_ Elsevier Publishing Company 103 Amsterdam Printed in The Netherlands Notes CHROM. 4069 N-Methy!-N-trimethylsilyl-trifluoracetamid, ein neues Silylierungsmittel aus der Reihe der silylierten Amide Weite Verbreitung haben N-Trimethylsilyl-acetamide zur Herstellung von O-, N- und S-Trimethylsilylderivaten gefunden. Vor allem fiir gaschromatographische Untersuchungen wurden Bis-trimethylsilylacetamid! (BSA) und N-Methyl-N-tri- methylsilylacetamid? (MSA) vorgeschlagen. Die Analyse von biologischem Material ist ein haufig vorkommender Anwendungsbereich, denn die hier interessierenden Verbindungen enthalten meist eine oder mehrere silylierbare Funktionen. Da in vielen Fallen nur sehr wenig Material zur Verfiigung steht, treten die von der gas- chromatographischen Spurenanalyse her bekannten Probleme auf. So wird die quali- tative und quantitative Bestimmung von fliichtigen Bestandteilen der Probe, die in . der Nahe des Silylierungsmittels eluiert werden, durch das ausgepragte “tailing’’ dieser Reagenzien erschwert. Das kiirzlich beschriebene Bis-trimethylsilyl-trifluoracetamid® (BSTFA) weist, verglichen mit BSA, eine gréssere Fliichtigkeit auf. Noch erheblich ktirzere Reten- tionszeiten stellten wir bei N-Methyl-N-trimethylsilyl-trifluoracetamid (MSTFA) fest, dessen Siedepunkt (132°) nur noch wenig tiber dem von Hexamethyldisilazan (Sdp = 126°) liegt. Die relativen Retentionszeiten der vier Silylamide, bezogen auf n-Buttersdure-trimethylsilylester (C,-TMS), sind fiir einige fliissige Phasen in der Tabelle I zusammengestellt. Das durch Entsilylierung entstehende N-Methyl-tri- fluoracetamid (MTFA) erscheint als symmetrischer Peak noch vor MSTFA und be- einflusst aus diesem Grunde nicht das gaschromatographische Ergebnis. TABELLE I RELATIVE RETENTIONSZEITEN DER SLLYLAMIDE 3.8% 10% 5% SE-30 SE-52 Apiezon L MSTFA 0.45 0.53 0.45 BSTFA 1.00 0.83 0.67 MSA 1.45 1.57 0.89 BSA 1.89 1.64 1.21 MTFA. 0.23 0.47 0.33 C,-TMS 1.0 1.0 1.0 Das Silylierungspotential von MSTFA liegt in der gleichen Gréssenordnung wie die Potentiale von BSTFA, MSA und BSA‘. Infolgedessen kénnen dieselben funk- 104 NOTES tionellen Gruppen mit diesem Reagenz umgesetzt werden. Zur Derivatbildung geniigt kurzzeitiges Erwarmen, eventuell unter Zusatz von katalytischen Mengen an Tri- methylchlorsilan. Auf die Verwendung von Lésungsmitteln kann ahnlich wie beim MSA verzichtet werden, da selbst so polare Verbindungen wie die Hydrochloride von Aminosduren beim Erwarmen in Lésung gehen. Darstellung von N-Methyl-N: -trimethylsilyl-trifluoracetamid Die folgenden Operationen werden unter Feuchtigkeitsausschluss durchgefihrt. 127.1 g (I Mol) MTFA5-werden, in einer Mischung von I Labs. Benzol und 145 ml (1.05 Mol) Tridthylamin gelést, bei Raumtemperatur und unter starkem Rihren mit 135 ml (1.05 Mol) Trimethylchlorsilan versetzt. Nach 30 min saugt man vom gebildeten Tridthylaminhydrochlorid ab, wascht den Niederschlag mit 300 ml abs. _ Benzol aus und fraktioniert die vereinigten Filtrate iiber eine 40 cm lange Vigreux- | Kolonne. Bei 78-79°/130 Torr geht MSTFA iiber (90-95%). Das Produkt kann bis ca. 1% MTFA sowie etwa 1% an anderen Komponenten enthalten. Durch erneute Destillation tiber eine Mikrodrehbandkolonne oder durch praparative Gaschroma- tographie lassen sich dem jeweiligen Verwendungszweck angepasste Reinheitsgrade erzielen. Institut fir Biochemie, MANFRED DONIKE Universitat Kéln An der Bottmiihle 2, 5000 Kéln (B.R.D.) 1 J. F. Kresge, H. FInKBEINER uND D. M. Wuite, J. Am. Chem. Soc., 88 (1966) 3399. 2 L. BirKorER UND M. Dontxz, J. Chromatog., 26 (1967) 270. 3 D.L. STatuine, C. W. GEHRKE UND R. W. ZuUMWALT, Biochem. Biophys. Res. Commun., 31 (1968) 616. 4 M. DoniKeE, unpublizierte Versuche. 5 E. R. Bisse: unp M. Fincer, J. Org. Chem., 24 (1959) 1256. \ Eingegangen am 14. Marz 1969 J. Chromatog., 42 (1969) 103-104