisten. Hierzu gehören die realistische Einschätzung und Überprüfung der studentischen Arbeitsbelastung, Anwendung des ECTS, sachgemäße Modularisierung, adäquate Prüfungsorganisation, Beratungs- und Betreuungsangebote, Berücksichtigung der 47 Geschlechtergerechtigkeit und der besonderen Bedürfnisse von Studierenden mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen, Studierenden mit Kindern, von ausländischen Studierenden, Studierenden mit Migrationshintergrund und/oder aus sogenannten bildungsfernen Schichten und sowie Anerkennungsregeln für an anderen Hochschulen erbrachten Leistungen gemäß der Lissabon Konvention und außerhochschulisch erbrachte Leistungen; die adäquate Durchführung der Studiengänge auf der Basis von qualitativ und quantitativ hinreichenden Ressourcen sowie Maßnahmen zur Personalentwicklung und -qualifizierung; die Übereinstimmung der Qualifikationsziele mit dem Qualifikationsrahmen für deutsche Hochschulabschlüsse und die Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben, insbesondere der ländergemeinsamen und landesspezifischen Strukturvorgaben und gegebenenfalls bestehenden Sonderregelungen für Studiengänge, die auf staatlich reglementierte Berufe vorbereiten die Berücksichtigung der Ergebnisse der internen Qualitätssicherung und die Beteiligung von Lehrenden und Studierenden, von AbsolventInnen und externen Expertinnen und Experten sowie von Vertreterinnen und Vertretern der Berufspraxis bei der Entwicklung und Weiterentwicklung der Studiengänge. Im Falle von Studiengängen, die auf staatlich reglementierte Berufe hinführen, sind die entsprechenden Expertinnen und Experten zu beteiligen. Die Deutsche Sporthochschule nutzt im Bereich von Studium und Lehre kontinuierlich ein Steuerungssystem, das Qualifikationsziele und Lernergebnisse nach den geltenden Standards festlegt und grundsätzlich deren Umsetzung gewährleistet. Die Qualifikationsziele umfassen fachliche sowie überfachliche Aspekte, wie wissenschaftliche Befähigung, Employability und die Befähigung zum gesellschaftlichen Engagement und Persönlichkeitsentwicklung. Ein entsprechender Kenngrößen- und Indikatorenkatalog zur Umsetzung der Merkmale guter Lehre ist festgelegt. Das System gewährleistet die Umsetzung der Qualifikationsziele und angestrebten Lernergebnisse in Studiengangkonzepte, die studierbar sind und das Erreichen des angestrebten Qualifikationsniveaus und Qualifikationsprofils gewährleisten. Die Hochschule ist sich dabei insbesondere der Problematik der Formulierung kompetenzorientierter Ziele bzw. des kompetenzorientierten Prüfen bewusst und beschäftigt sich intensiv mit dem Thema. Davon konnten sich die GutachterInnen im Rahmen der Stichprobe zu diesem Thema überzeugen (vgl. Kapitel C1). Durch regelmäßige Workloaderfassungen (spätestens alle sieben Jahre) verfügt die DSHS über ein Verfahren zur Einschätzung der studentischen Arbeitsbelastung. Wie in Kapitel 3.3.1 dargestellt, hält die Gutachtergruppe die Zeitabstände bei den verschiedenen Evaluationsmaßnahmen jedoch teilweise für zu groß, da nicht alle Studierendenkohorten erfasst werden und Korrekturen/Anpassungen ggf. erst sehr spät erfolgen. Hier empfiehlt die Gutachtergruppe kürzere zeitliche Abstände. Die DSHS stellt eine sachgemäße Modularisierung und die Anwendung des ECTS sicher. In regelmäßigen (mind. halbjährlich) Modulleitertreffen sowie den Studiengangskollegien werden die Module inhaltlich und formal überprüft. Darüber hinaus sind innerhalb des Qualitätssicherungssystems Mechanismen vorhanden, die eine adäquate Prüfungsorganisation gewährleisten (vgl. dazu ausführlich: Kapitel 3.3.2). Die Unterstützung und Beratung von Studierenden ist in der Prozesslandkarte als einer der Kernprozesse für Studium und Lehre definiert. Wie in Kapitel 3.3.1 ausgeführt, verfügt die DSHS über ein umfangreiches fachliches und überfachliches Beratungsangebot. Dazu gehört auch ein umfassendes Beratungsprogramm für Studierende mit Kindern, ausländische Studierende, Studierende mit Behinderung und Studierende in besonderen Lebenslagen. Für Lehramtsstudierende wird eine eigene fachspezifische Studienberatung durch das SportlehrerInnen-Ausbildungs-Zentrum angeboten. Anerkennungsregeln für die an anderen Hochschulen erbrachten Leistungen sind in den Prüfungsordnungen entsprechend der Lissabon Konvention geregelt. Noch nicht abgeschlossen ist die Regelung zur Anerkennung von außerhochschulisch erbrachten Leistungen, die bisher nur als 48 Kann-Option in den Prüfungsordnungen vorgesehen sind. Die Hochschule ist aber über die seit dem 01.01.2015 gültige Anforderung des Akkreditierungsrates zur Beauflagung im Rahmen der Studiengangsakkreditierung informiert und plant die Umsetzung. Die Personal- und Sachressourcen der DSHS sind für die adäquate Durchführung der derzeitigen Studiengänge ausreichend. Systematische Maßnahmen zur Personalentwicklung und -qualifizierung werden sowohl für neue Lehrende (Startsprung in die Lehre) als auch für das bestehende Stammpersonal (Fort- und Weiterbildung) durchgeführt. Durch die Überprüfung der Qualifikationsziele der Studiengänge durch die Abteilung HQ und die QVK wird die Übereinstimmung der Qualifikationsziele mit dem Qualifikationsrahmen für deutsche Hochschulabschlüsse sichergestellt. Davon konnte die Gutachtergruppe sich auch im Rahmen der Stichprobe überzeugen (vgl. dazu Kapitel C.1). Durch die Beteiligung von des Dezernats 1 (Studien-, Prüfungs- und Rechtsangelegenheiten), Justitiariat, Abteilung HQ und QVK wird sichergestellt, dass die Curricula den ländergemeinsamen und landesspezifischen Rahmenvorgaben entsprechen. Die Überprüfung der Einhaltung der KMK- Vorgaben erfolgt durch die Abteilung HQ im Rahmen der „Bologna-Konformitätsprüfung“. Bei der Entwicklung bzw. Reform von Studiengängen beteiligt die Hochschule alle relevanten Gruppen, wobei in einzelnen Studiengängen noch verbindlicher auf die Expertise von externen ExpertInnen sowie VertreterInnen der Berufspraxis und Studierenden zurückgegriffen werden muss. Sonderregelungen für Studiengänge, die auf staatlich reglementierte Berufe vorbereiten (hier: Lehramt) sind vorhanden. § 5 der OQM sieht die verbindliche Einbeziehung des Ministeriums für Schule und Weiterbildung (MSW) des Landes NRW vor. Nach dem Verständnis des MSW bietet § 11 Abs. 1 des Lehrerausbildungsgesetzes NW derzeit jedoch noch keine hinreichende Rechtsgrundlage dazu, Verfahren der Programmakkreditierung von Lehramtsstudiengängen durch Systemakkreditierungen bzw. hochschulinterne Qualitätssicherungsverfahren zu ersetzen. Die Gutachtergruppe kommt zum dem Schluss, dass Kriterium 2 mit Einschränkungen erfüllt ist. Zur Erfüllung des Kriteriums konstatiert die Gutachtergruppe folgenden Veränderungsbedarf: Es muss sichergestellt werden, dass externe ExpertInnen und VertreterInnen der Berufspraxis sowie Studierende bereits bei der Entwicklung von Studiengängen verbindlich beteiligt werden. F. Kriterium 3: Hochschulinterne Qualitätssicherung Die Hochschule nutzt ein internes Qualitätssicherungssystem, das den Anforderungen der European Standards and Guidelines for Quality Assurance in Higher Education genügt. Das interne Qualitätssicherungssystem verfügt über personelle und sächliche Ressourcen, die Nachhaltigkeit gewährleisten. Es ist geeignet, die Wirksamkeit der hochschulinternen Steuerung im Bereich von Studium und Lehre zu beurteilen sowie die Sicherung und kontinuierliche Verbesserung der Qualität von Studium und Lehre zu gewährleisten. Es umfasst im Einzelnen die regelmäßige interne und externe Evaluation der Studiengänge unter Berücksichtigung der Studien- und Prüfungsorganisation, die regelmäßige Beurteilung der Qualität von Studium und Lehre durch die Studierenden, die Überprüfung der Kompetenz der Lehrenden in Lehre und Prüfungswesen bei der Einstellung sowie deren regelmäßige Förderung, die regelmäßige Überprüfung der Einhaltung von Vorgaben der Kultusministerkonferenz und des Akkreditierungsrates für die Akkreditierung von Studiengängen, verbindliche Verfahren für die Umsetzung von Empfehlungen und ein Anreizsystem. 49 Es gewährleistet die Beteiligung von Lehrenden und Studierenden, des Verwaltungspersonals, von AbsolventInnen und Vertreterinnen und Vertretern der Berufspraxis und stellt sicher, dass in ihrer Entscheidung unabhängige Instanzen (Personen) die Qualitätsbewertungen im Rahmen von internen und externen Evaluationen vornehmen. Die DSHS Köln verfügt über ein umfassendes und hochschulweites System zur internen Qualitätssicherung, das im „Atlas der Qualitätsgestaltung“ graphisch überschaubar zusammengefasst ist. Die Gutachtergruppe hat den Eindruck gewonnen, dass es den Anforderungen der European Standards and Guidelines for Quality Assurance in Higher Education genügt. Wie in Kapitel 3.3.2 dargestellt, hat die Hochschule sich bereits frühzeitig mit den Anforderungen der Systemakkreditierung auseinandergesetzt und durch die Bereitstellung entsprechender Ressourcen eine gute und nachhaltige Basis für eine zielgerichtete, transparente und effektive Qualitätssicherung geschaffen. In diesem Zusammenhang ist insbesondere die Abteilung für „Hochschulentwicklung und Qualitätsmanagement“ und deren Bedeutung im Prozess der internen Zertifizierung der Studiengänge positiv hervorzuheben. Die Ressourcen für die interne Qualitätssicherung erscheinen den GutachterInnen hinreichend aber auch notwendig, um die Wirksamkeit der hochschulinternen Steuerung im Bereich von Studium und Lehre zu beurteilen und die Sicherung und kontinuierliche Verbesserung der Qualität von Studium und Lehre über den Akkreditierungszeitraum zu gewährleisten. Eine regelmäßige interne und externe Evaluation der Studiengänge ist vorgesehen und – wie in Kapitel 3.3.1 dargestellt – in der OQM verbindlich geregelt. Die DSHS beschreibt zwei geschlossene und miteinander verknüpfte Evaluationsregelkreise auf Ebene der Lehrveranstaltungen und der Studiengänge um eine kontinuierliche Beobachtung der Lehrqualität, die Entwicklung und Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen sowie die allmähliche Etablierung eines konsistenten Qualitätsverständnisses an der Hochschule sicherzustellen. Dazu gehört auch eine interne Erst- Zertifizierung sowie Re-Zertifizierung der Studiengänge, in deren Rahmen nach einer erfolgreichen Systemakkreditierung das Siegel des Akkreditierungsrates vergeben werden soll. Die regelmäßige Überprüfung der Einhaltung von Vorgaben der Kultusministerkonferenz und des Akkreditierungsrates für die Akkreditierung von Studiengängen ist damit gewährleistet; am Beispiel der lehramtsbezogenen Stichprobe ist jedoch deutlich geworden, dass noch nicht klar geregelt ist, an welcher Stelle die Verantwortlichkeiten für die Umsetzung neuer bzw. veränderter externer Vorgaben institutionell angesiedelt sind. Der Prozess zur Einarbeitung neuer Vorgaben in den Steuerprozess ist noch zu definieren. Außerdem ist der Gutachtergruppe im Verfahren nicht ganz klar geworden, wie in Fällen verfahren wird, in denen es Unstimmigkeiten zwischen den evaluierten Bereichen/Personen und dem QM vorliegen. Hierzu sollten entsprechende Eskalationsstufen und festgelegte Verantwortlichkeiten für finale Entscheidungen festgelegt werden. Externe GutachterInnen (FachwissenschaftlerInnen, VertreterInnen der Berufspraxis etc.) werden über Peer-Review-Verfahren eingebunden, deren Rückmeldungen in einem anschließenden internen Workshop diskutiert werden und in dem ein verbindliches Follow-Up erarbeitet werden soll. Die GutachterInnen vermissen in diesem Zusammenhang ein verbindliches Verfahren für die Umsetzung von Maßnahmen und Empfehlungen bzw. Ergebnissen aus der internen Qualitätssicherung. Insbesondere in Bezug auf die Re-Zertifizierung ist noch nicht dokumentiert, auf welcher Basis die Hochschulleitung unter Berücksichtigung aller relevanten Kriterien über die interne Akkreditierung eines Studiengangs entscheidet (vgl. Kapitel 3.3.3). Die Hochschule muss außerdem sicherstellen, dass die externen Evaluationen unter Berücksichtigung der Studien- und Prüfungsorganisation durchgeführt werden, d.h. es muss dafür Sorge getragen werden, dass sich die externen Peers auch tatsächlich mit den akkreditierungsrelevanten fachlichen Fragen und Kriterien befassen (z.B. durch entsprechende Leitfäden, Agendas oder Kriterienkataloge). 50 Außerdem fehlen für die Berufung der Externen bislang verbindliche Auswahlkriterien, die sicherstellen, dass die Externen ihre Qualitätsbewertungen unabhängig vornehmen können. Wie in den Kapiteln 3.2.1 und 3.3.1 dargestellt, ist die systematische und regelhafte Beteiligung von AbsolventInnen, Lehrenden und des Verwaltungspersonals an der Qualitätssicherung im Bereich Studium und Lehre gewährleistet. VertreterInnen der Berufspraxis werden – wie in der Richtlinie zur Evaluation und Re-Zertifizierung eines Studiengangs festgeschrieben – im Rahmen der Studiengangsevaluationen einbezogen. Auch die Studierenden werden systematisch und regelhaft an den Qualitätssicherungsaktivitäten beteiligt. Darüber hinaus empfiehlt die Gutachtergruppe für den gesamten Prozess der Implementierung und Zertifizierung von Studiengängen, die Teilnahme von studentischen TeilnehmerInnen zumindest mit beratender Funktion verpflichtend zu machen. Die Rückkopplung der Ergebnisse der Lehrveranstaltungsevaluation an die Studierenden ist im Qualitätssicherungssystem vorgesehen; erfolgt jedoch noch nicht flächendeckend. Hier gab es Diskrepanzen zwischen den Ausführungen der Lehrenden und der Wahrnehmung der im Rahmen der Begehung befragten Studierenden. Die Hochschulleitung muss Sorge dafür tragen, dass die Umsetzung dieser hochschulinternen Vorgabe auch tatsächlich erfolgt. Eine Überprüfung der Kompetenz der Lehrenden in Lehre und Prüfungswesen erfolgt nicht nur bei der Einstellung sondern erfolgt – wie in Kapitel 3.3.2 dargestellt, auch studiengangsbezogen. In diesem Zusammenhang ist das Fort- und Weiterbildungsangebot der DSHS zu nennen, welches, wie in Kapitel 3.3.2 beschrieben, auch noch weiter ausgebaut werden soll. Ein Anreizsystem ist über die Vergabe von Lehrpreisen, wie in Kapitel 3.2.2 beschrieben, vorhanden. Zum Aufbau des Anreizsystems für „Gute Lehre“ werden die vom Land zur Verfügung Qualitätsverbesserungsmittel verwendet. Die Gutachtergruppe kommt zum dem Schluss, dass Kriterium 3 mit Einschränkungen erfüllt ist. Zur Erfüllung des Kriteriums konstatiert die Gutachtergruppe folgenden Veränderungsbedarf: Der Prozess zur Einarbeitung veränderter externer Vorgaben ist zu definieren Die Hochschule muss sicherstellen, dass die externen Evaluationen unter Berücksichtigung der Studien- und Prüfungsorganisation durchgeführt werden, d.h. es muss sichergestellt werden, dass sich die Peers auch tatsächlich mit den akkreditierungsrelevanten fachlichen Fragen und Kriterien befassen (z.B. durch entsprechende Leitfäden, Agendas oder Kriterienkataloge). Für die Berufung der Externen sind verbindliche Auswahlkriterien vorzulegen, die sicherstellen, dass die Externen ihre Qualitätsbewertungen unabhängig vornehmen können Es ist verbindlich zu dokumentieren, auf welcher Basis die Hochschulleitung unter Berücksichtigung aller relevanten Kriterien über die interne Akkreditierung eines Studiengangs entscheidet. Ein verbindliches Verfahren für die Umsetzung von Maßnahmen und Empfehlungen bzw. Ergebnissen aus der internen Qualitätssicherung (inkl. Fristen für die Umsetzung von Maßnahmen und der Maßnahmenverfolgung) ist zu dokumentieren. Die Hochschulleitung muss Sorge dafür tragen, dass die Umsetzung der hochschulinternen Vorgabe zur Rückkopplung der Ergebnisse der Lehrveranstaltungsevaluation an die Studierenden auch tatsächlich erfolgt. 51 G. Kriterium 4: Berichtssystem und Datenerhebung Die Hochschule nutzt ein internes Berichtssystem, das die Strukturen und Prozesse in der Entwicklung und Durchführung von Studiengängen sowie die Strukturen, Prozesse und Maßnahmen der Qualitätssicherung, ihre Ergebnisse und Wirkungen dokumentiert. Die deutsche Sporthochschule Köln besitzt und nutzt ein internes Berichtssystem. In der Ordnung für Qualitätsmanagement erfolgt die verbindliche Festlegung von Zielen, Verantwortlichkeiten, Planungs- und Umsetzungsprozessen, Ergebnisdarstellung und -verwendung sowie das Follow-Up für die einzelnen QM-Instrumente. Der Atlas der Qualitätsgestaltung dokumentiert das hohe Niveau der Qualitätssicherung in vorbildlicher Weise und bietet einen umfassenden, transparenten und systematischen Überblick über die Lehrorganisation und die einzelnen Qualitätssicherungsprozesse. Darüber hinaus stellt das interne Qualitätssicherungssystem umfassende quantitative und qualitative Daten und Informationen zur Steuerung der Qualität von Studium und Lehre bereit. Hauptgrundlage der internen Akkreditierung/Zertifizierung bieten beispielsweise der SGL-Report und der Fakten- Report, welche in den Selbstreports der Studiengänge Eingang finden. Das die Gutachten bisher eine unterschiedliche Qualität an Struktur und Qualität aufweisen, hat die Hochschule erkannt und stellt diesen Mangel durch Leitfäden und Vorlagen ab. Aus Sicht der Gutachtergruppe hat die Hochschule im Verfahren unter Beweis gestellt, dass sie ein lernendes System besitzt. Der Prozess der Datenerfassung und Datenverarbeitung ist in den Augen der GutachterInnen einwandfrei. Die Strukturen und Prozesse der Qualitätssicherung sind gut und verbindlich im Atlas der Qualitätsgestaltung niedergelegt. Gerade dieser Atlas dokumentiert in einem Handbuch alle relevanten Prozesse der Qualitätssicherung und bietet für neue Mitglieder an der Hochschule einen perfekten Überblick. Die Ergebnisse sind in vielfältiger Weise dokumentiert, z.B. im QM-Report. Optimierungspotential sieht die Gutachtergruppe im Hinblick auf das Dokumentenmanagement, insbesondere auf der dezentralen Ebene. Hierbei gibt es an der Hochschule zahlreiche Insellösungen, welche den Zugriff und Transparenz als Gesamtsystem für den Bereich QM erschweren. Ein Ansatz dieses zu lösen, könnte ein zentrales Dokumentenmanagementsystem sein. Die Gutachtergruppe kommt zum dem Schluss, dass Kriterium 4 erfüllt ist. H. Kriterium 5: Zuständigkeiten Die Entscheidungsprozesse, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten im Steuerungssystem für Studium und Lehre und im internen Qualitätssicherungssystem sind klar definiert und hochschulweit veröffentlicht. Die Deutsche Sporthochschule Köln hat – wie in Kapitel 3.2.1 dargestellt – die Prozessverantwortlichkeiten der einzelnen FunktionsträgerInnen und Gremien in der OQM verbindlich geregelt. Für jeden Hauptprozess sind AnsprechpartnerInnen definiert, die durch die übergreifende „Steuerungsgruppe Prozesse“ unterstützt werden. Eine zentrale Rolle kommt der Abteilung für „Hochschulentwicklung und Qualitätsmanagement“ zu, die u.a. die Durchführung der im Atlas der Qualitätsgestaltung beschriebenen Prozesse sicherstellt. Das interne Qualitätssicherungssystem ist auf der Homepage der Hochschule dokumentiert und öffentlich zugänglich. Darüber hinaus werden regelmäßig Qualitätsberichte veröffentlicht. Somit ist festzustellen, dass Entscheidungsprozesse, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten im Steuerungssystem für Studium und Lehre und im internen Qualitätssicherungssystem klar definiert und hochschulweit veröffentlicht sind. Die Gutachtergruppe kommt zum dem Schluss, dass Kriterium 5 erfüllt ist. 52 I. Kriterium 6: Dokumentation Die Hochschule unterrichtet mindestens einmal jährlich die für Studium und Lehre zuständigen Gremien und darüber hinaus in geeigneter Weise die Öffentlichkeit sowie den Träger der Hochschule und ihr Sitzland über Verfahren und Resultate der Qualitätssicherungsmaßnahmen im Bereich von Studium und Lehre. Für die Dokumentation der Verfahren und Resultate der Qualitätssicherungsmaßnahmen im Bereich von Studium und Lehre hat die DSHS einige innovative Instrumente entworfen, die parallel zum Einsatz kommen und von denen einige aus Sicht der Gutachtergruppe Vorbildcharakter haben. Für die hochschulinterne Veröffentlichung von Protokollen der verschiedenen Gremien wird das Intranet genutzt. Die Hochschulleitung wird jährlich auf einer Sondersitzung von der Abteilung HQ über die Aktivitäten im QM unterrichtet. Die Abteilung HQ erstellt jährlich einen Statusbericht für den Hochschulrat. Zu den einzelnen Studiengängen werden jährlich so genannte Studiengangsfaktenblätter herausgegeben. Darüber hinaus bietet der QM-Report im Zweijahresrhythmus eine sehr gute Übersicht über die bisherigen Ergebnisse der Qualitätssicherungsmaßnahmen auf Studiengangsebene und stellt gleichzeitig eine systematische Zusammenfassung über die Steuerung einzelner Qualitätssicherungsaktivitäten und über Aktivitäten zur kontinuierlichen Verbesserung dar. Die Gutachtergruppe hebt positiv hervor, dass die bisher vorliegenden Reports durchaus auch selbstkritische Analysen sowie die damit verbundenen Handlungsstrategien beinhalten. Die Information des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein- Westfalen erfolgt jährlich durch die Ziel- und Leistungsvereinbarungen und den Fortschrittsbericht, welcher detailliert Auskunft über Optimierungen, Ergebnisse von Evaluationen, die Arbeit der relevanten Gremien sowie die Verwendung von Mitteln im Bereich Studium und Lehre gibt. Mit dem aktuellen Webportal wird das Qualitätssicherungssystem der Hochschule effektiv nach außen visualisiert. Die Qualitätsmanagementseiten geben so auch für die interessierte Öffentlichkeit detailliert Aufschluss über die aktuellsten Ergebnisse der Lehrveranstaltungsevaluationen, der AbsolventInnenbefragung, und des Studienqualitätsmonitors. Außerdem können Informationen zur Zertifizierung bzw. Re-Zertifizierung, den Qualitätszielen und zum Projekt Systemakkreditierung aufgerufen werden, was aus Sicht der Gutachtergruppe sehr effektiv zur Transparenz und Erfüllung von Rechenschaftsverpflichtungen beiträgt. Die Gutachtergruppe kommt zum dem Schluss, dass Kriterium 6 erfüllt ist. J. Kriterium 7: Kooperationen Beteiligt oder beauftragt die Hochschule andere Organisationen im Bereich von Studium und Lehre, stellt sie durch geeignete Maßnahmen die Qualität der betreffenden Studiengänge und ihre kontinuierliche Verbesserung sicher. Umfang und Art bestehender Kooperationen mit anderen Hochschulen, Unternehmen und sonstigen Einrichtungen sind beschrieben und die der Kooperation zu Grunde liegenden Vereinbarungen dokumentiert. Die DSHS verfügt über ein breites Netz langjähriger nationaler und internationaler Kooperationspartner sowohl im akademischen Bereich (ERASMUS) als auch in verschiedenen Berufsfeldern, die durch Kooperationsverträge geregelt und verstetigt sind. Den Studierenden bietet sich damit ein breites Spektrum für Studienaustauschprogramme und berufsfeldqualifizierende Praktika. Gemeinsame Studienprogramme mit ausländischen Hochschulen (Joint Programmes) werden nach Angaben der DSHS nicht angeboten. In einzelnen Masterprogrammen besteht die Option zum Erwerb eines Doppelabschlusses (Double Degree), die in § 21 der 7. Änderungssatzung der Prüfungsordnung 53 für die sportwissenschaftlichen Masterstudiengänge (vom 21.10.2014) geregelt ist. Studien- und Prüfungsleistungen, die wie vorgesehen für den Doppelabschluss an einer Kooperationshochschule erbracht werden, werden demnach vollständig und ohne Gleichwertigkeitsprüfung anerkannt. Die Gutachtergruppe kommt zum dem Schluss, dass Kriterium 7 erfüllt ist. V. Akkreditierungsempfehlung der Gutachterinnen und Gutachter Vor dem Hintergrund der obigen Ausführungen empfehlen die Gutachterinnen und Gutachter der zuständigen Akkreditierungskommission von AQAS, die Systemakkreditierung der Deutschen Sporthochschule Köln auszusprechen und diese mit den folgenden Auflagen zu verbinden: 1. Im Qualitätssicherungssystem muss festgelegt werden, in welchem Dokument die definierten Qualifikationsziele der Studiengänge verbindlich niedergelegt werden. 2. Es muss sichergestellt werden, dass externe ExpertInnen und VertreterInnen der Berufspraxis sowie Studierende bereits bei der Entwicklung von Studiengängen verbindlich beteiligt werden. 3. Für die Berufung der Externen sind verbindliche Auswahlkriterien vorzulegen, die sicherstellen, dass die Externen ihre Qualitätsbewertungen unabhängig vornehmen können. 4. Es ist ein Prozess zur verbindlichen Einarbeitung neuer externer Vorgaben (z.B. KMK, AKR und Land NRW) zu definieren 5. Die Hochschule muss sicherstellen, dass die externen Evaluationen unter Berücksichtigung der Studien- und Prüfungsorganisation durchgeführt werden, d.h. es muss sichergestellt werden, dass sich die Peers auch tatsächlich mit den akkreditierungsrelevanten fachlichen Fragen und Kriterien befassen werden (z.B. durch entsprechende Leitfäden, Agendas oder Kriterienkataloge). 6. Es ist verbindlich zu dokumentieren, auf welcher Basis die Hochschulleitung unter Berücksichtigung aller relevanten Kriterien über die interne Akkreditierung eines Studiengangs entscheidet. 7. Ein verbindliches Verfahren für die Umsetzung von Maßnahmen und Empfehlungen bzw. Ergebnissen aus der internen Qualitätssicherung (inkl. Fristen für die Umsetzung von Maßnahmen und der Maßnahmenverfolgung) ist zu dokumentieren. Auch fachliche Monita müssen zu Auflagen führen können. 8. Die Hochschulleitung muss Sorge dafür tragen, dass die Umsetzung der hochschulinternen Vorgabe zur Rückkopplung der Ergebnisse der Lehrveranstaltungsevaluation an die Studierenden auch tatsächlich erfolgt. Zur Weiterentwicklung des Qualitätssicherungssystems werden darüber hinaus die folgenden Empfehlungen gegeben: 1. Es wird empfohlen, dass die Beziehungen zwischen den einzelnen Ebenen des institutionellen Zielsystems (Leitbild, strategische Leitlinien, Leitbild Studium und Lehre) sowie deren Umsetzung überprüft und aktualisiert werden. 2. Vor dem Hintergrund des von der DSHS selbst formulierten Anspruchs zum Thema „Chancengleichheit und Diversity“ sollte geprüft werden, ob und wie die entsprechenden Prozesse zum Gegenstand des QM gemacht werden können. 54 3. Die Zeitabstände der verschiedenen Evaluationsmaßnahmen (spätestens alle 7 Jahre) sollte verkürzt werden, da mit der derzeitigen Regelung nicht alle Studierendenkohorten erfasst werden und Korrekturen/Anpassungen ggf. erst sehr spät erfolgen. 4. Für Fälle von Unstimmigkeiten zwischen den evaluierten Bereichen/Personen und dem QM sollten entsprechende Eskalationsstufen und festgelegte Verantwortlichkeiten für finale Entscheidungen festgelegt werden. 5. Es wird empfohlen, für den gesamten Prozess der Implementierung und Zertifizierung von Studiengängen, die Teilnahme von studentischen TeilnehmerInnen zumindest mit beratender Funktion verpflichtend zu machen. 6. Es wird empfohlen, das Dokumentenmanagement, insbesondere auf der dezentralen Ebene, zu optimieren.

  • DSHS_QM_Report_2020_21.pdf
    QM REPORT Der Qualitätsbericht für Studium und Lehre an der Deutschen Sporthochschule Köln STUDIENJAHRE 2020/2021 REFLEXION WIRKSAMKEIT DIGITALISIERUNG KONTINUITÄT PASSUNG Partizipation als Herausforderung Zwischen Kontinuität & Entwicklung Digital – Hybrid - Präsenz | | Liebe Kolleg:innen, liebe Hochschulangehörige, liebe Leser:innen, wir freuen uns, Ihnen den sechsten QM-Report für die Berichtsjahre 2020 und 2021 vorlegen zu dürfen. Das Systemrezertifizierungsverfahren ist erfolgreich durchlaufen und wir freuen uns über das Gutachten, welches konstatiert, dass unser QM-System „über die Jahre gereift, gut und zielgerichtet funktioniert, …[dass] es auf Qualitäts- entwicklung ausgerichtet und von einem intensiven Austausch innerhalb der Hochschule geprägt ist.“ Insbesondere in den pandemisch geprägten Jahren 2020 bis 2022 hat sich gezeigt, dass unsere Kommunikationskultur der Grund- pfeiler dafür war, den außergewöhn- lichen Anforderungen in Studium und Lehre gerecht zu werden. Die Deutsche Sporthochschule Köln hat bewiesen, sie kann nicht nur reagieren, sondern aktiv gestalten. Schnell und effektiv wurden sowohl methodisch- didaktisches als auch technisches Wissen und Können im Bereich der digitalen Lehre konzipiert und vermittelt. Es galt, „Lehre auf Distanz“ zu gestalten, Gelingensbedingungen von Studium und Lehre durch Austausch und Kooperation von Studierenden und Lehrenden auszuloten, Lernmethoden und Lehr-Lernprozesse zu reflektieren und dabei stets die Balance zwischen dem Erreichen der Lern- und Studienziele und einer größtmöglichen gesundheit- lichen Sicherheit zu wahren. Alle Akteur:innen – Studierende, Dozier ende, Mitglieder der Hochschule – haben sich den Herausforderungen gestellt, gemeinsam gehandelt und Lösungen für die sich ständig ändernde pandemische Lage gefunden. Aufgrund der auferlegten Kontaktbe schränkungen wurden auch die Prozesse des Qualitätsmanagements zeitweise fast vollständig in den virtuellen Raum verlegt. So waren Teilnahmen an Bege- hungen, Studiengangsevaluationen und Prozessen der Maßnahmenentwicklung nur in digitalen Formaten möglich. Trotz des technischen Fortschritts waren der gemeinsame kritische Diskurs und Aus- tausch, die Gelegenheiten des Netzwer- kens und des Ideen-Schmiedens dadurch teilweise erschwert. Unabhängig davon konnte die Partizipation aller Status- gruppen an den QM-Verfahren durchgän- gig sichergestellt werden. Kennzeichnend für den Berichtszeit- raum haben wir den QM-Report unter die Oberthemen „Digital – Hybrid – Präsenz“, „Zwischen Kontinuität und Entwicklung“ und „Partizipation als Herausforderung“ gestellt. Die Veröffentlichung des QM-Reports 2020/22 erfolgt aufgrund der verzögerten Siegelvergabe im Verfahren der Systemrezertifizierung erst im Spätsommer 2023. Wir bitten dies bei der Lektüre zu berücksichtigen. Wir freuen uns auf Ihre Reaktionen und Rückmeldungen zum vorliegenden QM-Report. Ines Bodemer Carolin KrummProf. Dr. Jens Kleinert | 5 4 | | | Inhaltsverzeichnis Kap. 1 – Die Deutsche Sporthochschule Köln 12 und ihr Qualitätsmanagementsystem Kap. 1.1 – Kurzporträt Deutsche Sporthochschule Köln 13 Kap. 1.2 – Kerndaten aus Studium und Lehre 14 Kap. 1.3 – Kurzporträt Qualitätsmanagementsystem 22 Kap. 1.4 – Ausgewählte Ergebnisse 25 Kap. 2 – (Re-)Akkreditierungsverfahren als Chance 32 der Reflexion und Weiterentwicklung Kap. 2.1 – Akkreditierungen 33 Kap. 2.2 – Studiengangsevaluationen und Rezertifizierungen 35 Kap. 2.3 – Weiterentwicklung auf Ebene der Studiengänge 39 Kap. 3 – Gute Lehre fördern – Digital – Hybrid – Präsenz 42 Kap. 3.1 – Digitalisierung in Studium und Lehre 43 Kap. 3.2 – Qualifizierung und Beratung für Lehrende 47 Kap. 3.3 – Lehrpreise 51 Kap. 3.4 – Tutorienprogramm – ausgezeichnete Arbeit 53 auch in Ausnahmesituationen Kap. 3.5 – Förderprogramme in Studium und Lehre 54 Kap. 3.6 – Qualitätsverbesserungsmittel 57 Kap. 3.7 – Studium und Lehre in Bewegung 58 Kap. 4 – Weiterentwicklung des Qualitätsmanagementsystems – 60 Im Spannungsfeld von Kontinuität und Entwicklung Kap. 4.1 – Systemreakkredierung 61 Kap. 4.2 – Weiterentwicklung von Evaluationsinstrumenten 63 Stichwortverzeichnis 70 | 7 6 | | | Digital – Hybrid – Präsenz Neue Herausforderungen für Studium und Lehre Bild: Conny Beißler »Unser Dank und ein großes Kompliment geht an unsere Studieren- den. Im Umgang mit der teilweise doch sehr ungewohnten Situation waren sie besonnen, gewissenhaft und diszipliniert. So konnten wir gemeinsam wirklich große Herausforderungen meistern.« Prof. Dr. Jens Kleinert, Prorektor für Studium und Lehre der DSHS Köln (Juli 2022) | 9 8 | | | Zwischen Kontinuität und Entwicklung Gestaltungsspielräume ermöglichen Qualitätsentwicklung »Die Digitalisierung in Lehre und Studium muss Vielfalt zulassen. Denn Fächer und Disziplinen haben ebenso unterschiedliche Bedarfe wie die in Größe und Typus verschiedenen Hochschulen. Ziel ist es, digitale Elemente dort einzusetzen, wo sie die Lehre verbessern können [...].« Wissenschaftsrat: Empfehlungen zur Digitalisierung in Lehre und Studium (2022) Bild: Conny Beißler | 11 10 | | | Partizipation als Herausforderung Hochschule ist Ort der Begegnung »Ich bin überzeugt: Die Universität als öffentlicher Raum wird durch Digitalisierung niemals überflüssig, niemals obsolet! Ein Präsenzstudium, das von der Begegnung, vom Austausch lebt, können auch noch so viele Zoom-Konferenzen niemals ersetzen. Der Splitscreen, die „Verkachelung“ der Universitäten, wie es der Berliner Historiker Paul Nolte formuliert hat, die darf nicht zur Normalität werden.« Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Rede an die Studierenden in Deutschland, 12. April 2021 Bild: Conny Beißler | 13 12 | | | Die Deutsche Sporthochschule Köln (DSHS Köln) ist einzigartig in ihrer thematischen Ausrichtung und nimmt national wie international eine füh- rende Rolle in der Sportwissenschaft ein. Während die Sportwissenschaft an anderen Universitäten neben vielen weiteren Fachgebieten steht, existiert an der DSHS Köln eine außergewöhnliche Konstellation: An 19 wissenschaftlichen Instituten wird nicht nur die gesamte Breite, sondern auch die entsprechende Tiefe der sport- und bewegungswissen- schaftlichen Teildisziplinen im Bereich der Sozial-, Geistes- und Lebenswissen- schaften abgebildet. Die Forschungs-, Lehr- und Transferaktivitäten der etwa 900 Mitarbeiter:innen sind dabei auf „Sport und Bewegung“ als gemeinsamen übergreifenden Bezugspunkt ausgerichtet und orientieren sich an den Leitthemen Leistung, Gesundheit, Gesellschaft und Bildung. Die gebündelte Fachkompe- tenz an einem Standort ermöglicht eine einzigartige Interdisziplinarität und die Möglichkeit, komplexe gesell- schaftliche Themen aus verschiedenen sportwissenschaftlichen Perspektiven zu beleuchten. Das Spektrum reicht von Gesundheitsthemen über biomechanische und psychologische Fragestellungen bis hin zur ökonomischen, historischen und ethischen Betrachtung des Sports. Monothematisch gesehen gehört die DSHS Köln mit ihren knapp 6.000 Studierenden und den angebotenen 26 Studiengängen zu den größten sportwissenschaftlichen Universitäten weltweit. Im klassischen Vergleich über die Studierendenzahl ge- hört sie im nationalen Vergleich eher zu den kleineren Universitäten. Ihre Einzig- artigkeit dokumentiert sich u.a. allerdings darin, dass in einem üblichen Semester 14.318 Unterrichtseinheiten (Mittelwert über SoSe 2016 – WiSe 17/18) in der forschungsbasierten Sportpraxis gelehrt werden. Eine besondere Bedeutung kommt dieser sportpraktischen Lehre da- bei auch in den Lehramtsstudiengängen zu, in denen ca. ein Drittel der Studie- renden der Hochschule auf das Berufs- feld Sportlehrer:in vorbereitet werden. Der Stellenwert der Lehrer:innenbildung erschließt sich über Statistiken, die aus- weisen, dass in Nordrhein-Westfalen etwa jede zweite Lehrkraft des Faches Sport in Köln ausgebildet wurde, bundesweit etwa jede:r fünfte. Alle Studiengänge sind fachübergrei- fend aufgestellt und werden instituts- übergreifend organisiert. Besonders hervorzuheben ist, dass aufgrund der monothematischen Ausrichtung und der Binnenorganisation der Hochschule alle wissenschaftlichen Institute und nahezu alle Dozierenden die Studiengän- ge bedienen und die Einheit zwischen Forschung und Lehre ein stabiles Fundament der fachwissenschaftlichen, disziplinspezifischen und themen orientierten Ausrichtung in Studium und Lehre bildet. Seit 2008 bilden die Institute und an- deren wissenschaftlichen Einrichtungen die organisatorischen Grundeinheiten der DSHS Köln. Aufgrund der monothema tischen Ausrichtung existieren an der Hochschule keine Fakultäten. Nach Inkrafttreten des Hochschulfreiheits- gesetzes NRW vom 31.10.2006 hat die DSHS Köln im Jahr 2007 ihre Organisati- onsstruktur reorganisiert und verzichtet seither auf eine Fachbereichsstruktur. Die Aufgaben und Befugnisse, die laut Hochschulgesetz Fakultäten oder Fachbe- reichen zugeordnet sind, wurden entwe- der an das Rektorat, den Senat oder an die Universitätskommissionen des Senats übertragen. Kurzporträt Deutsche Sporthochschule Köln1.1 Die Deutsche Sporthochschule und ihr Qualitätsmanagementsystem KAPITEL 1 1.1 Kurzporträt Deutsche Sporthochschule Köln 1.2 Kerndaten aus Studium und Lehre 1.3 Kurzportrait Qualitätsmanagement in Studium und Lehre 1.4 Ausgewählte Ergebnisse aus dem Qualitätsmanagement Die Deutsche Sporthochschule Köln vereint qualifizierte Lehre, internationale Forschung und Spitzensport auf höchstem Niveau. Sie ist Deutschlands einzige Universität, die sich ausschließlich dem Themenfeld Sport und Bewegung widmet. Die Vielfalt ihres Ausbildungsangebots bereitet die Studierenden optimal auf das sich immer weiter ausdifferenzierende Berufsfeld Sport vor [Kap. 1.1, Kap. 1.2]. Das Qualitätsmanagementsystem in Studium und Lehre ist gereift und erkennbar auf Weiterentwicklung ausgerichtet. Reflexion und Weiterentwicklung spielen eine große Rolle und sind bewusst in die Prozesse eingebaut [Kap. 1.3]. Ergebnisse der Absolvent:innenstudie und der in 2020 überarbeiteten Studierenden- und Dozieren- denbefragungen belegen die Attraktivität des Lehrprofils [Kap. 1.4]. Mehr zu den Weiterentwicklungen des QM-Systems zwischen Kontinuität und Entwicklung lesen Sie in Kapitel 4. | 15 14 | | | Campus und Infrastruktur Im Westen von Köln gelegen, vereint der Campus der DSHS Köln Lehr- und For- schungseinrichtungen (19 wissenschaft- liche Institute, fünf Transferzentren, vier An-Institute), Wohnraum für Studieren- de (vier Wohnheime für insgesamt 96 Studierende), Grünanlagen, Sportflächen (61.000 m²) sowie die universitätsnahe Infrastruktur auf einer Gesamtfläche von 187.000 m². Das neueste Gebäude auf dem Hochschulcampus ist das Instituts- gebäude für Naturwissenschaften und Medizin. Das hochmoderne Forschungs- gebäude beherbergt zwölf Institute der DSHS Köln auf insgesamt 7.700 m². Das Gebäude bietet außerdem 3.700 m² La- borräume, 2.800 m² Büro-und Instituts- nutzungsräume sowie acht multifunktio- nale Seminarräume mit insgesamt 1.200 m². Für den Lehrbetrieb stehen weiterhin auf dem gesamten Campus neben vier Hörsälen insgesamt 29 Seminarräume, 22 Freiplätze und 24 Sporthallen zur Verfügung. Mit der Zentralbibliothek der Sportwis- senschaften (ZB Sport) ist zudem die weltweit größte Spezialbibliothek des Sports und der Sportwissenschaft an der DSHS Köln angesiedelt. Ihr Bestand umfasst insgesamt mehr als 440.000 Medien, davon mehr als 23.000 Dip- lom-, Bachelor- und Masterarbeiten von Absolvent:innen der DSHS Köln sowie ca. 6.300 Dissertationen. Weiteres Wissens- wertes zum Campus der DSHS Köln ist der Abbildung 1 zu entnehmen. Kerndaten aus Studium und Lehre1.2 Wissenswertes rund um den Campus Abb. 1 61.000 m21.600 2.200 m3 Skihalle 51.545 m³115 SportflächenBäume auf dem Campus Fassungsvermögen des Schwimmerbeckens im Schwimmzentrum + 2.100 m³ im Springerbecken Bis in die 1990er Jahre hatte die DSHS auf dem Campus noch eine eigene Wasser wurden 2021 aus den sechs Trinkwasserspendern, die auf dem Campus stehen gezapft (141,2 Liter / Tag). Das Archivgut im Carl und Liselott Diem-Archiv sowie in der ZB-Sport erstreckt sich über ca. 1.000 Meter Bodenmatten Turn-, Weichboden-, und Niedersprungmatten werden etwa pro Jahr durch alle Studierenden des BAS3- Moduls „Ausdauerfähigkeit“ zurückgelegt Bälle für Rückschlag- spiele Badminton, Tischtennis und Tennis 30.000 km 3.000 Konsekutive Bachelorstudiengänge Sprache Studienplätze / Semester im Studienjahr 2020/2021 Winter Sommer ∑ B.A. Sport- und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport (SBV) Deutsch 62 61 123 B.A. Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie (SGP) Deutsch 93 61 154 B.A. Sportmanagement und Sportkommunikation (SMK) Deutsch 92 62 154 B.A. Sportjournalismus (SPJ) Deutsch 32 0 32 B.Sc. Sport und Leistung (SUL) Deutsch 94 63 157 Konsekutive Masterstudiengänge Sprache Studienplätze / Semester im Studienjahr 2020/2021 Winter Sommer ∑ M.A. International Sport Development and Politics (DEV) Englisch 31 0 31 M.Sc. Leistung, Training und Coaching im Spitzensport (LTC) Deutsch 31 0 31 M.A. Sport-, Medien- und Kommunikationsforschung (MKF) Deutsch 31 0 31 M.A. Rehabilitation, Prävention und Gesundheitsmanagement (RGM) Deutsch 31 0 31 M.Sc. Sport- und Bewegungsgerontologie (SBG) Deutsch 31 0 31 M.Sc. Sport Management (SMA) Englisch 31 0 31 M.Sc. Sporttourismus und Destinationsmanagement (TDM) Deutsch 31 0 31 M.Sc. Human Technology in Sports and Medicine (TSM) Englisch 32 0 32 M.Sc. Psychology in Sport and Exercise (PSE) Englisch 31 0 31 Weiterbildungsmaster Sprache Kooperation M.A. Tanz - Vermittlung, Forschung, künstlerische Praxis Deutsch M.A. Olympic Studies Englisch IOC M.A. Spielanalyse Deutsch M.Sc. Sportphysiotherapie Deutsch M.Sc. Sport, Bewegung und Ernährung Deutsch M.A. Führungskompetenz und Management im Spitzensport Deutsch LL.M. Sportrecht Deutsch JLU Gießen Abschlussmöglichkeiten in Kooperation mit Konsekutive Studiengänge in der Lehramtsausbildung Universität zu Köln Universität Siegen Lehramt an Grundschulen B. A./M. Ed. B. A./M. Ed. Lehramt für sonderpädagogische Förderung B. A./M. Ed. -/- Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen B. A./M. Ed. B. A./M. Ed. Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen B. A./M. Ed. B. A./M. Ed. Lehramt an Berufskollegs B. A./M. Ed. B. A./M. Ed. Bildungswissenschaften an Gymnasium und Gesamtschulen B. A./M. Ed. B. A./- Tab. 1 Studienangebot der DSHS Köln | 17 16 | | | Gesamtstudierende Bachelor Master Lehramt Diplom Promotion Studien- und Lehrangebot Das konsekutive Studienangebot der DSHS Köln umfasst fünf sportwissen- schaftliche Bachelorstudiengänge, neun sportwissenschaftliche Masterstudien- gänge (davon vier in englischer Spra- che) sowie jeweils sechs Bachelor- und Masterstudiengänge in der Lehramtsaus- bildung, die sich aus den beiden Fächern Sport und den Bildungswissenschaften zusammensetzen [s. Tab. 1]. Ein weiteres Fach muss dabei an einer der beiden Kooperationshochschulen in Köln oder Siegen studiert werden. Etwa ein Drittel der Studierenden der DSHS Köln wird auf das Berufsfeld Sportlehrer:in vorbereitet. Der Stellenwert der Lehrer:innenbildung wird von Statistiken unterstrichen, die ausweisen, dass in Nordrhein-Westfalen etwa jede:r zweite Lehrkraft des Faches Sport in Köln ausgebildet wurde, bundes- weit etwa jede:r fünfte. In Summe stehen in den konsekutiven BA- und MA sowie den Lehramtsstudien- gängen jährlich ca. 1.460 Studienplätze zur Einschreibung zur Verfügung. Neben der konsekutiven wissenschaftlichen Ausbildung bietet die DSHS Köln auch die Möglichkeit zur akademischen Weiterqualifizierung an. Das Angebot in diesem Bereich umfasst insgesamt sieben Weiterbildungsmaster im sportwissen- schaftlichen Kontext, die berufsbeglei- tend studiert werden können [s. Tab. 1]. Darüber hinaus bietet die DSHS Köln die Möglichkeit zur Promotion und damit verbunden einen eigenen Promotions studiengang an. Das curriculare Lehrangebot an der DSHS Köln umfasst im Durchschnitt etwa 1.200 Lehrveranstaltungen bzw. 2.400 SWS pro Semester (ohne Weiterbildungsangebote) [s. Abb. 2]. Im Rahmen der sogenannten „LSF-Bewerbungsphasen“ werden semes- terlich insgesamt ca. 87.000 Bewerbun- gen auf diese Veranstaltungen abgegeben und innerhalb eines komplexen Vergabe- verfahrens verarbeitet. Auf diesem Weg werden pro Semester zwischen 25.000 und 26.000 Zulassungen zu Lehrveran- staltungen verteilt, von denen mehr als 90 % der höchsten Priorität und somit der Wunschveranstaltung entsprechen. Über alle Lehrveranstaltungen hinweg erreicht die Hochschule eine Auslastung von ca. 86 %. Wie in allen Bereichen des öffentlichen Lebens wurde auch die Lehre an der DSHS Köln maßgeblich durch die Corona- Pandemie geprägt, die den gesamten Be- richtszeitraum dieses Reports bestimmte. In dieser Zeit konnte der überwiegende Anteil der vorgesehenen und geplanten Veranstaltungen in teilweise digitaler Form, in den sportpraktischen Veran- staltungen auch mit entsprechenden Präsenzanteilen stattfinden. So mussten im WiSe 20/21 von insgesamt 1.230 geplanten Lehrveranstaltungen (davon 458 Sportpraxiskurse) lediglich 18 Exkur- sionen im Bereich Wintersport aufgrund geschlossener Skiregionen und Beherber- gungsverboten gestrichen werden. Studienbewerbungen und Studierende Von der Corona-Pandemie war an der DSHS Köln der sportpraktische Eignungs- test (ET) besonders stark betroffen. Der als Zugangsvoraussetzung für alle grundständigen Studiengänge gesetz- te Test konnte aufgrund zahlreicher Restriktionen im Zeitraum März 2020 bis Juli 2021 nicht stattfinden. Vor diesem Hintergrund gab es im WiSe 20/21 sowie im SoSe 2021 im Rahmen einer Sonderregelung die Möglichkeit einer vorläufigen Immatrikulation ohne bestandenen ET, der von allen neu immatrikulierten Studierenden innerhalb dieser Regelung bis zum Start des WiSe 21/22 nachgereicht werden musste. Dieser einmalig erleichterte Zugang wirkte sich erwartungsgemäß deutlich auf die Bewerbungszahlen in dieser Zeit aus. So wurden im WiSe 20/21 insgesamt 4.619 Anträge auf einen Platz in den sportwissenschaftlichen Bachelorstudi- engängen an der DSHS Köln eingereicht, Wissenswertes rund um das Lehrangebot (WiSe 21/22) Abb. 2 1.244 Anzahl Lehrveranstaltungen davon sportpraktische Kurse: 475 davon pandemiebedingt ausgefallen: 0 85,74 % Auslastung aller Lehrveranstal- tungen 156 Anrufe in der LSF-Hotline 86.870 Bewerbungen im Rahmen der LSF-Phasen Zulassungen zu Lehrveranstaltungen davon mit Priorität 1: 86,31 % 26.518 Anzahl der Studierenden an der DSHS Köln im Zeitverlauf 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 6.000 Abb. 3 y-Achse: Anzahl der Studierenden W iS e 07 /0 8 W iS e 08 /0 9 W iS e 09 /1 0 W iS e 10 /1 1 W iS e 11 /1 2 W iS e 14 /1 5 W iS e 17 /1 8 W iS e 12 /1 3 W iS e 15 /1 6 W iS e 18 /1 9 W iS e 13 /1 4 W iS e 16 /1 7 W iS e 19 /2 0 W iS e 20 /2 1 W iS e 21 /2 2 | 19 18 | | | (n = 171) Herkunft der Masterstudierenden außerhalb Deutschlands Abb. 5 Europa 46,2 % Nord- und Mittelamerika 15,8 % Afrika 3,5% Asien 28,1 % Südamerika 6,4 % was im Vergleich zum Vorjahr (1.585 Be werbungen) einer Steigerung um 190 % entspricht. Der gleiche Effekt war auch im Bachelor Lehramt zu erkennen, in dem insgesamt 1.255 Bewerbungen verzeichnet wurden (+ 180 %). Zwar ist in den sportwissenschaftlichen Masterstudiengängen – unabhängig von der pandemischen Lage – kein Eignungs- test erforderlich, dennoch stellte auch hier das WiSe 20/21 hinsichtlich der Bewerbungszahlen ein Ausnahmejahr dar. 1.399 Anträge von 1.155 Bewerber:innen zeigen eine Steigerung um 18 % im Be- reich der sportwissenschaftlichen Master. Mit 168 Bewerbungen und einem Plus von 6 % wies der Master of Education hier eine eher moderate Steigerung auf. Neben den hohen Bewerbungszahlen erreichte die DSHS Köln in dieser Zeit auch ihren bisherigen Höchststand bei den immatrikulierten Gesamtstudieren- den der konsekutiven Studiengänge. Mit 6.076 waren im SoSe 2021 400 Studierende mehr eingeschrieben als noch zwei Jahre zuvor (SoSe 2019: 5.675), ca. 46% davon in einem der fünf sportwissenschaftlichen Bachelorstudi- engänge (2.802 Studierende) und 34% (2.075 Studierende) in den Lehramts- Studiengängen der DSHS Köln. Weitere 957 Personen studierten einen der neun sportwissenschaftlichen Masterstudien- gänge, im Promotionsstudium waren 372 Studierende eingeschrieben. Einen Überblick über die Studierenden- zahlen an der DSHS Köln seit Einrichtung der Bachelor- und Masterstudiengänge kann der Abbildung 3 entnommen werden. Wie auch in den vergangenen Jahren lag der Anteil weiblicher Student:innen an der DSHS Köln im SoSe 2021 über alle Studiengänge hinweg bei 36%, variier- te jedoch stark je nach Abschlussart. Während in den Bachelorstudiengängen rund 31% Frauen eingeschrieben waren, betrug der Anteil weiblicher Studierender unter den Lehramtsstudierenden fast 40%. Den höchsten Frauenanteil wiesen die konsekutiven Masterstudiengänge auf, in denen die Studierendenschaft im Durchschnitt zu 46% aus Frauen bestand. Herkunft der Studierenden Die Studierenden der sportwissenschaft- lichen Bachelorstudiengänge kommen zum überwiegenden Teil aus Deutschland. Zieht man hierzu den Ort heran, an dem die jeweilige Hochschulzugangsberich- tigung erworben wurde, so stammten im WiSe 20/21 lediglich 8,19 % der Studierenden dieser Studiengänge aus dem Ausland. Der größte Teil von ihnen kam aus Luxemburg (18,14 %), gefolgt von Bulgarien und Korea (je 8,85 %), Belgien (7,96 %) und Japan (6,64 %). Innerhalb von Deutschland stammt die Studierendenschaft traditionell überwie- gend aus Nordrhein-Westfalen (NRW), im WiSe 20/21 lag der Anteil der sportwis- senschaftlichen Bachelorstudierenden aus NRW bei fast 59 % [s. Abb. 4]. Herkunft der Bachelorstudierenden nach Bundesländern Zusatzinfo: 8,19 % der Bachelorstudierenden kommen aus dem Ausland. Abb. 4 Niedersachsen 5,9 % Sachsen- Anhalt 0,2 % Bremen 0,6 % Nordrhein-Westfalen 58,8 % Saarland 0,5 % 0,4 % Thüringen Hessen 4,6 % Bayern 5,9 % Berlin 1,3 % Hamburg 3,0 % Schleswig- Holstein 2,8 % Mecklenburg- Vorpommern 0,2 % Brandenburg 0,4 % Sachsen 0,6 % (n = 2.731) Rheinland-Pfalz 6,4 % Baden-Württemberg 7,7 % | 21 20 | | | Mit Blick auf die internationale Herkunft der Studierenden in den sportwissen- schaftlichen Masterstudiengängen ist für den Berichtszeitraum 2020/2021 trotz Corona-Pandemie ein nahezu unveränder- ter Anteil zu erkennen. So waren im WiSe 20/21 in den neun konsekutiven Master- studiengängen 18% der Studierenden mit einer im Ausland erworbenen Hochschul- zugangsberechtigung an der DSHS Köln immatrikuliert. Betrachtet man nur diese Personen, so stammte mit insgesamt 46% der größte Teil von ihnen aus anderen europäischen Ländern, gefolgt von Asien mit 28 %, Nord- und Mittelamerika mit 16 % sowie Südamerika mit knapp 6,5% und Afrika mit 3,5 %. Somit hat sich die Herkunft der internationalen MA-Studie- renden im Vergleich zu dem Berichtszeit- raum 18/19 von Asien und Afrika hin zu Europa und Amerika verlagert [s. Abb. 5]. Menschen an der DSHS Köln Im Jahr 2021 waren insgesamt 898 Menschen an der DSHS Köln ange- stellt, davon 32 Professor:innen, 282 wissenschaftliche Mitarbeiter:innen, 317 Mitarbeiter:innen in Technik und Verwaltung sowie 247 wissenschaftliche und studentische Hilfskräfte. Darüber hinaus waren 172 Lehrbeauftragte im Einsatz. Die 26 an der Hochschule angebotenen konsekutiven Studiengänge wurden von 22 Studiengangsleiter:innen betreut, die diese Funktion ausnahmslos im Rahmen der akademischen Selbstver- waltung übernahm. Unterstützt wurden die Studiengangsleitungen von 16 Studiengangskoordinator:innen, die u.a. als Ansprechpersonen für Dozierende, Studierende, Lehrbeauftragte und die Verwaltungsmitarbeiter:innen agierten. Über alle Studiengänge hinweg engagie- ren sich 315 Modulbeauftragte um interne Abstimmungen und Weiterentwicklun- gen auf Modulebene. Die Anliegen und Interessen der mehr als 6.000 Studie- renden wurden im Berichtszeitraum von insgesamt 52 gewählten studentischen Studiengangssprecher:innen vertreten [s. Abb. 6]. > Insgesamt wurden während der Pande- mie (SoSe 2020 bis WiSe 21/22) 856 Klausuren mit 30.411 Anmeldungen durchgeführt. > Im Zeitraum SoSe 2020 bis WiSe 21/22 wurden mehr als 270 Klausuren in den Sporthallen der DSHS Köln durchge- führt, um Mindestabstände und Hygie nemaßnahmen sicherzustellen. > Im Juni 2021 wurde ein Corona-Test zentrum an der DSHS Köln auf dem Platz eingerichtet, auf dem bis in die 1990er Jahre noch die Spoho-eigene Skihalle stand. > Die Corona-Infoseite der DSHS Köln www.dshs-koeln.de/coronavirus wurde im Jahr 2020 180.000 mal aufgerufen, die meisten Aufrufe davon am 16. März 2020 (3.327 Seitenansichten). Wissenswertes zur Lehre – vor und während der Coronapandemie Vor Während Corona *zwei Termine (Februar und Pfingsten) **ein Termin (Februar) *** ein Termin (August) angetreten 2019* 2.133 2020** 890 2021*** 1.137 Teilnehmer:innen am Eignungstest *Zulassung ohne Eignungstest möglich BA LA WiSe 19/20 1.585 448 WiSe 20/21* 4.619 1.255 WiSe 21/22 1.692 526 Bewerbungen auf grundständige Studiengänge Outbound Inbound 2019 121 72 2020 96 75 2021 101 0 Austauschstudierende Versendete Nachrichten und Informationen über Moodle WiSe 19/20 152.102 2019 101.692 WiSe 20/21 406.379 2020 74.459 WiSe 21/22 243.031 2021 62.553 Bücherausleihe insgesamt Menschen an der DSHS Köln 2021 Lehrbeauftragte Abb. 6 Mitarbeiter:innen davon 32 Professor:innen, 282 wissenschaftliche Mitarbeiter:innen Mitarbeiter:innen in Technik und Verwaltung wissenschaftliche und studentische Hilfskräfte Studiengangs- leiter:innen studentische Studiengangs sprecher:innen Modulbeauftragte Studierende 898 6.000 317 247 172 22 52 315 16 Studiengangs- koordinator:innen | 23 22 | | | Systemische Studiengangsevaluation ([Re-]Zertifizierung) Zi el e un d St ra te gi en Pr oz es se Qu al it ät se rf as su ng Hochschul- entwicklungsplan Strategische Leitlinien Personal HEP- Monitoring Curriculare Anpassungen Erreichen der HEP-Ziele Lehrplanung/ Lehrcontrolling Leitsätze guter Lehre Studiumsinhalte/ -struktur Studierfortschritt OQM QM-Report LVE-Report Formale Akkred.- Berichte Studiengangs- konferenzen Leitbild für Studium und Lehre Selbstverständnis Studium und Lehre Ressourcen Formale Vorgaben Studiengangsreport Externer Workshop Externes Gutachten Interner Workshop Atlas der Qualitäts gestaltung Studiengangsspre- cher:innen-Sitzung Feedbacksystem Dezernat 1: Studieren- den- und Prüfungsangelegen- heiten ECTS-Monitoring Erstsemesterbefragung (Studierpotenzial) Dozierendenbefragung (Vermittlungspotenzial) Lehrveranstaltungs- evaluation (Lehr-/ Lernqualität) Studiengangsbefragung (Studienqualität) Externe Befragungen (NRW-weite Studierendenbefragung) Personalentwicklung (u. a. Hochschuldidaktik) Qualitätsverbesserungs- mittel Anreiz- und Förder- programme Tutorienprogramm Institutsleitungen Übersicht über die Grundstruktur des Qualitätsmanagements der DSHS Köln Qu al it ät sv er be ss er un g St ru kt ur en , Ar be it sg ru pp en Er ge bn is se , St el lg rö ße n Do ku m en ta ti on , Co nt ro lli ng Abb. 7 Evaluation des QM Senat Universitäts- kommissionenRektorat Unterstützungs- strukturen Das Qualitätsmanagementsystem (QM- System) der DSHS Köln ist nicht nur in Bezug auf die Qualitätssicherung, sondern im Besonderen auf die Quali- tätsentwicklung von Studium und Lehre ausgerichtet. Reflexion und Weiter- entwicklung spielen eine große Rolle und sind bewusst in die Prozesse des Qualitätsmanagements (QM) eingebaut. Das QM-System funktioniert zielgerichtet und ist von einem intensiven Austausch innerhalb der Hochschule geprägt. Auch bedingt durch die monothematische Aus- richtung und die Struktur der Hochschule [s. Kap. 1.1] bestehen sehr direkte Kommunikationswege und damit enge Verknüpfungen zwischen den Instituten und der Hochschulleitung. Das oberste Ziel des QM-Systems ist die Gewährleistung und kontinuierliche Wei- terentwicklung der Qualität von Studium und Lehre. Zentrale Qualitätskriterien werden durch das Leitbild für Studium und Lehre und den Hochschulentwick- lungsplan (HEP) vorgegeben. Das Leitbild wurde in den letzten Jahren kontinu- ierlich weiterentwickelt und umfasst das Selbstverständnis „Studium und Lehre“, die strategischen Leitlinien sowie Leitsätze guter Lehre der DSHS Köln [s. QM-Report 2018/2019]. Das QM-System beruht auf geschlossenen Regelkreisen und umfasst alle Leistungs- bereiche, die für Studium und Lehre rele- vant sind. Es ist in der Ordnung für Qua- litätsmanagement (OQM) verankert und besteht aus evaluations- und prozessori- entierten Elementen. Diese sind im „At- las der Qualitätsgestaltung“ verbindlich festgeschrieben. Die regelmäßige Bewer- tung der Studiengänge und der Studium und Lehre relevanten Leistungsbereiche erfolgt unter Beteiligung der Studieren- den, externen Expert:innen der Scientific Community und der Berufspraxis sowie durch Hochschulabsolvent:innen und Dozierende. Die Verantwortung für die strategische Ausrichtung des QMs liegt bei der Hochschulleitung. Die Verantwortung für die Entwicklung, Weiterentwicklung und Umsetzung einzelner Instrumente und Verfahren des QM-Systems sowie die Verantwortung für die Entwicklung und Umsetzung von qualitätsverbessern- den Maßnahmen im Bereich Studium und Lehre liegen beim Prorektorat für Studium, Lehre und Qualitätsmanage- ment. Die Universitätskommission (UK) Studium und Lehre erfüllt die Aufgaben des Studienbeirats nach § 28 Abs. 8 Hochschulgesetz NRW. Sie schlägt u.a. inhaltliche Maßnahmen vor, stößt gene- relle Verbesserung der Qualität der Lehre an und arbeitet beratend bzw. beschluss- vorbereitend. Die Qualitätsverbesserungskommission (QVK) ist an der DSHS Köln das beraten- de Gremium im Hinblick auf die Verwen- dung der Qualitätsverbesserungsmittel (QV-Mittel) [s. Kap. 3.6]. Auf Basis der Ergebnisse des QMs identifiziert die QVK Stärken und Schwächen in Studium und Lehre und gibt dem Rektorat Empfehlun- gen zur Verwendung der QV-Mittel. Studiengangsleitungen, Studiengangs koordinator:innen, Modulbeauftragte, Lehrende und Studierende wirken ge- meinsam im Handlungsfeld der Quali- tätsentwicklung. Studiengangskollegien und Modulsitzungen, in denen Fragen der Qualitätsverbesserung erörtert und ange- stoßen werden, stellen zentrale Elemente der Qualitätsentwicklung dar. Einmal pro Semester finden Austauschtreffen des Prorektors für Studium, Lehre und Quali- tätsmanagement mit den Studiengangs- Kurzporträt Qualitätsmanagement 1.3 Studiengangsleiter:innen-/ Studiengangs- koordinator:innen-Sitzung | 25 24 | | | Innerhalb des Berichtszeitraums 2020 und 2021 wurden mehrere großangelegte Befragungen durchgeführt. Die Ergeb- nisse der Studierenden- und Dozieren- denbefragung zur digitalen Lehre, der Absolvent:innenstudie als auch die Ergebnisse der NRW-weiten Studierenden- befragung werden folgend vorgestellt. Studierenden- und Dozierenden befragung zur digitalen Lehre Im Sommersemester 2020 stellte die DSHS Köln, wie alle NRW-Hochschulen, ihren Lehrbetrieb aufgrund der Covid- 19-Pandemie auf digitalisierte Lehre um. Um herauszufinden, was hinsichtlich der Umstellung auf digitale Lehre gut lief, welche Schwierigkeiten vorherrschten und welche Unterstützungsbedarfe not- wendig waren, wurden die Studierenden und Dozierenden der DSHS Köln Ende Mai 2020 hierzu befragt. Über einen Mood- lekurs wurden sie zur Teilnahme an der Onlinebefragung aufgerufen. Insgesamt beteiligten sich 1.457 Studierende (Rück- lauf von 40%) und 167 Lehrpersonen (Rücklauf von 48%) an der Befragung. Umsetzung & Rahmenbedingungen In Bezug auf die nicht-technischen Aspekte digitaler Lehre, kamen 74,6% der Studierenden (sehr) gut mit der Um- setzung der digitalen Lehre zurecht. Nur 7,9% der Studierenden gaben an, (gar) nicht zurecht zu kommen. Der zeitliche Aufwand zur Vor- und Nachbereitung der Lehrveranstaltungen im Rahmen der digitalen Lehre im SoSe 2020 wurde von 61,2% der Befragten (viel) höher als sonst eingeschätzt. 10,7% der Studie- renden schätzten den zeitlichen Aufwand (viel) geringer als sonst ein. Zugleich bewerteten 33% der befragten Studie- renden die Menge des Lernstoffs in den Lehrveranstaltungen als zu hoch. Ausgewählte Ergebnisse 1.4 leitungen sowie mit den studentischen Studiengangssprecher:innen statt. Alle in das Qualitätsmanagement eingebundenen Gremien und Akteur:innen werden zur Er- füllung ihrer Aufgaben von der Stabsstel- le Akademische Planung und Steuerung (StAPS) unterstützt. Die Stabsstelle ist unmittelbar beim Rektor angesiedelt und unterstützt das Rektorat bzw. die Gremien bei Arbeits- und Entscheidungs- prozessen in zentralen Aufgabenfeldern. Die Abteilung „Studium und Lehre“ der StAPS dient als zentrale Anlaufstelle sowie Kommunikations- und Informati- onsstelle für und zwischen Lehrenden, Studierenden und allen administrativen Funktionsträger:innen in der Kernver- waltung und im akademischen Bereich. Zudem ist sie für den Aufbau und die Weiterentwicklung des hochschulweiten QM-Systems verantwortlich. Als Instrumente und Verfahren der Qualitätserfassung nutzt die DSHS Köln u.a. Erstsemesterbefragungen, Dozieren- denbefragungen, Lehrveranstaltungseva- luationen, Studiengangsbefragungen und Absolvent:innenstudien, ein ECTS‐Moni- toring (Erfassung und Analyse der Stu- dienfortschritte der Studierenden) sowie Daten der Verwaltung (z.B. Studiendauer, Abbrecherquoten etc.). Die Ergebnisse fließen u.a. in das prozessorientierte Informationssystem ein. Dieses bildet die Basisstruktur für die Bereitstellung von Informationen zur Qualitätssicherung und -entwicklung. Ziel ist es, innerhalb der Universität Transparenz der routinemäßig ablaufenden Prozesse und der Zuständig- keiten zu gewährleisten. Hinzu kommt das qualitätsbezogene Berichtswesen, in dem die wesentlichen Informationen aus den Ergebnissen der Evaluationen und den weiteren Kerndaten in Hinsicht auf Qualität von Studium und Lehre zusammengefasst werden. Das qualitäts- bezogene Berichtswesen setzt sich aus dem LVE-Report, dem Studiengangsreport und dem QM-Report zusammen. Die DSHS Köln trägt seit 2015 das Sys- temakkreditierungs-Siegel. Im Juni 2023 wurde das laufende Systemrezertifizie- rungsverfahren erfolgreich abgeschlossen [s. Kap. 4]. Die Verfahren für die Einrich- tung, Überprüfung, Weiterentwicklung sowie der Einstellung von Studiengängen und der hochschuleigenen Verfahren zur (Re-)Akkreditierung von Studiengängen sind verbindlich festgelegt, implemen- tiert und werden seit 2014 stetig und regelhaft umgesetzt. Um die Qualität der Lehre fortlaufend zu verbessern, nutzt die DSHS Köln u.a. ihr hochschuldidaktisches Programm und ihr Beratungsangebot für Lehrende, QV- Mittel, Förderprogramme und Förderlinien in Studium und Lehre, die Vergabe von Lehrpreisen und ein Tutorienprogramm [s. Kap. 3]. Die Grundstruktur des Qualitätsmanage- ments weist Abbildung 7 im Überblick aus. (sehr) niedrige Zustimmung (sehr) hohe Zustimmung teilweise Zustimmung Bewertung der eingesetzten Online-Tools (Studierendenbefragung) Abb. 8 Wert in % praktikabel/benutzerfreundlich nützlich/hilfreich/lernförderlich anregend/motivierend/attraktiv 40 % 60 % 80 % 0 % 20 % 100 % 78,7 63,7 34,2 16,1 5,3 26,2 35,4 10,1 30,4 | 27 26 | | | Für den Großteil der Studierenden (64,7%) war dieser jedoch angemessen. Zwei Drittel der Dozierenden gaben an, gut mit der Umsetzung der digitalen Lehre zurechtzukommen, lediglich 6,7% der Lehrenden gaben an, (gar) nicht zurechtzukommen. Hinsichtlich der Vereinbarkeit von digitaler Lehre aus dem Homeoffice und familiären Aufgaben (bspw. Kinderbetreuung oder der Pflege von Angehörigen) zeigte sich, dass dies nicht allen Lehrenden gleich gut gelang. Von den 53,3% der Befragten, die Betreuungsaufgaben wahrnehmen mussten, gaben 42% an, (sehr) gut mit der Umstellung zurechtzukommen; 37,5% der Dozierenden mit familiären Aufgaben gaben jedoch an, (gar) nicht zurechtzu- kommen. Von allen Befragten schätzten 83,7% den Aufwand zur Vorbereitung und Durchführung der digitalen Lehre im SoSe 2020 (viel) höher als sonst ein. In Bezug auf die technische Anwendung der in ihren Lehrveranstaltungen ein- gesetzten Online-Tools gab ein Großteil der Studierenden (85,4%) an, (sehr) gut zurechtzukommen. 81,7% der Dozieren- den kamen mit der technischen Anwen- dung der von ihnen eingesetzten Tools für die digitale Lehre (sehr) gut zurecht. Dies könnte u.a. an dem eingerichteten Moodle-Kurs „Save SoSe2020“ liegen, den 87,4% der Dozierenden genutzt haben und 86,2% als (sehr) hilfreich empfanden, um ihr digitales Lehrangebot vorzubereiten [s. Kap. 3.1]. Hinsichtlich der von der DSHS Köln zur Verfügung gestellten technischen Ausstattung zur Umsetzung der digitalen Lehre waren 64,4% der Dozierenden (sehr) zufrieden und 16,6% (gar) nicht zufrieden. Die in den Lehrveranstaltungen einge- setzten Online-Tools bewerteten die Studierenden überwiegend als praktikabel / benutzerfreundlich sowie nützlich / hilfreich / lernförderlich [s. Abb. 8]. Die eingesetzten digitalen Lehrmittel der Dozierenden sind der Abbildung 9 zu entnehmen. Umgang und Zufriedenheit Die Studierenden kamen grundsätzlich mit der Online-Lehre gut zurecht und wa- ren überwiegend zufrieden mit den digi- tal durchgeführten Lehrveranstaltungen. Auf einer Skala von 1 (unzureichend) bis 10 (ausgezeichnet) bewerteten die Stu- dierenden ihre Lehrveranstaltungen im SoSe 2020 im Mittel mit 6,3 (SD = 1,8). Vergleicht man dieses Ergebnis zur Zu- friedenheit mit den Werten aus Befragun- gen der letzten Jahre wird deutlich, dass die Zufriedenheit im SoSe 20 dennoch niedriger war als in der Vergangenheit (SoSe 2016 bis WiSe 19/20 im Mittel M = 7,6; SD = 2,04). Rückblickend war der Großteil der Dozie- renden (69,9%) (sehr) zufrieden mit der eigenen durchgeführten digitalen Lehre. Die eigene Kompetenz im Umgang mit der digitalen Lehre vor der Corona-Pan- demie schätzten rückschauend 47,9% der Dozierenden als (sehr) niedrig ein. Nur 18,2% der Dozierenden gaben an, dass diese bereits vor dem SoSe 2020 (sehr) hoch war. Demgegenüber schätzten zum Zeitpunkt der Befragung 64,4% der Do- zierenden ihre Kompetenz zur Gestaltung digitaler Lehre als (sehr) hoch ein und nur noch 2,4% als (sehr) niedrig. Aus der individuellen Sicht der Dozierenden hat demnach die Kompetenz im Umgang mit digitaler Lehre stark zugenommen. Zusammengefasst zeigen die Ergebnisse der Studierenden- und Dozierendenbe- fragung zur digitalen Lehre, dass die Umstellung von Präsenz auf Online-Lehre zwar mit großen Herausforderungen verbunden war, jedoch auch als Erfolg an der DSHS Köln gewertet werden kann. Absolvent:innen-Studie Die DSHS Köln beteiligt sich seit dem WiSe 12/13 an dem „Kooperationsprojekt Absolventenstudien“ (KOAB), das vom Institut für angewandte Statistik (ISTAT) koordiniert wird. An diesem wissen- schaftlichen Forschungsprojekt beteiligen sich bundesweit mehr als 60 Universitä- ten und Hochschulen. Durch die Nutzung eines einheitlichen Fragebogens lassen sich die jeweiligen Ergebnisse in Bezug zueinander setzen und somit überregi- onal vergleichen. Die Befragung erfolgt rund anderthalb Jahre nach dem Studien- abschluss, wodurch detaillierte Aussagen sowohl über den Arbeitsmarkteintritt als auch über studentische Übergangsphasen (z.B. vom Bachelor- in das Masterstu- dium) getroffen werden können. Neben Merkmalen der aktuellen Beschäftigung der Absolvent:innen wird auch deren rückblickende Einschätzung der Studien- bedingungen erfasst. (fast) immer teilweise (fast) nie Wert in % 0 20 40 60 80 100 Bereitstellung von Skripten, Texten, PowerPoint-Präsentationen (n = 166) Vergabe von Aufgaben/Arbeitsaufträgen (n = 164) Durchführung von Webinaren/ Live-Vorlesungen (n = 166) Kommunikation von Arbeitsaufträgen per E-Mail (n = 165) Bereitstellung von Lehr-/Lernmaterial (n = 164) Bereitstellung von Videoaufzeichnungen (n = 167) Durchführung von Lernerfolgskontrollen/ Lernstandserhebungen (n = 165) Bereitstellung von Audioaufzeichnungen (n = 159) Nutzung von Wiki, Glossar, Lektionen oder HSP in Moodle (n = 166) Nutzung externer Webanwendungen (n =163) 6,9 6,990,6 9,0 15,3 49,7 37,0 6,9 3,0 13,3 6,1 13,2 16,4 20 14,6 21,5 84,3 63,8 42,4 35,2 53,931,7 63,422,6 74,418,9 74,112,7 88,0 Einsatz von digitalen Lehrmitteln (Dozierendenbefragung) Abb. 9 4,8 | 29 28 | | | Im Folgenden werden ausgewählte Ergebnisse der Studie vorgestellt, die im WiSe 19/20 erhoben wurden (Absolvent:innen-Jahrgang 2018). 238 Bachelor- und 102 Master- Absolvent:innen haben den entsprechen- den Fragebogen komplett beantwortet. Insgesamt betrug der Rücklauf 58 %. Rückblickende Bewertung des Studiums Über die Hälfte der Bachelor- (58 %, n = 217) und Master-Absolvent:innen (55 %, n = 94) war rückblickend mit ihrem Studium an der DSHS Köln (sehr) zufrieden. An den KOAB-Universitäten insgesamt fiel die Zufriedenheit der ehemaligen Bachelor- (68 %, n = 8.534) und Masterstudierenden jeweils höher aus (75 %, n = 6.933). 68 % der DSHS- Bachelor- (n = 216) und 60 % der DSHS- Masterabsolvent:innen (n = 94) würden zudem wieder an der DSHS Köln studieren, wenn sie noch einmal die Wahl hätten. Die Mehrheit (53 %, n = 238) der DSHS-Bachelorabsolvent:innen des Jahrgangs 2018 entschied sich dazu, ein Masterstudium aufzunehmen. Die Bewertung ihrer Studienbedingungen findet sich in Abbildung 10. Besonders positiv wurden die Kontakte zu Mitstudierenden, die zeitliche Erfüllbarkeit der Studienanforderungen sowie das Training mündlicher Präsen- tationen wahrgenommen. Die Möglich- keit, die Studienanforderungen in der dafür vorgesehenen Zeit zu erfüllen, bewerteten die Bachelorabsolvent:innen aller KOAB-Universitäten (n = 8.984) mit 52 % als (sehr) positiv (DSHS Köln: 68 %), während lediglich 33 % das Training mündlicher Präsentationen mit als (sehr) gut auffassten (n = 8.981; DSHS Köln: 69 %). Hinsichtlich des Verfassens wissenschaft- licher Texte war der Anteil der zufriede- nen DSHS-Bachelorabsolvent:innen am geringsten. Lediglich 31 % waren hiermit (sehr) zufrieden. Im KOAB-Verbund bewerteten die Bachelorabsolvent:innen diesen Aspekt mit 39 % (sehr) hoher Zufriedenheit etwas besser (n = 8.980). Die rückblickende Bewertung der Studienbedingungen der DSHS Masterabsolvent:innen findet sich in Abbildung 11. Darin wird ersichtlich, dass sie ebenfalls die Kontakte zu ihren Mitstudierenden als (sehr) positiv auffassten. Die große Mehrheit der DSHS- Masterabsolvent:innen war zudem (sehr) zufrieden mit dem Zugang zu erforderlichen Lehrveranstaltungen (88 %; im Vergleich KOAB-Universitäten: 78 %, n = 7.266) sowie mit der zeitlichen Erfüllbarkeit der Studien anforderungen (87 %, KOAB-Universi täten: 62 %, n = 7.269). Lediglich 28 % der DSHS-Masterab- solvent:innen waren mit den fachlichen Vertiefungsmöglichkeiten (sehr) zufrieden (im Vergleich: KOAB-Uni versitäten: 66 %, n = 7.254). Zudem wird deutlich, dass nur 25 % der ehemaligen DSHS-Master die didaktische Qualität der Lehre als (sehr) positiv bewerteten (KOAB-Universitäten: 52 %, n = 7.249). (Sehr) Gut Neutral (Sehr) Schlecht Wert in % Zugang zu erforderlichen Lehrveranstaltungen (z. B. Seminare, Übungen) 0 20 40 60 80 100 Kontakte zu Mitstudierenden Möglichkeit, die Studienanforderungen in der dafür vorgesehenen Zeit zu erfüllen Kontakte zu Lehrenden Zeitliche Koordination der Lehrveranstaltungen Forschungsbezug von Lehre und Lernen Training von mündlicher Präsentation Aktualität der vermittelten Methoden* Erwerb wissenschaftlicher Arbeitsweisen* Fachliche Qualität der Lehre Verfassen von wissenschaftlichen Texten System und Organisation von Prüfungen Aufbau und Struktur des Studiums Didaktische Qualität der Lehre Fachliche Vertiefungsmöglichkeiten 3691 14 12 7 15 12 17 33 35 39 33 31 33 35 35 29 30 21 31 20 69 68 67 63 57 1356 1749 1748 1848 2346 2245 1942 2540 3631 Abb. 10 (n = 223) Bewertung der Studienbedingungen (DSHS-Bachelor-Absolvent:innen Jahrgang 2018) (Sehr) Gut Neutral (Sehr) Schlecht Wert in % Zugang zu erforderlichen Lehrveranstaltungen (z. B. Seminare, Übungen) 0 20 40 60 80 100 Kontakte zu Mitstudierenden Möglichkeit, die Studienanforderungen in der dafür vorgesehenen Zeit zu erfüllen Kontakte zu Lehrenden Zeitliche Koordination der Lehrveranstaltungen Forschungsbezug von Lehre und Lernen* Training von mündlicher Präsentation Aktualität der vermittelten Methoden* Erwerb wissenschaftlicher Arbeitsweisen Fachliche Qualität der Lehre Verfassen von wissenschaftlichen Texten System und Organisation von Prüfungen Aufbau und Struktur des Studiums Didaktische Qualität der Lehre Fachliche Vertiefungsmöglichkeiten Abb. 11 Bewertung der Studienbedingungen (DSHS-Master-Absolvent:innen Jahrgang 2018) 197 2 7 12 14 12 10 38 30 38 41 33 28 32 36 21 19 19 32 5 88 87 69 69 65 1355 1153 1851 2348 2245 2336 3131 4228 3725 2 (n = 95) | 31 30 | | | Arbeitsmarkteintritt und Erwerbssituation Ungefähr 69 % der DSHS-Bachelor absolvent:innen absolvierten rund 1,5 Jahre nach ihrem Abschluss ein weiteres Studium oder eine Ausbildung – entwe- der in Vollzeit oder neben einer Erwerbstätigkeit (n = 176, vgl. Tab. 2). 30 % (d. h. 98 % der sich nicht in Ausbildung/Studium befindlichen Bachelorabsolvent:innen) waren aus- schließlich – d. h. nicht zu Ausbildungs- zwecken, in Form von Gelegenheitsjobs oder studienbegleitend – erwerbstätig. Bei den Masterabsolvent:innen der DSHS Köln beträgt der Anteil der Erwerbstäti- gen 81 % (n = 80). Nur 1 % der Bache- lor- und 4 % der Masterabsolvent:innen des Jahrgangs 2018 waren zum Befra- gungszeitpunkt weder erwerbstätig noch in einer weiteren Ausbildung. Dies ent- spricht in etwa dem Bundesdurchschnitt der KOAB-Universitäten (Bachelor: 2 %, n = 5.394; Master: 4%, n = 5.362). Der Arbeitsmarkteintritt verlief für die Absolvent:innen der DSHS Köln i.d.R. reibungslos: Im Durchschnitt betrug die Suchdauer für die erste Beschäftigung nach dem Abschluss sowohl bei den Bachelorabsolvent:innen (n = 62) als auch bei den Masterabsolvent:innen (n = 59) drei Monate. Der Durchschnitt für die KOAB-Universitäten lag bei vier Monaten (KOAB-Bachelor: n = 7.926; KOAB-Master: n = 6.736). Die wichtigsten Beschäftigungsmerkmale der ausschließlich erwerbstätigen Absolvent:innen finden sich in Tabelle 3. Darin wird deutlich, dass die Mehrheit der Bachelor- und Masterabsolvent:innen dieser Gruppe, unbefristet beschäftigt war und in Vollzeit arbeitete (35 Stunden pro Woche oder mehr). Ähnlich wie in früheren Absolvent:innen- Jahrgängen lag das Bruttomonatseinkom- men der vollzeitbeschäftigten DSHS- Absolvent:innen (Bachelor: 2.997€; Master: 3.446€) unter dem der Gesamt- gruppe aller KOAB-Befragten: Die Bachelorabsolvent:innen verdienten im Durchschnitt 3.334€ (n = 1.050) und die Masterabsolvent:innen 3.918€ (n = 3.747). In Hinblick auf die sogenannten subjek- tiven Kriterien des Berufserfolgs (eben- falls in Tabelle 3 aufgeführt) zeigt sich, dass die DSHS-Absolvent:innen ihren Berufseinstieg positiv bewerteten: Insgesamt war die Mehrheit der Bachelor- (67 %) und der Masterabsolvent:innen (73 %) mit ihrer aktuellen beruflichen Tätigkeit (sehr) zufrieden. 45 % (BA) bzw. 40 % (MA) sagten zudem, dass ihre derzeitige berufliche Situation (Status, Position, Einkommen, Arbeitsaufgaben usw.) ihrer Ausbildung in (sehr) hohem Maße angemessen war. Ein Großteil der ehemaligen Bachelor- und Masterstudierenden charakterisierte ihre derzeitigen beruflichen Aufgaben zu- dem als studienfachnah und berichtet bei ihrer Tätigkeit von einem (sehr) starken Bezug zum Sport. Bachelor Master Ausschließlich erwerbstätig 30 % 81 % Erwerbstätig und Studium/Ausbildung 53 % 11 % Ausschließlich Studium/Ausbildung 16 % 4 % Weder erwerbstätig noch in Ausbildung 1 % 4 % Anzahl 176 80 Tab. 2 Erwerbssituation ca. 1,5 Jahre nach Studienabschluss (DSHS-Absolvent:innen Jahrgang 2018) Bachelor Master Unbefristet beschäftigt (n = 46 | n = 63) 72 % 70 % In Vollzeit beschäftigt (n = 45 | n = 63) 89 % 76 % Einkommen (nur Vollzeit, arithmet. Mittel und Standardabweichung) (n = 39 | n = 46) 2.997 € (700 €) 3.446 € (833 €) Hohe Berufszufriedenheit (n = 51 | n = 60) 67 % 73 % Hohe Angemessenheit der beruflichen Situation zur Ausbildung (n = 51 | n = 62) 45 % 40 % Studienfachnahe berufliche Aufgaben (n = 51 | n = 63) 59 % 62 % Starker Bezug zum Sport (n = 50 | n = 65) 70 % 65 % Beschäftigungsmerkmale der ausschließlich erwerbstätigen Absolvent:innen Tab. 3 (DSHS-Absolvent:innen Jahrgang 2018) | 33 32 | | | Die NRW-weite Studierendenbefragung Im SoSe 2021 beteiligte sich die DSHS Köln erstmals an der landesweiten Studierendenbefragung an den Hochschulen in NRW. Diese erfolgte im Kontext der „Studierendenbefragung in Deutschland“ (SiD). Hierbei handelt es sich um ein Forschungsprojekt des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), dass v.a. die Lebenssituation von Studieren- den in Deutschland sowie deren Studien- situation untersucht. Die Erhebung findet alle vier Jahre statt. Die Studierendenbefragung wurde an der DSHS Köln als Vollerhebung durchge- führt. 1344 Studierende und somit rund 23 % aller kontaktierten Personen haben sich daran beteiligt. Darunter befin- den sich 732 Bachelorstudierende, 216 Studierende in konsekutiven Master- studiengängen sowie 349 Personen im Lehramtsstudium. Bewertung der Studienbedingungen und Lehre Abbildung 12 veranschaulicht, wie die Studierenden die Studienbedingungen an der DSHS Köln, in Form von räumli- cher Ausstattung und Service-Leistungen, bewerten. Besonders positiv wurden die Verfügbarkeit und Ausstattung fachspe- zifischer Übungsräume, die Verfügbarkeit von Fachliteratur und der Zugang zum W-LAN angesehen. Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Mehrheit der Studierenden mit den Bedingungen an der DSHS Köln zufrieden war. Dies gilt insbesondere für die Lehramtsstudierenden. 84 % (n = 348) gaben an, dass sie (sehr) zufrieden waren. Bei den anderen Studierenden- gruppen lag die Zufriedenheit mit den Studienbedingungen bei 74 % (Bachelor: n = 732; Master: n = 216). Die Zufriedenheit der Studierenden mit verschiedenen Aspekten der Lehre an der DSHS Köln lässt sich Tabelle 4 entneh- men. Hierzu zählen die fachliche und die digitale Kompetenz der Lehrenden, die Aufbereitung/Vermittlung des Lehrstoffs sowie die Betreuung und Beratung durch die Lehrenden. Es fällt auf, dass die Zufriedenheit der Lehramtsstudierenden in fast allen der genannten Bereiche höher ausfiel als bei den Studierenden im Bachelor oder Master. Zudem lässt sich der Tabelle entnehmen, dass die große Mehrheit der Studierenden der DSHS Köln insbesondere mit der fachli- chen Kompetenz der Lehrenden (sehr) zufrieden war, während die Zufriedenheit mit der Betreuung und Beratung durch die Lehrenden geringer ausfiel. (Sehr) Gut Neutral (Sehr) Schlecht Wert in % 0 20 40 60 80 100 Bewertung der Studienbedingungen (alle DSHS-Studierende , NRW-weite Studierendenbefragung 2021) Abb. 12 1283 10 5 12 10 8 18 47 50 29 30 23 25 26 26 22 72 67 66 65 1365 1262 1852 3041 1040 1934 Verfügbarkeit von Fachliteratur (n = 629) Verfügbarkeit und Ausstattung fachspezifischer Übungsräume (n = 656) Zugang zum W-Lan (n = 666) Gesamtzustand der Veranstaltungsräume (n = 626) Service- und Beratungsleistungen (n = 580) Technische Ausstattung der Veranstaltungsräume (n = 589) Öffnungszeiten der Bibliothek (n = 610) IT-/digitale Ausstattung (n = 613) Verfügbarkeit und Ausstattung von Räumen zum eigenständigen Lernen (n = 609) Betreuungsangebote für Studierende mit Kind(ern) (n = 10) Unterstützungsangebote für Studierende mit Beeinträchtigung(en) (z. B. spezifisch ausgestattete Arbeitsplätze) (n = 47) Bachelor Master Lehramt Fachliche Kompetenz der Lehrenden 87 % 81 % 87 % Digitale Kompetenz der Lehrenden 49 % 51 % 64 % Aufbereitung/Vermittlung des Lehrstoffs durch die Lehrenden 56 % 51 % 63 % Betreuung und Beratung durch die Lehrenden 48 % 56 % 62 % Tab. 4 Bewertung der Lehre, NRW-weite Studierendenbefragung 2021 ((sehr) hohe Zufriedenheit, DSHS-Studierende nach Abschlussart) (n = 368) (n = 367) (n = 365) (n = 348) (n = 119) (n = 117) (n = 117) (n = 116) (n = 158) (n = 156) (n = 158) (n = 151) | 35 34 | | | (Re-)Akkreditierungen als Chance der Reflexion und Weiterentwicklung KAPITEL 2 Die DSHS Köln ist systemakkreditiert und damit berechtigt, ihre Studiengänge unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben intern zu akkreditieren und zu reakkreditieren. Im Verfahren der internen Qualitätssicherung beträgt die Dauer der Akkreditierung acht Jahre. Das QM-System Köln gewährleistet die dauerhafte, nachhaltige sowie regelmäßige Umsetzung der in Teil 2 und in Teil 3 der MRVO festgelegten formalen und fachlichinhaltlichen Kriterien ihrer Studiengänge in den - Verfahren der Neueinrichtung von Studiengängen - Verfahren der internen Reakkreditierung - Verfahren der kontinuierlichen Weiterentwicklung von Studiengängen. Diese Verfahren sind an eine Überprüfung der Qualität der Studiengänge auf den Ebenen der Ziele, Strukturen, Prozesse und Ergebnisse gebunden. Sowohl der Prozess der Akkreditierung von neuen Studiengängen als auch der Prozess der Reakkreditie- rung bestehender Studiengänge besitzen systemisch-begleitenden wie bewertenden Charakter und berücksichtigen neben externen Qualitätsanforderungen auch die hochschulinternen Qualitätsziele. Die DSHS Köln entwickelt ihre Studiengänge kontinuierlich weiter und gewährleis- tet über die turnusgemäß stattfindenden Re-Akkreditierungsverfahren hinaus, dass Aktualität und Adäquanz der fachlichen und wissenschaftlichen Anforderungen sichergestellt sind. Alle Akteure in Studium und Lehre haben die Möglichkeit zur aktiven Mitgestaltung. Instrumente wie die Zwischenevaluation als regelhaftes Pro- zesselement, regelmäßige Gesprächsrunden sowie das Schaffen von Gesprächsanlässen durch Befragungsergebnisse tragen dazu bei, dass die Studiengänge auch zwischen den Rezertifizierungen den fachlichen, fachübergreifenden und berufsfeldbezogenen Zielen entsprechen. Der Prozess der Neueinrichtung von Studiengängen erfolgt mehrstufig, der Einbezug von externen Expert:innen ist verpflichtend geregelt. Das Rektorat entscheidet über die Einrichtung neuer Studienprogramme. Das gesamte Zertifizierungsverfahren wird durch das interne QM gesteuert und begleitet. Im Berichtszeitraum wurden zwei wei- terbildende Masterstudiengänge zertifiziert. Akkreditierungen2.12.1 Akkreditierungen 2.2 Studiengangsevaluationen und Re-Akkreditierungen 2.3 Kontinuierliche Qualitätsverbesserung auf Studiengangsebene Im Berichtszeitraum funktionierte das komplexe QM-System der DSHS Köln auch unter den pandemischen Bedingungen. Begehungen, (Re-)Zertifizierungsverfahren und qualitätsentwickelnde Workshops fanden online statt. Trotz des zwangsweise gewähl- ten digitalen Formats konnten Diskussionen zwischen den internen wie externen Akteur:innen umgesetzt werden. Die Online-Formate wurden insgesamt gut ange- nommen, auch wenn der digitale Qualitätsdiskurs zunächst gewöhnungsbedürftig war. Darüber hinaus können Online-Formate Präsenzveranstaltungen nicht gänzlich ersetzen, insbesondere auch wegen des unverfälschten, direkten Feedbacks aller Teilnehmenden. Mehr zu Maßnahmen und Ergebnissen der Verfahren der Zertifizierung [Kap. 2.1], der Rezertifizierung und der kontinuierlichen Weiterentwicklung [Kap. 2.2, Kap. 2.3] der Studiengänge erfahren Sie in Kapitel 2. | 37 36 | | | Studiengangsleitung Prof.‘in (apl.) Dr. Dr. Christine Joisten Regelstudienzeit Workload 4 Semester 120 Credit Points Studienorganisation Teilzeit, berufsbegleitend Abschluss Master of Science (M.Sc.) Der Studiengang ist akkreditiert vom 01.06.2020– 31.03.2028. M.Sc. Sport, Bewegung und Ernährung Der M.Sc. Sport, Bewegung und Ernährung durchlief im Berichts- zeitraum das interne Zertifizierungsverfahren. Es wurde im Juni 2020 erfolgreich abgeschlossen und der Studienbetrieb zum WiSe 20/21 aufgenommen. An der Studiengangskonzeption waren u.a. hausinterne Expert:innen aus den Bereichen der Bewegungswissen- schaften und Ernährungsmedizin, der Ernährungswissenschaft und der Trainings- und Interventionswissenschaft involviert. Externe Expertise wurde durch eine Vertreterin der Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., Bonn, sichergestellt. Als studentische Mitglieder wirkten eine Studentin des BA Öko trophologie, Universität Bonn, und ein Promotionsstudent der DSHS Köln an der Konzeption mit. »Der Prozess der Studiengangsent wicklung gemeinsam mit internen und externen Expert:innen verlief sehr konstruktiv. Wir freuen uns, dass der Studiengang erfolgreich zertifiziert wurde und wir zum WiSe 20/21 die ersten Studierenden begrüßen konnten.« Prof.‘in (apl.) Dr. Dr. Christine Joisten, Studiengangsleiterin Studiengangsleitung Univ.-Prof. Dr. Jens Kleinert, Dr. Jeannine Ohlert (stv. Studiengangs leitung) Studiengangskoordination Dr. Christian Zepp Regelstudienzeit Workload 4 Semester 120 Credit Points Studienorganisation Teilzeit, berufsbegleitend Abschluss Master of Science (M.Sc.) Der Studiengang ist akkreditiert vom 01.01.2021– 31.12.2029. M.A. Führungskompetenz und Management im Spitzensport Im Oktober 2019 trat der M.A. Führungskompetenz und Manage- ment im Spitzensport in das Zertifizierungsverfahren ein. Im November 2020 wurde der Studiengang mit Auflagen zertifiziert. Die Auflagen wurden fristgerecht und vollständig erfüllt. Der Studienbetrieb startete im September 2021. Dieser Studien- gang wurde seitens der DSHS Köln in Kooperation mit dem Deutschen Olympischen Sportbund und dessen Führungsakademie und Trainerakademie entwickelt. Studiengangsleitung Prof. Dr. Jürgen Mittag, Prof. Dr. Stephan Wassong Studiengangskoordination Maximilian Seltmann Mitglieder des externen Gutachter:innenteams Prof. em. Ian Henry Emeritus Professor, School of Sport, Health and Exercise Sciences Loughborough University Arbeitsmarkt Folker Hellmund Director EOC EU Office, German Olympic Sports Confederation Studienstruktur Judith Fender Consultant for study and teaching, Technical University of Darmstadt Externer Student Kim Schu M.Sc. International Sportmanagement Johannes Gutenberg University Mainz Der Studiengang ist reakkreditiert vom 22.04.2021 – 31.03.2029 M.A. International Sport Development and Politics The overall aim of the M.A. International Sport Development and Politics addresses a comprehensive understanding of structures, actors and conflicts in sport and physical activity. It offers an international focus on sport, including transnational and compa- rative dimensions. In order to obtain a profound knowledge and understanding of sport in its political, social, cultural and econo- mic framework, the Master program combines sport sciences with humanities, social sciences, law, sociology and economics. Im September 2020 trat der Studiengang in das Verfahren der Re- zertifzierung ein. Nach Eingang des Gutachtens fand im November 2020 der interne Workshop zur Maßnahmenentwicklung statt. Im April 2021 wurde der Studiengang erfolgreich rezertifziert. Im Rahmen des Verfahrens wurden Weiterentwicklungen am Studi- engang u.a. in folgenden Bereichen umgesetzt: - Vertiefung der inhaltlichen und didaktischen Kohärenz der Module des 3. Fachsemesters sowie Einbeziehung von Wahl(pflicht)kursen/-modulen - Präzisierung des Modulhandbuches unter besonderer Berücksichtigung der Spezifika - Verstärkung von praxisnahen Bezügen und beruflicher Vernetzung Die Reakkreditierung von Studiengängen erfolgt über das Peer-Review-Verfahren der systemischen Studiengangsevaluation. Voraussetzung für die Rezertifizierung ist die Einhaltung der hochschulinternen Qualitätsstandards, die sich am Leitbild für Studium und Lehre der DSHS Köln orientieren sowie die Einhaltung der Studienakkreditierungs- verordnung NRW. Der Turnus der Evaluation und Rezertifizierung aller Studiengänge und Studienbereiche der DSHS Köln ist in der „Richtlinie Zeitplan Qualitätsmanage- ment in Studium und Lehre” (ZQM) geregelt [s. S. 42]. Im Berichtszeitraum wurden drei konsekutive Masterstudiengänge und ein weiter- bildender Studiengang reakkreditiert. Die Rezertifizierungsverfahren eines weiteren konsekutiven Masterstudiengangs sowie für die Lehramt-Teilstudiengänge in den Fächern „Sport“ und „Bildungswissenschaften“ wurden aufgenommen. Aufgrund der pandemischen Bestimmungen wurden die Verfahren größtenteils digital durchgeführt. Studiengangsevaluationen und Reakkreditierungen 2.2 »Hauptanliegen des Studiengangs ist es, die Professionalisierung des Spitzensports in Deutschland voranzutreiben, indem zentrale Positionen in Sport- organisationen mit dem Fokus auf Spitzensport mit exzellent ausgebildeten Personen besetzt werden können. Die Studiengangsentwicklung verlief reibungs- los und unser Dank gilt allen Beteiligten, im Besonde- ren unseren Kooperationspartnern.« Dr. C. Zepp, Studiengangskoordinator | 39 38 | | | Studiengangsleitung Prof. Dr. Markus Raab Studiengangskoordination Dr. Alexandra Pizzera Mitglieder des externen Gutachter:innenteams Wissenschaft Prof. em. Dr. Roland Seiler Former Vice Director of Teaching at the Institu- te for Sports Science University of Bern Arbeitsmarkt Monika Liesenfeld Psychologist at the Olympic Training Center Berlin Studienstruktur Matthias Baderschneider Head of department quality management and coordination in studies and teaching University of Regensburg Externe Studentin Edda van Meurs Student of the M.Sc. Sports, Exercise and Human Performance University of Münster Der Studiengang ist reakkreditiert vom 24.04.2021 - 31.03.2029 M.Sc. Psychology in Sport and Exercise The M.Sc. Psychology in Sport and Exercise comprises aspects of psychology, sport and health from an international perspective. The course provides the academic knowledge and foundational research skills necessary to pursue careers in research or applied fields. The program is suitable for graduates with a degree in psy- chology or a degree in sport science. Prospective students should be interested in scientific thinking and working (e.g. conducting experiments) and the practical application of theory and research (e.g. coaching of athletes and teams). Im Februar 2020 trat der Studiengang in das Verfahren der Rezer- tifzierung ein. Bedingt durch den Ausbruch der Coronapandemie wurden die weiteren Verfahrensschritte in den Herbst des Jahres 2020 verlegt. Daher fand der interne Workshop zur Maßnahmen- entwicklung, ursprünglich im Mai 2020 terminiert, erst im Oktober 2020 statt. Im April 2021 wurde der Studiengang rezertifziert. Im Rahmen des Verfahrens wurden Weiterentwicklungen am Studiengang u.a. in folgenden Bereichen umgesetzt: - Überarbeitung des Modulhandbuchs - Arbeiten an der Studienstruktur - Überarbeitung der Kommunikationsmaterialien Studiengangsleitung Prof. Dr. Wolfgang Potthast Studiengangskoordination Dr. Johannes Funken Mitglieder des externen Gutachter:innenteams Wissenschaft Prof. Gareth Irwin Professor and Head of Sports Biomechanics Cardiff University Arbeitsmarkt Dr. Thomas Schmalz Biomechanist Otto Bock Studienstruktur Dr. rer. pol. Barbara Junge Department of Planning, Controlling, Quality Management FH Bielefeld Externe Studentin Carina Panitz M.Sc. Sports Science Institute of Sports and Sports Science Karlsruhe Der Studiengang ist reakkreditiert vom 01.04.2021 - 31.03.2029 M.Sc. Human Technology in Sports and Medicine The M.Sc. degree program in Human Technology in Sports and Medicine fills the niche between the classical engineering sciences, informatics and sports science, thus aiming to build a bridge bet- ween sports equipment, sports clothing and the athletes themsel- ves. In contrast to the technical focus of engineering, the M.Sc. program concentrates on human beings and how they deal with technology in physical activity and sports. The program is very practically orientated. Graduates are trained to be experts in the field of health maintenance and performance enhancement of ath- letes by using appropriate technologies. They learn skills related to specific fields of work in science and technology. Das digital durchgeführte Rezertifizierungsverfahren startete im Dezember 2020. Nach Eingang des Gutachtens im Januar 2021 wurden die weiteren Verfahrensschritte im März und April 2021 durchgeführt, gefolgt von einer intensiven Arbeitsphase des Studi- engangs. Im Rahmen des Verfahrens wurden Weiterentwicklungen am Studiengang u.a. in folgenden Bereichen umgesetzt: - Überarbeitung des Modulhandbuchs (DQR) - prominentere Darstellung der Unique Selling Points - partielle Restrukturierung der Module und Schärfung des Studi- enprofils, z.T. Anpassung der Prüfungsformate »Im Zuge des Verfahrens haben wir unser Modulhandbuchs ge- mäß des DQR überarbeitet, Module partiell restrukturiert und das Studienprofil geschärft. Das Reakkreditierungsverfahren war daher ein sehr intensiver, aber absolut gewinnbringender Prozess für unseren Studiengang. Ein großer Dank an alle Beteiligten, die den Prozess mit uns gestaltet haben.« Prof. Dr. Wolfgang Potthast & Dr. Johannes Funken, Studiengangsleitungsteam »The discussions and the joint work with the experts and representatives of the master‘s program were very constructive. A high-quality development of the course has taken place. We found the process to be profitable.« Prof. Dr. Markus Raab & Dr. Alexandra Pizzera, Studiengangsleitungsteam | 41 40 | | | Studiengangsleitung Prof. Dr. Stephan Wassong Studiengangskoordination Daniel Quanz Mitglieder des externen Gutachter:innenteams Wissenschaft Prof. Dr. Nelson Schneider Todt Pontifícia Universidade Católica do Rio Grande do Sul – PUCRS Arbeitsmarkt Jana Bernhard Managing Director S 20 e.V. The Sponsors` Voice Studienstruktur Petra Pistor Quality Management and International Cooperation, FH Münster University of Applied Sciences Externer Student Reyk Rüger Educational Science student specialising in Social Science and German University of Siegen Der Studiengang ist reakkreditiert vom 01.04.2022 - 31.03.2030 M.A. Olympic Studies The main objective of the unique degree programme M.A. Olym- pic Studies is to provide the students with an interdisciplinary knowledge about the Olympic Movement. International teaching teams from different cooperating universities teach seminars in sport history, sport pedagogy, ethics, international relations, media/commercialization and sport governance, all closely linked to Olympic Studies. The advanced studies programme implements a high-level, interdisciplinary curriculum in Olympic Studies aimed at fostering the links between the academic and the Olympic world. The programme awards a Master of Arts in Olympic Studies and is designed to facilitate recruitment of a wide range of participants from diverse academic and professional backgrounds. Der weiterbildende Studiengang trat im Juni 2021 in das Rezerti- fizierungsverfahren ein. Dieses wurde in Gänze digital umgesetzt. Nach Eingang des Gutachtens Ende Juli 2021 wurde der Verfahrens- schritt „Interner Workshop“ unter Beteiligung des internationalen Lehrteams im Dezember 2021 durchgeführt. Im Februar 2022 wurde der M.A. Olympic Studies rezertifiziert. Im Rahmen des Verfahrens wurden entwickelnde Arbeiten am Studiengang u.a. in folgenden Bereichen umgesetzt: - Überarbeitung des Curriculums - Integration einer neuen Partneruniversität »Der Rezertifizierungsprozess war sehr gewinnbringend. Dabei möchte ich die konstruktive Arbeit mit unseren internationalen Partner:innen besonders herausstellen. Der interne Workshop, an dem Akteure aus drei Zeitzonen teilnahmen, hat bestätigt, dass wir als internationales Lehr- team sehr gut funktionieren. Wir konnten die wertvollen Impulse unseres Gutachter:innenteams sehr gut umsetzen und das Curriculum des M.A. Olympic Studies erfolgreich an die aktuellen Herausforderungen und Entwicklungen in der Olympischen Bewegung anpassen. Zudem trugen die Anregungen aus der Rezertifizierung dazu bei, dass wir unser internationales Team um einen wertvollen Kooperationspartner aus Brasilien (Pontifícia Universidade Católica do Rio Grande do Sul) erweitern konnten. Auch die jüngste Auszeichnung des M.A. Olympic Studies mit dem Preis des Internationalen Fair Play Komitees steht sicherlich im Zusammenhang mit der kontinuierli- chen Evaluierung und Weiterentwicklung des Programms.« Prof. Dr. Stephan Wassong, Studiengangsleiter In den Verfahren der Akkreditierung und Reakkreditierung werden qua- litätsentwickelnde Maßnahmen auf Studiengangsebene umgesetzt. Konti- nuierlich erfolgt die Weiterentwicklung von Studiengängen durch die stete Arbeit der Studiengangsleitungen, Studiengangskoordinator:innen, Modul- beauftragten, Lehrenden und Studieren- den. Um Belange eines Studiengangs zu erörtern, berufen die Studiengangslei- tungen mindestens einmal im Semester das Studiengangskollegium ein. Dieses besteht aus allen Modulbeauftragten des jeweiligen Studiengangs. Im Berichts- zeitraum tagten die Studiengangskol- legien im vorgesehenen Rhythmus, die Beratungsschwerpunkte lagen auf der Umsetzung und Organisation der digi- talen Lehre, den Hygienebestimmungen und der studentischen Unterstützung und Beratung. Jedes Modul eines Studiengangs wird durch eine:n Modulbeauftragte:n geleitet. Die Modulbeauftragten sind Ansprechpartner:innen für Studierende und Lehrende in allen Belangen ih- res Moduls, erarbeiten Vorschläge zur Weiterentwicklung und berichten an die Studiengangsleitungen. Sie leiten die Modulsitzungen, auf denen sich die Lehrenden fachlich-inhaltlich sowie methodisch-didaktisch auf Modulebene abstimmen. In der Regel werden die Modulsitzungen zu Beginn eines neuen Semesters sowie anlassbezogen durch- geführt. Im Berichtszeitraum 2020 und 2021 war die gemeinsame Modularbeit pandemiebedingt von deutlich erhöh- tem Zeitaufwand, einem intensiveren Beratungs- und Austauschbedarf der Lehrenden und didaktisch-methodischen Absprachen zur Online Lehre gekenn- zeichnet. Im Zeitraum SoSe 2020 bis WiSe 21/22 wurden insgesamt 60 neue Modulbeauftragte berufen. Darüber hinaus erfolgt die kontinuierliche Weiterentwicklung von Studiengängen über die Beantragung von Modulhand- buchänderungen, die die Studiengangs- leitungen an das Prorektorat für Studium und Lehre stellen. Die beantragten Änderungen werden, in Abhängigkeit von den Änderungsbedarfen, in den Gremien der Hochschule beraten und beschlossen. Von SoSe 2020 bis WiSe 21/22 wurden 198 curriculare Anpassungen umgesetzt. Wie in Kapitel 1 dargestellt, ist das QM-System zentral organisiert, beteili- gungsorientiert und bindet Hochschul- angehörige funktionsabhängig ein. Es ist auf Qualitätsentwicklung ausgerichtet und von einem intensiven Austausch innerhalb der Hochschule geprägt. Am Beispiel der Weiterentwicklung des B.A. Sport, Erlebnis und Bewegung zum B.A. Sport- und Bewegungsvermittlung in Breiten- und Freizeitsport wird verdeut- licht, wie die Arbeiten durch übergrei- fende Zusammenarbeit von akademischen und verwaltendem Bereich erfolgen. Weiterentwicklung auf Ebene der Studiengänge 2.3 | 43 42 | | | Weiterentwicklung realisieren durch übergreifende und wertschätzende Zusammenarbeit am Beispiel des B.A. Sport- und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport Übergreifende Zusammenarbeit Damit die Umsetzung der u.g. Änderungen fristgerecht realisiert und der Übergang in eine neue Studien- und Prüfungsordnung reibungslos erfolgen konnte, arbeiteten zahlreiche Akteur:innen aus akademischen und verwaltenden Bereichen eng zusammen. Alle Planungen und Arbeiten wurden durch ein abteilungsübergreifendes Team geleistet. Dieses setzte sich aus dem Studiengangslei- tungsteam, dem Prüfungsamt, Mitarbeiter:innen aus ze.IT und der Lehrorganisation zusammen. Herausforderung Die größte Herausforderung war der Übergang von der bisherigen in die neue Studien- und Prüfungsordnung, die eine flächendeckende Überführung aller immatrikulierten Studierenden zu einem festgelegten Stichtag in Verbindung mit einer frühzeitigen Kommunkation und einer transparenten Anerkennungsregelung bedeutete. Umsetzung Nach Planung und Vorbereitung der zeitlichen und rechtlichen Umsetzung konnte die stichtagsgebundene Umschreibung der Studierenden beschlossen und die neue Prüfungsordnung des Studiengangs im Senat verabschiedet werden. Ab diesem Zeitpunkt startete eine breit angelegte Kommunikationskampagne, die die frühzeitige und transparente Information der immatrikulierten Studierenden, potentieller Studieninteressierter sowie ggf. Härtefälle zum Ziel hatte. Neben der Studiengangsleitung waren hieran die Studienberatung, die Lehrorganisation, der Prorektor für Studium und Lehre sowie die studentischen Studiengangssprecher:innen und der AStA der DSHS Köln beteiligt. Überlegungen zum grundsätzlich erforderlichen Lehrangebot sowie zum spezifischen Angebotstur- nus der Module innerhalb des Studiengangs wurden durch Studiengangsleitung und Lehrplanung aufgenommen. Die Festlegung des finalen Lehrangebots erfolgte durch die Studiengangsleitung im partizipativen Prozess mit Modulbeauftragten und den Lehr- und Forschungsgebieten. Parallel dazu fanden Abstimmungen zwischen Studiengangskoordination, ze.IT und Lehrorganisation zur konkreten technischen Realisierung der Überführung aller Studierenden in die neue Studienordnung statt (inkl. Regelung von Voraussetzungsprüfungen und Anerkennungslogik). Um die finalen Umsetzungen aller geplanten Änderunggen vor dem WiSe 20/21 engmaschig zu begleiten, wurde im Mai 2020 eine „Arbeitsgruppe SBV“ eingerichtet, in der zusätzlich zum Kernteam je eine Vertretung des Prüfungsamts sowie des Studierendensekretariats eingebunden war. Themen dieser Arbeitsgruppe waren dabei u.a.: - Abstimmungen zu Änderungen in Studienplänen / Modulbeschreibungen - Anpassung weiterer Dokumente (Modulbeauftragte, Voraussetzungen, Anwe- senheitspflicht, Prüfungsordnung, Formulare, Akkreditierungsurkunde) - Bewerbungen / Immatrikulationen - Umschreibung aktueller Studierender - Anerkennung von Leistungen - Erstellung der neuen Studienunterlagen Start Start B.A. Sport und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport (SBV): Fristgerecht starteten im WiSe 20/21 59 Studierende im 1. Fachsemester des neuen B.A. SBV. Bis Ende des Jahres wurden außerdem 436 Studierende, die zuvor im B.A. SEB immatrikuliert waren, in den B.A. SBV umgeschrieben. Seither haben 92 Absolvent:innen die Hochschule mit dem Titel Bachelor of Arts „Sport und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport“ verlassen. Zeitplan Qualitätsmanagement an der Deutschen Sporthochschule Köln (ZQM), Stand 03/2022 Abb. 13 ZQM (Stand 03/2022) Instrument Zyklus BAS SQ PE SuL SGP SMK SBV SPJ LA/ BiWi LA/ BiWi TSM PSE DEV RGM LTC SGB TDM MKF SMA Basisstudium Schlüsselqualifikation Profilergänzung B.Sc. Sport und Leistung B.A. Sport u. Gesundheit in Prävention u. Therapie B.A. Sportmanagement u. Sportkommunikation B.A. Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport1 B.A. Sportjournalismus B.A. Lehramt / Bildungswissenschaften M. Ed. Lehramt / Bildungswissenschaften M.Sc. Human Technology in Sports and Medicine M.Sc. Psychology in Sport and Exercise M.A. International Sport Development and Politics M.A. Reha., Prävention und Gesundheitsmanag. M.Sc. Leistung, Training und Coaching im Spitzensport2 M.Sc. Sport- und Bewegungsgerontologie M.Sc. Sporttourismus und Destinations-management3 M.A. Sport, Medien- und Kommunikations- forschung M.Sc. Sport Management WiSe 19 /2 0 Ba ch el or Le hr am t M as te r WiSe 26 /2 7 WiSe 21 /2 2 WiSe 28 /2 9 WiSe 23 /2 4 WiSe 20 /2 1 WiSe 27 /2 8 WiSe 22 /2 3 WiSe 29 /3 0 WiSe 24 /2 5 WiSe 25 /2 6 So Se 20 20 So Se 20 27 So Se 20 22 So Se 20 29 So Se 20 24 So Se 20 25 So Se 20 21 So Se 20 28 So Se 20 23 So Se 20 30 So Se 20 26 KOAB KOAB DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ DOZ ZE ZE ZE ZE ZE ZE ZE ZE ZE ZE ZE ZE ZE ZE ZE ZE ZE ZE ZE ZE ZE ZE SGE SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SGB SBE SBE SBE SGE SGE SGE SGE SGE SGE SGE SGE SGE SGE SGE SGE SGE SGE SGE SGE SGE SGE SGE SGE SGE SGE SGE SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SR SiD QMR QMR QMR QMR QMR SiD SiD DOZ DOZ DOZ KOAB KOAB KOAB KOAB Dozierendenbefragung NRW-weite Studierendenbefragung Absolvent:innen-Studie Veröffentlichung Studiengangs- evaluation (SGE) Studienbereichs- evaluation (SBE) Zwischen- evaluation (ZE) 8 Jahre NRW-weite Studie- renden- befragung (SiD) 4 Jahre Dozierenden- befragung (DOZ) alle 4 Semester bzw. alle 3 Jahre Studiengangs report / Studi- enbereichsreport (SR) 2,5 – 3 Jahre Studiengangs- befragung (SGB) alle 3 Semester (BA) bzw. alle 2 Semester (MA) Absolvent- Innen-Studie (KOAB) 2 Jahre QM-Report (QMR) 2 Jahre 1 Vormals: B.A. Sport, Erlebnis und Bewegung (bis SoSe 2020) 2 Vormals: M.Sc. Exercise Science and Coaching (bis SoSe 2019) 3 Vormals: M.Sc. Sporttourismus und Erholungsmanagement (bis SoSe 2019) | 45 44 | | | Gute Lehre fördern – Digital – Hybrid – Präsenz KAPITEL 3 Ab Mitte Februar 2020 wurden an der DSHS Köln Gespräche und Überlegun- gen zu den Auswirkungen der Corona- Pandemie auf den Hochschulbetrieb geführt. Zeitnah wurde klar, dass ‘alles’ auf Online-Lehre umzustellen war. Die ersten wichtigen Schritte dazu wurden glücklicherweise bereits vor der Pande- mie gelegt, u.a. mit der Veröffentlichung der „Digitalisierungsstrategie für Studium und Lehre der Deutschen Sporthochschu- le Köln“ am 20.02.2020, dem langjähri- gen Betrieb der Lernplattform Moodle zur Unterstützung der Lehre, aber auch durch Initiativen des Landes NRW, beispiels- weise durch die Digitale Hochschule NRW (DH.NRW). Aufbauend auf diesen Grundlagen konnten recht schnell Maß- nahmen ergriffen werden, um die Lehre im Sommersemester 2020 zielgerichtet zu unterstützen und zu „retten“. Moodle-Kurs „Digi Tools - Digitale Werkzeugkiste für die Lehre“ Um die Lehrenden bestmöglich auf die bevorstehenden Aufgaben und Umstel- lungen im SoSe 2020 vorzubereiten und zu unterstützen, wurde ein Moodle-Kurs erstellt, der zunächst „Save SoSe’20“ genannt wurde. In diesem Kurs, in dem ca. 400 Lehrpersonen (inkl. Tutor:innen) eingeschrieben waren, wurden grund- legende Information zur Verfügung gestellt, welche sowohl technische, als auch didaktische Fragestellungen rund um das Thema Digitalisierung in Studium und Lehre beantworteten. Zu diesen Themen gehörten u.a. „Grundfunktionen Moodle“, „Web-Meetings mit Webex“, „Bereitstellung von Videos“, „Elektroni- sche LEK & Tests“, „Digitale Einreichun- gen“ und „Vertonte Slides & Screencasts“. Dabei wurden zum einen durch die Abteilung Digitalisierung in Studium und Lehre selbsterstelltes Material zur Verfügung gestellt, als auch Anleitungen und Hinweise anderer Universitäten und Hochschulen (bspw. der Ruhr-Universität Bochum). Besonders hilfreich waren dabei Inhalte, die durch Lehrende der DSHS Köln erstellt wurden. Neben der Be- reitstellung dieser Informationen wurden über den Kurs Online-Schulungen (s.u.) und ein „Quickstart E-Lehre“ angeboten. Auch ein Forum „Von Lehrenden für Lehrende - Tipps, Tricks & Ideen in der digitalen Lehre“ wurde zur Verfügung gestellt, um einen zielgerichteten Aus- tausch zu ermöglichen. Nach dem SoSe 2020 wurde der Kurs in „Digi Tools - Digitale Werkzeugkiste für die Lehre“ umbenannt und mit weite- ren Informationen angereichert, u.a. zu den Themen „Studierende (online) aktivieren“, „Teilhabe und E-Lehre“ oder „Hybride Lehre“. Zudem wurden ca. 200 zusätzliche Personen in den Kurs eingeschrieben (sowohl Lehrende, als auch Mitarbeitende aus verschiedenen Unterstützungsbereichen), so dass inzwi- schen ca. 600 Personen eingeschrieben waren. Auch ein weiteres Forum, „Von Lehrenden für Lehrende - Austausch zur Praxis-Lehre“, wurde zur Unterstützung eingerichtet, damit sich Lehrende ziel- gerichtet zu den Herausforderungen der Präsenzlehre unter Pandemie-Bedingun- gen austauschen konnten. Der Kurs ist inzwischen ein fester Bestandteil und zentraler Informationsort für Lehrende rund um das Thema Digi talisierung in Studium und Lehre und wird stetig erweitert und aktualisiert. Web-Meetings mit Webex Ein wichtiger Bestandteil in der „Rettung“ des SoSe 2020 war neben Moodle das onlinebasierte Kommunika- tions-Tool Cisco Webex. Die Empfehlung zur Einführung des komplexen Systems kam durch die zentrale Betriebseinheit Digitalisierung in Studium und Lehre3.1 Wie viele Universitäten begegnete die DSHS Köln der Corona-Pandemie mit großem individuellem Engagement und häufig mit enormer Kreativität und Innovationskraft. Die Bedeutung der Digitalisierung in der Lehre erfuhr einen enormen Schub [Kap. 3.1]. Die Aktivitäten der Dozierenden wurden im Verlauf der „Pandemielehre“ seitens der Hochschule bestmöglich unterstützt, indem individuelle Beratungen und Schu- lungsmaßnahmen angeboten wurden, die intensiv in Anspruch genommen wurden [Kap. 3.1, Kap. 3.2]. Für das Sommersemester 2020 wurden die Lehrpreise der Hoch- schule ausschließlich als Lehrpreise e-Lehre ausgeschrieben. Erarbeitete Konzepte sollten wertgeschätzt, aber auch später für die Weiterentwicklung der Hochschullehre genutzt werden können [Kap. 3.3]. Der Hochschulleitung war die Unterstützung der Studierenden stets ein ganz besonderes Anliegen. Dies schlug sich u.a. in der Mittelerhöhung für das Tutorienprogramm nieder [Kap. 3.4]. Auch die ausgewählten Förderprojekte, die für die internen wie externen Förderprogramme in Studium und Lehre ausgelobt wurden, belegen den Digitalisierungsschub [Kap 3.5]. Zum Einsatz der Qualitätsverbesserungsmittel und zu den weiteren Aktivitäten im Bereich Studium und Lehre erfahren Sie mehr in den Kapiteln 3.6 und 3.7. 3.1 Digitalisierung in Studium und Lehre 3.2 Qualifizierung und Beratung für Lehrende 3.3 Lehrpreise 3.4 Tutorienprogramm 3.5 Förderprogramme in Studium und Lehre 3.6 Qualitätsverbesserungsmittel 3.7 Studium und Lehre in Bewegung | 47 46 | | | IT (ze.IT) der DSHS Köln. Zunächst lagen die Vorteile der Anwendung vor allem im Bereich Datenschutz und der Verknüpfung zum bestehenden Learning Management System Moodle. Die Verknüpfung konnte technisch über eine Learning Tools Interoperability (LTI) - Schnittstelle gewährleistet werden, so dass Lehrende über Moodle Online-Meetings in Webex sowohl anlegen, als auch starten konn- ten und Studierende über den etablierten und bestehenden Kurs-Katalog in Moodle den entsprechenden Webex-Meetings beitreten konnten. Die weiteren Stärken von Cisco Webex zeigten sich nach dem Sommersemes- ter 2020 darin, dass auch technische Komponenten der Firma Cisco (soge- nannte „Room-Kits“) gut dazu genutzt werden konnten, hybride Sitzungen (auch außerhalb der Lehre) durchzuführen und weitere Funktionen (bspw. Webex-Teams) mehr in den Fokus rückten. Online-Schulungen Eine der größten Herausforderungen des SoSe 2020, sowie der darauffolgenden Semester war es den ca. 400 Lehrper- sonen nicht nur Informationen zur Verfügung zu stellen, sondern diese auch im Umgang mit der neuen Technik und den neuen Vorrausetzungen der „Online- Lehre“ zu schulen [s. auch Kap. 3.2]. Neben den eher inhaltlichen bzw. tech- nischen Schulungen wurden informelle Austauschformate in Form von „Digitalen Kaffee- bzw. Frühstückspausen“ ange- boten, um einen offenen Austausch und eine niederschwellige Möglichkeit, um Fragen zu stellen, zu gewährleisten. Die „digitalen Pausen“ wurden nach dem WiSe 20/21 auf Grund der dann geringen Nachfrage eingestellt. Zudem wurden die Veranstaltungen „Moodle-Grundlagen“, „Elektronische Lernerfolgskontrollen mit Moodle“, „Interaktive Inhalte mit H5P erstellen“ und „Elektronische Peer-Re- view-Verfahren in Moodle“ im Winterse- mester 20/21 aufgezeichnet und stehen seitdem digital und „on demand“ im Moodle-Kurs „Digi Tools“ zur Verfügung [s. Tab. 5]. Im Sommersemester 2021 fanden nur noch sehr wenige Online-Schulungen mit wenigen Teilnehmenden statt. Zugriffszahlen auf Moodle Mit Start des Sommersemesters 2020 stiegen die Zugriffszahlen auf die Lern- plattform Moodle fast um das Neunfache, da auf Grund der Verknüpfung zu Cisco Webex die Lehre komplett über die Platt- form lief. Im Laufe des Sommersemesters 2020 wurden daher die Speicherkapazi- täten der Lernplattform erhöht, um dem Bedarf gerecht zu werden [s. Tab. 6-8]. Übersicht über Online-Schulungen für Lehrpersonen im Rahmen der digitalen Lehre, 2020 Thema Digitale Kaffeepause Urheberrecht in der (digitalen) Lehre (in Kooperation mit der Hochschuldidaktik) Einstieg in Webex (Training & Meeting) Moodle (Einstieg & LEK) Gesamt Sommersemester 2020 Teilnehmende Anzahl der Schulungen Teilnehmende pro Schulung 39 21 128 20 208 5 2 3 2 12 8 11 43 10 17 Thema Digitale Kaffeepause Einstieg in Webex (Training & Meeting) Moodle (u.a. Einstieg, LEK & Peer-Review) Studierende in Online-Meetings aktivieren Gesamt Wintersemester 20/21 Teilnehmende Anzahl der Schulungen Teilnehmende pro Schulung 12 29 19 12 72 6 5 4 1 16 2 6 5 12 5 Tab. 5 Übersicht zu den Zugriffszahlen auf Moodle – Semestervergleich SoSe 2019 – WiSe 21/22 SoSe 2019 (zum Vergleich) 20.386 WiSe 19/20 (zum Vergleich) 27.187 SoSe 2020 187.807 WiSe 20/21 173.420 SoSe 2021 173.270 WiSe 21/22 92.295 Tab. 6 Nutzerzugriff Moodle am ersten Tag der Vorlesungs- zeit – Semestervergleich SoSe 2019 – WiSe 21/22 SoSe 2019 (zum Vergleich) 1.378 SoSe 2020 3.327 WiSe 20/21 3.570 SoSe 2021 3.482 WiSe 21/22 2.809 Tab. 7 Semester Zugriffe Speicherbedarf der Semester (in Gigabyte) – Semestervergleich SoSe 2019 – WiSe 21/22 SoSe 2019 (zum Vergleich) 81 SoSe 2020 313 WiSe 20/21 364 SoSe 2021 297 WiSe 21/22 328 Tab. 8 Semester Speicherbedarf (in GB) Semester Nutzer:innen | 49 48 | | | Mit ihren Qualifizierung- und Beratungs- angeboten eröffnet die DSHS Köln ihren Lehrenden die Möglichkeit, ihre Lehrkom- petenzen bedarfsgerecht auszubauen. Wie wichtig es ist, bedarfsorientierte Anpassungen vorzunehmen, wurde nach den letzten in Präsenz stattfindenden Workshops im März 2020 mit Beginn des Corona-Lockdowns besonders deutlich. Zur Umgestaltung des Sommersemesters 2020 aufgrund der Bedingungen der Corona-Pandemie blieb nur einen Monat Vorbereitungszeit. In dieser Zeit mussten die Lehrkräfte grundlegende Verände- rungen ihrer Lehre und Lehrplanung vor- nehmen. Die Dozierenden wurden seitens der Hochschule bestmöglich unterstützt, indem individuelle Beratungen und Schu- lungsmaßnahmen angeboten wurden, die intensiv in Anspruch genommen wurden [Abb. 14]. Die Teilnehmendenzahlen sind den Tabellen 5 und 9 zu entnehmen. Ein eigener Moodle-Kurs: „Save SoSe `20“ wurde eingerichtet und 400 Dozieren- de (inkl. Tutor:innen) eingeschrieben [s. Kap. 3.1]. Es wurden Foren und Austauschbereiche „Von Lehrenden für Lehrende“ eingerichtet. Die reguläre Umsetzung des Sommersemesters gelang letztendlich auch, weil im Verlauf des Semesters Unterrichtsformate digital, hy- brid und in Präsenz durchgeführt werden konnten. Im Wintersemester 2020/21 wurden die dargestellten Maßnahmen erfolgreich fortgesetzt. Startsprung in die Lehre Lehrkräfte für besondere Aufgaben und wissenschaftliche Mitarbeiter:innen mit Lehrdeputat, die neu an der DSHS Köln eingestellt werden, durchlaufen verpflich- tend vor ihrem ersten Einsatz in der Lehre das hochschuldidaktische Qualifizierungs- angebot „Startsprung in die Lehre“. Qualifizierung und Beratung für Lehrende3.2Hybride Lehre / Rollierendes System Um Abstandsregelungen in den Semi- narräumen einhalten zu können, wurde im SoSe 2021 ab dem 31.05.2021 das sogenannte „rollierende System“ für die Bachelorstudiengänge eingeführt, wel- ches u.a. folgende Regelungen umfasste: – Bachelor-Studierende mit gerader letz- ter Ziffer in der Matrikelnummer haben Präsenz in gerader Kalenderwoche. – Bachelor-Studierende mit ungerader letzter Ziffer in der Matrikelnummer haben Präsenz in ungerader Kalender- woche. – Die Lehrkraft entscheidet über das Vorgehen mit der Gruppe, die nicht in Präsenz anwesend ist (z.B: per synchronem Webex hinzuschalten, asynchrone alternative Aufgabe usw.). Um die Lehrenden zu unterstützen wurde die neue Rubrik „Hybride Lehre“ im Moodle-Kurs „Digi Tools“ hinzugefügt, die sowohl organisatorische Informatio- nen, als auch Hinweise zu technischen, sowie didaktischen Aspekten umfasste. Zudem wurden Handreichungen anderer Universitäten und Hochschulen (bei- spielsweise der Hochschule RheinMain oder der Universität Wien) zur Verfügung gestellt. Vereinbarung zur Digitalisierung Wie bereits erwähnt waren die Initiativen des Landes NRW bzw. der Digitale Hoch- schule NRW (DH.NRW) wichtige Faktoren schon vor der Pandemie, so dass im Laufe des Jahres 2020 die „Vereinbarung zur Digitalisierung“ zwischen den Hochschu- len und Universitäten des Landes NRW und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW (MKW) im Einvernehmen mit der DH.NRW unterzeichnet werden konnte. Diese Vereinbarung wurde bereits vor 2020 vorbereitet und war dann aber während der Pandemie eine willkom- mene und entlastende Hilfestellung. Die Vereinbarung umfasst die Bereiche Forschung, Verwaltung und Lehre. Konkret für die DSHS Köln wurden folgende Projekte / Maßnahmen unterstützt: Netzwerk ORCA.nrw (s.u.), Fellowships (digifellows) [s. Kap. 3.5], Curriculum 4.0.nrw, EGov. und OZG-Koor- dinatoren, Online-Bewerbung und Imma- trikulation sowie Corona-Soforthilfe. Aussicht Insgesamt betrachtet hat die DSHS Köln den Umgang mit den Herausforderungen im Rahmen der Corona-Pandemie sehr gut gemeistert. Nicht zuletzt war dies durch die tatkräftige Unterstützung der Lehrenden und einer guten Zusammen- arbeit aller Beteiligten möglich. Die Erfahrungen haben jedoch gezeigt, dass trotz der Vorzüge digitalen Arbeitens in Studium und Lehre die Präsenzlehre nicht ersetzt werden kann. Die DSHS Köln sieht sich auch zukünftig als Lehr- und Lernort des unmittelbaren und leiblichen Miteinanders. Daneben sollen die Möglichkeiten und Chancen digitaler Lehre weiterhin reflek- tiert und gewinnbringend eingebracht werden. Dabei ist zu beachten, dass digitale Lehre hochindividuell, abhängig von Thema, Lehrperson und der Zielgrup- pe ist. Für die Zukunft sollten aus den Erkenntnissen der Corona-Krise Strate- gien abgeleitet werden, um zu sehen, welche digitalen Formate und Hilfsmittel hilfreich sind und verstetigt werden sollten [s. Kap. 3.5]. Hochschuldidaktische Workshops in Präsenz- und Online-Format SoSe 2020 und WiSe 2021/2022 Abb. 14 Online Präsenz 4,0 6,0 8,0 10,0 12,0 0 2,0 WiSe 2021/2022SoSe 2020 WiSe 2020/2021 SoSe 2021 | 51 50 | | | »Die Balance zwischen Input und Break Out Sessions war optimal. So konnten wir Lehrende trotz online Format in den kollegialen Austausch kommen.« Teilnehmer:innenfeedback 2020 Das Qualitätsverständnis und die Operationalisierung für das lehrbezo- gene Handeln werden im „Startsprung in die Lehre“ auf Basis des Leitbilds für Studium und Lehre an das neue Lehrpersonal umfassend vermittelt. Im Berichtszeitraum wurde die bisher 3-tägige Veranstaltung in ein 4-tägiges Format umgebaut. Inhalte des Formats sind u.a. Aspekte des Rollenverständ- nisses, methodisch-didaktische Grundla- gen, Aspekte des E-Learnings sowie die Selbstpräsentation. Da der „Startsprung in die Lehre“ im SoSe 2020 seit seiner Einführung in 2011 erstmalig kurzfristig pandemiebedingt abgesagt werden musste, gab es im WiSe 2020/2021 zwei Gruppen neuer Lehren- der, die zeitversetzt an den Workshops teilnahmen und sich auf ihre Lehrtätig- keit vorbereiteten. Auch im SoSe 2021 gab es zwei Gruppen des „Startsprungs in die Lehre“, die pandemiebedingt online stattfanden. Zum WiSe 2021/2022 konnten sich die neuen Lehrenden wieder in Präsenz über ihr neues Wirkungsfeld austauschen. Insgesamt besuchten 47 Lehrende die Veranstaltungen [Tab. 9]. Fakultative Workshops Neben dem Themenschwerpunkt der Digitalisierung (Urheberrechte in der digitalen Lehre, Souveräne Gestaltung von online Lehre, Videos für die eigene Lehre selbst erstellen) wurden online weitere hochschuldidaktische Angebote im Bereich der Feedbackkultur, Textar- beit, Moderation in Lehrveranstaltungen und dem Umgang mit herausfordernden Situationen in der Lehre realisiert. Vor allem im Jahr 2020 nahmen insge- samt mehr Lehrende an hochschuldi- daktischen Qualifizierungen teil. In der Phase der veränderten Lehr-Lern-Situati- on der Pandemie nahmen auch verstärkt Mitarbeitende mit bereits längerer Lehrerfahrung (> 5 Semester) an den Angeboten der Hochschuldidaktik teil, um sich zu qualifizieren [Tab. 9]. Netzwerk Hochschuldidaktik NRW Neben dem Angebot des „Startsprungs in die Lehre“ und weiteren hochschul- eigenen fakultativen Workshops können Lehrende der DSHS Köln im Rahmen des Zertifikatprogrammes „Professionelle Lehrkompetenz für die Hochschule“ auch an Qualifizierungsveranstaltungen anderer Universitäten des Netzwerks Hochschuldidaktik NRW teilnehmen. Die Angebotsgestaltung wird dabei von den fünf Themenfeldern „Lehren und Lernen“, „Prüfen und Bewerten“, „Studierende beraten“, „Feedback und Evaluation“ und „Innovation in Studium und Lehre entwickeln“ mit entsprechenden Kriterien gerahmt. Zur Zertifizierung der professi- onellen Lehrkompetenz absolvieren Leh- rende durch den Besuch von fortbilden- den Workshops zunächst das Basis- und das Erweiterungsmodul, bevor sie mit der Durchführung eines eigenen hochschul- didaktischen Projekts in ihrer Lehre das Vertiefungsmodul abschließen und somit ein Gesamtzertifikat erhalten können. Im Berichtszeitraum nutzten vier Lehren- de der DSHS Köln diese Möglichkeit und schlossen das über 200 Arbeitseinheiten umfassende Gesamtzertifikat ab. Über künftige Absolvent:innen darf die DSHS Köln sich angesichts der acht neuen Lehrenden, die von 2020 bis 2022 das Basismodul beendet haben, freuen. Jahr 2020 Jahr 2021 Startsprung in die Lehre Anzahl Veranstaltungen 2 3 Anzahl Tage 8 12 Anzahl Teilnehmende 18 29 Besuch hat sich gelohnt (Rücklauf, n) 70 % (n = 10) 57 % (n = 25) Würden weiterempfehlen 80 % 55 % Fakultative Workshops Anzahl Veranstaltungen 19 7 Anzahl Tage 19 13 Anzahl Teilnahme 159 59 Besuch hat sich gelohnt (Rücklauf, n) 70 % (n = 93) 71 % (n = 31) Würden weiterempfehlen 69 % 58 % Teilnehmende der DSHS Köln gesamt 177 85 Akademischer Grad Davon Professor:innen 2 % 0 % Davon Doktorand:innen 38 % 25 % Davon nicht promoviert 54 % 72 % Teilnehmende an den Evaluationen gesamt 103 56 Tätigkeitsprofil Vorlesungen 33 % 20 % Seminaren 86 % 82 % Praxiskursen 27 % 40 % Lehrerfahrungen Keine 3 % 8 % 1–2 Semester 22 % 26 % 3–5 Semester 19 % 28 % Über 5 Semester 61 % 38 % Umfang hochschuldidaktischer Veranstaltungen, Zufriedenheit und Profil der Teilnehmenden Tab. 9 | 53 52 | | | An der DSHS Köln sind seit mehr als einer Dekade Lehrpreise etabliert, bei denen das Vorschlagsrecht bei den Stu- dierenden der Lehrveranstaltungen liegt und die Vergabe eines Preises immer an eine herausragende Evaluation des Unter- richts durch die Studierenden gekoppelt ist. Zielsetzung der DSHS-Lehrpreise ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung der Qualität der Lehre zu stärken und die Wertschätzung für Lehrengagement zu er- höhen. Sie honorieren und unterstützen die Entwicklung und Umsetzung innovati- ver Lehr-Lernkonzepte im sportprakti- schen und im theoretischen Lehrumfeld. Lehrpreis „e-Lehre“ – Sonderprogramm 2020 Mit einem Lehrpreis-Sonderprogramm „e-Lehre“ hat die DSHS Köln im SoSe 2020 15 Lehrpreise für herausragende Lehr- und Lernkonzepte ausgelobt. Zielsetzung dieses Sonderprogramms war es, das Bewusstsein für Möglichkeiten und Grenzen von e-Lehre zu schärfen und zugleich innovative Lehr-Lernkonzepte dieses Bereichs auszuzeichnen, sowohl im sportpraktischen als auch im theore- tischen Lehrumfeld. Hierdurch sollten die intensive Arbeit und das hohe Engage- ment aller Dozierenden wertgeschätzt werden, die sich intensiv mit e-Lehre befasst, ihre Lehrkonzepte angepasst und sich zunehmend dem Thema e-Lehre engagiert, motiviert, professionell und auch kritisch gestellt haben. Für die Lehrpreise e-Lehre haben 295 Studierende 90 Lehrende aus 149 unterschiedlichen Lehrveranstaltungen nominiert - 64 Bewerbungen wurden bei der Lehrpreis-Jury eingereicht. Die belobigten Lehrpreiskonzepte e-Lehre (insgesamt 15, sieben davon Praxislehr- veranstaltungen) wurden den Dozieren- den im Moodle-Kurs „Save SoSe `20“, zur Verfügung gestellt [Kap. 3.1]. Die prämierten Lehr-Lern-Konzepte überzeugten durch ihre vorbildliche inhaltliche, methodische wie technische Originalität und wurden mit jeweils 1000,-€ zweckgebundenem Preisgeld prämiert. Alle für die Lehrpreise e-Lehre eingereichten Bewerbungen stellen einen enormen Erfahrungsschatz der Hoch- schule im Bereich der digitalen Lehre dar, bei dem es in Zukunft darum gehen wird, das enthaltene Erfahrungswissen systematisch zusammenzustellen und für die Weiterentwicklung der sportwissen- schaftlichen Hochschullehre im Bereich der Digitalisierung stärkend zu nutzen [Kap. 3.5]. Lehrpreise 2020 Neben dem Sonder-Lehrpreis e-Lehre wurden 2020 auch die regulären Lehr- preise – dotiert mit insgesamt 17.000 Euro – in den Kategorien Vorlesungen, Seminare, Praxiskurse/Übungen, Modul/ Lehrteam und Tutorien vergeben. Lehrpreise3.3 »Wir möchten mit dem Preis stellvertretend die intensive Arbeit und das hohe Engagement aller Dozierenden wertschätzen und honorieren, die ihre Lehrkonzepte angepasst und sich zunehmend dem Thema e-Lehre engagiert, motiviert, professionell und auch kritisch gestellt haben.« Prorektoren Prof. Dr. Jens Kleinert und Prof. Dr. Thomas Abel Lehrpreisträgerinnen und Lehrpreisträger e-Lehre 2020 Tab. 10 Die Jury bestand in der Auswahlrunde e-Lehre 2020 aus folgenden Mitgliedern: Univ.-Prof. Dr. Thomas Abel, Prorektor Kommunikation, Digitalisierung und Diversität Jurek Bäder, StAPS, Digitalisierung in Studium und Lehre Dr. Stefan Türk, Vertreter der UK Ressourcen Anne Schnell, Lehramtsstudentin Anne Lenkenhoff, Lehramtsstudentin Oliver Riedel, Student des BA Sportjournalismus Ines Bodemer, StAPS, Studium und Lehre Institut Veranstaltungstitel Studiengang und Modul Dr. Oliver Jan Quittmann Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft Systematik der motorischen Hauptbeanspruchungsformen (Seminar) B.Sc. Sport und Leistung, Modul SUL6 PD Dr. Kirstin Hall- mann Institut für Sportöko nomie und Sportmanage- ment Konsumverhalten im Sporttourismus (Seminar) M.Sc. Sport-tourismus und Destinationsmanagement, Modul TDM7 Tessa Temme Institut für Tanz und Bewegungskultur Somatics und Fitnesstraining / Körperorientierte Trainingsmethoden für Tanz und Sport (Praxiskurs) B.A. Sport- und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport, Modul SEB9.3.2.3 Louis Moustakas Institut für Europäische Sportentwicklung und Freizeitforschung Theorien und Konzepte von Sport in der Entwicklungszusammenarbeit (Vorlesung) M.A. International Sport Development and Politics, Modul DEV8 Univ.-Prof. Dr. Swen Körner Abteilung für Trainings pädagogik und Martial Research Grundlagen und Praxis Selbstverteidigung (Seminar + Praxiskurs) Studienbereich Profilergänzung der BA-Studiengänge, Modul PE2.35 Erziehung, Entwicklung und motorisches Lernen (Seminar) B.A. Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen, Modul B7 Dr. Johannes Berendt Prof. Dr. Sebastian Uhrich Institut für Sportöko nomie und Sportmanage- ment Einführung in die Betriebswirtschafts lehre (Vorlesung) B.A. Sportmanagement und Sportkommunikation, Modul SMK1€ Dr. Tobias Morat Institut für Bewegungs- und Sportgerontologie Bewegungs- und Trainingswissenschaft (Seminar) B.A. Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie, Modul SGP10.1 Planung und Evaluation einer Intervention für Ältere (Seminar) M.Sc. Sport- und Bewegungsgerontologie, Modul SBG7 Dr. Jonas Rohleder, Juliane Veit, Maria Becker Institut für Vermitt- lungskompetenz in den Sportarten Turnen (Praxiskurs) Studienbereich Basisstudium der BA-Studiengängen, Modul BAS7 Sportartspezifische Didaktik und Methodik Turnen B.Sc. Sport und Leistung, Modul SUL1 Dr. Frowin Fasold Institut für Trainings wissenschaft und Sportin- formatik Sportartspezifische Didaktik und Methodik – Handball (Praxiskurs) B.Sc. Sport und Leistung, Modul SUL1.10 Handball (Praxiskurs) Studienbereich Profilergänzung der BA- Studiengänge, Modul PE2.19 Dr. Uwe Drescher Institut für Physiologie und Anatomie Biologische Grundlagen (Vorlesung) B.A. Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen, Modul B1 Dr. Robert Rein Institut für Trainings wissenschaft und Sport informatik Einführung in die Statistik und Übung zur Statistik (Vorlesung + Übung) Studienbereich Schlüsselqualifikationen der BA-Studiengänge, Modul SQ3 Dr. Christiane Wilke Dr. Bianca Biallas Chuck Tholl Institut für Bewegungs- therapie und bewegungs- orientierte Prävention Sekundärprävention/B) orthopädische Erkrankungen/SP Rückenprävention (Kurs) B.A. Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie, Modul SGP10.4.b Friederike Frost Institut für Tanz und Bewegungskultur Trendsport: Breakdance (Praxiskurs) B.A. Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen, Modul B10 Dr. Fabienne Bartsch Institut für Soziologie und Genderforschung Kulturphänomen Sport (Seminar) M.Ed. Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen, Modul M3 Carolin Bastemeyer, Dr. Martin Boss, Kevin Rudolf & Angeli Gawlik Psychologisches Institut und Institut für Bewe- gungstherapie und bewe- gungsorientierte Präventi- on und Rehabilitation Planung, Durchführung und Evaluation von Verhaltensinterventionen im Gesund- heitssport (Übung) B.A. Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie, Modul SGP6 | 55 54 | | | Die Arbeit von Tutor:innen unterstützt die Orientierung sowie das Selbststu- dium der Studierenden und damit das Erreichen der Lernziele. Dabei vertre- ten die Tutor:innen der DSHS Köln den Leitgedanken „von Studierenden für Studierende – Hilfe zur Selbsthilfe“ und unterstützen die Studierenden in deren Lernprozessen. Fachtutorien sind fach- spezifisch ausgerichtete und prüfungs- vorbereitende Tutorien für Studierende aller Semester und verstehen sich als Unterstützung des Selbststudiums. Die Inhalte orientieren sich an der jeweiligen theoretischen oder praktischen Lehrver- anstaltung. Orientierungstutorien dienen der Unterstützung und Begleitung beim Studieneinstieg und zur Vermittlung von studienrelevanten Kernkompetenzen. Sie richten sich an alle Bachelorstudierende im ersten Semester. Vor Corona leisteten bereits 45 Tutor:innen jedes Semester in etwa 60 Tutorien großartige Arbeit, doch die Pandemie stellte auch veränderte Anfor- derungen an das Tutorienprogramm und dieses damit auf eine Belastungsprobe. Neben dem organisatorischen Mehrauf- wand durch fast wöchentlich anfallende Umplanungen, standen auch methodi- sche und didaktische Fragen im Raum: Wie können sportpraktische Tutor:innen Studierende unterstützen, wenn keine Präsenztreffen erlaubt sind? Wie kann studentisches Lernen ohne eine direk- te persönliche Verbindung umgesetzt werden? Wie ändert sich Tutorienarbeit in ihrem Zuschnitt, wenn teilnehmende Studierenden neue Anliegen mit ins Tutorium bringen? Trotz der zu Beginn des SoSe 2020 pandemiebedingt schwierigen Situation war es bereits ab Juli 2020 möglich, in Abhängigkeit und unter Einhaltung der Hygienebestimmungen der Hochschule auf die erhöhte Nachfrage nach Tutori- en zu reagieren. Durch eingeschränkte Übemöglichkeiten hatten viel mehr Stu- dierende als in den regulären Semestern Bedarf an Unterstützung und Korrektur. Der Hochschulleitung war die Ausweitung des Tutorienangebots ein sehr großes Anliegen und es konnten zusätzliche Angebote geschaffen werden. So konnten während des Berichtzeitrau- mes, auch dank der zusätzlicher Mittel, bis zu 56 Tutor:innen mit bis zu 156 Tutorien beauftragt werden [Abb. 15]. Insgesamt nahmen 1.622 Studierende an diesen Tutorien teil [Abb. 16]. Die Tutor:innen gingen mit den schwierigen Bedingungen der Corona- Pandemie hochgradig engagiert und verantwortungsbewusst in den Präsenz- und Online-Formaten der angebotenen Tutorien um. Auch zeitlich zeigten sich alle beteiligten Tutor:innen, Lehrkräfte und Studierenden anpassungsfähig über die Vorlesungszeiten hinaus. Im Berichtszeitraum schlossen zwei Tutor:innen der DSHS Köln ihr Gesamt- zertifikat des Netzwerks „Rheinländi- sches Verbundzertifikatsprogramm zur hochschuldidaktischen Qualifizierung von Tutor:innen“, ab. An diesem wirken neben der DSHS Köln sechs weitere nordrhein-westfälische Hochschulen und Universitäten mit. Der Erfahrungsaus- tausch und die gemeinsame Zertifikats- vergabe gewährleistet eine hochschul- übergreifende, vernetzte und qualitativ hochwertige Tutorienarbeit, die gerade während des Lockdowns eine Quelle der Hilfestellung und Beratung war. Tutorienprogramm – Ausgezeichnete Arbeit auch in Ausnahmesituationen 3.4 Lehrkraft/Lehrteam Institut Veranstaltungstitel Preisgeld Lehrpreisträgerinnen und Lehrpreisträger 2020 Veranstaltungsform Vorlesungen PD Dr. Patrick Wahl Institut für Trainingswissen- schaft und Sportinformatik BAS1 - Funktion von Kreislauf und Atmung 3.000 € Veranstaltungsform Seminare Louis Moustakas Institut für Europäische Sportentwicklung und Freizeit- forschung DEV8 - Examples Around the World 3.000 € Franziska Tillmann Institut für Kommunikations- und Medienforschung MKF9 - Werbung, PR, Sponsoring 1.500 € Veranstaltungsform Praxiskurse/Übungen Christian Büning Institut für Tanz und Bewe- gungskultur B1 – Gymnastik 3.000 € Ralph Grambow Institut für Vermittlungskom- petenz in den Sportarten M2 - Tennis (Aufbauend) 750 € Mirjam Limmer Institut für Outdoor Sport und Umweltforschung SEB9.1.2.1 - PV Bergsport 750 € Tab. 11 Modul-/Lehrteam Isabel Stolz Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft SGP10.6 Sport von Menschen mit Behinderungen 3.000 €Prof. Dr. Thomas Abel Forschungsinstitut für Inklusi- on durch Bewegung und Sport Volker Anneken Forschungsinstitut für Inklusi- on durch Bewegung und Sport Dr. Tobias Morat, Mareike Morat (geb. Dietzsch) Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft SBG 11 – Review 1.500 € Dr. Tim Fleiner Prof. Dr. Lars Donath Institut für Trainingswissen- schaft und Sportinformatik Dr. Dr. Patrick Rene Diel Filiz Ates Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin Die Jury der Lehrpreise 2020 bestand aus folgenden Mitgliedern: Prof.‘in Dr. Christine Joisten, Vertreterin der QVK Prof. Dr. Swen Körner, Vertreter der UK Studium und Lehre Dr. Stefan Türk, Vertreter der UK Ressourcen Anne Schnell, Lehramtsstudentin Anne Lenkenhoff, Lehramtsstudentin Oliver Riedel, Student des BA Sportjournalismus Ines Bodemer, StAPS, Studium und Lehre | 57 56 | | | Das Rheinländische Verbundzertifikatsprogramm zur hochschuldidaktischen Qualifizierung von Tutor*innen Das Verbundzertifikat ist eine Kooperation zwischen der Deutschen Sporthochschule Köln, der TH Köln, der Hochschule Düsseldorf, der Universität zu Köln, der Rhei- nischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, der Hochschule Niederrhein und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Das Programm bietet Tutor:innen die Möglichkeit, Kompetenzen nicht nur im Hinblick auf die studentische Lehrtätigkeit, sondern auch auf einen späteren Berufseinstieg zu erwerben. Durch die Bündelung der hochschuldidaktischen Kompetenzen entsteht für die Tutor*innen eine größtmögliche Angebotsvielfalt und damit verbunden die Möglichkeit, ihre eigene Tutorienarbeit zu professionalisieren. Qualifizierungstraining für Tutor:innen. Das Training qualifiziert Tutor:innen für die Begleitung studentischer Projektteams sowie für die zielgerichtete Planung und abwechslungsreiche Gestaltung eines Tutoriums. Peer-Hospitation. Peer-Hospitationen sind Veranstaltungsbesuche, die den Tutor:innen eine Rückmeldung zur methodisch-didaktischen Gestaltung sowie zum Kommunikations- und Interaktionsverhalten geben. Ziel der Hospitationen ist es, Selbstwahrnehmung- und Fremdwahrnehmung abzugleichen, um so Erkenntnisse für das eigene Handeln zu gewinnen. Frei wählbare Erweiterungsmodule. Die frei wählbaren Erweiterungsmodule vertiefen die in der Grundlagenqualifizierung behandelten Themen. Mindestens ein Erweite- rungsmodul mit einem Umfang von 21 Arbeitseinheiten (Zeitstunden) ist für das Zertifikat erforderlich. Portfolio. Das Portfolio begleitet den Lernprozess, dient der Einschätzung des indi- viduellen Kompetenzerwerbs und bildet die wichtigsten Stationen im Lernfortschritt der Tutor:innen ab. Das Portfolio wird von jeder*jedem Tutor:in eigenständig angelegt und weiterentwickelt. Abschlussgespräch. Das Abschlussgespräch verschränkt Handlungswissen und tutorielle Lehrerfahrungen. Es werden u. a. Verhaltensoptionen und lernförderliche Lehrstrategien reflektiert sowie Schritte des weiteren Kompetenzentwicklungsprozes- ses besprochen. Nach erfolgreichem Abschluss der Module erhalten die Tutor*innen ein Zertifikat, das die Teilnahme an den Modulen und den Erwerb der didaktisch-methodischen Kompetenzen belegt. SoSe 2020 WiSe 20/21 SoSe 2021 WiSe 21/22 0 4020 60 80 100 120 140 160 180 Abb. 15 Anzahl angebotender Tutorien SoSe 2020 – WiSe 21/22 1600 1800 SoSe 2020 WiSe 20/21 SoSe 2021 WiSe 21/22 0 400200 600 800 1000 1200 1400 Abb. 16 Anzahl der teilnehmender Studierender SoSe 2020 – WiSe 21/22 | 59 58 | | | Die DSHS Köln fördert Hochschullehre und unterstützt bei der Beantwortung aktueller, themenbezogener Heraus- forderungen sowie bei der Erprobung neuer Ideen und deren Transfer in die Lehre. Um diese Ziele aus dem Hoch- schulentwicklungsplan zu erreichen und die Lehrenden zu unterstützen, werden in der Verantwortung des Prorektors für Studium, Lehre und Qualitätsmanage- ment regelmäßig Förderprogramme für den Bereich der Lehre ausgeschrieben. Im Gegensatz zu den Lehrpreisen, die rückwirkend eine bereits erbrachte herausragende Lehrleistung prämieren, sind die Förderprogramme perspektivisch ausgerichtet. Sie unterstützen Initiati- ven, die erst im Verlauf der Förderphase entwickelt werden. Die Projektauswahl erfolgt stets durch eine wissenschaftsge- leitete Begutachtung der eingereichten Anträge. Forschung und Lehre verbinden Im Rahmen des Programms „Verbin- dung von Forschung und Lehre“ werden Lehrende dabei unterstützt, Ideen und Maßnahmen umzusetzen, die den Forschungsprozess als Gegenstand und/ oder Mittel von Lernprozessen betrach- ten, die Forschung der DSHS Köln auf besondere Art in die Lehre integrieren und / oder Studierende der DSHS Köln im Rahmen von Lehrveranstaltungen auf besondere Art in bestehende Forschungs- prozesse einbinden. Im Zeitraum 06/2021 bis 05/2023 wurde das Programm „Verbindung von Forschung und Lehre“ mit insgesamt 30.000€ Fördersumme umgesetzt. Die ge- förderten Projekte sind unten aufgeführt. Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre In 2022 hat die DSHS Köln Fellow- ships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre („digiFellow“) in Höhe von 50.000 Euro ausgeschrieben. Über- greifendes Ziel der Fellowships ist es, individuelle Anreize für die Entwicklung und Erprobung digital gestützter Lehr-, Lern- und Prüfungsformate zu schaffen und eine digital bereicherte Lehre an der Hochschule weiterzuentwickeln und zu etablieren. Die digitalen Möglichkeiten zu nutzen, um die Lehre zu bereichern, ist seit Jahren eine zentrale Zielsetzung in Studium und Lehre. Ausgezeichneter „digiFellow“ 2022 wurde Christian Büning vom Institut für Tanz und Bewegungskultur mit dem Projekt „VisuFeed“ - Visualisierung mittels Echt- zeit-Bewegungsanalyse als Feedbackinst- rument in der Sportlehrer:innenbildung“. Der Projektstart erfolgte zum 1. März 2022. Kern des Projekts „VisuFeed“, eine Abkürzung für „visuelles Feedback“, ist eine 360°-Echtzeit-Bewegungsanalyse im Bewegungslabor des Instituts (s. Bild, S. 8). Im Rahmen der Förderung sollen didaktische Szenarien erarbeitet werden, die es Lehramtsstudierenden schon wäh- rend des Studiums ermöglichen, eigene gymnastische Interventionen unter Ein- beziehung anatomischen Grundlagenwis- sens zu entwickeln und diese qualifiziert in Unterrichtskontexten (z.B. Schule, Verein) anzuleiten. Hochschullehre durch Digitalisierung stärken – Projekt SPort Das Projekt Sportwissenschaftliche Präsenz- und Onlinelehre optimieren, renommieren und transformieren (SPort) ist an der DSHS Köln ein wichtiger Bau- stein, um die Erfahrungen im Rahmen der digitalen Lehre (vor allem aus dem Som- mersemester 2020) zu sammeln und zu verstetigen. Das Projekt wird im Rahmen der Förderlinie „Hochschullehre durch Di- gitalisierung stärken“ durch die Stiftung Innovation in der Hochschullehre geför- dert. Die Förderung läuft vom 01.08.2021 bis zum 31.07.2024 und umfasst eine Fördersumme von 902.000,00€. Grundlage des Projektvorhabens bilden die Lehrpreise e-Lehre [s. Kap. 3.3], sowie die weiteren für den Lehrpreis eingereichten Konzepte, die im Rahmen von SPort evaluiert werden sollen. Eine große Besonderheit des Projekts SPort ist die Verankerung in vier unterschiedli- chen Bereichen der DSHS Köln. Beteiligt sind das Institut für Bewegungs- und Sportgerontologie (IBS), die Abtei- lung 4.2 (Studium und Lehre) und die Abteilung 7.2 (Digitalisierung in Studium und Lehre) der StAPS, sowie die zentrale Betriebseinheit IT (ze.IT). Alle Bereiche haben unterschiedliche Schwerpunkte und Aufgaben. Die Projektleitung liegt bei der Abteilung 7.2 (Digitalisierung in Studium und Lehre). Zusammenfassung Projektvorhaben Das Projektvorhaben SPort will den besonderen Herausforderungen der sport- wissenschaftlichen Lehre im Bereich der Digitalisierung durch eine systematische Auswertung bestehender innovativer Lehrkonzepte begegnen. Das Projekt ist als Prozess angelegt, in dem status- und gruppenübergreifend strukturelle Verankerungen im Bereich der digitalen Lehre diskutiert und dauer- haft umgesetzt werden. Die Besonderheit des Faches Sport lässt erwarten, dass insbesondere hybride Lehr-Lernszenarien, sowie Verbindungen von Präsenz- und Onlinelehre in der Transformation bedeutsam sind. Dadurch werden weitere methodisch-didaktische, aber auch technische Innovationen und Lösungen notwendig sein. Förderprogramme in Studium und Lehre 3.5 Bewilligte Lehr-Lernkonzepte 2021 – 2023 im Programm „Verbindung von Forschung und Lehre “ Institut Institut für Trainingswissenschaft und Sportinformatik Institut für Sportökonomie und Sport- management Institut für Bewegungs- und Sportgerontologie Lehr-/Lernkonzept / Projekttitel Webbasierter und datenbankgestützter Lehrwerkzeugkasten für die universi- täre Lehre – Nachhaltige Förderung forschender Lehre mit Perspektive auf interdisziplinäre Kooperation #Fol2.0 in der Sport- und Bewegungs- gerontologie: Forschendes Lernen trifft Wissenschaftskommunikation Projektleitung Dr. Ulrike Dörmann Dr. Verena Römisch Dr. Tim Fleiner Dr. Tobias Morat | 61 60 | | | Verwendung der Qualitätsverbesserungsmittel nach Maßnahmen 2020 und 2021 Tab. 12 2020 (¤) 2021 (¤) Zuweisung Land 2.011.745 2.011.745 Aufstockung DSHS (Rektoratsbeschluss) 88.255,00 88.255,00 Insgesamt zur Verfügung stehende Geldmittel 2.100.000 2.100.000 Personalkosten 1.956.745 1.956.745 inkl. Tutor:innen-/ Monitoringprogrammen 86.000 86.000 Hochschuldidaktische Maßnahmen 20.000 20.000 Förderprogramm „Forschung und Lehre verbinden" 15.000 7.500 Projekt Potentialdiagnostik/Karriereberatung - 8.330 Reisekostenfonds 9.000 5.000 Lehrpreis 17.000 17.000 Sonderfonds „Digitale Lehre" 60.000 – Personelle Unterstützung im Bereich statistische Beratung 4.136,64 5.515,52 Lehr- und Lernmaterialien für Studierende (z.B. Sportgeräte und -material) 17.382,90 43.027,76 Summe 2.185.264,54 2.149.118,28 Das MKW stellt den NRW-Hochschulen jährlich Mittel in Höhe von 249 Millionen Euro zur Verfügung, die zweckgebunden zur Verbesserung der Lehr- und Studien- bedingungen einzusetzen sind. In den Jahren 2020 und 2021 standen der DSHS Köln rund 2 Millionen Euro aus diesen Gesamtmitteln zu. Die Kommission zur Qualitätsverbesse- rung (QVK) in Lehre und Studium ist an der DSHS Köln das beratende Gremium im Hinblick auf die Verwendung von Quali- tätsverbesserungsmitteln. Angehörige der Hochschule haben zu einem jährlichen Stichtag die Möglichkeit, projektbezo- gen Qualitätsverbesserungsmittel zu beantragen. Die QVK nimmt die Anträge entgegen, welche explizit Projekte bzw. Maßnahmen zur Verbesserung der Qua- lität in Studium und Lehre in den Blick nehmen. Die QVK prüft die eingereichten Anträge, stimmt diese ggf. mit der UK Studium und Lehre ab und gibt eine Handlungsempfehlung an das Rektorat. Gemäß §13 der Grundordnung der DSHS Köln werden die Mitglieder der QVK vom Senat vorgeschlagen und vom Rektorat berufen. Die Abteilung Studium und Lehre der StAPS berät die QVK in allen fachlichen Fragen, bereitet in Abstim- mung mit dem/der Vorsitzenden die Sitzungen der Kommission vor und leitet die Empfehlungen an das Rektorat weiter. In Tabelle 12 sind die Verwendungszwe- cke der Qualitätsverbesserungsmittel nach Maßnahmen aufgelistet. Ein Großteil der Qualitätsverbesserungs- mittel wird zur Sicherung von Lehrperso- nal (LfbA und Lehraufträge) eingesetzt. Zusätzlich stehen die Mittel für Anträge zur Verbesserung der Lehr- und Studien- bedingungen zur Verfügung. 2020 wurde aufgrund der Umstellung auf digitale Lehre ein Sonderfond „Digitale Lehre“ mit über 60.000 Euro eingerichtet, um die Hochschulangehörigen bei der Um- stellung auf den digitalen Unterricht zu unterstützen. Qualitätsverbesserungsmittel3.6 »Im Frühjahr 2020 konnte die Qualitätsverbesserungskommission kurzfristig einen Sondertopf „Digitale Lehre“ in Höhe von 60.000 Euro einrichten. Dieser wurde von den Hochschulakteuren sehr gut angenommen. Großer Dank gilt allen Akteuren für das Mitwirken an den hierzu notwendigen Beschlüssen.« Prof. Dr. Christoph Breuer, Prorektor für Ressourcen | 63 62 | | | Neue Struktur der Hochschulleitung Mit einer neuen Rektoratsstruktur (Amts- zeit ab 20.5.2020) gingen veränderte Zuordnungen und Verantwortlichkeiten im Qualitätsmanagement in Studium und Lehre einher. Die seitdem gültigen Pro- rektorate sind: „Studium, Lehre und Qua- litätsmanagement“, „Forschung, wissen- schaftliches Personal und Nachwuchs“, „Planung, Ressourcen und Berufungen“, „Wissens- und Technologietransfer“, und „Kommunikation, Digitalisierung und Diversität“. Dies führte entsprechend zu geänderten Arbeitsbereichen der Universitätskommission (UK) Studium und Lehre (Prorektorat 1) und der UK Ressourcen (Prorektorat 3). Konsistent hiermit erfolgte die Eingliederung der Abt. Qualitätsmanagement der StAPS in die Abt. Studium und Lehre. Hochschulentwicklungsplan 2021-2025 Im Zuge der Fortschreibung des Hoch- schulentwicklungsplans war es eine wesentliche Aufgabe, die strategischen Leitlinien und Entwicklungsziele für Studium und Lehre zu reflektieren und gemessen an den vergangenen, aktuellen und zukünftigen Entwicklungssträngen zu prüfen. Der Hochschulentwicklungsplan für die Jahre 2021-2025 wurde in 2020 erarbeitet und in 2021 veröffentlicht. Die Agenda für Studium und Lehre stellt die Stabilisierung, Reflexion und Evalua- tion der in der vorangegangenen Periode 2015-2020 angestoßenen Themen und Veränderungsprozesse in den Mittel- punkt. Wesentliche Ziele sind weiterhin die Stärkung des wissenschaftlichen Anspruchs an das Studium, der Mobilität und der Flexibilität. Des Weiteren liegt ein Entwicklungsschwerpunkt auf der Lehrer:innenbildung. Schwerpunktthemen der Universitäts- kommission Lehre und Studium Im Berichtszeitraum befasste sich die UK Lehre und Studium im Rahmen ihrer Sitzungen schwerpunktmäßig mit den Beratungen zur Weiterentwicklung des Studienprogramms und der Studiengänge im Rahmen der Re-Zertifizierungsver- fahren sowie mit der Überarbeitung der Befragungs- und QM-Instrumente. Der ursprünglich geplante Masterkongress sowie der Projektstart „Studieren mit Anspruch“ [s. QM-Bericht 2018 / 2019] konnten pandemiebedingt nicht umge- setzt werden. Studentisches Gesundheitsmanagement Das durch die Techniker Krankenkasse unterstützte Projekt „Studentisches Gesundheitsmanagement“ konnte im Berichtszeitraum intensiviert werden; u.a. wurde in 2021 das Forum „Psychisch fit studieren“ umgesetzt. Hier ging es darum, Studierende für das Thema psychische Gesundheit zu sensibilisieren, Bewältigungsstrategien zu vermitteln, Ängste und Vorurteile abzubauen und Unterstützung und Beratung an der DSHS Köln vorzustellen. Studium und Lehre in Bewegung 3.7 Entwicklungen zum neuen Campusmanagementsystem Seit Juni 2019 läuft das Projekt zur Einführung von HISinOne als neues webbasiertes Campusmanagementsys- tem der DSHS Köln. Mit HISinOne wird u.a. der komplette „Student Life Cycle“ verwaltet, beginnend mit Bewerbung und Zulassung und der Studierendenverwal- tung über die Lehrveranstaltungs- und Prüfungsverwaltung bis zum Alumni- und Doktorand:innenmanagement. Im Frühjahr 2020 wurde die Bewerbung und Studienplatzvergabe produktiv gesetzt und zum WiSe 2020/21 für alle Studien- gänge genutzt. Seit Ende 2021 ist „my- Spoho“ für alle Studierenden das zentrale Campusmanagementsystem. Das Ende des Projektes ist für das Jahr 2025 geplant. Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft Seit 2018 erscheint in Herausgeberschaft der DSHS Köln die e-Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwis- senschaft (ZSLS). Vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Relevanz von Sport und körperlicher Aktivität befasst sich die Zeitschrift mit Studiengängen und Ausbildungsprogrammen an Hochschulen und Universitäten. Im Berichtszeitraum erschienen unter der Gastherausgeberschaft von Dr. Fabian Pels das Themenheft „Wissenschaftliches Denken und Arbeiten in der sportwissen- schaftlichen Lehre“, unter der Gast herausgeberschaft von Prof. Dr. Thomas Wendeborn das Themenheft „Curriculare Gestaltung von Studiengängen in der Sportwissenschaft“ und unter der Gast herausgeberschaft von Dr. Julia Mierau das Themenheft „Digitalisierung in der Sportlehrer:innenbildung (Teil 1 von 2). Darüber hinaus wurden zwei reguläre Ausgaben der Zeitschrift veröffentlicht. IMPRESSUM DER ZSLS GESCHÄFTSFÜHRENDER HERAUSGEBER: Prof. Dr. Jens Kleinert, Deutsche Sporthochschule Köln, Psychologisches Institut, Abt. Gesundheit & Sozialpsychologie MITHERAUSGEBER:INNEN: Prof.‘in Dr. Katrien Fransen, University of Leuven/ Belgien, Departement of Movement Sciences (Sektion Internationales) Prof. Dr. Nils Neuber, Westfälische Wilhelms-Uni- versität Münster, Institut für Sportwissenschaft (Sektion Bildungswissenschaft) Prof.‘in Dr. Nadja Schott, Universität Stuttgart, Institut für Sport- und Bewegungswissenschaft (Sektion Lebenswissen- schaften) Prof.‘in Dr. Pamela Wicker, Universität Bielefeld, Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft (Sport und Gesellschaft) HERAUSGEBENDE KÖRPERSCHAFT: Deutsche Sporthochschule Köln, vertreten durch den Rektor Prof. Dr. Heiko Strüder ISSN 2625-5057 | 65 64 | | | Vor mehr als zehn Jahren hat die Hoch- schule die strategische Entscheidung getroffen, das Verfahren der Systemakkre- ditierung zu durchlaufen. Hiermit drückte die DSHS Köln ihr Bestreben aus, Qualität von Studium und Lehre übergeordnet und eigenständig zu definieren, zu gestalten, zu hinterfragen und stetig weiterzuent- wickeln. Seit 2015 ist die DSHS Köln systemakkre- ditiert und alle Studiengänge haben das Verfahren der internen Reakkreditierung mindestens einmal durchlaufen. Mit Blick auf die rückliegenden Jahre ist deutlich geworden, dass eine Systemakkreditierung viele Chancen sowie hohe Verantwor- tung mit sich bringt. Die Chancen liegen insbesondere darin, Qualitätssicherung, -entwicklung und -verbesserung autonom und selbstbestimmt gestalten zu können, was zugleich mit der Verantwortung einhergeht, diese Qualität hochschulweit und stetig unter breiter Beteiligung und Akzeptanz der relevanten Akteure wirk- sam für Studium und Lehre umzusetzen. Eine besondere Herausforderung ist es, Qualitätsmanagement im Spannungsfeld von Kontinuität und Entwicklung auszu- richten und auszubalancieren. Im Berichtsjahr 2020 stieg die DSHS Köln in das Verfahren der Systemreakkreditie- rung ein, im Herbst 2022 wurde das Ver- fahren fristgerecht abgeschlossen und der Antrag auf Systemreakkreditierung beim Akkreditierungsrat gestellt. Das Verfahren wurde durch die Akkreditierungsagentur AQAS e.V. begleitet. Folgende Verfahrensschritte hat die DSHS Köln durchlaufen: – Einreichung der Selbstdokumentation: April 2020 – 1. Begehung (Systembegutachtung): 19./20.11.2020 (virtuell) An den Gesprächsrunden nahmen die Hochschulleitung, die QM-Verantwortli- chen, die Verantwortlichen für die per- sonale Lehrplanung und –entwicklung, Studiengangsleitungen und -koordina- tionen, Studiengangssprecher:innen und Studierende sowie Akteur:innen aus zentralen Gremien der Hochschu- le teil. In den Gesprächen wurden Fragen der Weiterentwicklung des QM- Systems, der Hochschulsteuerung, zur Zielebene sowie zu Ressourcen für das Qualitätsmanagement, zu Befragungs- instrumenten, der Qualitätssicherung in den Lehramtsstudiengängen und Angelegenheiten der Internationalisie- rung behandelt. Die Umsetzung der MRVO, die Abbil- dung des Leitbilds für Studium und Lehre in den Studiengängen sowie die studentische Partizipation wurden expliziert. – Einreichung der Stichprobendokumen- tation: Oktober 2021 – 2. Begehung (Stichproben): 02./03.12.2021 (virtuell). Im Rahmen der Stichproben wurden folgende Merkmale begutachtet: – B.A. Sport und Gesundheit in Präven- tion und Therapie: Dokumentation der internen QM-Prozesse bis zur internen Rezertifizierung – Merkmal 1: Formales Kriterium: Modularisierung (§ 7 MRVO) – Merkmal 2: Fachlich-inhaltliches Kriterium: Fachlich-inhaltliche Gestaltung (§ 13 MRVO) Systemreakkredierung4.1 Weiterentwicklung des QM-Systems – Im Spannungsfeld von Kontinuität und Entwicklung KAPITEL 4 4.1 Systemreakkredierung 4.2 Weiterentwicklung von Evaluationsinstrumenten Das erfolgreich durchlaufene Verfahren der Systemreakkreditierung setzte im Be- richtszeitraum wichtige Impulse zur systematischen Reflexion und Weiterentwicklung. Die Hochschule profitierte auf vielen Ebenen von dem Verfahren, der gemeinsamen Reflexion und den gutachterlichen Rückmeldungen [Kap. 4.1]. Das QM-System der Hochschule wurde weiter optimiert, dies zeigt sich u.a. in den umgesetzten Maßnah- men und Entwicklungen in der Qualitätserfassung [Kap. 4.2]. | 67 66 | | | Die Dokumentation erfolgte anhand folgender Studiengänge: – B.A. Sport- und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport – B.A. Sportmanagement und Sport kommunikation – M.Sc. Human Technology in Sports and Medicine – M.Sc. Psychology in Sport and Exercise – M.Sc. Sport- und Bewegungsgerontologie – M.Sc. Sportphysiotherapie – M.A. Tanz – Vermittlung, Forschung, künstlerische Praxis – Lehramtsstichprobe gemäß §31(3) MRVO: Nachweis der systematischen An- wendung des QM-Systems für die lehrerbildenden Teilstudiengänge (für jeweils einen Studiengang von jedem angebotenen Lehramtstyp) gemäß Teil 2 und Teil 3 der StudAkkVO. Die Lehramtsstichprobe umfasste die QM- Verfahren für – die Teilstudiengänge „Sport“ (in den Bachelor- und Masterstudiengängen für die Lehrämter Grundschule; Haupt-, Real- Sekundar- und Gesamtschulen; Gymnasien und Gesamtschulen, Berufs- kollegs, sonderpädagogische Förderung), – die „Bildungswissenschaften“ (in den Bachelor- und Masterstudiengängen für das Lehramt Gymnasien und Gesamt- schulen) sowie – die Modellpassungen in die Lehramts- ausbildung der Universität zu Köln und der Universität Siegen. Es fanden Gesprächsrunden mit der Hochschulleitung, den QM-Verantwort- lichen, den Studiengangsleiter:innen und Studiengangskoordinator:innen, Lehrenden und Studierenden der o.g. Studiengängen, den Beteiligten der Lehramtsausbildung inkl. der Kooperati- onshochschulen statt. Ergebnisse auf einen Blick Das Gutachten zur Systemreakkreditie- rung ist der DSHS Köln im Juni 2022 zugegangen. Es bezieht sich auf die Er- füllung der fachlich-inhaltlichen Kriterien zur Systemreakkreditierung und beinhal- tet den Prüfbericht zu den formalen Kri- terien. Beide Nachweise wurden positiv erbracht und die Vorgaben erfüllt. Die an der Stichprobe beteiligten Vertreter des MSB NRW haben bestätigt, dass die Rechtsvorgaben des Landes und der KMK im internen QM-System der DSHS Köln in angemessener Weise berücksichtigt werden und dass das Schulministerium in angemessener Weise am Verfahren der systemischen Studiengangsevaluation bzw. dem internen Rezertifizierungs- verfahren zur Vorbereitung der internen Akkreditierung beteiligt wird. Im Herbst 2022 wurde ursprünglich die Entscheidung des ARs erwartet. Schließ- lich wurde das Verfahren der DSHS Köln im Juni 2023 durch den Akkreditierungs- rat aufgerufen. Rückwirkend zum Jahr 2022 ist die DSHS Köln systemreakkre- ditiert und damit weiterhin berechtigt, in Verbindung mit der Studienakkreditie- rungsverordnung NRW (vom 25.01.2018) ihre Studiengänge selbst zu akkreditieren. Aufgrund der Anpassungen des Leitbilds für Studium und Lehre wurden im Jahr 2019 die wesentlichen Evaluationsinstru- mente für die Lehrveranstaltungsevalu- ation (LVE), die Studiengangsbefragung (SGB) und die Dozierendenbefragung (DOZ) neu konzipiert. Die Inhalte der jeweiligen Evaluationsinstrumente wurden innerhalb der hierfür gebildeten Arbeitsgruppen (u.a. bestehend aus Mitgliedern der UK Studium und Lehre bzw. UK Ressourcen; Studiengangslei- tungen und- koordinator:innen sowie Mitarbeiter:innen der Abt. Studium und Lehre der StAPS) unter der Leitung des Prorektors für Studium, Lehre und Quali- tätsmanagement, entwickelt, diskutiert und finalisiert. Im vorliegenden Berichtszeitraum (ab WiSe 20/21) wurden diese Evaluationsin- strumente in der Praxis eingesetzt und er- probt. In Tabelle 13 sind die Dimensionen der Evaluationsinstrumente LVE, SGB und DOZ abgebildet, die auf den Leitsätzen guter Lehre und den Strategischen Leitli- nien gemäß des Leitbilds für Studium und Lehre der DSHS Köln beruhen. Lehrveranstaltungsevaluation Die LVE ist ein Instrument zur Befragung der Studierenden auf Lehrveranstaltungs- ebene. Sie dient der positiven Beeinflus- sung des lehrbezogenen Handelns und zur nachhaltigen Stärkung der qualitativen Verantwortung der Lehrpersonen und der Studierenden der DSHS Köln. Die LVE wird in einem festgelegten Turnus verpflich- tend bei allen Lehrpersonen durchge- führt. Zusätzlich kann eine LVE jedes Semester freiwillig von den Dozierenden beantragt und je nach Ressourcenlage umgesetzt werden. Die verpflichtende LVE ist ausgehend vom Anstellungszeitpunkt der Lehrperson im zweiten, fünften und achten Semester mit Lehrverpflichtung durchzuführen, nachfolgend alle fünf Semester. Innerhalb der OQM sind die genauen Inhalte und Verfahrensschritte der LVE geregelt. Die überarbeitete LVE kam ab dem WiSe 20/21 zum Einsatz. Studiengangsbefragung Die SGB ist ein Instrument zur Befragung von Studierenden auf Studiengangsebene und sichert die Studierqualität auf Studi- engangsebene. In den Bachelorstudien- gängen wird die SGB alle drei Semester, in den Masterstudiengängen alle zwei Semester durchgeführt. Die studiengangs- spezifischen Ergebnisse dienen den Studi- engangsleitungen und –koordinator:innen zur zielgerichteten Maßnahmenent- wicklung auf Studiengangsebene. Die Ergebnisse der Befragung werden in den Studiengangskonferenzen der einzelnen Studiengänge (Studiengangs- und Modulleitungen, Studiengangs koordinator:innen sowie Studien gangssprecher:innen) präsentiert und Weiterentwicklung von Evaluationsinstrumenten4.2 | 69 68 | | | diskutiert. Die ersten Rückmeldungen aus den Studiengängen zeigen, dass dieses neue Instrument sehr gut für die qualitätsentwickelnden Arbeiten ange- nommen wird. Dozierendenbefragung Die DOZ ist ein Instrument zur Befragung von Lehrpersonen auf Studiengangsebene bzw. Studienbereichsebene sowie hoch- schulweit. Innerhalb der DOZ sollen die Lehrpersonen ihre persönlichen Erfahrun- gen im Rahmen von Studium und Lehre teilen und Einschätzungen zur Qualität im Rahmen von Studium und Lehre an der Sporthochschule Köln abgeben. Die studiengangsbezogene DOZ dient den Studiengängen/ Studienbereichen ins- besondere zur Vorbereitung auf die Zwi- schenevaluationen sowie im Rahmen der Rezertifizierungen der Studiengänge. Die hochschulweite DOZ dient insbesondere als Information für das Rektorat, welche laut Zeitplan Qualitätsmanagement in Studium und Lehre das erste Mal im SoSe 2023 eingesetzt werden soll. Nachfolgend wird die hochschulweite DOZ alle zwei Jahre durchgeführt. In Tabelle 13 sind die Dimensionen der LVE, der SGB sowie der DOZ abgebildet, welche auf den Leitsätzen guter Lehre und den Strategischen Leitlinien beruhen. Tab. 13 Dimensionen, Leitsätze und Beispielitems der Lehrveranstaltungsevaluation (LVE), der Studiengangsbefragung (SGB) sowie der Dozierendenbefragung (DOZ) Dimension Leitsatz und Beispielitems LVE SGB Stud DOZ Hoch DOZ Lehrinhalt Gute Lehre berücksichtigt den aktuellen (sport)wissenschaftlichen Kenntnisstand (z.B. Forschung). Beispielitem: „Wie häufig passen Sie Ihre Lehre dem aktuellen (sport-) wissenschaftlichen Kenntnisstand an?“ x x x x Vermittlung Gute Lehre ermöglicht forschendes und problemorientiertes Lernen. Beispielitem: „Ich setze Methoden des forschenden Lernens und/oder des problemorientierten Lernens in den von mir gelehrten Vorlesungen/ Semina- ren bzw. Übungen/ Praxiskursen ein.“ x x Prüfungen Gute Lehre konzipiert Prüfungen auf nach formalen Kriterien. Beispielitem: „Die laut Modulhandbuch vorgegebenen Prüfungsformen sind geeignet, um die vermittelten Kompetenzen in den von mir gelehrten Vorlesungen/ Seminaren bzw. Übungen/ Praxiskursen im zu prüfen.“ x x Autonomie förderung Gute Lehre unterstützt Studierende beim Selbststudium. Beispielitem: „In wie vielen der von Ihnen gelehrten Vorlesungen/ Semina- ren bzw. Übungen/ Praxiskursen stellen Sie den Studierenden Materialien zum Selbststudium zur Verfügung (z. B. Skripte, Arbeitsmaterialien, Videos)?“ x x x Lernklima Gute Lehre fördert kritisches Denken und Reflexion / Gute Lehre ermöglicht einen konstruktiv-kritischen Austausch. Beispielitem: „Wie wichtig ist für Sie die kritische Auseinandersetzung mit den Lehrinhalten in den von Ihnen gelehrten Vorlesungen, Seminaren bzw. Übungen/Praxiskursen?“ x x x Lehrkräfte Gute Lehre basiert auf einem professionellen, kollegialen und loyalen Umgang der Lehrkräfte miteinander. Beispielitem: Wie bewerten Sie das Klima im Bereich Studium und Lehre an der DSHS Köln insgesamt? x x Studierende Gute Lehre erfordert von Studierenden das aktive und rege Mitwirken an und in der Lehrveranstaltung. Beispielitem: „Wie zufrieden sind Sie mit der Beteiligung der Studierenden während den von Ihnen gelehrten Vorlesungen/ Seminaren bzw. Übungen/ Praxiskursen?“ x x Lehr-/ Lernressourcen Gute Lehre erfordert angemessene Lehr-/Lernumgebungen. Beispielitem: „Für meine Lehre im Studiengang xy stehen mir angemessene studiengangsspezifische Lehr-/Lernhilfen zur Verfügung.“ x x x Diversity Berücksichtigung der Diversität der Akteure in Studium und Lehre Beispielitem: Wie zufrieden sind mit Ihrer Tätigkeit an der DSHS Köln im Bereich Studium und Lehre hinsichtlich der Vereinbarkeit mit Elternschaft? x x Partizipation Partizipative Informations- und Austauschmöglichkeiten. Beispielitem: „Wie zufrieden sind Sie mit der Weitergabe von Informationen über Studium und Lehre durch die Hochschulleitung?“ x x Nachhaltigkeit Verantwortungsvoller und effizienter Umgang mit Ressourcen Beispielitem: „Ich erlebe die DSHS Köln im Bereich Studium und Lehre als nachhaltig ausgerichtet (z.B. ökologisch).“ x x Internatio nalisierung Internationale wissenschaftliche Vernetzung der Wissenschaftler:innen. Beispielitem: In welchem Umfang integrieren Sie in Ihre Lehrtätigkeiten internationale wissenschaftliche Aktivitäten? x x 70 | | | Absolvent:innen(-Studie) 24, 25, 27-31, 43 (Re-)Akkreditierung/ 35-40 (Re-)Zertifizierung Atlas der 22 Qualitätsgestaltung Berichtswesen 24 Corona 17, 20-21, 26, 38, 45, 48-49, 51, 62 Digitalisierung 44-45, 48, 59, 62-63, 72 Dozierendenbefragung 12, 23-27, 43, 67-69 E-Learning 51 Hochschuldidaktik 23, 46, 51 Hochschul- 23, 59, 62 entwicklungsplan Hybrid 1, 44, 49 Lehramt 15-17, 33, 37, 43, 59 Lehrpreis 24, 52-54, 59, 61 Lehrveranstaltung 16,17, 23-29, 51-52, 55, 58 Lehrveranstaltungs- 23, 24, 67, 69 evaluation Leitbild für Studium 22-23, 37, 51, 65 und Lehre Leitsätze guter Lehre 22-23 Moodle 21, 26-27, 45-48, 52 Ordnung für 22 Qualitätsmanagement Pandemie 16,17, 20-21, 24, 26, 38, 41, 44-45, 49, 51, 62 Präsenz 1, 17, 26, 34, 44, 48-49, 51, 55, 58 Promotion 17, 18 Qualitätsver- 22-23, 60-61 besserungsmittel Rollierendes System 48 Sportpraxis 13, 17 Studienangebot 15–16 Studiengangsbefragung 23, 24, 43, 67, 69 Studiengangsevaluation 23, 34, 37, 43, 66 Studiengangs- 20, 22, 41, 66, 67 koordinator:innen Studiengangsleitung 29, 22, 24, 41, 42, 65, 67 Studiengangs- 20, 24, 42, 64, 66 sprecher:innen System(re)akkreditierung 24, 64-66 Tutorienprogramm 23-24, 44, 55 Universitätskommission 13, 22, 62 Weiterbildungsmaster 15–16 Zeitplan 37, 43, 68 Stichwortverzeichnis SO GEHT ES WEITER … Nicht zuletzt das durchlaufene Verfahren der Systemrezertifizierung hat deutlich gemacht, dass das QM-System der DSHS Köln eine gute Effektivität, eine angemessene Effizienz und eine gute Akzeptanz besitzt. Die Aufwand-Effekt-Bilanz konnte in den zurückliegenden Jahren verbessert werden, dies zeigt sich u.a. in der Reduzierung der Befragungen, die das QM-System verwendet. Ein wichtiges zukünftiges Anliegen wird es sein, die Partizipation, die Teilnahme und Teilhabe an zentralen und dezentralen QM-Verfahren weiter zu steigern und die Mitarbeitsbereitschaft hoch zu halten. Hierzu werden die anstehenden Zwischenevaluationen sowie die internen (Re-)Akkreditierungsverfah- ren viele Möglichkeiten bieten. Die Hinwendung des Qualitätsmanage- ments auf die weiterbildenden Studiengänge und ihrer Besonderheiten stellt ein weiteres zukünftiges Arbeitsfeld des QMS dar. Darüber hinaus wird es gelten, Digitalisierung als Qualitätskriterium kritisch zu prüfen, um Chancen und Risiken von Digitalisierung im Rahmen von Studiengängen und Lehrangeboten angemessen abzu- wägen und die diesbezüglichen gesellschaftlichen Entwicklungen gleichermaßen abzubilden und positiv zu beeinflussen. Auf anderer Ebene spannend wird es sein, die Synchronisierung des neuen Campusmanagementsystems (CMS) mit dem QM-System voran- zutreiben und umzusetzen. Diese Synchronisationsprozesse betref- fen u.a. die Lehr- und Prüfungsorganisation, die Informierung von Studierenden auf allen denkbaren inhaltlichen Dimensionen (Studium, Lehrveranstaltungen, Personal, Raum/Campus) oder das Controlling von Personal- und Lehrressourcen. Das QM-System und das CMS müssen demzufolge in engster Abstimmung (weiter-)entwickelt werden. Bevor wir uns den aufgeführten Herausforderungen zuwenden, möch- ten wir aber DANKE sagen! Danke an alle Angehörigen der DSHS Köln für ihr Engagement, ihre hohe Motivation in allen Belangen von Stu- dium und Lehre und für die Begeisterung, unsere Studierende optimal auszubilden und zu betreuen! IMPRESSUM QM-REPORT Der Qualitätsbericht für Studium und Lehre an der Deutschen Sporthochschule Köln für die Studienjahre 2020 und 2021. HERAUSGEBER Univ.-Prof. Dr. Heiko Strüder, Rektor Univ.-Prof. Dr. Jens Kleinert Prorektor Studium, Lehre und Qualitätsmanagement REDAKTION Deutsche Sporthochschule Köln Stabsstelle Akademische Planung und Steuerung, Abt. Studium und Lehre Redaktionsleitung Ines Bodemer und Carolin Krumm Am Sportpark Müngersdorf 6 | 50933 Köln bodemer@dshs-koeln.de, c.krumm@dshs-koeln.de KREATION loewentreu visual concepts Konzeption und Gestaltung Nadine Schmitt Hochstadenstr. 33 | 50674 Köln www.loewentreu.com Deutsche Sporthochschule Koln German Sport University Cologne
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Zuletzt aktualisiert: 23.07.2026
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